DE60002948T2 - Verbesserte Dichtungswulst zum superplastische Verformung eines Aluminiumbleches - Google Patents

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Description

  • TECHNISCHES GEBIET
  • Diese Erfindung betrifft ein Formwerkzeug zur Verwendung beim Formen einer Metalltafel gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 (siehe beispielsweise die DE-A-195 38 870). Genauer betrifft diese Erfindung eine Dichtungsanordnung für die Bindefläche eines Streckformwerkzeuges bei einem Betriebsablauf zum superplastischen Formen. Ferner betrifft die Erfindung einen Satz von derartigen komplementären Formwerkzeugen gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche 5 und 9.
  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Es existieren Metalllegierungen, beispielsweise einige Aluminium-, Magnesium- und Titanlegierungen, die, wenn sie unter gesteuerten Bedingungen verformt werden, eine außergewöhnliche Verformbarkeit bzw. Duktilität aufweisen. Diese Aluminiumlegierungen können mit relativ niedrigen Formungskräften leicht stark verformt werden. Derartige Legierungen werden als superplastisch bezeichnet. Die Zug- bzw. Dehnverformbarkeit von superplastischen Metalllegierungen liegt typischerweise im Bereich einer Verlängerung um 200% bis 1000%.
  • Tafeln aus superplastischer Legierung werden durch eine Vielzahl von Prozessen in Fertigungsartikel geformt, die häufig eine komplexe Form aufweisen. Diese Prozesse zum superplastischen Formen (SPF) sind gewöhnlich relativ langsame Prozesse mit gesteuerter Verformung, die komplizierte Produkte erzielen. Ein Vorteil von SPF-Prozessen ist jedoch, dass sie oftmals die Herstellung großer einzelner Teile zulassen, die durch andere Prozesse, wie beispielsweise einem herkömmlichen Stanzen von Blech oder Metalltafeln, nicht hergestellt werden können. Manchmal kann ein einzelnes SPF-Teil eine Anordnung aus mehreren Teilen ersetzen, die aus Nicht-SPF-Materialien bzw. durch derartige Prozesse hergestellt sind.
  • Es existiert eine gute Beschreibung bezüglich des Hintergrunds praktischer superplastischer Metalllegierungen und SPF-Prozesse von C. H. Hamilton und A. K. Ghosh mit dem Titel "Superplastic Sheet Forming" in Metals Handbook, 9. Ausgabe, Band 14, Seiten 852–868. In diesem Text sind verschiedene geeignete feinkörnige superplastische Aluminium- und Titanlegierungen beschrieben. Ebenso ist eine Anzahl von SPF-Prozessen und Praktiken zur Formung superplastischer Materialien beschrieben. Eine Praxis, die zur Formung relativ großer Tafeln aus relativ kostengünstigen superplatischen Aluminiumlegierungen in Tafeln für Kraftfahrzeugkarosserien oder dergleichen anpassbar ist, ist das Streckformen.
  • Wie beschrieben ist, umfasst das Streckformen ein Greifen oder Klemmen des flachen Rohlings an seinen Rändern, ein Erhitzen der Tafel auf ihre SPF-Temperatur und ein Ausüben eines Druckes eines geeigneten Gases, wie beispielsweise Luft oder Argon, auf eine Seite. Der zentrale nicht eingespannte Abschnitt der erhitzten Tafel wird gestreckt und in Konformität mit einer Formfläche plastisch verformt, wie beispielsweise einer Matrizenhohlraumfläche. Der Begriff "Blasformen bzw. Druckluftformen" findet Verwendung, wenn sich das Arbeitsgas bei einem überatmosphärischen Druck befindet (beispielsweise bis zu 690 bis 3400 kPa oder 100 psi bis 500 psi). Das Vakuumformen beschreibt die Streckformpraxis, bei der Luft von einer Seite der Tafel evakuiert wird und der angelegte Druck auf der anderen Seite auf atmosphärischen Druck, etwa 15 psi, begrenzt wird. Wie angemerkt wurde, werden die Tafel und die Werkzeuge auf geeignete SPF-Bedingungen für die Legierung erhitzt. Für SPF- Aluminiumlegierungen liegt diese Temperatur typischerweise im Bereich von 400°C bis 550°C. Die Rate der Druckbeaufschlagung wird gesteuert, so dass die Dehnungsraten, die in der zu verformenden Tafel bewirkt werden, mit der erforderlichen Verlängerung zur Formung des Teils in Einklang stehen. Geeignete Dehnungsraten liegen gewöhnlich im Bereich von 0,0001 bis 0,01 s–1.
