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Serotonin, das auch als 5-Hydroxytryptamin
(5-HT) bezeichnet wird, ist ein Neurotransmitter, der unterschiedliche
und komplexe pharmakologische Eigenschaften aufweist. 5-HT wirkt über eine
Anzahl von diskreten 5-HT-Rezeptoren. Derzeit sind vierzehn Unterarten
von Serotonin-Rezeptoren bekannt und in sieben Familien, von 5-HT1 bis 5-HT7, unterteilt.
Innerhalb der 5-HT2-Familie existieren die
Unterarten 5-HT2A, 5-HT2B und
5-HT2C.
Die Nomenklatur und Klassifizierung der 5-HT-Rezeptoren wurde von
Martin und Humphrey, Neuropharm. 33, 261–273 (1994) sowie Hoyer et
al., Pharm. Rev. 46, 157–203
(1994) erläutert.
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5-HT2B-Rezeptoren,
die anfänglich
als 5-HT2F oder Serotonin-ähnliche
Rezeptoren bezeichnet wurden, wurden erstmals im aus Ratten isolierten
Magenfundus charakterisiert (Clineschmidt et al.,). Pharmacol. Exp.
Ther. 235, 696–708
(1985); und Cohen und Wittenauen,). Cardiovasc. Pharmacol. 10, 176–181 (1987)).
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Die
WO97/44326 und
die
US-A-5.863.924 beschreiben Arylpyrimidin-Derivate
und deren Verwendung als selektive 5-HT
2B-Antagonisten.
Unter den zahlreichen beschriebenen Zusammensetzungen wird auch 2-Amino-4-(4-fluornaphth-1-yl)-6-isopropylpyrimidin
erwähnt.
Bonhaus et al. berichten im Br. J. Pharmacol. (127, 1075–1082, (1999)),
dass diese Zusammensetzung (RS127445) ein selektiver 5-HT
2B-Rezeptor-Antagonist mit hoher Affinität ist.
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IBS ist eine häufig vorkommende Erkrankung,
die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie chronische und wiederholt
auftretende Magen-Darm-Symptome wie z. B. veränderte Darmfunktion, Schmerzen,
Blähungen,
Völlegefühl und Verstopfung
und/oder Durchfall hervorruft, für
die es jedoch keine offensichtlichen biochemische oder strukturellen
Ursachen gibt. IBS ist nicht mit einer allgemeinen Verschlechterung
im Gesundheitszustand verbunden. Obwohl die Ursache für IBS nicht
bekannt ist, wird die Erkrankung oft mit Stress oder Angst in Verbindung
gebracht.
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Humphrey et al. erläutern in
Aliment. Pharmacol. Ther. 13, 31–38 (1999) das therapeutische
Potential von 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten
in der Behandlung von IBS.
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Derzeitige Ansätze zur Behandlung von IBS
schließen
den Antagonismus von 5-HT an 5-HT3-Rezeptoren
und entweder das Nachahmen oder Blockieren der Wirkungen von 5-HT an 5-HT4-Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt ein. Die
Entwicklung von 5-HT4- und 5-HT3-Antagonisten
basierte auf Beobachtungen bei Tierstudien, bei denen beide Arten
von Rezeptoren auf Neuronen der glatten Muskulatur des Darmtrakts
vorhanden waren und die erhöhte
Abgabe von erregenden Neurotransmittern vermittelten, die eine Kontraktion
des glatten Magen-Darm-Muskels verursachen.
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OFFENBARUNG
DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung basiert
auf der Erkenntnis der Erfinder, dass, während herkömmliche Behandlungsansätze bei
IBS den Antagonismus von 5-HT an 5-HT3-Rezeptoren
und entweder das Nachahmen oder Blockieren der Wirkungen von 5-HT
an 5-HT4-Rezeptoren
im Magen-Darm-Trakt einschließen,
im menschlichen Magen-Darm-Trakt 5-HT2B-Rezeptoren
auf den Neuronen der glatten Muskulatur des Darmtrakts vorhanden
sind und den Muskel glätten
sowie dass diese Rezeptoren die Verstärkung der Wirkung neuronaler
Stimulation vermitteln, wodurch eine Potenzierung der Kontraktion
des glatten Magen-Darm-Muskels verursacht wird, die aus der Stimulation
der Neuronen der glatten Muskulatur des Darmtrakts resultiert. Diese Potenzierung
der neuronal-vermittelten Kontraktionsreaktion kann durch die Applikation
von Antagonisten an 5-HT2B-Rezeptoren gehemmt
oder beseitigt werden. Die Lokalisierung von funktionalen 5-HT2B- Rezeptoren auf
Neuronen der glatten Muskulatur des menschlichen Darmtrakts ist
bisher weder beim Menschen noch bei einer beliebigen anderen Spezies
demonstriert worden.
