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Vorrichtung zum Reduzieren von pulverförmigen Erzen, insbesondere
Eisenerzen Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reduzieren von pulverförmigen
Erzen, insbesondere Eisenerzen, unter Aufrechterhaltung von Unterdruck in einer
von außen beheizten, im wesentlichen gasdichten, metallischen, drehbaren Retorte.
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Um eine gleichförmige Reduktion und reines Metall zu erhalten, ist
es notwendig, die Retorte gleichmäßig zu beheizen, die Erze gleichmäßig durch die
Retorte zu befördern und die Retortenwände gasdicht abzuschließen. Bei den bekannten
Ausführungen wird die Retorte unmittelbar mit Brennern beheizt, wodurch eine gleichmäßige
Erhitzung der Retorte unmöglich ist. Auch in den verbesserten Anlagen, in welchen
nicht die Flamme, sondern die Heizgase die Retortenwände bestreichen, ist eine gleichmäßige
Erhitzung der Retortenwände nicht möglich.
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Um einen gasdichten Abschluß der Endwände der Retorte herzustellen,
wurde ein Abdichten durch Stopfbüchsen versucht, wobei sich die Endwände der Retorte
mit dieser drehen. Diese Stopfbüchsen lassen eine Ausdehnung der Retorte bei Erwärmung
nicht zu. Ferner ist es bei einer derartigen Ausbildung auch schwer, das Arbeitsgut
laufend einzubringen, ohne die Druckverhältnisse in der Retorte zu ändern.
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Um eine gleichmäßige Förderung des Arbeitsgutes durch die Retorte
zu gewährleisten, ohne daß die pulverförmigen Erzteilchen von dem abziehenden Gasstrom
mitgenommen werden, teilte man die Retorte durch Querwände in mehrere Abteilungen.
Dabei wird das Gut beim Drehen der Trommel in offenen Taschen emporgehoben, aus
denen es auf einer schrägen Platte in die nächste Abteilung fällt. Da die einzelnen
Kammern durch die Taschen gegeneinander offen sind, so herrschen in der ganzen Retorte
im wesentlichen die gleichen Arbeitsverhältnisse.
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Um ein möglichst reines Metall durch Reduktion zu erhalten, ist gemäß
der Erfindung die Retorte in mehrere gasdicht gegeneinander abgeschlossene Abteilungen
zum Zwecke der Reduktion in mehreren Stufen bei verschiedenen Temperatur- und Druckbedingungen
unterteilt. In den feststehenden Endwänden sind auf Führungsbolzen Abdichtungsringe
angeordnet, die nachgiebig durch die Führungsbolzen umgebende Federn gegen die Endflächen
der drehbaren Retorte gedrückt werden, wobei die Führungsbolzen zwecks Zuführung
eines Schmiermittels zur Reibungsfläche der Abdichtungsringe hohl sind. Die Querwände
zwischen den einzelnen Abteilungen und an den Enden der Retorte besitzen zur Förderung
des Arbeitsgutes im unteren Teil eine üffnung zum Füllen von an sich bekannten kreisförmigen
Taschen, während von den Platten getragene Trommeln
im oberen Teil
eine öffnung zum Entleeren der Taschen in die nächste Kammer bzw. außerhalb der
Retorte haben. Diese Anordnung verhindert das Durchdringen von Gas und Luft durch
die OOuenvände. Um die Retorte ist eine Anzahl im Abstand voneinander befindlicher,
ringförmiger Heizkörper angeordnet, die mit einer dünnen Hülle aus feuerbeständigem,
wärmeausstrahlendem Stoff umkleidet sind und in denen ein zugeführtes Gasluftgemisch
mit an sich bekannter flammenloser Oberflächenverbrennung verbrennt und die Retorte,
ohne sie zu berühren, hauptsächlich durch Wärmestrahlung heizt. Ferner ist eine
Anzahl Leitungen angeordnet, welche einzeln an Saugpumpen angeschlossen sind und
zu bestimmten Stellen der Retorte führen zwecks zwangsläufiger Entfernung der darin
befindlichen Gase. Diese Leitungen liegen innerhalb eines durch die Retorte laufenden
Rohres, das in den Endwänden fest gelagert ist und außerdem die auf ihr angebrachten
Querwände der Retorte dreht. Die feststehenden Endwände haben in bekannter Weise
mit feuerbeständigem Stoff ausgefütterte Trommelteile, die durch die Abdichtungsringe
hindurchragen und das durch die hohlen Führungsbolzen zugeführte Schmiermittel gegen
zu starke Erwärmung schützen.
