DE60104950T2 - Anzündrohr für artilleriemunition - Google Patents

Anzündrohr für artilleriemunition Download PDF

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Description

  • Das technische Gebiet der Erfindung betrifft Zündungsrohre, insbesondere für Artilleriemunitionen.
  • Zündungsrohre sind dafür vorgesehen, das Abfeuern der Treibladung einer Munition sicher zu stellen.
  • Bekannte Zündungsrohre werden im Allgemeinen aus einem hinteren Initiierungsblock gebildet, der dafür vorgesehen ist, eine Zünd-Zusammensetzung, die im Inneren eines rohrförmigen Körpers angeordnet ist, der aus einem Stück mit dem hinteren Block ist, zu zünden.
  • Zündungsrohre sind im Allgemeinen mit der Munition durch Verschraubung des hinteren Blocks am Geschossboden der Munitionshülse verbunden.
  • Heute werden die verwendeten Munitionen immer häufiger aus einer Hülse aus brennbarem Material und einem im Allgemeinen metallischen Geschossboden mit Dichtungskragen gebildet.
  • Nach einem Abschuss der Munition ist der einzige, nicht brennbare Teil, der aus der Kammer der Waffe ausgeworfen und dann vorübergehend im Inneren des Drehturms gelagert wird, der Geschossboden mit Dichtungskragen mit vermindertem Platzbedarf.
  • Die bekannten Zündungsrohre, die aus einem rohrförmigen, metallischen Körper gebildet werden, weisen den Hauptnachteil auf, dass sie über den Geschossboden mit Dichtungskragen vorstehen. Das kompliziert den Auswurf des Geschossbodens aus der Kammer der Waffe und dessen Lagerung in dem Drehturm nach dem Abschuss. Ein derartiges Zündungsrohr ist im Patent FR2343987 beschrieben.
  • Um diesen Nachteil zu beheben, schlägt das Patent FR2593905 vor, den rohrförmigen, metallischen Körper durch einen wärmeschrumpfbaren Mantel zu ersetzen, der das Festhalten der Zünd-Preßlinge und deren Zusammenschluss am hinteren Block gewährleistet.
  • Der Vorteil einer solchen Lösung ist, dass sie die vollständige Verbrennung des rohrförmigen, brennbaren Körpers gewährleistet. Der einzige unbrennbare Teil ist der hintere Block, der eine Höhe aufweist, die kleiner als die des Geschossbodens mit Dichtungskragen ist. Der Auswurf und die Lagerung des Geschossbodens werden so nicht gestört.
  • Dennoch weist dieses Zündungsrohr andere Nachteile auf. Tatsächlich weist der wärmeschrumpfbare Mantel, der als rohrförmiger Körper dient, eine gewisse Biegsamkeit auf, die eine Versprödung erzeugt, welche bei Vibrationen und anderen mechanischen Beanspruchungen, denen die Munition im Laufe der verschiedenen Transport- und Ladephasen unterworfen ist, zu einem Riss führen kann.
  • Was das Zündungsrohr betrifft, so beschreibt das Patent EP0100840, dass es einen rohrförmigen, brennbaren Körper umfasst, der sich vom hinteren metallischen Block absondert. Falls der rohrförmige Körper nicht vollständig verbraucht ist, verbleibt er so nicht am hinteren Block verankert sondern wird aus dem Rohr ausgeworfen. Dafür wird eine Trenn-Ladung in einem im hinteren Block ausgeführten Hohlraum angeordnet und mit dem rohrförmigen Körper verbunden. Der wesentliche Nachteil einer solchen Lösung ist ihre Komplexität, die zu Schwierigkeiten bei der Herstellung und im Einsatz führt, was erhöhte Kosten erzeugt.
  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Zündungsrohr vorzuschlagen, das es erlaubt, derartige Nachteile zu beseitigen.
  • So verbleibt das Zündungsrohr gemäß der Erfindung nach dem Abschuss nicht am Geschossboden mit Dichtungskragen verankert und dieser letztere kann unter den günstigsten Bedingungen ausgeworfen und gelagert werden.
