DE58529C - Hohlgeschofs mit den Stöfs der Treibgase auf die brisante Sprengladung abschwächender Luftdruck-Bremse - Google Patents

Hohlgeschofs mit den Stöfs der Treibgase auf die brisante Sprengladung abschwächender Luftdruck-Bremse

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DE58529C DENDAT58529D DE58529DA DE58529C DE 58529 C DE58529 C DE 58529C DE NDAT58529 D DENDAT58529 D DE NDAT58529D DE 58529D A DE58529D A DE 58529DA DE 58529 C DE58529 C DE 58529C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Luftdruck-Bremse.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein mit Dynamit oder anderen brisanten Sprengstoffen gefülltes Hohlgeschofs, welches mit Vorrichtungen ausgerüstet ist, wodurch die sowohl bei der Explosion der Geschützladung von Schiefspulver oder anderem Explosionsstöff, als auch bei Anwendung irgend eines anderen Druckmittels zum Herausschleudern des Geschosses aus dem Geschütz auftretende Stofswirkung, welche sich dem Dynamit oder Sprengstoff mittheilt, abgeschwächt oder fast vollständig aufgehoben wird. Dadurch wird bei. derartigen Geschützen die Gefahr beseitigt, dafs das Geschofs bereits zur Explosion kommt, ehe es den Geschützlauf verlassen hat. Gleichzeitig wird durch die vom Erfinder herbeigeführte Abschwächung der Stofswirkung bei Explosion der Geschützladung einer gefährlichen Beanspruchung der Ladekammer vorgebeugt. -
Auf der beiliegenden Zeichnung stellt Fig. 1 ein derartiges Dynamitgeschofs im Längsschnitt dar, während Fig. 2 und 3 dasselbe in Schnitten zeigen.
Fig. 4 stellt eine Abänderung der Construction im Längenschnitt dar.
Fig. 5, 7, 8 und' 9 zeigen gleichfalls Abänderungen der Erfindung im Längenschnitt und die zugehörigen Fig. 6, 10 und 1 1 sind Querschnitte nach den Linien \-\ der Fig. 5, β'-Λ1 der Fig. 8 und' bx-bl der Fig. 9. Fig. 12 zeigt einen Theil der Fig. 8 in gröfserem Mafsstabe, wobei die Theile, welche das Dynamit enthalten, aus ihrer ursprünglichen Lage in diejenige gebracht sind, die sie beim Verlassen des Geschützlaufes einnehmen.
Fig. 13 und 14 stellen weitere Abänderungen im Längenschnitt dar.
Fig. 15 und 16 zeigen einzelne Theile der Geschosse in verschiedener Ausführung. Fig. 17 veranschaulicht die Einrichtung Fig. 16 im Querschnitt nach der Linie s-s.
Fig. 18 bildet einen Längenschnitt, um die Art der Verpackung des Sprengstoffes zu zeigen. Fig. 19 ist ein Querschnitt der Fig. 18 und Fig. 20 zeigt die Zusammensetzung des Cylinders in Fig. 18.
Fig. 21 zeigt eine abgeänderte Form, bei welcher der Stempel central durch den Sprengstoff führt.
Fig. 22 stellt in Vorderansicht die Gestalt der Explosionskörper, welche Kreisausschnitte bilden, dar.
Fig. 23 . zeigt einen Theil der Fig. 18 in gröfserem Mafsstabe.
Bei dem auf der Zeichnung in. Fig. 1 und 2 dargestellten Hohlgeschofs A ist die Kammer B dazu bestimmt, Luft oder ein anderes Gas aufzunehmen, welches darin comprimirt sein kann, aber nur die Spannung der äufseren 'Luft zu haben braucht. Die Kammer wird durch den Kolben oder Stempel C, dessen innere Endfläche sich genau dem Boden der Kammer anpafst, abgeschlossen. Dieser Kolben, der sich in der Kammer verschieben läfst, besitzt an seinem Umfange bewegliche Knaggen oder Sperrklötze D, welche in die Nuthen E auf der Innenwand der Kammer B eingreifen und
durch Federn hineingedrückt werden, wodurch, wenn die Theile sich in der normalen Lage, wie gezeichnet, befinden, verhindert wird, dafs der Stempel aus dem Geschofs tritt. Vorgesehene Luftlöcher unterstützen das sichere Einlegen der Sperrklötze D in die Nuthen E.
