DE59058A - Kamin - Google Patents
KaminInfo
- Publication number
- DE59058A DE59058A DE1890F4895 DEF4895 DE59058A DE 59058 A DE59058 A DE 59058A DE 1890F4895 DE1890F4895 DE 1890F4895 DE F4895 DEF4895 DE F4895 DE 59058 A DE59058 A DE 59058A
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- grate
- fuel
- door
- chimney
- air
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Pending
Links
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 36: Heizungsanlagen.
Kamin.
Patentirt Im Deutschen Reiche vom 25. Juli 1890 ab.
Der Zweck dieser Erfindung ist, auf billigem .
Wege einen Kamin herzustellen, der möglichst wenig Brennstoff erfordert, leicht zu bedienen
und sehr einfach zusammengesetzt ist, dabei gleichmäfsig wä'rmt und für die meisten Arten
von Brennmaterialien, sowie für verschieden grofsen Wärmebedarf brauchbar ist.
Dieser Zweck wird erreicht:
1. Theils dadurch, dafs durch den Füllschacht
eine Brennstoffschicht 1 von derartig abgepafster Stärke gebildet wird, dafs eine vollständige
Verbrennung an ihrem Fufse in horizontaler Richtung und zwar dadurch stattfindet,
dafs die Verbrennungsluft, welche an der Vorderseite der Schicht einströmt, durch die
verticalen Oeffnungen 9 in der Schiebethür 42 gezwungen wird, die Brennstoffschicht in horizontaler
Richtung zu durchziehen, worauf die so erzeugten Verbrennungsgase durch den Gasableiter
3 , an der entgegengesetzten Seite, des mit seiner Grundlage auf einem Rost 50 ruhenden Pfeilers abgeleitet werden. Zu dem
Rost ist der Luftzutritt durch die äufsere Wand 34 der Aschenschieblade gradweise abgeschlossen,
und die bei der Verbrennung am Fufse des Pfeilers sich bildende Asche fällt durch denselben, während die verticalen Oeffnungen
9 für den Luftzutritt stets von der sich bildenden Asche freigehalten werden.
Diese Einrichtung könnte als die »horizohtale«
zum Unterschied von der »verticalen« Verbrennung vieler bisher angewendeter Constructionen
bezeichnet werden.
2. Durch nachstehend erläuterte constructive Einrichtungen.
Der Kamin kann mit Feuerungsraum und äufserem Mantel von Eisenblech oder Gufseisen
sowohl in runder als auch in viereckiger Form angefertigt werden.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnung ist die Vorderseite;
Fig. 2 und 3 sind verticale, winkelrecht zu einander stehende Längsschnitte;
Fig. 4, 5 und 7 sind horizontale Schnitte in verschiedener Höhe des Kamins;
Fig. 6 ist der Grundrifs des Rostes und Fig. 8 die verticale Ansicht der Schiebethür.
Die einzelnen Theile des Kamins sind folgendermafsen
zusammengesetzt:
An dem zusammengefalzten Eisenblechcylinder 35 wird, nach vorn zu, mit Nieten oder
Schrauben der Rahmen 26 sowie die untere Kante der Vorderseite des Füllschachtes 1 mit
dem Zwischenstück 31. befestigt, ferner die verticale Zwischenwand 13, welche den Kamin
in zwei Theile 2 und 4 theilt, und die Ausmündung 5 (s. Fig. 4).
Darauf werden die drei feuerfesten Ziegel 6, 7 und 8 eingemauert, deren äufsere Form der
des Mantels des Kamins entspricht, und deren Innenseite die Feuerstätte begrenzt, während
der Ziegel 7 gleichzeitig einen schrägen Boden für den Gasabieiter 3 bildet. Die Fugen der
Ziegel sind keilförmig und sichern eine feste Verbindung der Ziegel unter einander. Die
Seitenziegel 6 und 8 dienen dem Füllschacht zur Stütze. ·
Bei dem in Fig. 1 gezeichneten Kamin, bei welchem der Brennstoff aus dem Füllschacht 1
auf den Rost 24 fällt, ist durch unregelmäfsige Kreislinien das Kohlenmaterial — der äufsere
Umfang des Brennstoffes — angegeben, wie sich derselbe auf dem Roste bildet, wobei die
einzelnen Kreise einzelne Stücke des Brennmaterials andeuten.
Mit 3 ist der freie Raum zwischen dem Füllschacht ι und dem schrägen feuerfesten
Ziegel 7 bezeichnet, welcher die Feuerstätte nach der Rückseite hin begrenzt, während die
Ziegel 6 und 8 die seitliche Begrenzung der Feuerstätte bilden. Die Heizgase gelangen von
dem Feuerraum 17 durch den mit 3 bezeichneten Ableiter, durchstreichen dann die durch
Wand 13 getrennten Räume 2 und 4, um schliefslich bei 5 zu entweichen.
