DE558480C - Fernsehempfangseinrichtung - Google Patents
FernsehempfangseinrichtungInfo
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- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04N—PICTORIAL COMMUNICATION, e.g. TELEVISION
- H04N5/00—Details of television systems
- H04N5/04—Synchronising
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Description
Es ist ein Mangel aller bisher bekannt gewordenen Fernsehverfahren- und einrichtungen,
daß eine Änderung der Bildzerlegeeinrichtung des Senders, beispielsweise bei Ersatz
einer Nipkowscheibe durch einen Spiegeloszillographen oder aber auch nur eine Änderung der Rasterfeinheit oder der pro
Zeiteinheit übertragenen Bilder, eine vollständige Änderung des Empfangsgerätes in
entsprechender Weise erforderlich macht.
Man kann also mit einem Empfangsgerät nur diejenigen Darbietungen empfangen, die
durch einen entsprechend ausgebildeten Sender ausgesendet werden. Wenn daher verschiedene
Sender mit verschiedenen Bildzerlegevorrichtungen oder Rasterfeinheiten oder Bildzahlen pro Zeiteinheit arbeiten, können
sie nicht mit dem gleichen Empfangsgerät ohne durchgreifende Änderungen empfangen
werden.
Der genannte Nachteil macht' sich auch dann geltend, wenn im Laufe der Zeit durch
Vervollkommnung der Sender eine Änderung derselben und demgemäß ein Umtausch oder
eine Umänderung sämtlicher Empfänger notwendig wird.
Durch die vorliegende Erfindung wird dieser Mangel beseitigt und ein Universal-Fernsehempfangsgerät
geschaffen, mit dem es möglich ist, Sendungen beliebiger Rasterfeinheit oder Bildzahlen pro Zeiteinheit, unabhängig
von der Art der Bildzerlegevorrichtung, aufzunehmen, ohne irgendeine Änderung an
dem Empfangsgerät vornehmen zu müssen.
Lediglich bei Übergang von der Zeilenab- 3ß
tastung in gleicher Richtung auf eine solche mit wechselnder Richtung (Mäanderlinien)
ist ein geringfügiger Austausch erforderlich. Es können also beispielsweise Fernsehbilder,
die mit einer Nipkowscheibe von 24, 30, 48, 60, 180 oder einer beliebigen Lochzahl gesendet
werden, ohne weiteres von dem gleichen Empfangsgerät aufgenommen werden.
Eine Nachstellung irgendwelcher Art ist überflüssig, der Empfänger bringt vielmehr
einwandfreie Bilder ohne irgendwelche besonderen Einstellmaßnahmen, auch dann, wenn
der Sender ohne vorherige Angabe die Rasterfeinheit, also beispielsweise die Lochzahl
der Nipkowscheibe, auf eine andere beliebige Lochzahl ändert. Dies bezieht sich auch auf
den Fall, wenn die Zahl der Bilder pro Zeiteinheit, also beispielsweise die Tourenzahl
der Nipkowscheibe im Sender, geändert wird.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens und der Vorrichtung nach der vorliegenden Erfindung
ist dadurch gegeben, daß der synchrone Lauf des Empfangs systems durch
seine Bauart gewährleistet ist; man bedarf also keines in gleicher Periode mit dem Sender
liegenden Netzwechselstromes, keiner besonderen Synchronisierungswelle und auch keines lokalen Taktgebers.
Ein besonderer Vorteil ist dadurch gegeben, daß die schwarzen Striche im Bilde, die
bei fast allen bisher bekannt gewordenen Fernsehempfangsvorrichtungen vorhanden waren, fortfallen.
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß die primäre und die sekundäre
Bildzusammensetzung durch voneinander unabhängige Vorrichtungen mit unabhängigen
Antriebsmitteln erfolgen, und zwar so, daß der Antrieb der primären Bildzusammensetzvorrichtung
von der Bildwechselfrequenz, der Antrieb der sekundären Bildzusammensetz,-vorrichtung
von der Zeilenwechselfrequenz ίο gesteuert wird. Unter der Bildwechselfrequenz
ist die Zahl der pro Zeiteinheit übertragenen Bilder, unter der Zeilenwechselfrequenz
die Zahl der in der Zeiteinheit übertragenen Bildzeilen verstanden. Gesetzt den Fall, es werden io Bilder pro Sekunde übertragen
und jedes Bild enthalte 30 Bildzeilen, so beträgt die Bildwechselfrequenz 10 Hertz, die Zeilenwechselfrequenz 10X30
= 300 Hertz. Um die Steuerung der beiden Antriebsvorrichtungen für die primäre und
sekundäre Bildzusammensetzung mit den genannten Frequenzen zu ermöglichen, wird der
Antriebsmotor für die primäre Bildzusammensetzung, zweckmäßig unter Zwischenschaltung
von Relais, über eine Siebkette, die die tiefen Frequenzen, bei dem angegebenen Beispiel also etwa 10 Hertz, durchläßt, an
den Empfänger angeschlossen, während der Antriebsmotor für die Vorrichtung zur sekundären
Bildzusammensetzung gleichfalls an die Empfängerleitung geschaltet ist, zweckmäßig
über ein Relais und durch eine Siebkette, welche die mittleren Frequenzen in Höhe der Zeilenwechselfrequenz, bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel also vdn etwa 300 Hertz, durchläßt, jedoch die tieferen Frequenzen
abdrosselt.