  • Das Zündungsrohr gemäß der Erfindung zeichnet sich durch eine einfache und kostengünstige Bauart aus.
  • Gegenstand der Erfindung ist somit ein Zündungsrohr, insbesondere für eine Treibladung einer Artilleriemunition, das aus einem rohrförmigen Körper gebildet wird, der eine Zünd-Zusammensetzung aufnimmt, wobei das Zündungsrohr dadurch gekennzeichnet ist, dass der rohrförmige Körper wenigstens eine Aufnahme-Fläche umfasst, die so orientiert ist, um den Druck der Treibgase, die beim Abfeuern der Treibladung erzeugt werden, aufzunehmen, wobei die Gase so das Mitreißen des Zündungsrohres gewährleisten.
  • Vorteilhafterweise kann die Fläche zur Aufnahme von Druck eine im Wesentlichen radial zum rohrförmigen Körper angeordnete Scheibe sein.
  • Die Scheibe kann am oberen Ende des rohrförmigen Körpers angeordnet sein.
  • Die Scheibe kann eine zylindrische Fläche umfassen, die im Durchmesser im Wesentlichen gleich dem inneren Durchmesser einer brennbaren Hülse der Munition ist.
  • Vorteilhafterweise kann die Scheibe Öffnungen umfassen, die das Füllen der Munition mit Treibladung gewährleisten.
  • Vorzugsweise kann der rohrförmige Körper an seinem unteren Ende durch eine rohrförmige Muffe verlängert sein.
  • Die rohrförmige Muffe kann einen hinteren Block zur Initiierung, der mit einem Geschossboden der Munition fest verbunden ist, oder ein mit der Hülse und einem hinteren Block zur Initiierung fest verbundenes Zwischenglied überdecken.
  • Vorteilhafterweise ist die Zünd-Zusammensetzung in einem inneren Kanal des rohrförmigen Körpers angeordnet, wobei der Kanal an seinem oberen Ende durch eine mit der Scheibe einstückige Wand und an seinem unteren Ende durch ein Plättchen begrenzt wird.
  • Die Zünd-Zusammensetzung kann fein pulverisiert oder durch ein Stapel aus Preßlingen gebildet werden sowie einen axialen Kanal umfassen.
  • Die Zünd-Zusammensetzung kann wenigstens zwei energetische Zündschnüre umfassen.
  • Der rohrförmige Körper kann einen erweiterten Teil an seinem oberen Ende aufweisen, der dafür vorgesehen ist, den Austritt der Zündschnüre zu erleichtern.
  • Ein allererster Vorteil der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist es, dass der rohrförmige Körper des Zündungsrohres aus dem Rohr der Waffe ausgeworfen wird.
  • Ein weiterer Vorteil ist es, dass der Geschossboden mit Dichtungskragen der Munition nach dem Abschuss kein vorspringendes Element aufweist. Er weist somit einen minimalen Platzbedarf auf und kann so aus der Kammer der Waffe ausgeworfen und dann in dem Drehturm in optimaler Weise gelagert werden.
  • Ein weiterer Vorteil liegt in der Tatsache, dass die brennbare Hülse der Munition im Bereich der Scheibe versteift ist, was deren mechanisches Verhalten verbessert.
  • Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung treten aus der hiernach als Anhaltspunkt gegebenen Beschreibung deutlicher hervor, die sich auf Abbildungen bezieht, in welchen:
  • 1 eine Teilansicht im Längsschnitt einer Munition ist, die ein Zündungsrohr gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung aufnimmt,
  • 2 eine Schnittansicht des Zündungsrohres gemäß der Schnittebene AA in 1 ist,
  • 3 eine Teilansicht im Längsschnitt einer Munition gemäß einer Ausführungsvariante ist,
  • 4 eine Teilansicht im Längsschnitt einer Munition ist, die ein Zündungsrohr gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung aufnimmt.
