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Gebiet der
Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
das Gefriertrocknen mehrerer Proben verschiedener Mikroorganismen,
wie Bakterien, in einem Mehrkammerformat, das bei Raumtemperatur
gelagert und verwendet werden kann.
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Hintergrund
der Erfindung
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Gefriertrocknen wurde für viele
Jahre bei verschiedenen Anwendungen eingesetzt, wie in der Nahrungsmittelindustrie
und der pharmazeutischen Industrie. Gefriertrocknen wurde auch zur
Präparation
von Mikroorganismen, wie Bakterien, für eine Langzeitlagerung eingesetzt.
Insbesondere Mikroorganismen-Hinterlegungsstellen, wie die American
Type Culture Collection, gefriertrocknen häufig Kulturen für die Verteilung,
da richtig gefriergetrocknete Mikroorganismen bei Raumtemperatur
lebensfähig
bleiben und ohne die Notwendigkeit von festem Kohlendioxid transportiert
werden können.
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Jedoch ist eine Gefriertrocknungsausrüstung zu
teuer für
eine alltägliche
Verwendung durch Laborwissenschaftler, die üblicherweise Mikroorganismen
entweder als Glycerinvorrat bei –80°C oder in flüssigem Stickstoff halten. Beide
Formen der Lagerung sind relativ teuer und bergen auch das Risiko
eines Verlusts der Lebensfähigkeit
der Probe, wenn die Ausrüstung
versagt. Trotzdem wird eine erhebliche Menge an Lagerraum in –80°C-Gefrierschränken für die Lagerung
von Bakterienstämmen
als Glycerinvorräte
freigegeben, z.B. zur Lagerung von Bakterienkolonien, die bei Klonierungsverfahren
selektiert wurden. Es besteht daher ein Bedarf, Laborwissenschaftlern
Mittel zur Lagerung großer
Zahlen verschiedener Mikroorganismen in einem leicht zugänglichen
Format bereitzustellen, das keinen teuren Gefrierschrankraum erfordert.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Wir haben nun herausgefunden, daß es möglich ist,
mehrere Proben verschiedener Mikroorganismen in Mikrotiterplatten
ohne Kreuzkontamination zu gefriertrocknen, wobei man Mikrotiterplatten"Bibliotheken" von Mikroorganismen
erhält,
die bei Raumtemperatur mit hoher Dichte gelagert werden können. Die
resultierende Einsparung an teurem Gefrierschrankraum kompensiert
voraussichtlich alle anfänglichen
Auslagen für Gefriertrocknungsausrüstung. Darüber hinaus
ist die Verwendung eines Raumtemperatur-Mikrotiterplattenformats
besser kompatibel mit neuen Entwicklungen automatisierter Maschinen
für die
Durchmusterung von Bakterienbibliotheken, die maschinell abgenommen
wurden.
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Dementsprechend liefert die vorliegende
Erfindung ein Verfahren zum Gefriertrocknen mehrerer Proben verschiedener
lebensfähiger
Mikroorganismen, welches die folgenden Stufen umfaßt:
- (i) Bereitstellen eines Behälters mit mehreren Kammern,
- (ii) Verteilen mehrerer flüssiger
Proben, wobei jede Probe einen lebensfähigen Mikroorganismus enthält, in getrennte
Kammern des Behälters,
- (iii) Plazieren des Behälters
in eine Gefriertrocknungsvorrichtung und
- (iv) Gefriertrocknen der in den Kammern vorhandenen Proben unter
Bedingungen, welche die Lebensfähigkeit
der Mikroorganismen im wesentlichen aufrechterhalten.
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Vorzugsweise ist der Behälter eine
Mikrotiterplatte.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
wurden die lebensfähigen
Mikroorganismen vor dem Gefriertrocknen in einem Kulturmedium, das
einen Träger
enthält,
gezüchtet,
und die Mikroorganismen werden in dem Kulturmedium gefriergetrocknet.
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Vorzugsweise sind die Kammern des
Behälters
mit sterilen Abdichtungen versehen. Besonders bevorzugt erlauben
die Abdichtungen das Abnehmen eines Teils einer gefriergetrockneten
Mikroorganismenprobe aus einer Kammer, während eine sterile Abdichtung
aufrechterhalten wird.
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Die vorliegende Erfindung liefert
weiterhin einen Behälter
mit mehreren Kammern, wobei jede Kammer eine lebensfähige, gefriergetrocknete
Probe eines Mikroorganismus, erhalten nach dem Verfahren der Erfindung,
enthält.