Die Vorrichtung der sekundären Bildzerlegung wird zweckmäßig als umlaufender
Linsenkranz ausgebildet, dessen Achse senkrecht zu der durch einen Mehrkantspiegel gebildeten
Vorrichtung zur primären Bildzusammensetzung angeordnet ist. Das durch ein Lichtrelais bekannter Art, beispielsweise
eine Glimmlampe, ausgesandte Licht wird über einen im Mittelpunkt des Linsenkranzes
angeordneten Spiegel durch die Linsen auf den Mehrkantspiegel projiziert und innerhalb
des Linsenkranzes durch eine zweckmäßig verstellbare oder auswechselbare Blende der
Bildpunktgröße entsprechend abgeblendet.
Wird im Sender eine Bildzerlegevorrichtung verwendet, bei der die Bildzeilen nicht
aufeinanderfolgend in gleicher, sondern in wechselnder Richtung, also in Form von Mäanderlinien,
abgetastet werden, wie es beispielsweise bei einem Oszillographenbildzerleger
der Fall ist, so braucht der umlaufende Winkelspiegel lediglich durch einen durch
einen Kurbel- oder Exzenterantrieb hin und her schwingenden Spiegel ersetzt zu werden,
so daß die gewünschte Abtastfigur in Mäanderlinien im Empfänger erhalten wird.
In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung
beispielsweise schematisch veranschaulicht.
Die von dem Lichtrelais, im dargestellten Falle von einer Glimmlampe 1, ausgehenden
Lichtstrahlen werden über eine Kondensorlinse 2 auf einen im Mittelpunkt des aus sphärischen
Linsen bestehenden umlaufenden Linsenkranzes 5 angeordneten Spiegel 3 projiziert.
Der Linsenkranz 5, der die sekundäre Bildzusammensetzung bewirkt, ist um seine Achse 4 mittels des Synchronmotors 11 drehbar.
Die Lichtstrahlen werden durch den Spiegel 3 um 90 ° umgelenkt und durch den Linsenkranz
5 geworfen. Vor dem Spiegel 3 ist noch eine in ihrer Größe verstellbare Lochblende
7 angeordnet, mittels deren die Bildpunktgröße eingestellt werden kann. Nach Durchtritt durch den Linsenkranz 5 fällt der
Lichtstrahl auf den mittels eines Synchronmotors 10 angetriebenen, umlaufenden Mehrkantspiegel
9.
An Stelle der Anordnung des Winkelspiegels 3 im Mittelpunkt des Linsenkranzes 5
kann auch die Glimmlampe in diesen Mittelpunkt gerückt werden.
Gesetzt den Fall, es werden im Sender Bilder mit einer Nipkowscheibe von 30 Löchern
und zehn Umdrehungen in der Sekunde gesendet, so muß sich der aus sechs Einzellinsen
bestehende Linsenkranz 5 fünfzigmal pro Sekunde drehen I-^-X 10 J und der sechseckige
Mehrkantspiegel 9 muß in jeder Zehntelsekunde eine Sechstelumdrehung ausführen.
Wird nun bei umlaufendem Linsenkranz 5 der von dem Mehrkantspiegel 9 reflektierte
Lichtstrahl 17 bei stillstehendem Mehrkantspiegel 9 unmittelbar betrachtet oder auf
einen Bildschirm geworfen, so wird das Bild der Blende 7 auf ein und dieselbe senkrechte
Zeile dreißigmal in jeder Zehntelsekunde abgebildet. Dreht sich nun der Mehrkantspiegel
9 mit, so reihen sich, waagerecht verschoben, dreißig Bildzeilen nebeneinander und ergeben
das gewünschte Bild.
Das Gerät ist über die Klemmen 18 an das eigentliche Empfangsgerät, also beispielsweise
an einen Radioempfänger, angeschlossen, an dem auch die Glimmlampe 1 liegt.