In Fig. 4 ist eine andere Methode gezeigt, um den Stempel C in seiner Lage zu halten. In diesem Falle verbinden die Drähte Y das äufsere Ende des hohlen Kolbens C mit dem Ende der Wand der Druckkammer B, wobei der Kopf des Stempels C und die Aufsenwand der Druckkammer in solcher Weise durchbohrt sind, dafs die Drähte sich in Nuthen vollständig bergen lassen und das Kaliber des Geschosses sich nicht vergröfsert. Die Drähte Y halten den Stempel in seiner ursprünglichen Lage, verhindern aber nicht den Vorschub desselben in der Druckkammer durch die Wirkung der Explosion der Geschützladung oder einer anderen Kraft, welche das Geschofs aus dem Geschütz schleudert. Bei diesem Beispiel, Fig. 4, ist das innere Ende. des Kolbens gleichfalls mit Nasen D versehen, welche in Eingriff mit den Nuthen oder Aussparungen X in der Wand der Druckkammer B kommen können. Dadurch wird der Stempel in dem Innern der Kammer festgehalten, sobald er infolge der Explosion der Geschützladung oder durch das sonst angewendete Druckmittel in die Kammer hineingeprefst worden ist.
Bei der Construction Fig. 1 befinden sich zu dem letzteren Zwecke Greifhaken K, welche, sobald der Stempel in die Kammer hineingedrückt worden ist, über die Nasen L am Ende des Geschosses A greifen, um auf solche Weise den Stempel in dieser Stellung mit dem Geschofs fest verbunden zu halten, sobald es das Geschütz verlassen hat.
Während der Erfinder nur diese beiden Beispiele anführt, um einerseits, den Stempel C in der anfänglichen, ursprünglichen Lage, andererseits ihn beim Verlassen des Geschützes im Innern der Kammer zu halten, in welches er durch die Explosionswirkung oder durch die Druckwirkung hineingeprefst ist, läfst sich dies durch bekannte Mittel noch in verschiedener anderer Weise bewirken.
In der Construction der Fig. 1 ist kein besonderer Hahn angegeben, mit Hülfe dessen, wie bei Fig. 4, comprimirte Luft oder Gas in die Druckkammer B sich einführen läfst. Der in der Kammer, erforderliche Druck wird in' diesem Falle durch Einlassen einer hinreichenden Menge von flüssiger Kohlensäure oder von anderem Gas erzielt. Die flüssige Kohlensäure oder das Gas wird in die Kammer vor dem Einsetzen des Kolbens C eingeführt. Durch die Ausdehnung des flüssigen Gases unter dem Kolben wird dann ein genügend starker Druck entstehen.
Bei der Construction Fig. 4 ist ein Sperrhahn C2 angeordnet, durch welchen comprimirte Luft oder Gas unter Druck zunächst durch den Kanal U in den Hohlraum C1 des Kolbens C und von hier durch den Kanal W, der die Druckkammer B und den Hohlraum C1 des Kolbens verbindet, in die Druckkammer B gelangt. Nachdem auf solche Weise der gewünschte Druck in der Kammer B und dem Hohlraum C1 hergestellt ist, schliefst man den Hahn C2; er wird dann durch die übergeschraubte Schutzkappe C3 noch' besonders geschützt.
Bei der Construction Fig. 1 hat der Stempel nahe an seinem vorderen Ende eine ringförmige umlaufende Nuth G erhalten, welche durch die Oeffnungen H mit der Kammer C l des Stempels C in Verbindung ist. In der Wand der Druckkammer B sind die Längsnuthen J angebracht, welche so angeordnet sind, dafs, wenn der Stempel in die Kammer B hineingedrückt wird, die Ringnuth G mit den Längsnuthen / die Verbindung zwischen der Druckkammer B und dem Hohlraum C1 herstellt, wodurch das beim Vorgange des Stempels stark zusammengeprefste Gas sich wieder ausdehnen kann und der Stempel also wesentlich entlastet wird.
Bei der Construction Fig. 4 ist der Stempel in seinem vorderen Ende mit der Durchbohrung Wversehen, wodurch eine Verbindung, der beiden Räume B und C ϊ hergestellt ist. Wird in diesem Falle der Stempel C in' die Kammer B hineingeprefst, so wird dadurch der entstehende Druck in einer gewissen Grenze gehalten. Es könnten aufserdem in dem Vordertheil des Stempels noch weitere Oeffnungen von entsprechender Weite vorgesehen sein, wie dies den praktischen Anforderungen am besten angemessen erscheint. ' .