  • Beim Streckformen wird ein Rohling fest an seinen Rändern zwischen komplementären Flächen gegenüberliegender Matrizenelemente geklemmt. Ein schematisches Beispiel ist in 9, Seite 857 des Artikels von Hamilton et al. oben beschrieben. Zumindest eines der Matrizenelemente besitzt einen Hohlraum mit einer Formfläche, die einer Seite der Tafel gegenüberliegt. Die andere Matrize, die der anderen Seite der Tafel gegenüberliegt, bildet eine Druckkammer mit der Tafel als einer Wand, die das Arbeitsgas für den Formungsschritt enthält. Die Matrizen und die Tafel werden auf einer geeigneten Formtemperatur gehalten. Es sind elektrische Widerstandsheizelemente in Presstischen bzw. -platten angeordnet oder manchmal in keramischen oder metallischen Druckplatten eingebettet, die zwischen den Matrizen- bzw. Formelementen und den Presstischen angeordnet sind. Ein geeignetes, unter Druck gesetztes Gas, wie beispielsweise Luft, wird allmählich in die Matrizenkammer bzw. Formkammer auf einer Seite der Tafel eingeführt, und die heiße relativ duktile Tafel wird mit einer geeigneten Dehnungsrate gestreckt, bis sie dauerhaft gegen die Formfläche der gegenüberliegenden Matrize umgeformt ist. Während der Verformung der Tafel wird Gas von der Formungsmatrizenkammer entlüftet.
  • Beim SPF-Streckformprozess wird die Peripherie der Tafel in einer fixierten Position zwischen "Bindeflächen" der Formmatrizen oder -werkzeuge gehalten. Die Binderflächen der Matrizen greifen die Tafel in einer gasdichten Dichtung, und die Tafel fließt nicht über die Bindefläche, wie es bei einem herkömmlichen Tiefziehvorgang typisch ist. Es ist üblich, einen Dichtungswulst mit erhöhtem Steg zu verwenden, um die Peripherie der Tafel zu ergreifen. 10, Seite 857 des Artikels von Hamilton et al. oben zeigt einen trapezförmigen Wulst, der in die ansonsten flache Bindefläche von einem der SPF-Formwerkzeuge eingearbeitet ist. Die Bindefläche des gegenüberliegenden Werkzeuges kann flach ausgearbeitet sein, wie in 10(a) gezeigt ist, oder sie kann so bearbeitet sein, dass sie eine komplementäre trapezförmige Ausnehmung aufweist, wie in 10(b) gezeigt ist. Gängiger werden vorstehende Wülste mit rechtwinkligem Querschnitt an einer Werkzeugfläche verwendet, während die gegenüberliegende Binderfläche flach ist. Ein typischer Wulst besitzt einen erhöhten rechtwinkligen oder trapezförmigen Querschnitt von etwa 10–15 mm Breite und 0,5–1 mm Höhe.
  • Ein Problem, das beim superplastischen Formen auftritt, ist, dass die geformte Tafel an dem Werkzeug in der Nähe des Dichtungswulstes während der Teileentnahme kleben bleibt. Da die Tafelkomponenten bei der Formtemperatur sehr verformbar sind, kann ein Klebenbleiben während der Tafelentnahme die Tafel verzerren bzw. verziehen. Das Problem ist insbesondere mit Aluminiumtafeln erheblich und verlangsamt ernsthaft eine wirksame Entfernung eines SPF-geformten Teils von den Bindeabschnitten der Werkzeuge. Ein Kleben zwischen der Aluminiumtafel und den Matrizenseiten erfolgt hauptsächlich an der Seite mit erhöhtem Wulst, aber auch auf der gegenüberliegenden flachen Seite. Das Kleben lässt sich auf die Reaktion der Matrizenflächen mit frisch freigelegtem, nicht oxidiertem Aluminium zurückführen.
