-
Dachkantprisma Durch ein gleichschenkliges Reflexionsprisma nach Hans
Schmid t, das in der Patentschrift los 68 5 (Fig. i und _2) beschrieben ist,
wird eine Neigung der Bildebene uni 45° und Seiten- und Höhenvertauschung erreicht.
Diese Prismen sind in ihrem Hauptschnitt gleichschenklig, haben einen ablenkenden
Winkel von 45° und an der Basis eine Dachkante von go°. Wollte man diese Prismen
z. B. bei Stereoskopen mit um .15° geneigtem Einblick benutzen, so müßte, da die
optischen Achsen der beiden Objektive gegeneinander geneigt sind, je noch ein Prisma
vorgesetzt werden, iim eine Drehung der beiden Teilbilder in ihrer Ebene zu erreichen.
Dadurch wird das Instrument verteuert und seine Justierung erschwert.
-
Diese Nachteile werden erfindungsgemäß dadurch beseitigt, daß bei
dem Prisma nach H. S c h m i d t die Dachkante gegen die Hauptschnittebene geneigt
gestellt ist; der Neigungswinkel ist hierbei durch den Winkel der Bilddrehung und
das -Maximum der Drehung durch die Grenze der Totalreflexion gegeben.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Prismas und dessen
Wirkungsweise dargestellt. Es veranschaulichen: Fig. i das Prisma im Hauptschnitt,
Fig. 2 eine Draufsicht auf das Dach, Fig. 3 eine Aufsicht in Richtung der Dachkante,
Fig. 4 die Bildebnung schematisch, Fig. 5 den Einfluß der Dachkante auf eine Gerade
in einer Aufsicht parallel mit der Grundfläche, Fig. 6 den Einfluß der Dachkante
auf eine Gerade im Hauptschnitt und Fig.7 den Einfluß aller reflektierenden Flächen
auf eine Gerade in der Aufsicht senkrecht zur Grundfläche.
-
Die Schrägstellung der Dachkante D gegen die Hauptschnittebene S um
den Winkel ä ist besonders aus Fig.2 ersichtlich. Die beiden Seitenkanten
a, b und c, d verlaufen parallel zur Hauptschnittebene S und erfahren,
wie aus Fig. i und 3 ersichtlich ist, eine Schrägstellung gegen die Dachkante. Der
Strahlengang verläuft grundsätzlich wie im oben angeführten Prisma nach H. S c h
m i d t. Ein bei i (Fig. i) senkrecht einfallender Strahl wird bei :! unter
9o' reflektiert. Bei ; trifft der Strahl auf die schräg gestellten Dachflächen,
von denen er uni den Winkel a (Fig. 2) verdreht und unter 45° reflektiert wird,
wonach er bei 4 nochmals reflektiert wird und bei - senkrecht austritt.
-
Die Wirkung der schräg gestellten Dachkante auf das Bild ist dabei
folgende. Betrachtet man eine Gerade mit unter 45° geneigtem Doppelmikroskop, so
erscheint dieselbe. durch das rechte Mikroskop betrachtet, wie die Gerade I in Fig.4,
durch das linke Mikroskop wie die Gerade III. Bei stereoskopischer Betrachtung würden
die Bilder der Geraden sich kreuzen. Die erstrebte Wirkung ist nun die, daß beide
Bilder der Geraden in eine Ebene fallen, was sich durch Verdrehen der Dachkante
nach links bzw. rechts erreichen läßt.
-
Eine Strecke capy in Fig. 5 und 6 treffe auf die Dachkante auf. Hier
wechseln die beiden Hälften des Bildes auf die entgegengesetzte Dachfläche, verlassen
in dieser Lage gemäß Y 13' a.' die Dachkante und treffen entsprechend y" a" in Fig.
7 auf die ursprüngliche Eintrittsfläche auf. Hier werden sie nochmals reflektiert
und erscheinen nach ihrem Austritt aus dem Prisma in der Lage Y"' a"'.
-
Verwendet man nun zwei Prismen mit entgegengesetzter Schrägstellung
der Dachkanten und läßt diese auf zwei stereoskopische, in der Betrachtungsebene
verdrehte Bilder eines Objekts wirken, so können die Bilder auf diese '\Veise zur
Deckung gebracht werden.