DE568730C - Vorrichtung zur Beeinflussung der Luftstroemung auf der Oberseite von Flugzeugtragfluegeln - Google Patents
Vorrichtung zur Beeinflussung der Luftstroemung auf der Oberseite von FlugzeugtragfluegelnInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Beeinflussung der Luftströmung
auf der Oberseite von Flugzeugtragflügeln. Man hat bereits vorgeschlagen. Hilfsflügel an
Tragflügeln zu verwenden, die an diesen mit Führungen oder Gelenken befestigt sind, so
daß sie sich unter gewöhnlichen Flugwinkeln an die Nase der Tragflügel anschmiegen und
beim Erreichen eines kritischen Anstellwinkels, der dem tiberziehen entsprechen würde,
nach vorwärts bewegen und dadurch einen Schlitz zwischen Hilfsflügel und Tragflügel
zur Erhaltung des gleichmäßigen Luftstromes über der oberen Oberfläche des Tragflügels
>5 bilden.
Die Erfindung bezweckt, das bekannte Ziel in neuer Weise zu erreichen und die Wirkung
der bekannten Vorrichtung nach Möglichkeit zu verbessern.
so Zu diesem Zweck werden gemäß der Erfindung
an Stelle der bekannten ausschwenkbaren Hilfsflügel drehbare Hilfsflügel in Gestalt von
Luftschrauben verwendet, die sich zu drehen beginnen, sobald der kritische oder dem Überziehen
entsprechende Winkel des Tragflügels erreicht wird. Es ergibt sich durch solche drehbaren Hilfsflügel eine kombinierte Wirkung,
und zwar sowohl die des Schlitzes zwischen dem drehbaren Hilfsflügel und dem Tragflügel als auch eine Hubwirkung des
Hilfsflügels selbst bei abwärts gerichteter Ablenkung der Luft auf den Tragflügel infolge
der fortgesetzten Drehung des Hilfsflügels. Diese Wirkungen arbeiten der Zerstörung des
geordneten Luftstromes über dem Tragflügel entgegen und suchen die Hubkraft bei übernormalen
Anstellwinkeln des Tragwinkels zu erhalten.
Ein oder mehrere drehbare Hilfsflügel gemäß der Erfindung werden zweckmäßig mit
ihrer Drehachse gegen die Senkrechte zur Tragflügelsehne vorwärts geneigt aufgesetzt.
Sie schmiegen sich bei normalem Anstellwinkel der Tragflügelnase an, während sie
beim Erreichen des kritischen Anstellwinkels +5 unter einem Winkel zur Vorderkante ausschwingen.
Eine zweckmäßige Schraubenform ergibt sich für einen zweiflügligen drehbaren Hilfsflügel,
indem die einander gegenüberliegenden Schraubenflügelhälften so ausgestaltet werden,
daß sie sich verschiedenen Zonen der Oberseite der Tragflügelnase, und zwar parallel
mit der vorderen Tragflügelkante, anschmiegen können.
Bei einem derartigen Hilfsflügel wird diejenige Flügelhälfte, die einen normalen negativen
Anstellwinkel besitzt oder die den größeren negativen Winkel von beiden hat, ausschwingen und den Hilfsflügel in einen
Winkel zur Tragflügelvorderkante stellen. Dabei beginnt, der Hilfsflügel in Fortsetzung
seiner Bewegung sich zu drehen, wenn der Anstellwinkel zunimmt. _ Bei einem Hilfsflügel
mit rechtsgängiger Flügelsteigung erfolgt die selbsttätige Drehung (von oben gesehen)
im Uhrzeigersinn, während ein Hilfsflügel mit linksgängiger Steigung selbsttätig
in umgekehrter Richtung rotiert, ίο Das Bestreben des Hilfsflügels, sich beim
Erreichen des kritischen Winkels selbst vom Tragflügel abzuheben, kann ausgesetzt werden,
um ihn von dem Tragflügel frei zu heben und zu verhindern, daß er während der Drehung
gegen diesen anschlägt. Ebenso sind Einrichtungen getroffen, um zu verhindern, daß
beim Stillstand der Drehbewegung und beim Herabsinken des Hilfsflügels auf den Tragflügel
Beschädigungen entstehen können, und um das Anschmiegen des Hilfsflügels an die Tragflügelnase in der 'gewünschten Normalstellung
sicherzustellen.
