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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Granulierung, d. h. Umwandeln von Partikeln in
Granulate, wobei jedes Granulatkorn mehrere Partikeln enthält.
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Granulierung
feiner Pulvermaterialien wird innerhalb verschiedener Industriezweige
vorgenommen. Granulierung wird verwendet, um ein Pulver mit geringer
freier Rieselfähigkeit
in ein Produkt mit normalen Kieselfähigkeiten umzuwandeln. Ein
anderer Grund für
Granulierung ist zu verhindern, dass das Endprodukt unerwünschten
Staub abgibt.
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In
der Arzneimittelindustrie wird Granulierung hauptsächlich zur
Behandlung von Materialien, die zu Tabletten gepresst werden sollen,
verwendet.
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In
der Nahrungsmittelindustrie, einschliesslich der Molkereiwirtschaft,
wird Granulierung u. a. zur Verbesserung von Dispergier- und Zubereitungseigenschaften
angewendet.
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In
der chemischen Industrie wird Granulierung zur Verbesserung der
Handhabung des Materials und der Genauigkeit bei der Dosierung angewandt.
Ausserdem wird Granulierung zum Binden von wirksamen Staubmaterialien
an unschädliche
Trägerstoffe
benutzt.
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Viele
chemische Produkte, einschliesslich Reinigungsmittel, Düngemittel,
Katalysatoren, Pestizide und Farbstoffe werden in granulierter Form
bevorzugt.
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Hintergrund der Erfindung
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In
der vorliegenden Beschreibung wird der Ausdruck Granulierung einschliesslich
dem, was oft mit Agglomeration bezeichnet wird, benutzt.
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Im
allgemeinen folgen alle Granulierungsverfahren derselben Grundtechnik.
Das zu granulierende Material wird mit einem Lösungsmittel oder einer Lösung befeuchtet,
um die das Material bildenden primären Partikeln klebrig zu machen.
Ein Bindemittel kann in den Partikeln oder in der Lösung vorhanden
sein, oder die Partikeln können
die Fähigkeit
aufweisen, dass sie in feuchtem Zustand klebrig werden. Die feuchten
und klebrigen Partikeln haften bei gegenseitigem Kontakt aneinander
an, und diese Zusammenfügung
wird durch Trocknen des Materials gefestigt. Mehrere Materialien
unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit
das Lösungsmittel oder
die Lösung
zu absorbieren ohne ganz nass zu werden, und sie werden bei unterschiedlichem
Feuchtigkeitsniveau des Produktes klebrig, deshalb sind natürlich nicht
alle Materialien gleich einfach zu granulieren. Um das Verfahren
robuster und einfacher steuern zu können, verwendet man normalerweise
eine Kombination von Materialien mit unterschiedlicher Fähigkeit
klebrig zu werden. Ein anderer Schritt zur Erzielung von Adhäsion zwischen
den Partikeln ist die Anwendung von mechanischer Kraft gleichzeitig
mit der Befeuchtung.
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Granulierung
kann unter Verwendung von verschiedenen Arten von Methoden durchgeführt werden.
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Eine
dieser Arten ist mechanische Granulierung.
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Bei
mechanischer Granulierung ist die Lösungsmittelzugabe gering und
die dem Produkt zugeführte Kraft
gross. Mechanische Granulierungen werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt,
und zwar Granulierung mit grossen Verschiebungskräften und
Granulierung mit weniger Verschiebungskräften. Der Vorteil bei erstgenannter
Granulierung ist, dass ein weiter Bereich von Formulierungen granuliert
werden kann. Die bei erstgenannter Granulierung hergestellten Granulate
sind hart und kompakt, und das Verfahren ist schnell. Einer der Mängel bei
dieser Granulierung ist die breite Partikelgrössenverteilung, die normalerweise
eine Grössensortierung
durch Mahlen erfordert. Die oft gebildeten grossen kompakten Granulatkörner (Klumpen)
geben auch Probleme bei dem darauf folgenden Trocknungsprozess.
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Granulierung
mit weniger Verschiebungskräften
(wie etwa ROTO-PROCESSORTM von Aeromatic-Fielder)
gibt weniger kompakte Granulatkörner
und eine engere Partikelgrössenverteilung.
Diese Art von Granulierung erfordert kein Mahlen und die bei diesem
Verfahren hergestellten Granulate sind leicht zu trocknen.
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Ein
Nachteil bei der letztgenannten Granulierung ist die Schwierigkeit
des Aufskalierens und die Begrenzung der Ladung.
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Bei
beiden genannten Verfahren kann reines Lösungsmittel oder ein mit Bindemittel
kombiniertes Lösungsmittel
verwendet werden.
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Eine
andere Art von konventioneller Granulierung ist Fliessbett-Granulierung.
Bei Fliessbett-Granulierung
wird das Produkt in fluidisiertem Zustand gehalten, während das
Lösungsmittel
oder die Lösung
mittels einer über
oder innerhalb der fluidisierten Schicht angeordneten Düse aufgetragen
wird. Die Prozedur die einzelnen Partikeln des Produkts zu vereinigen
beruht auf der zufälligen
Bewegung des Produktes und der Tatsache, dass die Produktpartikeln
feucht genug sind, um aneinander anzukleben. Die Tatsache, dass
verschiedene Teile des Produkts die Lösungsmittel bei unterschiedlicher
Geschwindigkeit ab sorbieren und bei unterschiedlichen Niveaus von
Produktfeuchtigkeit klebrig werden, hindert gewisse Formulierungen
an einer Fliessbett-Granulierung. Ein Vorteil bei Fliessbett-Granulierung
ist, dass die Partikelverteilung enger sein kann als bei mechanischer
Granulierung, und dass das Verfahren für Produktionsvergrösserung
besser geeignet ist. Kritische Parameter für Fliessbett-Granulierung sind
die Dicke der Produktschicht und die Verteilung des Lösungsnebels über das
Produkt.
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Ein
Nachteil bei der Fliessbett-Granulierung könnte sein, dass die Granulatkörner nicht
so kompakt und stabil sind als die bei dem mechanischen Verfahren
produzierten Granulate. Ein anderer Nachteil ist, dass bei Behandlung
von Produkten mit einer kritischen Feuchtigkeitsrate das Verfahren
schwierig zu steuern ist. Unter dem Granulierungsprozess ändert sich
die Partikelgrösse,
was bedeutet, dass die Volumenströmung mit derselben Rate wie
die Erhöhung
der Partikelgrösse
erhöht
werden muss, um das Verfahren hindurch denselben Suspensionsgrad
der Produktschicht zu sichern. Da das bei Fliessbett-Granulierung
hergestellte Granulatkorn nicht so stabil ist als bei dem mechanischen
Granulierungsverfahren, ist das Granulatkorn unter dem Trocknungsprozess
einem Zerreiben ausgesetzt. Beispiele von Fliessbett-Granulierung
sind in
US 5 695 701 (Niro)
beschrieben.
