DE60102002T2 - Synergistische herbizide verfahren und zusammensetzungen - Google Patents

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    • A01N43/48—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing heterocyclic compounds having rings with two nitrogen atoms as the only ring hetero atoms
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Description

  • Bei den Imidazolinonverbindungen, zum Beispiel denjenigen, die in US 4,188,487 , US 4,798,619 und US 5,334,576 beschrieben sind, handelt es sich um hochwirksame, umweltfreundliche Herbizidwirkstoffe mit Breitenwirkung. Obwohl diese Imidazolinone eine ausgezeichnete Herbizidwirkung aufweisen, wenn sie als einziger Wirkstoff verwendet werden, wird das gesamte Unkrautspektrum in der landwirtschaftlichen Praxis nicht immer wirksam erfaßt. Solche Wirkungslücken können oft dadurch bekämpft werden, daß man die Behandlung gemeinsamen mit einem weiteren Herbizid, von dem bekannt ist, daß es die jeweiligen Unkrautarten erfaßt, verwendet. Für imidazolinonresistente bzw. – tolerante Kulturen stellt die breite Erfassung von Unkrautarten nach wie vor eine Herausforderung dar. Es wird daher weiter geforscht, um für diese Kulturpflanzen wirksamere herbizide Kombinationen auf Imidazolinonbasis mit Breitenwirkung zu schaffen.
  • Die Kombination von Imazamethabenz und MCPA als Unkrautbekämpfungsmittel ist aus Crop Prot., Band 8, Nr. 6, 1989, Seite 447–450 (STN INTERNATIONAL, Zugriffsnummer 112: 231209) bekannt. Ähnlich ist die Kombination von "Assert", die 6-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-m-toluolsäuremethylester und 2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-p-toluolsäuremethylester sowie MCPA enthält, aus Meeting Information: Proceedings of the Western Society of Weed Science, Band 39, 1986, Seite 158–159 (STN INTERNATIONAL, Zugriffsnummer 87: 32068) bekannt.
  • WO 00/08940 betrifft herbizide Kombinationen, die ein Herbizid aus einer von vier Herbizidkategorien (Typ A), darunter Imidazolinonverbindungen (Typ A3) (Seite 3, Zeile 24–26, Seite 8, Zeile 31–Seite 9, Zeile 6) und ein zweites beliebiges Herbizid aus einer von 5 Kategorien (Typ B), zu dem auch MCPA (Typ B4 2.4) zählt (Seite 14, Zeile 1–3), enthalten kann.
  • WO 00/08936 betrifft herbizide Kombinationen, die ein Herbizid aus einer von sechs Herbizidkategorien (Typ A), darunter Imidazolinonverbindungen (Typ A3) (Seite 3, Zeile 15–17, Seite 8, Zeile 25–32) und ein zweites Herbizid aus einer von vier Kategorien (Typ B) zu der MCPA (Typ B3.9) (Seite 15, Zeile 23) zählt, enthält. Die Kombinationswirkung der Verbindungen von Typ A und Typ B ist synergistisch (Seite 23, Zeile 12– 26). Die Beispiele konzentrieren sich jedoch auf Zusammensetzungen, die Imidazolinone der Formel A1, also L-Glufonisat und seine Salze, enthalten.
  • DE 19815820 befaßt sich mit einer Zusammensetzung, die Herbizide der Formel A1 und A2, ein oder mehrere Herbizide aus der Gruppe der Imidazolinonherbizide und einen oder mehrere Wirkstoffe aus der Gruppe der Auxinagonisten, wie MCPA, enthält (Seite 2, Zeile 40–59).
  • EP 0749688 beschreibt eine herbizide Zusammensetzung, die eine Imidazolinonverbindung allein oder in Kombination mit einem zweiten Herbizid und einer Base enthält (Seite 2, Zeile 39–55, Seite 3, Zeile 1–8). Die Imidazolinonstrukturen sind als Formel I definiert, die mit der Formel I der vorliegenden Anmeldung identisch ist, und MCPA ist als eine von mehreren Möglichkeiten für ein zweites geeignetes Herbizid für die Zusammensetzung erwähnt (Seite 3, Zeile 19).