Die Achsneigung des drehbaren Hilfsflügels gegen dieSehnensenkrechtedesTragflügels wird
bei üblichen Tragflügelprofilen zweckmäßigmit etwa 10 bis 150 gewählt. Hiermit läßt sich
der Winkel, bei dem die Wirkung des Überziehens eintritt, je nach Länge, Gestalt und
Anzahl der Hilfsflügel um 20 oder mehr Grad hinausschieben.
Da ein zweiflügliger Hilfsflügel auf dem Tragflügel nur geringen Widerstand bietet,
wenn seine Flügelhälften in Flugrichtung liegen, also quer zur Spannweite und parallel
zur Sehne, so ist es unbedenklich, wenn der Hilfsflügel sich in der Ruhestellung nicht unmittelbar
auf den Tragflügel auflegt, sondern ein gewisser Abstand bestehen bleibt.
Die drehbaren Hilfsflügel nach der Erfindung lassen sich mit Vorteil auch auf anderen
Teilen des Tragwerks aufsetzen, z. B. an den hinteren Kanten der Tragflügel oder auch an
den Leitwerkflächen, um durch die Hilfsflügelwirkung den Charakter der Hub- und
Rücktrittskurven zu beeinflussen.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, und zwar zeigen
Abb. ι eine Ansicht von oben auf ein Flugzeug mit allgemeiner Anordnung drehbarer
Hilfsflügel auf den Tragwerk- und Leitwerkflächen, Abb. 2 und 10 verschiedene Konstruktionen
für das Aufsetzen, Führen und Steuern der drehbaren Hilfsflügel.
In Abb. ι sind zwei Hilfsflügel 1 mit Flügeln
2 auf der Oberseite des Tragflügels 3 nahe der Vorderkante aufgesetzt. S iekönnen sich um
die senkrecht zum Tragflügel 3 und den Flügeln 2 stehenden Achsen 5 drehen. Die Hilfsflügel
haben dadurch Schraubenform erhalten, daß der Flügel auf der einen Seite der Drehachse
einem Streifen der Oberseite des Tragflügels parallel der Vorderkante, wohingegen der
Flügel der anderen Seite einem anderen der Vorderkante parallelen Streifen, wie aus der
Abbildung ersichtlich, nachgeformt ist. Der Hilfsflügel auf Backbord hat infolge der
Kurve an der Nase des üblichen Tragflügelprofils rechtsgängige Schraubenform und der
auf der Steuerbordseite linksgängige Schrau^ benform. Unter den vorher erwähnten Bedingungen
wird daher der Backbordhilfsflügel im Uhrzeigersinne und der Steuerbordhilfsflügel
im entgegengesetzten Sinne fvon oben gesehen) rotieren, wobei der am weitesten
außenliegende Flügel in Flugrichtung vorwärts schwingt.
Ein anderes Mittel, um dem Hilfsflügel Schraubenform zu geben, besteht darin, daß
ihre Flügel der Oberseite des Tragflügels längs einer zur. Vorderkante geneigten Linie
nachgeformt werden. Sie können aber auch die übliche Form einer Luftschraube besitzen.
Es ist jedoch vorzuziehen, sie der Oberseite des Tragflügels nachzubilden, damit sie sich
dieser anschmiegen können.