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Verschiedene
Vorrichtungen sind zur Anwendung einer Kombination von mechanischer
Granulierung und Fliessbett-Granulierung konstruiert worden. Das
fundamentale Merkmal dieses Hybrid-Granulierverfahrens ist das Hinzufügen von
Kraft, wenn die primären
Partikeln in Kontakt gebracht werden. Vorteil bei dieser Granulierung
ist, dass die dem Produkt beigefügte
Menge von Lösungsmittel
geringer ist als bei der reinen Fliessbett-Granulierung, weshalb
die Trocknungszeit der Granulate kürzer ist. Mittlerweile ist
die Steuerung dieser Hybrid-Granulierung kompliziert. Ein Problem
bei diesem Granulierverfahren ist auch die schwierige Vergrösserung
der Massengrösse,
die, wie bei dem mechanischen Granulierverfahren, ziemlich begrenzt
ist.
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Granulierung
wird auch als ein integrierter Teil eines Zerstäubungs-Trocknungsverfahrens
durchgeführt,
bei welchem Verfahren durch Zerstäubungstrocknung produzierte
feine Partikeln in die Zerstäubungszone
der Zerstäubungs-Trocknungsvorrichtung
zwecks Kontakt mit Tropfen und feuchten Partikeln und nachfolgender
Trocknung rückgeführt werden.
Mittlerweile führt
diese Methode ein Risiko von Beschädigung durch Hitze mit sich
und ist ausserdem nur anwendbar, wenn zumindest ein wesentlicher
Teil des Ausgangsmaterials als Flüssigkeit vorhanden ist. Darüber hinaus
sind die Kosten der Betriebseinrichtungen hoch und nur akzeptabel,
wenn ein Zerstäubungs-Trocknungsprozess
zur Umwandlung einer Ausgangsflüssigkeit
in einen Feststoff notwendig ist. Deshalb kommen solche Verfahren
nicht in Betracht, wenn das Problem darin besteht ein Material zu
granulieren, das bereits als Partikeln vorhanden ist.
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Obwohl
das Verfahren der vorliegenden Erfindung nicht Behandlung von Partikeln
mit sich führt,
während
sich diese in einem Fliessbett befinden, können die vorstehend erläuterten
Fliessbettgranulierverfahren gegenüber der vorliegenden Erfindung
als die am nächsten
liegende bekannte Technik erachtet werden. Verschiedene Einrichtungen
für Fliessbett-Granulierung sind
benutzt oder vorgeschlagen worden. So ist in der deutschen Auslegeschrift
DE 33 23 418 A1 eine
Vorrichtung für
Fliessbettverfahren, vor allem zum Überziehen von Formkörpern, wie
etwa Tabletten, beschrieben, jedoch ist auch Granulierung als eine
hypothetische Möglichkeit
erwähnt.
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Ein
Merkmal bei dieser Fliessbettvorrichtung ist ein über einer
nach oben gerichteten Düse
angeordnetes Rohr zum Zerstauben flüssiger Tropfen auf Partikeln,
die sich durch dieses Rohr nach oben bewegen.
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Von
der Spitze des Rohres erreichen die somit befeuchteten Partikeln
die fluidisierte Schicht vom Boden, wovon die Partikeln wiederum
durch das Rohr nach oben geblasen werden, bis die gewünschte Feuchtigkeit
erreicht ist.
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Eine
mit dieser Vorrichtung etwas ähnliche
Vorrichtung ist in
GB-A-2187072 beschrieben, welche
Vorrichtung Agglomeration durch eine Drehscheibe ermöglicht,
gegen welche die feuchten Partikeln aufprallen und somit pelletiert
und kompakt sind, und anschliessend in einer Zone ausserhalb des
Rohres getrocknet werden.
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Es
ist ein wesentliches Merkmal sowohl dieses Verfahrens als aller
anderen bekannten Fliessbett-Granulierverfahren,
dass, wenngleich jener Teil des Verfahrens, worin die Partikeln
befeuchtet sind, durchgeführt werden
kann, während
ein gewisses gleichzeitiges Trocknen stattfindet, das Befeuchten
als eine erste Stufe stattfindet, gefolgt von einer Trocknungsstufe.
Das bedeutet, dass die auf die Ober fläche der Partikeln gesprühte Flüssigkeit
auf und in den Partikeln verhältnismässig lange,
z. B. mehr als 30 Minuten, verbleibt, welches für die Flüssigkeit reichlich Zeit ist,
um in das Innere der Partikeln einzudringen. Die somit in die Partikeln eingedrungene
Flüssigkeit
ist auf der Partikeloberfläche
offensichtlich nicht vorhanden, um die für die gegenseitige Adhäsion erforderliche
Klebrigkeit zu erzeugen, was bedeutet, dass die gesamte zu zerstäubende und verdampfende
Flüssigkeitsmenge
erhöht
wird.
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Der
erhöhte
Verbrauch an Flüssigkeit
beeinträchtigt
nicht nur die Wärmeökonomie
des Verfahrens, sondern gibt auch Anlass zu betriebsbedingten Problemen.
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Dies
insbesondere, wenn kristalline Materialien granuliert werden, wobei
der Feuchtigkeitsgehalt in den Partikeln plötzlich einen Wert übersteigt,
bei welchem die Partikeln teilweise in Tropfen umgewandelt werden,
was zu einem totalen Zusammenklumpen der gesamten zu behandelnden
Masse führt.
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Auch
der hohe Feuchtigkeitsgehalt der Partikeln gibt Anlass zu Problemen,
wenn eine zeitweilige Unterbrechung des Verfahrens notwendig ist.
Wird der Strom von fluidisierendem Gas unterbrochen, sammeln sich
die feuchten Partikeln sofort als eine Masse auf dem Boden der Vorrichtung
an. Diese Masse kann nicht länger
fluidisiert werden und muss mit mechanischen Mitteln oder manuell
entfernt werden.
