DE60004814T2 - Quantisierung in perzeptuellen audiokodierern mit kompensation des durch den synthesefilter verschmierten rauschens - Google Patents

Quantisierung in perzeptuellen audiokodierern mit kompensation des durch den synthesefilter verschmierten rauschens Download PDF

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Description

  • TECHNISCHES GEBIET
  • Die vorliegende Endung bezieht sich insgesamt auf perzeptuelles Kodieren digitaler Tonsignale, für das Analysefilter zum Kodieren und Synthesefilter zum Dekodieren verwendet werden. Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf das Quantisieren von Teilbandsignalen in perzeptuellen Kodierern, bei dem die durch die Synthesefilter verursachte Streuung des Quantisierungsrauschens berücksichtigt wird.
  • EINSCHLÄGIGER STAND DER TECHNIK
  • Es besteht fortlaufend Interesse am Kodieren digitaler Tonsignale in einer Form, die geringe Erfordernisse hinsichtlich der Informationskapazität von Übertragungskanälen und Speicherträgern hat und trotzdem die kodierten Tonsignale mit einem hohen Grad an subjektiver Qualität übermitteln kann. Mit perzeptuellen Kodiersystemen versucht man, diese widersprüchlichen Ziele durch Anwendung eines Verfahrens zu erreichen, mit dem die Tonsignale auf eine Weise kodiert und quantisiert werden, bei der größere spektrale Komponenten innerhalb des Tonsignals herangezogen werden, um das resultierende Quantisierungsrauschen zu überdecken oder unhörbar zu machen. Insgesamt ist es von Vorteil, die Gestalt und Amplitude des Quantisierungsrauschspektrums so zu steuern, daß es gerade unterhalb der psychoakustischen Maskierschwelle des zu kodierenden Signals liegt.
  • Ein perzeptuelles Kodierverfahren kann mit einem sogenannten Teilbandkodierer durchgeführt werden, der an das Tonsignal eine Analysefilterbank anlegt, um Teilbandsignale zu erhalten, deren Bandbreiten mit den kritischen Bändern des menschlichen Gehörsystems in Einklang stehen, der die Maskierschwelle des Tonsignals durch Anwenden eines perzeptuellen Modells auf die Teilbandsignale oder irgendeinen anderen Faktor des spektralen Gehalts des Tonsignals schätzt, der eine Quantisierungsauflösung zum Quantisieren jedes Teilbandsignals festlegt, die gerade klein genug ist, damit das resultierende Quantisierungsrauschen gerade unterhalb der geschätzten Maskierschwelle des Tonsignals liegt, und der ein kodiertes Signal durch Zusammenfügen der quantisierten Teilbandsignale zu einer zum Übertragen oder Speichern geeigneten Form erzeugt. Ein komplementäres perzeptuelles Dekodierverfahren kann von einem Teilbanddekodierer durchgeführt werden, der die quantisierten Teilbandsignale aus dem kodierten Signal extrahiert, entquantisierte Darstellungen der quantisierten Teilbandsignale erhält und an die entquantisierten Darstellungen eine Synthesefilterbank anlegt, um ein Tonsignal zu erzeugen, welches Idealerweise vom ursprünglichen Tonsignal perzeptuell nicht unterscheidbar ist.
  • Die häufig zum Bestimmen der Quantisierungsauflösung benutzten perzeptuellen Modelle gehen im allgemeinen davon aus, daß das in die quantisierten Teilbandsignale eingeführte Quantisierungsrauschen im wesentlichen das gleiche ist wie das Rauschen, das sich im Ausgabesignal einstellt, welches durch Anlegen einer Synthesefilterbank an die quantisierten Teilbandsignale erhalten wird. Diese Vermutung stimmt insgesamt nicht, weil die Synthesefilter das Spektrum des Quantisierungsrauschens modifizieren oder streuen. Infolgedessen führt ein Quantisieren, welches streng nach den durch Anwenden dieser perzeptuellen Modelle erhaltenen Quantisierungsauflösungen vorgenommen wird, meistens zu einem hörbaren Rauschen in dem von den Synthesefiltern erhaltenen Ausgabesignal.
  • Diese Erscheinung der Ausbreitung oder Streuung des Rauschens trifft auf eine Vielfalt verwirklichter Analyse- und Synthesefilter zu. Zu diesen Verwirklichungen gehören Polyphasenfilter, Allpaßfilter, Quadraturspiegelfilter, verschiedene Blocktransformationen von der Zeitdomäne zur Frequenzdomäne, einschließlich einer großen Vielfalt an Fourier-Reihentransformationen, kosinusmodulierten Filterbanktransformationen und Wavelet-Transformationen. Aus Gründen der Zweckmäßigkeit werden für die Anwendung bei der vorliegenden Erfindung geeignete Signalanalyse- und Signalsynthesetechniken die Ausdrücke der Anwendung von Analysefiltern bzw. Synthesefiltern gebraucht. Bei den Ausführungsformen der Transformation weisen die Teilbandsignale je eine Gruppe eines oder mehrerer Transformationskoeffizienten der Frequenzdomäne auf.
  • Die vorstehend erwähnte Eigenschaft der Streuung von Synthesefilterrauschen hängt mit der Tatsache zusammen, daß die in diesen Kodiersystemen verwendeten komplementären Analyse- und Synthesefilter keine Idealfilter mit einer flachen, gleichförmigen Verstärkung im Durchlaßbereich, Null-Verstärkung in den Sperrbereichen und unbegrenzt steilen Übergängen zwischen den Sperrbereichen und den Durchlaßbereichen haben. Folglich liefern die Analysefilter nur ein verzerrtes Maß des spektralen Inhalts eines eingegebenen Tonsignals. Einige Filter, beispielsweise der Quadraturspiegelfilter (QMF) und die time-domain aliasing cancellation (TDAC) Transformation erzeugen außerdem signifikante Alias-Artefakte, die das spektrale Maß des Eingabesignals noch weiter verzerren. Im Prinzip kann man diese Artefakte und Abweichungen von perfekten Filtern außer Acht lassen, weil komplementäre Paare von Analyse- und Synthesefiltern benutzt werden können, in denen die Synthesefilter die Verzerrungen der Analysefilter umkehren und das ursprüngliche Eingabesignal perfekt wieder herstellen können.
  • Obwohl also eine perfekte Wiederherstellung im Prinzip möglich ist, wird sie von praktischen Kodiersystemen nicht erreicht, da es für eine perfekte Wiederherstellung nötig ist, daß die Synthesefilter eine präzise Darstellung der von den Analysefiltern erzeugten Teilbandsignale erhalten. Statt dessen erhalten die Synthesefilter eine Darstellung mit signifikanten Fehlern, die durch die vorstehend beschriebenen Prozesse der Quantisierung eingeführt werden. Es werden also durch die Teilbandsignalquantisierung Fehler eingeführt, die sich als Rauschen in dem von den Synthesefiltern wiederhergestellten Signal manifestieren. Wie im US Patent 5 623 577, welches durch diesen Hinweis hier vollständig eingeschlossen wird, offenbart, werden die Quantisierungsfehler in einem Teilbandsignal von den Synthesefiltern in einen Frequenzbereich gestreut, der breiter sein kann als das Frequenzteilband des quantisierten Teilbandsignals selbst.
  • Perzeptuelle Kodierverfahren wie die vorstehend beschriebenen quantisieren leider die Teilbandsignale nicht in optimaler Weise, weil die Quantisierverfahren das in den Synthesefiltern geschehende Ausbreiten des Rauschens nicht ordnungsgemäß berücksichtigen. Im US Patent 5 301 255 offenbarte Kodiertechniken enthalten eine gewisse Berücksichtigung für die Alias-Effekte, die durch Dezimieren der Ausgabe eines Analysefilters erzeugt werden; aber diese Techniken sehen nichts vor, um der Rauschausbreitung in den Synthesefiltern gerecht zu werden. Folglich werden bei diesen Prozessen die Quantisierungsauflösungen überschätzt, die das Quantisierungsrauschen unhörbar machen. Dieser Mangel kann in gewissem Grad entweder dadurch ausgeglichen werden, daß man das Niveau der geschätzten Maskierschwelle weiter herabdrückt als es ein genaues perzeptuelles Modell anzeigen würde, oder daß man die Quantisierungsauflösung gleichmäßig weiter herabsetzt, als es ein genaues perzeptuelles Modell als ausreichend anzeigen würde, um das Quantisierungsrauschen unhörbar zu machen. Weder die eine noch die andere Form des Ausgleichs ist optimal, da die Ursache für diesen Mangel nicht ordnungsgemäß in Betracht gezogen wird.
  • Das US Patent 5 623 577 offenbart verschiedene Techniken zum Ausgleich für die Streuwirkung der Synthesefilter auf das Rauschen. Die theoretische Basis für die offenbarten Techniken geht davon aus, daß das Ausmaß der Ausbreitung des Rauschens dadurch bestimmt werden kann, daß man das Quantisierungsrauschspektrum mit dem Synthesefilterfrequenzgang faltet. In offenbarten Ausführungsbeispielen der Techniken wird bestimmt, ob ein Ausgleich für das Ausbreiten des Synthesefilterrauschens erforderlich ist, indem man Neigungen der Frequenzdomäne einer geschätzten Maskierschwelle mit empirisch bestimmten Schwellenwerten vergleicht. Leider sind diese Techniken nicht optimal, denn die Genauigkeit der Bestimmung, ob eine Kompensation erforderlich ist, ist weniger als optimal, die zum Erhalten der empirischen Schwellenwerte erforderlichen Schritte sind teuer und zeitraubend, und die offenbarten Techniken berücksichtigen nicht die Auswertung von Überlapp-Summierprozessen, die in einigen Synthesefiltern, beispielsweise QMF und TDAC-Transformationen eingeschlossen sind. Außerdem bieten die offenbarten Techniken keine Möglichkeit für ein bestimmtes Ausführungsbeispiel, einen eleganten Kompromiß zwischen der Genauigkeit des Ausgleichs und den Rechnerressourcen zu erhalten, die für die Durchführung des Ausführungsbeispiels nötig sind.
  • EP-A-0 722 225 offenbart ein Tonkodierverfahren, welches ein Signal der Zeitdomäne in ein kurzfristiges Spektrum umwandelt, das kodiert und zum anschließenden Dekodieren übertragen wird. Im Zeitpunkt des Dekodierens wird das kurzfristige Spektrum wieder in die Zeitdomäne zurückverwandelt. Die Umwandlung zurück in die Zeitdomäne kann hörbares Rauschen erzeugen, auch wenn das vom Kodierverfahren selbst erzeugte Rauschen nicht über ein Maskierspektrum auf der Grundlage eines psychoakustischen Modells hinausgeht. Dieses Rauschen wird vermieden durch Modifizieren des psychoakustischen Modells und folglich des Kodierverfahrens, um die Auswirkungen der Umwandlung vom kurzfristigen Spektrum zurück in die Zeitdomäne zu berück sichtigen. Da die Rauschausbreitungswirkungen der Rückverwandlung in die Zeitdomäne in Bezug auf einen einzigen Signalblock, modifiziert durch eine Analysefensterfunktion, berücksichtigt werden, ist auch das von diesem Verfahren gebotene Kodieren weniger als optimal.
  • OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
  • Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Leistung perzeptueller Kodiersysteme und Verfahren, die Analyse- und Synthesefilter benutzen, dadurch zu verbessern, daß ein Quantisierungsverfahren geboten wird, welches die Ausbreitung des Rauschens in Synthesefiltern exakt ausgleicht.
  • Vorteilhafte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung können die Notwendigkeit zum Ausgleich der Ausbreitung des Rauschens auf eine Weise bestimmen, die exakter ist als andere bekannte Verfahren, und sie können einen eleganten Kompromiß zwischen der Genauigkeit des Ausgleichs und dem Maß der zum Erzielen des Ausgleichs nötigen Rechnerressourcen bieten.
  • Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung bestimmt ein Verfahren oder eine Vorrichtung Quantisierungsauflösungen für Teilbandsignale, die von Analysefiltern erhalten werden, welche an ein Eingabesignal angelegt werden, durch Erzeugen eines gewünschten Rauschspektrums in Abhängigkeit vom Eingabesignal und Anwenden eines Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodells, um geschätzte Rauschpegel in Teilbändern eines von Synthesefiltern erhaltenen Ausgabesignals zu erhalten. Das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell stellt Rauschausbreitungsmerkmale der Synthesefilter und einen Überlapp-Summierprozeß dar, und die Quantisierungsauflösungen werden so festgelegt, daß das gewünschte Rauschspektrum größer ist als die geschätzten Rauschpegel. Das Verfahren kann als Anweisungsprogramm auf einem Träger verkörpert sein, der von einer Vorrichtung lesbar ist, um von der Vorrichtung ausgeführt zu werden.
  • Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung übermittelt ein Träger kodierte Information, die Signalinformation aufweist, welche quantisierte Komponenten von Teilbandsignalen darstellt, die durch Anlegen von Analysefiltern an ein Eingabesignal erzeugt werden, sowie Steuerinformation, welche Quantisierungsauflösungen der quantisierten Teilbandsignalkomponenten darstellt. Die Quantisierungsauflösungen werden wie vorstehend zusammengefaßt festgelegt.
  • Gemäß noch einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung empfängt eine Vorrichtung ein die oben zusammengefaßte kodierte Information übermittelndes Signal und dekodiert es. Zu dem Empfänger gehört ein mit dem die kodierte Information übermittelnden Signal gekoppelter Eingang; eine oder mehr mit dem Eingang gekoppelte Verarbeitungsschaltungen, welche die Signalinformation und die Steuerinformation aus der kodierten Information extrahieren und daraus die quantisierten Teilbandsignalkomponenten und die Quantisierungsauflösungen der quantisierten Teilbandsignalkomponenten extrahieren, die quantisierten Teilbandsignalkomponenten entsprechend den Quantisierungsauflösungen entquantisieren, um entquantisierte Teilbandsignale zu erhalten, und an die entquantisierten Teilbandsignale Synthesefilter anlegen und einen Überlapp-Summierprozeß an Informationsblöcke anlegen, die von den Synthesefiltern erhalten werden, um ein Ausgabesignal zu erzeugen. Das Quantisierungsrauschen in den Teilbandsignalen wird von den Synthesefiltern und dem Überlapp-Summierprozeß gestreut und bringt dadurch in Teilbändern des Ausgabesignals Rauschpegel hervor, die geringer sind als das gewünschte Rauschspektrum; und ein mit der einen oder den mehreren Verarbeitungsschaltungen gekoppelter Ausgang übermittelt das Ausgabesignal.
  • Die verschiedenen Merkmale der vorliegenden Erfindung und ihre bevorzugten Ausführungsbeispiele sind anhand der nachfolgenden Erörterung und den beigefügten Zeichnungen besser verständlich, in denen gleiche Bezugszeichen gleiche Elemente in den verschiedenen Figuren kennzeichnen. Der Inhalt der folgenden Erörterung und Zeichnungen dient lediglich als Beispiel und sollte nicht als den Umfang der vorliegenden Erfindung einschränkend aufgefaßt werden.
  • KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
  • 1A und 1B sind Blockschaltbilder von Teilbandkodierern.
  • 2A und 2B sind Blockschaltbilder von Teilbanddekodierern.
  • 3 ist eine schematische Darstellung des Frequenzganges für einen hypothetischen Filter.
  • 4A ist eine schematische Darstellung einer perzeptuelten Maskierschwelle für eine hochfrequente spektrale Komponente im Vergleich zum Frequenzgang gemäß 3.
  • 4B ist eine schematische Darstellung einer perzeptuellen Maskierschwelle für eine mittel- bis niederfrequente spektrale Komponente im Vergleich zum Frequenzgang gemäß 3.
  • 5 ist ein Blockschaltbild von Komponenten, die einigen Aspekten der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Konzepte veranschaulichen.
  • 6 ist eine schematische Darstellung überlappender Blöcke von Abtastwerten der Zeitdomäne, die durch eine Blockrücktransformation wiedergewonnen und durch eine Synthesefensterfunktion gewichtet wurden.
  • 7 ist eine geometrische Darstellung eines Optimierungsproblems, mit dem eine optimale Quantisierungsauflösung gesucht wird.
  • 8 ist eine graphische Darstellung eines geglätteten Leistungsspektrums, eines gewünschten Rauschspektrums und eines Quantisierungsrauschspektrums für ein hypothetisches Tonsignal.
  • 9 ist ein Ablaufdiagramm, welches Schritte in einem reiterativen Prozeß zum Festlegen von Quantisierungsauflösungen veranschaulicht.
  • 10 ist eine graphische Darstellung von Werten der Glieder in einer mittleren Reihe einer Ausbreitungsmatrix.
  • 11 ist ein Blockschaltbild einer Vorrichtung, die zum Durchführen verschiedener Aspekte der vorliegenden Erfindung verwendbar ist.
  • MÖGLICHKEITEN ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
  • A. Überblick
  • 1. Kodierer
  • 1A veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel eines Teilbandkodierers, der verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung beinhaltet, gemäß der ein von einem Weg 11 empfangenes digitales Tonsignal an eine Bank Analysefilter 12 angelegt wird, um Frequenzteilbandsignale längs eines Weges 13 zu erzeugen. Die Analysefilterbank kann auf die verschiedenste Art und Weise verwirklicht werden. Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen wird die Filterbank dadurch gestaltet, daß überlappte Blöcke digitaler Tonsignale mit einer Analysefensterfunktion gewichtet oder moduliert werden und auf die fenstergewichteten Blöcke eine bestimmte modifizierte diskrete Kosinustransformation (MDCT Modified Discrete Cosine Transform) angewandt wird. Diese MDCT wird als Time-Domain Aliasing Cancellation (TDAC) Transformation bezeichnet und ist in der Veröffentlichung von Princen, Johnson und Bradley "Subband/Transform Coding Using Filter Bank Designs Based on Time Domain Aliasing Cancellation," Proc. Int. Conf. Acoust. Speech and Signal Proc., Mai 1987, SS 2161–2164 offenbart.
  • In dem gezeigten Ausführungsbeispiel analysiert ein Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels das vom Weg 11 empfangene digitale Tonsignal, um die psychoakustische Maskierschwelle des Tonsignals zu schätzen und einen gewünschten Rauschpegel in Abhängigkeit davon zu erhalten. Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen wird der gewünschte Rauschpegel auf einem Pegel festgelegt, der im wesentlichen der psychoakustischen Maskierschwelle gleicht, die durch Anwendung eines guten perzeptuellen Modells erhalten wird, beispielsweise denjenigen, die in Schroeder, Atal und Hall "Optimizing Digital Speech Coders by Exploiting Masking Properties of the Human Ear," J. Acoust. Soc. Am., Dezember 1979, SS. 1647–1652 und im US-Patent 5 623 577 offenbart sind. Auch wenn im Prinzip zum Durchführen der vorliegenden Erfindung keine spezielle Technik von kritischer Bedeutung ist, wird die Leistung tatsächlicher Verwirklichungen insgesamt verbessert, wenn man hochentwickelte perzeptuelle Modelle heranzieht, die präzise Schätzungen der Maskierschwelle liefern können.
  • In Abhängigkeit von dem vom Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels erhaltenen Rauschpegel benutzt ein Rechner 15 der Quantisierungsauflösung ein Rauschausbreitungsmodell, um die Quantisierungsauflösungen zu bestimmen, die zum Quantisieren der Teilbandsignale benutzt werden sollen, und gibt einen Hinweis auf diese Quantisierungsauflösungen längs eines Weges 16 weiter. Das Rauschausbreitungsmodell gibt die Rauschausbreitungsmerkmale einer Bank von Synthesefiltern wieder und wird benutzt, um das Rauschen in einem Ausgabesignal zu schätzen, welches durch Anlegen der Synthesefilter an die gemäß den Quantisierungsauflösungen quantisierten Teilbandsignale erhalten wird. Der Rechner 15 der Quantisierungsauflösung legt die Quantisierungsauflösungen so fest, daß in Übereinstimmung mit dem Rauschausbreitungsmodell das von den Synthesefiltern erhaltene Ausgabesignal ein vom Quantisieren herrührendes Niveau an Rauschen hat, welches dem gewünschten Rauschpegel im wesentlichen gleicht.
  • Ein Quantisierer 17 quantisiert die vom Weg 13 erhaltenen Teilbandsignale entsprechend der vom Weg 16 erhaltenen Information über die Quantisierungsauflösung und erzeugt quantisierte Signale längs eines Weges 18. Der Quantisierer 17 kann durch eine Vielfalt an Quantisierungsfunktionen verwirklicht werden, wobei gleichförmige oder ungleichförmige Stufengrößen, einschließlich linearer Quantisierung, logarithmischer Quantisierung, Lloyd-Max Quantisierung und Vektorquantisierung angewandt werden. Die Auflösung der vom Quantisierer 17 bereitgestellten Quantisierung kann durch Ändern der Anzahl der Quantisierungsschritte, Ändern des von einer gegebenen Anzahl an Schritten wiedergegebenen dynamischen Bereichs und/oder Ändern der Werte, die jeder Quantisierungsschritt darstellt, gesteuert werden. In einigen Ausführungsbeispielen wird die Anzahl der Quantisierungsschritte dadurch variiert, daß eine Anzahl Bits zugeteilt und ein Quantisierer mit einer entsprechenden Anzahl von Schritten ausgewählt wird. Auch wenn die spezielle Form der in einem bestimmten Ausführungsbeispiel benutzten Quantisierung auf die Leistung signifikante Auswirkungen haben kann, hat im Prinzip zum Durchführen der vorliegenden Erfindung keine bestimmte Quantisierungsfunktion eine kritische Bedeutung.
  • Die quantisierten Signale werden von einem Formatierer 19 zu einem kodierten Signal zusammengefügt, und das kodierte Signal wird längs eines Weges 20 weitergeleitet, um mittels Übertragungsträgern, zum Beispiel als Basisband oder modulierte Kommunikationswege durch das ganze Spektrum, einschließlich von Ultraschall- bis Ultraviolettfrequenzen oder über Speicherträger übertragen zu werden, einschließlich solcher, die Informationen im wesentlichen mit Hilfe irgendwelcher magnetischen oder optischen Aufzeichnungstechnik übermitteln, einschließlich Magnetband, Magnetplatte und Bildplatte.
  • In rückwärtsadaptiven Ausführungsbeispielen wird ein Hinweis auf die Signalmerkmale, die der Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels benutzt, längs eines Weges 21 weitergegeben und zu dem kodierten Signal zusammengefügt. In vorwärtsadaptiven Ausführungsbeispielen ist weder der Weg 21 noch die längs des Weges 21 weitergeleitete Information erforderlich, da ein Hinweis auf die zum Erzeugen der quantisierten Signale benutzten Quantisierungsauflösungen in das kodierte Signal eingefügt ist. Der Formatierer 19 kann auch mit einem Entropiekodierer oder einer sonstigen Form von verlustfreiem Kodierer arbeiten, um die Informationskapazitätserfordernisse des kodierten Signals zu verringern.
  • 1B zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Teilbandkodierers, der verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung beinhaltet und dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel ähnelt. Einige der zwischen diesen beiden Ausführungsbeispielen bestehenden Unterschiede werden nachfolgend erläutert.
  • Eine Bank Anatysefilter 12 wird an ein vom Weg 11 empfangenes digitales Tonsignal angelegt, um Frequenzteilbandsignale längs des Weges 13 sowie Information längs eines Weges 22 zu erzeugen, welche die spektrale Hüllkurve des Eingabesignals darstellt. Es können zum Beispiel Teilbandsignalkomponenten in Form eines Blockfließpunktes (BFP) dargestellt werden, wobei die BFP-Exponenten im wesentlichen logarithmische Skalierfaktoren sind, die den Spitzenkomponentenwert in jedem Teilband darstellen. Die BFP-Exponenten können als spektrale Hüllkurveninformation des Eingabesignals benutzt werden. Die Analysefilterbank kann auf verschiedenste Art und Weise verwirklicht werden, wie oben schon erörtert.
  • Der Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels analysiert die vom Weg 22 empfangene Information der spektralen Hüllkurve, um die psychoakustische Maskierschwelle des Tonsignals zu schätzen und in Abhängigkeit davon einen gewünschten Rauschpegel zu erhalten. Als Reaktion auf den vom Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels empfangenen gewünschten Rauschpegel benutzt der Rechner 15 der Quantisierungsauflösung ein Rauschausbreitungsmodell, wie oben schon erläutert, um die Quantisierungsauflösungen zur Benutzung beim Quantisieren der Teilbandsignale festzulegen, und gibt einen Hinweis auf diese Quantisierungsauflösungen längs des Weges 16 weiter.
  • Der Quantisierer 17 quantisiert die vom Weg 13 empfangenen Teilbandsignale in Übereinstimmung mit der vom Weg 16 empfangenen Information über die Quantisierungsauflösung, um längs des Weges 18 quantisierte Signale zu erzeugen. Der Quantisierer 17 kann wie oben schon erörtert verwirklicht und gesteuert werden. Der Formatierer 19 fügt die vom Weg 18 empfangenen quantisierten Signale und die vom Weg 22 empfangene Information über die spektrale Hüllkurve zu einem kodierten Signal zusammen und leitet das kodierte Signal längs des Weges 20 weiter, wie oben beschrieben. Der Formatierer 19 kann auch mit einem Entropiekodierer oder einer sonstigen Form eines verlustlosen Kodierers arbeiten, wie oben erörtert.