Vorzugsweise ist der Behälter
eine Mikrotiterplatte.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
der Behälter
weiterhin sterile Abdichtungen für
jede Kammer. Vorzugsweise erlauben die sterilen Abdichtungen das
Abnehmen eines Teils einer gefriergetrockneten Mikroorganismenprobe
aus einer Kammer, während
eine sterile Abdichtung aufrechterhalten wird.
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Kurze Beschreibung
der Figuren
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1 ist
ein Diagramm, welches das prozentuale Überleben von E. coli-Stämmen, die
in verschiedenen Trägern
gefriergetrocknet sind, zeigt.
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2 ist
ein Diagramm, welches Bakterienwachstum in verschiedenen Trägern als
einen Prozentwert von demjenigen in LB zeigt.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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A. Behälter
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Ein für die Verwendung gemäß der vorliegenden
Erfindung geeigneter Behälter
umfaßt
mehrere Kammern, in welche im wesentlichen flüssige Proben abgegeben werden
können. "Mehrere" bedeutet zwei oder mehr,
aber vorzugsweise beträgt
die Anzahl an Kammern wenigstens 6, 12 oder 24, besonders bevorzugt
wenigstens 96, wie beispielsweise 384. Beispiele für geeignete
Behälter
umfassen Mikrotiterplatten und Mehrkammer-Gewebekulturplatten. Mikrotiterplatten
sind vorzugsweise von steifer Art, eher als von flexibler Art. Spezielle
Beispiele für
Mikrotiterplatten umfassen Platten mit 96 und 384 Kammern, hergestellt
von Nunc, Costar und Greiner, und Platten mit 96, 384 und 1536 Kammern,
hergestellt von Genetix. Die "Kammer" soll z.B. eine Vertiefung
in einem im wesentlichen planaren festen Substrat umfassen, die
zur Aufnahme eines Volumens an Flüssigkeit geeignet ist, so daß die Flüssigkeit
von den Inhalten einer benachbarten Kammer physisch getrennt gehalten
werden kann.
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Der Behälter ist typischerweise aus
einem einzelnen Stück
Kunststoff, wie Polycarbonat, durch Extrusionsformen ausgebildet.
Der Behälter
kann optional einen separaten Deckel aufweisen, wie es z.B. für Gewebekultur-Mehrkammerplatten üblich ist.
Vorzugsweise ist der Behälter
nicht im wesentlichen aus Glas hergestellt.
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Nachdem die Gefriertrocknung abgeschlossen
ist, wird der Behälter
typischerweise abgedichtet, um zu verhindern, daß Feuchtigkeit von der gefriergetrockneten
Probe absorbiert wird, und typischerweise, um die gefriergetrocknete
Probe steril zu halten. Beispiele für Verfahren zum Abdichten der
Behälter
umfassen die Anwendung von vakuumabgedichteter Kunststoffverpackung
oder Abdichten des Behälters
mit Kunststoff oder einer Folie und Plazieren des abgedichteten
Behälters
in einem Kunststoffbeutel, vorzugsweise mit einem Trocknungsmittel,
wie Silicagel. Schrumpffolienverpackung kann ebenfalls geeignet
sein. Wenn der Behälter einen
vorgeformten Deckel hat, kann die Lücke zwischen dem Deckel und
der Basis des Behälters
typischerweise mit einem elastischen Material, wie ParafilmTM oder NescofilmTM abgedichtet
sein. Darüber
hinaus kann es erwünscht
sein, den Behälter
in einer inerten Atmosphäre,
wie Stickstoff, abzudichten.
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Es ist bevorzugt, sterile Abdichtungen
zu verwenden, die das Abnehmen eines Teils einer Probe aus irgendeiner
bestimmten Kammer erlauben, während
die Integrität
der verbleibenden Probe in der Kammer bewahrt wird. Zum Beispiel
kann die sterile Abdichtung ein im wesentlichen für Feuchtigkeit
nicht permeables Material umfassen, welches erlaubt, daß eine Nadel
oder eine Spitze durch die Membran und in Kontakt mit der gefriergetrockneten
Probe eingeführt
wird, welches aber, wenn die Nadel oder Spitze entfernt wird, erneut
so abdichtet, daß eine
zusammenhängende,
für Feuchtigkeit
im wesentlichen nicht permeable Abdichtung erneut ausgebildet wird.