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Die
Tatsache, dass das Befeuchten und das Trocknen in weitem Ausmass
unabhängig
voneinander durchgeführt
werden, führt
den Nachteil mit sich, dass das Ergebnis des Verfahrens nicht evaluiert
werden kann, bevor das ganze Verfahren beendet ist. Wie vorstehend
erläutert,
kann das Verfahren in einer kritischen Phase nicht gestoppt werden,
da als Folge davon das Resultat destruktiv sein könnte und
eine Entnahme der ganzen Masse erforderlich macht.
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Abgesehen
von diesen Mängeln
bei den Fliessbett-Granulierverfahren sind die Granulierungsergebnisse
nicht immer zufriedenstellend. Oft liefern solche Verfahren Produkte
mit einem zu grossen Anteil an nicht-agglomierten Partikeln, auch
wenn mit dem Verfahren fortgesetzt wurde, um eine gewünschte durchschnittliche
Grösse
der Granulate zu erhalten.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Es
hat sich nun erwiesen, dass die mit der bekannten Technik verbundenen
Nachteile durch ein neues Verfahren vermieden oder gemildert werden
können,
welches Verfahren u. a. mit sich führt, dass die zu granulierenden
Partikeln kollisionsfördernden
Bedingungen ausgesetzt werden und nach einem Befeuchten durch Besprühen äusserst
rasch getrocknet werden.
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Das
erfindungsgemässe
Verfahren kann unter Verwendung einer Vorrichtung von ähnlicher
oder sogar derselben Art wie die beschriebene Vorrichtung für einen
ganz unterschiedlichen Zweck durchgeführt werden, das ist Überziehen
von Partikeln, wobei jegliche wesentliche Granulierung oder Agglomeration
vermieden wird. Die erwähnte
Vorrichtung ist u. a. in
US 5
718 764 beschrieben und wird PRECISION COATER
TM (Aeromatic
Fielder) genannt. Erwähntes
US Patent ist hier als Referenz miteinbezogen. Einzelheiten dieser
Vorrichtung gehen aus nachstehender Beschreibung unter Hinweis auf
die Zeichnungen hervor.
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Granu- lierung eines Partikelmaterials, bei
welchem die Partikeln einer wiederholten zirkulierenden Bewegung
ausgesetzt werden, umfassend eine pneumatische Bewegung nach oben
von einem Ausgangsbereich im Inneren eines senkrechten Granulationsrohres,
während
die Partikeln in einem Strom von Trocknungs- und Bewegungsgas mitgeführt werden
und gleichzeitig einer Wolke von Tropfen von Granulationsflüssigkeit
ausgesetzt werden, welche zirkulierende Bewegung ferner eine Bewegung
nach unten ausserhalb des Rohres, und eine waagrechte Bewegung zum
Startbereich für
erwähnte pneumatische
Bewegung umfasst, und welches Verfahren gekennzeichnet ist durch
ein Leiten der Partikeln von erwähntem
Ausgangsbereich in eine Zone über
einer. ringförmigen
waagrechten Öffnung
mit einem kleineren Durchmesser als der Durchmesser des senkrechten
Rohres, von welcher Öffnung
ein Wirbelstrom von Trocknungs- und Trägergas mit einem Momentum abgegeben
wird, welches den Partikelstrom in einer rotationssymmetrischen,
hohlen Zone über
der ringförmigen Öffnung und
um eine imaginäre
senkrechte Mittellinie der Öffnung
herum beschleunigt und steuert, und Erzeugen an einer Stelle auf
der imaginären
Mittellinie einer nach oben gerichteten Wolke von Granulationsflüssigkeitstropfen,
welche die Partikeln unter deren Gegenwart in der Zone treffen,
wobei zwischen den feuchten klebrigen Partikeln ein effektiver Kontakt
geschaffen wird, kombiniert mit einem raschen Trocknen, zur Herstellung
stabiler Granulatkörner,
die das Granulationsrohr oben in nicht klebrigem Zustand verlassen.
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Ein
wesentliches Merkmal dieses Verfahrens ist, dass die wirksame Sprühzone klein
ist, und sich nur wenige Prozent der gesamten Menge der Masse zu
jedem gegebenen Zeitpunkt in der Sprühzone befinden. Wenn die Partikeln
in erwähnte
Zone über
der ringförmigen Öffnung gelangen,
wo Trocknungsgas und Trägergas
eingeführt
wird, wird das Produkt beschleunigt um ausreichende Suspension zu
sichern, so dass die einzelnen Partikeln gleichmässig befeuchtet werden können . Wenn
das Produkt den Ausgang am oberen Ende der Leitung über der
Düse verlässt, ist
es befeuchtet worden, die Partikeln sind aneinander geklebt zur
Bildung von Granulatkörnern,
und diese sind in erheblichem Ausmass getrocknet worden.
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Bei
wiederholter Passage durch die Rohrleitung kleben weitere Partikeln,
d. h. Elementarpartikeln und kleinere Granulatkörner, zu den bereits gebildeten
Granulatkörnern,
um wie erwünscht
deren Grösse
zu erhöhen.
Jedes Granulatkorn kann typisch 20–1000 Passagen durch die Rohrleitung
ausgesetzt sein.
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Mit
dem erfindungsgemässen
Verfahren lassen sich Granulate herstellen, die man nach bestem
Wissen des Erfinders nicht unmittelbar mit Granulierverfahren bekannter
Art erhält.
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Somit
betrifft die Erfindung als direktes Produkt des Verfahrens auch
ein Granulat, wobei das Verfahren einen Gehalt an nicht-granulierten
Partikeln von weniger als 5 Gew.-% aufweist.
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Feine
Lactose-Partikeln mit einer Partikelgrösse unter 38 μm können mit
den obenstehend diskutierten Granulierverfahren bekannter Art nicht
zufriedenstellend granuliert werden, weshalb es eine weitere Aufgabe der
Erfindung ist ein Lactose-Granulat mit einer durchschnittlichen
Granulatkorngrösse über 200 μm zu wegezubringen,
welches Granulat im wesentlichen aus primären Lactosepartikeln mit einer
Partikelgrösse
unter 38 μm
besteht.
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Auch
andere feine Partikeln bestehend aus anderen kristallinen Materialien
werden allgemein als schwierig zu granulieren erachtet, aus welchem
Grund es eine zusätzliche
Aufgabe der Erfindung ist ein Granulat aus kristallinen Partikeln
mit grosser Löslichkeit
bereit zu stellen, welches Granulat eine durchschnittliche Granulatkorngrösse über 200 μm aufweist
und im wesentlichen aus primären
Kristallpartikeln mit einer durchschnittlichen Partikelgrösse unter
25 μm gebildet
wird.