  • Das in 1B gezeigte Ausführungsbeispiel kann in rückwärtsadaptiven Kodiersystemen verwendet werden, weil die vom Rechner des gewünschten Rauschpegels benötigte Information in dem kodierten Signal durch die Information der spektralen Hüllkurve übermittelt wird. Es ist keine zusätzliche Information für einen komplementären Dekodierer erforderlich, der Bauelemente beinhaltet, die das Gegenstück zum Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels und Rechner 15 der Quantisierungsauflösung bihden. Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird vom Rechner 14 des gewünschten Rauschpegels ein Satz anfänglicher Quantisierungsauflösungen bereitgestellt; und der Rechner 15 der Quantisierungsauflösung modifiziert eine oder mehr dieser anfänglichen Auflösungen nach Bedarf, um einen Ausgleich für die Rauschausbreitung entsprechend dem oben erläuterten Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell durchzuführen. Ein Hinweis auf diese Modifizierungen wird längs eines Weges 23 weitergeleitet und vom Formatierer 19 in das kodierte Signal eingefügt. Durch Einschließen dieser zusätzlichen Information kann das kodierte Signal ohne Benutzung des Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodells dekodiert werden.
  • 2. Dekodierer
  • 2A zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Teilbanddekodierers, der verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung beinhaltet und bei dem ein Deformatierer 32 quantisierte Signale aus einem von einem Weg 31 empfangenen kodieren Signal extrahiert und die quantisierten Signale längs eines Weges 33 weitergibt. Der Deformatierer 32 kann auch mit einem Entropiedekodierer oder einer sonstigen zum Erhalt der quantisierten Signale erforderlichen Form eines verlustfreien Dekodierers arbeiten.
  • In dem gezeigten Ausführungsbeispiel extrahiert der Deformatierer 32 aus dem kodierten Signal auch einen Hinweis auf die in einem Begleitkodierer vom Rechner des gewünschten Rauschpegels benutzten Signalmerkmale und gibt diesen Hinweis an einen Rechner 34 des gewünschten Rauschpegels weiter, der in Abhängigkeit davon den gewünschten Rauschpegel erhält. In Abhängigkeit von dem vom Rechner 34 des gewünschten Rauschpegels empfangenen gewünschten Rauschpegel benutzt ein Rechner 35 der Quantisierungsauflösung ein Rauschausbreitungsmodell, wie oben erläutert, um die Quantisierungsauflösungen zu bestimmen, die zum Erzeugen der quantisierten Signale benutzt wurden, und gibt einen Hinweis auf diese Auflösungen längs eines Weges 36 weiter.
  • Die Quantisierung der vom Weg 33 empfangenen quantisierten Signale wird von einem Entquantisierer 37 entsprechend der vom Weg 36 empfangenen Quantisierungsauflösungsinformation aufgehoben, und es werden entquantisierte Teilbandsignale längs eines Weges 38 erzeugt. Der Entquantisierer 37 kann auf verschiedene Weise verwirklicht und gesteuert werden, wie vorstehend im Zusammenhang mit der Quantisierung erläutert. Im Prinzip ist für die Durchführung der vorliegenden Erfindung keine bestimmte Entquantisierungsfunktion von kritischer Bedeutung, aber sie sollte zu dem für die Erzeugung der quantisierten Teilbandsignale herangezogenen Quantisierungsprozeß komplementär sein.
  • An diese entquantisierten Teilbandsignale wird eine Bank Synthesefilter 39 angelegt, um längs eines Weges 40 ein Ausgabesignal zu erzeugen. Die Synthesefilterbank kann in vielfältigster Weise verwirklicht sein. Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen wird die Synthesefilterbank dadurch verwirklicht, daß an Blöcke von Transformationskoeffizienten eine Umkehr-MDCT angelegt wird, die hier als die Umkehr-TDAC Transformation bezeichnet wird, die von der Transformation mit einer Synthesefensterfunktion erhaltenen Signalabtastwerte gewichtet und Abtastwerte in einander benachbarten fenstergewichteten Blöcken überlappt und summiert werden.
  • In einem hier nicht gezeigten vorwärtsadaptiven System ist weder ein Rechner 34 des gewünschten Rauschpegels, noch ein Rechner 35 der Quantisierungsauflösung nötig, weil der Deformatierer 32 Quantisierungsauflösungsinformation aus dem kodierten Signal extrahieren und diese Information dem Quantisierer 37 bereitstellen kann.
  • 2B veranschaulicht ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Teilbanddekodierers, der verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung beinhaltet und dem vorstehend erläuterten Ausführungs- beispiel ähnelt. Einige der Unterschiede zwischen diesen beiden Ausführungsbeispielen werden nachfolgend erörtert.
  • Der Deformatierer 32 extrahiert quantisierte Signale aus einem vom Weg 31 empfangenen kodierten Signal und gibt die quantisierten Signale längs des Weges 33 weiter, und er extrahiert Information, die die spektrale Hüllkurve des kodierten Signals wiedergibt und leitet diese Information längs eines Weges 42 weiter. Der Deformatierer 32 kann auch einen Entropiedekodierer oder eine sonstige Form eines verlustfreien Dekodierers benutzen, wie es erforderlich sein mag, um jegliches verlustfreie Kodieren rückgängig zu machen, welches zum Erzeugen des kodierten Signals angewandt wurde.
  • Der Rechner 34 für den gewünschten Rauschpegel analysiert die vom Weg 42 empfangene Information der spektralen Hüllkurve, und in Abhängigkeit davon wird der gewünschte Rauschpegel erhalten. In Abhängigkeit von dem vom Rechner 34 des gewünschten Rauschpegels empfangenen gewünschten Rauschpegel benutzt der Rechner 35 der Quantisierungsauflösung ein Rauschausbreitungsmodell, wie oben erläutert, um die zum Erzeugen der quantisierten Signale benutzten Quantisierungsauflösungen festzustellen, und gibt einen Hinweis auf diese Auflösungen längs des Weges 36 weiter.
  • Die vom Weg 33 empfangenen quantisierten Signale werden vom Entquantisierer 37 entsprechend der vom Weg 36 empfangenen Information der Quantisierungsauflösung entquantisiert, und längs des Weges 38 werden entquantisierte Teilbandsignale erzeugt. Der Entquantisierer 37 kann wie vorstehend beschrieben verwirklicht und gesteuert werden. An die entquantisierten Teilbandsignale und die Information der spektralen Hüllkurve wird eine Bank Synthesefilter 39 angelegt, um längs des Weges 40 ein Ausgabesignal zu erzeugen.
  • Das in 2B gezeigte Ausführungsbeispiel kann in rückwärtsadaptiven Kodiersystemen verwendet werden, da die vom Rechner des gewünschten Rauschpegels benötigte Information in dem kodierten Signal durch die Information der spektralen Hüllkurve übermittelt wird. Es ist keine zusätzliche Information erforderlich. Bei einem weiteren, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel bietet der Rechner 34 des gewünschten Rauschpegels einen Satz anfänglicher Quantisierungsauflösungen, und eine oder mehr Modifikationen dieser anfänglichen Auflösungen werden vom kodierten Signal durch den Deformatierer 32 erhalten. Diese Modifikationen können auf die anfänglichen Quantisierungsauflösungen angewandt werden, um einen Ausgleich für die Streuung des Rauschens zu erzielen.
  • B. Filtereigenschaften
  • Wie vorstehend erwähnt, lassen sich die Grundsätze der vorliegenden Erfindung in Ausführungsbeispiele perzeptueller Kodiersysteme und Verfahren einarbeiten, die Analyse- und Synthesefilter auf verschiedenerlei Weise verwirklichen. Um die Erörterung aber zu erleichtern, werden in der nachfolgenden Beschreibung Ausführungsbeispiele der TDAC-Transformation mehr hervorgehoben.
  • Beschreibungen leistungsfähiger Verwirklichungen von TDAC-Transformationen finden sich in den US Patenten 5 297 236 und 5 890 106.
  • Der Quantisierungsprozeß in vielen perzeptuellen Kodiersystemen bestimmt die zum Quantisieren eines Teilbandsignals zu verwendende Quantisierungsauflösung anhand der Differenz zwischen der Amplitude des Teilbandsignals und dem Niveau einer geschätzten psychoakustischen Maskierschwelle innerhalb des Teilbandes. Bei diesem Prozeß wird stillschweigend davon ausgegangen, daß das Quantisierungsrauschen für einen Transformationskoeffizienten vom Quantisierungsrauschen für andere benachbarte Transformationskoeffizienten unabhängig ist. Insgesamt stimmt diese Annahme wegen der Merkmale der Streuung des Rauschens durch die Synthesefilter nicht.
  • Der Grad der Streuung des Rauschens wird von der spektralen Selektivität der Synthesefilter beeinflußt. Wie oben erwähnt, bieten die in Kodiersystemen verwendeten Analyse- und Synthesefilter keine idealen Durchlaßbereiche. In 3 ist der Frequenzgang für einen hypothetischen Synthesefilter schematisch dargestellt. Der in dieser Figur gezeigte Frequenzgang ist eine Darstellung in der Frequenzdomäne eines hypothetischen Ausgabesignals, das vom Synthesefilter in Abhängigkeit von einem Eingabesignal erhalten wird, das eine einzige spektrale Komponente auf der Frequenz f0 hat. Die Hauptkeule 23 des Frequenzganges, die um die Frequenz f0 zentriert ist, ist der Filterdurchlaßbereich. Die kleineren Seitenkeulen des Frequenzganges liegen in den Filtersperrbereichen.
  • Diese spektrale Selektivität läßt sich durch Ändern einer Anzahl von Faktoren steuern, zu denen die Länge der Umkehrtransformation und die Gestalt der Synthesefensterfunktion gehören. Durch Ändern der Gestalt der Synthesefensterfunktion läßt sich häufig die Breite des Durchlaßbereichs gegen das in den Sperrbereichen gebotene Dämpfungsniveau abwägen. Mit dem Verringern der Breite der Hauptkeule, um eine höhere spektrale Selektivität zu erzielen, wird auch die Dämpfung in den Sperrbereichen verringert. Die spektrale Selektivität läßt sich auch erhöhen durch ein Vergrößern der Länge der Transformation; aber die Verwendung längerer Transformationen ist nicht immer möglich. Beim Rundfunk beispielsweise und für anderen Produktionsanwendungen, die eine Wiedergabe des dekodierten Signals in Echtzeit erfordern, muß eine Transformation von kurzer Länge angewandt werden, um Einschränkungen der Kodierverzögerung zu genügen. Die Merkmale der Rauschausbreitung der Synthesefilter ist bei solchen Kodiersystemen besonders ernst. Zusätzliche Überlegungen zu Kodiersystemen mit geringer Verzögerung finden sich in dem US Patent 5 222 189.
  • Die Rauschausbreitung hat normalerweise für mittlere bis niedrige Frequenzen eine größere Bedeutung, weil die kritischen Bänder des menschlichen Gehörsystems bei niedrigeren Frequenzen schmaler sind. Jedes kritische Band entspricht der Maskierschwelle für eine Spektralkomponente innerhalb dieses Bandes und stellt den Frequenzbereich dar, über den es wahrscheinlich ist, daß eine dominante Spektralkomponente andere kleinere Spektralkomponenten, wie Quantisierungsrauschen überdecken kann. Bei niedrigeren Frequenzen kann die Maskierschwelle schmaler werden als die Frequenzselektivität des Synthesefilters. Das bedeutet, daß es wahrscheinlicher ist, daß der Synthesefilter aus dem Quantisieren einer Spektralkomponente resultierendes Rauschen außerhalb der Maskierschwelle dieser Spektralkomponente ausbreitet.
  • 4A ist eine schematische Darstellung einer perzeptuellen Maskierschwelle 25 für eine hochfrequente Spektralkomponente bei der Frequenz f0 im Vergleich zu dem in 3 gezeigten Frequenzgang des Filters. Wie aus der Figur hervorgeht, ist die Maskierschwelle 25 für die hochfrequente Spektralkomponente bei der Frequenz f0 breit genug, um den Frequenzgang des Synthesefilters vollständig abzudecken. Dies läßt darauf schließen, daß verhältnismäßig viel des durch das Quantisieren der hochfrequenten Spektralkomponente bei Frequenz f0 resultierenden Rauschens, welches durch den Synthesefilter ausgebreitet wird, vermutlich von der Spektralkomponente maskiert wird.