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Durch die gleichmäßige Beheizung durch Wärmestrahlen, durch den gasdichten
Abschluß der Retortenwände, durch die Unterteilung der Kammern in mehrere Stufen
bei verschiedenen Temperatur- und Druckbedingungen sowie durch schnelles Absaugen
der entstehenden Gase erhält man ein Metall großer Reinheit, weil keine sekundären
Reaktionen mit den Gasen stattfinden. Die Gase stören nicht den Verlauf der Reduktion,
noch verändern sie die Metalle an der Oberfläche. Es ist möglich, die Reduktion
auch bei niedrigen Temperaturen vorzunehmen, und man erhält ein reines, fein verteiltes
Metall in einem Bruchteil der Zeit, die bisher für den Prozeß unter den besten Bedingungen
erforderlich war.
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In der Zeichnung ist: Abb. i ein senkrechter Längsschnitt durch die
Vorrichtung, Abb. 2 ein Querschnitt nach der Linie 2-2 der Abb. i, w Abb. 3 ein
ähnlicher Schnitt nach der Linie 3-3 der Abb. i, Abb. 4 eine abgebrochene Ansicht
der Ableitungsröhren für das Gas in der Retorte in vergrößertem Maßstab, Abb. 5
ein Schnitt nach der Linie 5-5 der Abb. 4, Abb. 6 ein senkrechter Schnitt nach der
Linie 6-6 der Abb. i, Abb. 7 ein Schnitt durch- die.Retorte mit Heizmitteln im Schnitt
gezeigt, Abb. 8 ein senkrechter Schnitt durch eine abgeänderte Ausführungsform eines
Heizringes, Abb.9 ein senkrechter Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines
Heizringes, Abb. io ein senkrechter Schnitt nach der Linie 13-13 der Abb. 9, Abb.
i i eine Ansicht einer abgeänderten Anordnung der Heizringe, Abb. 12 ein senkrechter
Schnitt durch die Retorte, Abb. 13 ein Schnitt nach der Linie 16-16 der Abb. 12,
Abb. 14 ein anderer senkrechter Schnitt durch die Retorte und ' Abb. 15 ein Schnitt
nach der Linie 18-i8 der Abb. 14.
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Die Anlage 2o besitzt eine in einem Ofen 24 angeordnete Retorte 21
von zylindrischer oder anderer Form, die drehbar und etwas schräg gelagert ist,
um das Arbeitsgut von dem Einlaßende 22 nach dem Auslaßende 23 zu fördern. Sie besteht
vorzugsweise aus einer Chromstahllegierung. Dieser Stoff ist jedoch nicht Gegenstand
der Erfindung. Der Ofen besitzt eine längliche Kammer 25, die durch feststehende
Endplatten 26, 27 abgeschlossen ist. Die Wände des Ofens bestehen aus feuerbeständigen
Ziegeln oder ähnlichem Stoff und die Endplatten aus isoliertem Metall. Die Endplatten
26, 27 der Retorte sind gegen die drehbare Retorte in solcher Weise abgedichtet,
daß Änderungen in der Form der Retorte und der damit zusammenarbeitenden Teile ermöglicht
werden.
