DE57399C - Verfahren zur Herstellung gekörnter Nitrocellulose zu Schiefs- und Sprengzwecken - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gekörnter Nitrocellulose zu Schiefs- und Sprengzwecken

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DE57399C
DE57399C DENDAT57399D DE57399DA DE57399C DE 57399 C DE57399 C DE 57399C DE NDAT57399 D DENDAT57399 D DE NDAT57399D DE 57399D A DE57399D A DE 57399DA DE 57399 C DE57399 C DE 57399C
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DENDAT57399D
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Firma CARL PIEPER in Berlin N.W., Hindersinstrafse 3
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0033Shaping the mixture
    • C06B21/0066Shaping the mixture by granulation, e.g. flaking

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processes Of Treating Macromolecular Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. Januar 1890 ab.
Wenn gelatinirte Nitrocellulose, welche noch das zu ihrer Gelatinirung verwendete Lösungsmittel enthält, der Einwirkung gewisser Flüssigkeiten oder Dämpfe ausgesetzt wird, so unterliegt dieselbe einer Art Gerinnung und einem Zerfall in kleine Theile. Der letztere Vorgang kann durch Rühren gefördert werden. Dieses neu entdeckte eigenthümliche Verhalten der gelatinirten Nitrocellulose wird nach vorliegender Erfindung zur Körnung derselben bezw. derjenigen der Mischung solcher Nitrocellulose mit anderen Substanzen benutzt, um daraus Schiefs- und Sprengpulver herzustellen, während aus den so gewonnenen Körnern das zur Gelatinirung angewendete Lösungsmittel durch entsprechend heifse Flüssigkeiten oder Dämpfe entfernt wird.
Das .bisher übliche Verfahren zur Erzeugung von Pulver aus Nitrocellulose besteht entweder darin, dafs man die reine oder mit anderen Substanzen versetzte Nitrocellulose in ihrem ursprünglichen Zustande körnt und die erhaltenen Körner durch Einwirkung von Lösungsmitteln oberflächlich gelatinirt, oder dafs. man jene erst vollständig gelatinirt und dann auf mechanischem Wege in kleine Stückchen oder Blättchen zerlegt. Das Austreiben des Lösungsmittels geschieht darauf durch trockene Hitze bei atmosphärischem Druck oder im Vacuum. Bei dem ersten Verfahren wird das Pulver nicht widerstandsfähig gegen die Einwirkung feuchter Luft, während bei dem zweiten die Stückchen oder Blättchen sehr leicht verschieden ausfallen, wodurch eine Ungleichmäfsigkeit in der Schufswirkung herbeigeführt wird. Aufserdem veranlafst die Anwendung trockener Hitze zum Austreiben des Lösungsmittels, dafs sich während des Verfahrens sehr bald eine hornartige Kruste auf den Körnern bildet, die das fernere Entweichen des Lösungsmittels in so hohem Mafse behindert, dafs es praktisch unmöglich ist, dasselbe auf diesem Wege vollständig zu entfernen. Auch tritt dabei leicht eine Ueberhitzung ein, welche die chemische Beständigkeit des Pulvers gefährdet. Selbst eine trockene Erwärmung im Vacuum bei niedriger Temperatur gewährt nicht die Sicherheit der völligen Entfernung des Lösungsmittels. . Der Rückstand des letzteren veranlafst aber zunächst eine verminderte Brisanz des Pulvers, während infolge seiner späteren langsamen Verdampfung die Brisanz erhöht und demnach verändert wird.
Zum Zweck der Beseitigung dieser Uebelstände verfahre ich folgendermafsen:
Die Nitrocellulose oder Mischung derselben mit anderen Substanzen wird zunächst mit einer zur Lösung der ersteren geeigneten Flüssigkeit oder mit mehreren solchen zugleich versetzt, wie z. B. Essigäther, Aefhyläther, Methyläther, einer Lösung von Kampher in Aether, Aetheralkohol u. a. m., und wird darauf das Gemenge geknetet oder gewalzt, bis es plastisch geworden ist und die Nitrocellulose sich vollständig gelöst hat bezw. gelatinisirt ist. Zu der so erzeugten Masse bringt man eine warme Flüssigkeit oder einen Dampf, welche weder die Nitrocellulose noch die Bestandteile der besagten ,Mischung aufzulösen oder chemisch anzugreifen vermögen. Bevorzugt werden Wasser oder Wasserdampf oder beide zu-
(2. Auflage, ausgegeben am 10. Februar i8gj.)