  • Dieses nicht oxidierte reaktive Aluminium wird infolge einer plastischen Verformung der Aluminiumtafel während des Klemmprozesses vor der Tafelformung an der Tafelfläche freigelegt. Wenn die Matrize geschlossen wird, wird das Aluminium (lokal) weg von dem Volumen stranggepresst, das zwischen dem Wulst und der gegenüberliegenden Werkzeugseite geklemmt ist. Infolgedessen wird der schützende Aluminiumoxidfilm an der Aluminiumtafelfläche unterbrochen, und hochreaktives Aluminium wird in engen Kontakt mit der Werkzeugfläche gebracht. Die SPF-Formwerkzeuge bestehen oftmals aus beispielsweise 1020-Stahl, duktilem Gusseisen oder Aluminium. Bei den meisten derartigen Werkzeugmaterialien erfolgt eine lokale Reaktion oder eine Mikroverschweißung, die lokal die Aluminiumtafel mit dem Werkzeug verbinden und ein Klebenbleiben oder Reißen während einer nachfolgenden Teile-Entfernung bewirken kann.
  • Dieses Problem des Klebenbleibens eines Teils kann toleriert werden, wenn Teile aus einer Produktion mit niedrigen Stückzahlen vorsichtig von dem Werkzeug entnommen werden können, aber das Problem ist nicht tolerierbar, wenn hohe Produktionsraten erforderlich sind. Um SPF an eine Produktion von Kraftfahrzeugtafeln anzupassen, müssen beispielsweise Praktiken entwickelt werden, die eine schnelle Entfernung eines mit SPF geformten Teiles von den Formwerkzeugen erleichtern.
  • ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Gemäß der Erfindung wird dieses Problem durch ein Formwerkzeug gemäß Anspruch 1 und durch einen Satz komplementärer Formwerkzeuge gemäß den Ansprüchen 5 und 9 gelöst.
  • Diese Erfindung sieht neue Dichtungswulstformen für SPF-Formwerkzeuge vor, die mit einer Metalltafel (insbesondere Aluminium) in einer gasdichten Dichtung, die zum Streckformen geeignet ist, in Eingriff treten. Die Form des Dichtungswulstes begrenzt jedoch die Verformung der Tafel, so dass die Tafel nicht an dem Wulst oder Werkzeug während oder nach dem Formvorgang kleben bleibt.
  • Ein Wulst mit einer Querschnittsform mit Scheitel wird in der Bindefläche von einer der Matrizen oder Formwerkzeuge geformt, die mit der Peripherie des SPF-Tafelmaterials in Eingriff steht. Der Begriff "Scheitel" betrifft gewöhnlich die Form, die durch die Überschneidung von zwei Bögen gebildet wird. In der Praxis dieser Erfindung wird ein linearer Dichtungswulst mit Scheitel gewöhnlich durch Bearbeitung der Bindefläche eines Metall-SPF-Werkzeugs unter Verwendung von zwei versetzten Kugelfräseinrichtungen ausgearbeitet, die in geeignet beabstandeten parallelen Wegen bewegt werden. Die versetzten Fräseinrichtungen formen einen Wulst mit einem Querschnitt mit Scheitel. Der Wulst wird in einen geeigneten Pfad, typischerweise einen linearen Pfad, um die Peripherie des Werkzeugs gefräst, je nachdem wie es notwendig ist, um den Umfang des Werkstückes zu umschließen und dichtend in Eingriff zu bringen. Im Allgemeinen ist es nur notwendig, den Wulst mit einem Querschnitt mit Scheitel in einem der zusammenwirkenden Werkzeuge auszubilden.