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Nachstehend
wird die Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnungen näher erläutert.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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In
den Zeichnungen ist:
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1 ein in Diagramm dargestellter
senkrechter Schnitt durch einen Teil einer Ausführungsform einer Vorrichtung,
in welcher das erfindungsgemässe
Verfahren durchgeführt
wird;
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2 eine diagrammatisch vergrösserte Darstellung
des Mittelteils von 1;
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3 ein diagrammatischer Schnitt
eines Teils einer Vorrichtung, die der in 1 beschriebenen Vorrichtung im wesentlichen ähnlich ist,
wobei insbesondere die Mittel gezeigt sind, die der Behandlungsluft
eine wirbelnde Bewegung verleihen;
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4 ein senkrechter Teilschnitt
ist, der die Wirbelbewegung verleihenden Mittel der Ausführungsform von 3 mehr detailliert zeigt;
und
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5 ein waagrechter Schnitt
ist, der dieselben eine Wirbelbewegung verleihenden Mittel wie in 4 zeigt.
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Unter
Hinweis auf 1 und 2 ist eine Granuliervorrichtung
mit einem Gehäuse 1,
in welchem eine Basisplatte 2 festgehalten ist, dargestellt.
Die Basisplatte teilt die Vorrichtung in eine obere Granulationskammer 3 und
ein Plenum 4 ein. In der Mitte der Basisplatte ist eine
nach oben gerichtete Düse 5 angeordnet.
In der dargestellten Ausführungsform
ist die Düse
eine Zwei-Fluidumdüse,
aber eine Druckdüse
kann auch verwendet werden. Die Düse ist in der Basisplatte in
einem kreisförmigen
Loch von grösserem
Durchmesser als der Aussendurchmesser der Düse angeordnet, wodurch sich
um die Düse
herum eine ringförmige Öffnung 6 bildet.
Die Dimensionen der ringförmigen Öffnung 6 können durch
unterschiedliche Einsätze
in die Basisplatte geändert
werden (nicht gezeigt).
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Über der
Basisplatte 2 ist in der Granulationskammer 3 in
einem gewissen Abstand von der Basisplatte eine Rohrleitung 7 vorgesehen.
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In
jenem Teil der Basisplatte 2, der sich etwas ausserhalb
des Bereichs unter der Rohrleitung 7 erstreckt, sind Perforierungen
8 zum Leiten einer kleinen Menge von Luft von dem Plenum 4 in
die Granulationskammer 3 vorgesehen.
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Unter
der Basisplatte sind Führungswände 9 vorgesehen.
Diese Wände
grenzen einen rotationssymmetrischen Raum mit nach unten zunehmender
Querschnittsfläche
ab. Die Gasführungswände können typisch als
unter erweitender Konus ausgebildet sein, aber andere Formen können mehr
vorteilhaft sein, vorausgesetzt, dass sie rotationssymmetrisch sind
und eine nach unten erweitende Querschnittsfläche aufweisen.
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Wie
in 1 angedeutet und
in 3, 4 und 5 deutlicher
gezeigt, sind bei dem unteren Teil der Führungswände Mittel 10 vorgesehen,
die eine Wirbelströmung
eines aufwärtsgerichteten
Gasstroms zwischen den Führungswänden ausüben.
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Zwischen
den Gasführungswänden 9 unter
der Basisplatte 2, an einer Stelle zwischen der ringförmigen Öffnung 6,
aber in Abstand von dieser und von den Mitteln 10 ist ein
waagrechtes Netz 11 (3)
eingesetzt. Das Netz hat die Funktion, wenn der Betrieb der Vorrichtung
unterbrochen ist, durch die Öffnung 6 hinabgefallene
Partikeln aufzusammeln.
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Im
Oberteil der Granulationskammer 3 sind (nicht gezeigte)
Elemente, wie etwa Filterelemente, vorgesehen, welche verhindern,
dass Partikeln durch Gas, welches die Kammer als Trocknungs- und
Trägergas gebrauchtes
Gas verlassen hat, mitgeführt
wird. Der Ausdruck "Gas" umfasst in der vorliegenden
Beschreibung und den Ansprüchen
Atmosphärenluft.
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In 2, 3 oder 4 ist
dargestellt, wie die Mittel 10 zum Ausüben der wirbelnden Bewegung
des Gasstroms vom Plenum 4 zu der Kammer konstruiert sein
können.
In der beschriebenen Ausführung
bestehen diese Mittel der Einfachheit halber aus nur vier Elementen,
wovon jedes einen senkrechten und einen schrägen Abschnitt aufweist, der
den Luftstrom in derselben Richtung ablenkt. Jedoch wird für diesen
Zweck typisch eine grössere
Anzahl von Elementen benutzt.
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Bei
Betrieb der Vorrichtung wird zwischen dem Plenum 4 und
der Granulationskammer 3 ein Druckunter schied zustande
gebracht, wobei ein nach oben gerichteter Gasstrom zwischen den
Führungswänden 9 und
durch die Öffnung 6 passiert.
Wenn dieses Gas die Mittel 10 passiert, wie in 3, 4 und 5 zum
Ausdruck kommt, erhält
es ein wirbelndes Strömungsmuster.
Unter der Passage nach oben zwischen den Wänden 9 wird der zur
Verfügung
stehende Raum kleiner und folglich findet eine Beschleunigung statt,
die nicht nur eine Erhöhung
der Geschwindigkeit in Richtung nach oben, sondern auch eine Erhöhung der
Rotationsgeschwindigkeit mit sich führt. Diese Beschleunigung hat
den günstigen
Effekt eines Reduzierens oder Entfernens der Turbulenz, die durch
die rotationsausübenden
Mittel 10 unvermeidbar erzeugt wird.
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Obwohl
das Wirbelmuster der durch die ringförmige Öffnung 6 passierenden
Strömung
wichtig ist, muss das Muster nicht notwendigerweise durch die beschriebenen
Mittel, welche bloss als Konstruktionsbeispiele zur Erzeugung der
erforderlichen wirbelnden Bewegung des Gasstroms aufzufassen sind,
zustande kommen.
