DE598227C - Vorrichtung zur Herstellung von Innengewinde mit gleichzeitigem Abfasen und Aussenken des Gewindes - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung von Innengewinde mit gleichzeitigem Abfasen und Aussenken des GewindesInfo
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Description
Der Gegenstand der Erfindung ist ein Gewindeschneidwerkzeug,
welches zum gleichzeitigen. Abfasen und Aussenden, des beim
Schneiden von Gewinde am Anschnitt entstehenden Grates ausgebildet ist.
Beim Schneiden von Innengewinde wird bei bekannten Vorrichtungen dem eigentlichen,
unter Federdruck stehenden Abfaswerkzeug in den Spannuten des Gewindebohrers zur Verhütung
von Verdrehungen eine zwangsläufige Längsführung gegeben und gleichzeitig eine
Gleitschieburig in der Längsachse der Nuten erzielt. Während des Arbeitsvorganges ist bei
der Spanabnahme des Abfasmessers der Radialdruck derart stark, daß die Gleitbewegung
des Messers in den Spannuten durch die geringe Auflagefläche stark gehemmt ist, was
häufig zum vorzeitigen Bruch, des Messers führt. Durch den starken !einseitigen radialen
ao Druck wird der Gewindebohrer auch, aus seiner Längsachse gedrängt, so daß das Gewinde
am Werkstück natürlich, eine mangelhafte Ausführung erhält. Gewindebohrer mit drallförmigen
Nuten vermindern diese Nachteile nur ganz unbedeutend.
Bei den bekannten Vorrichtungen soll mittels eines unter Federdruck stehenden Abfasmeißels
oder Abfasmessers leine einwandfreie Entgratung erreicht werden. Die das Abgratmesser
vordrückende Feder arbeitet aber willkürlich durch ihre 'eigene Kraftentfaltung,
wodurch das Abgratmesser schnell in das zu bearbeitende Werkstück eingedrückt wird,
und zwar zunehmend stärker, je mehr die Feder unter Spannung gesetzt wird. Der Abgratmeißel
wird damit zu einer unverhältnismäßig starken Spanabnahme gezwungen und bildet so die Ursache der vielen, dem bekannten
Verfahren anhaftenden Mängel mit dem steten Ergebnis, daß der an sich kleine
Meißel schnell unbrauchbar wird. Sind z. B. Fittings, Muffen o. dgl. mit unterschiedlicher
Festigkeit des Werkstoffes zu bearbeiten, so ergibt sich ohne weiteres auch ein im gleichen
Verhältnis unterschiedliches Arbeitsergebnis. Ebenfalls vollzieht sich eine ungleiche Bearbeitung
bei gleichem Federdruck, wenn der Meißel scharf oder weniger scharf ist.
Durch den Erfindungsgegenstand werden alle diese Mängel behoben. Beim Vorwärtsgehen
des Gewindebohrers wird der Vorschub des mit dem Gewindebohrer in Verbindung stehenden Abgratmeißels durch eine besondere
Einrichtung zwangsläufig verzögert, und zwar durch die Anordnung eines beim Arbeitsvorgang
gegen die Stirnfläche des Werkstückes anlaufenden und von diesem dann
zurückgedrückten Stößels, der durch ein Zahngetriebe mit dem Abfasmeißel in Verbindung
steht und bewirkt, daß der Abfasmeißel weniger schnell als der Stößel zurückgetrieben
wird.
Die Zeichnung zeigt ein. Ausführungsbeispiel.
Fig. ι ist ein Längsschnitt durch den Spannkopf,
.,.._.
Fig. 2 ein Längsschnitt durch das Arbeitsstück,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Vorrichtung, Fig. 4 ein Querschnitt nach der Linie a-b
in Fig. 3.
Fig. 5 und 6 sind eine allgemeine Darstellung und eine Draufsicht auf das Getriebe.
In einem Spannkopf 1, der an einer drehbaren und axial beweglichen Spindel befestigt
ist, ist ein Gewindebohrer 2 eingespannt. Derselbe kann mittels einer üblichen Spannpatrone
gehalten werden, oder er ist auch, wie aus Fig. ι ersichtlich, mit einer Schraube 3 zu
befestigen. Fig. 2 zeigt die Darstellung eines* Arbeitsstückes im nicht entfasten Zustand.