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Die Erfindung stellt weiters die
Verwendung von 2-Amino-4-(4-fluornaphth-l-yl)-6-isopropylpyrimidin oder
eines Salzes oder N-Oxids davon bei der Herstellung eines Medikaments
zur Behandlung von Reizdarmsyndrom (IBS) bereit.
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Die Verbindung kann in Form einer
Zusammensetzung vorliegen, die die Verbindung gemeinsam mit einem
pharmazeutisch annehmbaren Verdünnen
oder Träger
umfasst.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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IBS
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Die Diagnose von IBS erweist sich
aufgrund der Vielzahl an Symptomen und des Fehlens von verlässlichen
diagnostischen Tests als schwierig. Die Diagnose erfolgt oft auf
Basis einer sorgfältigen
Befragung des Patienten, doch bei Patienten mit Durchfall müssen zuerst
andere Erkrankungen wie entzündliche
Darmerkrankungen ("inflammatory
bowel disease",
IBD), infektiöse
Gastroenteritis und Darmkrebs ausgeschlossen werden. Zudem kann
IBS, da es so häufig
vorkommt, oft zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten – eine Tatsache,
die Ärzte
erkennen müssen.
1989 wurden von einer Gruppe anerkannter Experten international anerkannte
Diagnosekriterien für
IBS formuliert. Diese sind als Rome-I-Kriterien bekannt und werden
von Klinikern und Forschern weltweit häufig angewendet (Thompson W.G.,
Dotevall G., Drossman D.A. et al., IBS: guidelines for the diagnosis.
Gastroenterology 2, 92–95,
(1989)). Sie stimmen im Wesentlichen mit den von Manning et al.
(Manning A.P., Thompson W.G., Heaton K.W. & Morris A.F., Towards positive diagnosis
of the irritable bowel, Br. Med. J. 2, 653-4 (1978)) nahe gelegten
Kriterien überein.
Siehe auch Camilleri und Prather, The irritable bowel Syndrome:
mechanisms and a practical approach to management, Ann. Intern.
Med. 116, 1001-8 (1992).
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Zusammenfassend lauten die Kriterien
wie folgt:
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Klinische Merkmale
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- A. Fortlaufende oder wiederholt auftretende
Nebenwirkungen über
3 oder mehr Monate, z. B.
1. Unterleibsschmerzen, gelindert
durch Darmentleerung oder verbunden mit einer Veränderung
in der Häufigkeit
oder Konsistenz des Stuhls, UND/ODER
- B. Unregelmäßige oder
variierende Nebenwirkungen über
25% der Zeit oder mehr, die 3 oder mehr der folgenden Merkmale einschließen:
1.
veränderte
Häufigkeit
des Stuhlgangs
2. veränderte
Konsistenz des Stuhls
3. veränderte Stuhlausscheidung (Stuhlzwang
oder Dringlichkeit, Gefühl
unvollständiger
Entleerung)
4. Ausscheiden von Schleim
5. Blähung oder
Gefühl
eines Bauchdehnung.
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Wirksame Menge
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Die zu verabreichende wirksame Menge
der Verbindung oder ihres Salzes liegt schlussendlich im Ermessen
des Arztes, wobei die Schwere der Erkrankung beim jeweiligen Subjekt
(z. B. menschlicher Patient oder Tiermodell) und der Gesamtzustand
des Subjekts berücksichtigt
werden muss. Geeignete Dosen liegen üblicherweise im Bereich von
0,01 bis 20 mg/kg/Tag, vorzugsweise von 0,1 bis 10 mg/kg/Tag.
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2-Amino-4-(4-fluornaphth-1-yl)-6-isopropylpyrimidin
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Diese Verbindung kann mit Verweis
auf
WO 97/44326 hergestellt werden.