An die Ziegel wird hierauf der Boden 23 festgeschraubt, der nach vorn zu eine viereckige
Oeffnung für den Rost zeigt und auf seiner oberen Seite mit einem vorstehenden Flantsch 24 versehen ist. Der Boden hat an
seiner unteren Seite einen Zapfen 22, der in die Furche 20 hineinreicht und den Bewegungsmittelpunkt des Rostes 50 bildet, ferner zwei
Haken 21, die den Rost halten. Der Kamin wird nach oben vermittelst eines Deckels 15
geschlossen, welcher an seiner Unterseite einen abwärts strebenden konischen Flantsch 14 hat,
dessen oberer Durchmesser etwas gröfser als der des Eisenblechmantels ist, zur Herstellung
eines vollständig dichten Verschlusses zwischen Mantel und Deckel. Hierauf wird der Boden 36
unter der Aschenschieblade 34 befestigt, der Rost 50, die Schiebethür42, sowie die Aschenschieblade
eingesetzt, und der Kamin ist fertig.
Der Kaminmantel, der Füllschacht und der Rahmen 26 können auch gegossen werden.
Füllschacht 1, Schiebethür 42, Rost 50 und Feuerraum 17 befinden sich in dem vorderen
Theile des Kamins in unmittelbarer Nähe der Vorderseite desselben, während der Gasableiter
3 an die Rückseite des Kamins verlegt wird, wo er dicht über dem Rost, gerade
gegenüber und fast in gleicher Höhe mit der Thür mit ihren Luftöffnungen 9 angebracht
ist; der Feuerraum mit seinem Aschenausgang 50 liegt zwischen den verticalen Luftöffnungen 9
und dem Gasabieiter 3, und der Füllschacht ist vertical über dem Feuerraum errichtet.
Der Boden des Gasabieiters ist derartig gegen den Rost geneigt, und die untere Kante 41
des Füllschachtes befindet sich in solcher Höhe über dem Rost 50, dafs die in dem Feuerraum
17 liegende Brennstoffschicht eine genügend grofse und freie Oeffnung für den
Abzug der Gase durch den Gasabieiter 3 läfst, ohne dafs die Brennstoffschicht andererseits
einen zu grofsen Druck gegen die Thür ausübt.
Durch die beschriebene Anordnung wird eine gleichmäfsige Verbrennung, bequeme Bedienung
des Kamins, sowie die vollständige Ausnutzung und gehörige Mittheilung der Wärme erzielt,
ohne dabei den Kamin zu überheizen. Die Theilung des Kamins durch die Wand 13 in
eine vordere und eine hintere Partie bezweckt die Leitung der Gase. Dieselben steigen aus
dem Ableiter 3 gegen den Deckel 15 durch den Raum 2 empor, dann in den Raum 4"
hinab, um schliefslich durch Ausmündung 5 zu entweichen, nachdem sie ihren ganzen
Wärmegehalt abgegeben haben.
Der Rost 50 ist um die Achse 22 drehbar, welche hinter der Mittellinie des Feuerraumes
liegt, und kann durch Schütteln in eine pendelartige horizontale Bewegung versetzt werden,
welche der Thür 42 zunächst, wo die Verbrennung und Aschenbildung am schnellsten
vor sich geht, am stärksten ist. Diese Bewegung bezweckt die leichte Entfernung der Asche
aus dem Kamin. Unter dem Gasabieiter 3 befindet sich ein Raum, in welchem der mit
der Furche 20 versehene Rost, der einerseits auf den Absätzen 21, andererseits auf dem
Rahmen 26 aufliegt, ohne Mühe hineingeschoben wird, zum Zwecke der Ausleerung' des Feuerraumes. Das zu entfernende Brennmaterial
fällt dann in die Aschenschieblade.
Die Thür 42 im Rahmen 26 an der Vorderseite des Kamins ist mit verticalen Luftöffnungen 9
in Furchen 10 versehen, welche, ohne durch Asche verdeckt werden zu können, bei langsamer
Verbrennung Luft durchlassen, so dafs das Feuer im Gange bleibt. Die Thür 42 ist
an ihrer horizontalen Oberkante mit einem Ansatz 30 versehen, welche ^mit einem vom
Oberstück des Rahmens vorspringenden horizontalen Ansatz 40 einen dichten Verschlufs
bildet, um den Eintritt der Heizgase in den zu" heizenden Raum zu vermeiden. Dieses
Oberstück 40 läuft nach dem Innern des Kamins zu in einen Vorsprung 32 aus, welcher
die entstehenden Gase nach innen leitet und zusammen mit dem Zwischenstück 31 den
Feuerungsraum so weit ins Innere des Kamins verlegt, dafs der dort befindliche Brennstoff
die obere Partie der Thür und das Oberstück 40 nicht berührt. Die Thür gleitet innerhalb
zweier vom Rahmen vorspringenden Schienen 16 und ruht mit ihren Ansätzen 12
auf deren oberen Kanten 11 derart, dafs sie in den Feuerraum bis zur horizontalen Lage hineingeschwenkt
werden kann, um so den Brennstoff im Füllschacht aufzuhalten, wenn der Feuerraum behufs erneuten Anzündens oder
Entfernung von Asche oder Entleerung seines Inhaltes zugänglich gemacht werden soll.
