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Gebiet der
Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
einen neuen ATPase-Test. Insbesondere betrifft die Erfindung ein neues
Verfahren zum Nachweisen und Messen der Menge an Orthophosphat,
die durch Hydrolyse von ATP oder eines anderen phosphathaltigen
Moleküls
freigesetzt wird. Insbesondere betrifft die Erfindung ein neues Verfahren
zum Messen der ATPase-Aktivität
des E1-Helicase-Enzyms aus dem humanen Papillomavirus (HPV).
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Hintergrund der Erfindung
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Mit HPV in
Zusammenhang stehende Krankheiten
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Die humanen Papillomaviren (HPVs)
sind kleine DNA-Viren, die Zellen der kutanen und mukosalen Epidermis
infizieren. Es wurden über
80 verschiedene HPV-Genotypen
charakterisiert. Einige Typen, wie HPV-1, -2, -3, -4 und -10 verursachen
kutane Läsionen,
die als Warzen oder Papillome bekannt sind. Diese Wachstumserscheinungen
sind gutartig und selbstbeschränkend.
Sie finden sich an Händen
und Füßen von 7
bis 10% der allgemeinen Bevölkerung.
Von größerer medizinischer
Bedeutung sind HPV-Typen, die den anogenitalen Trakt infizieren.
Diese Genotypen werden unter Bezugnahme auf ihre maligne Weiterentwicklung
als "wenig gefährlich" oder "stark gefährlich" bezeichnet.
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Sogenannte HPVs von geringer Gefährlichkeit
sind mit genitalen Warzen oder Condiloma acuminata verbunden. Beispielsweise
finden sich die HPV-Typen 6 und 11 bei mehr als 90% von gutartigen
genitalen Läsionen
und sind sehr selten mit einer malignen Transformation verbunden.
Sie stellen aber dennoch ein ernsthaftes allgemeines Gesundheitsproblem
dar. Etwa 1% der sexuell aktiven Erwachsenen in den USA weisen sichtbare
genitale Warzen auf, wobei aber in zahlreichen anderen Fällen die
Infektion subklinisch ist. Tatsächlich
wird angenommen, dass weitere 15% der Bevölkerung im Alter von 15 bis
49 Jahren molekulare Anzeichen einer HPV-Infektion in Form von viraler DNA aufweisen,
die durch den Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR-Test)
nachweisbar ist. Tatsächlich
wird HPV als das am häufigsten
auf sexuellem Wege übertragene
virale Mittel in den USA und in Großbritannien eingestuft. Das
Auftreten nimmt ständig
zu.
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Eine Infektion mit gefährlichen
HPV-Typen, wie 16, 18, 31 und 33 ist in starkem Maße mit der
Entwicklung von anogenitalen malignen Erscheinungen verbunden, insbesondere
mit Zervikalkrebs. Die HPV-Typen 16 und 18, die selten in gutartigen
genitalen Läsionen
auftreten, sind bei etwa 70% von sämtlichen invasiven Karzinomen
des Gebärmutterhalses
nachweisbar. Die Verbindung zwischen HPV und anogenitalem Krebs
ist gut dokumentiert; neuere Untersuchungen haben ergeben, dass
fast 90% der zervikalen Karzinome HPV-DNA enthalten.
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Derzeitige Therapien und
das Bedürfnis
nach einer virusspezifischen Behandlung
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Trotz der weiten Verbreitung von
HPV-Infektionen und ihrer möglichen
lebensbedrohenden Konsequenzen wurde bisher kein virusspezifischer
Inhibitor beschrieben. Das Auffinden von antiviralen Arzneistoffen für HPV hat
sich bisher als Folge der Schwierigkeiten, die bei der Vermehrung
des Virus im Laboratorium auftreten, als recht schwierig erwiesen.
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Alle derzeitigen Therapien von HPV-Infektionen
stützen
sich auf die nicht-spezifische
Zerstörung
oder Entfernung von infiziertem Gewebe. Anerkannte chirurgische
Maßnahmen
bedienen sich der Verwendung von Trockeneis, flüssigem Stickstoff, der CO2-Lasertherapie, der elektrischen Verschorfung
oder der lokalen Exzision. Ferner werden verschiedene zytotoxische
Mittel zur Zerstörung
von Gewebe verwendet, z. B. Salicylsäure, Trichloressigsäure, Podophyllin,
Colchicin, Bleomycin und Cantharidin.
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Obgleich diese Maßnahmen aufgrund der Krebsgefahr
für die
Behandlung von hochriskanten HPVs besonders empfehlenswert sind,
sucht man nach weniger invasiven Behandlungen zur Beherrschung von
Genotypen von geringer Gefährlichkeit.
Verbindungen, die das Immunsystem stimulieren, wurden mit dem Ziel untersucht,
die spontane Regression, die bei gutartigen Läsionen häufig zu erkennen ist, zu reproduzieren. Imiquimod,
ein derartiger Modifikator der Immunantwort, hat kürzlich klinische
Tests durchlaufen und die Zulassung zur Behandlung von mit HPV verbundenen
genitalen Warzen erhalten.
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Patienten mit genitalen Warzen zeigen
häufig
hohe Rückfallraten, üblicherweise
30 bis 90%, im Anschluss an nicht-spezifische Behandlungen, wie
chirurgische Eingriffe. Ein derart geringer Wirkungsgrad ist eine
Folge der unvollständigen
Beseitigung von HPV-DNA oder der Anwesenheit des Virus im normal
erscheinenden Gewebe in der Nachbarschaft des Papilloms. Offensichtlich
besteht ein erhebliches Bedürfnis
nach einer wirksamen, virusspezifischen Therapie von HPV-Infektionen.
Dieses Bedürfnis
wurde bisher nicht befriedigt.
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Virale DNA-Replikation
und E1
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Die semikonservative DNA-Replikation
ist ein komplizierter Vorgang, der durch zahlreiche Enzyme und Hilfsproteine
vermittelt wird. Helicasen sind Enzyme, die während der DNA-Replikation wirken
und das Entwinden von Duplex-DNA vor der Replikationsgabelung katalysieren.
Sie sind in prokaryontischen und eukaryontischen Zellen sowie in
den meisten Viren sehr verbreitet. Der genaue Mechanismus, gemäß dem Helicasen
die Bindung und Hydrolyse von ATP in mechanische Energie umwandeln,
um das Entwinden von DNA und ihre gleichzeitige Bewegung entlang
der Nucleinsäure
anzutreiben ist noch nicht vollständig geklärt.
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Das 72 kDa-HPV-E1-Protein wurde als
ein Mitglied der Helicase-Oberfamilie III zusammen mit dem T-Antigen
von Simianvirus 40 (SV40 TAg), zu dem es strukturell und funktionell
homolog ist, klassifiziert. E1 und Tag gehören zu einer bemerkenswerten
Untergruppe von viralen DNA-Helicasen, die die Fähigkeit besitzen, DNA-Sequenzen
an der viralen Replikationsursprungsstelle (ori) zu erkennen und
spezifisch zu binden. Während
ferner die meisten DNA-Helicasen für ihren Zutritt einen Bereich
mit einzelsträngiger
DNA benötigen, können diese
Proteine die Entwindung einer vollständig doppelsträngigen DNA
einleiten, vorausgesetzt, dass sie eine on enthält.
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Molekulare
Ereignisse an der HPV-Replikationsursprungsstelle
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Humane Papillomaviren enthalten etwa
8 kb doppelsträngige
ringförmige
DNA. In den Basalzellen der Epidermis wird das Genom repliziert
und extrachromosomal auf einem stationären Niveau von etwa 20–100 Kopien
pro Zelle gehalten. Eine hochgradige Amplifikation des Genoms erfolgt
nur, nachdem die Zelle endgültig
differenziert und in die oberen Epithelschichten gewandert ist.
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In einem zellfreien DNA-Replikationssystem
kann das E1-Protein die ursprungsspezifische DNA-Replikation in
ausreichenden Konzentrationen von selbst steuern, wenn es mit dem
vollständigen
Komplement von Wirtsreplikationsproteinen, einschließlich DNA-Polymerase-α-Primase-Enzym,
bereitgestellt wird. Jedoch wird die Replikation in starkem Maße durch
das virale E2-Protein stimuliert, und bei Grenzkonzentrationen von E1
wird die in vitro-Replikation vollständig E2-abhängig. Dies ist eine Folge davon,
dass E1 eine relativ geringe Affinität für seine DNA-Bindungsstelle aufweist. E2 unterstützt die
Lokalisierung von E1 an der Ursprungsstelle, indem es als Hilfsprotein
wirkt. Die E1- und E2-Bindungsstellen an der viralen ori-Stelle
befinden sich in enger Nachbarschaft innerhalb eines Bereichs von
etwa 100 bp voneinander. Der Carboxy-Terminus von E2 bindet seine
Palindromstelle an DNA, während
der Amino-Terminus E1 bindet und somit E1 an die Bindungsstelle bringt.
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E1 als Ziel für eine antivirale
Therapie
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In letzter Zeit sind pharmazeutische
Firmen dazu in der Lage, ihre Screeningprogramme für antivirale Verbindungen
erheblich zu erweitern und zu beschleunigen, was eine Folge der
Fortschritte in der Molekularbiologie darstellt. Viren werden nunmehr
routinemäßig auf
dem molekularen Niveau geprüft,
um spezifische Inhibitoren von viruskodierten Genprodukten aufzufinden.
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Für
verschiedene Viren stellen Enzyme, wie Polymerasen, Kinasen und
Proteasen, Ziele für
die Hemmung dar. Im Gegensatz dazu ist unter den etwa 8 verschiedenen
Proteinen, die durch das HPV-Genom kodiert werden, die E1- Helicase das einzige
Protein mit enzymatischer Aktivität (Fields et al., Fields Virology,
3. Auflg., Lippincott-Raven, Philadelphia, (1996), Kapitel 65 und
die dort zitierte Literatur). E1 zeigt eine ori-spezifische DNA-Bindungsaktivität, eine
E2-Bindungsaktivität, eine
ATPase-Aktivität
und eine DNA-Helicase-Aktivität,
die alle unabhängig
voneinander auf potentielle Inhibitoren untersucht werden können. Ferner
ist es von sämtlichen
Papillomavirus-Proteinen am stärksten
konserviert, so dass ein Inhibitor von E1 vermutlich gegen zahlreiche
HPV-Typen wirksam wäre.
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Es sind Screening-Untersuchungen
mit hohem Durchsatz bekannt, die das Auffinden von Inhibitoren der
Helicase-Aktivität
von E1 ermöglichen
(WO 99/57283, 11. November 1999). Obgleich ATP zum Antreiben der
E1-Helicase-Aktivität
erforderlich ist und bei der Reaktion zugesetzt wird, kann dieser
Helicase-Test nicht zur Identifizierung von kompetitiven Inhibitoren
der E1-ATPase-Funktion herangezogen werden. Dies ist ein direktes
Ergebnis des sehr geringen Km-Wertes der
ATPase, z. B. etwa 10 μM
für HPV-11-E1,
und der Tatsache, dass der Helicase-Test routinemäßig mit 300 μm–1 mM ATP
durchgeführt
wird. Es muss ein empfindlicherer Test entwickelt werden, wenn die
ATP-Bindungsstelle von E1 das Ziel der Hemmung sein soll.