Die Drehachse 5 des Hilfsflügels wird vorzugsweise in eine Ebene rechtwinklig zur
Längsachse des Tragflügels 3 gestellt. Sie kann gegen die Senkrechte zur Tragflügelsehne
nach vorwärts geneigt werden, je nachdem, welche Hubkraft und Steuerwirkung erreicht
werden soll. Der Hilfsflügel kann so aufgesetzt werden, daß seine Rotationsebene
ständig frei von der Oberfläche des Tragflügels bleibt. Er wird jedoch vorzugsweise
so aufgesetzt und geführt, daß er sich im Flug unter gewöhnlichen Anstellwinkeln an
die Oberfläche der Tragflügelnase anschmiegt, während er sich bei großen Anstellwinkeln
so erhebt, daß seine Drehebene über, jedoch in der Nähe der oberen Fläche des Tragflügels
liegt.
Ähnliche Hilfsflügel 1 sind als auf der
festen Schwanzfläche 4 errichtet dargestellt.
In dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 2 wird der Hilfsflügel 1 starr auf seine Achse 5
aufgesetzt und drehbar im äußeren Ende eines Gliedes 12 getragen, das bei 13 am Tragflügel 3 drehbar gelagert ist. Die Drehachse
des Hilfsflügels ist nach vorn gegen die Senkrechte zur Tragflügelsehne geneigt. In
der unteren Lage schmiegt sich der Hilfsflügel auf die Tragflügelnase auf, wie in ausgezogenen'
Linien gezeichnet ist, dabei ruht das untere Ende seiner Achse 5 auf einem Anschlag 15. Jede geeignete Form eines Anschlages
(nicht dargestellt) kann ebenfalls vorgesehen werden, um die Bewegung des
Hilfsflügels in der oberen Stellung (gestrichelte Linien) zu begrenzen. Wie ersiehtlieh,
wird die Vorwärtsneigung der Achse verringert, wenn sich der Hilfsflügel hebt. Die
Anordnung ist so getroffen, daß die Luftkraft, die auf die Oberfläche des Hilfsflügels
wirkt, diese bei normalen Flugwinkeln niederhält, obwohl das Moment dieser Kraft um
Drehpunkt 13 verhältnismäßig klein ist. Wenn der Tragflügel den Winkel, der dem Überziehen
entspricht, erreicht oder annähernd erreicht hat, hebt sich der Hilfsflügel und bildet
einen Spalt zwischen ihren Flügelhälften und to der Tragflügelnase. Hierdurch wird das Überziehen
hinausgeschoben. Wenn nun der Anstellwinkel des Tragflügels fortgesetzt weiter zunimmt, so beginnt der Hilfsflügel sich in
hebendem Sinne zu drehen, wodurch die Wirkung des Überziehens noch weiter hinausgeschoben und die Hubkraft vergrößert wird.
Wenn der Anstellwinkel des Tragflügels abnimmt, so nimmt auch das Bestreben des Hilfsflügels, sich in hebendem Sinne zu
drehen, zunächst ab, hört dann auf, und schließlich sucht er sich in senkender Richtung
zu drehen. Die Windkraft auf der oberen Seite des Hilfsflügels drückt sie dann selbsttätig
auf die Tragflügelnase nieder. Um zu verhindern, daß die Hilfsflügel
gegen die Oberseite des Tragflügels beim Rotieren anschlagen, und um sicherzustellen,
daß sich die Flügel völlig auf die Tragflügelnase parallel der \rorderkante anschmiegen,
ist Anschlag 15 mit Kerbe 53 vorgesehen, in die ein entsprechend geformter Zahn 54 am
unteren Ende der Welle 5 eingreift, wenn sich die Flügel in Ruhelage befinden. Auf diese
Weise kann der Hilfsflügel keine Drehbewegung ausführen, ohne von dem Tragflügel frei
abgehoben zu sein. Ebenso ist verhindert, daß er sich etwa noch mit einem großen
Drehmoment aufsetzt, weil Zahn 54 nacheinander sich in die Kerbe. 53, senken und wieder
aus dieser emporsteigen wird, bis das Moment genügend abgenommen hat, so daß diese Teile
ohne unzulässigen Stoß endgültig in Eingriff kommen. Die Windkraft genügt allein schon,
um den Hilfsflügel niederzudrücken. Man kann aber, falls es erwünscht erscheint, noch
eine Feder 19 anbringen, um die Rückbeweffung
sicherzustellen.