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Die Abdichtungsvorrichtung besteht an jedem Ende aus einem Flansch
28, der fest mit der Retorte verbunden ist. Er sitzt auf einem Ring 2,811, der aus
Lagermetall, wie Phosphorbronze, besteht und eine verhältnismäßig große Lagerfläche
besitzt. Er wird von einem ringförmigen, nicht drehbarem, frei schwebenden Abdichtungsring
29 unterstützt, der wiederum durch eine Anzahl beweglicher Führungen 29a in der
feststehenden Endwand der Retorte getragen wird. Die Führungsbolzen 29a gehen durch
den Abdichtungsring 29 hindurch und wirken mit der Lagerfläche zusammen. Sie sitzen
verschiebbar in den Enden der Retorte. Die Enden der röhrenförmigen Führungsbolzen
29a befinden sich in den Gehäusen 29U an den Außenseiten, der Endwände. Innerhalb
der Gehäuse befinden sich Federn 29c, die auf Scheiben 29d wirken und die Abdichtungsringe
29 nachgiebig gegen den Lagerring 28a drücken. Durch die Schmierbüchsen 29e wird
ein Schmiermittel, wie Graphit, der Lagerfläche zugeführt, Um Überhitzung des zähflüssigen
Schmiermittels
zu vermeiden, werden die Lagerringe 29 hohl ausgeführt und durch Wasser gekühlt.
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Um die Abdichtungsringe und die feststehende End;@-and zu verbinden,
werden irgendwelche Mittel nachgiebiger Art verwendet, die flüssigkeitsdicht sind
und eine begrenzte Bewegung in Längsrichtung zur ketorte ausführen können. Sie bestehen
vorzugsweise aus einem Ring 3o aus wärmebeständigem Stoff, wie z. B. Asbest. Dieser
Ring ist in dem Abdichtungsring 29 befestigt und ragt über diesen hinaus und steht
mit der Endwand der Retorte in Berührung. Für diesen Zweck ist an der Endwand ein
passender Sitz in Form eines ringförmigen Flansches 31 vorgesehen. Die Endwände
26, 27 der Retorte sind zur Vermeidung von Wärmeverlust isoliert und dienen gleichzeitig
dazu, die Abdichtungsmittel gegen Wärme zu schützen. Der Flansch 31
ist von kleinerem Durchmesser als die Retorte und von genügender. Breite, um in
die Retorte hineinzuragen. In dem Flansch befindet sich Isolierstoff 31a.
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Außerhalb der Retorte ist an ihrem einen Ende ein Rad 32 angebracht,
das von einer Kraftduelle angetrieben wird und die Retorte mit gleichmäßiger Geschwindigkeit
dreht. Zur drehbaren Unterstützung derselben sind in bestimmten Abständen der Retorte
Unterstützungsmittel, z. B. Schienen 33, und mit diesen zusaminemvirkende Rollen
3311 angeordnet.
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Die Enden 21a der Retorte werden durch radial sich erstreckende Flügel
35 in mehrere kreisförmige Taschen 37, 38 unterteilt, die Fördermittel darstellen.
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Diese flügelartigen Teile enden in Längsrichtung der Retorte gegen
innen zu bei 39 und gegen die Achse zu bei 40. Bei 39 sind diese Fördertaschen durch
feststehende Scheiben 36 abgeschlossen. Ein leichter Spielraum ist zwischen den
Scheiben und den radialen Taschenwänden 3 5 belassen. Die Taschen der Fördermittel
37, 38 werden bei 4o durch zylindrische Verschlußglieder4z bzw.42 abgeschlossen.
