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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Polyethylenrohre, spezieller
auf Rohre, umfassend zumindest zwei Schichten aus verschiedenen
Polyethylenverbindungen.
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Polyethylenverbindungen
für die
Herstellung von Rohren für
den Transport von Fluiden unter Druck sind bekannt. Solche Rohre
erfordern eine hohe Steifigkeit (Dauerfestigkeit) in Kombination
mit einer hohen Beständigkeit
gegen langsames Rißwachstum
sowie Rißausbreitungsbeständigkeit,
wodurch Schlagzähigkeit erhalten
wird. Polyethylenrohre werden weitverbreitet verwendet, da sie leicht
sind und einfach durch Schmelzschweißen zusammengefügt werden
können.
Polyethylenrohre weisen ferner eine gute Flexibilität auf und
sind korrosionsfrei. Rohrverbindungen sind in der Technik bekannt,
die mit den Namen „PE
80" und „PE 100" bezeichnet werden.
Diese Klassifizierung ist in ISO 9080 und ISO 12162 beschrieben.
Diese sind Polyethylenverbindungen, die, wenn sie für die Bildung
von Rohren spezieller Dimensionen verwendet werden, einem Langzeitdrucktest
bei unterschiedlichen Temperaturen für einen Zeitraum von 10.000
Stunden standhalten. Extrapolation zeigt, daß die Rohre eine 50-Jahre-Beanspruchungsbeständigkeit
bei 20°C
von zumindest 8 bzw. 10 MPa haben.
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Die
aus diesen Polyethylenverbindungen hergestellten Polyethylenrohre
haben gewöhnlich
eine gute Spannungsrißbeständigkeit.
Wenn diese bekannten Rohre jedoch in einem Boden, umfassend Felsen
und Steine, eingebettet oder auf einen solchen gestellt werden,
kann ein Zerkratzen der Rohre auftreten, was zu einem Anstieg des
Rißwachstums
führt. Überdies
können
durch Felsaufprall Punktbelastungen auf der Rohrleitung auftreten
und ebenso zu einem erhöhten
Rißwachstum
führen.
Deshalb besteht Verbesserungsbedarf in bezug auf die Beständigkeit
gegen langsames Rißwachstum
bei den Rohren, während
die anderen Eigenschaften beibehalten werden und insbesondere die
Dauerfestigkeit bei dem erforderlichen Niveau gehalten wird.
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Polyethylenrohre
mit einer besseren Beständigkeit
gegen Zerkratzen wurden im Stand der Technik vorgeschlagen. Die
europäische
Patentanmeldung
EP 0 869 304 offenbart
ein coextrudiertes zweischichtiges Rohr mit einer Außenschicht
aus vernetztem Polyethylen und einer Innenschicht aus einer PE 80-
oder PE 100-Polyethylenverbindung. Die Dicke der Außenschicht
aus netzförmigem
Polyethylen wurde so angepaßt, daß die Kratzer
die innere Polyethylenschicht nicht erreichen.
DE 29622788 U1 offenbart
ferner ein ähnliches zweischichtiges
Rohr, wobei die Außenschicht
ein nicht netzförmiges
Polyethylen mit einem FNCT-Wert (Full Notched Creep Test) von mindestens
des 3fachen des FNCT-Wertes der inneren Polyethylenschicht ist.
Die Dicke der Außenschicht
beträgt
mindestens 20%, vorzugsweise 25 bis 35% der Gesamtrohrdicke. Wird
für die Außenschicht
ein bimodales Ethylen-Hexen-Copolymer verwendet, zeigt das zweischichtige
Rohr eine hohe Haltbarkeit und Kratzfestigkeit während der Installation des
Rohrs.
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Die
im Stand der Technik offenbartem zweischichtigen Rohre bedürfen noch
immer einer Erhöhung ihrer
Spannungsrißbeständigkeit,
insbesondere einer Erhöhung
ihrer Beständigkeit
in bezug auf Punktbelastung. Überdies
hat eine gute Zeitstandfestigkeit und insbesondere das Fehlen der
MRS-Klassifizierung der Schutzschicht den Effekt, daß die Gestaltung
des Rohrs lediglich den Beitrag des MRS-klassifizierten Materials (d.
h. 80% der Rohrwanddicke) berücksichtigen
kann. Daher ist eine Extra-Wanddicke notwendig und folglich können Standardausrüstungsteile,
wie Anschlußstücke, nicht
mehr für
die Installation der Rohre verwendet werden.