  • Es hat sich herausgestellt, dass ein Wulst mit Scheitelform ein geringeres Volumen der SPF-Tafel verdrängt, als ein Wulst mit rechtwinkligem, trapezförmigem oder sogar dreieckigem Querschnitt. Daher wird weniger reaktives Aluminium in Kontakt mit dem Werkzeug gebracht, und die Klebereaktion wird vermindert. Somit dringt die Scheitelform in die Tafel ein, um eine gasdichte Dichtung aber mit minimalem Kontaktbereich vorzusehen, so dass das geformte Produkt leicht von der mit Wulst ausgestatteten Bindefläche freigegeben wird.
  • Durch geeignetes Eindringen mit den Scheitel bildenden Schneide- bzw. Fräswerkzeugen kann ein Tal auf einer oder beiden Seiten des Scheitels in der ansonsten flachen Bindefläche vorgesehen werden. Bevorzugt werden zwei Täler ausgebildet, und wie in dieser Beschreibung weiter gezeigt ist, sehen diese parallele Volumen auf den Seiten des Wulstes zum Fließen von Metall von der Aluminiumtafel vor, wenn es durch ein Eindringen des Scheitels verformt wird. Ferner kann der Scheitel geeignet abgestumpft sein, d.h. die Spitze des Scheitels kann flach gearbeitet sein, um die Vorteile dieser Erfindung vorzusehen. Die Flachstelle auf dem Wulst mit abgestumpftem Scheitel erleichtert ein benachbartes Ansetzen des Werkzeugs während der Herstellung.
  • Diese und andere Aufgaben und Vorteile der Erfindung werden aus der nun folgenden detaillierten Beschreibung unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen besser verständlich.
  • ZEICHNUNGSKURZBESCHREIBUNG
  • 1 ist eine Schnittansicht eines Paares von komplementären SPF-Formwerkzeugen, die mit einer Tafel auf Aluminiumlegierung in Eingriff stehen. Das obere Werkzeug sieht die Formfläche für die Tafel vor und besitzt eine Bindefläche mit dem scheitelförmigen Wulst dieser Erfindung.
  • 2 ist eine Draufsicht des in 1 gezeigten oberen Werkzeugs, wie in 1 in Richtung 2-2 veranschaulicht ist.
  • 3 ist eine vergrößerte Ansicht der Bindeflächenabschnitte der in 1 gezeigten Werkzeuge.
  • 4 ist eine vergrößerte Ansicht ähnlich 3, die beispielhafte Bearbeitungsabmessungen zur Herstellung eines vertieften bzw. ausgenommenen Wulstes mit abgestumpftem Scheitel ähnlich dem von 3 zeigt.
  • 5 ist eine Ansicht ähnlich 3, zeigt aber einen rechtwinklig geformten Wulst nach dem Stand der Technik.
  • 6 ist eine Ansicht ähnlich zu 3 und zeigt einen ebenen scheitelförmigen Dichtungswulst.
  • 7 ist eine Ansicht ähnlich zu 3, die einen Wulst mit nicht abgestumpftem Scheitel und mit Tälern auf beiden Seiten zeigt.
  • BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
  • Die Praxis dieser Erfindung ist in Verbindung mit der Streckformung einer flachen Wanne aus einer Tafel aus superplastischer Aluminiumlegierung gezeigt. Die Gestaltung der flachen Wanne ist analog zu der Streckformung gekrümmter Kraftfahrzeugkarosserietafeln und dergleichen. Ein SPF-Streckformvorgang verwendet typischerweise zwei komplementäre Werkzeuge, die abdichtend mit der Peripherie des zu formenden Tafelwerkstückes in Eingriff stehen, wie in 1 gezeigt ist.
  • Ein komplementärer Werkzeugsatz 10 umfasst eine Streckformmatrize oder ein Streckformwerkzeug 12 und ein zusammenwirkendes Werkzeug 14. Das zu formende Material ist eine Tafel 16 aus Aluminiumlegierung, die eine solche Zusammensetzung und Verarbeitung aufweist, dass sie für eine superplastische Verformung geeignet ist. Ein Beispiel eines derartigen Materials ist Aluminium-Alloy 5083. Diese Legierung besitzt eine Nennzusammensetzung von 4 bis 4,9 Gew.-% Magnesium, 0,4 bis 1 Gew.-% Mangan, 0,05 bis 0,25 Gew.-% Chrom, bis zu etwa 0,1 Gew.-% Kupfer und als Rest Aluminium. Die kalt gewalzte Tafel wird zur superplastischen Formung verarbeitet, so dass sie eine feine stabile Kornstruktur mit einer Korngröße von etwa 10 μm besitzt.