Letztere sind auf einer feststehenden Röhre 43 festgemacht. Die Röhre läuft in der
Mitte durch die Retorte und ist in ihren Enden an, den, Flanschen 44 der Endplatten
befestigt. Die Verschlußglieder 41, 42 können auch unmittelbar an den Endplatten
befestigt sein. Jedes der Glieder 4r, d.2 wird von einer der Scheiben 36 unterstützt,
durch die sich das Rohr 43 erstreckt. Am oberen Teil hat das Glied 41 eine Öffnung
46, welche die Verbindung zwischen einer oberen Fördertasche und einer schräg nach
unten durch die Endplatte 26 hindurchgehenden Gleitbahn herstellt. Der untere Teil
des Gliedes 41 hat eine Öffnung 48 in der Scheibe 36, welche die Verbindung mit
den Fördertaschen vermittelt. Das Arbeitsgut in der Retorte ist bestrubt, durch
die öffnung ¢8 in eine untere Tasche der Fördervorrichtung 37 zu gelan-und wird
von dieser Tasche bei Drehung der Retorte nach oben um den Verschluß 41 herum gehoben,
bis die Tasche in Deckung mit der Öffnung 46 tritt, worauf das Arbeitsgut aus der
Tasche auf die Gleitbahn 47 fällt. Es findet also durch die Drehung der Tasche eine
fortlaufende Bewegung des Arbeitsgutes durch die Retorte statt. Am Einlaßende der
Retorte ist ein Trichter 52 angeordnet, dessen unteres Ende sich durch eine Öffnung
des Verschlußgliedes 42 erstreckt, so daß das Gut von der Endwand 27 getrennt ist
und nach vorwärts bewegt wird. Der Trichter 52 kann unmittelbar in die Retorte durch
die Gleitbahn 53 entladen werden.
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Um ein Durchsickern des Arbeitsgutes aus den Fördervorrichtungen 37
, 38 zu v erhindern, ist ein Ring 61 zwischen den Verschlußgliedern 41 bzw. 42 vorgesehen,
welcher längs seines äußeren Umfanges an der Retortenwand befestigt ist. Auf diese
Art wird eine ringförmige Tut 6ra geschaffen, in deren unterem Teil sich etwa durchsickerndes
Arbeitsgut ansammelt. In einem richtig konstruierten Ofen ist dieses Durchsickern
vernachlässigend klein.
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Die Retorte 21 ist in eine Anzahl hintereinanderliegender Kammern
56 bis 59 durch eine Anzahl Querwände 55 unterteilt, wobei die Querwände Fördermittel
darstellen und entsprechend den Fördervorrichtungen 37, 38 ausgebildet sind. Jede
der Teilwände schließt eine Scheibe 6o ein, die an der Wand der Retorte befestigt
ist und eine Anzahl radialer Wände Goa mit freien Kanten 63, 64 besitzt. Die Kanten
63 liegen nach der Achse zu und die Kanten 64 nach dem Einlaß zu. Durch diese radialen
Wände wird eine Anzahl Fördertaschen 55a (Abb. 2) gebildet,. die konzentrisch zur
Retorte liegen. An den Kanten 63, 64 werden die Fördertaschen durch Verschlußglieder
abgeschlossen, welche je eine Scheibe 66 einschließen, die auf der feststehenden
Röhre 43 vorgesehen ist und mit den freien Kanten 64 zusammenwirkt. Jede Scheibe
66 trägt zum Abschließen der Taschen eine zylindrische Trommel 67, die mit den Kanten
63 zusammenwirkt und oben eine Öffnung 68 für die Entleerung der Taschen besitzt.
Jede Scheibe hat eine untere Einlaßöffnung 69, durch welche das Arbeitsgut in eine
untere Tasche der Fördervorrichtung 5.5a gelangt und bei Drehung der Retorte nach
oben über die Trommel 67 gehoben wird, bis es aus der obersten Lage durch die Öffnung
68 nach unten auf die schräge Förderbahn fällt und in die nächste Kammer
übertritt.
Es wird also am Ein- und Auslaßende der Retorte sowie bei den Zwischenwänden 55
eine zwangsläufige Bewegung des Arbeitsgutes gesichert unter Bedingungen, welche
das Durchdringen von Luft oder Gas weitgehend verhindern.
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Um weiterhin einen luftdichten Abschluß der Retorte herzustellen,
sind die Gleitbahnen 47 und 53 je mit einer Anzahl im Abstand befindlicher Schwingklappen-74
72 versehen, die durch beliebige Mittel untereinander verbunden sind. Die Schwingklappen
sind so angeordnet, daß sie zur Verhinderung des Luftzutritts die Durchgänge abwechselnd
öffnen und schließen.