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Die
vorliegende Erfindung will die Nachteile des Standes der Technik überwinden,
insbesondere, indem ein verbessertes mehrschichtiges Polyethylenrohr
bereitgestellt wird.
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Die
Erfindung bezieht sich daher auf ein mehrschichtiges Rohr, umfassend:
eine Hauptschicht einer Polyethylenverbindung, die eine Spannungsrißbeständigkeit,
gemessen mittels der Kerbrohrprüfung
(Notched-Pipe-Test, NPT) gemäß dem Standard
ISO 13479, von weniger als 8.000 Stunden aufweist; und eine Innenschicht
einer Polyethylenverbindung, umfassend mindestens 95 Gew.-% eines
Polyethylenharzes, das 30 bis 70 Gew.-% eines Ethylenpolymers, das
eine Dichte von mindestens 960 kg/m3 und
einen Schmelzindex MI2 von mindestens 100
g/10 min aufweist, und 30 bis 70 Gew.-% eines Ethylen-Hexen-Copolymers
umfaßt, das
0,4 bis 10 Gew.-% Hexen umfaßt
und eine Dichte zwischen 910 und 938 kg/m3 und
einen Schmelzindex MI5 zwischen 0,01 und
2 g/10 min aufweist, wobei die Polyethylenverbindung eine Spannungsrißbeständigkeit NPT
von mehr als 8.000 Stunden aufweist, wobei die Dicke der Innenschicht
zwischen 1 und 25% der Gesamtrohrdicke, jedoch nicht weniger als
0,3 mm beträgt.
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In
der vorliegenden Erfindung wurde die Spannungsrißbeständigkeit der Polyethylenverbindung
durch eine Kerbrohrprüfung
(NPT) gemäß ISO 13479
(1996) unter einer Belastung von 4,6 MPa bei 80°C unter Verwendung von aus der
Verbindung hergestellten Rohren mit einem Durchmesser von 110 mm,
einer Dicke von 10 mm, folglich einem SDR-Wert von 11 (SDR ist das
Verhältnis
des Rohrdurchmessers zu der Rohrdicke), getestet.
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In
den erfindungsgemäßen Rohren
hat die Polyethylenverbindung der Innenschicht vorzugsweise eine Spannungsrißbeständigkeit
NPT, wie hierin zuvor beschrieben, von mindestens 10.000 Stunden,
stärker
bevorzugt von mindestens 12.000 Stunden.
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Die
Polyethylenverbindung der Innenschicht hat vorzugsweise außerdem eine
gute Zeitstandfestigkeit. Die für
die Innenschicht verwendeten Verbindungen haben vorzugsweise eine
solche Zeitstandfestigkeit, daß sie
einer Bewertung der minimalen erforderlichen Festigkeit (MRS-Bewertung)
gemäß dem Standard ISO/TR
9080 zugeordnet werden können,
die mindestens die MRS 10-Bewertung (auch als PE 100-Harz bezeichnet)
ist. Diese Bewertung wird gemäß einem
statistischen Verfahren bestimmt, und die minimale erforderliche
Festigkeit, MRS, wird als eine klassifizierte untere Vorhersagegrenze
(LPL) bei einem Konfidenzintervall von 97,5% definiert.
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Des
weiteren weisen die Polyethylenverbindungen, die für die Innenschicht
der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, vorzugsweise eine gute Beständigkeit gegen eine schnelle
Rißausbreitung
auf. Um die Beständigkeit
der Harze gegen eine schnelle Rißausbreitung (RCP) zu bewerten,
wurden Rohre mit einem Durchmesser von 110 mm dem Test gemäß ISO DIS
13477 (Gleichgewichtstest in kleinem Maßstab (S4)) bei einem Druck
von 10 bar unterzogen, um die kritische Bruchtemperatur zu bestimmen.