In der Ausführung nach Abb. 3 ist Hilfsflügel ι drehbar auf eine Achse 5 aufgesetzt, ■
die in Block 55 festsitzt, der seinerseits mit dem Teil 16 aus einem Stück besteht. Dieser
ist durch Lenker 17, 18 mit dem Tragflügel 3 verbunden. Die Drehachse ist gegen die
Senkrechte zur Tragflügelsehne vorwärts geneigt. Die dargestellten Lenker bewirken, daß
sich die Neigung verringert, wenn sich der Hilfsflügel abhebt. Durch einfache Abänderung
der Lenkeranordnung kann die Achsenneigung zur Senkrechten der Tragflügelsehne konstant gehalten oder auch vergrößert werden,
wenn sich der Hilfsflügel hebt, so daß sein negativer Anstellwinkel zunimmt. Dieser
letztgenannte Zustand z. B. kann bei der abgebildeten Ausführung erreicht werden, wenn
man den Verbindungspunkt des unteren Lenkers 18 mit dem Tragflügel tiefer setzt. An
dem oberen Lenker 17 ist eine Nase 56 mit Feder angebracht, die in Nut 57 in Nabe 58
des Hilfsflügels eingreifen kann, wenn er mit seinen Flügeln parallel zur Tragflügelvorderkante
steht. Eine Feder 19 kann angeordnet sein, die das Schließen des Mechanismus unterstützt.
Abb. 4 zeigt eine andere Anordnung für das Aufsetzen des Hilfsflügels, die beispielsweise
bei einer Konstruktion mit Lenkern, wie durch Abb. 3 dargestellt, angewendet werden
kann. Bei dieser Ausführungsart ist der Hilfsflügel ι mit einer Hülse 22, die sich
gleichzeitig auf einer festen Achse 5 drehen 'und verschieben kann, versehen. Achse 5
ragt zentral vom Boden eines Blocks 27 mit im allgemeinen hohlzylindrischer Gestalt nach
oben empor. Dieser Block 27 ist starr auf Teil 16 aufgesetzt, der dem Glied 16 der
Abb. 3 entspricht. 17 bezeichnet den oberen Lenker einer Lenkervorrichtung ähnlich der
der Abb. 3. Hülse 22 besitzt einen seitlich hervorragenden Stift 24, der mit Schlitz 25
und der Schraubenfläche 26 des Blocks 27 im Eingriff stehen kann. Der Schlitz verhindert
Drehung des Hilfsflügels bis er sich eine gewisse Strecke über den Tragflügel erhoben
hat, und der Schraubengang 26 bringt ihn frei von dem Tragflügel, wenn er sich in hebendem
Sinne zu drehen beginnt. Die Schraubenfläche führt ihn auch wieder in Ruhelage zurück,
wenn er beim Abnehmen des Anstellwinkels des Tragflügels sich auf diesen aufsetzen
will. Der Hilfsflügel hebt sich von Block 27 gegen die Wirkung der Feder 29 zwischen Kopf 33 der festen Achse 5 und
einem Kugellager 23, das leichte Drehung trotz des Federdrucks zuläßt. Diese Feder
wirkt mit, den Hilfsflügel zurückzubringen, wenn der Anstellwinkel des Tragflügels ab- ·
nimmt.