  • 4B ist eine schematische Darstellung einer perzeptuellen Maskierschwelle 27 für eine mittel- bis niederfrequente Spektralkomponente bei der Frequenz f0 im Vergleich zu dem in 3 gezeigten Frequenzgang des Filters. Wie aus der Figur hervorgeht, wird der Frequenzgang des Synthesefilters an der niederfrequenten Seite der Maskierschwelle 27 für die niederfrequente Spektralkomponente bei der Frequenz f0 nicht abgedeckt. Dies läßt darauf schließen, daß es wahrscheinlich ist, daß nur ein verhältnismäßig kleiner Anteil des durch das Quantisieren der niederfrequenten Spektralkomponente bei der Frequenz f0 entstehenden Rauschens, welches vom Synthesefilter gestreut wird, von der Spektralkomponente maskiert wird.
  • C. Analytische Konzepte
  • In einem Quantisierungsprozeß gemäß der vorliegenden Erfindung werden die Rauschausbreitungsmerkmale des Synthesefilters berücksichtigt, um Quantisierungsauflösungen festzulegen, die gerade fein genug sind, um das Quantisierungsrauschen unhörbar zu machen. In den nachfolgenden Absätzen wird die analytische Basis für diesen Prozeß beschrieben.
  • 1. Einführung
  • Ein in 5 gezeigter Analysefilter 52 stellt eine Analysefilterbank in einem Teilbandkodierer dar, um Transformationskoeffizienten zu erzeugen, die eine Wiedergabe des von einem Weg 51 empfangenen Tonsignals in der Frequenzdomäne bilden. Quantisierungsrauschen 53 stellt einen Prozeß dar, bei dem Quantisierungsrauschen in eine vom Analysefilter 52 erhaltene Wiedergabe in der Frequenzdomäne injiziert wird. Synthesetransformation 54 und Überlapp-Summieren 55 stellen gemeinsam eine Synthesefilterbank in einem Teilbanddekodierer dar. Mit der Synthesetransformation 54 wird aus der Wiedergabe des Tonsignals in der Frequenzdomäne eine Wiedergabe in der Zeitdomäne erhalten. Durch den vom Überlapp-Summieren 55 durchgeführten Prozeß werden einander benachbarte Blöcke von Abtastwerten der Wiedergabe in der Zeitdomäne, die von der Synthesetransformation 54 erhalten werden, zum Überlappen gebracht und entsprechende Abtastwerte in den überlappenden Blöcken summiert. Eine Analysefilter 56 ist ein theoretisches Konstrukt, welches benutzt wird, um einige Grundsätze der vorliegenden Erfindung zu erklären.
  • Die Bank der Analysefilter 52 ist durch geeignete Analysefensterfunktionen verwirklicht, und die TDAC MDCT wird auf eine Folge von Blöcken von Tonsignalabtastwerten angewandt, die vom Weg 51 empfangen werden, um Teilbandsignale in Form einer Folge von Blöcken von Transformationskoeffizienten zu erzeugen. Dies läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00130001
    wobei
    Xm(k) = Transformationskoeffizient k im Transformationskoeffizientenblock m;
    WA(n) = Analysefensterfunktion im Punkt n;
    xm(n) = Signalabtastwert n im Signalabtastwertblock m;
    no = ein Transformationsphasenterm, der zum Alias-Löschen erforderlich ist;
    ko = ein Term, der bei dieser bestimmten TDAC-Transformation 1/2 gleicht; und
    2M = die Länge der Transformation.
  • Quantisierungsrauschen 53 stellt einen Prozeß dar, der zu jedem Transformationskoeffizienten durch Quantisieren der Transformationskoeffizienten gemäß einer spezifizierten Quantisierungsauflösung Rauschen addiert. Das ergibt ein quantisiertes Signal, welches eine Folge von Blöcken quantisierter Transformationskoeffizienten enthält; dies läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00130002
    wobei
    Figure 00130003
    guantisierter Koeffizient k im Transformationskoeffizientenblock m und
    lm(k) = Quantisierungsrauschen für den Koeffizienten k im Transformationskoeffizientenblock m.
  • Die Synthesetransformation 54 wird durch die TDAC Umkehr-MDCT und geeignete Synthesefensterfunktionen verwirklicht und auf die Folge von Blöcken quantisierter Transformationskoeffizienten angewandt, um eine Folge von Blöcken von Abtastwerten in der Zeitdomäne zu erzeugen. Dies läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00130004
    wobei
    Figure 00130005
    rückgewonnener Zeitdomäne-Abtastwert n im Abtastwertblock m.
  • Mit Überlapp-Summieren 55 wird eine Wiedergabe der vom Weg 51 empfangenen Tonsignalabtastwerte rückgewonnen, indem an jeden Block der Abtastwerte in der Zeitdomäne, der von der Synthesetransformation 54 erhalten wird, eine Synthesefensterfunktion angelegt, die gefensterten Blöcke überlappt und entsprechende Zeitdomäne-Abtastwerte in den überlappenden Blöcken summiert werden. Das Verstärkungsprofil der Folge überlappender, gefensterter Blöcke ist in 6 gezeigt. Die Kurve 41 veranschaulicht das Verstärkungsprofil einer Synthesefensterfunktion, die zum Modulieren eines Blocks von Zeitdomäneabtastwerten benutzt wird, der die gleiche Erstreckung hat wie die Linie 44. Ähnlich zeigen Kurven 42 und 43 die Verstärkungsprofile von Synthesefensterfunktionen, die zum Modulieren von Blöcken von Zeitdomäne-Abtastwerten benutzt werden, deren Erstreckung die gleiche ist wie die der Linie 45 bzw. 46. Signalabtastwerte, welche eine Wiedergabe der ursprünglichen Tonsignalabtastwerte innerhalb des durch die Linie 45 veranschaulichten Intervalls darstellen, werden durch den Überlapp-Summierprozeß durch Summieren der entsprechenden Zeitdomäne-Abtastwerte in den überlappenden gefensterten Blöcken 41, 42 und 43 erhalten werden. Dies läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00140001
    wobei
    Figure 00140002
    Wiedergabesignalabtastwert n im Abtastwertblock m; und
    ws(n) = Synthesefensterfunktion im Punkt n.
  • In den Ausführungsbeispielen mit TDAC-Transformation sollten die Analyse- und Synthesefensterfunktionen so ausgewählt werden, daß sie jenen Einschränkungen Genüge tun, die erforderlich sind, um eine Alias-Löschung zu erzielen. Hierzu wird auf die oben zitierte Veröffentlichung von Princen verwiesen. Zusätzliche Informationen zu Analyse- und Synthesefensterfunktionen sind aus dem US Patent 5 222 189 und der am 17. Oktober 1998 eingereichten internationalen Patentanmeldung Nummer PCT/US 98/20751 zu entnehmen.
  • Die Bank der Analysefilter 56 kann im wesentlichen durch jede beliebige Art von Analysefilter verwirklicht werden. Zum Zweck der Illustration wird hier die Analysefilterbank durch eine rechteckige Analysefensterfunktion und die oben für die Analysefilter 52 erläuterte TDAC MDCT verwirklicht. Die Bank der Analysefilter 56 wird an die Wiedergabesignalabtastwerte angelegt, um eine hypothetische Wiedergabe in der Frequenzdomäne des Wiedergabesignals zu erhalten, welches längs des Weges 57 weitergeleitet wird. Die Wiedergabe in der Frequenzdomäne wird als Basis für einen analytischen Ausdruck der Rauschausbreitungseigenschaften der Synthesefilter benutzt. Diese Wiedergabe läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00140003
    wobei
    Figure 00140004
    Transformationskoeffizient k in der Wiedergabe in der Frequenzdomäne.
  • Wenn in dem der Synthesetransformation 54 gelieferten Eingabesignal kein Quantisierungsrauschen vorhanden ist, können die Blöcke der Abtastwerte in der Zeitdomäne, die aus der Gleichung (3) erhalten werden, einander überlappen und summiert werden, wie in der Gleichung (4) gezeigt, um eine perfekte Rekonstruktion der Signalabtastwerte im ursprünglichen Eingabesignal zu erhalten. Dies läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00140005
  • Die hypothetische Wiedergabe in der Frequenzdomäne, die vom Analysefilter 56 für diese perfekte Rekonstruktion erhalten wird, läßt sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00150001
  • 2. Erneute Benennung der Quantisierungsaufgabe
  • Unter Heranziehung dieser beiden hypothetischen Wiedergaben in der Frequenzdomäne, die vom Analysefilter 56 erhalten werden, kann eine optimale Quantisierungsauflösung zum Quantisieren der vom Analysefilter 52 erhaltenen Wiedergabe in der Frequenzdomäne ausgedrückt werden als ein Prozeß, der die Amplitude des vom Quantisierungsrauschen 53 injizierten Rauschens steuert, so daß
    Figure 00150002
    wobei
    N(k) = ein gewünschter Rauschpegel für den Transformationskoeffizienten k.
  • Für das Quantisierungsrauschen werden folgende Annahmen getroffen:
    • 1. Das Quantisierungsrauschen lm(k) für die verschiedenen Transformationskoeffizienten k sind statistisch unabhängig.
    • 2. Das Quantisierungsrauschen lm(k) für verschiedene Koeffizientenblöcke m sind statistisch unabhängig.
    • 3. Das Quantisierungsrauschen lm(k) in einem jeweiligen Koeffizientblock m haben einen Mittelwert, der Null gleicht, und haben Abweichungen, die in aufeinanderfolgenden Koeffizientenblöcken gleich sind.
  • Die ersten beiden Annahmen treffen zu für die Koeffizienten, die von den allgemein in Tonkodiersystemen verwendeten Transformationen erhalten werden. Die dritte Annahme trifft zu für Blöcke von Transformationskoeffizienten, die ein stationäres Signal wiedergeben, und sie ist gerechtfertigt für quasi stationäre Passagen von Musik, die mit bekannten perzeptuellen Kodiersystemen und Verfahren nicht gut zu quantisieren sind. Bei stark nichtstationären Passagen, für die die dritte Annahme nicht gerechtfertigt ist, sind durch diese Annahme verursachte Fehler insgesamt gutartig und können ignoriert werden.
  • 3. Streumatrix
  • Ein Prozeß zum Quantisieren, der die Ausbreitung des Synthesefilterrauschens ordnungsgemäß berücksichtigt, kann aus einem analytischen Ausdruck des Verhältnisses zwischen dem Rausch spektrum des vom Synthesefilter erhaltenen Ausgabesignals und dem Rauschspektrum des dem Synthesefilter bereitgestellten, quantisierten Eingabesignals entwickelt werden. Eine Ableitung dieses analytischen Ausdrucks bzw. der "Streumatrix" soll nunmehr beschrieben werden.
  • Zunächst wird der Ausdruck für
    Figure 00160001
    in Gleichung (3) als Ersatz in die Gleichung (4) eingesetzt, und dann wird der resultierende Ausdruck für
    Figure 00160002
    als Ersatz in die Gleichung (5) eingestellt, um einen Ausdruck für die hypothetische Wiedergabe in der Frequenzdomäne des Ausgabesignals des Synthesefilters, ausgedrückt als quantisierte Transformationskoeffizienten zu erhalten, wie folgt:
    Figure 00160003
  • Ein ähnlicher Ausdruck kann für die hypothetische Wiedergabe in der Frequenzdomäne des Ausgabesignals des Synthesefilters, ausgedrückt als nicht quantisierte Transformationskoeffizienten, erhalten werden, indem ein ähnlicher Ersatz in der Gleichung (7) vorgenommen wird. Der Ausdruck ist wie folgt:
    Figure 00160004
  • Durch Subtrahieren der Gleichung (9b) von der Gleichung (9a) kann eine hypothetische Wiedergabe in der Frequenzdomäne der Differenz zwischen diesen beiden Ausgabesignalen erhalten werden, die wie folgt dargestellt werden kann:
    Figure 00160005
    wobei
    Om(k) = Quantisierungsrauschen im Synthesefilter-Ausgabesignal bei der Frequenz k und
    lm(k) =
    Figure 00160006
    -Xm(k) für 0 ¾ k < 2M, wie aus Gleichung (2) entnehmbar.
  • Der Ausdruck in der Gleichung (10) kann benutzt werden, um den Ausdruck (8) wie folgt neu zu schreiben.
  • Figure 00170001
  • Die Matrices A, B und C haben eine ungerade Symmetrie. Diese Eigenschaften können benutzt werden, um zu zeigen, daß:
    Figure 00170002
    so daß die Gleichung (10) wie folgt neu geschrieben werden kann
    Figure 00170003
    wobei
    A'(k,q) = 2A(k,q);
    B'(k,q) = 2B(k,q) ; und
    C'(k,q) = 2C(k,q).