Das Material wird typischer weise elastische Eigenschaften haben.
Ein geeignetes Material umfaßt
Gummi, wie den Gummi, der zum Abdichten von Gefäßen für gefriergetrocknete pharmazeutische
Produkte verwendet wird. Die Abdichtung kann als eine zusammenhängende Lage,
die mehrere Kammern abdichtet, oder für jede Kammer individuell bereitgestellt
werden.
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B. Mikroorganismen
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Der Begriff "Mikroorganismus" umfaßt Prokaryonten und Eukaryonten,
wie Hefe, Pilze und Tier- und Pflanzenzellen, die in der Lage sind,
in Kultur vermehrt zu werden, wie immortalisierte Zellinien. Beispiele
für Prokaryonten
umfassen Eubakterien und Archaebakterien. Eubakterien umfassen Gram-negative Bakterien, wie
Escherichia sp. (z.B. E. coli), Neisseria sp., Campylobacter sp.,
Haemophilus sp., Streptococcus sp. und Staphylococcus sp., und Gram-positive
Bakterien, wie Bacillus sp. (z.B. B. subtilis). Vorzugsweise ist
der Mikroorganismus ein Eubakterium.
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Mikroorganismen werden typischerweise
vor dem Gefriertrocknen in Standardkulturmedium, das für den speziellen
Typ von Mikroorganismus geeignet ist, wie LB-Medium für E. coli,
gezüchtet.
In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden die Mikroorganismen in der Gegenwart
eines Trägers,
der zur Erhöhung
des Glasübergangspunktes
(Tg) der Probe verwendet wird, gezüchtet, wie es nachfolgend diskutiert
wird. Da diese Träger
häufig
das osmotische Potential des Wachstumsmediums auf ungeeignete Niveaus
erhöhen,
kann es notwendig sein, die Zusammensetzung des Wachstumsmediums
zum Ausgleich einzustellen, z.B. durch Erniedrigung des Salzgehaltes.
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C. Gefriertrocknung
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Gefriertrocknung umfaßt das Entfernen
von Wasser oder anderem Lösungsmittel
aus einem gefrorenen Produkt mittels eines Verfahrens, das als Sublimation
bezeichnet wird. Sublimation findet statt, wenn eine gefrorene Flüssigkeit
direkt in den gasförmigen
Zustand übergeht,
ohne die flüssige
Phase zu durchlaufen. Gefriertrocknung ist eine Routinetechnik,
die auf dem Gebiet angewendet wird, und geeignete Ausrüstung ist
von kommerziellen Anbietern, wie Labconco (Kansas City, Missouri,
USA) erhältlich.
Der Vollständigkeit
halber wird jedoch nachfolgend eine kurze Beschreibung des Gefriertrocknungsprozesses
angegeben, von der ein Teil auf der Information beruht, die in "A Guide to Freeze-drying
for the Laboratory",
einer Industrie-Service-Veröffentlichung
von Labconco, 1998, angegeben wird. Siehe auch Franks, F. (1994),
Effective freeze-drying: a combination of physics, chemistry, engineering
and economics, Proc. Inst. Refrigeration 91: 32–39.
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Das Gefriertrocknungsverfahren besteht
aus drei Stufen: Vorfrieren, primäres Trocknen und sekundäres Trocknen.
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Vorfrieren: Das Material, welches
gefriergetrocknet werden soll, muß in geeigneter Weise vorgefroren werden.
Beim Gefriertrocknen ist es wichtig, das Produkt unterhalb des Glasübergangspunktes
(Tg) vorzufrieren. Während
die Temperatur der Probe erniedrigt wird, gefriert das Wasser in
der Probe, wobei die Konzentration an gelösten Stoffen in der Probe und
die Viskosität
des Gemisches erhöht
werden. Während
die Viskosität
steil erhöht
wird, vermindert sich die Gefrierrate und stoppt möglicherweise
gänzlich.
Das zurückbleibende Gemisch,
einschließlich
des Eises, durchläuft
einen Glasübergang,
wobei die Viskosität
um viele Größenordnungen
in einem engen Temperaturintervall erhöht wird. Strukturell liegt
die Probe dann in der Form eines amorphen Feststoffs vor und wird
als ein Glas beschrieben. Dieser Übergang von einer übersättigten,
gefrorenen wäßrigen Lösung sehr
hoher Viskosität
zu einem brüchigen
Feststoff wird in der Praxis durch eine Glasübergangstemperatur (Tg) gekennzeichnet. Die Tg für eine Probe
kann nach Methoden, die auf dem Gebiet bekannt sind, wie differentielle
Abtastkalorimetrie oder thermomechanische Analyse, bestimmt werden.
