DE562811C - Verfahren zur vollstaendigen oder teilweisen Enthaertung von Wasser durch Faellung und dazu geeignete Vorrichtung - Google Patents
Verfahren zur vollstaendigen oder teilweisen Enthaertung von Wasser durch Faellung und dazu geeignete VorrichtungInfo
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- C02—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
- C02F—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
- C02F5/00—Softening water; Preventing scale; Adding scale preventatives or scale removers to water, e.g. adding sequestering agents
- C02F5/02—Softening water by precipitation of the hardness
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
29. OKTOBER 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 85b GRUPPE!
J. Krüger A/S in Kopenhagen
und dazu geeignete Vorrichtung
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. September 1929 ab
Die üblichen Verfahren zur vollständigen oder teilweisen Enthärtung von Wasser durch Fällung
der Härte in irgendeiner Form, am häufigsten als Carbonate, leiden an dem Mangel,
daß die Fällung eine beträchtliche Zeit erfordert, insbesondere wenn das Wasser kalt oder nur
wenig erwärmt ist. Bei dem bekannten Kalk-Soda-Prozeß erfordert die Fällung mit Kalkhydrat
z. B. wenigstens zwei Stunden. Infolgedessen müssen die Vorrichtungen, in denen die
Fällung vorgenommen wird, groß sein und sehr langsam von dem zu enthärtenden Wasser
durchströmt werden. Wenn diese Forderungen, wie es häufig geschieht, nicht innegehalten
werden, entstehen lästige Nachfällungen.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, diese Fällung dadurch zu beschleunigen, daß das
Wasser mit vorher gefällten Stoffen von ähnlicher i\.rt wie diejenigen, deren Fällung beschleunigt
werden soll, in Berührung gebracht wird. Durch die Berührung mit diesen Stoffen erfolgt die Fällung schneller, indem die Teilchen
des vorher gefällten Stoffes Kerne bilden, um die die neue Fällung sich anlagert, bis die
Teilchen eine gewisse Größe erreichen, bei der sie ihre Fähigkeit zur weiteren Förderung der
Fällung verlieren. Auch die Anwendung \ron
Kontaktstoffen in fein verteiltem, jedoch nicht gefälltem Zustande ist bekannt, aber die Anwendung
ist stets derart geschehen, daß die neue Fällung sich auf den zur Beschleunigung
der Fällung angewendeten Stoffen absetzte, wodurch diese nach und nach unwirksam wurden.
Auch die vorliegende Erfindung beruht auf der Anwendung von Stoffen, die durch ihre
Berührung mit dem mit Fällungsmitteln versetzten Wasser die Fällung und Ablagerung beschleunigen.
Diese Stoffe werden aber erfindungsgemäß auf eine ganz andere Weise verwendet. Es hat sich nämlich herausgestellt,
daß eine bloße Berührung während einer kurzen Zeit mit festen, im Wasser ganz oder wenigstens
fast ganz unlöslichen Stoffen, die imstande sind, die Fällung und Ablagerung zu beschleunigen,
genügt, um die Abscheidung auch dann zu beschleunigen, wenn sie erst eintritt, nachdem
das Wasser nicht mehr mit dem betreffenden Kontaktstoff in Berührung ist. Der Kontaktstoff
bildet bei diesem Verfahren keinen Kern für die Fällung. Die Abscheidung erfolgt vielmehr
erst in einem zweiten Behälter, und zwar in leichter filtrierbarer Form als ohne Anwendung
von Kontaktstoffen in der angegebenen Weise.
Auch die zu einer vollständigen Fällung nötige Zeit wird erheblich, beispielsweise auf
etwa ein Viertel der bei Nichtanwendung von Kontaktmaterial nötigen Zeit, verkürzt.
Beim vorliegenden Verfahren verfährt man demnach so, daß das ganz oder teilweise zu
enthärtende Wasser nach Zusatz von Fällmitteln zunächst in Berührung mit Stoffen gebracht
wird, die in an sich bekannter Weise die Fällung und Ablagerung fördern, und sodann
außer Berührung mit diesen Stoffen gebracht ίο wird, ehe die Abscheidung wesentlicher Mengen
des Bodensatzes stattgefunden hat.
Als Fällmittel werden Stoffe verwendet, die die Härtebildner oder auch nur deren Hauptteil
als Carbonate fällen, z. B. Kalk, Soda, Pottasche, kaustische Alkalien oder zwei oder mehr
dieser und ähnlicher Stoffe in Vereinigung.