  • DATABASE CAB [Online] CAB INTERNATIONAL, WALLINGFORD, OXON, GB; P. KUDSK ET AL.: "Effects of broadleaf herbicides on imazamethabenz-methyl performance on wild oat (Avena fatua L.)" [Einfluß von Herbiziden auf zweikeimblättrige Unkräuter auf die Erfassung von Wildhafer (Avena fatua L.) durch Imazamethabenz-methyl, aus STN-INTERNATIONAL mit der Zugriffsnummer. 95: 25481 CAB XP002177500 & WEED RESEARCH, Band 34, Nr. 4, 1994, Seite 251–263, beschreibt die Kombination von Imazamethabenz-methyl und MCPA.
  • DATABASE CA [Online] CHEMICAL ABSTRACTS SERVICE, COLUMBUS, OHIO, US; H. S. XIE ET A.: "Effect of environment on wild oat (Avena fatua) control with imazamethabenz or fenoxaprop tank-mixed with additives or MCPA" [Einfluß der Umwelt auf die Bekämpfung des Wildhafers (Avena fatua) mit Imazamethabenz oder Fenoxaprop als Tankmischung mit Zusatzstoffen oder MCPA] aus STN-INTERNATIONAL mit der Zugriffsnummer 127: 61969 CA XP002177501, JOURNAL OF PLANT GROWTH REGULATION, Band 10, Nr. 2, 1987, Seite 63–67, untersucht die Wirksamkeit von verschiedenen Mischungen, darunter Imazamethabenz plus MCPA.
  • DATABASE CA [Online] CHEMICAL ABSTRACTS SERVICE, COLUMBUS, OHIO, US; S. H. LIU ET AL.: "Effect of MCPA and fenoxaprop on phytotoxicity, retention, foliar uptake and translocation of imazamethabenz in wild oat" [Einfluß von MCPA und Fenoxaprop auf die Phytotoxizität, Retention, Aufnahme über das Blatt sowie Translokation von Imazamethabenz beim Wildhafer] aus STN-INTERNATIONAL, Zugriffsnummer 123: 135817 CA XP002177502 & INDIAN J. PHARM. SCI., Band 57, NR. 3, 1995, Seite 275–281, befaßt sich damit, wie die Phytotoxizität durch MCPA und Imazamethabenz beeinflußt wird.
  • Kombinationen von AHAS-Hemmer-Herbiziden mit Wachstumsregulatorherbiziden sind in US 5,739,080 beschrieben. In US 5,739,080 wird jedoch die Verwendung dieser Kombination in einem Verfahren zur Herabsetzung der Phytotoxizität gegenüber Kulturen, insbesondere Gramineen-Kulturpflanzen wie Sorghumhirse, Mais und Weizen, beschrieben. Obwohl eine verringerte Pflanzenschädigung als Beispiel für die Kombination eines AHAS-Hemmer-Herbizids, wie eines Sulfonylharnstoffs, zusammen mit einem Wachstumsregulatorherbizid, wie denen des Benzoesäuretyps (z. B. Dicamba) oder des Phenoxyessigsäuretyps (z. B. 2,4-D und MCPA) angegeben wird, wird keine biologische Wechselwirkung wie Antagonismus oder Synergismus für die Kombination von einem Imidazolinonherbizid und MCPA angegeben. Weiterhin wird Synergismus weder erwähnt noch in Aussicht gestellt.
  • Ein Ziel der vorliegenden Erfindung besteht daher in der Bereitstellung eines breit wirksamen Verfahrens für die synergistische Bekämpfung von unerwünschten zweikeimblättrigen Pflanzenarten und Gramineen-Pflanzenarten.
  • Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung einer synergistischen herbiziden Zusammensetzung, die sich für die breite Erfassung von Unkräutern eignet.
  • Ein Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß die erfindungsgemäßen synergistischen herbiziden Verfahren und Zusammensetzungen in Gegenwart von imidazolinonresistenten oder imidazolinontoleranten Kulturpflanzen angewandt werden können.