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Bei
Durchführung
des erfindungsgemässen
Verfahrens wird das zu granulierende Material in die Kammer 3 eingeleitet,
wo es auf dem Bodenteil, hauptsächlich
in einer Zone ausserhalb der Rohrleitung 9, der sogenannten
Abwärtsströmungs-Zone,
aufgesammelt wird. Vom Plenum 4 strömt das Gas durch mehrere kleine Perforationen 8 unter
die Abwärtsströmungs-Zone,
wobei das zu granulierende Material in belüftetem, aber nicht fluidisiertem
Zustand gehalten wird. Die Auftriebswirkung des nicht sehr intensiven
Gasstroms dient nur zur Verhinderung des Packens des zu granulierenden
Materials in der Abwärtsströmungs-Zone
und zur Erhö hung
dessen freier Strömung.
Mittlerweile ist, wie nachstehend erläutert wird, das Material in
dieser Zone nicht so feucht, dass es Fluidisierung bedarf, um zu
verhindern, dass die Partikeln aneinander kleben oder an den Wänden ankleben.
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Der
grösste
Teil des vom Plenum 4 kommenden Gases strömt durch
den Raum zwischen den Führungswänden 9,
wo das Gas eine wirbelnde Strömung
erhält,
wie vorstehend erwähnt.
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Wenn
die Partikeln unter die Rohrleitung 7 strömen, erreichen
sie eine Stelle, die "Ausgangsbereich" genannt wird, und
welche sich in 1 und 2 über dem nicht-perforierten
Teil 12 der Basisplatte 2 befindet.
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Von
dort gelangen die Partikeln in eine über der ringförmigen waagrechten Öffnung 6 liegende
Zone.
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Der
wirbelnde Gasstrom bestimmt das Strömungsmuster der Partikeln in
einer rotationssymmetrischen, hohlen Zone über der ringförmigen Öffnung und
rund um eine imaginäre
senkrechte Mittellinie der Öffnung.
Von der Düse
trifft ein aufwärts
gerichteter Sprüh
von Granulationsflüssigkeit
die Partikeln, während
sich diese in erwähnter
Zone befinden und machen diese vor oder gleichzeitig mit der gegenseitigen
Kollision der Partikeln klebrig.
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Gegenüber den
Trocknungsgas-Geschwindigkeiten, die bei vergleichbarem Partikeltrocknen
in Granuliervorgängen
benutzt werden, ist die wirbelnde Gasströmung durch die ringförmige Öffnung 6 sehr
schnell.
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Deshalb
erfolgt das Trocknen der durch die Tropfen von Granulationsflüssigkeit
befeuchteten Partikeln äusserst
rasch, und demzufolge ist es möglich
das Verfahren zu steuern, indem man ein derart effek tives Trocknen
vornimmt, so dass die Agglomerate zwei oder mehrerer durch Kontakt
untereinander gebildeter Partikeln in feuchtem Zustand auf den gewünschten
Feuchtigkeitsgehalt im Endprodukt getrocknet werden, bevor erwähnte Agglomerate
die Spitze der Rohrleitung 7 erreichen.
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Obwohl
für viele
Produkte, einschliesslich Pulver für Tablettenpressung, für welche
eine Feuchtigkeit von 2–4%
geeignet ist, bevorzugt wird die Agglomerate bei jeder Passage durch
die Rohrleitung 7 auf den im Endprodukt gewünschten
Feuchtigkeitsgehalt zu trocknen, ist es nicht immer erforderlich
die Partikeln in jeder Passage so effektiv zu trocknen. Eine gewisse
Erhöhung
des Feuchtigkeitsgehalts in den Partikeln ist zulässig, wenn
bloss die Rohrleitung verlassenden Partikeln nicht länger klebrig
sind und nach unten durch die Abwärtsströmungs-Zone für wiederholte
Passage durch die Rohrleitung 7 strömen können. In solchen Fällen wird
das Verfahren durch ein Trocknen, typisch einige Minuten lang, abgeschlossen,
indem das Verfahren ohne Zerstäuben
fortgesetzt wird.
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Jedoch
ist es wichtig, dass ein wesentliches und sehr schnelles Trocknen
in der Zone über
der ringförmigen
Leitung stattfindet, um zu verhindern, dass die mittleren Teile
der Partikeln durch Granulationsflüssigkeit überfeuchtet werden.
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Es
ist zu beachten, dass faktisch nur ein sehr kleiner Anteil der gesamten
Menge von Partikelmaterial in einer Ladung zu einem gegebenen Zeitpunkt
unter Behandlung ist. Dies ist einer der Gründe, weshalb betriebliche Veränderungen,
einschliesslich Abstellen des Verfahrens, weniger kompliziert sind
als bei anderen Verfahren, wie etwa Fliessbett-Verfahren, wo ein
grösserer
Anteil oder sogar sämtliche
Partikeln mit der für
ihre Granulierung erforderlichen Feuchtigkeitsmenge gleichzeitig
zugeführt
werden, gefolgt von einer länger
andauernden Trocknungsperiode.
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Abhängig von
dem zu granulierenden Material und dem gewünschten Granulierungsresultat,
kann mit dem Verfahren so lange fortgesetzt werden, bis Partikeln
die Rohrleitung so viele Male wie notwendig, durchschnittlich beispielsweise
zwischen 20 und 1000 Mal, passiert haben. Jede Passage durch die
Rohrleitung 7 kann als kompletter Granulationsprozess,
umfassend Befeuchten, Kollidierung mit gegenseitiger Adhäsion und
Trocknung, betrachtet werden. Diese in Prinzip komplette Granulierung
wird dann wiederholt bis die gewünschte
Granulatgrösse
und Staubentfernung erreicht ist.
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In
dieser Hinsicht unterscheidet sich das erfindungsgemässe Verfahren
wesentlich von der bekannten Technik, wie auch aus obenstehender
Beschreibung ersichtlich ist.
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Die
Geschwindigkeit des von der ringförmigen Öffnung 6 ausgehenden
wirbelnden Gasstromes ist gross, typisch 25–100 m/Sek., berechnet nur
in bezug auf die aufwärts
Richtung. Erfolgreiche Versuche sind durchgeführt worden, unter Anwendung
von Geschwindigkeiten im Bereich von 24–28, 43–48, 70–76 und 90–96 m/Sek. Im Vergleich zu
Verfahren bekannter Art, wo eine gleiche Rohrleitung 7,
aber kein Wirbel des Verfahrensgases benutzt wird, sind diese Geschwindigkeiten
gross. Die Wahl der normalen Geschwindigkeit für erwähnten Gasstrom ist festgelegt
durch die Tatsache, dass eine passende Beschleunigung und Suspension
der Partikeln erzielt werden soll, während die Partikeln andererseits
nicht zu viel ausserhalb der Zone verstreut werden sollen, in der
sie von den zerstäubten
Tropfen von Granulationsflüssigkeit
getroffen werden.