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Ein Salz oder N-Oxid von
2-Amino-4-(4-fluornaphth-1-yl)-6-isopropylpyrimidin
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Ein Salz dieser Verbindung kann ein
saures Additionssalz sein, bei dem die Base die biologische Wirksamkeit
und biologischen Eigenschaften der Verbindung beibehalten und das
physiologisch annehmbar ist. Derartige Salze umfassen Salze, die
mit anorganischen Säuren
wie Salzsäure,
Bromwasserstoffsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure und
dergleichen, sowie organischen Säuren
wie Essigsäure, Propionsäure, Glykolsäure, Brenztraubensäure, Oxalsäure, Apfelsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Benzoesäure, Zimtsäure, Mandelsäure, Methansulfonsäure, Ethansulfonsäure, p-Toluolsulfonsäure, Salicylsäure und
dergleichen.
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"N-Oxid" bezieht sich auf
stabile Aminoxide, die an einem der Pyrimidin-Stickstoffatome ausgebildet sind.
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Saure Additionssalze und N-Oxide
können
mittels auf dem Gebiet üblicher
Mittel hergestellt werden.
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Medikamente
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Dieser Begriff bezieht sich auf ein
beliebiges Medikament, das die Verbindung, ein Salz oder N-Oxid davon
enthält,
das die Schwere von IBS bei einem Subjekt lindern soll, und schließt Medikamente
ein, die die Erkrankung heilen sollen, die Symptome der Erkrankung
lindern und die Ausbildung der Erkrankung bei einem Individuum,
das gefährdet
ist, die Krankheit zu entwickeln, oder das Symptome aufweist, die
auf das Entstehen der Erkrankung bei diesem Individuum hindeuten,
verhindern oder stoppen soll.
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Zusammensetzungen und
deren Verabreichung
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Zusammensetzungen können für jeden
geeigneten Verabreichungsweg und jedes geeignete Verabreichungsmittel
formuliert werden. Pharmazeutisch annehmbare Träger oder Verdünnen umfassen
die in Formulierungen verwendeten, die zur oralen, rektalen, nasalen,
toxischen (einschließlich
bukkal und sublingual), vaginalen oder parenteralen (einschließlich subkutan,
intramuskulär,
intravenös,
intradermal, intrathekal und epidural) Verabreichung geeignet sind.
Die Formulierungen können
bequem in Einheitsdosisform vorliegen und durch ein beliebiges der
auf dem Fachgebiet der Pharmazie bekannten Verfahren hergestellt
werden. Zu diesen Verfahren gehört
der Schritt des In-Verbindung-Bringens
des aktiven Inhaltsstoffs mit dem Träger, der einen oder mehrere
zusätzliche
Inhaltsstoffe beinhaltet. Im Allgemeinen werden die Formulierungen
so hergestellt, dass der aktive Inhaltsstoff einheitlich und eng
mit den flüssigen
Trägern
oder den fein verteilten festen Trägern oder beiden in Verbindung
gebracht wird, und das Produkt, wenn notwendig, in eine Form gebracht wird.
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Für
feste Zusammensetzungen können
herkömmliche
nicht-toxische feste Träger,
wie z. B. pharmazeutisch reines Mannitol, Laktose, Zellulose, Zellulose-Derivate,
Stärke,
Magnesiumstearat, Natriumsaccharin, Talk, Glukose, Saccharose, Magnesiumkarbonat
und dergleichen, verwendet werden. Die oben definierte aktive Verbindung
kann als Suppositorium formuliert werden, das z. B. Polyalkylenglycol,
acetylierte Triglyceride und dergleichen als Träger verwendet. Pharmazeutisch
verabreichbare flüssige
Zusammensetzungen können
z. B. durch Auflösen,
Dispergieren etc. einer aktiven Verbindung, wie obenstehend definiert,
und eines optionalen pharmazeutischen Adjuvans in einem Träger, wie
z. B. Wasser, salzartige wässrige
Glukose, Glycerin, Ethanol und dergleichen, hergestellt werden,
um dadurch eine Lösung
oder Suspension zu erzeugen. Falls erwünscht kann die zu verabreichende
pharmazeutische Zusammensetzung auch geringere Mengen an nicht-toxischen
Hilfssubstanzen wie Benetzungs- oder Emulgiermittel, pH-Puffer und
dergleichen, wie z. B. Natriumacetat, Sorbitanmonolaurat, Triethanolaminnatriumacetat,
Sorbitanmonolaurat, Triethanolaminoleat etc., enthalten. Die eigentlichen
Verfahren zu Herstellung solcher Dosierungsformen sind Fachleuten
auf dem Gebiet bekannt oder für
diese offensichtlich (siehe z. B. Remington's Pharmaceutical Sciences, Mack Publishing Company,
Easton, Pennsylvania, USA, 15. Ausgabe, 1975). Die zu verabreichende
Zusammensetzung oder Formulierung wird auf jeden Fall die aktive(n)
Verbindungen) in einer Menge enthalten, die für die Linderung der Symptome
des zu behandelnden Subjekts wirksam ist.