  • Darstellung der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur synergistischen Bekämpfung von unerwünschten Pflanzen bereit, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man auf dem Standort dieser Pflanzen oder das Blattwerk oder die Stengel dieser Pflanzen eine synergistisch wirksame Menge einer Kombination eines Imidazolinonherbizids und (4-Chlor-l-methylphenoxy)essigsäure (MCPA) ausbringt.
  • Die vorliegende Erfindung stellt auch eine synergistische herbizide Zusammensetzung bereit, die einen landwirtschaftlich annehmbaren Träger und eine synergistisch wirksame Menge einer Kombination eines Imidazolinonherbizids und MCPA enthält.
  • DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Bei den Imidazolinonverbindungen, zum Beispiel denjenigen, die in US 4,188,487 , US 4,798,619 und US 5,334,576 beschrieben sind, handelt es sich um hochwirksame, umweltfreundliche Herbizidwirkstoffe mit Breitenwirkung. Obwohl diese Imidazolinone eine ausgezeichnete Herbizidwirkung aufweisen, wenn sie als einziger Wirkstoff verwendet werden, wird das gesamte Unkrautspektrum in der landwirtschaftlichen Praxis nicht immer wirksam erfaßt. Die verbreitete Verwendung von Herbiziden gegen zweikeimblättrige Pflanzen in kleinkörnigen Kulturen hat zu einer Verschiebung des Unkrautspektrums geführt, und die wirksame Erfassung von Ungräsern hat sich dadurch zu einem wichtigen Problem in der landwirtschaftlichen Praxis entwickelt. Für die wirksame Erfassung von zweikeimblättrigen Unkrautarten und Ungrasarten mit einem einzigen Herbizid sind typischerweise hohe Aufwandmengen und mehrfache Anwendungen erforderlich, eine Praxis, die häufig zu Resistenz bei den Unkräutern führt.
  • Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß eine Kombination, die ein Imidazolinonherbizid und (4-Chlor-2-methylphenoxy)essigsäure (MCPA) enthält, unerwünschte zweikeimblättrige Pflanzenarten und Gramineen-Pflanzenarten mit Breitenwirkung synergistisch erfaßt. Das heißt, daß die Anwendung der erfindungsgemäßen Kombination zu einer gegenseitig verstärkenden Wirksamkeit führt, so daß die Aufwandmengen der einzelnen herbiziden Komponenten verringert werden können und trotzdem noch die gleiche Herbizidwirkung erzielt wird bzw. daß die Anwendung der Kombination der herbiziden Komponenten eine stärkere Herbizidwirkung aufweist, als aufgrund der Auswirkung der Anwendung der einzelnen herbiziden Komponenten bei alleiniger Verwendung in der Menge, in der sie in der Kombination vorliegen, erwartet werden konnte (Synergismus). Die erfindungsgemäße Kombination eignet sich insbesondere zur Verwendung imidazolinonresistenten oder imidazolinontoleranten Kulturen, vorzugsweise einer Getreidekultur, stärker bevorzugt Weizen.
  • Zu den Imidazolinonherbiziden, die sich für die erfindungsgemäße Kombination eignen, zählen Verbindungen der Formel I,
    Figure 00060001
    in der
    Y und Z jeweils unabhängig H oder gegebenenfalls durch eine C1-C4-Alkoxygruppe substituiertes C1-C4-Alkyl bedeuten oder Y und Z gemeinsam eine Gruppe -CH=CH-CH=CH- bilden können.
  • Bevorzugte Imidazolinonverbindungen der Formel I sind:
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)nicotinsäure (Imizapyr),
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-3-chinolincarbonsäure (Imazaquin),
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-5-methylnicotinsäure (Imazapic),
    5-Ethyl-2-(4-isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)nicotinsäure (Imazethapyr), oder
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-5-methoxymethyl)nicotinsäure (Imazamox).
  • Stärker bevorzugte Verbindungen der Formel I sind:
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-5-(methoxymethyl)nicotinsäure (Imazamox),
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-5-methylnicotinsäure (Imazapic),
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)nicotinsäure (Imazapyr) bzw. eine ihrer Mischungen.