Beim Einschneiden des Bohrers 2 (s. Fig. 5) in das Arbeitsstück bewirkt der Spannkopf r
den Vorschub entsprechend der Gewindesteigung. Der Stößel 4 trifft dann auf die Stirnfläche des Arbeitsstückes und wird zurückgedrängt,
und zwar bei jeder Umdrehung des Spannkopfes um eine Gewindesteigung., Durch den Rückwärtsgang des Stößels 4 treibt
dieser zwei Zahnräder 5 und 6 an, welche beide eine gemeinsam zum Gewindebohrer senkrecht stehende Achse haben (s1. Fig. 3, 4
und 5). Das Zahnrad 6 greift in die Zähne des Abfasmeißels 7 und holt denselben mit.
zurück,- jedoch ist der Rückgang des Meißels 7 langsamer als der des Stößels 4, da das in
die Zähne des Abfasmeißels 7 eingreifende Zahnrad 6 weniger Zähne hat als das Zahnrad
5.' Um den dadurch 'entstehenden Unterschied der rückläufigen Steigung schneidet
der Abfasmeißel 7 zum Zwecke des Abfasens und Aussenkens in das Arbeitsstück ein. Der
zweckmäßig gering zu wählende Rücklaufunterschied bestimmt für den Abfasmeißel7
eine gleichmäßige Spanabhebung und belastet ihn bei der Abfasung und Aussenkung während
des ganzen Arbeitsvorganges nur gering und vollkommen gleichmäßig. Dadurch ergibt
sich 'eine stets gleichmäßige Bearbeitung jedes Werkstückes ohne Rücksicht auf Wierkstoffestigkeits-
und sonstige Unterschiede.
Wesentlich ist die damit gegebene Betriebssicherheit, vor allem die Schonung des Abfasmeißels
7, dessen Vorschub ;beispielsweise bei jeder Umdrehung nur so groß ist wie der
Bruchteil 'eines Millimeters.
Beim Rücklauf des Gewindebohrers 2 drückt eine durch den Widerstand eines Stiftes 9 zusammengepreßte
Spiralfeder 8, die in einer Ausnehmung des Stößels 4 angebracht ist ^
(s. Fig. 3 und 4),, Stößel und Meißel wieder ,in die Ausgangslage: -Dieser Vorgang vollzieht
sich in der gleichen Weise, aber mit umgekehrter Wirkung, und zwar arbeitet auch
hier wieder der Stößel schneller, so daß sich der Abfasmeißel 7 alsbald vom Arbeitsstück
abhebt, wodurch insbesondere seine Schneide durch verhütetes Rückschleifen geschont wird.
Stößel und Meißel bilden zwei sich gegenseitig steuernde Vorrichtungen, wobei eine' der
anderen durch die ungleichen Zahnräder immer einen unterschiedlichen Vorschub erteilt.
Claims (2)
- Patentansprüche::r. Vorrichtung zur Herstellung von Innengewinde mit gleichzeitigem Abfasen und Aussenken. des Gewindes, bei der der Abfasmeißel beim Vorgehen des Gewindebohrers etwas zurückweicht, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stößel (4), der während der Vorwärtsbewegung des Ge-. windebohrers (2) durch das feststehende Werkstück zurückgetrieben wird, mittels zweier auf einer im Futter (1) senkrecht zum Gewindebohrer (2) angeordneten Achse fest aufgebrachter, unterschiedlich großer Zahnräder (5 und 6) mit dem Abfasmeißel (7) in Verbindung steht, so daß der Abfasmeißel (7) langsamer als der Stößel (4) und gleichmäßig zurückweicht.
- 2. Vorrichtung nach. Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Feder (8), welche beim Vorwärtsgehen des Gewindebohrers (2) zusammengedrückt wird und beim Rückzuge des Gewindebohrers (2) Stößel (4) und Abfasmeißel (7) in die Ausgangslage zurückbringt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA69703D DE598227C (de) | 1933-06-09 | 1933-06-09 | Vorrichtung zur Herstellung von Innengewinde mit gleichzeitigem Abfasen und Aussenken des Gewindes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA69703D DE598227C (de) | 1933-06-09 | 1933-06-09 | Vorrichtung zur Herstellung von Innengewinde mit gleichzeitigem Abfasen und Aussenken des Gewindes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE598227C true DE598227C (de) | 1934-06-08 |
Family
ID=6945052
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA69703D Expired DE598227C (de) | 1933-06-09 | 1933-06-09 | Vorrichtung zur Herstellung von Innengewinde mit gleichzeitigem Abfasen und Aussenken des Gewindes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE598227C (de) |
-
1933
- 1933-06-09 DE DEA69703D patent/DE598227C/de not_active Expired
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