Das Kontaktmaterial kann ebenso wie bei den erwähnten bekannten Verfahren aus einem
festen und im Wasser ganz oder wenigstens fast ganz unlöslichen Stoffe bestehen, z. B. Gesteine,
Schotter, Lava, Kunststeine,· Betonbrocken, deren Oberfläche und Poren mit einer Schicht
der nachstehend genannten, als Kontaktstoffe noch besser geeigneten Stoffen überzogen ist.
Dieser Überzug kann während der Verwendung dieser Stoffe als Kontakt in seither üblicher
Art ohne besondere anderweitige Behandlung aufgebracht werden. Am vorteilhaftesten jedoch
wird ein mit den zu fällenden Stoffen chemisch verwandter Stoff als Kontakt verwendet. Es
kommen namentlich Carbonate in Betracht, z. B. Kalkstein,' Marmor, Dolomit, Eisenspat
und andere Carbonatminerale und -gesteine. Bei einer Fällung, die im wesentlichen aus
Calciumcarbonat besteht, wie beim Kalk-Sodaverfahren oder anderen gewöhnlichen Fällungsverfahren,
läßt man das mit Kalkhydrat und etwas Soda gemischte Wasser durch eine Schicht von Marmorschotter, Kalksteinstücken oder
anderen als Kontaktstoffe wirkenden Stoffen strömen. Die Stücke können beispielsweise die
Form von Würfeln mit 10 mm Kantenlänge haben; die brauchbaren Formen und Größen
liegen jedoch innerhalb weiter Grenzen. Diese Grenzen werden nach oben dadurch bestimmt,
daß jeder Teil des Wassers beim Durchgang durch das Kontaktmaterial in Berührung hiermit
kommen muß, und nach unten dadurch, daß das Kontaktmaterial nicht filtrierend wirken darf. Die Erfahrung zeigt nämlich, daß,
wenn der gebildete Bodensatz Gelegenheit bekommt, sich auf dem Kontaktmaterial abzulagern,
dieser allmählich unwirksam wird. Erfindungsgemäß läßt man daher das Wasser so schnell durch das Kontaktmaterial strömen,
daß keine oder nur eine geringe Ablagerung von Bodensatz stattfindet, ehe das Wasser zur Ruhe
in einem Absitzbehälter gelangt.
Die Erfindung läßt sich leicht unter Verge Wendung der bekannten Wasserreinigungsvorrichtungen,
bei denen die Härte des Wassers durch Zusatz von Kalk und/oder anderen Chemikalien
entfernt wird, ausführen, indem der Behälter mit dem Kontaktmaterial zwischen die Dosiervorrichtung und den Behälter, in dem
der Niederschlag sich absetzt, eingeschaltet wird. Hierdurch wird erreicht, daß der genannte
Behälter bedeutend kleiner sein darf oder daß die Leistungsfähigkeit einer gegebenen Vorrichtung
gesteigert wird gegenüber dem Verfahren, ohne vorherigen Kontakt zu arbeiten. Es ist schon bekannt, freie Kohlensäure dadurch
aus Wasser zu entfernen, daß man das Wasser durch einen Behälter mit Marmor füllung
strömen läßt. Dieses bekannte Verfahren hat aber keine Berührungspunkte mit der vorliegenden
Erfindung, da die bei jenem Verfahren bewirkte Kohlensäurebindung keine Enthärtung
ist, sondern im Gegenteil die Härte des Wassers vergrößert, während die vorliegende Erfindung
nur in Verbindung mit Verfahren zur vollständigen oder teilweisen Enthärtung von Wasser
Verwendung findet.
Ausführungsbeispiel
In einer Kalk-Sodareinigungsanlage mit einer Dosiervorrichtung, durch die Kalkwasser sowie
Sodalösung dem durchströmenden Wasser in einem Mischbehälter zugeführt wurden und
deren Fällungsbehälter einen Absatzraum von 20 m3 aufwies, wurden in der Stunde 10 m3
Wasser enthärtet. Die Analyse des Wassers hatte folgende Zahlen ergeben:
Totalmenge fester
Stoffe bei 100 0C... 41,60 %oon
Kalk 14.40 -
Magnesium 2,45 -
Chlor 3,90 -
Schwefelsäure (wasserfrei berechnet) 3,26 -
Totalmenge Kohlensäure 25,52 -
Hiervon frei und halbgebunden ...' 14,08 -
Totale Härte des Was- 10S
sers 17,8 deutsche Grade
Hiervon permanent .. 3,1
temporär.... 14,7 - - .
