DE602004010200T2 - Vorrichtung und Verfahren zum Abschrauben eines rohrförmigen Elements im Bohrloch - Google Patents

Vorrichtung und Verfahren zum Abschrauben eines rohrförmigen Elements im Bohrloch Download PDF

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Description

  • AUSGANGSSITUATION DER ERFINDUNG
  • Gebiet der Erfindung
  • Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung betreffen im allgemeinen einen Rohr- oder Bohrstrangrückholvorgang in einer Bohrlochumgebung und insbesondere ein Abschraubwerkzeug.
  • Beschreibung des Stands der Technik
  • Während des Ausbildens von Bohrlöchern werden verschiedene rohrförmige Stränge in das Bohrloch eingeführt und wieder aus diesem entfernt. Zum Beispiel können zum Ausbilden des Bohrlochs Bohrer und Bohrstränge verwendet werden, die mit zunehmender Tiefe des Bohrlochs typischerweise mit Futterrohr ausgekleidet sind. Bei den heutigen Löchern ist es nicht unüblich, daß ein Bohrloch mehrere tausend Fuß tief ist und das gesamte Bohrloch mit einem rohrförmigen Strang ausgekleidet ist, der häufig als Futterrohr bezeichnet wird. In anderen Fällen ist nur der obere Abschnitt des Bohrlochs mit Futterrohr ausgekleidet, und der untere Abschnitt ist zur Erde hin weiterhin offen. Rohrförmige Elemente, die häufig als Förderrohrstrang oder nur Rohrstrang bezeichnet werden, sind ebenfalls in dem Bohrloch installiert. Während das Loch in neue Tiefen gebohrt wird, wird der Bohrstrang zunehmend länger. Da die Löcher oftmals nichtvertikal oder krumm sind, kann ein etwas gekrümmter Weg ausgebildet werden, der zu dem Grund des Bohrlochs führt, wo das Bohren erfolgt. Aufgrund des nichtlinearen Wegs durch das Bohrloch und anderer unvorhersehbarer Bedingungen kann der Bohrstrang oder der Rohrstrang blockieren oder auf sonstige Weise in dem Bohrloch steckenbleiben, während er sich axial oder rotierend bewegt. Die mit einem steckengebliebenen Bohrstrang verbundenen Probleme können das Anhalten sämtlicher Bohrvorgänge einschließen, wodurch wertvolle Anlaufzeit verlorengeht. Im allgemeinen ist einer der ersten Schritte bei einem Bohrstrangrückholvorgang, den Punkt zu bestimmen, an dem der Bohrstrang feststeckt, zum Beispiel unter Verwendung eines Free-Point-Werkzeugs. Diesem Schritt folgt üblicherweise ein Abschraubvorgang unter Verwendung eines Abschraubwerkzeugs.
  • Da ein Bohrstrang im allgemeinen aus mehreren Teilen eines Gestängerohrs zusammengesetzt ist, die durch Schraubverbindungen verbunden sind, kann der obere Abschnitt des Bohrstrangs über dem Teil des Rohrs, das steckengeblieben ist, von dem unteren Abschnitt des Bohrstrangs abgeschraubt werden. Somit kann der obere Abschnitt des Bohrstrangs aus dem Loch gezogen werden. Da die Schraubverbindung im allgemeinen fest angezogen ist, wurde das Lösen des oberen Abschnitts des Bohrstrangs von dem unteren Abschnitt des Bohrstrangs typischerweise durch Ausführen eines Abschraubvorgangs erreicht, wobei auf den Bohrstrang ein Links- oder Rückdrehmoment ausgeübt und benachbart zu der zu lösenden Schraubverbindung ein Sprengsatz gezündet wird. Die Sprengung überträgt eine Schockwelle von dem Sprengsatz zu der Schraubverbindung, was für die Schraubverbindung als eine Erschütterung dient, so daß das Abschraubdrehmoment den oberen Abschnitt von dem unteren Abschnitt des Bohrstrangs abkoppelt.