Die gemäß der Erfindung
verwendeten Verbindungen hielten vorzugsweise einem Druck von mehr
als 10 bar bei 0°C
stand.
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Vorzugsweise
weisen die Ethylenverbindungen, die für die Innenschicht der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, eine Versagenszeit unter dem in ISO DIS 16770
spezifizier ten FNCT-Test von mindestens 500 Stunden, am stärksten bevorzugt
von mindestens 1.000 Stunden, auf.
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In
der vorliegenden Erfindung wurden der Schmelzindex MI2 und
MI5 gemäß Standard
ASTM D 1238 (1986) bei 190°C
und bei 2,16 bzw. 5 kg gemessen.
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Die
für die
Innenschicht verwendete Polyethylenverbindung kann außerdem die üblichen
Additive umfassen, die in Polyethylenrohrverbindungen verwendet
werden, wie Stabilisatoren (Antioxidationsmittel und/oder Anti-UV-Mittel),
Antistatika, Verarbeitungshilfsmittel und Färbemittel. Vorteilhafterweise
umfaßt
die für
die Innenschicht verwendete Ethylenverbindung weniger als 5 Gew.-%
solcher Additive.
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Die
am stärksten
bevorzugten Polyethylenverbindungen und -harze, die für die Innenschicht
der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, sind in der europäischen Patentanmeldung
EP 0 897 934 beschrieben.
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Die
Dicke der inneren Polyethylenschicht beträgt vorzugsweise mindestens
3%, am stärksten
bevorzugt mindestens 6%, der Gesamtrohrdicke. Die Dicke der Innenschicht übersteigt
15% der Gesamtrohrdicke vorzugsweise nicht. Die minimale Dicke der
inneren Polyethylenschicht beträgt
vorzugsweise mindestens 0,5 mm.
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In
den erfindungsgemäßen mehrschichtigen
Polyethylenrohren kann die Polyethylenverbindung mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von weniger als 8.000 Stunden der Hauptschicht irgendeine Polyethylenverbindung
sein. Die Anmelder haben herausgefunden, daß die Spannungsrißbeständigkeit
NPT, wie hierin zuvor beschrieben, für dieses Hauptschichtpolyethylen
kleiner als 5.000 Stunden, sogar kleiner als 3.000 Stunden sein
kann.
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Vorzugsweise
hat die Polyethylenverbindung mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von weniger als 8.000 Stunden, die für diese Hauptschicht verwendet
wird, eine gute Zeitstandfestigkeit. Die für diese Hauptschicht verwendeten
Verbindungen haben vorzugsweise eine solche Zeitstandfestigkeit,
daß sie
einer Bewertung der minimalen erforderlichen Festigkeit (MRS-Bewertung)
gemäß dem Standard
ISO/TR 9080 zugeordnet werden können,
die mindestens die MRS 8-Bewertung (auch als PE 80 bezeichnet) ist.
Am stärksten bevorzugt
haben die für
diese Schicht verwendeten Verbindungen mindestens eine MRS 10-Bewertung. Überdies
weisen die Polyethylenverbindungen, die für diese Hauptschicht der erfindungsgemäßen rohre
verwendet werden, vorzugsweise eine gute Beständigkeit gegen eine schnelle
Rißausbreitung
(RCP) auf. Die gemäß der Erfindung
verwendeten Verbindungen halten vorzugsweise einem Druck von mehr
als 10 bar bei 0°C
stand.
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Die
Polyethylenverbindung mit einer Spannungsrißbeständigkeit NPT von weniger als
8.000 Stunden, die als Hauptschicht in dem erfindungsgemäßen Rohr
verwendet wird, umfaßt
im allgemeinen mindestens 95 Gew.-% eines Polyethylenharzes mit
einer breiten Molekulargewichtsverteilung, einem Schmelzindex MI5 zwischen 0,07 und 10 g/10 min und einer
Dichte, gemessen gemäß Standard
ASTM D 792, zwischen 930 und 965 kg/m3,
vorzugsweise zwischen 940 und 960 kg/m3.