  • Unter den drei zuvor erwähnten Annahmen, daß die Komponenten des Quantisierungsrauschens einen Null-Mittelwert haben, statistisch unabhängig und identisch verteilt sind, kann das Rauschleistungsspektrum am Ausgang der Synthesefilter aus der Gleichung (13) wie folgt erhalten werden:
    Figure 00170004
    wobei
    E(z) = der erwartete Wert von z;
    N0m(k) Rauschleistung bei Frequenz k im Ausgang der Synthesefilter;
    Figure 00170005
  • Unter der dritten, oben genannten Annahme, daß die Quantisierungsrauschabweichung in aufeinanderfolgenden Koeffizientenblöcken identisch ist, kann die Gleichung (14) wie folgt vereinfacht werden:
    Figure 00170006
    wobei
    W(k,q) = A''(k,q) + B''(k,q) + C''(k,q). Die W-Matrix ist die oben erwähnte Streumatrix.
  • 4. Optimale Quantisierungsauflösung
  • Unter Hinweis auf die Ausdrücke (8, 11, 14 und 15) ist zu sehen, daß eine optimale Quantisierungsauflösung zu einem Quantisierungsrauschspektrum {Nl,m}(q)} für 0¾ q < M führt, so daß
    Figure 00180001
  • Für Gleichheit mit dem gewünschten Rauschen ist eine direkte Lösung:
    Figure 00180002
  • Leider ergibt diese direkte Lösung häufig negative Lösungen für einen oder mehr Transformationskoeffizienten k, und das heißt, daß die Neigung des gewünschten Rauschpegels N(k) so steil ist, daß negative Rauschmengen in den Quantisierungsprozeß injiziert werden müssen, um die spektrale Gestalt des gewünschten Rauschens zu erzielen. In Ausführungsbeispielen in der Praxis ist es nicht möglich, negative Mengen an Rauschen in den Quantisierungsprozeß zu injizieren. Glücklicherweise braucht für die Gleichheit der Ausdruck (16) nicht gelöst zu werden. Eine akzeptable Quantisierungsauflösung läßt sich verwirklichen, wenn sie die Ungleichheit erfüllt.
  • Um eine Lösung zu erzielen, kann das Quantisierungsrauschspektrum, ausgedrückt als gewünschtes Rauschspektrum, wie folgt neu geschrieben werden
    Figure 00180003
    wobei g(k) = ein Verstärkungsfaktor. Eine graphische Darstellung eines hypothetischen Beispiels von Rauschspektren und Verstärkungsfaktoren ist in 8 gezeigt, wo eine Kurve 71 ein geglättetes Maß spektraler Leistung für einen Block m von Transformationskoeffizienten Xm(k) ist, die ein Tonsignal darstellen, Kurve 72 das gewünschte Rauschspektrum N(k) und Kurve 73 ein Quantisierungsrauschspektrum Nl,m(k) für die Transformationskoeffizienten im Block m ist, welches durch Multiplizieren des gewünschten Rauschspektrums mit Verstärkungsfaktoren g(k) erhalten wurde. Wie aus der Figur hervorgeht, wird erwartet, daß die Verstärkungsfaktoren normalerweise im Bereich von Null bis Eins liegen.
  • a) Zweidimensionales Beispiel
  • Um die Darstellung zu erleichtern, wird ein zweidimensionales Beispiel (M=2) benutzt, um zu erklären, wie die Verstärkungsfaktoren angewandt werden können. Durch Einsetzen der Gleichung (18) in den Ausdruck (16) kann man sehen, daß
    Figure 00190001
  • Auch wenn g(0) = g(1) = 0 immer die beiden Ungleichheiten erfüllt, ist diese spezielle Lösung deshalb nicht akzeptabel, weil jeder Null-Wert des Verstärkungsfaktors impliziert, daß der jeweilige Transformationskoeffizient mit unendlicher Präzision quantisiert werden muß. Bevorzugte Lösungen ergeben Werte für die Verstärkungsfaktoren, die so nahe wie möglich bei eins liegen. Wenn eine Lösung gefunden werden kann, bei der alle Verstärkungsfaktoren einen Wert von eins haben, ist es tatsächlich so, daß für die Synthesefilter-Rauschausbreitung kein Ausgleich nötig ist.
  • Die Suche nach Verstärkungsfaktorwerten, die eine optimale Lösung bieten, kann man als eine linear eingegrenzte Optimierungsaufgabe umreißen, die darauf abgestellt ist, die Kosten des Ausgleichs auf ein Minimum zu senken. In vielen Ausführungsbeispielen ist es zweckmäßig, die Ausgleichskosten als Logarithmus des Maßes zu erhöhen, um welches das Quantisierungsrauschspektrum verringert wird. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel, welches mit Bit-Allocation zum Steuern der Quantisierungsauflösung arbeitet, gleichen die Kosten einem Bit pro Transformationskoeffizient für jede –6.02 dB, um die das Quantisierungsrauschspektrum geändert wird. Wenn zum Beispiel der Verstärkungsfaktor g(1) auf 0,25 gesetzt wird, wird Nl,m(1) des Quantisierungsrauschspektrums um –12.04 dB gegenüber N(1) des gewünschten Rauschspektrums geändert. Die Kosten für diesen Ausgleich der Streuung des Rauschens des Transformationskoeffizienten X(1) beträgt (–12.04 dB / –6.02 dB) = 2 Bit.
  • Für Ausführungsbeispiele wie die soeben beschriebenen, die eine logarithmische Kostenfunktion haben, kann das in Gleichung (18) gezeigte, gewünschte Spektrum des Quantisierungsrauschens zweckmäßigerweise wie folgt dargestellt werden:
    Figure 00190002
  • Die Ausgleichskosten ändern sich umgekehrt mit dem Logarithmus jedes Verstärkungsfaktors. So sind die Gesamtausgleichskosten in diesem zweidimensionalen Beispiel proportional zu –log g(0) –log g(1). Um die Erörterung zu erleichtern, wird hierbei von einer Proportionalitätskonstante ausgegangen, die eins ist. Ziel der Optimierungsaufgabe ist es, die Ausgleichskosten im Rahmen der durch die Ausdrücke (19a, 19b und 19e) auferlegten Einschränkungen zu minimieren.
  • Der erste Schritt im Formulieren der Quantisierung als lineare Optimierungsaufgabe besteht darin, jeden N(j) '' W(i,j) Term in den Ausdrücken (19a und 19b) durch ein Element D(i,j) einer Matrix D zu ersetzen. Von allen Elementen in der Matrix D ist bekannt, daß sie positiv sind, weil jedes Element das Produkt von zwei positiven Mengen darstellt. Die Ergebnisse dieses Ersetzens lassen sich wie folgt ausdrücken:
    Figure 00200001
  • Die auf diese Weise ausgedrückte Optimierungsaufgabe kann geometrisch in einem g(0), g(1) Koordinatenraum dargestellt werden, wie 7 zeigt. Der Bereich 60 möglicher Lösungen dieser Optimierungsaufgabe ist auf ein Einheitsquadrat im Quadranten I des Koordinatenraums beschränkt, dessen Seiten den Minimal- und Maximalwerten entsprechen, welche für die beiden Verstärkungsfaktoren erlaubt sind, wie im Ausdruck (21c) gezeigt. Im dargestellten Beispiel gibt der Bereich auf der Seite der Geraden 61, der den Ursprung umfaßt, denjenigen Teil des Raums wieder, der die Ungleichheit im Ausdruck (21a) erfüllt, und der Bereich auf der Seite der Geraden 62, der den Ursprung umfaßt, gibt denjenigen Teil des Raums wieder, der die Ungleichheit im Ausdruck (21b) erfüllt. Der Lösungsraum 66, der durch das Überschneiden dieser drei Bereiche wiedergegeben wird, ist der Teil des g(0), g(1) Koordinatenraums, in dem die Lösung für die Optimierungsaufgabe gefunden werden kann, die sämtliche durch die Ausdrücke (21a), (21b) und (21c) auferlegten Bedingungen erfüllt. Die Grenze des Lösungsraums 66 ist mit einer breiten Linie gezeigt, die bei diesem Beispiel ein unregelmäßiges Viereck bildet, dessen Seiten mit Teilen der g(0) und g(1) Achsen, der Geraden 61 und der Oberseite des Einheitsquadrats, welches der Bereich 60 ist, kongruent sind.
  • Wenn der Lösungsraum die (1,1) Koordinate einschließt, wird die optimale Quantisierungsauflösung erhalten, wenn alle Verstärkungsfaktoren auf eins gesetzt werden, da kein Ausgleich für Synthesefilter-Rauschausbreitung erforderlich ist. Unter Hinweis auf 8 ist dies äquivalent zum Einstellen des Quantisierungsrauschspektrums 73 so, daß es dem gewünschten Rauschspektrum 72 über den gesamten Bereich der Transformationskoeffizienten von k = 0 bis k = (M-1) gleicht. Wenn die (1,1) Koordinate nicht innerhalb des Lösungsraums liegt, kann ein Prozeß zum Auffinden der optimalen Quantisierungsauflösung durch das Finden eines optimalen Satzes von Verstärkungsfaktoren innerhalb des Lösungsraums benutzt werden, bei dem ein oder mehr Verstärkungsfaktoren einen Wert von weniger als eins haben. Dies ist gleichwertig mit dem Erhalten eines Quantisierungsrauschspektrums 73, welches geringer ist als das gewünschte Rauschspektrum 72 für einen oder mehr Transformationskoeffizienten.
  • Der optimale Satz Verstärkungsfaktoren minimiert die Kosten für den Ausgleich K, die mit folgender Gleichung berechnet werden:
    Figure 00200002
  • Diese Gleichung bestimmt eine hyperbolische Linie im g(0), g(1) Koordinatenraum und stellt einen Ort von Werten für die beiden Verstärkungsfaktoren dar, die konstanten Kosten K für den Ausgleich der Rauschausbreitung entsprechen. Eine hyperbelförmige Linie 63 stellt beispielsweise eine Kurve für einige Ausgleichskosten K1 dar, und eine hyperbelförmige Linie 64 stellt eine Kurve für andere Ausgleichskosten dar, die höher sind als K1. In dem Maß, in dem sich Ausgleichskosten dem Unendlichen nähern, nähert sich die entsprechende Kurve der konstanten Kosten den beiden Koordinatenachsen.
  • Wie schon erwähnt, ist es Ziel der Optimierungsaufgabe, eine Mindestkostenlösung zu finden, welche die Ausdrücke (21a, 21b und 21c) erfüllt. Die optimale Lösung kann erhalten werden, wenn man die hyperbelförmige Kurve der niedrigsten Kosten findet, welche den Lösungsraum schneidet. Bei dem in 7 gezeigten Beispiel tritt die optimale Lösung am Tangentenpunkt zwischen der hyperbelförmigen Kurve 64 und der Grenze des Lösungsraums 66 ein.
  • b) Höhere Dimensionen
  • In der Praxis arbeiten perzeptuelle Kodiersysteme und Verfahren mit Filtern, für die es nötig ist, daß der Quantisierungsprozeß eine Optimierungsaufgabe löst, die erheblich mehr Dimensionen als zwei umfaßt. Man kann sagen, daß diese Aufgabe darin besteht, einen Satz Verstärkungsfaktoren {g(k)} innerhalb des Lösungsraums zu finden, der die Ungleichheiten:
    Figure 00210001
    innerhalb eines k-dimensionalen Einheitswürfels erfüllt, der durch
    Figure 00210002
    bestimmt ist, so daß die Ausgleichskosten K folgende sind:
    Figure 00210003
  • Wenn zum Beispiel eine TDAC-Transformation der Länge 256 benutzt wird, hat die Optimierungsaufgabe M=128 Dimensionen. Bei diesem Beispiel ist der Bereich möglicher Lösungen auf einen kdimensionalen Würfel beschränkt, der Scheitel mit Koordinaten hat, die Verstärkungsfaktoren entsprechen, deren Werte entweder Null oder Eins sind. Der Lösungsraum für die Optimierungsaufgabe ist derjenige Teil des k-dimensionalen Würfels, der sich zwischen den Koordinatenachsen. und den dem Ursprung am nächsten liegenden Hyperebenen befindet. Die optimale Mindestkostenlösung findet sich am Tangentialpunkt zwischen einer hyperbelförmigen Konstantkosten-Hyperoberfläche und der Grenze des Lösungsraums.