  • Die Tafel 16 ist geeigneterweise etwa 1,5 mm dick und besitzt die Form eines Quadrates mit ausreichender Größe, um die gewünschte Wanne zu bilden. Das Formwerkzeug 12, das in den 1 und 2 gezeigt ist, besitzt eine ein Teil formende Hohlraumfläche 18, die in den Werkzeugkörper gegossen und bearbeitet worden ist. Die Formfläche 18 definiert den Boden, die Seiten und die Lippe der Wannenstruktur. Der Werkzeugkörper ist geeignet aus 1020-Stahl, duktilem Gusseisen oder Gussaluminium geformt. An dem Umfang der ein Quadrat formenden Fläche 18 befindet sich der Abschnitt der Binderfläche 20 des Werkzeugs 12. Die Bindefläche 20 ist abgesehen von dem Dichtungswulst 22 und flachen Tälern 40 auf jeder Seite des Wulstes 22 flach ausgebildet. Mit anderen Worten ist der Hauptabschnitt der Bindefläche 20 flach und liegt an der Peripherie der Aluminiumtafel 16 an. Innerhalb des Bereichs der Bindefläche 20 befindet sich ein Dichtungswulst 22 und Täler 40, die sich in einem quadratischen gekrümmten Weg um den gesamten Bindeflächenabschnitt des Werkzeugs erstrecken.
  • Das zusammenwirkende Werkzeug 14 ist ebenfalls allgemein quadratisch und besitzt eine einen Hohlraum definierende Oberfläche 24, in den ein unter Druck gesetztes Gas, wie beispielsweise Luft oder Argon, durch die Öffnung 26 eingeführt werden kann, um die Tafel 16 in Konformität mit der Formfläche 18 des Werkzeugs 12 streckzuformen. Das zusammenwirkende Werkzeug 14 besitzt auch einen Bindeflächenabschnitt 28 in der Form einer quadratischen flachen Fläche, die in die der Bindefläche 20 des Formwerkzeugs 12 gegenüberliegende Seite der Tafel 16 eingreift. Die gesamte Peripheriebindefläche 28 des Werkzeugs 14 ist flach und liegt an der Peripherie der Tafel 16 an.
  • In der Praxis des Streckformprozesses wird die Aluminiumtafel 16 auf eine geeignete Temperatur zur superplastischen Formung erwärmt, beispielsweise 400°C bis 550°C, und wird zwischen dem Bindeflächenabschnitt des Formwerkzeuges 12 und dem komplementären Werkzeug 14 angeordnet, wenn sie in einer Stellung mit offenem Werkzeug voneinander beabstandet sind. Wenn die Werkzeuge geschlossen werden, wie in 1 ist, treten die Binderabschnitte mit den Rändern oder der Peripherie der Tafel in Eingriff. Bei dieser Anordnung wird zur Formung der Tafel ein Hochdruckgas, wie beispielsweise Luft, durch Öffnung 26 in den Hohlraum 24 hinter die Tafel eingeführt. Das Hochdruckgas, das sich geeigneterweise bei einem Druck von etwa 100 psi befindet, drückt den Abschnitt der Tafel 16 innerhalb der Bindeabschnitte des Werkzeugs aufwärts, wie in 1 gezeigt ist, in Kontakt mit der Formfläche 18 des Werkzeugs 12. Wenn die Tafel an der Formfläche gestreckt und ausgedehnt wird, wird Gas innerhalb dieser Kammer durch Öffnung 30 ausgestoßen. Es ist offensichtlich, dass, um diesen Prozess auszuführen, eine gasdichte Dichtung an dem Umfang der Aluminiumtafel vorgesehen sein muss, so dass Gas nicht über die Oberfläche der Tafel zwischen den Bindeabschnitten der Formwerkzeuge leckt.