Vorzugsweise umfaßt
das Polyethylenharz der Hauptschicht 30 bis 70 Gew.-% eines ersten
Ethylenpolymers mit einer Dichte von mindestens 960 kg/m3 und einem Schmelzindex MI2 von
mindestens 100 g/10 min und 30 bis 70 Gew.-% eines zweiten Ethylencopolymers,
umfassend 0,4 bis 10 Gew.-% eines alpha-Olefins, enthaltend mindestens
4 Kohlenstoffatome (am stärksten
bevorzugt ein Ethylen-Buten-Copolymer), mit einer Dichte zwischen
910 und 938 kg/m3 und einem Schmelzindex MI5 zwischen 0,01 und 2 g/10 min.
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Die
für die
Hauptschicht verwendete Polyethylenverbindung kann außerdem die üblichen
Additive umfassen, die in Polyethylenrohrverbindungen verwendet
werden, wie Stabilisatoren (Antioxidationsmittel und/oder Anti-UV-Mittel),
Antistatika, Verarbeitungshilfsmittel und Färbemittel. Vorteilhafterweise
umfaßt
die für
die Hauptschicht verwendete Ethylenverbindung weniger als 5 Gew.-%
solcher Additive.
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Die
bevorzugten Polyethylenverbindungen mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von weniger als 8.000 Stunden, die als Hauptschicht der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, sind bekannt, sie sind beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung
EP 0 603 935 beschrieben,
und sie sind kommerziell von Solvay Polyolefins Europe unter den
Namen ELTER
®TUB
121, ELTER
®TUB
124 und ELTEX
®TUB
125 erhältlich.
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Die
Dicke der Polyethylenhauptschicht beträgt vorzugsweise mindestens
50%, am stärksten
bevorzugt mindestens 60%, der Gesamtrohrdicke. Die Dicke der Hauptschicht übersteigt
90% der Gesamtrohrdicke vorzugsweise nicht.
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Besonders
bevorzugte Rohre gemäß der Erfindung
sind die, worin eine Polyethylenverbindung mit einer MRS-Bewertug
von mindestens 10 für
die Hauptschicht aus Polyethylen verwendet wurde und eine Polyethylenverbindung
mit einer MRS-Bewertung von mindestens 10 für die Innenschicht aus Polyethylen
verwendet wurde. Durch die Verwendung solcher Polyethylenverbindungen
betrug auch die MRS-Gesamtbewertung des Rohrs 10 oder mehr.
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Die
erfindungsgemäßen mehrschichtigen
Rohre weisen eine sehr gute Beständigkeit
in bezug auf Punktbelastung auf. Die Beständigkeit in bezug auf die Punktbelastung
der erfindungsgemäßen Rohre
war sehr oft dieselbe, wie die Beständigkeit von Rohren desselben
Durchmessers und derselben Dicke, die vollständig aus der Polyethylenverbindung,
die für
die Innenschicht verwendet wird, hergestellt waren.
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Die
Beständigkeit
in bezug auf die Punktbelastung von Rohren kann untersucht werden,
indem eine Punktlast (beispielsweise in Form eines Kolbens ohne
scharfe Kanten) gegen die Außenwand
des Rohrs angewandt wird und die Bruchzeit der Rohre, die unter
verschiedene Innendrücke
und/oder -temperaturen gesetzt wurden, gemessen wurde. Ein solcher
Test wird beispielsweise von I. Uhi und F. Haizmann, in Wasser-Abwasser
141 (3), S. 142–4
(2000) beschrieben.
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Neben
der Innenschicht und der Hauptschicht können die erfindungsgemäßen Rohre
außerdem
andere Schichten aus irgendeinem anderen Material umfassen. Diese
Schichten können
zwischen der Innenschicht und der Hauptschicht und/oder an der Außenseite
des Rohrs abgeschieden werden.
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Vorzugsweise
umfassen die erfindungsgemäßen Rohre
außerdem
mindestens eine Außenschicht. Die
vorliegende Erfindung betrifft auch Rohre, die zusätzlich zu
der Hauptschicht und der Innenschicht, wie hierin zuvor beschrieben,
eine Außenschicht
mit einer guten Kratzfestigkeit umfassen. Unterschiedliche Materialien
mit einer guten Kratzfestigkeit sind in der Technik bekannt. Solche
Materialien sind beispielsweise verstärkte Polyolefine, wie durch
Glasfasern verstärktes
Polyethylen, oder vernetzte Polyolefine.