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Die Tg für Proben
von Mikroorganismen in Standardkulturmedium ist jedoch häufig zu
niedrig für
praktische Zwecke und muß durch
die Zugabe von Trägern
erhöht
werden. Geeignete Träger
umfassen Glucose, Sucrose, Maltose, Lactose, Trehalose, Raffinose,
Maltotriose, Stachyose und Dextran. Andere geeignete Träger sind
auf dem Gebiet bekannt. Vorzugsweise wird der Träger in solch einer Menge hinzugefügt, daß die Tg auf etwa –20 bis –40°C erhöht wird. Die Mengen können zwischen
Arten von Proben variieren, aber sie können von dem Fachmann auf dem
Gebiet einfach bestimmt werden. Eine geeignete Menge beträgt typischerweise von
5 bis 15% w/v, wie beispielsweise von 7,5 bis 12,5% w/v.
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Primäres Trocknen: Nach dem Vorfrieren
der Probe müssen
Bedingungen eingestellt werden, bei welchen Eis aus dem gefrorenen
Produkt durch Sublimation entfernt werden kann. Proben werden typischerweise deutlich
unter ihre Tg vorgefroren, und dann wird
die Temperatur unmittelbar unter die Tg erhöht. Die
Proben werden dann vermindertem Druck in einer Vakuumkammer ausgesetzt.
An diesem Punkt beginnt der Gefriertrocknungsprozeß.
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Sekundäres Trocknen: Nachdem das primäre Einfrieren
abgeschlossen ist, ist das gesamte gefrorene Wasser sublimiert.
Jedoch ist nicht gefrorene, gebundene Feuchtigkeit nach wie vor
in dem Produkt vorhanden. Fortgesetztes Trocknen bei einer höheren Temperatur
ist erforderlich, um die Restfeuchtigkeit durch Verdampfen auszutreiben.
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Mehrere Arten von Gefriertrocknungsverfahren
sind derzeit in der Anwendung, einschließlich des Verteilerverfahrens,
des Batch-Verfahrens und des Masse-Verfahrens. Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es bevorzugt, eine Vorrichtung zu verwenden, die für das Batch-Verfahren
geeignet ist, wie beispielsweise einen Kolonnentrockner.
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Proben von Mikroorganismen können vor
dem Gefriertrocknen in dem Behälter
gezüchtet
werden, oder sie können
in einem separaten Gefäß gezüchtet und
in die Kammern des Behälters
verteilt werden. Jede Kammer des Behälters kann einen anderen Mikroorganismus
enthalten, wie beispielsweise einen unterschiedlichen Klon aus einer
Bibliothek, ohne ein signifikantes Risiko von Kreuzkontamination.
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Wenn ein geeigneter Träger noch
nicht hinzugefügt
wurde, dann wird er nun zu den Proben in den Kammern oder vor der Übertragung
in die Kammern zu der Probe hinzugefügt und gemischt. Wenn der Träger hinzugefügt wurde,
wenn er nicht bereits hinzugefügt
war, kann der Behälter
bei einer Temperatur unterhalb der Tg (z.B.
in einem –80°C-Gefrierschrank)
eingefroren und bei dieser Temperatur gehalten werden, bis er gefriergetrocknet
wird, wenn er nicht unmittelbar gefriergetrocknet werden kann. Der
Behälter
wird dann in die Gefriertrocknungsvorrichtung gestellt und unter
Anwendung von Standardtechniken gefriergetrocknet. Wenn die Gefriertrocknung
abgeschlossen ist, wird der Behälter
typischerweise abgedichtet, wie es oben beschrieben ist. Der Behälter kann
dann bei Raumtemperatur oder, je nach Anforderung, unterhalb von
Raumtemperatur gehalten werden, so daß die Lebensfähigkeit
der Mikroorganismen erhalten bleibt.