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Bestehende ATPase-Tests
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Die Helicase-Aktivität ist praktisch
immer mit Nucleosid-triphosphatase-Aktivität verbunden (Matson et al.,
Ann. Rev. Biochem., Bd. 59 (1990) S. 289). Die enzymatische ATP-Hydrolyse
wird nach verschiedenen Verfahren gemessen, einschließlich kolorimetrische
Reaktionen. In sämtlichen
Fällen
werden enzymatische Reaktionen gemäß enzymspezifischen Vorgehensweisen
durchgeführt,
wobei die Reaktionsbedingungen nicht vom Nachweisverfahren abhängig sind
(ausgenommen die Zugabe von radioaktiv markiertem ATP). Das Nachweisverfahren
für die
verschiedenen Tests unterscheidet sich folgendermaßen:
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Dünnschichtchromatographie:
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Der Einbau von [α-33P]-
oder [γ-33P]-ATP in das Substrat für eine ATPase-Reaktion
führt zur
Freisetzung von radioaktiv markiertem Phosphat oder ADP. Aufgrund
ihrer unterschiedlichen Polarität
können
ATP, ADP und Phosphat mit [33P]-Markierung
dünnschichtchromatographisch
in einem Laufmittel (z. B. Lithiumchlorid/Ameisensäure) getrennt
werden (Bronnikov et al., Anal. Biochem., Bd. 131 (1983), S. 69).
Die beiden Spezies wandern auf einer dünnschichtchromatographischen
Platte auf der Basis ihrer relativen Affinitäten für die polare mobile Phase und
die nicht-polare feste Phase über
unterschiedliche Strecken hinweg. Die Ergebnisse werden durch Szintillationszählung oder "Phosphorimager"-Analyse analysiert.
Obgleich der dünnschichtchromatographische
Test zur quantitativen Bestimmung von freigesetztem Phosphat genaue
Daten der Aktivität und
Hemmung von ATPase liefert, ist er für ein Massenscreening von potentiellen
Inhibitoren ungeeignet. Das Aufsetzen und das Entwickeln einer großen Anzahl
von dünnschichtchromatographischen
Platten ist zeit- und arbeitsaufwändig. Ein Verfahren, das sich
für eine
Platte mit 96 Vertiefungen und zur raschen quantitativen Bestimmung
eignet, ist erforderlich, wenn ein ATPase-Test im HTS-Format eingeführt werden
soll.
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Aktivkohle:
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ATP bindet an Aktivkohle, während dies
Orthophosphat nicht tut (Zimmerman et al., J. Biol. Chem., Bd. 236
(5) (1961), S. 1480). Wenn somit eine Umsetzung unter Verwendung
von γ-markiertem
ATP durchgeführt wird
und Aktivkohle zugesetzt wird, wird das Ausgangsmaterial adsorbiert,
während
das Produkt in Lösung bleibt.
Man kann dieses Verfahren in einem Plattentest mit 96 Vertiefungen
durchführen,
indem man Lösungen durch
Aktivkohle enthaltende Filterplatten filtriert und das durchströmende Produkt
zählt.
Dieses Verfahren weist vermutlich keine hohe Reproduzierbarkeit
auf und lässt
sich nicht zu einem automatisierten Screening-Test ausarbeiten.
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Gekuppelte Enzymtests:
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Es gibt eine Anzahl von verwandten
Verfahren, bei denen eine weitere Reaktion am Phosphatprodukt mit
einem zweiten Enzym durchgeführt
wird (Rieger et al., Anal. Biochem., Bd. 246 (1997), S. 86, und
die darin zitierte Literatur). Diese Tests eignen sich sehr gut
für kinetische
Untersuchungen, und zwar aufgrund der Tatsache, dass die Absorptionsänderung
kontinuierlich über
den Testverlauf hinweg entsteht, so dass der Reaktionsverlauf überwacht
werden kann, ohne dass Aliquotmengen entnommen werden, wie es bei
den anderen vorstehenden Verfahren erforderlich ist (Unterschied
zwischen kontinuierlichen und gestoppten Tests). Diese Verfahren
sind jedoch nicht deutlich empfindlicher als der (nachstehende)
Molybdat-Test, und Screening-Ergebnisse würden durch die Möglichkeit
von falschen positiven Ergebnissen aufgrund von Inhibitoren des
Kupplungsenzyms zusätzlich
komplizierter gestaltet.
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Molybdat:
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Ammoniummolybdat bildet nur mit
Phosphat einen Komplex unter Entstehung von Phosphomolybdat. Pyrophosphat,
Nucleotidtriphosphate oder andere phosphathaltige Moleküle, die
bei der Umsetzung entstehen, treten mit Molybdänoxiden nicht in Wechselwirkung.
Die meisten kolorimetrischen Reaktionen beruhen auf der Bildung
eines Komplexes zwischen Phosphat und dem Molybdation in saurer
Lösung,
gefolgt von einer Reduktion oder Bindung an Farbstoffe, die gefärbte Komplexe
bilden. Zahlreiche Variationen dieser Techniken wurden eingeführt, mit
dem Ziel, die Farbempfindlichkeit und die Farbstabilität zu erhöhen und
den Anteil der spontanen ATP-Hydrolyse, die während der Farbentwicklungsinkubation
erfolgt, zu verringern (Gonzalez-Romo et al., Anal. Biochem., Bd.
200 (1992), S. 235). Beispielsweise kann der Phosphomolybdatkomplex
durch Ascorbinsäure
unter Bildung eines blauen Molybdän-Chromogens mit einer maximalen
Absorption bei 700 nm reduziert werden (Hergenrother et al., Anal.
Biochem., Bd. 251 (1997), S. 45). Ein weiteres Verfahren beruht auf
der Bildung eines brillantgrünen
Komplexes mit Malachitgrün
in einem Säuremedium,
wobei die maximale Absorption bei 650 nm liegt (Moslen et al., Anal.
Biochem., Bd. 131 (1983), S. 69).
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Tatsächlich wurde der Malachitgrün-Test früher als
ein möglicher
Test für
die ATPase-Aktivität
von E1 angesehen, er hat sich jedoch aufgrund der Tatsache, dass
Phosphatkonzentrationen unter 25 μm
nicht genau erfasst werden konnten, als ungeeignet erwiesen. Dies
stellte ein Problem dar, da der Nachweis von kompetitiven Inhibitoren
bei Substratkonzentrationen unter dem Km-Wert
eines Enzyms optimal ist. Wie vorstehend erwähnt, hat es sich gezeigt, dass
der Km-Wert (ATP) der HPV-11-E1-ATPase etwa
10 μM beträgt, so dass
die E1-ATPase-Reaktion routinemäßig bei
etwa 1–10 μM ATP durchgeführt wird.
Ferner wird der Substratverbrauch in einem Hemmversuch unter 30%
gehalten, damit die Substratkonzentration während der Reaktionszeit im
wesentlichen konstant bleibt. Das Ergebnis ist, dass 3 μM die maximal
freigesetzte Phosphatkonzentration darstellt, was deutlich unter
der 25 μM-Nachweisgrenze
des Malachitgrün-Tests
liegt.
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Alle diese kolorimetrischen ATPase-Tests
benötigen
eine minimale ATP-Konzentration
von einigen hundert μM.
Da der Wert von Km (ATP) für HPV-11-E1
etwa 10 μM
(gemessen in Abwesenheit von DNA) beträgt, um in wirksamer Weise ein
Screening auf kompetitive Inhibitoren von E1-ATPase-Aktivität vorzunehmen, sollte
man Tests unter Verwendung von [ATP] ≤ 10 μM durchführen.
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Adsorption von Phosphomolybdat
an einem festen Träger:
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Phosphomolybdat ist ein großes Heteropolymolybdat
mit einer Stöchiometrie
von [PMo12O40]3–.
Aufgrund seiner relativ geringen Ladung kann es aus einer wässrigen
Lösung
in organische Lösungsmittel
extrahiert oder an einer hydrophoben Oberfläche, wie Sephadex-Kügelchen
oder Nitrocellulosefilter, adsorbiert werden. Ohnishi et al. (J.
Solid-Phase Biochem., Bd. 1 (4) (1976), S. 287) und Ohnishi (Anal.
Biochem., Bd. 86 (1978), S. 201) beschreiben ein Verfahren zum Isolieren
des Phosphomolybdatkomplexes aus einer Lösung durch Affinitätschromatographie
an einer Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP)-Säule. PVPP wirkt als Katalysator
für die
Komplexbildungsreaktion zwischen PO4 und
Molybdän
und adsorbiert dabei den Komplex selektiv gegenüber anderen phosphathaltigen
Molekülen.
Phosphat kann radioaktiv markiert und zur Zählung der Radioaktivität von der
Säule eluiert
werden. Dieses Verfahren wird durch die Tatsache begrenzt, dass
das markierte Phosphat vor der Zählung
aus dem Reaktionsgemisch abgetrennt werden muss. Somit bleibt ein
Bedürfnis nach
einem robusten Verfahren zur Phosphatbestimmung, das sich für ein Format
mit hohem Durchsatz eignet.
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Yoshimura et al. (Anal. Biochem.,
Bd. 58 (1986), S. 591) beschreibt eine kolorimetrische Mikrobestimmung
von Molybdänblau
durch Adsorption des Komplexes an einer Sephadex-Gel-Phase. Dieses
Verfahren erfordert die Reduktion des Komplexes vor der Adsorption
und die Messung der Phosphatkonzentration durch direkte Absorptionsmessung
der in der Gelphase kanzentrierten Heteropolysäure. Bei diesem Verfahren ist
die Abtrennung der Gelkügelchen
aus dem Überstand
vor der kolorimetrischen Messung erforderlich. Obgleich dieses kolorimetrische
Verfahren den Nachweis niedriger Phosphatkonzentrationen ermöglicht,
ist es für
die Automatisierung immer noch ungeeignet.
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Szintillationsproximitätstest:
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Hart et al. (Molec. Immunol., Bd.
16 (1979), S. 265) und Hart et al. (J. Nucl. Med., Bd. 20 (1979),
S. 1062) beschreiben ein neues Immunoassay-Verfahren, das als "Szintillationsproximitätstest" bezeichnet wird. Bei
dieser Technik werden szintillierende Latexteilchen verwendet, die
mit einem Liganden beschichtet sind, der spezifisch an einen zu
untersuchenden organischen Reaktanten bindet. Sämtliche weiteren Anwendungsmöglichkeiten
dieser Technik mit hydrophoben Kügelchen
beruhen auf der Bereitstellung eines spezifischen Liganden, der
schichtförmig
auf die Kügelchen
aufgetragen ist, um spezifisch ein Molekül zu binden.