  • Ein im wesentlichen optimaler Satz Quantisierungsauflösungen kann in einem reiterativen Prozeß erhalten werden, beispielsweise dem in 9 gezeigten. In einem Schritt 81 wird ein Satz anfänglicher Quantisierungsauflösungen erhalten, und in einem Schritt 82 wird ein Synthesefilterausbreitungsmodell auf die anfänglichen Auflösungen angewandt, um die resultierenden Rauschpegel zu berechnen. In einem Schritt 83 werden die berechneten resultierenden Rauschpegel mit den gewünschten Rauschpegeln verglichen. Wenn die Ergebnisse des Vergleichs nicht akzeptabel sind, werden in einem Schritt 84 die Quantisierungsauflösungen angemessen modifiziert und in einem Schritt 82 das Rauschausbreitungsmodell an die modifizierten Auflösungen angelegt. Wenn zum Beispiel der berechnete resultierende Rauschpegel für eine Signalkomponente zu niedrig ist, wird die Quantisierungsauflösung für eine oder mehr Signalkomponenten gröber gemacht. Ist der berechnete resultierende Rauschpegel für eine Signalkomponente zu hoch, wird die Quantisierungsauflösung für eine oder mehr Signalkomponenten feiner gemacht. Dieser Prozeß wird solange fortgesetzt, bis die Ergebnisse des im Schritt 83 vorgenommenen Vergleichs akzeptabel sind. Anschließend werden in einem Schritt 85 Signalkomponenten entsprechend den Quantisierungsauflösungen quantisiert, welche den akzeptablen Vergleich ergeben haben.
  • Es kann im wesentlichen jeder beliebige Satz anfänglicher Quantisierungsauflösungen verwendet werden; aber die Verarbeitungsleistung wird insgesamt verbessert, wenn man anfängliche Auflösungen wählt, die den optimalen Werten nahe sind. Eine zweckmäßige Wahl für die anfänglichen Auflösungen sind diejenigen Auflösungen, die den gewünschten Rauschpegeln entsprechen.
  • Ein Quantisierungsprozeß kann mittels eines Bitzuordnungsprozesses durchgeführt werden, der folgende Schritte umfaßt:
    • 1. Durch Berechnen der gewünschten Rauschleistung für jeden Transformationskoeffizienten mittels der Gleichung (17) wird eine unverbindliche Bitzuordnung bestimmt. Die unverbindliche Bitzuordnung Q(k) für jeden Transformationskoeffizienten X(k) wird vom Logarithmus der Signalleistung und dem negativen Logarithmus des jeweils gewünschten Rauschleistungspegels erhalten. In einem Ausführungsbeispiel ist die Bitzuordnung beispielsweise
      Figure 00220001
    • 2. Wenn die unverbindliche Bitzuordnung für alle Koeffizienten positiv ist, ist der Bitzuordnungsprozeß vollendet, und die Transformationskoeffizienten werden entsprechend den unverbindlichen Bitzuordnungen quantisiert, weil kein Ausgleich für die Streuung des Rauschens durch Synthesefilter nötig ist.
    • 3. Wenn die aus dem ersten Schritt erhaltene unverbindliche Bitzuordnung für irgendeinen Transformationskoeffizienten negativ ist, wird es erforderlich, die Ausbreitung des Rauschens auszugleichen. Der Bitzuordnungsprozeß wird fortgesetzt, indem der k-dimensionale Einheitswürfel gemäß dem Ausdruck (24) bestimmt wird.
    • 4. Im Hyperraum sind die Überschneidungen derjenigen Bereiche zu finden, welche die Ungleichheiten des Ausdrucks (23) erfüllen. Das kann wirksamer geschehen, wenn lediglich die Hyperebenen eingeschlossen werden, welche durch die Reihen in der Matrix D bestimmt sind, die dem Ursprung am nächsten liegen. Der Abstand d für jede Hyperebene kann bestimmt werden aus
      Figure 00230001
      Eine Hyperebene kann dem Ursprung in einem Teil des Hyperraums am nächsten liegen, und eine oder mehr andere Hyperebenen können dem Ursprung in anderen Teilen des Hyperraums am nächsten liegen.
    • 5. Aus der Überschneidung des im Schritt 3 bestimmten k-dimensionalen Würfels und der Überschneidung von im Schritt 4 gefundenen Bereichen wird der Lösungshyperraum bestimmt.
    • 6. Es werden anfängliche Ausgleichskosten K ausgewählt.
    • 7. Es wird bestimmt, ob die hyperbelförmige Hyperoberfläche der Konstantkosten für die Kosten K den im Schritt 5 bestimmten Lösungshyperraum schneidet.
    • 8. Wenn die hyperbelförmige Hyperoberfläche für die Kosten K zur Grenze des Lösungshyperraums eine Tangente bildet, ist die Bitzuordnung abgeschlossen. Die Anzahl zusätzlicher Bits, die für jeden Transformationskoeffizienten X(k) erforderlich sind, um einen optimalen Ausgleich für die Rauschausbreitung zu schaffen, wird vom negativen Logarithmus des jeweiligen Verstärkungsfaktors erhalten. Bei einem Ausführungsbeispiel ist die Bitzuordnung für jeden Koeffizienten beispielsweise
      Figure 00230002
    • 9. Wenn die hyperbelförmige Hyperoberfläche den Lösungshyperraum nicht schneidet, sind Kosten auszuwählen, die höher sind als die laufenden Kosten K und es ist mit dem Schritt 7 fortzufahren.
    • 10. Wenn die hyperbelförmige Hyperoberfläche den Lösungshyperraum schneidet, sind Kosten auszuwählen, die niedriger sind als die laufenden Kosten K, und es ist mit dem Schritt 7 fortzufahren.
  • D. Vereinfachte Prozesse
  • Um den vorstehend beschriebenen Optimierungsprozeß durchzuführen, sind beträchtliche Rechnerressourcen erforderlich. In manchen Anwendungsfällen sind die Kosten für die Bereitstellung dieser Rechnerressourcen zu groß, und deshalb sind für diese Anwendungsfälle vereinfachte Prozesse wünschenswert, die Annäherungen an die optimale Lösung bieten. Es sollen nun einige Ausführungsbeispiele vereinfachter Prozesse beschrieben werden, in denen die Bitzuordnung zum Steuern der Quantisierungsauflösung verwendet wird. In jedem dieser Prozesse wird davon ausgegangen, daß eine anfängliche Bitzuordnung für jeden Transformationskoeffizienten unbeachtlich eines Ausgleichs für die Rauschausbreitung durch Synthesefilter in dem Bemühen festgelegt wurde, ein Quantisierungsrauschspektrum zu erhalten, das dem gewünschten Rauschspektrum im wesentlichen gleicht. Ausgehend von dieser anfänglichen Bitzuordnung werden in jedem Prozeß diejenigen Transformationskoeffizienten identifiziert, deren Bitzuordnungen erhöht werden sollten, um die gewünschten Rauschpegel zu erzielen.
  • 1. Erster vereinfachter Prozeß
  • In einem ersten vereinfachten Prozeß wird eine metrische Funktion zum Schätzen des Gesamtrauschpegels für jeden Transformationskoeffizienten X(k) einzeln, beginnend mit dem Transformationskoeffizienten der niedrigsten Frequenz X(0) benutzt und bestimmt, ob die Rauschausbreitung dazu führt, daß das Gesamtrauschen für diesen Koeffizienten den gewünschten Rauschpegel N(k) überschreitet. Wenn die Schätzung anzeigt, daß der Gesamtrauschpegel für den laufenden Koeffizienten X(k) den gewünschten Rauschpegel nicht überschreitet, wird der Prozeß mit dem Transformationskoeffizienten der nächst höheren Frequenz fortgesetzt.
  • Wenn die Schätzung zeigt, daß der Gesamtrauschpegel für den laufenden Koeffizienten X(k) den gewünschten Rauschpegel N(k) übersteigt, wird derjenige Koeffizient bestimmt, der den größten Beitrag zum Rauschpegel des Koeffizienten X(k) liefert, und der Verstärkungsfaktor g(k) für diesen Koeffizienten wird auf einen vorgeschriebenen Wert, zum Beispiel –144 dB gesetzt, der bei einem Ausführungsbeispiel einen Ausgleich von 24 Bit wiedergibt. Die metrische Funktion wird benutzt, um den Gesamtrauschpegel für den Koeffizienten X(k) zu schätzen, der das Resultat der variierten Bitzuordnung ist. Wenn der geschätzte Rauschpegel immer noch den gewünschten Rauschpegel N(k) überschreitet, wird derjenige Koeffizient identifiziert, der den größten Beitrag zum Rauschpegel des Koeffizienten X(k) leistet, dessen Verstärkungsfaktor wird auf den vorgeschriebenen Wert gesetzt, und dann wird die metrische Funktion erneut benutzt, um den neuen Rauschpegel zu schätzen. Dies wird fortgesetzt, bis der geschätzte Rauschpegel auf ein Niveau reduziert ist, welches dem gewünschten Rauschpegel gleicht oder unterhalb desselben liegt.
  • In diesem Punkt besteht ein Satz {S} Koeffizienten, deren Verstärkungsfaktoren auf den vorgeschriebenen Wert gesetzt wurden, um den geschätzten Rauschpegel für den Koeffizienten X(k) zu verringern. Die Verstärkungsfaktoren für die Koeffizienten im Satz {S} werden entsprechend einer Formel variiert, um das zu bekommen, von dem erwartet wird, daß es gerade genügend Ausgleich für die Streuung des Rauschens erbringt. Der Bitzuordnungsprozeß wird dann mit dem Transformationskoeffizienten der nächsthöheren Frequenz fortgesetzt.
  • Ein Ausführungsbeispiel, mit dem der erste vereinfachte Prozeß verwirklicht wird, ist im folgenden Programmfragment gezeigt. Dieses Programmfragment ist in einem Pseudocode ausgedrückt, der eine Syntax verwendet, die einige Syntaxmerkmale der C, FORTRAN und BASIC Programmiersprachen umfaßt. Dieses Programmfragment und weitere hier beschriebene Programmfragmente sind nicht als zur Kompilierung geeignete Quellcodesegmente gedacht, sondern werden lediglich angegeben, um einige Aspekte möglicher Verwirklichungen zu vermitteln.
  • Figure 00250001
  • Die Routine Compensate ist mit einer Matrix W versehen, bei der es sich um die Streumatrix für eine Synthesefilterbank handelt, und mit einer Matrix N, welche das gewünschte Rauschspektrum spezifiziert. Verstärkungsfaktoren in der Matrix g werden auf einen Wert 1 0 für die interessierenden niederfrequenten Koeffizienten von k=0 bis hinauf zu k=MaxC initialisiert. Für die Koeffizienten mit den höchsten Frequenzen ist bei vielen Ausführungsbeispielen kein Ausgleich erforderlich.
  • Eine Haupt-for-Schleife bildet den Rest der Routine Compensate und führt den Ausgleichsprozeß für jeden der interessierenden niederfrequenten Koeffizienten durch. Die Null Funktion wird aufgerufen, um eine Matrix S in einen Leer- oder Nullzustand zu initialisieren. Der Variablen metric wird eine Schätzung für den Rauschpegel des laufenden Koeffizienten k durch Aufrufen der Funktion Sum zugeteilt, um die Summe
    Figure 00250002
    zu berechnen, wobei M2 = Länge der Synthesefiltertransformation, und durch Subtrahieren dieser Summe vom gewünschten Rauschpegel N[k] für den Koeffizienten k.
  • Die Grenzen L1 und L2 der Summierung haben einen signifikanten Einfluß auf die Rechenkomplexität dieses Prozesses; die Größenordnung der Komplexität für die Routine Compensate ist (L1+L2)2. Der Rechenwirkungsgrad kann durch Einstellen der Werte L1 und L2, so daß der in die Berechnung eingeschlossene Umfang an Koeffizienten begrenzt wird, verbessert werden. Der Wert für diese Grenzen kann empirisch bestimmt werden. Bei einem nachfolgend beschriebenen anderen vereinfachten Prozeß entsprechen diese Grenzen dem Bereich von Nichtnullelementen in einer Version mit dünn besiedeltem Feld der Matrix W.
  • Wenn der geschätzte Rauschpegel geringer ist als der gewünschte Rauschpegel ist metric positiv und kein Ausgleich für eine Streuung des Rauschens nötig. Wenn also metric positiv ist, wird der Rest der for-Schleife übersprungen, und die Verarbeitung wird für den nächsten Koeffizienten fortgesetzt.
  • Wenn metric negativ ist, wird die Verarbeitung mit einer while-Schleife fortgesetzt, die so lange weitergeführt wird, bis metric positiv wird. Noch innerhalb dieser while-Schleife wird die Funktion Max aufgerufen, um den Koeffizienten k_max zu bestimmen, der den größten Beitrag zum Rauschen für den Koeffizienten k leistet. Das geschieht dadurch, daß der Index i gefunden wird, der dem maximalen Wert für das Produkt W[k,i]*g[i]*N[i] für i von 0 bis M2-1 entspricht. Dieser Bereich für den Index i schließt alle Transformationskoeffizienten für das System ein. Wenn gewünscht, kann der Verarbeitungswirkungsgrad dadurch verbessert werden, daß die Suche nach dem maximalen Produkt auf einen engeren Koeffizientenbereich begrenzt wird. Dieser Bereich kann empirisch bestimmt werden. Wenn der Koeffizient gefunden wurde, der den größten Beitrag leistet, wird dem Verstärkungsfaktor für k_max ein vorgeschriebener Wert max.correction zugeteilt, der irgendeinem maximalen Ausmaß an Ausgleich entspricht. Bei einem Ausführungsbeispiel ist dieses maximale Ausmaß für den Ausgleich –144 dB, was 24 Bit entspricht. Nach dem Aufruf der Funktion Union, um der Matrix S k.max hinzuzufügen, wird eine Schätzung des Rauschpegels berechnet, wozu wiederum der revidierte Verstärkungsfaktor für k.max herangezogen wird, und wird dann der variablen metric zugeschrieben. Die while-Schleife wird fortgesetzt, bis der Wert für metric positiv wird.