Bei der Construction Fig. 1 geht den Vordertheil des Geschosses, welcher die Sprengstoffladung enthält, eine Stange oder ein Stab M entlang; auf diese sind metallene ringförmige Büchsen aufgeschoben, welche das Dynamit oder den Sprengstoff enthalten. In dem Umfange dieser Büchsen oder Hohlringe N sind Nuthen S vorgesehen, in welche sich die Stangen T einlegen. Letztere sind mit den Muttern T1 ausgerüstet, um mit Hülfe derselben alle Ringbüchsen N fest zusammenzuhalten. Die ringförmigen Büchsen 'N, welche den Sprengstoff enthalten, werden nach dem Zusammenschrauben überall mit schlechten Wärmeleitern umkleidet, um einerseits dadurch ihre unmittelbare Berührung der Metallbüchsen mit dem Stempel M, der Kappe Q und dem vorderen Ende der Kammer B zu verhüten, andererseits um die in dem Geschütz sich entwickelnde Hitze von der Sprengstoffladung abzuhalten.
Nachdem die vereinigten Büchsen JV über die Stange M geschoben sind, werden sie durch die Kappe Q und die Spitze R in ihrer Lage befestigt. Während die Kappe Q das Kaliber des Geschützes und denselben Durchmesser wie der Mantel der Druckkammer B und das hintere Ende des Kolbens C hat, weisen die cylinderartig zusammengelegten Büchsen JV einen geringeren Durchmesser auf, damit sie nicht mit den Zügen des Geschützes in Berührung kommen^ Die Kappe Q und die Ringbüchsen JV können sich frei auf der Stange M drehen, so dafs keine gefährliche/ Verdrehung der Büchsen gegen die Kappe entstehen kann. Um die Verdrehung der Büchsen gegen den Boden der Kammer B zu verhüten, könnte man noch eine besondere Einlage zwischen den Ringbüchsen und dem Boden der Druckkammer anwenden, und mit Hülfe eines Schmiermittels liefse sich die Reibung auf das geringste Mafs bringen. Die Verdrehung der einzelnen Büchsen unter einander wird durch die starre ' Verbindung derselben mittelst der Stange T verhindert.
Bei der Construction Fig. 4 ist eine abgeänderte Art der Unterbringung des Sprengstoffes zur Anwendung gekommen. In diesem Falle fällt die Stange M fort und die Kapseln, welche den Sprengstoff enthalten, sind in einem Cylinder untergebracht, der die Verlängerung der Druckkammer B bildet, aber dünnere Wandungen hat als der letztere. Die Kapseln sind. wie bei der vorigen Construction an ihrem Umfange mit Nuthen versehen und werden durch in diese eingelegte Bolzenstangen mit Muttern zusammengehalten. Man schiebt sie als Ganzes in den Cylinder hinein, und eine auf das offene Ende desselben geschraubte Kappe hält sie in ihrer Lage in der Kammer. In diesem Falle brauchen die Kapseln für den Sprengstoff keine centrale Oeffnung, da sie nicht über eine Stange geschoben werden. Sie werden vollständig eingehüllt mit einer Wärme schlecht leitenden Schutzmasse. Geeignete Zwischenladung und Anwendung von Schmieröl verhindern wiederum, dafs die drehende Bewegung des Geschosses beim Verlassen des Geschützlaufes sich zu plötzlich und mit einem Ruck auf die Kapseln überträgt, was für die Ladung gefährlich werden könnte.
Der Vorgang bei Anwendung der beschriebenen Geschosse gestaltet sich folgendermafsen: Nachdem die Theile des Geschosses, wie in Fig. 1 und 4 gezeigt, zusammengebracht sind, wird dasselbe in das Geschütz eingebracht. Sobald dann die Geschützladung explodirt oder eine andere treibende Kraft auf das Geschofs einwirkt, um es aus dem Lauf zu drücken, wird zunächst der Stempel C in die Kammer B hineingetrieben. Dadurch, dafs. das darin abgeschlossene Gas hierbei verdichtet wird, entsteht ein Luftkissen, welches die plötzliche Wirkung der treibenden Kraft allmälig auf das Geschofs überträgt, so dafs nur eine gefinge Stofswjrkung auf die Büchsen mit dem Sprengstoff ausgeübt wird. Durch Wahl passender Dichtungsmaterialien ist dafür zu sorgen, dafs der Stempel C vollständig dicht in die Kammer B pafst. Die bei dem Eintreiben des Stempels in die Druckkammer vor sich gehende Regelung oder Beseitigung des in derselben erzeugten Druckes ist bereits beschrieben worden. Die Explosion des Geschosses findet entweder statt, sobald dasselbe auf das Ziel aufschlägt oder aber bei Anwendung eines geeigneten Zünders nach Verlauf einer bestimmten Zeitdauer nach dem Verlassen des Geschützes.