  • Ein herkömmliches Abschraubwerkzeug schließt im allgemeinen eine Zündschnur ein, die an einer zentralen Stahlstange befestigt ist, welche an einem Drahtseil in den Bohrstrang abgesenkt werden kann. Die Zündschnur wird gezündet, um durch eine Sprengung Schockwellen an oder in der Nähe einer gewünschten Stelle zu erzeugen. Die Sprengung erzeugt in etwa die gleiche Wirkung wie ein starker Hammerschlag und erlaubt es, den Bohrstrang an der Schraubverbindung abzuschrauben. Dieses Verfahren aus dem Stand der Technik, das im allgemeinen als ein „string shot" (Strangschuß) bekannt ist, hinterläßt Bandreste in dem Loch und erfordert Seitendetonation von Schnur zu Schnur, was nicht nur ein wenig unzuverlässig ist, sondern auch eine ungleichmäßige, uneinheitliche Sprengung erzeugt, die eine Schockwelle der notwendigen Stärke und Gleichmäßigkeit erzeugen kann oder auch nicht. Darüber hinaus sind die Versandkosten für die Zündschnüre, die typischerweise als Gefahrstoffe klassifiziert werden, aufgrund von Versandbestimmungen in Verbindung mit Sprengstoffen typischerweise hoch.
  • Daher besteht ein Bedarf an einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Lösen des oberen Abschnitts des Bohrstrangs von dem unteren Abschnitt des Bohrstrangs ohne die Nachteile herkömmlicher Veren.
  • Die US-Patentveröffentlichung Nr. 2,948,059 (Bodine) offenbart eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1. Die US-Patentveröffentlichung Nr. 4,396,065 (McKenney) offenbart ein Verfahren zum Lösen einer Schraubverbindung einer Rohrleitung in einem Bohrloch unter Verwendung von Schockwellen.
  • ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Eine Vorrichtung der im Oberbegriff von Anspruch 1 genannten Art ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß
    • – der Wellengenerator aus einem piezoelektrischen Kristall, einer piezoelektrischen Keramik, einem Stapel aus piezoelektrischen Platten oder magnetostriktiven Materialien hergestellt ist;
    • – der mindestens eine Schallwellengenerator zwei oder mehr Schallwellengeneratoren umfaßt, die an zwei oder mehr Stellen an dem Abschraubwerkzeug positioniert sind, wobei die zwei oder mehr Schallwellengeneratoren so positioniert sind, daß eine Kombination der Vielzahl von Schallwellen von den beiden oder mehr Schallwellengeneratoren wesentlich größer als die Vielzahl von Schallwellen von jedem der beiden oder mehr Schallwellengeneratoren ist.
  • Insbesondere umfaßt der Schallwellengenerator mindestens eine piezoelektrische Keramik oder einen Stapel aus piezoelektrischen Platten.
  • Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Abschrauben eines oberen Abschnitts eines rohrförmigen Elements, der mit dem unteren Abschnitt des rohrförmigen Elements durch eine Schraubverbindung in einem Bohrloch verbunden ist, gekennzeichnet durch:
    • – Ausüben eines Rückdrehmoments auf den oberen Abschnitt des rohrförmigen Elements;
    • – Absenken eines Abschraubwerkzeugs durch das rohrförmige Element zu einer Position, die sich im wesentlichen in der Nähe der Schraubverbindung befindet; und
    • – Erzeugen einer Vielzahl von Schallwellen durch das Abschraubwerkzeug zum Lösen der Schraubverbindung unter Verwendung eines Schallwellengenerators, der aus einem piezoelektrischen Kristall, einer piezoelektrischen Keramik, einem Stapel von piezoelektrischen Platten oder magnetostriktiven Materialien hergestellt ist;
    • – Versehen des mindestens einen Schallwellengenerators mit zwei oder mehr Schallwellengeneratoren, die an zwei oder mehr Stellen an dem Abschraubwerkzeug positioniert sind, wobei die beiden oder mehr Schallwellengeneratoren so positioniert sind, daß eine Kombination der Vielzahl von Schallwellen von den beiden oder mehr Schallwellengeneratoren wesentlich größer als die Vielzahl von Schallwellen von jedem der beiden oder mehr Schallwellengeneratoren ist.
  • Bevorzugt umfaßt das Verfahren ferner Aktivieren des Abschraubwerkzeugs zum Erzeugen der Schallwellen.
  • Noch bevorzugter umfaßt das Verfahren ferner Setzen des rohrförmigen Elements in eine neutrale Gewichtsposition an der Schraubverbindung über einem Klebezustand.
  • ... dieser Erfindung und sind daher nicht als Einschränkung ihres Umfangs anzusehen, da die Erfindung weitere gleichermaßen wirksame Ausführungsformen zulassen kann.