  • In 1 ist eine Zündungsrohr 1 gemäß der Erfindung an einer Artilleriemunition 2 befestigt, die ein Projektil 3 umfasst, das hier von spitzer Bauart ist und von dem einzig und allein das Leitwerk zu sehen ist. Das Projektil 3 ist mit einer im Inneren einer brennbaren Hülse 5 enthaltenen Treibladung 4 verknüpft. Ein metallischer Geschossboden mit Dichtungskragen 6 schließt die Hülse 5 ab.
  • Das Zündungsrohr 1 wird auf herkömmliche Weise aus einem auf den Geschossboden mit Dichtungskragen 6 geschraubten hinteren Block 7 zur Initiierung und einem rohrförmigen Körper 8 gebildet.
  • Der hintere Block 7 umfasst herkömmlich ein Mittel zum Zünden, das zum Beispiel aus einem elektrischen oder Schlagzünder 9 gebildet wird, der mit einem pyrotechnischen Relais 10 als Flammenverstärker verbunden ist. Der Zünder 9 und das Relais 10 sind durch ein Zwischenrohr 11 getrennt und mit dem hinteren Block 7 durch eine ringförmige Bördelung 12 fest verbunden.
  • Der rohrförmige Körper 8 umfasst seitliche Lüftungsöffnungen 13, die gleichmäßig über den Umfang und axial verteilt sind und dafür vorgesehen sind, den Durchtritt der Verbrennungsgase, die von einer Zünd-Zusammensetzung 14, zum Beispiel fein pulverisiertes Schwarzpulver, herrühren, welche in einem inneren Kanal 15 des rohrförmigen Körpers angeordnet ist.
  • Der Kanal 15 wird durch einen, zum Beispiel aus Zinn ausgeführten, inneren Mantel 16 begrenzt, der es erlaubt, die Zünd-Zusammensetzung aufzunehmen und sie bis zum Augenblick der Verbrennung vor den Einwirkungen von Nässe zu schützen. Der Mantel 16 gewährleistet so das vorübergehende Verschließen der seitlichen Lüftungsöffnungen 13.
  • Der rohrförmige Körper 8 umfasst an seinem oberen Ende 22 eine Wand 17, die den inneren Kanal 15 verschließt. Diese Wand könnte durch einen Stopfen, der mit dem Körper, zum Beispiel durch Kleben, Einrasten oder Verschrauben, fest verbunden ist, ersetzt werden.
  • Der innere Kanal 15 kann so die Zünd-Zusammensetzung 14 aufnehmen und dann durch ein Plättchen 18, das vorzugsweise aus brennbarem Material ausgeführt ist, geschlossen werden.
  • Der rohrförmige Körper 8 wird an seinem unteren Ende 23 durch eine Muffe 19 verlängert, die rohrförmig und im Durchmesser größer als der Körper ist und den hinteren Block 7 zur Initiierung überdeckt. Die Muffe 19 wird gemäß einem Gleitsitz so auf den hinteren Block 7 aufgesteckt, dass sie auf diesem Letzteren frei gleiten kann.
  • Die Muffe 19 könnte ebenfalls vorübergehend mit dem hinteren Block 7 zum Beispiel durch Einrasten verbunden sein. So könnte die Muffe Ansätze aufweisen, die in das Innere einer am Umfang des hinteren Blocks angebrachten Rille eingreifen.
  • Der rohrförmige Körper 8 dehnt sich ebenfalls seitens seines oberen Endes 22 durch eine radial angeordnete Scheibe 20 aus.
  • Die Scheibe 20 umfasst eine zylindrische Fläche 21, die im Durchmesser im Wesentlichen gleich dem inneren Durchmesser der brennbaren Hülse 5 ist.
  • Die zylindrische Fläche 21 zentriert das Zündungsrohr 1 perfekt im Inneren der Hülse 5 und begünstigt dessen Führung. Sie ermöglicht es ebenfalls, die Auflagefläche der Scheibe an der brennbaren Hülse zu erhöhen, wodurch die mechanischen Beanspruchungen im Bereich des Kontaktes begrenzt werden.
  • Die zylindrische Fläche 21 verstärkt so die Steifigkeit der Hülse im hinteren Bereich des Projektils 3. Sie mildert so bei den verschiedenen Handhabungen zum Transport und zur Beladung der Munition die Gefahren der Versprödung und sogar des Reißens der Hülse.