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Dosierungsformen oder -zusammensetzungen,
bei denen der Gehalt an aktivem Inhaltsstoff in einem Bereich von
0,25 bis 95% liegt und der Rest aus nicht-toxischem Träger besteht,
können
hergestellt werden.
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Zur oralen Verabreichung wird eine
pharmazeutisch annehmbare nicht-toxische Zusammensetzung gebildet,
indem ein beliebiger der normal verwendeten Arzneimittelträger, wie
z. B. pharmazeutisch reines Mannitol, Laktose, Zellulose, Zellulose-Derivate,
Natriumkaramel ("sodium
carmellose"), Stärke, Magnesiumstearat,
Natriumsaccharin, Talk, Glukose, Saccharose, Magnesium, Karbonat
und dergleichen, verwendet wird. Solche Zusammensetzungen können in
Form von Lösungen,
Suspensionen, Tabletten, Pillen, Kapseln, Pulvern, Depotformulierungen
und dergleichen vorliegen. Solche Zusammensetzungen können 1–95% an
aktivem Inhaltsstoff, vorzugsweise 2–50%, insbesondere 5–8% beinhalten.
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Parenterale Verabreichung erfolgt
im Allgemeinen über
Injektion, und zwar entweder subkutan, intramuskulär oder intravenös. Die Injektionsmittel
können
in herkömmlichen
Formen erzeugt werden, entweder als flüssige Lösungen oder Suspensionen, als
feste Formen, die sich zur Lösung
oder Suspension in einer Flüssigkeit
vor der Injektion eignen, oder als Emulsionen. Geeignete Arzneimittelträger sind
z. B. Wasser, Kochsalzlösungen,
Glukose, Glycerin, Ethanol oder dergleichen. Zusätzlich können die zu verabreichenden
pharmazeutischen Zusammensetzungen, falls erwünscht, auch geringen Mengen
an nicht-toxischen Zusatzstoffen wie Benetzungs- oder Emulgiermittel,
pH-Puffer oder dergleichen, wie z. B. Natriumacetat, Sorbitanmonolaurat,
Triethanolaminoleat, Triethanolaminnatriumacetat etc., enthalten.
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Ein vor kurzem nahegelegter Ansatz
für die
parenterale Verabreichung greift auf die Implantierung eines langsam
freisetzenden Systems oder Depotsystems zurück, so dass eine konstante
Dosierungsmenge aufrechterhalten wird (siehe z. B. US-A-3.710.795).
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Der Prozentsatz an aktiver Verbindung,
der in einer solchen parenteralen Zusammensetzung enthalten ist,
hängt stark
von der jeweiligen Natur der Zusammensetzung sowie von der Aktivität der Verbindung
und den Bedürfnissen
des Subjekts ab. Der aktive Inhaltsstoff kann jedoch in Prozentsätzen von
0,1 bis 10 % in der Lösung
vorkommen, wobei diese höher
sein können,
wenn die Zusammensetzung ein Feststoff ist, der anschließend auf
die obigen Prozentsätze
verdünnt
wird. Vorzugsweise enthält
die Zusammensetzung 0,2–2% an
aktivem Inhaltsstoff in Lösung.
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Das folgende Beispiel veranschaulicht
die Erfindung.
