DE576233C - Verzierter Halbedelstein, wie Achat, Calcedon, Tuerkis, Chrysopras - Google Patents
Verzierter Halbedelstein, wie Achat, Calcedon, Tuerkis, ChrysoprasInfo
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Classifications
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Description
- Verzierter Halbedelstein, wie Achat, Calcedon, Türkis, Chrysopras Zweck der Erfindung ist, Porträte, Landschaften, Figuren und Zeichnungen jeder Art in durchsichtigen und undurchsichtigen Halbedelsteinen, wie Achat, Calcedon, Türkis und Chrysopras, wirkungsvoll herzustellen, so daß sie als Schmuck getragen werden können.
- Das technische Problem ist, Bilder in den erwähnten Schmucksteinen photographisch niederzuschlagen und auf die Dauer haltbar zu machen.
- Es bestehen bereits bekannte Verfahren über Sensibilisierung von Steinen und Einkopierung von Bildern, so das amerikanische Patent 968 645 »Method of Photographing an stonec< und das britische Patent 340 246 »Process for the Production of Light-sensitive Films onMetal Wood, and the Like«.
- Alle über diesen Gegenstand bekanntgewordenen Verfahren weichen von der vorliegenden Erfindung sowohl in der Art der Behandlung als auch in der Art der verwendeten Steine wesentlich ab.
- Der große Unterschied zwischen der vorliegenden und der amerikanischen Erfindung besteht darin, daß bei der amerikanischen Erfindung die Bildschicht zum Teil in den durch die Flußsäure geöffneten natürlichen Poren und zum Teil in den durch das ungleichmäßige Wirken-der Säure auf diese Steine künstlich erzeugten kleinen Vertiefungen liegt, also sozusagen auf der Oberfläche, während bei der vorliegenden Erfindung die Bildschicht tief in den natürlichen, ungemein feinen, gleichmäßig verteilten Poren der Achate drin liegt und daher eine Schutzschicht wie bei dem amerikanischen Patent vollkommen überflüssig ist, da das Bild durch den Stein selbst seinen natürlichen Schutz erhält.
- Das amerikanische Verfahren ist auf die von den Erfindern verwendeten Halbedelsteine nicht übertragbar wegen der verschiedenen Struktur der verwendeten Steine und das daraus sich ergebende verschiedene Verhalten der Flußsäure. Die Anwendung von Flußsäure zur Aufschließung und Ausweitung der Poren ist bei vorliegendem Verfahren direkt nachteilig, dä es gerade darauf ankommt, daß diese Poren an der Oberfläche des Steines möglichst geschlossen bleiben, um so einen natürlichen Schutz des darunterliegenden Bildes zu gewährleisten. Nur die natürlichen, winzig kleinen Öffnungen des Steines werden bei dem vorliegenden Verfahren mit Salpetersäure vom anhaftenden Schmutz befreit, aber nicht geätzt, also nicht ausgeweitet, so daß die dünnen sensiblen Lösungen gerade noch eindringenkönnen. DiesekleinenÖffnungen können zum Schlusse noch mit einer Gummi-, Gelatine- oder Kollodiumlösung verschlossen werden, so daß das Bild vollkommen von äußeren Einwirkungen abgeschlossen ist. Unbedingt nötig ist diese Schließprozedur für die Haltbarkeit des Bildes aber nicht.
- Das englische Verfahren, bei dem die Schutzschicht gleichzeitig die lichtempfindliche Substanz enthält und auf den Stein o. dgl. gegossen wird, kann wohl bei den von den Erfindern verwendeten Halbedelsteinen angewandt werden, hat aber gegenüber unserem Verfahren den Nachteil, daß die Schicht, die auf dem Stein liegt, allen mechanischen Einwirkungen, wie Zerstoßen, Zerkratzen der Oberfläche, in reichem Maße ausgesetzt ist. Der harte Stein, in dessen Poren bei dem vorliegenden Verfahren das Bild liegt, gewährt eben einen viel besseren und natürlichen Schutz als eine noch so vollkommene künstliche Schutzschicht.
- Bisher war es dem Fachmann nur möglich, solchen Steinen eine einheitliche künstliche Farbe zu geben. Der wesentliche Fortschritt besteht also darin, daß durch vorliegende Erfindung für diese Schmucksteine eine viel größere Verwendungsmöglichkeit geschaffen und der Schmucksteinindustrie, welche speziell im Landesteil Birkenfeld zu Hause ist und unter der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage sehr leidet, wieder größeres und allgemeineres Interesse entgegengebracht werden wird.
- Es wurde versucht, durch irgendein photographisches Verfahren Bilder in Achate und verwandte Steinarten haltbar hineinzukopieren. Versuche mit den in der Photographie bekannten Verfahren führten zu keinem Erfolg. Wohl gelang es, mittels des Auskopierverfahrens Bilder in den Stein hineinzubringen. Die Bilder waren aber auf die Dauer nicht haltbar, da sich dieselben mit den in der Photographie bekannten Fixierverfahren nicht fixieren ließen.
- Die Schwierigkeit liegt darin: In der gewöhnlichen Photographie ist die lichtempfindliche Schicht auf dem Papier, während bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung die empfindliche Schicht im Stein drin liegt. Daraus ergibt sich die ungemein schwierige Entfernung fremder Substanzen aus dem Stein. Besonders das Na2S203+5H20 ist nicht mehr vollständig zu entfernen. Es setzt sich in den Porendes Steines fest, zersetzt sich, greift das Bild selbst an und gibt dem Stein nach und nach ein schmutzig graues Aussehen, so daß dieses Salz im Steinverfahren überhaupt nicht zu gebrauchen ist.