  • Vorteilhafterweise, und wie es in dieser Figur dargestellt ist, sind der rohrförmige Körper 8, die Muffe 19 und die Scheibe 20 aus ein und demselben Teil hergestellt, können aber sehr wohl aus mehreren, verschiedenen Teilen zusammengesetzt sein, die untereinander zusammengeschlossen werden würden.
  • Die Baugruppe aus rohrförmigem Körper 8, Muffe 19 und Scheibe 20 ist vorzugsweise aus einem inerten und mit der Treibladung verträglichen Material hergestellt. Vorteilhafterweise wird sie aus einem Polymer, wie zum Beispiel Polyethylen mit hoher Dichte, hergestellt und kann durch Abguss, Spritzguss oder Blasformen erzielt werden. Selbstverständlich könnte diese Baugruppe aus halb-brennbarem oder brennbarem Material hergestellt werden.
  • Die Zünd-Zusammensetzung 14 kann einen axialen Kanal umfassen, um die Fortpflanzung der Verbrennung der Zünd-Zusammensetzung zu begünstigen. Dieser Kanal kann durch ein Rohr, zum Beispiel aus brennbarem Material, abgegrenzt sein, das in der Mitte der Zusammensetzung angeordnet ist.
  • Die Zünd-Zusammensetzung 14 kann ebenfalls in der Form eines Stapels aus ringförmigen Preßlingen ausgeführt sein.
  • Die seitlichen Lüftungsöffnungen 13 können durch nicht durchgehende Löcher ersetzt werden, die Sollbruchstellen aufweisen, die beim Anstieg des Druckes der durch die Zünd-Zusammensetzung 14 erzeugten Gase aufbrechen.
  • In Bezug auf 2 umfasst die Scheibe 20 zum Beispiel vier gleichmäßig über den Umfang verteilte Öffnungen 24. Sie ermöglichen es, das Auffüllen des unteren Teiles der Hülse, der zwischen dem Geschossboden mit Dichtungskragen 6 und der Scheibe 20 liegt, mit Treibpulver 4 zu gewährleisten.
  • Die Öffnungen 24 besitzen eine derartige Abmessung und Form, dass weiterhin eine ausreichende Fläche 25 zur Aufnahme des Druckes besteht, um es den Treibgasen zu ermöglichen, eine Bewegung des Zündungsrohres in der Hülse zu gewährleisten, wie es weiter unten in der Beschreibung näher dargelegt werden wird.
  • Die Scheibe 20 kann auch in der Form eines Sterns mit wenigstens drei Armen ausgeführt sein, insofern die Fläche oder Flächen zur Aufnahme des Druckes ausreichend sind. In diesem Fall wird eine ausreichende zylindrische Fläche 21 am Ende jedes Armes vorgesehen, um die Führung der Scheibe im Inneren der Hülse zu gewährleisten.
  • Die Montage eines Zündungsrohres gemäß der Erfindung wird in der folgenden Weise durchgeführt:
    • – die Hülse 5 wird innerhalb des Geschossbodens mit Dichtungskragen 6 angeordnet,
    • – die Hülse und der Geschossboden werden auf herkömmliche Weise zusammengeschlossen, wie es in dem Patent FR2365096 beschrieben ist,
    • – der hintere Block 7 wird in den Geschossboden mit Dichtungskragen geschraubt,
    • – der rohrförmige, mit der Scheibe 20 versehene Körper 8 wird im Inneren der Hülse 5 angeordnet (der rohrförmige Körper hat selbstverständlich zuvor seine Zünd-Zusammensetzung 14 empfangen),
    • – die Muffe 19 des rohrförmigen Körpers wird auf den hinteren Block 7 aufgesteckt,
    • – das Auffüllen des unteren Teiles der Hülse, der zwischen dem Geschossboden mit Dichtungskragen und der Scheibe liegt, mit Treibpulver durch die Öffnungen 24 der Scheibe 20 hindurch wird durchgeführt,
    • – dann können das Projektil und die obere Treibladung in das Innere der Hülse 5 auf herkömmliche Weise eingebracht werden, zum Beispiel mit Hilfe eines fest mit dem Projektil und dessen Ladung verbundenen Gehäuses. Ein derartiges Gehäuse zur Beladung ist im Patent FR2622687 beschrieben.