Durch das Schwingen der Thür nach innen wird zu gleicher Zeit die Asche dem Rost zugeführt
und fällt durch denselben in den Aschenfall. Es können nun Thüren mit verschiedenartigen,
der Beschaffenheit des Brennstoffes angepassten Luftöffnungen eingesetzt
und verwendet werden, ohne dafs hierdurch eine veränderte Construction des Kamins noth-
wendig wird. Der Feuerraum ist bei aufgezogener Thür für das Feueranmachen zugänglich,
während die geschlossene Thür dem Rost so nahe liegt, dafs Feuerraum und Rost behufs Durchschütteins des Brennstoffes mit
einem Haken erreichbar sind, welcher durch die Luftöffnungen einzuführen ist. Durch die
Oeffnungen in der Thür wird Luft zugeführt, so dafs die Verbrennung lebhafter in der Mitte
als an den Seiten des Feuerraumes vor sich geht. In dem Ausbau des vorderen Rahmens 26
an der unteren Kante der Thür ist eine Oeffnung 28, Fig. 7, für Asche vorhanden, welche
in den Furchen der Thür herabgleitet.
Die Oeffnungen 9 gestatten der Thür den Luftzutritt; der Rost 50 nimmt die entstehende
Asche und der Gasabieiter 3 die entstehenden Gase auf, während gleichzeitig der Luftzutritt
zum Rost geschlossen ist oder geregelt wird durch die Vorderseite 34 der Aschenschieblade,
so dafs Luftzutritt und Aschenausgang regelmäfsig vor sich gehen und eine gleichmäfsige
Verbrennung und Erwärmung herbeigeführt wird. Wenn die Thür 42 aus ihrer Lage, Fig. 3, in waagrechte Stellung gebracht, der
Brennstoff also gehoben wird, so kann entweder Feuer auf dem Rost angemacht werden,
oder der Rost wird eingeschoben, um Asche und grofse Schlackentheile in die Aschenschieblade
zu schaffen, ohne dafs Brennstoff weder verloren geht, noch solcher aus dem Füllschacht
entfernt zu werden, noch auch das Feuer zu erlöschen braucht. Bei einer derartigen
Bewegung der Thür nimmt der gegenüberliegende Gasabieiter 3 den gröfsten Theil
des Brennstoffes auf. Nach Entzündung des Feuers auf dem Rost wird die Thür in ihre verticale Lage zurückgeführt, der Brennstoff
fällt in die Feuerstätte herab, und der Kamin ist von neuem geheizt zur Anwendung
fertig.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Bei einem Kamin mit Füllschacht folgende Theile in Verbindung mit einander:a) die mit Lufteinlafs 9 versehene bewegliche Thür 42, durch deren Drehung um 11, 12 ein Emporheben des auf dem Roste ruhenden Brennstoffes in den Füllschacht bewirkt wird;b) der Gasabzugskanal 3 gegenüber der Schiebethür 42, durch welche Anordnung das Durchstreichen der Luft durch die Brennstoffsäule in- horizontaler Richtung erfolgt;c) der in waagrechter Richtung verschiebbare Rost 50.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE59058A true DE59058A (de) |
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2629310A1 (de) | Brotbackofen | |
| DE3833090C1 (en) | Burning apparatus for wood and coal | |
| DE4101631A1 (de) | Mit festen brennstoffen betriebener heizofen | |
| DE59058A (de) | Kamin | |
| DE40238C (de) | Feuerung für stehende Dampfkessel | |
| DE2031698A1 (de) | Ofen zur Verbrennung von Papier- und anderen Abfällen | |
| DE61810C (de) | Ofen zum Trocknen und "Verbrennen von Fäcalstoffen | |
| DE29918C (de) | Ventilations-Füllöfen | |
| DE258762C (de) | ||
| DE34443C (de) | Feuerung, bei welcher die Verbrennungsgase von hinten nach vorn unter dem Rost entlang ziehen | |
| DE418889C (de) | Schirmartiges Kuekenheim | |
| DE2205511C3 (de) | Verdampfungsbrenner für flüssigen Brennstoff | |
| DE345501C (de) | Gaskochherd mit durch Kohlengase und einen Gasbrenner beheizbarem Bratraum | |
| DE171856C (de) | ||
| DE390347C (de) | Fuellfeuerung fuer grusfoermige Brennstoffe | |
| DE670433C (de) | Feuerung mit verstellbarer Wand im Feuerraum | |
| CH223250A (de) | Feuerungsanlage für Kachelöfen und Warmwasserkessel. | |
| DE37883C (de) | Vorrichtung zum Nachfüllen von Brennmaterial in den Heizraum industrieller Oefen unter Vermeidung des Eintritts äufserer Luft | |
| DE85724C (de) | ||
| DE33308C (de) | Klapproste | |
| CH697728B1 (de) | Mobile Feuerstelle. | |
| DE38987A (de) | Neuerung an Regulir Füllöfen | |
| DE53704A (de) | Heiz- und Kochapparat | |
| DE32272A (de) | Grudeöfen für industrielle Zwecke | |
| DE8001824U1 (de) | Kamineinsatz |