- Nach jahrelangen Versuchen ist es den Erfindern durch die Herausarbeitung der nachfolgend beschriebenen Verfahren gelungen, wirklich haltbare Bilder in den Steinen zu erzeugen. 2. Empfindlichmachung, Belichtung und Fixierung der Steine Die Steine werden in einer Lösung von i g AgN 03 in io ccm C,H4 (OH) C 0 0 H ('Milchsäure) lichtempfindlich gemacht. Nach dem Eindringen dieser Lösung in den Stein wird er unter einem Negativ belichtet. Nachdem das Bild in genügender Dichte erschienenist, wird der Stein einer 8tägigen Auswaschbehandlung mit Wasser unterzogen. Alsdann kommt er zwecks Fixierung in ein Bad von 0,5 g KCN, gelöst in 2o ccm H20 +2 ccm einer io°/oigen Lösung von Nag S 03 + 7H2 0. Die praktische Ausprobierung der verschiedenen Bäder hat ergeben, daß das vorstehende Verfahren am sichersten und zuverlässigsten ist, da hier die lichtempfindlichen Lösungen nach dem Belichten leichter mit Wasser ausgewaschen werden können und daher der Fixierprozeß leichter und schneller vonstatten geht.
- Dagegen sind Steine, die mit AgCl oder AgBr empfindlich gemacht wurden, sehr schwer zu fixieren, weil nach dem Kopieren sich in Wasser wohl überschüssiges Ag N 03, aber kein Ag Cl, oder AgBr auswaschen läßt. Auf diese Weise empfindlich gemachte Steine müssen wie folgt fixiert werden: Zunächst kommt der Stein in ein Bad K C N + Nag S 03 + 7 H2 0. Man darf das Bad aber nicht zu lange auf das Bild einwirken lassen. DieSteinemüssenabwechselndindasBad gelegt und dann wieder mit Wasser ausgewaschen werden, so lange, bis das sich noch im Stein befindliche lichtempfindliche AgCl bzw. AgBr vollkommen aus dem Stein entfernt ist. Um bei diesem Verfahren mit Erfolg arbeiten zu können, muß man gute Steinkenntnisse haben; man muß dem Stein den Grad der Porosität, wonach sich dann die Behandlungsweise richtet, ansehen können.
- Ein Stein kann ferner in einer Lösung von U02(N03)2 + 6H20 und Zucker empfindlich gemacht und belichtet werden. Hervorgerufen wird das Bild in einer z2 °/oigen Lösung von AgN03. Nach gründlicher Auswaschung wird der Stein zwecks Entfernung der überschüssigen Salze zuerst in einer sehr verdünnten Lösung von HNO3, dann in einer Lösung von Cr03 behandelt, alsdann gründlich gewaschen. i. Empfänglichmachung der Steine Die betreffenden Steine werden zuerst in Platten von verschiedener Dicke geschnitten und je nach der Dicke i oder 2 Tage zum Reinigen in eine Lösung von HN03 + 3 HCl gelegt. Nach Entfernung der fremden Substanzen wird die Säure durch einige Stunden Kochen der Steine in Wasser wieder entfernt. Zweck dieser Behandlung ist, die Steine für die lichtempfindlichen Lösungen gleichmäßig empfänglich zu machen. 3. Schlußbehandlung der Steine Sämtliche Steine erfahren folgende Schlußbehandlung: Nach dem Fixieren werden die Steine gründlich ausgewaschen und mit einer Gelatinelösung von etwa 2 bis 3 °/o behandelt. Darauf wird die eingedrungene Gelatine mit K - (S 04)2 Cr + i2 H20 gegerbt. Es werden hierdurch die Poren des Steines verschlossen und das Bild vor weiteren schädlichen Einflüssen geschützt. Der Stein kann nach der Gelatinebehandlung in eine K,Cr20,-Lösung gelegt werden, wobei ein gelblicher Ton entsteht.
- Man kann die Achate mit den Bildern noch färben, man muß aber dabei vorsichtig sein, da die Bilder dabei oft an Wirkung einbüßen.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: z. Verzierter Halbedelstein, wie Achat, Calcedon, Türkis, Chrysopras, dadurch gekennzeichnet, daß er ein photographisches Bild in den Poren des Steines, also im Innern des Steines enthält.
- 2. Verfahren zur-Herstellung eines Halbedelsteines nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß nach Glattschleifen des Steines und dessen Reinigung durch Einlegen in Salpetersäure der Stein in die lichtempfindliche Lösung gebracht und das Bild einkopiert wird, worauf man das Bild durch Auswaschen und Behandeln mit den üblichen Fixiermitteln fixiert.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als lichtempfindliche Lösung eine Lösung von Silbernitrat und Milchsäure verwendet wird. q.. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, da--durch gekennzeichnet, daß die fertigen Steine nach den bekannten Achatfärbeverfahren gefärbt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW88839D DE576233C (de) | 1932-04-23 | 1932-04-24 | Verzierter Halbedelstein, wie Achat, Calcedon, Tuerkis, Chrysopras |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE401969X | 1932-04-23 | ||
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE576233C true DE576233C (de) | 1933-05-10 |
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ID=25894317
Family Applications (1)
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| DEW88839D Expired DE576233C (de) | 1932-04-23 | 1932-04-24 | Verzierter Halbedelstein, wie Achat, Calcedon, Tuerkis, Chrysopras |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE576233C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3138629A1 (de) * | 1981-09-29 | 1983-04-14 | Joachim Dr. med. 8834 Pappenheim Gemeinhardt | Photolitographie |
-
1932
- 1932-04-24 DE DEW88839D patent/DE576233C/de not_active Expired
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