DE585248C - Schaltungsweise fuer aus Wechselstromnetzen direkt geheizte, in Serie geschaltete Gluehkathoden von Elektronenroehren - Google Patents
Schaltungsweise fuer aus Wechselstromnetzen direkt geheizte, in Serie geschaltete Gluehkathoden von ElektronenroehrenInfo
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Description
1
Es ist bereits vorgeschlagen worden, bei mit Wechselstrom geheizten Kathoden von
Elektronenröhren die beiden Enden der Kathode über ein Potentiometer an die Wechselstromquelle
anzuschließen und die Mitte dieses Potentiometers zwecks Anschluß der Gitterspannung
und Schließung des Anodenkreises anzuzapfen. An sich kann man irgendeinen Punkt eines solchen Potentiometers
oder der Sekundärwicklung eines Transformators- beispielsweise durch Erdung mit
einem festen Potential versehen. Der An-. Schluß in der Mitte des Potentiometers hat
indessen den großen Vorzug, daß ein Wechselpotential
wohl eine verschiedene Verteilung der Emission längs der Kathode im Vakuumgefäß hervorrufen kann, daß aber der gesamte,
beispielsweise bei negativer Gittervor-" spannung zur Anode gehende Emissionsstrom^
durch die Schwankung des Potentials keine Veränderung erfährt. Wenn nämlich infolgeder
Verkleinerung der Anodenspannung in^ einem bestimmten Moment zwischen dem
einen Ende der Kathode und der Anode eine Verkleinerung des Änodenstromes entsteht,
so erhält man im allgemeinen am anderens Ende eine entsprechende Vergrößerung der
,"Arrpdenspannung und somit eine entspre-.
■ eheode Vergrößerung des Anodenstromes.
'"30^ D|e\zur Erfüllung dieser F&rderung notwendige·!
Bedingung, daß nämlich die Anodenstromänderungen den S teuer Spannungsänderungen
proportional sind, ist beim Betrieb der Elektronenröhre als Verstärker ohnedies zu
erfüllen, da ja hier im geraden Teil der Kennlinie gearbeitet wird.
Bei Mehrsystemröhren oder Mehrfachröhren kann diese Regel ohne weiteres Anwendung
finden, wenn die verschiedenen Kathoden parallel geschaltet sind. Man legt für den Anschluß des Gitters und für die Schließung
des Anodenkreises die elektrische Mitte durch mittlere Anzapfung des Potentiometers
fest. In sehr vielen Fällen ist es aber nicht ratsam, die Kathoden verschiedener Systeme
einander parallel zu schalten, insbesondere ist .-es dann nicht empfehlenswert, wenn die Kathoden
vollständig andersartig sind und die einen beispielsweise zu einem Endverstärker,
die anderen zum Spannungsverstärker gehören. In diesem Falle wären nämlich besondere
Widerstände zur Stromverteilung notwendig, da die Widerstände der parallel zu
schaltenden Kathoden mit Rücksicht auf Konstruktionsdaten nicht beliebig verändert werden
können. - - . . -
Werden nun zwei oder mehrere Kathoden in Serie geschaltet und soll an den beiden
Enden eines derartigen Heizkreises die äußere Wechselstromquelle beispielsweise über einen Transformator angeschlossen werden,
so kann man die elektrische Mitte für
jede einzelne Kathode nicht mehr durch einen einzigen Angriff an der Transformatorwicklung
bzw. an dem parallel geschalteten Potentiometer festlegen. Aus diesem Grunde war
es auch bisher unmöglich, bei derartigen Röhren mit Wechselstrom geheizten Kathoden
Heiztöne und Anodentöne zu vermeiden. Der Gegenstand der Erfindung befaßt sich nun mit einer Abhilfe dieser Übelstände.
ίο Erfindungsgemäß werden bei zwei und noch
mehr Kathoden die elektrischen Mitten derart fixiert, daß für sämtliche Systeme eine einzige
Anodenbatterie und eine einzige Gitterspannungsbatterie notwendig ist. Dazu werden
erfindungsgemäß die Kathoden für die einzelnen Systeme derart in Serie geschaltet,
daß ausgehend von den beiden an die äußere Stromquelle angeschlossenen Enden der Heizleitung
je eine zu einem Elektrodensystem gehörige Kathodenhälfte in möglichst gleichem Abstand voneinander folgt. Eine derartige
Anordnung wird beispielsweise schematisch in Abb. 1 gezeigt. Dort ist 11 das Potentiometer,
das aus einem Ohmschen Widerstand besteht. An Stelle eines solchen in der
Mitte angezapften Ohmschen Widerstandes können auch zwei gleich große Widerstände
Verwendung finden. Ferner steht nichts im Wege, statt Ohmscher Widerstände für das
Potentiometer Kondensatoren, beispielsweise einen Differentialkondensator oder zwei einzelne
gleich große Kondensatoren, zu benutzen.