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Das US-Patent 4 568 649 beschreibt
derartige Kügelchen,
die mit einem spezifischen Liganden beschichtet sind, und führt aus,
dass die verbleibenden aktiven Zentren an den Kügelchen vor dem Test blockiert werden
müssen,
um zu verhindern, dass der Reaktant von Interesse oder andere Reaktanten
eine direkte Bindung mit dem Kügelchen
und nicht mit dem Liganden eingehen. Diese Offenbarung führt von
der vorliegenden Erfindung weg,
Trotz der breiten Anwendungsmöglichkeiten,
die diese Technik seit ihrer Einführung gefunden hat, gibt es
nicht die leiseste Andeutung dafür,
dass die gleiche Technik auch in vorteilhafter Weise zum Nachweis
von radioaktiv markiertem Phosphat durch eine hydrophobe Wechselwirkung
mit einem Phosphomolybdatkomplex eingesetzt werden könnte. Die
Anwendung des SPA-Konzepts
beim Nachweis der ATPase-Aktivität
durch die Anmelderin beruht auf der Beobachtung, dass der hydrophobe
Phosphomolybdatkomplex an hydrophobe Oberflächen, insbesondere an die Oberfläche von
Polyvinyltoluol-SPA-Kügelchen,
bindet, während
das geladene ATP-Molekül
dies nicht tut. Die Anmelderin zieht diese Eigenschaft zur Trennung
des Orthophosphats von ATP oder ADP heran und nützt die szintillierend beschichteten
Kügelchen
zur Messung von radioaktivem Orthophosphat aus. Die Anmelderin stellt
somit ein robustes Verfahren zum Nachweisen und Messen von Orthophosphat
bereit. Dieser Test ist im Großmaßstab durchführbar und
liefert reproduzierbare Ergebnisse zum Nachweis von Pi im niedrigen
nanomolaren Bereich. Dieses Verfahren eignet sich auch für kinetische
Analysen, die durch herkömmliche
Tests nicht in einfacher Weise durchgeführt werden konnten.
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Zusammenfassende
Darstellung der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung bedient
sich des Prinzips, dass Phosphomolybdat an hydrophobe Oberflächen bindet,
zur Isolierung des Phosphomolybdatkomplexes von anderen phosphathaltigen
Molekülen,
und bedient sich ferner des SPA-Konzepts, um einen radioaktiv markierten
Phosphomolybdatkomplex in engen Kontakt mit einem Szintillationsmittel
zur Messung durch Szintillationszählung zu bringen.
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Gemäß einer ersten Ausführungsform
wird erfindungsgemäß ein Verfahren
zum Nachweisen und Messen von radioaktiv markiertem Orthophosphat
(Pi) in einem wässrigen
Reaktionsgemisch bereitgestellt, das folgende Stufen umfasst:
- a. Zugeben einer Lösung von Molybdat zum Reaktionsgemisch
unter sauren Bedingungen zur Bildung eines Phosphomolybdat-Komplexes;
und
- b. Kontaktieren des Phosphomolybdat-Komplexes mit einer szintillierenden,
hydrophoben Oberfläche;
wobei
die Bindung von Phosphomolybdat an die Oberfläche für das radioaktiv markierte
Phosphat eine ausreichende Nähe
schafft, um eine messbare Szintillation des Szintillationsmittels,
die mit der Menge des Orthophosphats korreliert, herbeizuführen.
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Gemäß einer zweiten Ausführungsform
besteht die Erfindung in einem Verfahren zur Bestimmung der ATPase-Aktivität, das die
folgenden Stufen umfasst:
- a. Vermischen von
radioaktiv markiertem [γ-33P]ATP mit einem ATP hydrolysierenden Enzym;
- b. Inkubieren des Reaktionsgemisches für eine ausreichende Zeitspanne,
um eine Freisetzung von Orthophosphat aufgrund von Hydrolyse zu
ermöglichen;
- c. Zugeben einer Lösung
von Molybdat zum Reaktionsgemisch unter Bildung eines Phosphomolybdat-Komplexes;
- d. Kontaktieren des Phosphomolybdat-Komplexes mit einer szintillierenden,
hydrophoben Oberfläche;
und
- e. Messen der Szintillation des Szintillationsmittels als Maßnahme zur
Berechnung der Menge des Orthophosphats.
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Gegebenenfalls umfasst das Verfahren
ferner: als Stufe f) das Zugeben einer Lösung von CsCl zum Reaktionsgemisch
vor dem Zählvorgang.
Ferner umfasst das Verfahren gegebenenfalls als Stufe g) das Zugeben
einer Lösung
von Citronensäure
zum CsCl enthaltenden Gemisch vor dem Zählvorgang.
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Gemäß einer dritten Ausführungsform
besteht die vorliegende Erfindung in einem Screeningtest für Inhibitoren
einer Phosphat-hydrolysierenden Enzymaktivität, der folgende Stufen umfasst:
Durchführen
der Stufen a bis e (und gegebenenfalls der Stufen f und g) gemäß dem vorstehenden
Verfahren in Gegenwart und Abwesenheit eines mutmaßlichen
Inhibitors; und das Vergleichen der Phosphatmenge in den beiden
Fällen, um
den Hemmgrad zu berechnen.
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Handelsübliche SPA-Kügelchen
sind mikroskopische Kügelchen,
die mit einem Szintillationsmittel imprägniert sind. Sie sind mit einer
Reihe von an ihren Oberflächen
gebundenen Molekülen
(z. B. Streptavidin, Glutathion, Protein A) erhältlich. Polyvinyltoluol (PVT)-SPA-Kügelchen
weisen relativ hydrophobe Oberflächen auf
und sind zur selektiven Adsorption von Phosphomolybdat aus Reaktionsgemischen
in Gegenwart von überschüssigem ATP
befähigt.
Obgleich SPA-Kügelchen
behandelt werden, um sie weniger hydrophob zu machen, kann die hydrophobe
Wechselwirkung durch hohe Konzentrationen an Cäsiumchlorid, das üblicherweise zum
Aufschwimmen von Kügelchen
in SPA-Vorgehensweisen verwendet wird, verstärkt werden. In einem wässrigem
Medium müssen
schwache Emitter von β-Teilchen,
wie [33P] in enger physikalischer Nähe zu szintillierenden
Molekülen
vorliegen, um sie zur Emission von Licht zu veranlassen; ansonsten
würde ihre
Energie im Lösungsmittel
abgeführt
und ginge verloren. Somit bewirkt [33P]-markiertes
Phosphat, das mit Molybdat komplexiert und an die Kügelchenoberfläche gebunden
ist, eine Aktivierung des Szintillationsmittels, während dies
[33P]-markiertes ATP, das sich frei in Lösung befindet,
nicht tut. Das durch eine Probe emittierte Licht wird mit einem β-Szintillationszähler gemessen
und ist proportional zur Menge des vorhandenen Phosphats. SPA-Kügelchen
sind im Handel erhältlich
und werden derzeit von der Herstellerfirma mit einem Polyhydroxyfilm
behandelt, um sie weniger hydrophob zu machen. Die Anmelderin zieht
es jedoch in Betracht, dass unbehandelte SPA-Kügelchen sich für diesen
speziellen Test besonders gut eignen.
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Das Verfahren und die Tests der vorliegenden
Erfindung eignen sich nicht nur für HPV-E1-Helicase, sondern
auch für
beliebige ATPasen, NTPasen oder Enzyme, die Orthophosphat als Produkt
bilden, insbesondere wenn der Km-Wert im
nanomolaren bis niedrigen mikromolaren Bereich liegt.
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Der erfindungsgemäße Test eignet sich insbesondere
zur Bestimmung der ATPase-Aktivität verschiedener ATP-hydrolysierender
Enzyme, wo es erwünscht
ist, den Test bei Substratkonzentrationen im nM- bis niedrigen μM-Bereich
durchzuführen.
Zu derartigen Enzymen gehören
(ohne Beschränkung
hierauf): Helicasen, z. B. aus anderen Viren, wie HPV, HSV, CMV,
HCV), andere infektiöse
Mittel (z. B. Bakterien) oder zelluläre Helicasen; andere energieübertragende
ATPasen (z. B. Myosine, Dyneine, Kinesine), Ionentransport-ATPasen
oder Chaperonine; andere Nucleotidphosphat hydrolysierende Enzyme
(z. B. G-Proteine); Protein- oder Kleinmolekül-phosphatasen; oder anorganische
Pyrophosphatasen.
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Gemäß einer vierten Ausführungsform
umfasst die Erfindung eine Testpackung zur Messung von radioaktiv
markiertem Orthophosphat in einer wässrigen Lösung, wobei die Testpackung
folgendes umfasst:
- a. eine Lösung von
Molybdat; und
- b. eine szintillierende hydrophobe Oberfläche;
wobei die
Molybdatlösung
zu der wässrigen
Lösung
gegeben wird, um einen Phosphomolybdatkomplex zu bilden, wobei der
Komplex durch die hydrophobe Oberfläche eingefangen wird, um daran
eine messbare Szintillation herbeizuführen.
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Weitere Ziele, Vorteile und Merkmale
der vorliegenden Erfindung ergeben sich beim Studium der folgenden,
nicht beschränkenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigefügte
Zeichnung, die als beispielhaft anzusehen ist und den Schutzumfang
der Erfindung nicht beschränken
soll.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnung
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1:
Einfluss auf das SPA-Signal bei Verwendung verschiedener Typen von
Kügelchen.
(a) cpm für E1-Reaktionen
und Leerwerte. (b) Verhältnis
von Kontrolle zu Leerwert.
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2:
Einfluss auf das SPA-Signal durch Variation der AmMo-Konzentration.
Die angegebenen Konzentrationen sind %AmMo (Gew./Vol.)-Werte bei
Lösung
in HCl vor der Zugabe zu den Reaktionen. (a) cpm für E1-Reaktionen
(Quadrate) und Leerwerte (Rauten). (b) Verhältnis von Kontrolle zu Leerwert.
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3:
Einfluss auf das SPA-Signal bei Variation der HCl-Konzentration
in der AmMo-Lösung.
(a) cpm für
E1-Reaktionen (Quadrate) und Leerwerte (Rauten). (b) Verhältnis von
Kontrolle zu Leerwert.
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4:
Einfluss auf das SPA-Signal bei Variation der CsCl-Konzentration.
Die für
die Vorratslösung,
die den Reaktionen zugesetzt wurde, angegebenen Konzentrationen
entsprechen den Angaben in Beispiel 3. (a) cpm für E1-Reaktionen (Quadrate)
und Leerwerte (Rauten). (b) Verhältnis
von Kontrolle zu Leerwert.
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5:
Einfluss auf das SPA-Signal bei Variation der Zeitspanne für die Inkubation
des Reaktionsgemisches mit AmMo vor Zugabe der Suspension von SPA-Kügelchen
und CsCl. (a) cpm für
E1-Reaktionen (Quadrate) und Leerwerte (Rauten). (b) Verhältnis von
Kontrolle zu Leerwert.