  • Besonders bevorzugte Verbindungen der Formel I sind:
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-5-methoxymethylnicotinsäure (Imazamox) und
    2-(4-Isopropyl-4-methyl-5-oxo-2-imidazolin-2-yl)-5-methylnicotinsäure (Imazapic)
    bzw. eine ihrer Mischungen.
  • In der Beschreibung und den Ansprüchen bezieht sich der Ausdruck MCPA auf die auxinartigen Herbizide (4-Chlor-2-methylphenoxy)essigsäure, sowie ihre Salze, Alkyl- oder Arylamide, Alkylester und/oder Alkylthioester. Vorzugsweise bezieht sich MCPA auf (4-Chlor-2-methylphenoxy)essigsäure, ihr Natriumsalz, Kaliumsalz oder Dimethylaminsalz, ihr Amid, (2-Chloranilin, ihren C1- bis C10-Alkylester und/oder C1- bis C4-Alkylthioester. Stärker bevorzugt bedeutet MCPA (4-Chlor-2- methylphenoxy)essigsäure, ihr Natrium-, Kalium- oder Dimethylaminsalz, ihr Amid, 2-Chloranilid, ihren Isobutylester, Isooctylester und/oder Ethylthioester. Am stärksten bevorzugt bedeutet MCPA (4-Chlor-2-methylphenoxy)essigsäure und/oder ihren Isooctylester.
  • (4-Chlor-2-methylphenoxy)essigsäure, ihr Natrium-, Kalium- bzw. Dimethylaminsalz, ihr Amid, 2-Chloranilid, Isooutylester, Isooctylester und Ethylthioester sind Herbizide, die aus Farm Chemicals Handbook '99, Meister Publishing Company 1999, S. Ci 246, C 246 und Ci 303 gut bekannt sind.
  • Die erfindungsgemäße synergistische herbizide Kombination enthält ein Imidazolinonherbizid, vorzugsweise ein Imidazolinon der Formel I, stärker bevorzugt Imazamox, Imazapic, Imazapyr oder eine ihrer Mischungen und MCPA. Zu den synergistischen herbiziden Kombinationen, die sich für das erfindungsgemäße Verfahren eignen, zählen solche, in denen das Gewichtsverhältnis von Imidazolinon zu MCPA ungefähr 1 : 4 bis 1 : 20, insbesondere ungefähr 1 : 10 bis 1 : 20, beträgt.
  • Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also eine synergistisch wirksame Menge einer Kombination eines Imidazolinonherbizids und MCPA auf den Standort, das Blattwerk oder Stengel von unerwünschten Pflanzen, gegebenenfalls in Gegenwart einer imidazolinonresistenten oder imidazolinontoleranten Kulturpflanze, vorzugsweise einer Getreidekulturpflanze, stärker bevorzugt in Gegenwart von Weizen, ausgebracht.
  • In der Praxis kann die erfindungsgemäße Kombination auf den Pflanzenstengel, das Pflanzenblattwerk oder den Pflanzenstandort in Form eines wäßrigen Konzentrats oder eines wasserdispergierbaren Granulats, eines Spritzpulvers, eines löslichen Granulats oder in einer beliebigen Form, die traditionell in der landwirtschaftlichen Praxis verwendet wird, aufgebracht werden.
  • Die vorliegende Erfindung stellt auch eine synergistische herbizide Zusammensetzung bereit, die einen landwirtschaftlich annehmbaren Träger und eine synergistisch wirksame Menge einer Kombination eines Imidazolinonherbizids und MCPA enthält. Bei dem landwirtschaftlich annehmbaren Träger kann es sich um einen Feststoff oder eine Flüssigkeit, stärker bevorzugt Wasser, handeln. Die erfindungsgemäße synergistische herbizide Zusammensetzung kann, muß jedoch nicht, auch andere Zusatzstoffe, wie Düngemittel, inerte Formulierungshilfsstoffe, als Tenside, Emulgatoren, Entschäumer, Farbstoffe, Streckmittel oder beliebige traditionelle inerte Bestandteile, die typischerweise in Herbizidformulierungen verwendet werden, enthalten.