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Die
wirbelnde Bewegung des Gasstroms ermöglicht eine grössere aktuelle
Geschwindigkeit des Gases in bezug auf die Partikeln, als wenn dieselbe
Menge von Gas senkrecht nach oben abgegeben würde. Auch die Partikelbewegung
ist verbessert, um ein mehr effektives Befeuchten durch die zerstäubten Tropfen zu
ermöglichen.
Der Wirbel ist notwendig, um zu verhindern, dass die Partikeln zu
früh gegen
die imaginäre Mittellinie
gesaugt werden, und dies trägt
dazu bei die Kollision der Partikeln zu verzögern, bis diese befeuchtet sind
oder im Gange sind befeuchtet zu werden.
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Die
Anwendung eines wirbelnden Gasstroms hat auch den Vorteil, dass
das Strömungsmuster über der
Basisplatte 2 rotational-symmetrisch wird, welches für eine gleichmässige Behandlung
der Partikeln von Bedeutung ist und auch zur Verhinderung von Pulsierungen
in der Partikelströmung
durch die Vorrichtung dient, welche Pulsierungen andernfalls betriebliche
Probleme verursachen könnten.
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Wenn
der Sprüh
von Tropfen der Granulationsflüssigkeit
nach oben mittels einer Zwei-Fluidumdüse hergestellt
wird, welches beim vorliegenden Stand der Entwicklung des Verfahrens
eine bevorzugte Ausführungsform
darstellt, weist das zu der Zwei-Fluidumdüse geleitete Gas vorzugsweise
einen Druck von weniger als 150.000 Pa (1,5 bar) über Atmosphäredruck
auf.
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Ist
der Zerstäubungsgasdruck
zu hoch, übt
das Zerstäubungsgas
eine verstreuende Wirkung auf die Partikeln auf, welches deren gegenseitigen
Kontakt beeinträchtigt,
d.h. dass der Partikelstrom mehr einem in einem Beschichtungsverfahren
gewünschten
Partikelstrom ähnlich
ist als jenem, der für
Granulierung erwünscht
ist.
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Vorzugsweise
wird die Zwei-Fluidumdüse
mit Zerstäubungsgas
bei einem Überdruck
von weniger als 100.000 Pa (1 bar), z. B. 20.000–50.000 Pa (0,2–0,5 bar)
bedient.
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Ein
Vorteil bei Verwendung eines verhältnismässig niedrigen Drucks für das Zerstäubungsgas
in der Zwei-Fluidumdüse
beruht auch auf der Tatsache, dass dadurch die Tropfengrösse erhöht wird
und die Verdampfung von den Oberflächen der Tropfen, bevor diese
die Partikeln erreichen, reduziert ist.
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Wenn
für die
Zerstäubung
der Granulationsflüssigkeit
eine Druckdüse
benutzt wird, wird der am besten geeignete Druck durch Versuche
ermittelt und liegt typisch im Bereich 500.000–1,000.000 Pa (5–10 bar).
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Wie
vorstehend erläutert,
kann das Verfahren für
die meisten Materialien durchgeführt
werden, indem man im Granulationsrohr ein derart effektives Trocknen
benutzt, dass bei jeder Passage die Granulate und Partikeln das
Granulationsrohr mit einem Feuchtigkeitsgehalt verlassen, der nicht über dem
gewünschten Feuchtigkeitsgehalt
im Endprodukt liegt, d.h. dass nahezu die gesamte Menge des behandelten
Materials, mit Ausnahme eines ganz kleinen Anteils im Granulationsrohr
vorhandener Partikeln, den gewünschten
Feuchtigkeitsgehalt aufweist und kein zusätzliches Trocknen erforderlich
ist.
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Wenn
man mittlerweile bevorzugt, das Verfahren derart durchzuführen, dass
unter der Granulierung eine gewisse Erhöhung des Feuchtigkeitsgehalts
stattfindet und ein Nachtrocknen erfolgt, wie vorstehend erläutert, ist
diese Erhöhung
der Feuchtigkeit im Verhältnis
zu dem notwendigen Feuchtigkeitsgehalt bei Fliessbettverfahren ziemlich
begrenzt. Der maximale Feuchtigkeitsgehalt hängt von den zu granulierenden
Materialien ab und soll vorzugsweise nicht 12 Gew.-% übersteigen.
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So
umfasst eine Ausführungsform
eines Verfahrens, das bevorzugt werden könnte, eine erste Stufe, in
welcher der Feuchtigkeitsgehalt des zu behandelnden Materials bis
auf 12 Gew.-% erhöht
wird, gefolgt von einer zweiten Stufe, in welcher der Feuchtigkeitsgehalt
bis auf den im granulierten Endprodukt gewünschten Feuchtigkeitsgehalt
reduziert wird.
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Das
erfindungsgemässe
Verfahren kann in einer Vorrichtung mit mehr als einem einzigen
Granulationsrohr in einem gemeinsamen Gehäuse durchgeführt werden.
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Solche
Vorrichtungen mit mehreren Rohren in einem gemeinsamen Gehäuse können ähnlich jenen Vorrichtungen
ausgebildet sein, die in Verbindung mit Beschichtungsvorrichtungen
in dem vorstehend zitierten US Patent
5 718 764 beschrieben
sind.
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Das
Material kann ladungsweise oder in einem kontinuierlichen Verfahren
granuliert werden, wobei es mehrere in Reihen angeordnete Granulationsrohre
passiert.
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Erwähnte Granulationsrohre
können
als Einheiten reihenverbunden sein, wobei jede Einheit mehr als eine
Rohrleitung umfasst. Relevante Information über kontinuierlichen Betrieb
und über
dafür vorhandene Vorrichtungen
sind in
US 5 648 118 (Niro)
und
US 5 470 387 (Niro),
die von Beschichten handeln, zu finden.
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Darüber hinaus
kann das erfindungsgemässe
Granulationsverfahren als eine Stufe eines kombinierten Verfahrens
ausgeführt
werden, in welchem es durch ein Beschichten oder Trocknen oder beidem
erfolgte, vorzugsweise mit derselben Aussteuer oder ähnlich jener,
die für
die Granulierung benutzt wird.