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6:
Einfluss auf das SPA-Signal bei Variation der Zeitspanne, in der
das vollständige
Reaktionsgemisch nach Zugabe von CsCl und vor dem Zählen inkubiert
wird. (a) cpm für
E1-Reaktionen (Quadrate) und Leerwerte (Rauten). (b) Verhältnis von
Kontrolle zu Leerwert.
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7:
Einfluss des CsCl-Volumens und der Zugabe von Citronensäure zum
Reaktionsgemisch auf das Verhältnis
der E1-Reaktion zum Leerwert. Die Ergebnisse sind für die Zugabe
von 30 oder 90 μl
CsCl mit oder ohne Zugabe von 0,2 M Citronensäure dargestellt. Die Testplatte
wurde zu Zeitpunkten im Bereich von 1 bis 74 Stunden nach Zugabe
von CsCl abgelesen.
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8:
Einfluss der Konzentrationen von HCl, AmMo und Citrat auf das Verhältnis Kontrolle
zu Leerwert. Die Ergebnisse sind für drei verschiedene Ablesezeitpunkte
nach Zugabe von CsCl dargestellt. Die markierten Ergebnisse gelten
für die
bevorzugten Reagenzienkonzentrationen. Diese markierte Kombination
wird 3-mal wiederholt, um Vergleiche innerhalb der einzelnen Konzentrationsreihen
zu erleichtern. Wie in Beispiel 3 beschrieben, gelten die ersten
beiden Sätze
von Ergebnissen für
die Abwesenheit von Igepal-CA630 in den Reaktionsgemischen bzw.
für die
Zugabe von Tween-20 zur AmMo-Lösung.
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9:
Zeitlicher Reaktionsverlauf gemäß den Angaben
am Ende von Beispiel 3. Dargestellt sind die CPM-Werte für E1-Reaktionen
(Quadrate) und die Leerwerte (Rauten).
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10:
IC50-Kurve für die Hemmung der HPV-6a-ATPase-Aktivität durch
ATP-γ-S. Eine
nicht-lineare Regression ergab einen IC50-Wert
von 8,0 ± 1,6 μm.
-
11:
Linearität
und Genauigkeit des Phosphatnachweises. Folgende Linien sind dargestellt:
theoretischer Referenzwert (beobachteter Wert = erwarteter Wert,
Rauten; SPA-Ergebnis unter Verwendung von 1,2 M HCl, 2% AmMo und
0,2 M Citrat gemäß Beispiel
5 (Quadrate); SPA-Ergebnis unter Verwendung von 1,8 M HCl, 0,5%
AmMo und 0,1 M Citrat (Dreiecke); SPA-Ergebnis unter Verwendung
von 1,9 M HCl, 1% AmMo und 0,1 M Citrat (Kreuze); SPA-Ergebnis unter
Verwendung von 2,4 M HCl, 1% AmMo und 0,1 M Citrat (Sterne); und
dünnschichtchromatographisches
Ergebnis (Kreise).
-
12:
Signal für
E1-Reaktionen (Quadrate) und Leerwerte (Rauten) an drei getrennten
Platten. Die x-Achse gibt die Nummer der Vertiefung an, und zwar
als willkürlichen
Maßstab
um die Daten für
die Betrachtung auseinander zu ziehen.
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13:
SPA-Signal für
0,2 bis 200 μm
Phosphat. Die Ergebnisse sind für
vier verschiedene Konzentrationen von SPA-Kügelchen aufgeführt. (a)
linearer Maßstab,
(b) logarithmischer Maßstab.
Die in (b) (Sterne) dargestellte theoretische Linie stellt lediglich
eine Gerade für
Vergleichszwecke dar.
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14:
SPA-Signal für
0,5 bis 10 μM
Phosphat oder ATP. Die Ergebnisse sind angegeben für Phosphat
in Gegenwart von AmMo (Rauten); Phosphat in Abwesenheit von AmMo
(Dreiecke); ATP in Gegenwart von AmMo (Quadrate); und ATP in Abwesenheit
von AmMo (Kreuze). (a) linearer Maßstab, (b) logarithmischer Maßstab.
-
15:
Bestimmung des Werts von Km (ATP) für HPV-11-E1
durch SPA-Nachweis.
Die experimentell bestimmten Werfe sind als Kreise angegeben. Die
Linie gibt die berechnete, theoretische Anpassung für die Michaelis-Menten-Gleichung
wieder.
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16:
Bestimmung des Werts von Km (ATP) für HPV-11-E1
durch Dünnschichtchromatographie.
Die experimentell bestimmten Werte sind als Kreise angegeben. Die
Linie gibt die berechnete, theoretische Anpassung für die Michaelis-Menten-Gleichung
wieder.
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17:
Lineweaver-Burke-Diagramme (doppelt reziprok) zum Vergleich der
experimentellen Hemmdaten mit den theoretischen Ergebnissen beruhen
auf Parametern, die durch nicht-lineare Regression erhalten wurden.
(A) Kompetitives Hemmmodell. (B) Nicht-kompetitives Hemmmodell (gleiche
Bindung an E und ES). Für
beide Diagramme sind die experimentellen Werte als Punkte mit Inhibitorkonzentrationen
von 24 μm
(Rauten); 12 μm
(Sterne); 6 μm
(Quadrate); 3 μm
(Dreiecke); und 0 (Kreise) angegeben. Die Linien beruhen auf der optimalen
Anpassung der Parameter für
jedes Hemmmodell.
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Ausführliche Beschreibung der bevorzugten
Ausführungsformen
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Definitionen
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Der hier verwendete Ausdruck "szintillierende hydrophobe
Oberfläche" bedeutet eine hydrophobe Oberfläche, bei
der eine Imprägnierung,
Integration, Beschichtung oder anderweitige Zugabe eines Szintillationsmittels
vorgenommen worden ist.
-
Der hier verwendete Ausdruck "Szintillationsmittel" bedeutet ein fluoreszierendes
Molekül
(auch als fluoreszierendes Produkt bezeichnet), das dann, wenn es
in unmittelbare Nähe
zu einer Strahlungsenergie, die von einem radioaktiv markierten
Reaktanten emittiert wird, gebracht wird, unter Emission von Lichtenergie aktiviert
wird, die mit einem Szinitillationszähler nachgewiesen und gemessen
werden kann.
-
Bevorzugte
Ausführungsformen
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Gemäß einer ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Nachweis und Messen
von radioaktiv markiertem Orthophosphat (Pi) in einem wässrigen
Reaktionsgemisch bereitgestellt, das folgende Stufen umfasst:
- a. Zugeben einer Lösung von Molybdat zum Reaktionsgemisch
unter sauren Bedingungen zur Bildung eines Phosphomolybdat-Komplexes;
und
- b. Kontaktieren des Phosphomolybdat-Komplexes mit einer szintillierenden,
hydrophoben Oberfläche;
wobei
die Bindung von Phosphomolybdat an die Oberfläche für das radioaktiv markierte
Phosphat eine ausreichende Nähe
schafft, um eine messbare Szintillation des Szintillationsmittels,
die mit der Menge des Orthophosphats korreliert, herbeizuführen.
-
Gemäß einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung wird ein Verfahren zur Bestimmung der Aktivität eines
Phosphat-hydrolysierenden Enzyms bereitgestellt, das das die folgenden
Stufen umfasst:
- a. Vermischen von radioaktiv
markiertem [γ-33P]ATP mit dem Enzym;
- b. Inkubieren des Reaktionsgemisches für eine ausreichende Zeitspanne,
um eine Freisetzung von Orthophosphat aufgrund von Hydrolyse zu
ermöglichen;
- c. Zugeben einer Lösung
von Molybdat zum Reaktionsgemisch unter Bildung eines Phosphomolybdat-Komplexes;
- d. Kontaktieren des Phosphomolybdat-Komplexes mit einer szintillierenden,
hydrophoben Oberfläche;
und
- e. Messen der Szintillation des Szintillationsmittels als Maßnahme zur
Berechnung der Menge des Orthophosphats.
-
Gegebenenfalls umfasst das Verfahren
ferner: als Stufe f) das Zugeben einer Lösung von CsCl zum Reaktionsgemisch
vor dem Zählvorgang.
Ferner umfasst das Verfahren gegebenenfalls als Stufe g) das Zugeben
einer Lösung
von Citronensäure
zum CsCl enthaltenden Gemisch vor dem Zählvorgang.
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Gemäß einer dritten Ausführungsform
der Erfindung wird ein Screeningtest auf Inhibitoren einer Phosphat-hydrolysierenden
Enzymaktivität
bereitgestellt, der die folgende Stufen umfasst: Durchführen der
Stufen a bis e (und gegebenenfalls der Stufen f und g) gemäß dem vorstehenden
Verfahren in Gegenwart und Abwesenheit eines mutmaßlichen
Inhibitors; und das Vergleichen der Hemmgrade.
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Gemäß einer vierten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird eine Testpackung zur Messung von
radioaktiv markiertem Orthophosphat in einer wässrigen Lösung bereitgestellt, wobei
die Testpackung folgendes umfasst:
- a. eine
Lösung
von Molybdat; und
- b. eine szintillierende hydrophobe Oberfläche;
wobei die
Molybdatlösung
zu der wässrigen
Lösung
gegeben wird, um einen Phosphomolybdatkomplex zu bilden, wobei der
Komplex durch die hydrophobe Oberfläche eingefangen wird, um daran
eine messbare Szintillation herbeizuführen.
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Vorzugsweise können gemäß den vorstehenden erfindungsgemäßen Ausführungsformen
die Molybdatlösung
und die hydrophobe Oberfläche
gleichzeitig zum Reaktionsgemisch gegeben werden.
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Vorzugsweise umfassen die erfindungsgemäßen Ausführungsformen
ferner die folgende Stufe: Zugeben einer Lösung von CsCl zum Reaktionsgemisch
vor dem Zählvorgang.
Insbesondere umfasst die Erfindung ferner die folgende Stufe: Zugeben
einer Lösung
von Citronensäure
zum CsCl enthaltenden Gemisch vor dem Zählvorgang. Insbesondere werden
das CsCl und die Citronensäure
gleichzeitig zum Reaktionsgemisch gegeben.
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Vorzugsweise wird das CsCl und Citronensäure enthaltende
Reaktionsgemisch vor der Szintillationszählung länger als 1 Stunde inkubiert.
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Vorzugsweise liegt das Ammoniummolybdat
in einer Endkonzentration von 0,05 bis 0,3% und insbesondere von
0,1 bis 0,2% (Gew./Vol.) vor. Ganz besonders bevorzugt ist es, dass
das Ammoniummolybdat in einer Endkonzentration von etwa 0,17% (Gew./Vol.)
vorliegt.