  • Die Funktionsweise eines derartigen Zündungsrohres ist die Folgende:
  • Beim Abfeuern der Munition werden der Zünder 9 und dann das Relais 10 initiiert und entzünden die Zünd-Zusammensetzung 14. Der von der Verbrennung der Zünd-Zusammensetzung erzeugte Druck zerstört augenblicklich den inneren Mantel 16 und zündet die Treibladung 4 der Munition durch die Lüftungsöffnungen 13 des rohrförmigen Körpers 8 des Zündungsrohres 1 hindurch.
  • Die Verbrennungsgase der Treibladung 4 bewirken den Antrieb des Projektils 3 sowie den Auswurf der Baugruppe aus rohrförmigem Körper 8, Muffe 19 und Scheibe 20 des Zündungsrohres.
  • Tatsächlich wirkt der Druck der Verbrennungsgase der Treibladung 4 auf die Fläche zur Aufnahme von Druck 25 der Scheibe 20, und er ist ausreichend, um den rohrförmigen Körper mitzureißen und aus dem Rohr der Waffe auszuwerfen.
  • So erweist sich als Hauptvorteil der Erfindung, dass das Zündungsrohr nach dem Abschuss nicht am Geschossboden mit Dichtungskragen verankert bleibt und so nicht dessen Auswurf aus der Kammer der Waffe und dessen Lagerung im Drehturm stört.
  • Vorzugsweise wird, wie es soeben beschrieben worden ist, die Scheibe am vorderen Ende des rohrförmigen Körpers angeordnet. Diese Letztere wird so von den Treibgasen der Ladung gezogen. Selbstverständlich kann diese Scheibe an einer anderen Stelle positioniert werden, wie zum Beispiel im mittleren Bereich des rohrförmigen Körpers, ohne über den Umfang der Erfindung hinauszugehen.
  • Der rohrförmige Körper kann ebenfalls mehrere Scheiben, die entlang des Körpers verteilt sind, umfassen. Das ermöglicht es, die Führung des Zündungsrohres aber auch die Steifigkeit der brennbaren Hülse weiter zu verbessern.
  • Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist es, die Beladung mit Treibpulver vom Vorderteil der Hülse aus durchführen zu können.
  • 3 stellt eine Ausführungsvariante dar.
  • Diese Variante unterscheidet sich von der Vorangegangenen dadurch, dass die Muffe 19 des rohrförmigen Körpers 8 sich auf ein rohrförmiges Zwischenglied 28 aufschiebt.
  • Bei dieser Variante umfasst die Hülse 5 einen überstehenden Rand 32, auf dem das Zwischenglied 28 durch Einrasten angebaut wird. Um dies zu tun, umfasst das Zwischenglied 28 eine kreisförmige Rille, die dafür vorgesehen ist, die fest mit dem überstehenden Rand 32 der Hülse 5 verbundenen Federn aufzunehmen. Das Zwischenglied 28 wird zum Beispiel aus einem Kunststoff, wie Polyamid, hergestellt.
  • Die Hülse 5 umfasst ebenfalls wenigstens eine Öffnung 31, die dafür vorgesehen ist, die Beladung mit Treibpulver zu ermöglichen.
  • Bei dieser Variante schließt sich der hintere Block 7 zur Initiierung mit dem Zwischenglied 28 durch Verschrauben zusammen. Er umfasst ebenfalls eine zylindrische Fläche 30, die sich am überstehenden Rand 32 abstützt.
  • Die Scheibe 20 besitzt hier keine Öffnung.