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In
einer ersten Variante dieser bestimmten Ausführungsform gemäß der Erfindung
wurde eine vernetzte Silan-gepfropfte Polyethylenverbindung als
Außenschicht
verwendet. Die Verwendung einer vernetzten Silan-gepfropften Polyethylenverbindung
als Außenschicht
wurde in der europäischen
Patentanmeldung
EP 0 869 304 beschrieben.
In dieser ersten Variante wird vorzugsweise eine vernetzte Silan-gepfropfte
Polyethylenverbindung mit einer Rißbeständigkeit, untersucht mit der
Kerbrohrprüfung
(NPT) gemäß ISO 13479
(1996), wie hierin zuvor beschrieben, von mindestens 5.000 Stunden,
am stärksten
bevorzugt mindestens 8.000 Stunden, verwendet. Das vernetzte Silan-gepfropfte
Polyethylen wird im allgemeinen erhalten, indem ein Silan-gepfropftes
Polyethylen mit einer Dichte von mindestens 943 kg/m
3 (vorzugsweise
mindestens 950 kg/m
3) und einem Schmelzindex
MI
5 zwischen 0,05 und 5 g/10 min und enthaltend
0,10 bis 0,24 hydrolysierbare Silangruppen pro 100 CH
2-Einheiten
Wasser oder Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Die Verwendung einer vernetzten
Silan-gepfropften Polyethylenverbindung mit einer MRS-Klassifizierung
gemäß ISO/TR
9080 von mindestens 10 ist bevorzugt. Eine solche Polyethylenverbindung
wird im allgemeinen als PEX 100 bezeichnet und ist kommerziell erhältlich (ELTEX
®TUX
100, vermarktet von Solvay Polyolefins Europe).
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In
einer zweiten und bevorzugten Variante dieser bestimmten Ausführungsform
gemäß der Erfindung wurde
eine Polyethylenverbindung mit denselben Merkmalen wie die Polyethylenverbindung,
die für
die Innenschicht verwendet wurde, wie hierin zuvor beschrieben,
für die
Außenschicht
verwendet.
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Folglich
hat die Polyethylenverbindung der Außenschicht vorzugsweise eine
Spannungsrißbeständigkeit
NPT, wie hierin zuvor beschrieben, von mehr als 8.000 Stunden, stärker bevorzugt
mindestens 10.000 Stunden und am stärksten bevorzugt mindestens
12.000 Stunden. Die Polyethylenverbindungen der Außenschicht
haben vorzugsweise eine solche Zeitstandfestigkeit, daß sie der
Bewertung einer minimalen erforderlichen Festigkeit (MRS) gemäß Standard
ISO/TR 9080 zugeordnet werden können,
die mindestens die MRS 10-Bewertung ist. Überdies weisen die Polyethylenverbindungen,
die für
die Außenschicht
der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, vorzugsweise eine gute Beständigkeit gegen eine schnelle
Rißaus breitung (RCP)
auf, so daß sie
einem Druck von mehr als 10 bar bei 0°C standhalten. Vorzugsweise
weisen die Ethylenverbindungen, die für die Außenschicht der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, eine Versagenszeit unter dem in ISO DIS 16770
spezifizierten FNCT-Test von mindestens 500 Stunden, am stärksten bevorzugt
mindestens 1.000 Stunden, auf. Die Polyethylenverbindung der Außenschicht,
die in dem erfindungsgemäßen Rohr
verwendet wird, umfaßt
im allgemeinen mindestens 95 Gew.-% eines Polyethylenharzes mit
einer breiten Molekulargewichtsverteilung, einem Schmelzindex MI
5 zwischen 0,07 und 10 g/10 min und eine
Dichte, gemessen gemäß Standard
ASTM D 792, zwischen 930 und 965 kg/m
3,
vorzugsweise zwischen 940 und 960 kg/m
3.