  • Zu den Imidazolinonherbiziden, die sich für die erfindungsgemäße Zusammensetzung eignen, zählen Verbindungen der Formel I,
    Figure 00090001
    in er
    Y und Z jeweils unabhängig H oder gegebenenfalls durch eine C1-C4-Alkoxygruppe substituiertes C1-C4-Alkyl bedeuten oder Y und Z gemeinsam eine Gruppe -CH=CH-CH=CH- bilden können.
  • Bevorzugte erfindungsgemäße synergistische herbizide Zusammensetzungen, in denen es sich bei dem Imidazolinonherbizid um Imazamox, Imazapic, Imazapyr, Imazethapyr, Imazaquin oder eine ihrer Mischungen handelt. Stärker bevorzugte erfindungsgemäße Zusammensetzungen sind solche, in denen es sich bei den Imidazolinonherbiziden um Imazamox, Imazapic, Imazapyr oder eine ihrer Mischungen handelt. Besonders bevorzugte erfindungsgemäße Zusammensetzungen sind solche, in denen es sich bei dem Imidazolinonherbizid um Imazamox oder Imazapic oder eine ihrer Mischungen handelt.
  • Die synergistisch wirksame Menge der Kombination, die sich für die erfindungsgemäße Zusammensetzung eignet, kann von den vorherrschenden Bedingungen wie der Verunkrautung, dem Ausbringungszeitpunkt, der Art der Ausbringung, dem Wetter, den Bodenbedingungen, der Topographie, der Zielkulturpflanzenart und dergleichen abhängen. In der Praxis selbst eignen sich Aufwandmengen, die zur Bereitstellung von ungefähr 0,10 kg/ha bis 1,00 kg/ha, vorzugsweise ungefähr 0,25 kg/ha bis 0,75 kg/ha, Wirkstoff ausreicht.
  • In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt die Aufwandmenge an Imidazolinonherbizid oder dessen Mischung im Bereich von 1–200 g/ha, bevorzugt 10–150 g/ha, stärker bevorzugt 15–50 g/ha.
  • In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt die MCPA-Aufwandmenge im Bereich von 50–950 g/ha, stärker bevorzugt 150–700 g/ha, besonders bevorzugt 200–400 g/ha.
  • Zum deutlicheren Verständnis der Erfindung folgen nun einzelne Beispiele dafür. Diese Beispiele dienen lediglich der Veranschaulichung und sind nicht so zu verstehen, daß sie den Umfang der Erfindung und die ihr zugrundeliegenden Prinzipien auf irgendeine Art und Weise einschränken sollen.
  • In den folgenden Beispielen wird der Synergismus nach der Methode von Colby (S. R. Colby, Weeds, 1967 (15), S. 20–22) bestimmt, d. h. die erwartete (oder vorhergesagte) Reaktion der Kombination wird dadurch berechnet, daß man das Produkt der beobachteten Reaktion für jede einzelne Komponente der Kombination bei alleiniger Ausbringung berechnet, diesen Wert durch 100 dividiert und den erhaltenen Wert von der Summe der beobachteten Reaktionen für jede Komponente bei alleiniger Ausbringung subtrahiert. Der Synergismus der Kombination wird dann dadurch bestimmt, daß man die beobachtete Reaktion der Kombination mit der erwarteten (oder vorhergesagten) Reaktion, die aufgrund der beobachteten Reaktion jeder Einzelkomponente allein berechnet wurde, vergleicht. Übersteigt die beobachtete Reaktion der Kombination die erwartete (oder vorhergesagte) Reaktion, so wird die Kombination als synergistisch bezeichnet.
  • Das Obengesagte soll nun im folgenden mathematisch erläutert werden, wobei eine Zweierkombination C aus der Komponente X und der Komponente Y besteht und Beob. die beobachtete Reaktion der Kombination C bedeutet.
    Figure 00110001
    Synergismus ≡ Beob. > Erw.