  • 1 veranschaulicht eine Querschnittsansicht eines im Inneren eines rohrförmigen Elements positionierten Abschraubwerkzeugs gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
  • 2 veranschaulicht eine Querschnittsansicht eines im Inneren eines rohrförmigen Elements positionierten Abschraubwerkzeugs gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
  • 3 veranschaulicht ein Verfahren zum Abschrauben eines rohrförmigen Elements aus einem Bohrloch gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
  • AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG
  • Nachstehend folgt eine ausführliche Beschreibung. Verschiedene hier verwendete Begriffe sind untenstehend definiert. Sofern ein in einem Anspruch verwendeter Begriff untenstehend nicht definiert ist, sollte er die am weitesten gefaßte Definition erhalten, die Fachleute diesem Begriff gegeben haben und die in Druckschriften und erteilten Patenten zum Ausdruck kommt. In der folgenden Beschreibung sind gleiche Teile in der gesamten Patentschrift und in den Zeichnungen mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Die Zeichnungen können maßstabsgetreu sein, sind dies jedoch nicht notwendigerweise, und die Proportionen bestimmter Teile wurden übertrieben dargestellt, um Einzelheiten und Merkmale der Erfindung besser zu veranschaulichen.
  • 1 veranschaulicht eine Querschnittsansicht eines im Inneren eines rohrförmigen Elements 110 positionierten Abschraubwerkzeugs 100 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Das rohrförmige Element 110 kann ein Bohrstrang, ein Futterrohr, ein Förderrohrstrang und dergleichen sein. Das rohrförmige Element 110 ist als aufgrund eines Zustands 135 in einem Bohrloch 120, das mit Futterrohr 125 ausgekleidet sein kann, feststeckend veranschaulicht. Der Klebezustand 135 kann durch eine Anzahl von Faktoren verursacht sein, einschließlich einer Sandbrücke, die um einen Abschnitt des rohrförmigen Elements 110 herum gebildet worden sein kann, Festschlamm oder Trocknung von Schlamm in dem Ring, eines feststeckenden Packers oder einer feststeckenden Bohrlochausrüstung und dergleichen. Zur Veranschaulichung ist ein Bohrloch an Land gezeigt; es versteht sich jedoch, daß das Abschraubwerkzeug 100 auch bei Offshore-Bohrlöchern angewendet werden kann.
  • Das Abschraubwerkzeug 100 wird im allgemeinen an einem Drahtseil 140, das sich bis zu dem Bohrgestell an der Oberfläche des Bohrlochs 120 erstreckt, in das rohrförmige Element 110 herabgelassen. Das Abschraubwerkzeug 100 schließt ein Gehäuse 130 und einen in dem Gehäuse 130 montierten Schallwellengenerator 10 ein. Der Schallwellengenerator 10 kann aus jedem beliebigen Material hergestellt sein, das dazu veranlaßt werden kann, Schall-, akustische, Schock- oder Druckwellen zu erzeugen. Zum Beispiel kann der Schallwellengenerator 10 aus einem piezoelektrischen Kristall oder einer piezoelektrischen Keramik, magnetostriktiven Materialien, Bariumtitanat, Quarz und dergleichen hergestellt sein. Der Schallwellengenerator 10 kann außerdem ein Stapel aus piezoelektrischen Platten sein, der aus Wafern aus Quarz, Lithiumniobat, Lithiumtantalat oder Keramik gefertigt ist. Der Stapel aus piezoelektrischen Platten, die im allgemeinen in der Richtung der x-Kristallachse geschnitten werden, können für Leitfähigkeit und mechanische Festigkeit mit Silberlegierung beschichtet werden, dann gestapelt und unter Vakuum und aufgebrachtem Druck miteinander verschmolzen werden.
  • Der Schallwellengenerator 10 ist mit einer Stromversorgung 124 elektrisch verbunden, die konfiguriert ist, um ein elektrisches Signal an den Schallwellengenerator 10 zu liefern. Der Schallwellengenerator 10 ist konfiguriert, als Reaktion auf den Empfang des elektrischen Signals von der Stromversorgung 124 zu schwingen, wodurch die Schallwellen erzeugt werden. Der Schallwellengenerator 10 kann außerdem mit einer Steuereinrichtung 116 verbunden sein, die zum Steuern der Aktivierung des Schallwellengenerators 10 konfiguriert ist. Die Steuereinrichtung 116 kann außerdem die Frequenz, Amplitude oder Resonanz der Schallwellen variieren.