  • Die Montage eines Zündungsrohres gemäß dieser Ausführungsvariante wird in der folgenden Weise durchgeführt:
    • – das Zwischenglied 28 wird durch Einrasten auf dem überstehenden Rand 32 der Hülse 5 befestigt,
    • – der hintere Block 7 zur Initiierung wird an das Zwischenglied 28 geschraubt,
    • – der rohrförmige, mit der Scheibe 20 versehene Körper 8 wird im Inneren der Hülse 5 angeordnet (der rohrförmige Körper hat selbstverständlich zuvor seine Zünd-Zusammensetzung 14 empfangen),
    • – die Muffe 19 des rohrförmigen Körpers wird auf das Zwischenglied 28 aufgesteckt,
    • – das Beladen mit Treibpulver des unteren Teiles der Hülse wird durch Öffnungen 31 der Hülse 5 hindurch durchgeführt,
    • – der Geschossboden mit Dichtungskragen 6 wird an der Hülse 5 und dem hinteren Block 7 befestigt,
    • – der Geschossboden und der hintere Block werden mit einer Mutter 29 zusammengeschlossen,
    • – dann können das Projektil und die obere Treibladung in das Innere der Hülse 5 eingebracht werden, wie es zuvor bereits erwähnt worden ist, das heißt mit Hilfe eines fest mit dem Projektil und dessen Ladung verbundenen Gehäuses.
  • Der Vorteil dieser Variante besteht in der Möglichkeit, die Beladung mit Treibpulver vom hinteren Teil der Hülse, der Seite des Geschossbodens, aus zu bewerkstelligen.
  • Diese Beladung vom hinteren Teil aus kann so die Benutzung eines Gehäuses, wie es in dem Patent FR2622687 beschrieben ist, vermeiden. So könnte das Projektil auf herkömmliche Weise direkt mit der Hülse zusammengeschlossen sein und die komplette Beladung der Munition könnte vom hinteren Teil der Hülse aus bewerkstelligt werden. In diesem Fall muss die Scheibe 20 Öffnungen aufweisen, um das Auffüllen des durch das Projektil und die Scheibe begrenzte Volumen zu ermöglichen.
  • Die Muffe 19 könnte selbstverständlich, wie in der vorangegangenen Variante, ebenfalls vorübergehend mit dem Zwischenglied 28, zum Beispiel durch Einrasten, verbunden sein. Dieser Zusammenschluss würde die Phase der Beladung mit Treibpulver sichern, indem eine ungewollte Verschiebung des rohrförmigen Körpers 8 vermieden wird.
  • 4 stellt eine zweite Ausführungsform der Erfindung dar.
  • Sie unterscheidet sich von der ersten Form dadurch, dass das Zündungsrohr 1 lineare, energetische Zündschnüre 26 aufnimmt.
  • Diese Schnüre sind mit einer pyrotechnischen Zusammensetzung beaufschlagt und dem Fachmann hinlänglich bekannt. Es kann zum Beispiel auf das Patent EP0344098 Bezug genommen werden.
  • Diese Schnüre werden in das Innere des inneren Kanals 15 des rohrförmigen Körpers 8 bis in die Nähe des hinteren Blocks 7 zur Initiierung eingeführt. Der rohrförmige Körper umfasst selbstverständlich keine Wand zum Verschließen des Kanals an seinem oberen Ende 22, um den Durchgang der Schnüre 26 zu ermöglichen.
  • Die Schnüre 26 treten durch einen erweiterten Teil 27 aus dem Kanal 15 aus und dehnen sich über den hinteren Teil des Projektils 3 aus. Der erweiterte Teil 27 erleichtert so den Durchgang der Schnüre vom Zündungsrohr zum Leitwerk des Projektils.
  • Um das Einführen der Schnüre in das Innere des rohrförmigen Körpers zu erleichtern, können diese Letzteren über wenigstens einen Teil ihrer Länge und vorzugsweise im Bereich ihrer Enden verbunden sein, um eine Litze zu bilden.
  • Bei dieser Ausführungsform ist der innere Mantel des rohrförmigen Körpers nicht notwendig.
  • Diese Ausführungsform findet insbesondere bei Munitionen Anwendung, deren Projektil sehr lang ist und tief in die Treibladung eindringt.
  • So ermöglichen es die Schnüre, die entlang dem Projektil oder an der Innenwand der brennbaren Hülse angeordnet sind, die Zündung an mehreren Punkten sicher zu stellen, wodurch die Zündleistungen verbessert werden.
