DE577011C - Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Torf - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus TorfInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D21B—FIBROUS RAW MATERIALS OR THEIR MECHANICAL TREATMENT
- D21B1/00—Fibrous raw materials or their mechanical treatment
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Torf Es ist bereits bekannt, bei der Herstellung von Zellstoff aus Torf den Rohstoff zunächst zum Gefrieren zu bringen, dann aufzutauen und schließlich mit Chemikalien aufzuschließen.
- Demgegenüber besteht die Erfindung darin, daß der vorgereinigte Torf im gefrorenen Zustande durch Zerreiben, Zerstoßen, Verschleifen, Zermahlen oder auf ähnliche Art fein zerkleinert wird. Hierdurch wird insbesondere der Vorteil erzielt, daß die Torffasern weitgehend von noch anhaftenden Ünerwünschten Begleitstoffen befreit werden, ein Umstand, der gerade beim nachfolgenden Aufschluß des Torfes zu reinen Zellstoff von besonderer Bedeutung ist, da Chemikalien gespart, unter Umständen auch völlig überflüssig werden.
- Für die vorliegende Erfindung ist also von besonderer Bedeutung, daß die Aufschließung und Reinigung der Torfcellulose sehr wesentlich erleichtert wird, wenn vorgereinigter Naturtorf, bei dem der Frost die Zellwände gesprengt hat, im gefrorenen Zustande zerkleinert wird.
- Die Zerkleinerung gefrorenen Fasergutes ist zwar nicht neu. Sie wird vor allem bei der Torfziegelerzeugung seit unbekannter Zeit angewandt. Dabei wird jedoch keinerlei Rücksicht auf den Zellstoff als solchen genommen, sondern man ist nur darauf bedacjit, die Torfziegel besser trocknen und pressen zu können. Ebenso wird bei Verfahren zur Gewinnung spinnbarer Fasern aus Flachs und Hanf sowie bei Getreidevermahlung gefrorenes Zellgut zerkleinert. In beiden Fällen geschieht dies jedoch im Zusammenhange mit anderen Maßnahmen.
- Durch die Zerkleinerung des gefrorenen Torfes werden besonders ligninartige Bestandteile entfernt, und der so erhaltene Halbstoff bereitet bei der weiteren Aufschließung und Reinigung viel weniger Schwierigkeiten als z. B. Torf, der in bekannter Weise vorbehandelt wurde. Wird diese Torfmasse dann mit Wasser unter Druck gekocht, so genügt in der Regel eine mäßige Chlorbleiche, und die Cellulose ist nach einer darauffolgenden Waschung 'Von Ligninen, Farbstoffen und anderen Verunreinigungen befreit. Zusatz von Chemikalien ist daher nicht unbedingt nötig. Er ist nur dann erforderlich, wenn schwer erschließbare Torfe verarbeitet werden sollen.
- Da nun infolge der Zerkleinerung des gefrorenen Torfes auf chemische Zusätze verzichtet bzw. nur mit sehr geringen Mengen ein Auskommen gefunden wird und außerdem auch mäßiges Bleichen. zum Ziele führt, so ergibt sich daraus, daß ein Großteil kostspieliger und zeitraubender Nachreinigungen entfallen und Nachteile für die Zellstoffaser beseitigt sind.. Die Kochung, die die Sprödigkeit des' Faser vermindert und die Inkrusten stark angreift, ist von verhältnismäßig kurzer Dauer, worin für die Erhaltung der Festigkeit der Faser ein Vorteil liegt. Die Ausführung der Bleiche ist die übliche, nur werden durch die Möglichkeit der Verwendung mäßig wirkender Bleichmittel die Nachteile derselben, wie oben angedeutet, vermindert.
- Das Verfahren selbst wird nachstehend beschrieben.
- Der Torf wird soviel wie möglich durch Waschen, Pressen oder in ähnlicher Weise von erdigen Beimengungen befreit. Daraufhin wird der gewässerte Torf dem Gefrieren ausgesetzt. Die gefrorene Torfmasse wird dann durch Zerstoßen, Zerreiben, Zermahlen oder auch auf einem beliebigen anderen Wege zerkleinert. Handelt es sich um Erzeugung eines besonders feinen Zellstoffes, so wird der Torf in Blockform zum Gefrieren gebracht und dann durch Schleifen fein zerkleinert. Nach der Zerkleinerung wird dann der Torf unter Druck entweder ohne chemische Zutaten oder, wenn es sich als nötig erweist, nach dem Natronlauge-, Sulfit- oder Sulfatverfahren gekocht. Bei manchen Torfen wird nach der Kochung eine Waschung, bei manchen wieder eine nochmalige Zerkleinerung im gefrorenen Zustande nützlich sein. Doch sind diese Fälle sehr selten. Das genügend aufgeschlossene .Fasergut wird einer Bleiche (z. B. Chlorbleiche) unterzogen, und nach einer darauf erfolgten Auswaschung ist die Cellulose zur weiteren Verwendung fertig.
- Die Kochdauer, der Druck und gegebenenfalls die Chemikalienzusätze müssen mindestens so groß sein, daß sich der Torf nach Beendigung des Verfahrens als erschlossen erweist. Anderseits dürfen Kochzeit und Druck selbstverständlich nicht so groß sein, daß die Cellulose zerstört oder stark angegriffen wird. Durchschnittlich wird ein Druck von 2 Atm. vollkommen genügen. Nur in äußerst seltenen Fällen wird er bis auf 8 Atm. zu erhöhen sein.
- Die eigentliche Kochzeit beträgt im Mittel I bis 2 Stunden, nach welcher Zeit der Stoff allmählich abgekühlt wird. Sind chemische Zutaten notwendig, dann sind im allgemeinen nur sehr verdünnte Lösungen zu verwenden, und es, ist in diesem Falle möglich, mit geringerem Drucke und kürzerer Kochdauer als oben angeführt zu arbeiten.
- Allgemein gültige Angaben über die hier erforderlichen Kochbedingungen lassen sich jedoch nicht machen, da sie von der Lagerung und Zusammensetzung des Torfes abhängig sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCIi Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Torf durch Gefrierenlassen, Auftauen und Aufschließen finit bekannten Aufschlußflüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, daß der vorgereinigte Torf im gefrorenen Zustande .durch Zerreiben, Zerstoßen, Verschleifen, Zermahlen oder auf ähnliche Art fein zerkleinert wird.
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