Abb. 5 zeigt eine Abänderung der Abb. 4. In dieser Änderung ist Block 27 mit einem
eingängigen Schraubenschlitz 26 versehen, und der gerade Schlitz 25 der Abb. 4 fehlt
hier. In den Schraubenschlitz greift Stift 24 auf der Hülse 22 des Hilfsflügels ein. Die
Anordnung ist so getroffen, daß der Hilfsflügel bei der Drehung frei vom Tragflügel
aufsteigen und daß der Stift bei Drehung im entgegengesetzten Sinne den Schlitz abwärts
wandern und der Hilfsflügel sich der Tragflügelnase anschmiegen kann.
Abb. 6 zeigt eine andere Konstruktion, bei der wieder die normale Vorwärtsneigung der
Drehachse bei Abheben des Hilfsflügels ab-
nimmt. Hilfsflügel ι ist drehbar auf einen Traglagerblock 59 am Ende zweier bei 36
zusammenhängender Lenker34,35 aufgesetzt;
Lenker 35. ist bei 37 drehbar an dem Tragflügel befestigt. Block 59 ist mit den Rollen
38 versehen, die auf der Führung 39 laufen, so daß der Block 59 aufwärts und rückwärts
geführt wird, wenn sich der Hilfsflügel hebt und die Lenker 34, 35 sich strecken. Der
untere Teil der Führung hat einen steilflankigen Absatz oder eine Nut 40, die zuläßt,
daß sich der Hilfsflügel herabsenken und auf die Tragflügelnase aufsetzen kann, und sicherstellt,
daß er sich bei Beginn der Öffnungsbewegung und vor Beginn der Drehung von der Nase abhebt. Am oberen Ende 41 ist die
Führung so gebogen, daß sie einen Anschlag zur Begrenzung der Aufwärtsbewegung bildet. Eine Zugfeder 19 ist vorgesehen,
um das Niedergehen zu unterstützen und sicherzustellen.
Abb. 7 zeigt eine weitere Konstruktion, bei der die Vorwärtsneigung der Drehachse abnimmt,
wenn sich der Hilfsflügel abhebt. Der Hilfsflügel 1 ist drehbar auf Achse 5 aufgesetzt,
die in einem Block 43 gleiten kann, der seinerseits wieder mit dem Tragflügel mit
Zapfen 44 verbunden ist. Achse 5 hat einen T-föröiigen Kopf, auf dem Rollen 45 angebracht
sind, die in festen geneigten Führungen 46 laufen. Feder 19 sucht normalerweise
den Hilfsflügel in Ruhelage zu halten. Der Hilfsflügel kann sich jedoch entgegen ihrer
Wirkung erheben, wenn der Tragflügel unter einem großen Winkel angestellt ist. Während
dieser Bewegung gleitet Achse 5 durch Block 43. Die Nabe des Hilfsflügels ist mit einem
Zahn 54 versehen und der Zapfenblock 43 mit einer Nut 53 ähnlich den gleichen Elementen
der Abb. 2 und zu ähnlichem Zweck.
Abb. 8 zeigt eine Konstruktion, bei der Richtung und Neigung der Drehnase des
Hilfsflügels in bezug auf den Tragflügel unveränderlich sind. Hilfsflügel 1 ist fest auf
Achse 5 aufgesetzt. Diese ist drehbar und verschiebbar in einem festen hohlen Block 27,
der durch Ausleger 28 getragen wird. Die Achse ist mit einem vorstehenden Stift oder
Ansatz 24 und der Block 27 mit einem eingängigen Schraubenschlitz 26 versehen in
ähnlicher Ausführung und zu ähnlichem Zweck wie bei Abb. 5. 19 ist eine Druckfeder
zwischen Kugellager 23 und einer Mutter oder einem Kopf 33 am unteren Ende
der Achse. Diese Feder sucht den Hilfsflügel auf den Tragflügel herabzuziehen, ist jedoch
so schwach, daß sie sich abheben kann, wenn der Tragflügel unter einem großen Winkel
angestellt ist.