  • Der Vorteil dieser zweiten Ausführungsform ist es, die Führung des Schnüre im Inneren des rohrförmigen Körpers zu gewährleisten, wodurch ihre Anordnung erleichtert wird.
  • Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Schnüre unempfindlich gegen eventuelle mechanische Beanspruchungen sind, denen die Munition unterliegt, und somit nicht Gefahr laufen, beschädigt zu werden. Tatsächlich sind sie nicht mit dem hinteren Block zur Initiierung verbunden und können im Inneren des rohrförmigen Körpers des Zündungsrohres frei gleiten.
  • Selbstverständlich kann diese zweite Ausführungsform mit der zuvor in Bezug auf 3 beschriebenen Variante kombiniert werden, wodurch es ermöglicht werden würde, die Beladung mit Treibpulver vom hinteren Teil der Hülse, der Seite des Geschossbodens mit Dichtungskragen, aus durchzuführen.

Claims (14)

  1. Zündungsrohr (1), insbesondere für eine Treibladung (4) einer Artilleriemunition (2), das aus einem rohrförmigen Körper (8) gebildet wird, der eine Zünd-Zusammensetzung (14) aufnimmt, wobei das Zündungsrohr dadurch gekennzeichnet ist, dass der rohrförmige Körper (8) wenigstens eine Aufnahme-Fläche (25) umfasst, die so orientiert ist, um den Druck der Treibgase, die beim Abfeuern der Treibladung (4) erzeugt werden, aufzunehmen, wobei die Gase so das Mitreißen des Zündungsrohres (1) gewährleisten.
  2. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche (25) zur Aufnahme von Druck eine im Wesentlichen radial zum rohrförmigen Körper (8) angeordnete Scheibe (20) ist.
  3. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (20) am oberen Ende (22) des rohrförmigen Körpers (8) angeordnet ist.
  4. Zündungsrohr (1) nach irgendeinem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (20) eine zylindrische Fläche (21) umfasst, die im Durchmesser im Wesentlichen gleich dem inneren Durchmesser einer brennbaren Hülse (5) der Munition (2) ist.
  5. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (20) Öffnungen (24) umfasst, die das Füllen der Munition mit Treibladung gewährleisten.
  6. Zündungsrohr (1) nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (8) an seinem unteren Ende (23) durch eine rohrförmige Muffe (19) verlängert ist.
  7. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die rohrförmige Muffe (19) einen hinteren Block zur Initiierung (7), der mit einem Geschossboden (6) der Munition fest verbunden ist, überdeckt.
  8. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die rohrförmige Muffe (19) ein mit der Hülse (5) und einem hinteren Block zur Initiierung (7) fest verbundenes Zwischenglied (28) überdeckt.
  9. Zündungsrohr (1) nach irgendeinem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zünd-Zusammensetzung (14) in einem inneren Kanal (15) des rohrförmigen Körpers (8) angeordnet ist, wobei der Kanal an seinem oberen Ende (22) durch eine mit der Scheibe (20) einstückige Wand (17) und an seinem unteren Ende (23) durch ein Plättchen (18) begrenzt wird.
  10. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zünd-Zusammensetzung (14) fein pulverisiert ist.
  11. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zünd-Zusammensetzung (14) durch ein Stapel aus Preßlingen gebildet ist.
  12. Zündungsrohr (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zünd-Zusammensetzung (14) einen axialen Kanal umfasst.
  13. Zündungsrohr (1) nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zünd-Zusammensetzung (14) wenigstens zwei energetische Zündschnüre (26) umfasst.
  14. Zündungsrohr (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (8) einen erweiterten Teil (27) an seinem oberen Ende (22) aufweist, der dafür vorgesehen ist, den Austritt der Zündschnüre (26) zu erleichtern.
DE60104950T 2000-03-23 2001-03-20 Anzündrohr für artilleriemunition Expired - Fee Related DE60104950T2 (de)

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DE60104950D1 DE60104950D1 (de) 2004-09-23
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