An die Enden des Potentiometers sind nun die beiden Hälften der Kathode 2 angeschlossen,
die ihrerseits miteinander durch die Kathode 1 verbunden sind.
Wenn nun das Potentiometer 11 genau in
der Mitte angezapft ist und an dieser An-Zapfstelle der äußere Anoden- und Gitterkreis
. geschlossen werden, so wird nicht nur die elektrische Mitte der Kathode 1 genau festgelegt
und ein Heizton bzw. Anodenton in diesem System beseitigt, sondern es werden auch die elektrischen Mitten der Kathodenhälften
2, 2 festgelegt und in derselben Weise die störenden Nebentöne beseitigt. Zu diesem
Zweck ist notwendig und hinreichend, daß die beiden Kathodenhälften 2, 2 denselben
Elektrodensystemen zugeordnet sind. Dies ist aus Abb. 2 ersichtlich. Dort ist 1 die
Kathode eines Elektrodensystems, beispielsweise des Spannungsverstärkersystems bei
■einer Mehrfachröhre; 2, 2 sind die beiden Hälften der Kathode der Endverstärkerstufen.
Das zur Kathode 1 gehörige Elektrodensystem besteht aus dem Gitter 3 und der
Anode 5, während zu den beiden Kathodenhälften 2,2 das Elektrodensystem mit dem
Gitter 4 und der Anode 6 gehört.
Wenn die beiden Zweige der Heizleitung dieselben Widerstände besitzen, so besitzt die
Mitte der Kathode 1 dasselbe Potential wie die Mitte des Potentiometers 11. Eine an das
Potentiometer 11 angelegte Wechselspannung erzeugt also in einem bestimmten Moment andern
einen Ende ein Potential, das beispielsweise um ebensoviel höher ist als das Potential
am anderen Ende. Schreitet man nun von beiden Enden des Potentiometers 11 auf
beiden Zweigen gleich schnell zur Mitte vor, so erhält man immer einander zugeordnete
Paare von Punkten entgegengesetzt gleichen Potentials. Solche Punkte sind beispielsweise
die beiden unteren Enden der Kathodenhälften 2, 2. Entsprechend den oben gegebenen
Erläuterungen erhält man also bei den beiden Kathodenhälften 2, 2 dieselben Verhältnisse
wie bei der Kathode 1 wie überhaupt bei jeder in der Mitte geschalteten Kathode.
In jedem Moment erhält man nämlich trotz Wechselpotential an dem Potentiometer
11 keine Fluktuation des Emissionsstromes, sondern nur gemäß der Potentialverteilung
eine andere Verteilung der Elektronenwolke längs der Kathode. Wenn beispielsweise in
einem bestimmten Moment an dem unteren ■ Ende der linken Kathodenhälfte das Potential
um einen bestimmten Betrag höher und die Steuerspannung im selben Maße niedriger ist,
so ist in demselben Moment um den gleichen Betrag das Potential am unteren Ende der
rechten Kathodenhälfte 2 niedriger und die Steuerspannung höher, so daß die Gesamtheit
der gesteuerten Elektronen gleichbleibt. An Stelle der Potentiometermitte kann auch —
unter Fortfall des Potentiometers — die Mitte der Zentralkathode als Ansatzpunkt der
Anoden- bzw. Gitterkreise genommen werden.
Da die Festlegung der elektrischen Mitte für die mittlere Kathode, also die Kathode 1,
nach dem Ausführungsbeispiel von Abb. 1 und Abb. 2 am genauesten möglich ist, so
wird die Anordnung zweckmäßig so getroffen, daß ,die empfindlichste Kathode in die Mitte
gelegt wird. Bei einem aus mehreren Kaskaden bestehenden Verstärker ist die empfindlichste
Verstärkerstufe stets die erste Kaskade, so daß also die Kathode dieses Elektrodensystems in die Mitte des Heizkreises
gelegt wird und nach Maßgabe der Reihenfolge der Kaskaden in derselben Reihenfolge
von der Mitte aus in jedem Zweige die Kathodenhälften aufeinanderfolgen.
Mit dieser Anordnung wird auch noch ein anderer großer Vorteil erzielt. Sie trägt
nämlich demverschiedenartigenHeizleistungsverbrauch
bei Kaskadenverstärkern mit verschiedenartigen Elektrodensystemen weitgehend Rechnung. Besteht nämlich eine
solche aus Spannungsverstärkerstufen und einer Endverstärkerstufe, so erweist sich
für letztere im allgemeinen eine größere Anzahl von parallel geschalteten Fäden
als notwendig. Mit der erfindungsgemäßen Schaltung erhält man eine Unterteilung in zwei Fäden ganz von selbst.