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Es
sei bemerkt, dass in der vorliegenden Beschreibung und den beiliegenden
Ansprüchen
der Ausdruck "Granulationsflüssigkeit" jede Flüssigkeit
deckt, die geeignet ist Adhäsion
zwischen den zu granulierenden Partikeln hervorzurufen. Diese Adhäsion kann
durch. ein in der Flüssigkeit
aufgelöstes
Bindemittel verursacht werden oder ein Resultat der als Lösungsmittel
wirksamen Flüssigkeit
für passende
Bestandteile des zu granulierenden Materials sein.
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Das
erfindungsgemässe
Verfahren ist von einem betriebsmässigen Gesichtspunkt sehr vorteilhaft.
Es erfordert nur geringe Wartung und ist für automatische Steuerung geeignet,
beispielsweise unter Verwendung von Signalen von Sensoren, welche
die Feuchtigkeit im Abgangsgas von der Granulationskammer und in
dem Produkt messen, durch Bildsynthese, etc.
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Das
vorliegende Verfahren kann im wesentlichen für alle Materialien benutzt
werden, die herkömmlicherweise
einem Granulationsprozess unterzogen werden. Beispiele von Materialien,
die bisher unter Verwendung des Verfahrens erfolgreich granuliert
wurden sind folgende: Hefe, Reinigungsmittel, wasserfreies Natriumkarbonat,
Flockungsmittel, Kräuterextrakt,
Gelatine, Babynahrung, pharmazeutische Stoffe für Er zeugung von Tabletten,
Zucker und andere kristalline Materialien.
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Wie
vorstehend erwähnt
ermöglicht
das Verfahren Granulierung von Materialien, die bisher für Granulierung
als nicht geeignet erachtet worden sind.
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Sehr
detaillierte Forschungen sind in Verbindung mit lactose-enthaltenden
Materialien zur Herstellung pharmazeutischer Tabletten durchgeführt worden.
Diese Untersuchungen haben bestätigt,
dass Materialien, die für
Tablettenherstellung in Betracht kommen, und die durch das vorliegende
Verfahren granuliert worden sind, herkömmlich granulierten Materialien überlegen
sind.
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Für weitere
Erläuterung
der Erfindung und der damit erzielten Ergebnisse sind die nachstehenden nicht-begrenzenden
Beispiele angeführt.
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BEISPIELE
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Beispiel 1
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In
diesem Beispiel wurde das erfindungsgemässe Verfahren in einer Beschichtungsvorrichtung,
die in Prinzip der in den Zeichnungen beschriebenen Vorrichtung
entsprach, durchgeführt.
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Der
Durchmesser der Basisplatte 2 betrug 270 mm. Der Durchmesser
des Granulationsrohres 7 war 150 mm und der Aussendurchmesser
der ringförmigen Öffnung 6 war
60 mm. Der Druck der zu der Zwei-Fluidumdüse geleiteten Luft war 25.000
Pa (0,25 bar) Überdruck.
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Der
Volumenstrom der durch die ringförmige Öffnung 6 eingeleiteten
Behandlungsluft war 250 m3/h und die Temperatur
der Luft war 80°C.
Dies entspricht ei ner aufwärts
Geschwindigkeit des Gases durch die ringförmige Öffnung von etwa 25 m/Sek.
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Durch
die Zwei-Fluidumdüse
wurde Wasser bei einer Rate von 11 g/min. zerstäubt. Das granulierte Partikelmaterial
war eine normale pharmazeutische Basis-Formulation für Pressen von Tabletten ohne
jeglichen Drogenzusatz zu der Base.
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Die
Zusammensetzung war wie folgt:
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Lactose
200 # ist ein Produkt, das ein 200 Maschensieb (75 μm) passiert.
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Ladungsmenge
5 kg, entsprechend der Höhe
der Produktschicht in der Vorrichtung, die 45 cm beträgt.
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Das
Granulierverfahren wurde 1.423 Sekunden lang fortgesetzt, zu welchem
Zeitpunkt 2,55 kg Wasser benutzt wurde.
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Das
Verfahren wurde dann abgeschlossen und das Produkt analysiert. Man
erzielte folgende Resultate:
Granulatkorngrösse: Gewicht-durchschnittliche
Partikelgrösse
514,0 μm,
75% Fraktil: 870 μm,
25% Fraktil: 300 μm,
feine Partikeln (d > 75 μm): 0,69%
Gew.-%.
Produktfeuchtigkeit: 7,4% (LOD)
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Dieses
Beispiel zeigt, dass es mit dem erfindungsgemässen Verfahren möglich ist
ein besseres Granulationsergebnis mit einem weit niedrigeren Gehalt
an feinen Partikeln zu erzielen und gleichzeitig jegliches Befeuchten
der gesamten Materialmenge, die 7,4% übersteigt, verhindert werden
kann.
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Beispiel 2
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Das
Verfahren wurde mit derselben Aussteuer und denselben Verfahrensparametern
wie in Beispiel 1 durchgeführt,
wobei der einzige Unterschied ein Abkürzen der Behandlungszeit auf
1.380 Sek. war.
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Die
Ergebnisse waren den in Beispiel 1 erhaltenen Ergebnissen ziemlich ähnlich:
Gewicht-durchschnittliche
Partikelgrösse
483,3 μm,
75% Fraktil: 890 μm,
25% Fraktil: 260 μm,
feine Partikeln: 1,75 Gew.-%.
Produktfeuchtigkeit: 5,4% LOD.
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Dieses
Beispiel zeigt, dass man das Verfahren bei noch geringerer Feuchtigkeit
als in Beispiel 1 ausüben
kann und fortwährend
eine zufriedenstellende Agglomeration und eine sehr geringe Menge
feiner Partikeln erhält.
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Beispiel 3
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Auch
in diesem Beispiel wurden dieselbe Vorrichtung und dieselben Verfahrensparameter
wie in Beispiel 1 verwendet, abgesehen davon, dass 2,53 kg Wasser
in einem Zeitraum von 1.392 Sek. zerstäubt wurde, und nach dieser
Zeitspanne das Zerstäuben
eingestellt, aber das Trocknen 3 Minuten lang fortgesetzt wurde.
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Die
Ergebnisse waren wie folgt:
Gewicht-durchschnittliche Partikelgrösse 495,9 μm, 75% Fraktil:
730 μm,
25% Fraktil: 270 μm,
feine Partikeln (d > 75 μm): 6,23
Gew.-%.
Produktfeuchtigkeit: 2,8% LOD.