Bei der Construction Fig. 5 ist der Stempel C als Hülse muffenartig verschiebbar über dem Ende des Geschosses angeordnet, so dafs1 infolge dessen der Stempel zugleich die Luftkammer bildet. Im Innern der Hülse C sind nahe an dem vorderen Ende die Nuthen E vorgesehen, worin die federnden Knaggen D, welche an dem Ende des Geschosses A angebracht sind, Platz finden, um dadurch die Theile zunächst in ihrer ursprünglichen Lage zu halten und die Lösung des hohlen Stempels. C von dem Geschofs. zu verhindern. An dem entgegengesetzten Ende des Stempels sind im Innern desselben die sägenartig hinter einander angeordneten Nuthen X angebracht, in welche die federnden Knaggen D einschnappen, sobald der Stempel durch die Explosionswirkung über das Geschofs gedrückt ist, um dadurch den Stempel in dieser, Lage zu halten. Der Hahn C2, welcher, wie beim ersten Falle, in dem hinteren Theile des Stempels angebracht ist, dient zum Einlassen der comprimirten Luft oder des Gases in die Kammer B. Aufserdem sind Nuthen in dem Stempel und an dem Geschofs vorgesehen, wie dargestellt, wodurch nach genügendem Vorgange des Stempels eine Entlastung desselben eintritt, indem die zusammengeprefste Luft nach aufsen entweicht.
In Fig. 7 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei welcher der Stempel C die Gestalt eines Kolbens hat, der im Innern der Kammer verschoben wird. Der Kolben C wird in der Ruhelage durch die federnden Knaggen D gehalten, welche sich in die Nuthen E der Innenwand der Kammer B unter Einwirkung der Federn F einpressen. Der Hahn dient zum Einlassen der Prefsluft in die Kammer, was vor dem Einbringen des Geschosses in das Geschütz geschieht. Nachdem infolge der in dem Geschütz entwickelten Spannung der Kolben C in der Kammer B vorwärts getrieben worden ist, bleibt er in seiner Lage, indem die federnden
Knaggen in eine der sägezähneartig hinter einander liegenden -Nuthen X eingreifen.
Eine abgeänderte Construction ist in Fig. 8 dargestellt. Der Kolben C. theilt in diesem Falle das Innere des Geschosses in zwei Theile. Die hintere Kammer B ist mit Prefsluft oder Gas gefüllt, während die vordere Kammer mit •der in den Büchsen untergebrachten Sprengladung gefüllt ist. Der Kolben wird in seiner ursprünglichen Lage durch die Knaggen D gehalten, welche in die in der Innenwand des Geschosses vorgesehenen Nuthen E durch die Feder F eingeprefst werden. Im Innern der Kammer B sind Längsnuthen angebracht; diese kommen mit den hohlen Verbindungsstangen Z, welche die Büchsen mit den Sprengstoffen unter einander zusammenhalten, in Verbindung, sobald der Kolben C in der Kammer B rückwärts getrieben wird, was infolge der auf das Geschütz plötzlich einwirkenden Druckkraft geschieht. Ein Theil der eingeprefsten Luft gelangt also durch die Rückbewegung des Kolbens mit den Büchsen in die vordere Kammer des Geschosses, wodurch einmal eine Druckabnahme in der Kammer B stattfindet, gleichzeitig aber infolge des stattfindenden Druckausgleiches verhindert wird, dafs der aus den Büchsen zusammengesetzte Explosionskörper durch Ueberdruck in der Kammer B mit Heftigkeit gegen die Vorderwand des Geschosses geschleudert wird, nachdem dasselbe den Lauf verlassen hat.
Bei der Construction Fig. 9 sind zur Erreichung des zuletzt "angeführten Zweckes in der Kammer B die Nuthen X vorgesehen, in welche sich die federnden Knaggen D des Kolbens C-einlegen, sobald der Kolben mit dem Explosionskörper infolge der plötzlichen Druckwirkung in der Kammer B zurückgetreten ist.. Dadurch wird verhindert, dafs der Luftdruck in B den Kolben wieder vorwärts treibt.