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Vorzugsweise wird die hydrophobe
Oberfläche
aus folgender Gruppe ausgewählt:
Polyvinyltoluol (PVT), Sephadex, Latex, Polystyrol, Polyacrylamid,
Acrylamid, Agarose, Polypropylen, Polycarbonat und Sepharose. Insbesondere
handelt es sich bei der hydrophoben Oberfläche um Polyvinyltoluol-Kügelchen,
wie SPA-Kügelchen.
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Vorzugsweise liegt das CsCl in einer
Endkonzentration von mehr als 1 M vor.
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Insbesondere liegt das CsCl in einer
Endkonzentration im Bereich von 2 M bis 4 M vor. Ganz besonders
bevorzugt ist es, dass das CsCl in einer Endkonzentration von etwa
3,5 M vorliegt.
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Vorzugsweise liegt die Citronensäure in einer
Endkonzentration von 0,05 bis 0,2 M vor. Insbesondere liegt die
Citronensäure
in einer Endkonzentration von etwa 0,1 M vor.
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Vorzugsweise wird das Phosphat hydrolysierende
Enzym aus folgender Gruppe ausgewählt: Helicase, ATPase und Phosphatase.
Insbesondere handelt es sich bei dem Enzym um eine ATPase. Ganz
besonders bevorzugt ist es, dass es sich bei der ATPase um die E1-Helicase
von humanem Pappilomavirus handelt.
-
Beispiele
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In den Beispielen werden folgende
Abkürzungen
verwendet:
| AmMo | Ammoniummolybdat |
| ATP-γ-S | Adenosin-5'-O-(3-thiotriphosphat) |
| cpm | Zählereignisse
pro Minute |
| DMSO | Dimethylsulfoxid |
| DTT | Dithiothreit |
| EDTA | Ethylendiamintetraessigsäure |
| HEPES | N-[2-Hydroxyethyl]-piperazin-N'-[2-ethansulfonsäure] |
| MES | 2-[N-Morpholino]-ethansulfonsäure |
| MgOAc | Magnesiumacetat |
| PEI | Polyethylenimin |
| Pi | anorganisches
Orthophosphat |
| PVPP | Polyvinylpolypyrrolidon |
| PVT | Polyvinyltoluol |
| SPA | Szintillationsproximitätstest |
| TLC | Dünnschichtchromatographie |
-
Materialien
und Methoden
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Mit Polyhistidin markiertes HPV-11-E1
wurde in mit Baculovirus infizierten Insektenzellen exprimiert und
durch Ni-Affinitätschromatographie
gemäß den Angaben
in WO-99/57283 gereinigt.
-
Beispiel 1
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Verfahrensweise für den ATPase-Szintillationsproximitätstest (SPA)
unter Verwendung von HPV-E1
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Radioaktiv markiertes [γ-33P] ATP (NEN) wurde nach Erhalt durch 100-fache
Verdünnung
in Reaktionspuffer und Lagerung bei –80°C vorbereitet. Das in dieser
Weise gelagerte Material erwies sich für länger als 1 Monat als geeignet.
E1-ATPase-Reaktionen
wurden in einem Puffer aus 20 mM HEPES, pH-Wert 7,5, mit einem Gehalt
an 0,05 mM EDTA und 1 mM DTT, sowie 0,05% Igepal CA-630 (gleichwertig
zu Nonidet P40) durchgeführt.
Die nachstehend angegebenen Volumina und Konzentrationen sind typisch,
wobei diese Parameter aber unter minimaler Auswirkung auf die Ergebnisse
etwas variiert werden können,
wie in den nachstehenden Beispielen dargelegt ist. 1 μM ATP (Amersham
Pharmacia) und 500 μM
MgOAc wurden mit [γ-33P] ATP in 100-facher Verdünnung des
gelagerten Materials (10000-fache Verdünnung des Ausgangsmaterials)
oder etwa 1 nCi/μl
in frischem Zustand vermischt. Der tatsächliche ATP-Konzentrationsbeitrag
von [γ-33P] ATP betrug etwa 1 nM. Diese Menge konnte
gegebenenfalls weiter verringert werden. Eine zur Erzielung des
gewünschten
Umwandlungsgrades ausreichende Enzymmenge wurde zugesetzt. Beispielsweise
wandelte 4 nM HPV-6a E1 etwa 30% des Substrats in ATP und Phosphat
innerhalb von 2 Stunden um. Ein typisches Reaktionsvolumen betrug
40 μl. Die
Umsetzungen wurden bei Raumtemperatur in Platten mit 96 Vertiefungen
(typischerweise Optiplates (Packard)) durchgeführt.
-
Zum gewünschten Zeitpunkt wurden die
40 μl-Reaktionen
durch Zugabe von 20 μl
eines SPA-Kügelchen-AmMo-Gemisches
gestoppt. Das Gemisch bestand aus 1 Teil 2% (Gew./Vol.) AmMo in
2,4 M HCl auf 2 Teile Streptavidin-PVT-SPA-Kügelchen
(Pharmacia Amersham #RPNQ0007), in Suspension in einer Konzentration
von 30 mg/ml in 50 mM HEPES plus 0,02% Natriumazid. Die Ammoniummolybdatlösung wurde üblicherweise
täglich
frisch hergestellt, während
die Suspension von SPA-Kügelchen
länger
als 1 Monat stabil war. Das Gemisch konnte mehrere Stunden vorher
und bei Lagerung bei 4°C
sogar mehrere Tage vorher hergestellt werden. Unmittelbar nach der
Zugabe des Ammoniummolybdat-Kügelchen-Gemisches
wurden 80 μl
7 M Cäsiumchlorid
plus 0,2 M Citronensäure
zugegeben. Die Platten wurden kurz geschüttelt und sodann mehr als 1 Stunde
zum Absetzen stehengelassen. Der Grad der Phosphatbildung wurde
sodann durch Szintillationszählung
unter Verwendung des TopCount-Geräts (Packard) bestimmt. Gegebenenfalls
lässt sich
ein cpm-Wert in eine Phosphatkonzentration umwandeln, indem man
einen Vergleich der SPA-Ergebnisse mit den TLC-Ergebnissen (vergl.
die nachstehenden Angaben) für
identische Reaktionen durchführt.
Alternativ lassen sich die Ergebnisse mit einer "100% Kontrolle" vergleichen, einer Reaktion mit einem
großen Überschuss
an Enzym, der vorher durch TLC bestätigt worden war, um eine vollständige Umwandlung
von ATP zu Phosphat und ADP zu erzielen. Leerwerte ohne Gehalt an
Enzym, aber ansonsten von gleicher Zusammensetzung wurden parallel mitgeführt und
abgezogen.
-
Beispiel 2
-
E1-ATPase-TLC-Test
-
ATPase-Reaktionen wurden genau wie
beim SPA-Format durchgeführt.
Am Ende der geplanten Reaktionszeit wurden die Reaktionen durch
Zugabe des halben Volumens an eiskalter 500 mM EDTA-Lösung, pH-Wert
8,0, gestoppt. 1 bis 2 μl
Reaktionsproben wurden auf mit Polyethylenimin beschichtete Cellulose-TLC-Platten
(Sigma) aufgesetzt und einer Elution in einer Lösung mit 1 M LiCl und 1 M Ameisensäure unterworfen.
[γ-33P] Phosphat und ATP wurden unter Verwendung
des Storm 860-Phosphorabbildungssystems (Molecular Dynamics) bestimmt.
Für jede
Probe, einschließlich
der Leerwerte, wurden die Phosphat- und ATP-Fleckenintensitäten quantitativ bestimmt. Der
prozentuale Phosphatwert wurde folgendermaßen berechnet:
-
-
Die Leerwerte lagen im gleichen Bereich
wie für
den SPA-Test bei etwa 2–5%
und wurden von den Werten für
die einzelnen Reaktionen subtrahiert, wodurch man den prozentualen
Wert des durch die enzymatische Reaktion erzeugten Phosphats erhielt.
-
Beispiel 3
-
Einfluss variierender
Nachweisbedingungen auf das Signal und den Leerwert
-
Zahlreiche Reaktionen in diesem Abschnitt
wurden unter geringfügig
abweichenden Bedingungen unter Verwendung eines Reaktionspuffers
aus 20 mM MES, pH-Wert 7,0, 10% Glycerin und 0,05 mM EDTA. durchgeführt. Die
Reaktionen wurden mit 10 μM
ATP (etwa 1 nM [γ-33P] ATP), 500 μM MgOAc und ausreichend E1 zur
Erzielung einer 20%igen Umwandlung des Substrats innerhalb von 90
Minuten bei Raumtemperatur durchgeführt. Wie bei den Beispielen
1 und 2 wurden die Reaktionen in Packard Optiplates durchgeführt. Bei diesen
Versuchen wurde der Nachweis typischerweise durch Vermischen von
20 μl ATPase-Reaktionsgemisch
mit 20 μl
2% AmMo in 1,2 M HCl mit einem Gehalt an 0,05% Tween-20 erreicht.
Nach 10 Minuten wurden 20 μl
Streptavidin-SPA-Kügelchen-Suspension
zugegeben (10 mg/ml in 50 mM HEPES, pH-Wert 7,5 + 0,02% NaN3). Nach kurzem Mischen wurden 20 μl 7,0 M CsCl
zugegeben. Nach dem Mischen ließ man
die Platten 1 Stunde stehen, bevor sie wie in Beispiel 1 am TopCount-Gerät ausgezählt wurden.
-
Typ der SPA-Kügelchen:
-
PVT-SPA-Kügelchen mit verschiedenen,
an der Oberfläche
haftenden Molekülen
sind erhältlich.
Zu den Typen, die für
die Bewertung bei dem Test verfügbar
waren, gehörten
Streptavidin, Weizenkeim-Agglutinin, Protein A, anti-Maus-IgG und
Glutathion. Obgleich es die hydrophoben Eigenschaften von PVT-Kügelchen sind,
die Affinität
für Phosphomolybdat
aufweisen, wurden verschiedene Überzüge getestet,
um festzustellen, ob der Typ des Moleküls auf der Oberfläche einen
Einfluss auf das SPA-Signal hatte. Die cpm-Daten sind in 1A angegeben. Die Verhältnisse
von Kontrollsignal und Leerwertsignal oder die "Signal-zu-Hintergrund"-Verhältnisse
sind in 1B dargestellt.
Es besteht kein signifikanter Einfluss des Beschichtungstyps. Ähnliche
Ergebnisse wurden mit Kupfer-Kügelchen
(His-tag-Bindung) erhalten. Tatsächlich
ergaben auch unbeschichtete PVT-Kügelchen (Produkt der Fa. Amersham-Pharmacia) ein gleichwertiges
Signal. Yttriumsilicat-SPA-Kügelchen
funktionierten bei diesem Test nicht, wie aufgrund des Fehlens einer
hydrophoben Oberfläche
zu erwarten war.