Vorzugsweise umfaßt
das Polyethylenharz der Außenschicht
30 bis 70 Gew.-% eines Ethylenpolymers mit einer Dichte von mindestens
960 kg/m
3 und einem Schmelzindex ML von
mindestens 100 g/10 min und 30 bis 70 Gew.-% eines Ethylencopolymers,
umfassend 0,4 bis 10 Gew.-% eines alpha-Olefins, enthaltend mehr als
5 Kohlenstoffatome (am stärksten
bevorzugt ein Ethylen-Hexen-Copolymer), mit einer Dichte zwischen
910 und 938 kg/m
3 und einem Schmelzindex
MI
5 zwischen 0,01 und 2 g/10 min. Die für die Außenschicht
verwendete Polyethylenverbindung kann außerdem die üblichen Additive umfassen,
die in Polyethylenrohrverbindungen verwendet werden, wie Stabilisatoren
(Antioxidationsmittel und/oder Anti-UV-Mittel), Antistatika, Verarbeitungshilfsmittel
und Färbemittel.
Vorteilhafterweise umfaßt
die für
die Außenschicht
verwendete Polyethylenverbindung weniger als 5 Gew.-% solcher Additive.
Die am stärksten
bevorzugten Polyethylenverbindungen und -harze, die für die Außenschicht
der erfindungsgemäßen Rohre
verwendet werden, sind in der europäischen Patentanmeldung
EP 0 897 934 beschrieben.
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In
dieser zweiten Variante wird vorzugsweise dasselbe Polyethylenharz
für sowohl
die Innen- als auch die
Außenschicht
des Rohrs verwendet. Die Polyethylenverbindungen, die für die Innen-
und Außenschicht des
Rohrs verwendet werden, können
unterschiedliche Färbemittel
umfassen, damit sie für
bestimmte Zwecke geeignet sind, wie Kamerainspektion für die Innenschicht
und Identifikation des transportierten Fluids für die Außenschicht.
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Die
Rohre gemäß dieser
zweiten Variante dieser erfindungsgemäßen Ausführungsform haben den weiteren
Vorteil, daß sie
einfach wiederaufzubereiten sind und daß sie einfach durch Kern-Schmelzschweißen zusammengefügt werden
können.
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In
einer dritten und besonders bevorzugten Variante dieser erfindungsgemäßen Ausführungsform
umfaßt
das Rohr eine Innenschicht und eine Außenschicht aus einer Polyethylenverbindung
mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von mindestens 8.000 Stunden und einer MRS-Bewertung von 10
oder mehr und eine Hauptschicht aus einer Polyethylenverbindung
mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von weniger als 8.000 Stunden und einer MRS-Bewertung von 10 oder mehr. Aufgrund
der Verwendung solcher Materialien betrug auch die MRS-Gesamtklassifizierung
des Rohrs 10 oder mehr. Folglich könnten erfindungsgemäße Rohre
verwendet werden, die denselben Durchmesser und dieselbe Dicke haben,
wie Rohre, die aus einem einzelnen MRS 10-Material hergestellt wurden.
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Die
Dicke der Außenschicht
liegt im allgemeinen zwischen 1 und 35% der Gesamtrohrdicke, beträgt jedoch
nicht weniger als 0,3 mm. Vorzugsweise übersteigt die Dicke der Außenschicht
30% der Gesamtrohrdicke nicht. Vorzugsweise beträgt die Dicke der Außenschicht
mindestens 10%, am stärksten
bevorzugt mindestens 15%, der Gesamtrohrdicke.
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Die
erfindungsgemäßen Rohre
umfassen außerdem
eine Außenschicht
aus einem Material mit guter Kratzfestigkeit, und insbesondere weisen
die mit einer Außenschicht
mit denselben Eigenschaften wie die Polyethyleninnenschicht, neben
einer guten Beständigkeit
in bezug auf Punktbelastung eine sehr gute Spannungsrißbeständigkeit
auf. Die Spannungsrißbeständigkeit
dieser Rohre war sehr oft dieselbe, wie die Spannungsrißbeständigkeit
von Rohren mit demselben Durchmesser und derselben Dicke, die vollständig aus
dem für
die Innenschicht verwendeten Polyethylen hergestellt waren.
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Die
erfindungsgemäßen Rohre
sind daher gut für
die Verwendung als Rohre für
den Transport von Fluiden unter Druck, wie Wasser und Gas, geeignet.