  • Im Stand der Technik ist ein rechtwinkliger Dichtungswulst 32, wie in 5 gezeigt ist, in dem Bindeabschnitt 34 von beispielsweise dem Formwerkzeug 36 vorgesehen. Dieser rechtwinklige Wulst erstreckt sich um die Peripherie einer zu formenden Tafel. Die Bindefläche 38 des gegenüberliegenden Werkzeugs 44 ist flach (wie gezeigt ist) oder mit einer komplemen tären Ausnehmung mit rechtwinkligem Querschnitt ausgearbeitet. Die Schwierigkeit bei dieser Art von Wulst besteht darin, dass, wie oben beschrieben ist, die Aluminiumtafel daran anhaftet, sich sogar damit verschweißt, und es sehr schwierig ist, die Tafel von dem Wulst schnell und sauber zu entfernen. Auf diese Schwierigkeit wird sogar dann gestoßen, wenn feste Schmiermittel, wie beispielsweise Bornitrid, Graphit oder dergleichen, als eine Barrierebeschichtung zwischen der Wulstfläche und der Aluminiumtafel verwendet werden. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist eine andere Wulstgestaltung vorgesehen.
  • 3 ist eine stark vergrößerte Ansicht eines Abschnitts des Querschnitts der Binderabschnitte 20, 28 der Formmatrize 12 und der zusammenwirkenden Matrize 14 und der Aluminiumtafel 16, wie in 1 gezeigt ist. Ein Wulst 22 mit abgestumpftem Scheitel ist in der Bindefläche des Formwerkzeuges ausgebildet worden. Parallele Täler 40 sind in dem Werkzeug auf jeder Seite des Scheitels und sich in dieselbe Richtung damit erstreckend eingearbeitet worden. Diese abgestumpfte Fläche 42 auf dem Scheitel 22 wird zu dem Zeitpunkt hergestellt, wenn die flache Bindefläche 20 des Formwerkzeuges 12 bearbeitet wird. 4 zeigt einige beispielhafte Bearbeitungsabmessungen für die Formung des Scheitels 22 durch zwei Kugelfräswerkzeuge (nicht gezeigt), die den gesamten Umfang der Bindefläche 20 des Formwerkzeuges 12 abfahren. Wie in den 3 und 4 gezeigt ist, beträgt der Radius von jedem der Fräswerkzeuge 12,7 mm (0,50 Inch). Die Werkzeuge sind voneinander um eine Distanz von 6,3 mm (0,250 Inch) von der Zentrallinie des Scheitels versetzt. Das Zentrum von jedem Fräswerkzeug wird unter einer Distanz von 12,3 mm (0,486 Inch) von der beabsichtigten endgültigen flachen Fläche des Bindebereiches des Formwerkzeugs gehalten. Wenn die Fräswerkzeuge ihre jeweiligen Bahnen um die Bindefläche abfahren, bilden sie zunächst einen zugespitzten Scheitel ähnlich dem, der bei 122 in 7 gezeigt ist. Die Werkzeuge fräsen auch Talabschnitte 40 auf jeder Seite des zunächst zugespitzten Scheitels aus. Nachdem die beiden Kugelfräswerkzeuge ihre jeweiligen Bahnen in dem Bindeabschnitt abgefahren haben, wird ein Werkzeug zum endgültigen Flachfräsen bereitgestellt, um sowohl die Spitze des Scheitels zu entfernen als auch einen abgestumpften Scheitel mit flacher Fläche 42 (1, 3 und 4) vorzusehen, der 0,68 mm (0,027 Inch) über der flachen Ebene der Binderfläche 20 liegt. Der resultierende Dichtungswulst 22 mit abgestumpftem Scheitel ist dann durch eine abgestumpfte Flachstelle 42 mit einem Tal 40 auf jeder Seite gekennzeichnet, wobei die Flachstelle 42 über das Niveau der Fläche 20 der Ebene des Bindeabschnittes des Werkzeugs 12 ansteigt. Als Ergebnis davon wirkt, wie in den 1 und 3 gezeigt ist, wenn die beiden komplementären Werkzeuge 12, 14 unter einem hydraulisch angelegten Druck zusammengepresst