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Innerhalb der Röhre q.3 läuft eine Anzahl Röhren 73 bis 76, von denen
jede mit einer der Abteilungen 56 bis 59 durch die Wand der Röhre 43, welche durch-
Teilwände 77 entsprechend den Kammern 56 bis 59 unterteilt ist, in Verbindung steht:
Zur Herstellung einer Verbindung zwischen den. Röhren und den Retortenkammern hat
die Röhre 43 Öffnungen 78 in der dem Arbeitsgut abgelegenen Wand, wie in Abb. 5
gezeigt, um zu verhindern, daß Teilchen des Arbeitsgutes in die Röhre ,.3 gesaugt
werden. Die Röhren 73 bis 76 können in beliebiger Weise, z. B. übereinander, entlang
einer Seite innerhalb der Röhre 43, angeordnet sein.
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Außerhalb der Retorte stehen diese Röhren mit einzelnen Saugpumpen
8o bis 83 in Verbindung, die von beliebiger Konstruktion sein können und zur Verminderung
des Druckes in der Retorte bzw. in den Retortenkammern dienen. Durch diese Anordnung
kann ein Druckgefälle in der Retorte aufrechterhalten werden mit Drücken, die oberhalb
oder unterhalb des atmosphärischen Druckes liegen und in den aufeinanderfolgenden
Kammern 56 bis 59 verschieden sind.
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Zum Erwärmen der Retorte ist eine Anzahl im Abstand voneinander befindlicher
Heizzonen in der Ofenkammer vorgesehen, welche kreisförmig um die Retorte verlaufen.
Die Zonen haben die Form im Abstand voneinander befindlicher Ringe, wobei die Breite
der Ringe und der Abstand veränderlich sind, um ein gewünschtes Temperaturgefälle
aufrechtzuerhalten. Diese Heizflächen oder -zonen aus feuerbeständigem, wärmeausstrahlendem
Stoff sind besonders für gleichmäßige Wärmeausstrahlung geeignet, wobei es gleichgültig
ist, ob die Wärme von außen oder innen diesen Zonen zugeführt wird. Da die Zonen
Ringform aufweisen, kann irgendeine Retortenkammer oder ein Teil einer Kammer ringsherum
gleichmäßiger Temperatur durch Wärmestrahlung und Wärmeleitung ausgesetzt werden.
Dieses Ergebnis wird weiterhin durch Drehung der Retorte begünstigt. Da die Gase
zwangsläufig aus der Retorte entfernt werden, wird die Erwärmung des Gutes durch
Wärmestrahlung verbessert.
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Jede Zone 9o schließt einen Ring 91 ein, welcher in die Wand des Ofens
eingesetzt ist oder in die Kammer 56 desselben ragt. Die Ringe bestehen aus einer
porösen Masse eines feuerbeständigen. Stoffes und sind an der Außenseite gasdicht.
Es können z. B. Stücke 92 aus Karborundum und Zirkon oder Graphit in einer gasdichten
Wand aus feuerbeständigem Stoff eingeschlossen sein. Zweckmäßig werden die Stücke
mit einem Bindemittel, wie Teer, gemischt und dann zu einem Ring geformt und bei
einer Temperatur gebrannt, welche höher liegt als diejenige, welcher der Ring ausgesetzt
wird. Dabei werden die Kohlenwasserstoffe des Bindemittels verflüchtigt, so daß
ein stark poröser, hitzebeständiger Körper entsteht. Die Risse an den Flächen des
Ringes werden mit feuerbeständigem Stoff ausgefüllt, um glatte Flächen zu liefern.
Schließlich können: die Außenflächen des Ringes glasiert werden, um sie gasdicht
zu machen. Die Fläche 93 des Ringes, die in Berührung mit der Ofenwand, steht, kann
unglasiert bleiben und wird dann gegen die Ofenwand, abgedichtet. Die Glasur kann
durch Zement an irgendeiner Stelle verstärkt werden, wenn besondere Druckverhältnisse
vorliegen.