Die erfindungsgemäßen Rohre
haben den Vorteil, daß sie
in Böden,
die Felsen und Steine enthalten, ohne große Probleme, sogar ohne die
Verwendung eines (teuren) Sandbettes, eingebettet oder darauf gestellt
werden können.
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Die
erfindungsgemäßen Rohre
können
durch jedes dafür
geeignete Verfahren hergestellt werden. Sie können vorteilhafterweise durch
Coextrusion der Polyethylenverbindungen, die in dem Rohr enthalten
sind, hergestellt werden.
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Die 1 und 2 veranschaulichen
schematisch die erfindungsgemäßen Rohre.
In 1 wird ein erfindungsgemäßes zweischichtiges Rohr veranschaulicht,
das eine Hauptschicht (1) aus einer Polyethylenverbindung
mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von weniger als 8.000 Stunden und eine Innenschicht (2)
aus einer Polyethylenverbindung mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von mehr als 8.000 Stunden aufweist. In 2 wird ein
erfindungsgemäßes dreischichtiges
Rohr veranschaulicht, das eine Hauptschicht (1) aus einer
Polyethylenverbindung mit einer Spannungsrißbeständigkeit NPT von weniger als
8.000 Stunden, eine Innenschicht (2) aus einer Polyethylenverbindung
mit einer Spannungsrißbeständigkeit
NPT von mehr als 8.000 Stunden und eine Außenschicht (3) aufweist.
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Beispiel
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Ein
erfindungsgemäßes dreischichtiges
Rohr mit einem Gesamtdurchmesser von 110 mm und einer Dicke von
10 mm (SDR 11) wurde durch Coextrusion hergestellt. Das Rohr umfaßte eine
Innenschicht und eine Außenschicht
aus einer Polyethylenverbindung, umfassend ein Ethylen-Hexen-Copolymer,
wie in Beispiel 8 von
EP 0 897
934 beschrieben. Diese Verbindung hatte eine MRS-Klassifizierung
von 10 und eine Spannungsrißbeständigkeit
NPT, gemessen gemäß Standard
ISO 13479, von mehr als 12.000 Stunden. Die Dicke der Innenschicht
betrug 1 mm; die Dicke der Außenschicht
betrug 2,5 mm. Zwischen diesen beiden Schichten war eine Hauptschicht
(mit einer Dicke von 6,5 mm), hergestellt aus einer Polyethylenverbindung
(umfassend ein Ethylen-Buten-Copolymer), vermarktet von Solvay Polyolefins
Europe unter dem Namen ELTEX
®TUB 124. Diese Polyethylenverbindung
hatte eine MRS-Klassifizierung von 10 und eine Spannungsrißbeständigkeit NPT,
gemessen gemäß Standard
ISO 13479, von etwa 1.800 Stunden.
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Die
Eigenschaften des Rohrs wurden gemessen und sind in Tabelle I dargestellt.
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Vergleichsbeispiel
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Ein
Rohr mit demselben Gesamtdurchmesser und derselben Gesamtdicke,
wie das in dem obigen Beispiel hierin beschriebene, wurde hergestellt,
bestand jedoch vollständig
aus der Polyethylenverbindung, die von Solvay Polyolefins Europe
unter dem Namen ELTEX®TUB 124 vermarktet wird.
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Die
Eigenschaften des Rohrs wurden gemessen und sind in Tabelle I dargestellt
| | Beispiel | Vergleichsbeispiel |
| MRS-Klassifizierung | 10 | 10 |
| Spannungsrißbeständigkeit,
gemessen gemäß NPT-Standard | > 8.000 Stunden | 1.800
Stunden |
| Beständigkeit
in bezug auf Punktbelastung | > 8.000 Stunden | ~
1.500 Stunden |
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Der
Vergleich der in Tabelle I dargestellten Ergebnisse zeigt, daß das erfindungsgemäße Rohr,
obwohl es als Hauptschicht eine Polyethylenverbindung mit einer
relativ niedrigen Spannungsrißbeständigkeit
enthält, eine
sehr gute Spannungsrißbeständigkeit
und eine wesentlich bessere Beständigkeit
in bezug auf Punktbelastung hat.