Abb. 9 zeigt eine andere Ausführung, bei der sich der Hilfsflügel von der Oberfläche
derTragflügelnase zunächst aufwärts, danach auswärts und abwärts bewegt. Der Hilfsflügel
ist fest auf der Achse 5 aufgesetzt, die sich in einem Lager 60 des Gliedes 61 zwar
drehen, aber nicht verschieben kann. Am Glied 61 sind bei 64 und 65 zwei Lenker 62
und 63 drehbar befestigt. Die unteren Enden dieser Lenker greifen bei 66 und 67 an einem
festen Ausleger 68 unter der Nase des Tragflügels 3 drehbar an. Der hintere Lenker 62
ist langer als der vordere Lenker 63. Infolge dieser Anordnung wird Lenker 62, wenn der
Hilfsflügel sich anhebt, sobald der Anstellwinkel des Tragflügels einen gewissen Winkel
nahe demjenigen, der dem Überziehen entspricht, erreicht ist, sich nach außen in
bezug auf die Nase des Tragflügels bewegen, und die negative Neigung des Gliedes 61 und
somit der Drehebene wird zunehmen. Mit Hilfe dieser Anordnung wird der Winkel, bei
dem Überziehen des Tragflügels eintritt, noch weiter vergrößert und die Hubkraft
selbst bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten noch aufrechterhalten. Block 27 mit Schraubenführung
26 und Schlitz 25 ist ähnlich dem bei Abb. 4 beschriebenen, jedoch völlig durchbohrt.
Durch seine Bohrung reicht nach unten mit gleitendem Sitz der untere Teil der Achse S hindurch. An Block 27 ist ein Lenker
69 drehbar befestigt, dessen anderes Ende sein Drehlager bei 70 an dem festen Ausleger
68 findet. In der normalen Stellung ist Stift oder Vorsprung 24 an der Achse mit
Schlitz 26 im Eingriff. Wenn sich der Hilfsflügel abhebt, so wird Block 27 an der Achse
hinabgezogen, bis der Stift 24 bei einer gewissen Stellung ganz frei von Block ist. Die
Endlage ist in punktierten Linien dargestellt. Freies Drehen des Hilfsflügels wird so verhindert,
bis er vollkommen frei von dem Tragflügel ist.
In der geänderten Ausführung der Abb. 10 schmiegt sich der Hilfsflügel auf den Tragflügel
3 am oberen Ende eines Schlitzes oder Durchgangs 48 an, der den Tragflügel unter
einem negativen Winkel durchdringt. Er ist drehbar auf die Achse 5 aufgesetzt, und diese
ist mit Gleitsitz durch einen Lagerblock 43 hindurchgeführt, der mit Hilfe der Zapfen 44
in einem Ausleger 49 an dem Tragflügel befestigt ist. Das untere Ende der Achse 5 ist
drehbar mit Lenker 50 verbunden, der seinerseits wieder an dem Tragflügel drehbar befestigt
ist. Der Hilfsflügel besitzt einen Zahn und der mit Zapfen versehene Block 43 eine Nut 53 in ähnlicher Ausführung und zu
ähnlichem Zweck wie die gleichen Elemente der Abb. 2. Eine Feder 19 ist vorgesehen, die
den Hilfsflügel in die Ruhelage zurückzubringen sucht. Der Sog am oberen Ende
dieses Schlitzes und der Druck an seinem un-
teren Ende verursacht oder unterstützt das Abheben von dem Tragflügel, sobald dieser
einen großen Anstellwinkel erreicht.
Abänderungen sind im Rahmen der Erfindung möglich. So können die Hilfsflügel mehr
als zwei Flügel besitzen. In Abb. ι deuten die punktierten Linien an den Hilfsflügeln an
der Vorderseite der Tragflügel vierflüglige Luftschrauben an. Diese können normal in
ίο der gezeigten Lage verbleiben, da sich, wie
vorher erwähnt, herausgestellt hat, daß die in der Längsrichtung befindlichen Flügel sehr
geringen Widerstand bei normalen Flugwinkeln des Tragflügels bieten.