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Der Begriff "Lebensfähigkeit" bezeichnet die Fähigkeit einer Kultur von Mikroorganismen
zu wachsen. Zum Beispiel besteht eine "lebensfähige" Probe aus lebenden Organismen, die
zu Metabolismus und Wachstum in der Lage sind. Folglich ist eine
gefriergetrocknete Probe lebensfähig,
wenn sie beispielsweise durch Rehydratisierung wiederbelebt und
in einem geeigneten Medium gezüchtet
werden kann. Vorzugsweise bleibt die Probe für wenigstens einen Monat, vorzugsweise
wenigstens zwei, drei oder sechs Monate, besonders bevorzugt wenigstens
ein Jahr bei Raumtemperatur (hierin zu Zwecken der Erfindung als
18°C definiert)
lebensfähig.
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Im allgemeinen sind Frostschutzmittel,
wie DMSO und Glycerin, die häufig
zum Schutz der Zellen vor Beschädigung
während
des Einfrierprozesses verwendet werden, bei dem Verfahren der Erfindung
nicht erforderlich, sie können
aber hinzugefügt
werden, wenn es notwendig ist. Vorzugsweise sind Frostschutzmittel in
dem Probenmedium enthalten, besonders bevorzugt ist Glycerin vor
dem Einfrieren in dem Probenmedium enthalten. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform
ist wenigstens 0,1% Glycerin v/v, vorzugsweise wenigstens 0,2%,
enthalten. Typischerweise werden nicht mehr als 10% Glycerin hinzugegeben,
vorzugsweise nicht mehr als 5 oder 1% Glycerin.
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D. Anwendungen
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Das Verfahren der Erfindung kann
dazu verwendet werden, mehrere Proben von Mikroorganismen, wie Bibliotheken
von Klonen, die von einer Agar-Platte für eine Verwendung zu einem
späteren
Zeitpunkt abgenommen wurden, zu gefriertrocknen. Es ist abzusehen,
daß das
Verfahren der Erfindung zum Erhalt von gefriergetrockneten Bibliotheken
von Mikroorganismen, die durch Klonierung stechniken erhalten wurden,
die auf dem Gebiet der Molekularbiologie eingesetzt werden, geeignet
sein wird. Die Bibliotheken können
anschließend
in weiteren Durchmusterungstechniken eingesetzt werden. Zum Beispiel
können
Bakterienkolonien auf der Grundlage dessen, daß sie ein rekombinantes Plasmid
enthalten, welches ein Antibiotikaresistenzgen codiert, von Antibiotikum
enthaltenden Agar-Platten abgenommen, in Mikrotiterplatten gezüchtet und
dann gefriergetrocknet werden. Die gefriergetrockneten Proben können dann
anschließend
beispielsweise durch Rehydratisierung wiederbelebt und in Nukleinsäuredetektionsverfahren
zur Identifizierung spezieller Klone eingesetzt werden. Alternativ
oder zusätzlich
können
ausgewählte
Klone kultiviert und für
spätere
molekulare Charakterisierung gefriergetrocknet werden.
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Teilweise oder vollständig vorselektierte
Bibliotheken von Klonen, die in einem Mehrkammerplattenformat gefriergetrocknet
sind und welche lebensfähig
bleiben, wenn sie bei Raumtemperatur gelagert werden, können ein äußerst zweckmäßiges Mittel
zum Verteilen von Bibliotheken von Klonen auf einer kommerziellen und/oder
nicht-kommerziellen Basis gegenüber
einem einfachen Bereitstellen von nicht vorselektierten Bibliotheken
in einem einzelnen Gefäß, das der
Forscher dann selbst durchmustern müßte, sein.
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Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme
auf die Beispiele, welche nur erläuternd und nicht beschränkend sind,
beschrieben.
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BEISPIELE
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Untersuchung
der Lebensfähigkeit
von gefriergetrockneten Bakterien
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Methoden
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Vier Stämme von E. coli (DH10B, JM109,
XL2 und XL10), transformiert mit pUC18/19, wurden in LB-Medium,
das Ampicillin (50 μg × ml–1)
enthielt, gezüchtet.
Ein aliquoter Teil jeder Kultur wurde auf 8% Glycerin gebracht und
bei –80°C als eine
Positivkontrolle gelagert. Aliquote Teile von 5 ml der Zellen wurden
durch Zentrifugieren bei 4000 × g
für 5 Minuten
pelletiert und in 5 ml LB-Medium resuspendiert. Geeignete Verdünnungen
in LB-Medium der resuspendierten Zellen wurden auf LB-Agar, der Ampicillin
(50 μg × ml–1 )
enthielt, zur Bestimmung der überlebensfähigen Zellzahl
ausplattiert.