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Auch
diese Ergebnisse waren äusserst
zufriedenstellend. Offensichtlich wurde unter dem abschliessendem
Trocknen eine kleine Erhöhung
des Gehalts an Feinem festgestellt. Mittlerweile übersteigt
die Menge von Feinem nicht das, was in Gemischen zum Tablettieren
in der Arzneimittelindustrie als optimal angesehen wird.
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Beispiel 4
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In
diesem Beispiel war das zu granulierende Material zubereitet, wie
in Beispiel 1 angegeben, abgesehen davon, dass die Lactose eine
feinere Partikelgrösse
aufwies, nämlich
450 Maschen entsprechend einer Partikelgrösse von weniger als 38 μm. Derart
feine Lactose ist schwierig zu granulieren, insbesondere in Fliessbett-Vorrichtungen,
da die feinen Partikeln bei einer so geringen Gasgeschwindigkeit
wie 0,05 m/Sek. weggeblasen werden.
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Die
Vorrichtung und die Ladungsmenge und der Zerstäubungsdruck waren dieselben
wie in Beispiel 1.
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Die
Agglomerationsflüssigkeit
war Wasser in ei ner Menge von 3,00 kg.
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Die
Zerstäubung
erfolgte 1.515 Sekunden lang, gefolgt von einer Trocknungsperiode
von 5 Minuten und 15 Sekunden.
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Das
Ergebnis war wie folgt:
Gewicht-durchschnittliche Partikelgrösse 418,9 μm, 75% Fraktil:
700 μm,
25% Fraktil: 200 μm,
feine Partikeln: 15,9 Gew.-%.
Produktfeuchtigkeit: 3,0% LOD.
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Angesichts
der Tatsache, dass es bekannt ist, dass dieses sehr feine Lactosepulver
in luftübertragenem
Zustand äusserst
schwierig zu granulieren ist, sind die Ergebnisse zufriedenstellend
und die Menge feiner Partikeln übersteigt
nicht den für
Tabletten-Pressen
normalerweise akzeptierten maximalen Wert.
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Beispiel 5
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In
diesem Beispiel wurde pulverförmiger
Zucker (Saccharose) granuliert. Dieses Material wird in Fliessbett-Verfahren
als extrem schwierig zu granulieren erachtet, aber unter ähnlichen
Bedingungen wie den in den obenstehenden Beispielen beschrieben,
wurde ein Produkt mit einer durchschnittlichen Gewichtspartikelgrösse von
419 μm und
mit einem durchschnittlichen Partikelverhältnis von 3,5 hergestellt.
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Beispiel 6
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Dieses
Beispiel umfasst vier Versuche unter Verwendung von Lösungen von
Polyvinylpyrrolidon (PVP) bei unterschiedlichen Konzentrationen
als Granulationsflüssigkeit.
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Basismaterial
war eine chemische Zusammensetzung mit der in nachstehender Tabelle
gezeigten Partikelgrössenverteilung.
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Absicht
mit diesem Versuch war es ein Granulat mit einer Hauptfraktion von
600 μm herzustellen.
Man wünschte
auch Staub zu entfernen, womit hier Partikeln unter 250 μ gemeint
sind.
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Die
Versuche wurden in einem Granulator entsprechend dem in den Zeichnungen
beschriebenen Granulator mit einem Durchmesser der Basisplatte von
180 mm durchgeführt.
Die Ladung war in jedem Versuch 1 kg.
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Der
erste Versuch war mit einer Granulationsflüssigkeit von 20 Gew.-% wässriger
PVP-Lösung.
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Die
Umgebungsbedingung war 22°C
mit einer spezifischen Feuchtigkeit von 7, 6 g H2O/kg
Luft, welches gleich einer relativen Feuchtigkeit RH von 45% ist.
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Die
Gaseinlasstemperatur war 110°C.
Die Gasrate war 200 m3/h entsprechend einer
aufwärts
Geschwindigkeit des die ringförmige Öffnung verlassenden
wirbelnden Gases von 80 m/Sek.
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Die
Zerstäubungsmenge
der PVP-Lösung
war 20 g/min, mit einem Zerstäubungsdruck
von 0,75 bar. Die Auslassgastemperatur bei dieser Zerstäubungsmenge
war 45°C
und die Produkttemperatur 52°c.
Dies entspricht einer Auslassfeuchtigkeit von 37% RH. Die Sprühzeit war
4 Minuten.
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In
Versuch 2 wurde die 20%-ige PVP-Lösung durch eine 5 Gew.-%-ige
PVP-Lösung
erstattet, und die Sprühzeit
war 2 Minuten und 25 Sekunden.
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Im
3. Versuch war die Granulationsflüssigkeit eine 10% PVP-Lösung, und
die Sprühzeit
war 4 Minuten und 20 Sekunden.
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Im
4. Versuch war die Granulationsflüssigkeit eine 15% PVP-Lösung und
die Sprühzeit
war 7 Minuten.
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Die
besten Resultate erzielte man bei dem 4. Versuch unter Verwendung
einer 15% PVP-Lösung
als Granulationsflüssigkeit.
In diesem Versuch betrug die Hauptfraktion, 600 μm, 52,8 Gew.-% und nur 8,7 Gew.-% 10
waren unter der 450 μm
Fraktion. In diesem Versuch bestanden nur 0,2 Gew.-% aus Klumpen
oder gehörten
zu der Fraktion über
1.400 μm.
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Die
Korngrössen
des Ausgangsmaterials und des Produktes von jedem dieser 4 Versuche
sind in der 15 folgenden Tabelle gezeigt.
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Obenstehende
Agglomerate erhielt man mit einer restlichen Feuchtigkeit von typisch
4 Gew.-%, welches 20 ein zusätzliches
Trocknen überflüssig machte.
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Beispiel 7
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In
diesem Beispiel wurde ein Süssstoff,
Inolin, unter Verwendung einer wässrigen
6 Gew.-% Süssstoff-Lösung als Granulationsflüssigkeit
granuliert.
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Man
erzielte die gewünschten
Granulate mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 2,5% ohne abschliessendes
Trocknen, welches für
den als erforderlich geltenden maximalen Feuchtigkeitsgehalts von
3% für
diese Art von Produkt zufriedenstellend ist.
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Beispiel 8
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Versuche
sind auch mit Natriumkarbonat durchgeführt worden. Es hat sich gezeigt,
dass man bei Verwendung einer 30 Gew.-% wässrigen Lösung als Granulationsflüssigkeit
ein zufriedenstellendes freiströmendes,
nicht staubiges Produkt erhalten könnte.