Für die beiden Kathodenhälften 2, 2 nach Abb. 2 und 3 wird man allgemein lange dünne
Fäden wählen, so daß man zwischen den Enden dieser Kathoden einen großen Spannungsabfall
bekommt und bei gegebenem Strom somit eine große Leistung. Die Kathode ι für das Spannungsverstärkersystem
kann aus einem einzigen, und zwar vorzugsweise dicken und kurzen Faden bestehen.
Im übrigen kann der Faden 1 auch beispielsweise V-förmig ausgebildet und an den
mittleren Punkten an einer Feder aufgehängt werden. Ferner steht nichts im Wege*, die
beiden Kathodenhälften ihrerseits wieder in mehrere parallel geschaltete Fäden, beispielsweise
zwei, drei, vier oder noch mehr, zu unterteilen.
Außerdem ist die Erfindung keineswegs auf die Serienschaltung von zwei Kathoden beschränkt.
Es können ebensogut drei und noch mehr Kathoden in der erfindungsgemäßen Weise hintereinandergeschaltet werden.
So wird als weiteres Ausführungsbeispiel in Abb. 3 die Anordnung bei dnei Elektrodensystemen.
gezeigt. ,Die Kathode α des Elektrodensystems
I ist in der Mitte des Heizkreises angeordnet. Von der Mitte aus folgen die beiden Hälften δ amid c des Elektrodensystems
II und hierauf die beiden Kathodenhälften d und e des Elektrodensystems III.
Diese sind direkt an den beiden Enden f und g des Potentiometers 11 angeschlossen.
Gemäß der Erfindung geht der Heizkreis von f über d nach b bis zur Mitte von o.
Dies ist der eine Zweig des Heizkreises; der andere Zweig geht von der Mitte von a
über c und e nach g.
Selbstverständlich kann die erfindungsgemäße Anordnung auch beim Betrieb von
in Serie geschalteten Kathoden aus Gleichstromnetzen Anwendung finden.
Claims (3)
1. Schaltungsweise für aus Wechselstromnetzen direkt geheizte, in Serie geschaltete
Glühkathoden von Elektronenröhren, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kathoden aller oder eines Teiles der Elektrodensysteme in je zwei Hälften zerlegt
sind und die zu jedem Elektrodensystem gehörenden Hälften symmetrisch
zu der elektrischen Mitte des Heizkreises angeordnet, und daß die Anoden- und Gitterkreise der einzelnen Elektrodensysteme
kathodenseitig auf das Potential der elektrischen Mitte des Heizkreises (Neutralpunkt) gebracht sind.
2. Schaltung nach Anspruch 1, insbesondere für Mehrfachröhren, mit einer
oder mehreren Spannungsverstärkerstufen und einer Endverstärkerstufe, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstärkerstufe für das empfindlichste Elektrodensystem (erste Spannungsverstärkerstufe) in der Mitte
der in Serie geschalteten Kathoden angeordnet ist.
3. Schaltung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Kathodenhälfte
für das Endverstärkersystem aus mehreren parallel geschalteten Fäden besteht, während die Kathode für das erste Spannungsverstärkersystem
aus einem einzigen Heizfaden besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL30208D NL30208C (de) | 1928-10-18 | ||
| BE364547D BE364547A (de) | 1928-10-18 | ||
| DEL73168D DE585248C (de) | 1928-10-18 | 1928-10-18 | Schaltungsweise fuer aus Wechselstromnetzen direkt geheizte, in Serie geschaltete Gluehkathoden von Elektronenroehren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL73168D DE585248C (de) | 1928-10-18 | 1928-10-18 | Schaltungsweise fuer aus Wechselstromnetzen direkt geheizte, in Serie geschaltete Gluehkathoden von Elektronenroehren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE585248C true DE585248C (de) | 1933-09-30 |
Family
ID=7283169
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL73168D Expired DE585248C (de) | 1928-10-18 | 1928-10-18 | Schaltungsweise fuer aus Wechselstromnetzen direkt geheizte, in Serie geschaltete Gluehkathoden von Elektronenroehren |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
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| DE (1) | DE585248C (de) |
| NL (1) | NL30208C (de) |
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- BE BE364547D patent/BE364547A/xx unknown
- NL NL30208D patent/NL30208C/xx active
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1928
- 1928-10-18 DE DEL73168D patent/DE585248C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NL30208C (de) | |
| BE364547A (de) |
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