DE56363A - Löschgranate als Handspritze benutzbar - Google Patents
Löschgranate als Handspritze benutzbarInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 61: Rettungswesen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 28. Mai 1890 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf eine sogen. Löschgranate, die mit einer Löschwirkung ausübenden
chemischen Flüssigkeit gefüllt ist und in das Feuer geworfen wird, so dafs durch
Zertrümmerung der Granate die Löschflüssigkeit zur Wirkung kommt. Die Erfindung hat
den Zweck, diese Granaten so einzurichten, dafs sie als Handspritzen benutzt und wiederholt
gebraucht werden können, sofern sie nicht durch das Werfen in das Feuer zertrümmert
worden sind.
Auf der Zeichnung ist:
Fig. ι zum Theil Ansicht, zum Theil Verticalschnitt
durch die als Handspritze benutzbare Löschgranate,
Fig. 2 ein mittlerer Längsschnitt durch den oberen Theil derselben in gröfserem Mafsstabe.
Fig. 3 und 4 sind Einzeldarstellungen der Kolbenstange und des Kolbens und Fig. 5 ist
ein Schnitt durch den unteren Theil der Granate von etwas geänderter Einrichtung und
in kleinerem Mafsstabe.
Die Granate besteht aus dem die chemische Flüssigkeit aufnehmenden Cylinder 1 aus Glas
oder anderem leicht zerbrechlichen Material, das zur Erleichterung der Zertrümmerung bei
2 geschwächt werden kann. Der Cylinder ist an seinem oberen und unteren zusammengezogenen
Ende unter Verwendung von eingelegten Dichtungsscheiben 4, 15 dicht geschlossen
und der mit Gewinde versehene Halsansatz des oberen Deckels nimmt einen
gleiches Gewinde tragenden Stöpsel 6 auf, der als Handhabe für die in dem Stöpsel befestigte
Kolbenstange 10 dient. Nahe dem unteren Ende trägt die Kolbenstange den aus zwei
verbundenen gebogenen Scheiben bestehenden Kolben, welcher sich durch die eingelegte
Scheibe 9 aus Leder, Filz, Gummi oder einem anderen elastischen Material in dem Cylinder 1
dicht führt. Die Verbindung zwischen der Kolbenstange 10 und dem Kolben ist eine
lösbare und erfolgt durch federnde Halter 16 der Kolbenstange, welche sich auf die obere
Kolbenscheibe legen. Am unteren Ende der Stange ist eine Hülse 11 angeschraubt, in welcher
ein Pflock 12 steckt, der zum Verschlufs der düsenartigen Oeffnung 13 des unteren Verschlufsdeckels
14 dient, wenn die Granate nicht benutzt . wird. Für die Aufbewahrung
der Granate wird, nachdem der Kolben vollständig gehoben worden (Fig. 2), die Verbindung
zwischen Kolbenstange 10 und Kolben durch Zusammendrücken der federnden Halter 16
gelöst und die Kolbenstange nach unten durch den Kolben hindurchgetrieben, so dafs der
Pflock die Düse 13 schliefst, welcher Verschlufs durch Einschrauben des Griffstöpsels in den
Hals des Deckels 5 gesichert wird. Soll die Granate als Handspritze benutzt werden, so
wird unter Umkehrung des Cylinders, so dafs die Düse 13 nach oben gerichtet ist, der Griffstöpsel
6 gelöst und die Kolbenstange 10 zurückgezogen, bis die federnden Halter 16
hinter den Kolben treten, durch dessen Vordrücken dann der Cylinderinhalt durch die
Düse 13 strahlenförmig abgegeben wird. Ist für die Vornahme dieser Hantirungen keine
Zeit, d. h. soll die Granate als solche zur Wirkung gebracht werden, so wird 'dieselbe
bei Lage des Kolbens in dem oberen Cylinderende (Fig. 2) und bei durch den Stöpsel 12
der Kolbenstange verschlossener Austrittsdüse ι 3
in das Feuer geworfen, so dafs der Cylinder 1 zerbricht, und die aus Alaun und kohlensaurem
Ammoniak oder einem anderen bekannten Löschmittel bestehende Flüssigkeit sich auf die
Flamme verbreitet.
Bei der in Fig. 5 dargestellten geänderten Construction dienen die federnden Halter 161
der Kolbenstange io1 zum Halten eines Kolbens
aus Glas, um ein Rosten desselben zu verhindern. Dieser Kolben hat am Umfang eine
Nuth zur Aufnahme eines Packungsrohres 91
aus elastischem Stoff. Der Verschlufsstöpsel für die Austrittsdüse hat hier eine kegelförmige
Ausbildung, welcher Form auch die Austrittsdüse 13 1 mit der Packungsdüse 15* entspricht.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:
Eine als Handspritze benutzbaresogen.Löschgranate, bei welcher die Kolbenstange (10) mit dem Kolben in lösbare Verbindung gebracht ist und am unteren Ende einen Verschlufspflock (12) für die Austrittsdüse (13) des Cylinders trägt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE56363A true DE56363A (de) |
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