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Materialien und Verfahren
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Streifen menschlichen Kolon-Längsmuskels
wurden wie folgt vorbereitet:
Ein Abschnitt des menschlichen
Kolons wurde entlang seiner Längsachse
aufgeschnitten. Der Abschnitt wurde flach ausgebreitet und die Schleimhaut
vorsichtig mittels scharfer Sezierscheren entfernt. Nachdem die Schleimhaut
entfernt worden war, wurde der Abschnitt umgedreht, um die drei
Taenia coli (Taenia mesencolica, Taenia omentalis und Taenia liberia)
sowie die zwischen ihnen liegenden Muskelbänder freizulegen. Dann wurden
Längsmuskelstreifen
(2mm breit und 20mm lang) aus dem Gewebe zwischen den Taenia coli
herausgeschnitten und zwischen Edelstahlhaken in Organkammern suspendiert,
die mit Sauerstoff angereicherte (95% O2/5%
CO2) Krebs-Lösung mit einer Temperatur von
37°C enthielten.
Die Zusammensetzung der Krebs-Lösung
lautete wie folgt: NaCl (118,2 mM), KCl (4,69 mM), MgSO4 7H2O (1,18 mM), KH2PO4 (1,19 mM), Glukose (11,1 mM), NaHCO3 (25,0 mM), CaCl2 6H2O (2,5 mM).
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An das Gewebe wurde eine Spannung
angelegt, die 10 mN entsprach, und es wurde für eine Zeitdauer von zumindest
60 min äquilibrieren
gelassen. Die Reaktionen wurden mittels isometrischen Messfühlern aufgezeichnet,
die über
ein MacLab-Interface an einen Apple-Computer gekoppelt waren. Nach
60 min wurden die Längsmuskelabschnitte
des menschlichen Kolons elektrisch stimuliert (submaximale Spannung
und Frequenz mit einem Abstand von 60 s zwischen aufeinanderfolgenden
Stimulationen), wobei parallele Platindrahtelektroden und ein Multistirn
D330 Impuls-Stimulator verwendet wurden. Die Streifen des menschlichen,
glatten Kolon-Längsmuskels
reagierten auf die elektrische Stimulation mit einer raschen Kontraktion.
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Nachdem sich die Reaktion auf die
elektrische Stimulation stabilisiert hatte (aufeinanderfolgende
stimulierte Reaktionen unterschieden sich um nicht mehr als 10 %),
wurden die Streifen des menschlichen, glatten Kolon-Längsmuskels
erhöhten
Konzentrationen von 5-HT oder 5-NT-Rezeptor-Agonist oder 5-HT unter Vorhandensein
von 5-HT-Rezeptor-Antagonist
ausgesetzt.
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Es konnte eine enorme Verstärkung der
elektrisch stimulierten Kontraktionen der Längsmuskelstreifen des menschlichen
Kolons durch geringe Konzentrationen von 5-HT (etwa 10–9 bis
10–7M)
beobachtet werden.
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Referenzbeispiel 1 – Wirkung
von 5-HT-Rezeptor-Agonisten
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Die Applikation von 5-HT sowie verschiedenen
5-HT-Rezeptor-Agonisten erzeugt, wie sich gezeigt hat, eine deutliche
Verstärkung
der Kontraktionsreaktion auf elektrische Stimulation. Die elektrisch
stimulierte Kontraktionsreaktion durch Tetrodotoxin sowie Atropin
gehemmt, was darauf hindeutet, dass die Wirkung neuronaler Natur
ist und über
die Freisetzung von Acetylcholin vermittelt wird.
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Die Rangordnung der Wirksamkeit der
Agonisten bei der Verstärkung
der Kontraktionsreaktion im Kolon-Längsmuskel wurde gemäß dem oben
erläuterten
Verfahren ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 angeführt und
werden mit dem mittleren pEC
50 für Agonisten
an den 5-HT-Rezeptor im Kolon (Mittelwert ± s.e.-Mittelwert für zumindest
3 Donore) und auch an menschlichen 5-HT
2A,
2B,
2C- sowie 5-HT
4-Rezeptoren verglichen, wobei alle Daten
für den
menschlichen 5-NT-Rezeptor sind. NA bedeutet, dass beim menschlichen Rezeptor
keine Daten verfügbar
sind. TABELLE
1
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Tabelle 1
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Wirksamkeit gewisser selektiver Rezeptor-Agonisten
am 5-HT-Rezeptor im menschlichen Kolon-Längsmuskel.