  • BEISPIEL 1
  • Auswertung einer Kombination von einem Imidazolinonherbizid und MCPA für die synergistische Reduktion der Biomasse und der Unterdrückung der Fruchtstandbildung bei Hordeum leporinum.
  • Bei allen Versuchen wird nach der anerkannten Praxis der Unkrautwissenschaft vorgegangen. Es werden 2 × 10 m-Parzellen mit einer propangasgetriebenen Kleinparzellen-Gestängespritze behandelt. Bei der Versuchsanlage handelt es sich um eine modifizierte randomisierte vollständige Blockanlage mit vier Wiederholungen. Die Behandlungen werden 2–6 Wochen, nachdem die imidazolinontolerante Kultur angebaut wurde, durchgeführt.
  • Bei dieser Auswertung wird die Reduktion der Biomasse visuell dadurch bestimmt, daß man die Anzahl und Masse von Hordeum leporinum in den behandelten Parzellen im Vergleich zu Anzahl und Masse in den unbehandelten Parzellen bonitiert. Die Unterdrückung der Fruchtstandbildung wird dadurch bestimmt, daß man die Hordeum leporinum-Fruchtstände in jeder behandelten Parzelle zählt und mit der Anzahl der Fruchtstände in der unbehandelten Parzelle vergleicht.
  • Die Testlösungen werden dadurch hergestellt, daß man als Handelsware erhältliche Formulierungen im Spritztank mischt. Alle Behandlungen enthalten auch 0,5% (v/v) eines ethoxylierten Pflanzenöls.
  • Die behandelten Parzellen werden in Abständen während der Wachstumsperiode beobachtet und auf Reduktion der Biomasse in Prozent sowie auf Unterdrückung der Fruchtstandbildung in Prozent bonitiert. Die gezeigten Werte stellen einen Durchschnitt der Wiederholungen für die entsprechende Behandlung dar. Zur Bestimmung der erzielten biologischen Wirkung der Kombinationsbehandlung im Vergleich zu der biologischen Wirkung jeder Komponente bei alleiniger Ausbringung wird die Colby-Analyse verwendet. Die Werte sind in Tabelle I dargestellt.
  • Wie aus den in Tabelle I dargestellten Werten ersichtlich, führt die Ausbringung der Kombination von Imazamox und MCPA bzw. Imazapic und MCPA zu einer signifikant stärkeren Reduktion der Biomasse und Unterdrückung der Fruchstandbildung bei dem Gras Hordeum leporinum, als aufgrund der mittels alleiniger Ausbringung von Imazamox, Imazapic bzw. MCPA erzielten Reduktion der Biomasse und Unterdrückung der Fruchtstandbildung prognostiziert werden konnte.
  • TABELLE 2
  • Auswertung von Imidazolinon/MCPA-Mischungen auf Reduktion der Biomasse und Unterdrückung der Fruchtstandbildung bei Hordeum leporinum.
  • Figure 00130001
  • Figure 00140001
  • BEISPIEL 2
  • Auswertung einer Kombination aus einem Imidazolinonherbizid mit MCPA auf synergistische Reduktion der Bestandesdichte bei Bromus diandrus (Große Trespe)
  • Bei der folgenden Auswertung geht man im wesentlichen gleich wie in Beispiel 1 vor und verwendet die gleichen Testlösungen. In dieser Auswertung wird die Reduktion der Bestandesdichte dadurch bestimmt, daß man, die Bromus diandrus-Pflanzen in den behandelten Parzellen zählt und diesen Wert mit dem Wert der unbehandelten Parzelle vergleicht.
  • Die behandelten Parzellen werden in Abständen während der Wachstumsperiode beobachtet und auf Reduktion der Bestandesdichte in Prozent bonitiert. Zur Bestimmung der erzielten biologischen Wirkung verwendet man die Colby-Analyse. Die errechneten Durchschnittswerte sind in Tabelle II dargestellt.