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Der untere Teil des Ringes 93 hat eine Vertiefung 95 (Abb. 2) mit
gegenüberliegenden Wänden 96. Diese Vertiefung steht in; Verbindung mit der Brennerdüse
97. Letztere liefert luftgemischtes Gas in richtigem Verhältnis durch die gegenüberliegenden
Teile 92a des Ringes. Die Düsen können Teile eines einzelnen Brenners 98 sein. Um
den Brenner in dem Ring dicht abzuschließen, wird hitzebeständiger Zement 99 benutzt,
der von einem Block Zoo unterstützt wirrt, welcher auf einer Platte 1o1 ruht.
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Die Verbrennungsgase treten durch die Öffnungen 117 in den oberen
Teil des Ofens. Diese Öffnungen befinden sich zwischen benachbarten Ringen und stehen
mit einer Umlaufleitung 117a in der Ofenwand in Verbindung. Mit Hilfe dieser Leitung
werden die Verbrennungsprodukte dem Einlaßende der Retorte zugeführt, wo sie die
Retorte spiralförmig umspülen, da, dieser Teil des Ofens nicht mit Heizringen ausgerüstet
ist. Auf diese Weise wird ein Temperaturgefälle erhalten, das für die Reduktion
von Mineralien wünschenswert ist. Die spiralförmige Führung der Gase wird durch
segmentartige Platten 118, 11811 hervorgerufen, die im oberen und unteren Teil der
Ofenkammer zwischen der Wand des Ofens und der Retorte angeordnet sind. Um ein Mischen
der
Gase in den, spiralförmigen Führungen iig und in den Heizringen
zu verhindern, hat die Retorte eine Anzahl ringförmiger Rippen 120, die in entsprechende
Vertiefungen der Ofenhand reichen. Ein ähnlicher Flansch 122 ist am Einlaßende der
Retorte vorgesehen, um das Eindringen von Luft in die Ofenkammer und eine Oxydation
des Gutes in der Retorte zu verhüten. Von den spiralförmigen Führungen strömen die
Verbrennungsprodukte nach, dem Auslaß 123.
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In Abb. 8 ist eine abgeänderte Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Dort sind die Ringe so angeordnet, daß die verbrauchten Gase an. einen Punkt abgegeben
werden, wo die Temperatur der Gase genügend gefallen ist, so daß den Ringen Wärme
nicht mitgeteilt werden kann. Der Ring gia hat Öffnungen oder ist bei gib zwischen
seinen oberen und unteren Teilen nicht glasiert. Die verbrauchten Gase, welche die
Ringe bei gib verlassen, ziehen durch Kanäle 2.1a in der Wand des Ofens 24 ab und
von da außerhalb der Ringe in den Auslaß 117. Die Kanäle 24a können durch die Ringe
selbst abgeschlossen werden. In diesem Falle erwärmen die abziehenden Gase die oberen
Seitenteile 24b des Ofens, wodurch sie den Wärmeverlust durch Strahlung vermindern
und eine sehr gleichmäßige Erwärmung der Retorte 21 ermöglichen.
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In den Abb. g und io ist eine weitere Anordnung der Ringe gi gezeigt.
Die äußere Form 1.15 schließt einen: röhrenförmigen Teil 146 aus feuerbeständigem
Stoff ein, der unten erweitert ist und eine Umhüllung 147 darstellt. Oben besitzt
der Teil 146 die Form eines Ringes i-1.8, welcher die heißen Verbrennungsprodukte
von der Kammer 147 um die Retorte führt, um sie durch die Öffnungen 149 austreten.
zu lassen, von wo sie durch Kanäle 115 in die Umlaufleitung 117 strömen. Die Kammer
147 ist unten bei i 5o offen zwecks Aufnahme eines hohlen Ziegels I5 i. Letzterer
ist unten offen, und sein oberes geschlossenes Ende 152 befindet sich im Abstand
von der inneren Wand 153 des röhrenförmigen Teiles. In dem hohlen Ziegel 151 befindet
sich ein Brenner 15q., der eine Anzahl gegenüberliegender Düsen 155 hat, die in
einer Ebene im rechten Winkel zu der Achse des röhrenförmigen Teiles 145 liegen.