  • Wenn ein Ausgleich auf ausreichend viele der maximale Beiträge leistenden Koeffizienten angewandt wurde, wird der geschätzte Rauschpegel für den Koeffizienten k auf einen Wert herabgesetzt, der kleiner ist als der gewünschte Rauschpegel N[k] oder diesem gleicht, und die Variable metric wird positiv. Wenn das geschieht, endet die while-Schleife und die Verarbeitung wird fortgesetzt mit dem Aufrufen der Funktion Adjust, um einen unverbindlichen neuen Wert g.new für die Verstärkungsfaktoren der in der Matrix S vertretenen Koeffizienten zu berechnen, die den Koeffizienten im oben beschriebenen Satz {S} entsprechen. Diese neuen Werte sollen das Ausgleichsniveau optimieren, so daß der geschätzte Rauschpegel im wesentlichen dem gewünschten Rauschpegel entspricht. Das läßt sich erreichen mittels der folgenden Berechnung:
    Figure 00260001
  • Jeder Verstärkungsfaktor für die in der Matrix S dargestellten Koeffizienten wird auf den unverbindlichen Wert g.new gesetzt, wenn der unverbindliche Wert geringer ist als der laufende Wert des jeweiligen Verstärkungsfaktors.
  • Die Haupt-for-Schleife im Ausgleichsprozeß wird mit dem nächsten Transformationskoeftizienten fortgesetzt, bis alle interessierenden Koeffizienten verarbeitet worden sind.
  • 2. Abwandlungen des ersten vereinfachten Prozesses
  • Der oben beschriebene erste vereinfachte Prozeß kann auf verschiedene Weise abgewandelt werden, um den Verarbeitungswirkungsgrad zu verbessern. Einige der Möglichkeiten wurden schon kurz oben erwähnt.
  • Mit einer Abänderung wird eine signifikante Verringerung der Rechenkomplexität durch das Erkennen der Tatsache erreicht, daß einige Elemente in einer typischen Streumatrix W erheblich größer sind als alle anderen Elemente, und daß eine gute Leistung selbst dann verwirklicht werden kann, wenn viele dieser kleineren Elemente auf Null gesetzt werden.
  • 10 veranschaulicht die Werte der Elemente in der mittleren Reihe einer hypothetischen Streumatrix. Der dominante Wert in der Mitte entspricht dem Element auf der Hauptdiagonale der Matrix. Elemente auf und nahe der Hauptdiagonalen haben Werte, die beträchtlich größer sind als diejenigen Elemente, die von der Hauptdiagonale entfernt sind. Diese Eigenschaft macht es möglich, die Streumatrix ziemlich gut durch ein dünn besiedeltes Feld mit Diagonalband darzustellen, und die Werte für L1 und L2 im oben beschriebenen Programmfragment können reduziert werden, so daß sie nur Nicht-Null Elemente der Matrix abdecken. Diese Eigenschaft verringert auch den Bereich, über den nach Koeffizienten gesucht wird, die einen maximalen Beitrag leisten.
  • Mit einer weiteren Abwandlung wird der Verarbeitungswirkungsgrad dadurch verbessert, daß die while-Schleife in dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel entfällt. Der Wirkungsgrad wird dadurch verbessert, daß ein reiterativer Prozeß wegfällt, bei dem der den Hauptbeitrag zum Rauschen leistende Koeffizient bestimmt und ein unverbindlicher neuer Wert für die Verstärkungsfaktoren berechnet wird. Ein Ausführungsbeispiel für diese Abwandlung ist im folgenden Programmfragment gezeigt.
  • Figure 00270001
  • Bei dieser Abwandlung ist die Routine Compensate mit der Matrix W und der Matrix N wie vorstehend beschrieben versehen. Verstärkungsfaktoren in der Matrix g werden auf einen Wert von 1.0 für die interessierenden niederfrequenten Koeffizienten von k=0 bis hinauf zu k=MaxC initialisiert. Für die Koeffizienten mit den höchsten Frequenzen ist bei vielen Ausführungsbeispielen kein Ausgleich nötig.
  • Die Haupt-for-Schleife bildet den Rest der Routine und führt den Ausgleichsprozeß für jeden der interessierenden niederfrequenten Koeffizienten durch. Der Variablen metric wird ein Wert zugeordnet, der den Rauschpegel für den laufenden Koeffizienten k schätzt, wie vorstehend beschrieben.
  • Ist der geschätzte Rauschpegel geringer als der gewünschte Rauschpegel, ist metric positiv und kein Ausgleich für Rauschausbreitung nötig. Wenn also metric positiv ist, wird der Rest der for-Schleife übersprungen, und die Verarbeitung wird für den nächsten Koeffizienten fortgesetzt.
  • Falls metric negativ ist, wird die Bitzuordnung für einen oder mehr Transformationskoeffizienten erhöht, um die Streuung des Rauschens zu berücksichtigen, indem der den größten Beitrag zum geschätzten Rauschen leistende Koeffizient k.max gefunden und der Transformationskoeffizient k. max und einige benachbarte Koeffizienten einem vorherbestimmten Grad an Korrektur unterzogen werden. Der den maximalen Beitrag leistende Koeffizient wird durch Aufrufen der Funktion Max bestimmt, wie oben beschrieben, und die vorherbestimmten Korrekturen werden durch Verringern der Werte der Verstärkungsfaktoren für die Koeffizienten –L1 bis L2 angebracht, indem jeder Verstärkungsfaktor mit einem jeweiligen Wert in der Matrix comp multipliziert wird. So kann zum Beispiel der Verstärkungsfaktor g[k_max] reduziert werden, um eine 2-Bit Zunahme in der Zuordnung anzuzeigen, die Verstärkungsfaktoren g[k_max–1] und g[k_max+1] können reduziert werden, um eine 1,5-Bit Zunahme in der Zuordnung anzuzeigen, und die Verstärkungsfaktoren g[k_max–2] und g[k_max+2] können reduziert werden, um eine 1-Bit Zunahme in der Zuordnung anzuzeigen. Der Grad der im voraus festgelegten Korrektur kann für jede Anwendung empirisch festgelegt werden.
  • Die Haupt-for-Schleife im Ausgleichsprozeß wird mit dem nächsten Transformationskoeffizienten fortgesetzt, bis alle interessierenden Koeffizienten verarbeitet worden sind.
  • Ein weiteres Ausführungsbeispiel dieser Abwandlung ist im folgenden Programmfragment gezeigt.
  • Figure 00290001
  • Anders als bei den oben beschriebenen Beispielen sind die Streumatrix, die Verstärkungsfaktoren und die Rauschpegel in Dezibel ausgedrückt, und deshalb wird eine Funktion LogAdd benutzt, um die Summe von zwei logarithmischen Werten zu erhalten. Der Rauschbeitrag des Koeffizienten j zum Koeffizienten k ist durch den Ausdruck w[k][j] + n[j] wiedergegeben, der das Produkt des gewünschten Rauschpegels für den Koeffizienten j mit einem jeweiligen Element der Streumatrix wiedergibt. Jedes Element k der Matrix alloc stellt das gewünschte Quantisierungsrauschen in Dezibel für den Koeffizienten k dar.
  • 3. Zweiter vereinfachter Prozeß
  • Ein zweiter vereinfachter Prozeß bietet einen Ausgleich für Rauschausbreitung in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird ein Anfangsbetrag des Ausgleichs bestimmt, indem jeder jeweilige Transformationskoeffizient X(k) einzeln, beginnend mit dem Koeffizienten der niedrigsten Frequenz X(O) herangezogen wird, die benachbarten Koeffizienten X(j) identifiziert werden, die individuelle Beiträge zum geschätzten Rauschpegel des jeweiligen Koeffizienten leisten, welche den gewünschten Rauschpegel N(k) für diesen Koeffizienten übersteigen, und das anfängliche Ausmaß des Ausgleichs für jene benachbarten Koeffizienten X(j) bestimmt wird, so daß deren jeweilige individuelle Beiträge auf den gewünschten Rauschpegel verringert werden. Im zweiten Schritt wird der Ausgleich reiterativ verfeinert, um den gesamten Rauschbeitrag für jeden jeweiligen Transformationskoeffizienten auf den gewünschten Rauschpegel zu bringen.
  • Ein Ausführungsbeispiel, mit dem dieser zweite vereinfachte Prozeß verwirklicht wird, ist im folgenden Programmfragment gezeigt.
  • Figure 00300001
  • Die Routine Compensate ist mit der Matrix W und der Matrix N versehen, wie vorstehend beschrieben. Eine Matrix compN aus Ausgleichswerten wird von der Matrix N gewünschten Rauschens initialisiert und eine Variable compOK wird initialisiert, so daß die folgende while-Schleife mindestens einmal abläuft. Die while-Schleife bildet den Rest der Compensate Routine und führt den Ausgleichsprozeß in zwei Schritten durch. Die Schleife initialisiert zuerst die Variable, so daß die while-Schleife abschließt, wenn nicht im zweiten Schritt ein übermäßiger Pegel Rauschen berechnet wird.
  • Der Teil der Routine, der den ersten Schritt durchführt, initialisiert eine Matrix tempN vorläufiger Berechnungen und führt eine for-Schleife durch, in der die Rauschbeiträge zu jedem Koeffizienten k je einer zur Zeit geprüft wird. Nach dem Initialisieren der Variablen k_max und max_contrib auf den Koeffizienten j=0 wird eine verschachtelte for-Schleife benutzt, um den geschätzten Rauschbeitrag W[k,j]·tempN[j] zu berechnen und zu bestimmen, ob es sich dabei um den bisher berechneten maximalen Beitrag handelt. Ist das nicht der Fall, fährt die verschachtelte Schleife mit dem nächsten Koeffizienten j fort. Wenn dieser geschätzte Rauschbeitrag der bisher berechnete größte Pegel ist, werden die Variablen k_max und max_contrib geändert, um auf den laufenden Koeffizienten j zu verweisen. Wenn nachdem die verschachtelte Schleife die Beiträge für alle Koeffizienten geprüft hat, der maximale Rauschbeitrag max_contrib einen gewünschten Rauschpegel N[kj übersteigt, wird das jeweilige Glied der Ausgleichsmatrix compN[k] um den gleichen Betrag geändert, um den der maximale Beitrag den gewünschten Rauschpegel übersteigt. Die Verarbeitung im ersten Schritt setzt sich mit dem nächsten Koeffizienten fort, bis alle Koeffizienten verarbeitet worden sind.
  • Der Teil der Routine, der den zweiten Schritt durchführt, errechnet eine Schätzung des Gesamtrauschens für jeden Koeffizienten k und vergleicht diese Schätzung mit dem gewünschten Rauschpegel N[k]. Wenn die Schätzung den gewünschten Rauschpegel übersteigt, wird der Ausgleich compN[k] für den jeweiligen Koeffizienten k um den gleichen Betrag verringert, um den der gewünschte Rauschpegel vom geschätzten Gesamtrauschen überschritten wird. Die Variable compOK wird so gesetzt, daß der erste Schritt und der zweite Schritt nochmals durchgeführt wird.
  • Die Haupt-while-Schleife setzt sich fort, bis der erste und zweite Schritt durchgeführt werden kann, ohne zu veranlassen, daß die Variable compOK auf "falsch" gesetzt wird.
  • Ein alternatives Ausführungsbeispiel, mit dem der zweite vereinfachte Prozeß verwirklicht wird, ist im folgenden Programmfragment gezeigt.
  • Figure 00310001
  • Für die Durchführung dieser Routine sind geringere Rechenressourcen erforderlich, weil die for- Schleife, die den den größten Beitrag leistenden max contrib zum Rauschen für einen gegebenen Koeffizienten j identifiziert, ein schmales Band benachbarter Koeffizienten zu beiden Seiten des Koeffizienten j von j–L1 bis j+L2 prüft, wobei der Koeffizient j selbst ausgeschlossen wird, statt das gesamte Spektrum zu prüfen, wie es mit dem oben beschrieben Programmfragment geschieht.