Die Reinigung dieses Wassers bei gewöhnlicher Temperatur erforderte 18,2 °/o000 Teile Kalk und
5,80 °/0000 Teile Na2CO3. Die Aufenthaltszeit des
Wassers im Fällungsraum betrug 2 Stunden. Die Anlage arbeitete hierbei mit voller Leistungsfähigkeit.
Bei wesentlicher Erhöhung der durchgehenden Wassermenge, so z. B. auf 20 m3 in
der Stunde, traten sehr störende Nachfällungen auf. Vom Fällbehälter ging das Wasser in üblicher
Weise durch ein Nachfilter. Die Härte des Wassers nach der Behandlung betrug etwa
bis 6 deutsche Härtegrade.
Um die Leistungsfähigkeit dieser Anlage zu
erhöhen, wurde zwischen dem Mischungsbehälter und dem Fällungsraum ein Behälter von 950 mm
Durchmesser eingebaut, der in etwa 1 m Höhe mit Marmorscherben gefüllt war. Der Fällungsbehälter
und das Nachfilter wurden unverändert gelassen, es mußten jedoch bedarfsweise die
Dosierungsanordnungen und die Leistungen des Kalksättigers erhöht werden. In der Anlage
konnten nun mindestens 40 m3 pro Stunde mit
to einer Durchströmungszeit im Marmorbehälter
von etwa 1 Minute und einer Aufenthaltszeit im FäUungsbehälter von 1Z2 Stunde behandelt werden.
Der gebildete Bodensatz war leichter filtrierbar. Wegen der größeren Bodensatzmengen
!5 war es aber erforderlich, das Nachfilter etwas
häufiger zu spülen. Die zugesetzten Chemikalienmengen blieben unverändert. Die Härte
des behandelten Wassers ist bis auf 3,5 bis 4 deutsche Härtegrade erniedrigt. Nach einem
Betrieb von 2 Monaten hatte-sich keine Spur von Nachausfällung in den mit dem Wasserreiniger
verbundenen Rohren und Apparaten gezeigt.
Der Marmorbehälter war zu periodischer, kräftiger Rückspülung eingerichtet und konnte
leicht in unverändert wirksamem Stand ohne Verminderung des wirksamen Durchströmungsquerschnittes
bzw. ohne Erhöhung des Durchströmungswiderstandes in Betrieb gehalten werden. Der bei weitem überwiegende Teil des
Bodensatzes fand sich sowohl in der veränderten als auch in der ursprünglichen Anlage im Fällungsbehälter
und im Nachfilter vor.
Claims (3)
1. Verfahren zur vollständigen oder teilweisen Enthärtung von Wasser durch Fällung,
bei dem das Wasser nach Zusatz von Fällmittelmengen, die genügen, um die gesamte
Menge oder den Hauptteil der Härtebildner als Carbonate abzuscheiden, in Berührung
mit körnigen oder stückigen Stoffen gebracht wird, die die Ausscheidung von Carbonaten beschleunigen, dadurch gekennzeichnet,
daß das Wasser außer Berührung mit den zur Förderung der Ausscheidung verwendeten Stoffen gebracht wird, ehe ein
wesentlicher Teil der Fällung sich auf ihnen abgelagert hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Kontaktkörper ein
in Korn- oder Stückform vorliegendes unlösliches Carbonat, z. B. Marmor oder Kalkstein,
verwendet wird.
3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet
durch einen zwischen die Dosiervorrichtung und den Fällbehälter der bekannten Wasserreinigungsvorrichtungen eingeschalteten
Behälter mit Kontaktmaterial.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DK562811X | 1929-05-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE562811C true DE562811C (de) | 1932-10-29 |
Family
ID=8151399
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK116802D Expired DE562811C (de) | 1929-05-23 | 1929-09-28 | Verfahren zur vollstaendigen oder teilweisen Enthaertung von Wasser durch Faellung und dazu geeignete Vorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE562811C (de) |
-
1929
- 1929-09-28 DE DEK116802D patent/DE562811C/de not_active Expired
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