-
Ammoniummolybdat-Konzentration:
-
Die Funktion von Ammoniummolybdat
beim Stoppen der Lösung
besteht in einer Komplexierung des bei der ATPase-Reaktion freigesetzten
Phosphats. Die getesteten Konzentrationen an Ammoniummolybdat in der
Stopplösung
lagen im Bereich von 1 bis 4%. Die Einflüsse auf die cpm-Werte sind
in 2A und die Signal-zu-Hintergrund-Verhältnisse
in 2B dargestellt. (Anmerkung:
Der Leerwert bleibt durch Erhöhung
der AmMo-Konzentrationen relativ unbeeinflusst. Somit ist anscheinend
unter diesen Bedingungen der Hintergrundwert nicht das Ergebnis
einer Verunreinigung mit in der ATP-Lösung vorhandenem Orthophosphat,
sondern ist vielmehr auf ein nicht-spezifisches Anhaften von ATP an den
Kügelchen
oder auf das Einfangen von einiger β-Teilchenstrahlung, die durch
[γ-33P] ATP in Lösung emittiert wird, zurückzuführen).
-
HCl Konzentration:
-
Die Funktion von HCl in der Stopplösung besteht
in der Bereitstellung eines sauren Mediums, in dem sich der Phosphomolybdatkomplex
bilden kann. Die Einflüsse
von HCl-Konzentrationen im Bereich von 0 bis 2,4 M in der Stopplösung auf
die cpm-Werte sind in 3A dargestellt.
Signal-zu-Hintergrund-Verhältnisse sind
in 3B dargestellt. Unter
diesen Bedingungen wurden Werte von mehr als 1 M als optimal ermittelt.
-
CsCl-Konzentration:
-
CsCl wird vor der Szintillationszählung aus
zwei Gründen
zugegeben. Der erste Grund besteht in der Bildung eines stark salzhaltigen
Mediums, das die hydrophobe Wirkung verstärkt und die Bindung des Phosphomolybdatkomplexes
an die SPA-Kügelchen
verfestigt. Der zweite Grund besteht in der Erhöhung der Dichte der Flüssigkeit
in der Vertiefung. PVT-SPA-Kügelchen
weisen ein spezifisches Gewicht von etwa 1,05 g/ml auf und tendieren
dazu, in der wässrigen
Lösung
in Dispersion zu bleiben und sich erst nach mehreren Stunden langsam
auf den Boden abzusetzen. Die Zugabe von CsCl in hoher Molarität erhöht die Dichte
der Flüssigkeit,
was dazu führt,
dass die SPA-Kügelchen
eine dünne
Schicht bilden, die auf der Oberfläche schwimmt, wodurch das nachweisbare
Signal verstärkt
wird. Bei einer Konzentration von 7,0 M CsCl handelt es sich im wesentlichen
um eine gesättigte
Lösung.
Der Einfluss der Zugabe von 20 μl
CsCl mit verschiedenen Konzentrationen auf die cpm-Werte ist in 4A dargestellt. Der Einfluss
auf die Signal-zu-Hintergrund-Verhältnisse ist in 4B dargestellt. Ein optimales Verhältnis von
Signal zum Hintergrund wurde unter Verwendung einer 7,0 M Lösung erhalten.
-
Inkubationszeit in Ammoniummolybdat
vor Zugabe von CsCl:
-
Der Einfluss unterschiedlicher Zeitspannen
zwischen der AmMo-Zugabe und der CsCl-Zugabe auf die cpm-Werte ist
in 5A dargestellt. Der
Einfluss auf die Signal-zu-Hintergrund-Verhältnisse
ist in 5B dargestellt.
Offensichtlich ist das Reaktionssignal in etwa konstant, während der
Leerwert mit der Zeit ansteigt. Somit nehmen die Signal-zu-Hintergrund-Verhältnisse
mit steigender Inkubationszeit ab.
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Zeitspanne zwischen der CsCl-Zugabe
und der Szintillationszählung:
Im Standardverfahren werden die Platten 1 Stunde nach Zugabe der
CsCl-Lösung
gezählt.
Die cpm-Werte und die Signal-Rausch-Verhältnisse, die bei Zählen der
gleichen Platte zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb einer Zeitspanne
von 48 Stunden erhalten wurden, sind in den 6A und 6B dargestellt.
-
Stabilität des Signals:
-
Die Versuche in den 5 und 6 zeigen,
dass das Testsignal instabil ist. Der Leerwert steigt im Laufe der
Zeit stetig an. Es wurde durch TLC-Nachweis gezeigt, dass ein Mischen
von ATP und HCl in den vorstehenden Konzentrationen zu einem langsamen
Abbau von ATP zu Phosphat führt
und dies fast sicher für
den beobachteten Anstieg des Signals verantwortlich ist. Das gleiche
Problem tritt bei anderen Tests auf, die sich zum Nachweis von Phosphat
der Bildung von Phosphomolybdat bedienen, beispielsweise aufgrund
einer Veränderung
der Farbe oder der Bildung eines Niederschlags. Es wurde gezeigt,
dass Citronensäure,
die unmittelbar nach AmMo zugesetzt wird, eine feste Bindung an
etwaiges freies Molybdat eingeht, was den Einbau von anschließend freigesetztem
Phosphat in Phosphomolybdatanionen verhindert. Der Austausch ist äußerst langsam,
so dass eine Zugabe von Citrat die Konzentration an vorgebildetem
Phosphomolybdat selbst nach mehreren Tagen nicht verringert.
-
Der Einfluss der Zugabe von 0,2 M
Citronensäure
zu der 7 M CsCl-Lösung
ist in 7 dargestellt.
Bei diesem Versuch wurden 30 μl
E1-ATPase-Reaktionen, wie zu Beginn von Beispiel 3 beschrieben,
durchgeführt.
Anschließend
wurden 30 μl
einer 2%igen AmMo-Lösung
in 1 M HCl und danach sofort 30 μl
10 mg/ml SPA-Kügelchen
und sodann 30 oder 90 μl
7 M CsCl ± 0,2
M Citronensäure
zugesetzt. Das Signal steigt nach 1-stündiger Inkubation auf etwa
das 2-fache und wird durch die Zugabe von Citronensäure erheblich
stabilisiert, so dass selbst nach 3 Tagen nur eine geringe Veränderung
beobachtet wird.
-
Ein zusätzlicher Versuch, der den Einfluss
der Konzentrationen von AmMo, CsCl, HCl und Citronensäure auf
das Signal und die Signalstabilität zeigt, ist in 8 dargestellt. Die Reaktionen
wurden wie zu Beginn dieses Beispiels durchgeführt, mit der Ausnahme, dass
das Detergens Igepal-CA630 (Sigma, entsprechend Nonidet-P40) in einer Konzentration
von 0,005% vorhanden war, ausgenommen ein Satz von Reaktionen, und
Citronensäure
der CsCl-Lösung
in einer Konzentration von 0,1 M, 0,2 M oder 0,4 M zugesetzt wurde. 0,05%
Tween-20 wurde in einem Fall der Ammoniummolybdatlösung zugesetzt.
Von Tween-20 ist bekannt, dass es den Phosphomolybdat-Malachitgrün-Komplex
beim Test von Itaya und Ui (Clin. Chim. Acta, 1966) stabilisiert,
jedoch weist es bei diesem Test keine günstige Wirkung auf. Die Testplatte
wurde 1,5, 6,5 und 20 Stunden nach Zugabe von CsCl/Citronensäure abgelesen.
Das Signal nahm nach 1,5 Stunden nur geringfügig zu und war mindestens 20
Stunden stabil.
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Der Kontrollinhibitor ATP-γ-S wurde
einigen Vertiefungen in einer Konzentration von 10 μM zugesetzt (Daten
nicht dargestellt; vergl. jedoch Beispiel 4), um die Robustheit
der zu den unterschiedlichen Zeitpunkten erhaltenen Daten zu bestätigen. Über alle
Bedingungen und getesteten Zeitpunkte hinweg variierte der Hemmgrad
nur von 63,9 bis 70,0%. Somit können
die Variationen im Nachweis unter den verschiedenen Bedingungen
des Tests einen Einfluss auf die beobachteten cpm-Werte ausüben, beeinträchtigen
jedoch die relativen Signale zwischen den Enzymreaktionen, gehemmten
Reaktionen und Leerwerten nicht und beeinträchtigen somit nicht die grundlegende
Testgenauigkeit.
-
Ein Beispiel für den zeitlichen Verlauf unter
Verwendung von HPV-11-E1 ist in 9 dargestellt.
Dieser Versuch wurde unter den vorstehend für 8 beschriebenen Bedingungen durchgeführt, mit
Ausnahme der Anwesenheit von 0,005% Detergens gemäß den vorstehenden
Angaben. Die dargestellten Daten sind Mittelwerte für vier 180 μl-Reaktionen.
Zu jedem Zeitpunkt wurden 30 μl
entfernt und mit 30 μl
AmMo/SPA-Kügelchen-Lösung versetzt,
wonach 90 μl
7,0 M CsCl/0,2 M Citronensäure
vor der Szintillationszählung
zugesetzt wurden.
-
Beispiel 4
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Hemmung durch ATP-γ-S
-
Die folgenden Lösungen wurden zur Durchführung von
45 μl-Reaktionen
für IC50-Kurven verwendet:
- – ATP (15 μl pro Reaktion),
bestehend aus 3,0 μM
ATP, 1,5 mM Mg-acetat und 0,06 μCi
[γ-33P] ATP;
- – E1
(15 μl pro
Reaktion), bestehend aus 18 nM HPV-6-E1;
- – Inhibitorlösung (15 μl pro Vertiefung)
bestehend aus γ-S-ATP,
gelöst
in Puffer plus 18% DMSO.
-
Sämtliche
Lösungen
werden in dem in Beispiel 3 beschriebenen Testpuffer angesetzt,
mit der Ausnahme, dass der Testpuffer ferner 0,005% Igepal CA-630
enthielt. Sämtliche
Komponenten werden beim Mischen der Reaktionsansätze 3-fach verdünnt. Die
Reaktanten wurden in der folgenden Reihenfolge zugegeben: a) Inhibitor,
b) HPV-6-E1, c) ATP. Der Konzentrationsbereich für den Inhibitor bei den Reaktionen
betrug 0,2 bis 100 μm.
Nach 75 Minuten wurden die Reaktionen durch Zugabe von 45 μl eines Gemisches
aus 2 Teilen Streptavidin SPA-Kügelchen
(15 mg/ml Suspension) in Resuspensionspuffer (Beispiel 2) und 1
Teil 2,4 M HCl mit einem Gehalt an 2% Ammoniummolybdat gestoppt.
Sodann wurden 90 μl
7 M CsCl mit einem Gehalt an 0,1 M Citronensäure zugegeben. Nach kurzem
Vermischen wurden die Platten 90 Minuten stehengelassen und sodann
an einem TopCount-Gerät ausgezählt. Die
Hemmdaten (vergl. 10)
wurden an eine Logistik unter Verwendung des SAS-Programms (Statistical
Software System, SAS Institute, Inc. Cary, N. C.) mit positiven Kontrollen
mit einem Durchschnitt von 16000 cpm und Leerwerten mit einem Durchschnitt
von 1300 cpm angepasst. Ähnliche
Ergebnisse wurden auch in Fällen
erhalten, wo der Nachweis durch TLC durchgeführt wurde.