An die Bildstromleitung sind zwei Relais 13 und 14 über Siebketten geschaltet, die im
dargestellten Falle aus Kondensatoren 15 und bestehen.
Das Relais 14 ist in Reihe mit der Bildstromleitung geschaltet, jedoch für die über
der Bildwechselfrequenz liegenden höheren
Frequenzen durch den Kondensator 15 kurzgeschlossen, so daß nur die genannten tiefen
Frequenzen auf das Relais 14 einwirken können und somit der durch das Relais gesteuerte
Synchronmotor 10 im Takt mit der Bildwechselfrequenz läuft.
Das Relais 13 ist parallel in den Bildstromkreis geschaltet und liegt in Reihe mit einem
Kondensator 16, der die tiefen Frequenzen
to abdrosselt und nur die der Zeilenwechselfrequenz entsprechenden höheren Frequenzen
durchläßt so daß der durch das Relais 13 gesteuerte Synchronmotor 11 im Takte mit der
Bildzeilenfrequenz läuft.
Wird nun im Sender beispielsweise die Drehzahl der Nipkowscheibe erhöht, so erhöhen
sich auch die Zeilenwechselfrequenzen und Bildwechselfrequenzen, so daß im Empfänger
die Motoren 10 und 11 entsprechend schneller laufen und das Bild unverändert bestehen
bleibt.
Bleibt jedoch die Drehzahl der Nipkowscheibe im Sender die gleiche und wird statt
mit einer Nipkowscheibe von 30 Löchern mit einer solchen von 60 Löchern gesendet, so
wird nur die Bildzeilenfrequenz geändert, so daß nur der Linsenkranz 5 schneller läuft,
und zwar nicht mit 50, sondern mit 100 Umdrehungen pro Sekunde. Naturgemäß muß
dann in diesem Falle die Blende 7 verkleinert werden, um schwarze Streifen im Bilde zu
vermeiden. Diese Verkleinerung kann bei gleichzeitiger Beobachtung während des Betriebes
erfolgen, so daß eine ganz genaue Regelung möglich ist.
Claims (4)
- Patentansprüche:ι . Fernsehempfangseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß für die primäre und die sekundäre Bildzusammensetzung zwei voneinander unabhängige Vorrichtungen vorgesehen sind, derart, daß die Vorrichtung für die primäre Bildzusammenseteinem durch die Bildwechselfrequenz der Empfangs ströme gesteuerten Synchronmotor, die Vorrichtung für die sekundäre Bildzusammensetzung von einem durch die Zeilenwechselfrequenz der Empfangsströme gesteuerten Synchronmotor angetrieben wird.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der Antriebsmotor der primären Bildzusammensetzungsvorrichtungr zweckmäßig unter Zwischenschaltung von Relais, über eine Siebkette, welche die der Bildwechselfrequenz entsprechenden tieferen Frequenzen durchläßt und die höheren abdrosselt, als auch der Antriebsmotor der sekundären Bildzusammensetzungsvorrichtung gegebenenfalls über ein Relais und über eine Siebkette, welche die der Zeilenwechselfrequenz entsprechenden höheren Frequenzen durchläßt und die tieferen Frequenzen und gegebenenfalls die höheren Bildpunktfrequenzen abdrosselt, an die Empfangsleitung geschaltet ist.
- 3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und. 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zur sekundären Bildzusammensetzung als ein umlaufender Linsenkranz ausgebildet ist, dessen Achse senk-, recht steht zu der Schwingungs- oder Drehachse der primären Bildzusammensetzvorrichtung, welche ihrerseits im Falle der Zusammensetzung der aufeinanderfolgenden Bildzeilen in gleicher Richtung aus einem umlaufenden Mehrkantspiegel, im Falle der Abtastung der aufeinanderfolgenden Bildzeilen in abwechselnd umgekehrter Richtung aus einem schwingenden Spiegel besteht.
- 4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Strahlengang der primären Bildzusammensetzvorrichtung eine in der Größe veränderbare Lochblende angeordnet ist.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET37296D DE558480C (de) | 1929-07-24 | 1929-07-24 | Fernsehempfangseinrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET37296D DE558480C (de) | 1929-07-24 | 1929-07-24 | Fernsehempfangseinrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE558480C true DE558480C (de) | 1932-09-07 |
Family
ID=7559907
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET37296D Expired DE558480C (de) | 1929-07-24 | 1929-07-24 | Fernsehempfangseinrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE558480C (de) |
-
1929
- 1929-07-24 DE DET37296D patent/DE558480C/de not_active Expired
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