Bei allen Constructionen ist für gute Abdichtung des Kolbens in . der Luftkammer zu sorgen, was aber in beliebiger Weise geschehen kann. Während bei den beschriebenen Constructionen ein Luftkissen angewendet ist, um die Stofswirkung, welche bei der Explosion der Geschützladung entsteht, nicht auf den Sprengstoff zu übertragen, kann 'man den Stempel auch mit anderen elastischen Gegendruckmitteln anordnen. Auch die Feststellung des Kolbens kann in beliebig anderer Weise geschehen. Das Geschofs wird entweder durch das Aufschlagen auf sein Ziel zur Explosion gebracht oder mittelst eines Zünders.
In Fig. 5 ■ und 7 sind .die Verbindungsstangen T mit den Muttern T1 nicht mitgezeichnet.
Fig. 13 veranschaulicht eine. Abänderung der Construction Fig. 1. In diesem Falle werden die Sperrzähne D, welche die Sperrklötze ersetzen, durch die Feder F beständig nach aufsen gespreizt. Durch den Luftdruck in der Kammer B wird der Stempel nach aufsen gedrückt, wobei aber die Sperrzähne sich in die Nuthen E legen, so dafs der Stempel' zunächst in der in Fig. r angegebenen Ruhelage verharrt. Wird der Stempel infolge der Druckwirkung in die Kammer B hineingetrieben,- so fassen die Zähne D in die Nuth X im Innern der Kammer, wodurch der Stempel in seiner Endstellung gehalten wird. Es sind aufserdem noch die Schliefshaken K (wie auch in Fig. 1) an dem äufseren Ende des Stempels angebracht, wekhe in die Nuthen E einschnappen und dadurch den Stempel sicher in dem Geschofs A halten, nachdem dasselbe den Lauf verlassen hat. Die Kammer B ist dergestalt eingerichtet, dafs, wenn der Stempel sich seiner innersten Lage nähert, zwischen dem Kolben und der Wand der Druckkammer ein Raum frei wird, durch den die Prefsluft entweichen kann, um den Stempel zu entlasten.
Fig. 14 zeigt eine Abänderung der Construction Fig. 5, bei welcher der hohle Stempel einen besonderen Kolben erhalten hat. Das Ende des Geschosses A ist mit einer Luftkammer versehen; letztere besitzt Oeffnungen und Nuthen, die mit entsprechenden Nuthen in der Druckkammer B in Verbindung treten und dadurch den Druck ausgleichen, welcher in der Kammer B entsteht, indem sich der hohle Stempel über das Ende des Geschosses schiebt.
Fig. 15 stellt eine weitere Abänderung dar, bei welcher der Raum zur Ausgleichung des ,Druckes auf die Aufsenseite des Geschofskörpers A gebracht ist. Auf dem Ende des Geschosses ist die Packung P1 angebracht, welche eine dichtere Verbindung des aufgeprefsten hohlen Stempels mit dem Geschofskörper nach dem Verlassen des Geschützlaufes bezweckt.
Fig. 16 stellt eine Verpackungsart für den Sprengstoff dar. Der letztere befindet sich in runden Büchsen, welche durch Bolzenstangen zusammengehalten werden und eine. nicht leitende Umhüllung erhalten haben. Das Ganze wird von Ringen B2 aus Gummi oder elastischem Material umgeben und in einen Einsatzcylinder C2 eingelegt, um mit diesem in das Geschofs eingesetzt zu werden. Auf solche Weise ist jede metallische Berührung des Sprengstoffes mit dem Geschofskörper ausgeschlossen.
Eine andere Packungsart für den Sprengstoff ist. in Fig. 18 angegeben. In diesem Falle ist ein Hohlcylinder angewendet, welcher durch die Scheidewände D2 in Abtheilungen zerlegt wird, worin man den Sprengstoff in Büchsen aus beliebigem Material unterbringt. Um die letzteren bequem in den Cylinder einlegen zu können, ist derselbe zweitheilig her-

Claims (4)

  1. gestellt. Nachdem die Büchsen mit dem Sprengstoff in die eine Hälfte des Cylinders eingelegt sind, wird die andere Hälfte übergepafst, worauf beide durch die Schrauben D3 an den Zwischenwänden D2 verschraubt werden, wie Fig. 23 zeigt.
    Diese Verpackung wird äufserlich mitGummipfropfen und elastischen Ringen versehen und so in dem Behälter C2 untergebracht; jede metallische Verbindung der Sprengstoffiadung mit dem Geschofskörper ist dadurch vermieden, und auch eine etwaige Erschütterung beim Abfeuern des Geschützes wird dadurch abgeschwächt.