werden, um mit der Peripherie der Aluminiumtafel 16 in Eingriff zu treten, der abgestumpfte Scheitel 22 mit der gegenüberliegenden flachen Fläche 28 zusammen, und das Material der Aluminiumtafel 16 wird über den oberen Bereich 42 des abgestumpften Scheitels 22 und in die beiden benachbarten Täler 40 verformt. Diese Verformung der Aluminiumtafel in engen Eingriff mit den Werkzeugen sieht die erforderliche gasdichte Dichtung für den Streckformvorgang vor. Jedoch ist, obwohl die Darstellung des Scheitels 22 in den 3 und 4 stark vergrößert ist, die Volumenverdrängung der Aluminiumtafel tatsächlich erheblich kleiner als mit dem rechtwinkligen oder trapezförmigen oder sogar dreieckigen Scheitel nach dem Stand der Technik. Bei Beendigung des Formvorgangs ist die noch immer heiße, jedoch geformte Tafel 16 von der Dichtung 22 mit abgestumpftem Scheitel leicht entfernbar.
  • 6 zeigt einen einfachen Scheitelwulst 222 in einer ansonsten flachen Bindefläche 20 des Werkzeugs 12. Der Scheitelwulst 222 dient für viele Streckformvorgänge. 6 sieht beispielhafte Bearbeitungsabmessungen für die Formung eines vollständigen Scheitels 222 vor, der nicht abgestumpft ist und keine Täler umfasst. Der Scheitelwulst 222 wird um den quadratischen Binderabschnitt 20 des Werkzeugs 12 ähnlich dem abgestumpftem Scheitel, der in 2 gezeigt ist, geformt. Der Scheitel 222 dringt in das Aluminiumtafelwerkstück ein, das zwischen dem Formwerkzeug 12 und gegen die flache Fläche 28 des komplementären Werkzeugs 14 gepresst wird. Die Spitze 222 verformt das Aluminium ausreichend, um eine gasdichte Dichtung vorzusehen. Jedoch ist wiederum die Verdrängung des Aluminiums minimal, und das Aluminiumwerkstück in dem Bereich des Bindeabschnitts des Werkzeugs kann leicht von dem Werkzeug entfernt werden.
  • 7 zeigt eine noch weitere Ausführungsform der Erfindung. In diesem Fall ist der Scheitel 122 nicht abgestumpft, umfasst jedoch Täler 40 in der Binderfläche 20 des Werkzeugs 12. 7 zeigt beispielhafte Bearbeitungsabmessungen für die Formung des nicht abgestumpften Scheitels nicht benachbarten Tälern.
  • Bei jeder der beschriebenen Ausführungsformen wird der Scheitelwulst nur auf einer Fläche ausgebildet. Bei allen Anwendungen, die soweit untersucht wurden, sieht der ebene Scheitel oder der abgestumpfte Scheitel eine angemessene Dichtung mit dem Aluminiumwerkstück zur Streckformung vor, wenn der Scheitel nur auf einer der Flächen ausgebildet ist. Dies erleichtert eine schnelle und saubere Entfernung des Werkstückes von der Matrize stark.
  • Während diese Erfindung hinsichtlich einiger spezifischer Ausführungsformen beschrieben worden ist, sei angemerkt, dass andere Formen leicht durch Fachleute ausgeführt werden können. Demgemäß ist der Schutzumfang dieser Erfindung nur durch die folgenden Ansprüche definiert.

Claims (12)

  1. Formwerkzeug (12) zur Verwendung beim Formen einer Metalltafel (16), wobei das Werkzeug (12) eine Formfläche (18) für die Tafel (16) und eine Bindefläche (20) zum abdichtenden Eingriff mit der Tafel (16) umfasst, wobei die Bindefläche (20) eine flache Breite und einen Dichtungswulst (22) aufweist, der sich über die Breite erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtungswulst einen Querschnitt mit Scheitel besitzt.