Ein vierflügliger Hilfsflügel kann aus zwei übereinandergesetzten zweiflügligen
Luftschrauben auf derselben Achse gebildet werden, die durch eine in ihren Naben eingebettete
Gleitkupplung miteinander drehbar verbunden sind. Die Flügelpaare können so in der geschlossenen Lage übereinanderruhen
und sich zu einer vierflügligen Schraube winklig spreizen, sobald die Lage der Maschine
die "Drehung einleitet.
Ein zweiflügliger Hilfsflügel kann auf dem Tragflügel mitgeführt werden mit den Flügeln
in Flugrichtung unter Anwendung von Hilfsmitteln, die sie bei großen Anstellwinkeln
des Tragflügels zur Drehung frei machen.
Mannigfaltige Änderungen in Zahl und Anordnung der Hilfsflügel sind möglich. Loiter
Bezug auf Abb. 1 kann daher ein Hilfsflügel über der Längsachse des Flugzeuges an
Stelle des dort dargestellten Hilfsflügels oder auch zusätzlich zu diesem angebracht sein,
oder zusätzliche Hilfsflügel können beiderseits dieser Achse angeordnet werden.
Die einzelnen Flügel der Hilfsflügel können mit ihren Wurzeln an der Nabe schwenkbar
befestigt sein, und ihre Aufwärtsbewegung um ihre Drehzapfen kann daraufhin wirken,
Sperrungen, die ihre Drehung verhindern, auszulösen: ebenso können federnde Glieder
oder Anschläge vorhanden sein, die ihre Auswärtsbewegung begrenzen.
Die Lage, die die Hilfsflügel einnehmen, wenn sie sich nicht drehen, oder die Drehgeschwindigkeit
kann durch zweckentsprechende Vorrichtungen vom Führerplatz aus geregelt werden, beispielsweise durch Änderung des
Anstellwinkels kleiner Flächen oder Ruder, die entweder an den Flügeln oder deren
Xaben schwenkbar befestigt sind.
In gewissen Fällen können die Flügel längs.
ihrer Längsachse schwenkbar an der Nabe befestigt sein, und irgendwelche geeignete Mittel
oder Vorrichtungen, z. B. solche mit totem Gang, können vorgesehen sein, um die Flügel-Steigung
zu vergrößern, wenn sie sich aus ihrer Ruhelage herausbewegen, und um den Betrag dieser Vergrößerung zu begrenzen.
Ein Zentrifugalregler kann in die Hilfsflügel eingebaut sein, der Sperrungen freigibt,
solange sie bei einer gewissen Geschwindigkeit oder mit größerer Geschwindigkeit als
dieser rotieren, und sie wieder in Tätigkeit setzt oder Bremsen betätigt oder beides vorrichtet,
wenn die Geschwindigkeit unter dieses Maß sinkt. Ähnliche Mittel können angewendet
werden, um die Hilfsflügel in der gehobenen Lage festzuhalten, solange sie sich mit höherer als einer bestimmten geringsten
Geschwindigkeit drehen.
Vom Führerplatz aus zu betätigende Vorrichtungen können vorhanden sein, um die
Hilfsflügel zum Manövrieren bei Geschwindigkeit in der Ruhelage zu sperren oder beim
Landen mit geringer Fluggeschwindigkeit eine Fallschirmwirkung zu erzeugen.
Ein Windrichtungsgerät, wie ein federbelasteter Windflügel, kann vorgesehen sein, um
die Hilfsflügel in der Ruhelage zu halten, während die Geschwindigkeit des Flugzeuges
über der normalen Fluggeschwindigkeit liegt, um Kunstflug bei hoher Geschwindigkeit mit
normaler Lenkung zuzulassen.