Eine Platte i 5q aus feuerbeständigem Stoff, die auf einer Platte 159a ruht, dient
zur Unterstützung des hohlen Ziegels und schließt zu gleicher Zeit den Boden des
röhrenförmigen Teiles 1.15 ab. Das röhrenförmige Glied 145, das auch den hohlen
Ziegel 151 einschließt, ist zweckmäßig mit porösem, feuerbeständigem Material 16o
gefüllt. Diese Füllung kann aus Stücken bestehen, auf welche das durch die Öffnung
156 hindurchgeblasene Gasluftgernisch auftrifft, so daß es mit Oberflächenverbrennung
verbrennt. Die Stückgröße der feuerfesten Füllung i6o wird entsprechend der nötigen
Durchlaßgeschwindigkeit und zum Zwecke eines guten Temperaturausgleichs in: dem
röhrenförmigen Glied 145 vorher bestimmt. Es kann z. B. der Raum 161 unmittelbar
um den Hohlteil 151 herum mit kleinen Stücken bepackt sein, um eine örtliche durchgreifende
Oberflächenverbrennung herbeizuführen. Größere Stücke können zum Ausfüllen des übrigen
Raumes des röhrenförmigen Gliedes benutzt werden. Diese schaffen genügend Zwischenraum,
so daß der Gasfluß nicht durch Reibung unnötig behindert wird. Sollte die innere
Wand 153 etwas zu dick sein, so kann sie mit Öffnungen versehen «-erden:, durch
welche die glühende, feuerbeständige Füllung i6o unmittelbar hitzestrahlend auf
die Retorte einwirken kann. Diese Öffnungen können in der Größe verschieden sein,
um gleichmäßige Erwärmung der Retorte und Strahlung herbeizuführen.
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In Abb. i i ist eine etwas abgeänderte Anordnung der Heizringe dargestellt,
und zwar sind dort die Heizringe 165 im schrägen Winkel zur Retorte angebracht,
so daß die wirksame Hitzezone jedes. Ringes durch ihre projizierte Fläche 16(j bestimmt
wird. Infolge der Drehung der Retorte wird dadurch eine äußerst gleichmäßige Erwärmung
erzielt. Die Ringe können so angeordnet sein, daß ihr Zwischenraum durch die projizierten
Flächen überbrückt wird, oder es können der Neigungswinkel, die Breite der Ringe
und ihr Zwischenraum so gebildet werden, daß eine Temperatursteigerung oder ein
Temperaturgefälle erhalten wird.
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In Abb. i2 und 13 ist eine besondere Ausführungsform der Teilwand
167 für eine drehbare Retorte 168 gezeigt. Letztere kann aus einer Anzahl Abteilungen
169 bestehen, die bei 170 miteinander verbunden sind, z. B. durch einen ringförmigen
Flansch 171. An der Verbindungsstelle 170 ist eine Nut vorgesehen, in welche die
Kante einer Scheibe 174 verschiebbar eingreift, die ihrerseits fest auf der Röhre
43 sitzt und einen gasdichten Abschluß sichert. Im Unterteil hat die Scheibe eine
Öffnung 175, die derart in Übereinstimmung mit dem Neigungswinkel des Arbeitsgutes
angeordnet ist, daß durch das Arbeitsgut selbst, wie in gestrichelten Linien gezeigt,
ein Abschluß erzielt wird. Ein Flansch 177 kann innerhalb der Öffnung 175 die N;
ut ausfüllen.
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In den Abb. 14 und 15 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung
gezeigt, welche eine Teilwand 178 mit einer Öffnung 179 für den Durchgang des Arbeitsgutes
aufweist.
Zwischen der Kante der Scheibe und. der Wand der Retorte
befindet sich ein kleiner Spielraum, wie bei 18o angedeutet.