Claims (2)

sammen. Gleichzeitig wird die Masse gerührt. Hierdurch wird deren Zerfall in Körner herbeigeführt, welche kleiner werden, je länger man mit dem Rühren fortfährt und je mehr man die Temperatur steigert. Als besonderes Beispiel der Ausführung des Verfahrens diene folgendes: Man schütte ίο kg Nitrocellulose mit oder ohne Zusätze in eine Brodteigknetmaschine, giefse io kg Essigäther oder Äetheralkohol hinzu, und bringe die Maschine in Bewegung. Nach etwa einstündigem Kneten ist die Nitrocellulose gelöst und eine gelatinartige Masse erzielt. Setzt man nun etwa 5 kg Wasser von etwa 6o° C. hinzu, oder führt durch ein Rohr eine entsprechende Menge Wasserdampf (welcher dabei zum Theil cöndensirt) unten in die Maschine ein und läfst diese weiterarbeiten, so ist nach wenigen Minuten die Zertheilung der Gelatine in Körner erfolgt. Um nun aus diesen Körnern das angewendete Lösungsmittel anszutreiben, werden dieselben (am zweckmäfsigsten in einem besonderen Gefäfs) der Einwirkung einer die Substanz der Körner nicht lösenden und derselben gegenüber sich chemisch indifferent verhaltenden heifsen Flüssigkeit oder jener von derartigen gesättigten oder übersättigten Dämpfen ausgesetzt bezw. darin gekocht. Im allgemeinen soll dabei die Temperatur diejenige des Siedepunktes des Lösungsmittels übersteigen. Falls dieser nicht höher liegt als ioo° G. und zum Austreiben Wasser oder gesättigter bezw. feuchter Wasserdampf benutzt wird, kann man unter atmosphärischem Druck arbeiten. Liegt dagegen der Siedepunkt über ioo° C., so ist es angezeigt, bei Anwendung von Wasser oder Wasserdampf höheren Druck, also auch höhere Temperatur anzuwenden, oder es werden Flüssigkeiten oder Dämpfe verwendet, die einen höheren Siedepunkt als die Lösungsmittel haben. Vermittelst dieses Verfahrens wird das Lösungsmittel der Gelatine ausgelaugt und verdampft. Es kann sich nicht, wie bei dem oben erwähnten Trockenverfahren, eine Kruste auf den Körnern bilden; die Austreibung des Lösungsmittels erfolgt vollständig, und es wird ein Product erzielt, welches eine erheblich gröfsere Stabilität besitzt, als das nach der -älteren Methode behandelte. Das ausgelaugte und verdampfte Lösungsmittel läfst sich durch eine Condensationsanlage wiedergewinnen. Nachdem die Körner vom Lösungsmittel befreit sind, werden dieselben getrocknet und können sodann als Schiefs- und Sprengpulver verwendet werden. Pa τεnt-Ansprüche:
1. Das Verfahren zur Körnung von Nitrocellulose oder einer Mischung derselben mit anderen Substanzen, darin bestehend, dafs man zur besagten Nitrocellulose oder Mischung ein Lösungsmittel der ersteren hinzufügt, die Masse knetet, bis sie plastisch geworden und die Nitrocellulose vollständig gelatinirt ist, dieselbe mit einer Flüssigkeit oder einem Dampf zusammenbringt, welche die Bestandtheile der Masse weder lösen noch chemisch angreifen, und rührt, wodurch ein Zerfallen der Masse in Körner bewirkt wird.
2. In Verbindung mit dem in Anspruch 1. gekennzeichneten Verfahren das weitere Verfahren, das zum Zweck der Gelatinirung angewendete Lösungsmittel aus den Körnern auszulaugen und zugleich zu verdampfen, dadurch, dafs man die Körner der Einwirkung einer ■— den festen Bestandtheil derselben nicht angreifenden — heifsen Flüssigkeit oder den gesättigten bezw. übersättigten heifsen Dämpfen einer solchen Flüssigkeit aussetzt.
DENDAT57399D Verfahren zur Herstellung gekörnter Nitrocellulose zu Schiefs- und Sprengzwecken Expired - Lifetime DE57399C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE915797C (de) * 1940-07-19 1954-07-29 Olin Ind Inc Verfahren zur Herstellung von gekoerntem, rauchlosem Pulver
DE1289651B (de) * 1956-02-20 1969-02-20 Olin Mathieson Verfahren zur Herstellung von feinzerteilten Celluloseestern in Form von kugelfoermigen Teilchen

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DE915797C (de) * 1940-07-19 1954-07-29 Olin Ind Inc Verfahren zur Herstellung von gekoerntem, rauchlosem Pulver
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