-
Beispiel 5
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Linearität und Genauigkeit
des Phosphatnachweises
-
Bei diesem Versuch wurde eine große ATPase-Reaktion
mit ausreichend E1 durchgeführt,
um eine 100%ige ATP-Hydrolyse zu erzielen. Das E1 wurde sodann hitzeinaktiviert.
Das Reaktionsgemisch wurde anschließend in verschiedenen Verhältnissen
mit einem Reaktionsleerwert ohne einen Gehalt an E1 vermischt. Der
Reaktionspuffer und die Inkubationsbedingungen entsprachen den Angaben
in Beispiel 1, mit der Ausnahme, dass der in Beispiel 3 beschriebene
Reaktionspuffer verwendet wurde, wobei jedoch 0,005% Igepal-CA630
vorhanden waren. Reaktionsleerwertgemische wurden in den Verhältnissen
2 : 3, 1 : 5, 1 : 10 und 1 : 20 hergestellt, um einen Hydrolysebereich
von 40% bis 5% zu simulieren. Wie bei einigen der vorstehenden Versuche
wurde der SPA-Nachweis unter Verwendung von Ammoniummolybdat, HCl
und Citronensäure
mit mehreren unterschiedlichen Konzentrationen durchgeführt. Die
Ergebnisse für
einige Bedingungen zusammen mit denen für den TLC-Nachweis sind in 11 dargestellt. In sämtlichen
Fällen
sind die ermittelten Signale (angegeben als Anteil von 100% für SPA und
als beobachtete Phosphatkonzentration für TLC) sehr ähnlich.
Obgleich das absolute Signal (cpm) in Abhängigkeit von den Bedingungen
variiert, bleiben das relative Signal und somit die Testgenauigkeit
konstant. Insbesondere simuliert eine 20%ige Umwandlung ein typisches Ausmaß der Reaktion
unter Screening-Bedingungen und eine 10%ige Umwandlung stellt das
Signal dar, das für
Testverbindungen, die eine 50%ige Hemmung ergeben, beobachtet wurde.
-
Beispiel 6
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Variation für Testkontrollen
unter Screening-Bedingungen
-
Um die Variabilität dieses Verfahrens von Vertiefung
zu Vertiefung zu bestätigen,
wurden Reaktionen gemäß den Angaben
in Beispiel 1 in 80 Vertiefungen von 3 getrennten Platten mit 96
Vertiefungen durchgeführt.
Reaktionsleerwerte ohne Enzym wurden in den übrigen 16 Vertiefungen angesetzt.
Die Ergebnisse sind in 12 dargestellt.
Die Variabilität
von Vertiefung zu Vertiefung lässt
sich durch die z-Statistik
messen, die die Standardabweichungen der Signale und die Trennung
zwischen den Signalen für
enzymatische Reaktionen und Leerwerte berücksichtigt (J. N. Zhang, et
al., J. Biomol. Screening, Bd. 4 (1999), S. 67–73). Die Werte können im
Bereich von unter 0 bis 1,0 liegen, wobei Werte von mehr als 0,5
für einen
Screeningtest als akzeptabel angesehen werden. Der z-Wert für diesen
Versuch betrug 0,63 oder 0,75, wenn zwei klare Ausreißer bei der
Analyse unberücksichtigt
blieben.
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Beispiel 7
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Linearität des Phosphatnachweises
bei höheren
Phosphatkonzentrationen
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Die vorstehenden Beispiele belegen,
dass der SPA-Nachweis von Phosphat bei niedrigen Phosphatkonzentrationen
von 0,1 bis 1 μM
gut funktioniert. Zur Durchführung
von Untersuchungen des Mechanismus ist es jedoch erforderlich, die
ATP-Konzentration stärker
zu variieren. Wir beobachteten, dass das in Beispiel 1 geschilderte
Verfahren nicht das gesamte Orthophosphat quantitativ erfasste,
da ein verstärktes
Signal beobachtet wurde, wenn größere Mengen
an SPA-Kügelchen
zugesetzt wurden. Auf der Grundlage dieser anfänglichen Ergebnisse wurde ein
SPA-Kügelchen-Titrationsversuch
gemäß den nachstehenden
Angaben durchgeführt.
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Ähnlich
wie in Beispiel 5 wurde bei diesem Versuch eine größere Reaktion
unter Verwendung einer höheren
Konzentration an E1 durchgeführt.
In diesem Fall betrug die ATP-Konzentration 200 μm. Die Umsetzung wurde 4 Stunden
bei Raumtemperatur und sodann 2 Stunden bei 37°C durchgeführt, um eine vollständige Umwandlung
zu gewährleisten.
Eine Probe wurde durch TLC analysiert, um die quantitative Umwandlung zu
bestätigen.
Sodann wurde das Reaktionsgemisch seriell mit Reaktionspuffer plus
Magnesium unter Erzielung von Phosphatkonzentrationen im Bereich
von 200 μM
bis 0,2 μM
verdünnt.
Die Proben wurden unter Vereinigen von 45 μl des verdünnten Reaktionsgemisches mit
15 μl Ammoniummolybdat
(2% in 2,4 M HCl) und 30 μl
SPA-Kügelchen-Suspension
mit 7,5, 15, 30 oder 60 mg/ml analysiert. Schließlich wurden sämtliche
Vertiefungen mit 90 μl
7 M CsCl plus 0,2 M Citronensäure
versetzt.
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Die Ergebnisse sind in 13A dargestellt und in 13B als log-log-Diagramm dargestellt.
Wie besonders klar aus 13B ersichtlich
ist, war für
jede SPA-Kügelchen-Konzentration
das Signal direkt proportional zur Phosphatkonzentration bis zu
etwa 100 μM.
Jedoch hängt
das absolute Signal von der Kügelchen-Konzentration
ab. Interessanterweise sind in 13B die
Linien parallel, d. h. die durch Erhöhung der SPA-Kügelchen-Konzentration
erzielte proportionale Signalzunahme ist bei sämtlichen Phosphatkonzentrationen
bis zu etwa 100 μm
gleich.
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Beispiel 8
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Titration von ATP und
Phosphat in Gegenwart und Abwesenheit von AmMo zur Bestimmung der
Quelle des Signals in Abwesenheit von Enzym
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Bei diesem Versuch wurde eine große Reaktion ähnlich der
vorstehenden Reaktion durchgeführt,
um 10 μM
ATP vollständig
zu Phosphat und ADP umzusetzen. Die vollständige Umwandlung wurde durch
TLC bestätigt
(Beispiel 2). Parallel wurde ein identisches Gemisch ohne Enzym
hergestellt. Die einzelnen Ansätze wurden
im vorstehenden Puffer unter Bildung von Lösungen mit Phosphat- oder ATP-Konzentrationen
im Bereich von 10 μM
bis 0,5 μM
verdünnt.
45 μl-Proben
im Doppelversuch wurden jeweils mit entweder 40 μl AmMo/SPA-Kügelchen-Gemisch gemäß Beispiel 1 oder mit einem ähnlichen
Gemisch ohne AmMo (jedoch mit einem Gehalt an HCl) vermischt, wonach
die Zugabe von 80 μl
CsCl/Citronensäure
erfolgte. Die Ergebnisse sind in 14A graphisch
oder als log-log-Diagramm
in 14B dargestellt.
Auf der Grundlage von Beispiel 7 ist das Signal erwartungsgemäß in linearer
Weise in sämtlichen
Fällen
von der Konzentration der Radioaktivität abhängig. Im Fall von AmMo ergibt
der Reaktionsleerwert (ATP-Lösung) ein
Signal von etwa 5% der Phosphatlösung,
die durch die vollständige
Umwandlung erzeugt wird. Im Gegensatz zum Versuch von Beispiel 3
(2) ist der Großteil des
Leerwertsignals von AmMo abhängig
und somit ist unter diesen Bedingungen der Leerwert vorwiegend auf
die Verunreinigung mit Orthophosphat, das bereits in der handelsüblichen ATP-Lösung enthalten
ist, zurückzuführen.
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Beispiel 9
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Km-Wert
(ATP) für
HPV-11, bestimmt durch SPA und TLC-Verfahren
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ATPase-Zeitversuche wurden bei verschiedenen
ATP-Konzentrationen durchgeführt,
um für HPV-11-E1
den kinetischen Parameter Km (ATP) zu bestimmen.
Die Umsetzungen wurden in beiden Versuchen unter ähnlichen
Bedingungen unter Anwendung der in den Beispielen 1 und 2 angegebenen
Vorgehensweisen durchgeführt,
mit der Ausnahme, dass die Konzentration von Igepal-CA630 0,01%
und nicht 0,005% betrug, wobei die nachstehend aufgeführten spezifischen Änderungen
der Versuchsbedingungen vorgenommen wurden. Die E1-Konzentration betrug
2 nM und die ATP-Konzentrationen lagen im Bereich von 3– 75 μM (TLC) oder
2–50 μM (SPA),
wobei die MgOAc-Konzentration der ATP-Konzentration plus 0,5 mM entsprach. Vorratslösungen von
ATP mit den einzelnen Konzentrationen wurden durch Verdünnen der
Lösung
mit der höchsten
Konzentration mit Puffer mit einem Gehalt an 0,5 mM MgOAc hergestellt.
Somit wurde für
sämtliche Reaktionen
ein konstantes Verhältnis
von radioaktiv markiertem zu unmarkiertem ATP verwendet. Die Reaktionsgeschwindigkeiten
wurden durch Messungen in Zeitabständen von 10 oder 20 bis 120
Minuten gemessen. Um die Bedingungen für die Anfangsgeschwindigkeit
zu gewährleisten,
wurden Zeitpunkte, die eine über 20%ige
Umwandlung ergaben, nicht für
die Analyse herangezogen.
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Nachweis und Datenverarbeitung
für das
SPA-Km-Experiment:
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Die gesamten Reaktionsvolumina betrugen
150 μl.
Für jeden
Zeitpunkt wurden 20 μl
Reaktionsgemisch entnommen und mit 40 μl Ammoniummolybdat/SPA-Kügelchen-Gemisch und anschließend mit
80 μl CsCl/Citronensäure vereinigt.
Sämtliche
Versuche wurden als Dreifachversuche durchgeführt. Die Platten wurden nach
Inkubation über
Nacht ausgezählt.