    Der Einsatzcylinder C2 läfst sich an der Aufsenseite mit Nuthen, Fig. 19, versehen, wodurch man denselben für die Geschöfsconstruction Fig. 8 verwenden kann. Wenn alsdann das Geschofs mit dem Kolben zurückgeht, treten die Nuthen in dem Einsatzcylinder mit den Nuthen in der Wand der Kammer B in Verbindung, wodurch die Prefsluft oder das Gas aus der Kammer B in den Vordertheil des Geschosses zwischen den Einsatzcylinder und den Kopf des Geschosses gelangt.
    Wie Fig. 22 zeigt, ist der Sprengstoff in Form von Kreisausschnitten hergestellt, um ihn so möglichst sicher handhaben zu können.
    Bei der praktischen Ausführung werden die Geschosse mit Dichtungen versehen, um das Entweichen der Explosionsgase nach vorn zu verhindern. Ebenso kann man geeignete Rippen vorsehen, welche sich in die Züge des Geschützrohres legen.
    ■ Patent-Ansprüche:
    ι . Hohlgeschofs, in dessen hinterem, mit Luft oder einem anderen Gase gefülltem cylindrischen Theil zur Abschwächung des Stofses der Treibgase des Geschützes auf die brisante Sprengladung des vorderen Geschofstheiles ein Kolben (C) vorgetrieben wird, der in seiner Anfangsstellung -entweder durch in Nuthen (E) eingreifende Knaggen (D, Fig. 1, 7 und 13) oder durch Drähte (Y, Fig. 4) gehalten wird, während zur Befestigung der Endstellung des Kolbens entweder die Knaggen (D) dienen (Fig. 4, 5, 7, 13 bis 1 5), . oder die äufseren Endhaken (K, Fig. 1 und 13) oder beide Vorrichtungen gleichzeitig.
  2. 2. An dem unter 1. gekennzeichneten Geschofs:
    a) die Anordnung der Lufteinlässe (H) im Kolben (C, Fig. 1), durch welche die Luft nach dem Zusammenpressen theilweise in den Hohlraum (C) des Kolbens treten kann;
    bj die Anordnung der Kanäle [U und W, Fig. 4 und 7) in dem hohlen Kolben (C) und eines Hahnes (C2, Fig. 4), so dafs Luft oder Gas unter Druck vor den Kolben in den Cylinder (A) geprefst werden kann;
    c) die Anordnung des mit dünner Stange versehenen Kolbens (Fig. 13), wodurch bei dessen Endstellung im Cylinder (B) die vorher zusammengeprefste Luft durch in dessen Wand vorgesehene Nuthen entweichen kann.
  3. 3. Die Abänderung des unter 1. gekennzeichneten Geschosses in der Weise (Fig. 8
    . und 9), dafs die Sprengladung mit dem Kolben (C) verbunden und im vorderen Theil des Hohlgeschosses durch Sperrungen (D F) gesichert ist, wobei durch Nuthen (J) und Kanäle (%, Fig. 8 und 12) ein Druckausgleich zwischen den Räumen vor und hinter'der Sprengladung nach oder während des Vorschiebens des Cylinders über den Kolben beim Abschiefsen stattfindet.
  4. 4. In Verbindung mit demunter 1., 2. und 3.-gekennzeichneten Geschofs:
    a) eine Sprengladung, die entweder aus ringförmigen oder aus cylindrischen, mit Sprengstoff gefüllten Büchsen zusammengesetzt ist, die durch Schraubenbolzen (T T1) zu einem Ganzen verbunden sind und entweder über einen Dorn (M, Fig· ι) geschoben oder in einem cylindrischen Hohlraum des Geschosses untergebracht und durch die Geschofsspitze (Q) in ihrer Lage gesichert werden, wobei die Sprengladung allseitig mit Wärme schlecht leitendem Stoff umgeben ist und gegebenenfalls ihre Verdrehung gegen den Geschofskörper durch Schmiermittel ermöglicht wird;
    b) eine Sprengladung, bestehend aus einer Anzahl von Sprengstoffbüchsen, die unter Anordnung der Zwischenwände (D2, Fig. 18, 20 und 23) und der elastischen Zwischenlagen . in einer äufseren Metallhülse (C2, Fig. 16 und 18) angeordnet sind, wobei letztere au'fsen mit Längsnuthen (Fig. 19) versehen sein kann.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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