  • E. Verwirklichung
  • Die vorliegende Erfindung kann auf vielfältigste Weise verwirklicht werden, einschließlich mittels Software in einem Universalrechnersystem oder einem sonstigen Gerät, das stärker spezialisierte Bauelemente enthält, beispielsweise digitale Signalprozessorschaltungen (DSP), die mit Bauelementen ähnlich den in einem Universalrechnersystem gekoppelt sind. 11 ist ein Blockschaltbild einer Vorrichtung 90, die zum Verwirklichen verschiedener Aspekte der vorliegenden Erfindung benutzt werden kann. DSP 92 stellt die Rechenressourcen bereit. RAM 93 ist ein Direktzugriffsspeicher RAM des Systems. ROM 94 stellt irgendeine Form einer dauerhaften Speicherung dar, beispielsweise einen Festwertspeicher ROM zum Speichern von Programmen, die für den Betrieb der Vorrichtung 90 erforderlich sind, um verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung durchzuführen. I/O Control 95 stellt eine Schnittstellenschaltungsanordnung dar, mit der Tonsignale über einen Kommunikationskanal 96 empfangen und gesendet werden. Die I/O Control 95 kann nach Wunsch Analog/Digital-Umsetzer und Digital/Analog-Umsetzer umfassen, um analoge Tonsignale zu empfangen und/oder zu senden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind alle hauptsächlichen Systemkomponenten an einen Bus 91 angeschlossen, der allerdings für mehr als einen tatsächlichen Bus stehen kann; aber zur Verwirklichung der vorliegenden Erfindung ist eine Busarchitektur nicht erforderlich.
  • Bei Ausführungsbeispielen, die in einem Universalrechnersystem verwirklicht sind, können zusätzliche Bauelemente zum Ankoppeln an Geräte, wie eine Tastatur oder Maus und einen Anzeigeschirm eingeschlossen sein, und zum Steuern einer Speichervorrichtung mit Speicherträger, beispielsweise in Form eines Magnetbandes oder einer Magnetplatte oder eines Bildträgers. Der Speicherträger kann zum Aufzeichnen von Anweisungsprogrammen für Betriebssysteme, Dienstprogrammen und Anwendungen benutzt werden und kann Ausführungsbeispiele von Programmen umfassen, mit denen verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung verwirklicht werden.
  • Die zum Ausführen verschiedener Aspekte der vorliegenden Erfindung nötigen Funktionen können von Bauelementen durchgeführt werden, die auf verschiedenste Weise verwirklicht sind, einschließlich diskreter logischer Bauelemente, einer oder mehrerer ASIC und/oder programmgesteuerter Prozessoren. Die Art und Weise, in der diese Bauelemente verwirklicht sind, ist für die vorliegende Erfindung nicht wichtig.
  • Verwirklichungen der vorliegenden Erfindung in Form von Software können mittels einer Vielfalt an maschinenlesbaren Trägern vermittelt werden, beispielsweise als Basisband oder modulierte Kommunikationswege über das gesamte Spektrum, einschließlich von Ultraschall- bis zu Ultraviolettfrequenzen, oder Speichermedien, einschließlich solcher, die Informationen im wesentlichen mit Hilfe irgendeiner magnetischen oder optischen Aufzeichnungstechnik übermitteln, unter Einschluß von Magnetbändern, Magnetplatten und Bildplatten. Verschiedene Aspekte können auch in verschiedenen Komponenten des Rechnersystems 90 durch Verarbeitungsschaltungsanordnungen, beispielsweise ASIC, universale integrierte Schaltungen, programmgesteuerte Mikroprozessoren, die in verschiedensten Formen von Festwertspeichern (ROM) oder RAM und sonstigen Techniken verkörpert sind, verwirklicht werden.

Claims (19)

  1. Verfahren zum Bestimmen von Quantisierungsauflösungen für das Quantisieren von Teilbandsignalen, welche von Analysefiltern erhalten werden, die auf ein Eingabesignal angewandt werden, wobei ein Ausgabesignal, bei dem es sich um eine Wiedergabe des Eingabesignals handelt, dadurch erhalten werden soll, daß Synthesefilter auf entquantisierte Wiedergaben der quantisierten Teilbandsignale angewandt werden und daß ein Überlapp-Summierprozeß auf von den Synthesefiltern erhaltene Informationsblöcke angewandt wird, aufweisend: ein gewünschtes Rauschspektrum in Abhängigkeit vom Eingabesignal zu erzeugen; und die Quantisierungsauflösungen der Teilbandsignale zu ermitteln durch Anwenden eines Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodells, um geschätzte Rauschpegel in Teilbändern des von den Synthesefiltern erhaltenen Ausgabesignals zu erhalten, wobei das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell Rauschausbreitungscharakteristiken der Synthesefilter und des Überlapp-Summierprozesses darstellt, und wobei die Quantisierungsauflösungen so festgelegt werden, daß das gewünschte Rauschspektrum größer ist als die geschätzten Rauschpegel oder diesen gleicht.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Rauschpegel in Teilbändern des Ausgabesignals gegenüber dem gewünschten Rauschspektrum um Beträge versetzt sind, die im wesentlichen konstant sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, mit dem die Quantisierungsauflösungen für die Teilbandsignale mit einem reiterativen Prozeß festgelegt werden, der das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell auf vorgeschlagene Quantisierungsaufösungen anwendet (82), die vorgeschlagenen Quantisierungsauflösungen anpaßt (84) und reiteriert (83), bis eines oder mehrere Vergleichskriterien erfüllt sind.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem der reiterative Prozeß aufweist: eine oder mehrere Teilbandsignalkomponenten zu identifizieren, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell zu einem Teil der geschätzten Rauschpegel beiträgt, welcher einen entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; die Teilbandsignalkomponente auszuwählen, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell den größten Beitrag zu dem Teil der geschätzten Rauschpegel leistet, der den entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; und die jeweilige vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für die ausgewählte Teilbandsignalkomponente einzustellen.
  5. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem der reiterative Prozeß aufweist: eine oder mehrere Teilbandsignalkomponenten zu identifizieren, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell zu einem Teil der geschätzten Rauschpegel beiträgt, welcher einen entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; die Teilbandsignalkomponente auszuwählen, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell den größten Beitrag zu dem Teil der geschätzten Rauschpegel leistet, der den entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; die vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für die ausgewählte Teilbandsignalkomponente um einen ersten Betrag zu vergrößern und die vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für eine oder mehrere weitere Teilbandsignalkomponenten, die der ausgewählten Teilbandsignalkomponente benachbart sind, um einen zweiten Betrag zu vergrößern, der kleiner ist als der erste Betrag.
  6. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem der reiterative Prozeß aufweist: das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell anzuwenden, um geschätzte individuelle Rauschbeiträge für individuelle Teilbandsignalkomponenten zu erhalten; und die vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für jene individuellen Teilbandsignalkomponenten zu erhöhen, die geschätzte individuelle Rauschbeiträge leisten, welche das gewünschte Rauschspektrum überschreiten.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell eine Funktion ist, die Synthesefilterausgangsrauschen einer jeweiligen Frequenz als eine Funktion von Synthesefiltereingangsrauschen einer Vielzahl von Frequenzen ausdrückt.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, welches aufweist, die Teilbandsignale gemäß den festgelegten Quantisierungsauflösungen zu quantisieren und die quantisierten Teilbandsignale zu einem kodierten Signal zusammenzufügen.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, welches aufweist, die quantisierten Teilbandsignale von einem kodierrten Signal zu erhalten und die Quantisierung der quantisierten Teilbandsignale gemäß den festgelegten Quantisierungsauflösungen aufzuheben.
  10. Vorrichtung zum Bestimmen von Quantisierungsauflösungen für das Quantisieren von Teilbandsignaien, welche von Analysefiltern erhalten werden, die auf ein Eingabesignal angewandt werden, wobei ein Ausgabesignal, bei dem es sich um eine Wiedergabe des Eingabesignals handelt, dadurch erhalten werden soll, daß Synthesefilter auf entquantisierte Wiedergaben der quantisierten Teilbandsignale angewandt werden und daß ein Überlapp-Summierprozeß auf von den Synthesefiltern erhaltene Informationsblöcke angewandt wird, aufweisend: einen Eingangsanschluß (11; 96), der das Eingabesignal empfängt; und eine oder mehrere mit dem Eingangsanschluß gekoppelte Verarbeitungsschaltungen (14, 15; 92, 93, 94) zum Erzeugen eines gewünschten Rauschspektrums in Abhängigkeit vom Eingabesignal und zum Ermitteln der Quantisierungsauflösungen für die Teilbandsignale durch Anwenden eines Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodells, um geschätzte Rauschpegel in Teilbändern des von den Synthesefiltern erhaltenen Ausgabesignals zu erhalten, wobei das Synthesefilter-Rausch ausbreitungsmodell Rauschausbreitungscharakteristiken der Synthesefilter und des Überlapp-Summierprozesses darstellt, und wobei die Quantisierungsauflösungen so festgelegt sind, daß das gewünschte Rauschspektrum größer ist als die geschätzten Rauschpegel oder diesen gleicht.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, bei der die Rauschpegel in Teilbändern des Ausgabesignals gegenüber dem gewünschten Rauschspektrum um Beträge versetzt sind, die im wesentlichen konstant sind.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, bei der eine oder mehrere Verarbeitungsschaltungen die Quantisierungsauflösungen für die Teilbandsignale mittels Durchführung eines reiterativen Prozesses festlegen, der das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell auf vorgeschlagene Quantisierungsauflösungen anwendet, die vorgeschlagenen Quantisierungsauflösungen anpaßt und reiteriert, bis das eine oder die mehreren Vergleichskriterien erfüllt sind.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der der reiterative Prozeß aufweist: eine oder mehrere Teilbandsignalkomponenten zu identifizieren, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell zu einem Teil der geschätzten Rauschpegel beiträgt, welcher einen entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; die Teilbandsignalkomponente auszuwählen, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell den größten Beitrag zu dem Teil der geschätzten Rauschpegel leistet, der den entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; und die jeweilige vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für die ausgewählte Teilbandsignalkomponente einzustellen.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der der reiterative Prozeß aufweist: eine oder mehrere Teilbandsignalkomponenten zu identifizieren, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell zu einem Teil der geschätzten Rauschpegel beiträgt, welcher einen entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; die Teilbandsignalkomponente auszuwählen, deren Quantisierung gemäß dem Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell den größten Beitrag zu dem Teil der geschätzten Rauschpegel leistet, der den entsprechenden Teil des gewünschten Rauschspektrums überschreitet; die vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für die ausgewählte Teilbandsignalkomponente um einen ersten Betrag zu vergrößern und die vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für eine oder mehrere weitere Teilbandsignalkomponenten, die der ausgewählten Teilbandsignalkomponente benachbart sind, um einen zweiten Betrag zu vergrößern, der kleiner ist als der erste Betrag.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der der reiterative Prozeß aufweist: das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell anzuwenden, um geschätzte individuelle Rauschbeiträge für individuelle Teilbandsignalkomponenten zu erhalten; und die vorgeschlagene Quantisierungsauflösung für jene individuellen Teilbandsignalkomponenten zu erhöhen, die geschätzte individuelle Rauschbeiträge leisten, welche das gewünschte Rauschspektrum überschreiten.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, bei der die eine oder mehreren Verarbeitungsschaltungen das Synthesefilter-Rauschausbreitungsmodell anwenden, welches eine Funktion ist, die Synthesefilterausgangsrauschen einer jeweiligen Frequenz als eine Funktion von Synthesefiltereingangsrauschen einer Vielzahl von Frequenzen ausdrückt.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, bei der die eine oder mehreren Verarbeitungsschaltungen eine kodierte Wiedergabe des Eingabesignals durch Quantisieren der Teilbandsignale gemäß den festgelegten Quantisierungsauflösungen und Zusammenfügen der quantisierten Teilbandsignale zu dem kodierten Signal erzeugen.
  18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, bei der die eine oder mehreren Verarbeitungsschaltungen ein kodiertes Signal, welches die quantisierten Teilbandsignale übermittelt, durch Extrahieren der quantisieren Teilbandsignale aus dem kodierten Signal und Aufheben der Quantisierung der quantisierten Teilbandsignale gemäß den festgelegten Quantisierungsauflösungen dekodieren.
  19. Auf einem maschinenlesbaren Träger verkörpertes Computerprogrammprodukt, welches Programmanweisungen aufweist, die von der Maschine ausführbar sind, um alle Verfahrensschritte gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 durchzuführen.
DE60004814T 1999-04-12 2000-04-10 Quantisierung in perzeptuellen audiokodierern mit kompensation des durch den synthesefilter verschmierten rauschens Expired - Lifetime DE60004814T2 (de)

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