Beim letzten Zeitpunkt wurde eine zusätzliche 20 μl-Aliquotmenge entnommen und
mit 10 μl
0,5 M EDTA vereinigt. In diesem Fall wurde die Umwandlung von ATP
zu Phosphat quantitativ durch TLC bestimmt und die durch TLC bestimmte
Phosphatkonzentration wurde mit dem cpm-Wert für das SPA-Verfahren verglichen
(nach Subtraktion der Leerwerte in beiden Fällen). Die Beziehung zwischen
der Phosphatkonzentration und dem cpm-Wert ist linear. Die Steigung
der Gerade wurde zur Umwandlung der cpm-Werte aus dem SPA-Nachweis in die Konzentration
an gebildetem Phosphat verwendet. Die Geschwindigkeiten der Phosphatbildung
bei jeder ATP-Konzentration wurden durch nicht-lineare Regression
an die Michaelis-Menten-Gleichung unter Verwendung des Grafit-Programms
(V 3.01, R. Leatherbarrow) angepasst. Die Ergebnisse sind in 15 dargestellt.
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Nachweis und Datenverarbeitung
für das
TLC-Km-Experiment:
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Wie beim vorstehenden SPA-Experiment
wurden 150 μl-Reaktionen
im Doppelversuch durchgeführt. Zu
jedem Zeitpunkt wurden 20 μl
entnommen und mit 10 μl
eiskaltem 0,5 M EDTA vereinigt. Nach Ablauf der Zeitspanne wurden
die Reaktionsgemische so verdünnt,
das die gesamte Radioaktivitätskonzentration
für jeden
Punkt etwa gleich war. Somit wurden Reaktionsgemische mit 75 μM ATP 25-fach
verdünnt,
während
3 μM ATP-Reaktionsgemische
nicht verdünnt
wurden. Der Verdünnungspuffer
bestand aus 2 Teilen Reaktionspuffer mit einem Gehalt an 500 μM Magnesiumacetat
und 1 Teil 0,5 M EDTA. 1 μl
eines jeden verdünnten
Reaktionsgemisches wurde für
den TLC-Nachweis aufgesetzt. Die Werte für die prozentuale Umwandlung
von ATP in Phosphat wurden gemäß den Angaben
in Beispiel 2 bestimmt. Diese Werte wurden zur Bestimmung der Reaktionsgeschwindigkeiten
bei jeder ATP-Konzentration herangezogen. Die Geschwindigkeiten
wurden sodann auf die vorstehend angegebene Weise an die Michaelis-Menten-Gleichung
angepasst, wodurch man eine Abschätzung für den Wert von Km (ATP)
erhielt (16).
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Ein Vergleich der 15 und 16 zeigt
klar, dass die beiden Techniken zu ähnlichen Ergebnissen führen, dass
jedoch die Qualität
der Daten für
das SPA-Verfahren
besser ist. Ferner erfordert das SPA-Verfahren erheblich weniger
Manipulationsvorgänge
und eine kürzere
Zeitspanne für
die Datenverarbeitung. Die dargestellten Ergebnisse sind typische
Beispiele, von denen jedes mehrere Male wiederholt wurde.
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Beispiel 10
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Ki-Wert
(ATP-γ-S)
für HPV-11,
bestimmt durch die SPA-Verfahren
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Das γ-Thiophosphatanaloge von ATP
hemmt zahlreiche ATPasen durch einen kompetitiven Mechanismus. Eine
experimentelle Bestimmung des Mechanismus der Inhibitorwirkung erfordert
die Messung der Anfangsgeschwindigkeiten für eine Anzahl von Substrat-
und Inhibitorkonzentrationen. Die Anzahl der erforderlichen Datenpunkte
(mehrere Hundert) und die für
dieses Experiment erforderliche Genauigkeit bedeuten, dass die Durchführung des
Experiments durch TLC-Nachweis sehr schwierig und mühsam ist.
Das SPA-Verfahren ist jedoch gut geeignet. Für dieses Experiment wurden
ATP-Konzentrationen von 5, 10, 20 und 40 μM zusammen mit Inhibitorkonzentrationen
von 0, 3, 6, 12 und 24 μM
verwendet. Die Reaktionen wurden gemäß Beispiel 9 durchgeführt (SPA-Nachweis).
Die Daten wurden auf die vorstehende Weise verarbeitet und durch nicht-lineare
Regression an eine Gleichung für
die kompetitive Hemmung unter Verwendung von GraFit angepasst. Wir
erhielten Ki-Werte (ATP-γ-S) von 3,8 ± 0,4 μM und Km-Werte
(ATP) von 6,7 ± 0,7 μM. Ein Lineweaver-Burk-Diagramm,
das die Genauigkeit der Anpassung zeigt, ist in 17A dargestellt. Das Diagramm wurde unter
Verwendung der für
die Geraden angepassten Parameter und der experimentellen Werte
für die Punkte
erzeugt. Zum Vergleich wurden die Daten auch an eine Gleichung für eine nicht-kompetitive
Hemmung angepasst (gleichwertige Bindung von Inhibitor an Enzym
und Enzym-Substrat-Komplexe). Die erhaltenen Werte betrugen 16 ± 2 μM für Ki (ATP-γ-S)
und 12 ± 2 μM für Km (ATP). Das entsprechende, doppelt reziproke Diagramm
ist in 17B dargestellt.
Aufgrund der Gleichheit der erhaltenen Daten ist es möglich, eine
systematische Abweichung zwischen den experimentellen und den angepassten
Werten für
diesen zweiten Mechanismus, insbesondere bei höheren Inhibitorkonzentrationen,
festzustellen. Ein ähnlicher
Schluss kann aus dem signifikant niedrigeren reduzierten Chi-Quadrat-Wert
für die
kompetitive Anpassung im Vergleich zur nicht-kompetitiven Anpassung
gezogen werden (62 bzw. 347).
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Somit ist erwartungsgemäß das kompetitive
Modell für
diesen Inhibitor besser geeignet.
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Diskussion
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Die vorstehend dargelegte Verfahrensweise
stellt ein empfindliches, genaues und robustes Verfahren für den Nachweis
von Orthophosphat, das durch die Spaltung von radioaktiv markierten,
phosphathaltigen Verbindungen erzeugt worden ist, dar. Es ist in
hohem Maße
dazu geeignet, die Messung der Aktivität von Enzymen, für die Orthophosphat
ein Reaktionsprodukt darstellt, und die Messung der Hemmung derartiger
Aktivitäten
durchzuführen.
Es gibt zahlreiche derartige Enzyme. Einige Beispiele hierfür sind Helicasen,
ATPasen und Phosphatasen. Das Verfahren eignet sich besonders für Fälle, bei
denen nur geringe Konzentrationen an Orthophosphat (nm oder niedriger μM-Bereich)
erzeugt werden. Wichtige Fälle
sind Enzyme, wie die E1-Helicase von HPV, die das Phosphosubstrat
fest binden. Dieses Verfahren ermöglicht die Durchführung von
Tests bei Substratkonzentrationen unter dem Km-Wert
für eine
maximale Empfindlichkeit gegenüber
kompetitiven Inhibitoren. Das Verfahren ist für ein Inhibitor-Screening im
Großmaßstab genügend einfach
und robust. Insbesondere ist das Verfahren gegenüber zahlreichen üblichen
Artefakten unempfindlich, z. B. gegenüber der scheinbaren Hemmung,
die durch gefärbte
oder fluoreszierende Verbindungen hervorgerufen wird. Das erzeugte
Signal ist stabil, reproduzierbar und relativ unempfindlich gegen
geringfügige
Schwankungen der Konzentrationen oder der Volumina der Testkomponenten.
Ferner ist das Verfahren von ausreichender Genauigkeit zur Anwendung
für quantitative
enzymologische Untersuchungen.
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In der Literatur wurden weitere Verfahren
zum Nachweis von Orthophosphat diskutiert. Zwei Verfahren, über die
viel berichtet wird, verwenden radioaktiv markiertes ATP zur Messung
der ATPase-Aktivität.
Diese beiden Verfahren beinhalten die physikalische Abtrennung von
Produkten (z. B. ADP und Pi) vom Ausgangsmaterial, entweder durch
TLC an PEI-Cellulose oder durch selektive Adsorption von ATP an
Aktivkohle. Obgleich bei diesen klassischen Verfahren die Empfindlichkeit
zum Nachweis von sehr geringen Konzentrationen an Orthophosphat
ausreicht, lassen sie sich nicht leicht auf moderne Screening-Anwendungen übertragen. Weitere
Testverfahren beruhen auf der Kupplung von Enzymen, die Orthophosphat
(oder ein anderes Reaktionsprodukt) als Substrat in einer zweiten
Reaktion verwenden und eine Absorptions- oder Fluoreszenzänderung
hervorrufen. Diese Verfahren können
recht genau sein, sind aber weniger empfindlich als Tests auf der Basis
von Radioaktivität.
Ferner wird durch die Zugabe eines Kupplungsenzyms die Interpretation
der Ergebnisse erschwert, da gekuppelte Enzymtests Gegenstand weiterer
Artefakte sind. Mehrere andere Verfahren beinhalten die Bildung
von Phosphomolybdat unter anschließender Reduktion oder Farbstoffabsorption
unter Bildung einer Farbänderung,
die mit der Phosphatkonzentration korreliert werden kann. Einige
Enzymtests, die auf diesen Vorgehensweisen beruhen, weisen eine
ausreichende Genauigkeit und Robustheit auf, um sie beim Screening
von Verbindungen oder enzymologischen Untersuchungen einzusetzen,
jedoch ist die Anwendung dieser Verfahren zum Nachweis geringer μM- oder nm-Konzentrationen
von Orthophosphat unzweckmäßig. Bei
einigen Anwendungen ist es möglich,
die Empfindlichkeit dieser Verfahren zu steigern, indem man große Volumina
von verdünntem
Phosphomolybdat an Sephadex oder verwandten Harzen einengt. Dies
hat sich für Screening-Anwendungen
jedoch als nicht durchführbar
erwiesen, da bei jeder Testreaktion normalerweise nur sehr geringe
Volumina verwendet werden. Es wurde gezeigt, dass man radioaktiv
markiertes Phosphat selektiv auf der Oberfläche von Polyvinylpolypyrrolidon
(PVPP) adsorbieren kann. Radioaktiv markiertes ATP oder andere Verunreinigungen
können
sodann ausgewaschen werden und das verbleibende Phosphat kann durch Elution
bei erhöhtem
pH-Wert nachgewiesen werden. Dieses spezifische Verfahren ist für enzymatische
Untersuchungen nicht sehr zweckmäßig, da
es die physikalische Trennung von Reaktanten und Produkten erfordert
und da die Reproduzierbarkeit, die von der Elution von mehrfachen
Proben aus PVPP-Säulen
abhängig ist,
relativ gering ist. Die Autoren weisen darauf hin, dass ein wichtiger
Beitrag für
die Selektivität
ihrer Vorgehensweise darin besteht, dass Polyvinylpyrrolidon die
Fähigkeit
besitzt, die Bildung von Phosphomolybdat zu katalysieren, woraus
zu schließen
ist, dass andere hydrophobe Oberflächen für ihr Verfahren weniger gut
geeignet sein sollten, was von der vorliegenden Erfindung weg führt.