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Aliquote Teile von 5 ml von jedem
der E. coli-Stämme
wurden durch Zentrifugation bei 4000 × g für 5 Minuten pelletiert, in
5 ml LB, versetzt mit jeweils einem von 13 Trägern (Diagramm 1), resuspendiert,
und aliquote Teile von 50 μl
wurden in 384-Kammer-Platten unter Verwendung einer separaten Platte
für jeden Stamm
pipettiert. Als eine Kontrolle für
eine Kontamination von Kammer zu Kammer wurden 50 μl LB, versetzt mit
jeweils einem Träger,
in eine Kammer pipettiert, die zu einer benach bart war, die eine
Kultur enthielt. Eine Negativkontrollplatte wurde mit aliquoten
Teilen von 50 μl
LB, versetzt mit jeweils einem Träger, die in einer Reihe von
Kammern als eine Kontrolle für
bakterielle Kontamination der Trägerlösung pipettiert
wurden, hergestellt. Die Platten wurden bei –80°C eingefroren und zur Gefriertrocknung
zu einer Gefriertrocknungseinrichtung transportiert. Nach dem Gefriertrocknen
wurden die Platten bei 4°C
in abgedichteten Beuteln für
17 Tage vor der Untersuchung der Überlebensfähigkeit gelagert.
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Für
jede Platte wurden 50 μl
steriles H2O zu einer Kammer für jedes
Experiment hinzugefügt,
zuzüglich zwei
der Kontrollkammern von jeder der Bakterien enthaltenden Platten,
und bei Raumtemperatur für
10 Minuten inkubiert, um die gefriergetrocknete Kultur zu rehydratisieren.
Die Kulturen wurden in LB-Medium, das Ampicillin (50 μg × ml–1)
enthielt, in Reihe verdünnt,
und 100 μl
der geeigneten Verdünnung
wurde auf LB-Agar, der Ampicillin (50 μg × ml–1)
enthielt, ausplattiert, um die überlebensfähige Zellzahl
zu bestimmen.
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Ergebnisse
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1 (siehe
auch Tabellen 1 und 2) zeigt den Prozentsatz an Überleben für jeden Stamm von Bakterien
in jedem der Träger.
Unter den acht Kontrollen für
eine Kontamination von Kammer zu Kammer waren alle bis auf eine
negativ, und alle Proben von der Negativkontrollplatte waren negativ.
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Schlußfolgerungen
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Obwohl ein gewisses Maß an experimentellem
Fehler in den Ergebnissen vorlag, ist klar, daß PVP als ein Träger für die getesteten
E. coli-Stämme
nicht geeignet ist. Die Träger,
welche die besten Ergebnisse für alle
Bakterienstämme
lieferten, waren 10% Sucrose + 0,5% Glycerin und 10% Trehalose +
0,25% Glycerin.
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Die Bakterien wurden anfänglich in
Standardmedium kultiviert und nicht in dem Träger, in dem sie gefriergetrocknet
werden sollten, weil frühere
Arbeiten gezeigt hatten, daß bakterielles
Wachstum in LB + 10% Sucrose oder 10% Trehalose gehemmt wurde. Dies
kann auf osmotische Effekte zurückzuführen sein.
Jedoch weisen die in 2 gezeigten
Ergebnisse darauf hin, daß tatsächlich zufriedenstellendes
bakterielles Wachstum in der Gegenwart aller drei getesteter Träger, Lactose,
Sucrose und Trehalose stattfindet. Insbesondere wurde das Wachstum
nicht besonders durch LB + 10% Lactose beeinflußt, wahrscheinlich weil die
Gegenwart eines intakten lacZ-Gens auf dem pUC18/19-Plasmid es den Bakterien
erlaubte, Lactose zu metabolisieren, obwohl das lacZ-Gen typischerweise
in der Praxis, wenn man mit rekombinanten Plasmiden arbeitet, zerstört ist.
Es sollte jedoch möglich
sein, die osmotischen Effekte des Trägers auszugleichen, indem man
das Standardmedium zum Ausgleich modifiziert.
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Die in 1 gezeigten
Ergebnisse demonstrieren, daß alle
vier getesteten Bakterienstämme
ein Gefriertrocknen in 384-Kammer-Platten überleben können. Darüber hinaus ist dieses Format,
obwohl es eine relativ hohe Dichte an verschiedenen Proben aufweist,
in der Lage, die Probenintegrität
beizubehalten (Kreuzkontamination zu vermeiden).
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