Vom Führerplatz zu betätigende Mittel können vorgesehen sein, um die Hilfsflügel
in Gang zu setzen, z. B. durch Kippen der Lenker, auf denen sie befestigt sind.
Irgendwelche vom Führerplatz her zu betätigende Einrichtungen können vorgesehen
sein, um die Hilfsflügel in die gewünschte Ruhelage zu drehen, wenn sie zum Tragflügel
zurückkehren.
Irgendwelche Einrichtungen können vorgesehen sein, um Hilfsflügel an entgegengesetzten
Seiten der Maschine durch Getriebe zu verbinden, zusammen anzutreiben oder zu synchronisieren.
Irgendeine durch die Schwerkraft betätigte Vorrichtung, wie ein Pendel, kann vorgesehen
sein, um Sperrungen von Hilfsflügeln auszulösen, so daß alle Hemmungen der Hilfsflügelbewegung aufgehoben werden,
wenn das Flugzeug sich unter einem gefährlichen Winkel befindet.
Einrichtungen können vorgesehen sein, um die Neigung der Hilfsflügeldrehachse willkürlich
zu ändern, z. B. durch Veränderung des Punktes, an dem einer der Lenker der Abb. 3 am Tragflügel angelenkt ist.
Claims (10)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zur Beeinflussung der Luftströmung auf der Oberseite von Flugzeugtragflügeln mittels eines an der Flügelnase angeordneten Hilfsflügels, der bei größer werdendem Anstellwinkel des Tragflügels mit diesem einen düsenartigen· Spalt bildet, dadurch gekennzeichnet, daß568780der Hilfsflügel (ι) die Gestalt einer Luftschraube besitzt, die beim Horizontalflug in Ruhestellung verbleibt und beim Erreichen des kritischen Anstellwinkels des Tragflügels durch den Fahrtwind in Umdrehung versetzt wird.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsflügel beim Horizontalflug auf der Tragflügelnase aufliegt.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Einrichtungen, Führungen, Anschläge o. dgl. vorhanden sind, die die Drehung des Hilfsflügels nur zulassen, wenn er aus seiner Anlagestellung an der Oberseite des Tragflügels herausgehoben ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß einander gegenüberstehende Flügelhälften des drehbaren Hilfsflügels verschiedenen Zonen der Oberseite der Tragflügelnase entsprechend gestaltet sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse des drehbaren Hilfsflügels gegen die Senkrechte zur Tragflügelsehne vorwärts geneigt ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwärtsneigung der Achse etwa 10 bis 15° beträgt.
- 7. Vorrichtung, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Sicherungsvorrichtungen vorhanden sind, die die Hilfsflügel zwingen, in ihrer Ruhestellung eine vorbestimmte Lage mit Bezug auf die Tragflügelvorderkante einzunehmen.
- S. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen Schlitz oder Durchgang durch die Tragflügelnase, der das Abheben des Hilfsflügels von der Oberseite des Tragflügels bei großen Anstellwinkeln des Tragflügels unterstützt oder veranlaßt.
- 9. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch vom Führersitz her zu bedienende oder durch Zusatzgeräte, wie federbelastete Windflügel, Pendel o. dgl., betätigte Sperrungen für die Drehbewegung des Hilfsflügels.
- 10. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Getriebe zwischen den an entgegengesetzten Seiten des Flugzeugs angeordneten Hilfsflügeln, die deren Drehungen synchronisieren.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB568730X | 1929-04-06 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE568730C true DE568730C (de) | 1933-01-25 |
Family
ID=10477772
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930568730D Expired DE568730C (de) | 1929-04-06 | 1930-04-02 | Vorrichtung zur Beeinflussung der Luftstroemung auf der Oberseite von Flugzeugtragfluegeln |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE568730C (de) |
-
1930
- 1930-04-02 DE DE1930568730D patent/DE568730C/de not_active Expired
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