  2. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 1, wobei die Bindefläche (20) einen Talabschnitt (40) auf zumindest einer Seite des Wulstes (22) umfasst, der sich gemeinsam mit dem Wulst erstreckt.
  3. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 1, wobei der Wulst (22) einen Querschnitt mit abgestumpftem (42) Scheitel besitzt.
  4. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 2, wobei der Wulst (22) einen Querschnitt mit abgestumpftem (42) Scheitel besitzt.
  5. Satz (10) aus komplementären Formwerkzeugen zur Formung einer Tafel (16) aus Metall, die auf eine Formtemperatur erhitzt ist, wobei die Tafel (16) erste und zweite Seiten und einen Umfangsrand besitzt, wobei die Werkzeuge umfassen: ein erstes Formwerkzeug (12) mit einer ersten Formfläche (18), an der die Tafel plastisch verformt wird, und einer ersten Werkzeugbindefläche (20) für einen abdichtenden Eingriff mit der ersten Seite der Tafel an ihrem Umfangsrand an einer ersten Werkzeugabdichtungsstelle, ein zweites Formwerkzeug (14), das komplementär zu dem ersten Werkzeug (12) ist und eine zweite Werkzeugbindefläche (28) für einen abdichtenden Eingriff mit der zweiten Seite der Tafel an ihrem Umfangsrand gegenüberliegend der ersten Werkzeugabdichtungsstelle umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass eine der ersten und zweiten Werkzeugbindeflächen einen Dichtungswulst (22) mit Scheitel umfasst.
  6. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 5, wobei die eine Bindefläche (20) einen flachen Oberflächenabschnitt und einen Talabschnitt (40) auf jeder Seite des Wulstes (22) umfasst, der sich mit diesem gemeinsam erstreckt, wobei jeder Talabschnitt (40) benachbart des Wulstes (22) angeordnet ist.
  7. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 5, wobei der Wulst (22) einen Querschnitt mit abgestumpftem (42) Scheitel besitzt.
  8. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 6, wobei der Wulst (22) einen Querschnitt mit abgestumpftem (42) Scheitel besitzt.
  9. Satz (10) aus komplementären Formwerkzeugen zur Formung einer Tafel (16) aus einer superplastisch verformbaren Aluminiumlegierung, die auf eine Temperatur zur superplastischen Formung erwärmtist, wobei die Tafel erste und zweite Seiten und einen Umfangsrand besitzt, wobei die Werkzeuge umfassen: ein erstes Formwerkzeug (12), an dem die erhitzte Tafel (16) unter Fluiddruck plastisch verformt wird, und eine Bindefläche (20) für einen abdichtenden Eingriff mit der ersten Seite der Tafel an ihrem Umfangsrand, und einem zweiten Formwerkzeug (14), das komplementär zu dem ersten Werkzeug ist und eine flache Bindefläche (28) für einen abdichtenden Eingriff mit der zweiten Seite der Tafel an ihrem Umfangsrand gegenüberliegend der ersten Werkzeugbindefläche (20) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefläche einen linearen Dichtungswulst (22) mit Scheitel besitzt.
  10. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 9, wobei die erste Bindefläche des Formwerkzeuges flache Oberflächenabschnitte (20) auf jeder Seite des Wulstes und einen Talabschnitt (40) auf zumindest einer Seite des Wulstes (22) zwischen dem Wulst und dem flachen Oberflächenabschnitt (20) umfasst.
  11. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 9, wobei der Wulst (22) einen Querschnitt mit abgestumpftem (42) Scheitel besitzt.
  12. Formwerkzeug (12) nach Anspruch 10, wobei der Wulst (22) einen Querschnitt mit abgestumpftem (42) Scheitel besitzt.
DE60002948T 1999-05-10 2000-03-29 Verbesserte Dichtungswulst zum superplastische Verformung eines Aluminiumbleches Expired - Lifetime DE60002948T2 (de)

Applications Claiming Priority (2)

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