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Die Rangordnung der Agonistenwirksamkeit
deutet auf einen Rezeptor der 5-HT2-Familie
hin.
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Referenzbeispiel 2
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Wirkung von 5-HT-Rezeptor-Antagonisten
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Die Wirkungen verschiedener selektiver
5-HT-Rezeptor-Antagonisten gegen von 5-HT stimulierte Aktivität wurden
ebenfalls gemäß der oben
erläuterten
Verfahren getestet. Die Affinitäten
der selektiven Rezeptor-Antagonisten an den 5-HT-Rezeptor im menschlichen
Kolon-Längsmuskel
wurden ermittelt (für
zumindest 3 Donore) und mit dem mittleren pK
B oder
pA
2 für
Antagonismus an menschliche 5-HT
2A,
2B,
2C- und 5-HT
4-Rezeptoren verglichen. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 2 angeführt.
Die Reaktionen auf 5-HT wurden in isolierten menschlichen Geweben
gemessen, deren 5-HT-Rezeptor Eigenschaften vorhergehend beschrieben
worden sind (*) oder aus Daten über
die Bindung an menschliche rekombinierende Rezeptoren (#) erhältlich waren. NA
bedeutet, dass am menschlichen Rezeptor keine Daten verfügbar waren,
und NSA weist auf einen nicht überwindbaren
Antagonismus hin. Das erhaltene Profil entspricht einem Rezeptor
der 5-HT
2B-Rezeptor-Klasse. TABELLE
2
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Tabelle 2
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Affinitäten gewisser selektiver Rezeptor-Antagonisten
an den 5-HT-Rezeptor im menschlichen Kolon-Längsmuskel und Vergleiche.
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Beispiel
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Wirkung von RS127445
auf Kolon-Längsmuskel
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Es zeigte sich, dass Konzentrationen
zwischen 0,3 nM und 100 nM die Wirkungen von 5-HT in elektrisch
stimulierten Längsmuskelstreifen
des menschlichen Kolons (Versuche wie oben beschrieben durchgeführt) mit
einem pKB von 9,5 bekämpfen
(siehe Tabelle 3). Der durch RS127445 erzeugte Antagonismus ist
in
1 veranschaulicht,
die die Reaktion auf 5-HT in Abwesenheit (Vergleich, ∎)
und Abwesenheit von RS127445 in einer Konzentration von 1 nM
und 100 nM
zeigt. Sämtliche
Daten sind als Prozentsätze der
maximalen Reaktion auf 5-HT ausgedrückt und als Mittelwert ± s. e.-Mittelwert für n > 4 Donore angegeben.
Eine Schild-Analyse dieses Antagonismus erbrachte ein Diagramm mit
einer Steigung von 0,930,17 in in Übereinstimmung mit kompetitivem
Antagonismus. Somit ist RS127445 ein wirksamer (pK
B =
9,450,41) und selektiver Antagonist gegen die Wirkung von 5-HT am
5-HT
2B-Rezeptor im menschlichen Kolon, was
zeigt, dass diese Verbindung bei der Behandlung von IBS und anderen
Magen-Darm-Erkrankungen
eingesetzt werden kann. Tabelle
3
-
Zusammenfassung der Beispiele
-
Zusammenfassend entspricht das Profil
des funktionellen Liganden am Rezeptor, der die durch 5-HT stimulierte
Potenzierung der neuronal-vermittelten Kontraktionsreaktion im menschlichen
Kolon vermittelt, dem an der 5-HT2B-Rezeptor-Unterart.
Dies deutet daher darauf hin, dass ein selektiver Antagonist an
diesem Rezeptor die durch 5-HT hervorgerufene Hyperbeweglichkeit
in den menschlichen Eingeweiden bekämpfen kann und dadurch eine
effektive Behandlung von IBS darstellt. RS127445 (2-Amino-4-(4-fluornaphth-1-yl)-6-isopropylpyrimidin)
ist sowohl wirksamer als andere Antagonisten beim Kolon-Längsmuskel als auch selektiver
für die
2B-Rezeptor-Unterart im Vergleich zu den 2A- und 2C-Rezeptor-Unterarten als andere Antagonisten.
Die vorliegenden neuartigen Erkenntnisse legen somit die Verwendung
von RS127445 für
die Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von IBS nahe.