  • Wie aus den in Tabelle II gezeigten Werten ersichtlich führte die Ausbringung einer Kombination von Imazapic und MCPA zu einer signifikant stärkeren Reduktion der Bestandesdichte bei dem Gras Bromus diandrus, als aufgrund der durch die alleinige Ausbringung von Imazapic bzw. MCPA erzielten Reduktion der Bestandesdichte prognostiziert werden konnte.
  • TABELLE II
  • Auswertung von Imidazolinon/MCPA-Mischungen auf Reduktion der Bestandesdichte bei Bromus diandrus
  • Figure 00150001

Claims (15)

  1. Verfahren zur synergistischen Bekämpfung von unerwünschten Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, daß man auf den Standort dieser Pflanzen oder das Blattwerk oder die Stengel dieser Pflanzen eine synergistisch wirksame Menge einer Kombination eines Imidazolinonherbizids der Formel I,
    Figure 00160001
    in der Y und Z jeweils unabhängig H oder gegebenenfalls durch eine C1-C4-Alkoxygruppe substituiertes C1-C4-Alkyl bedeuten oder Y und Z gemeinsam eine Gruppe -CH=CH-CH=CH- bilden können, und (4-Chlor-1-methylphenoxy)essigsäure (MCPA) ausbringt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei es sich bei dem Imidazolinonherbizid um Imazamox, Imazapyr, Imazapic, Imazethapyr, Imazaquin oder eine ihrer Mischungen handelt.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei es sich bei dem Herbizid um Imazamox, Imazapic oder Imazapyr oder eine ihrer Mischungen handelt.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, wobei es sich bei dem Herbizid um Imazamox oder Imazapic oder eine ihrer Mischungen handelt.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Gewichtsverhältnis zwischen dem Imidazolinonherbizid und MCPA ungefähr 1 : 4 bis 1 : 20 beträgt.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Kombination in Gegenwart einer imidazolinonresistenten oder imidazolinontoleranten Kulturpflanze, eines imidazolinonresistenten oder imidazolinontoleranten Kulturpflanzensaatguts oder eines sonstigen imidazolinonresistenten oder imidazolinontoleranten Kulturpflanzenvermehrungsorgans ausgebracht wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei es sich bei der Kulturpflanze um ein Getreide handelt.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei es sich bei der Kulturpflanze um Weizen handelt.
  9. Synergistische herbizide Zusammensetzung, die einen landwirtschaftlich annehmbaren Träger und eine synergistisch wirksame Menge einer Kombination eines Imidazolinonherbizids der Formel I,
    Figure 00170001
    in der Y und Z jeweils unabhängig H oder gegebenenfalls durch eine C1-C4-Alkoxygruppe substituiertes C1-C4-Alkyl bedeuten oder Y und Z gemeinsam eine Gruppe -CH=CH-CH=CH- bilden können, und (MCPA) enthält.
  10. Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei es sich bei dem Imidazolinonherbizid um Imazamox, Imazapyr, Imazapic, Imazethapyr, Imazaquin oder eine ihrer Mischungen handelt.
  11. Zusammensetzung nach Anspruch 10, wobei es sich bei dem Herbizid um Imazamox, Imazapic oder Imazapyr oder eine ihrer Mischungen handelt.
  12. Zusammensetzung nach Anspruch 10, wobei es sich bei dem Herbizid um Imazamox oder Imazapic oder eine ihrer Mischungen handelt.
  13. Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei das Gewichtsverhältnis zwischen dem Imidazolinonherbizid und MCPA ungefähr 1 : 4 bis 1 : 20 beträgt.
  14. Zusammensetzung nach Anspruch 13, wobei es sich bei der synergistisch wirksamen Menge um eine Menge handelt, die für die Bereitstellung von ungefähr 0,10 kg/ha bis ungefähr 1,00 kg/ha Wirkstoff ausreicht.
  15. Zusammensetzung nach Anspruch 14, wobei die synergistisch wirksame Menge zur Bereitstellung von ungefähr 0,25 kg/ha bis 0,75 kg/ha Wirkstoff ausreicht.
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US192293P 2000-03-27
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EP (1) EP1267621B1 (de)
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AR (1) AR027730A1 (de)
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