  • Die Steuereinrichtung 116 weist eine Zentraleinheit (CPU), einen Speicher und Hilfsschaltungen für die CPU auf. Die CPU kann eine beliebige Form von Universalprozessoren für Rechner aufweisen, die in einer industriellen Umgebung zum Steuern verschiedener Geräte wie beispielsweise dem Schallwellengenerator 10 verwendet werden. Der Speicher ist an die CPU gekoppelt und kann mindestens ein leicht verfügbarer Speicher wie beispielsweise ein Direktzugriffspeicher (RAM), ein Nur-Lese-Speicher (ROM), eine Diskette und/oder eine Festplatte oder jede sonstige Form von digitalem Fest- oder Fernspeicher sein. Die Hilfsschaltungen sind an die CPU gekoppelt, um den Prozessor auf herkömmliche Weise zu unterstützen. Diese Schaltungen können Cache-Speicher, Stromversorgungen, Taktschaltungen, Eingangs-/Ausgangsschaltkreise und Teilsysteme und dergleichen einschließen.
  • Das Abschraubwerkzeug 100 ist im allgemeinen im wesentlichen in der Nähe von oder benachbart zu einer Schraubverbindung 150 positioniert, so daß die von dem Schallwellengenerator 10 erzeugten Schallwellen die Schraubverbindung 150 lösen können.
  • In einer Ausführungsform schließt das Abschraubwerkzeug zwei Schallwellengeneratoren 210 und 220 ein, wie in 2 gezeigt. In dieser Ausführungsform können die beiden Schallwellengeneratoren 210 und 220 auf jeder Seite der zu lösenden Schraubverbindung 150 positioniert sein, so daß die kombinierte Amplitude der Schallwellen größer ist als die Amplitude der Schallwellen von einem einzelnen Schallwellengenerator 10. In noch einer weiteren Ausführungsform schließt das Abschraubwerkzeug 100 eine Vielzahl von Schallwellengeneratoren ein. In diesen Ausführungsformen können die Schallwellengeneratoren simultan oder zu vordefinierten Zeiten aktiviert werden.
  • 3 veranschaulicht ein Verfahren 300 zum Abschrauben eines oberen Abschnitts eines rohrförmigen Elements 110 aus einem Bohrloch 120 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Nachdem der Klebezustand erkannt und lokalisiert wurde, kann das rohrförmige Element 110 in eine neutrale Gewichtsposition an der Schraubverbindung 150 gesetzt werden (Schritt 310), das heißt, Setzen des rohrförmigen Elements weder unter Spannung noch unter Druck. Das Setzen der neutralen Gewichtsposition wird typischerweise erreicht durch Hin- und Herbewegen des rohrförmigen Elements 110. Während Spannung an der Oberfläche des Bohrlochs 120 aufgebracht wird, kann sich das rohrförmige Element 110 zusammenziehen und ausdehnen. Somit kann das rohrförmige Element 110 angehoben werden, um das Gewicht des oberen Abschnitts des rohrförmigen Elements 110 zu verringern, wodurch Kräften entgegengewirkt wird, die auf die Schraubverbindung 150 einwirken und die Freigabe verhindern.
  • Bei Schritt 320 wird auf das rohrförmige Element 110 von der Oberfläche aus ein Rückdrehmoment ausgeübt. Das Abschraubwerkzeug 100 wird daraufhin durch das rohrförmige Element 110 zu einer gewünschten Position abgesenkt (Schritt 330). In einer Ausführungsform ist die gewünschte Position im wesentlichen in der Nähe der ersten Schraubverbindung 150 über dem Klebezustand 135. In einer weiteren Ausführungsform ist die gewünschte Position im wesentlichen in der Nähe der ersten Schraubverbindung 150 im Inneren des Futterrohrs 125 über dem Klebezustand 135. In noch einer weiteren Ausführungsform kann das rohrförmige Element in die neutrale Gewichtsposition gesetzt werden, nachdem das Abschraubwerkzeug 100 zu der gewünschten Position abgesenkt wurde. Alternativ kann das Rückdrehmoment ausgeübt werden, nachdem das Abschraubwerkzeug 100 abgesenkt wurde.
  • Bei Schritt 340 wird der Schallwellengenerator 10 aktiviert, um Schallwellen zu erzeugen, um die Schraubverbindung 150 zu erschüttern oder zu lösen. In einer Ausführungsform werden die Schallwellen erzeugt, während das rohrförmige Element 110 in seine neutrale Gewichtsposition gesetzt wird. Die Schallwellen sind konfiguriert, um in etwa die gleiche Wirkung wie ein starker Hammerschlag zu erzeugen, wodurch die Schraubverbindung 150 gelöst wird und erlaubt wird, den oberen Abschnitt des rohrförmigen Elements 110 von dem unteren Abschnitt des rohrförmigen Element 110 abzuschrauben. Die Schallwellen werden durch flüssiges oder gasförmiges Medium in dem Bohrloch 120 an die Schraubverbindung 150 übertragen. Der Schallwellengenerator 10 kann durch Empfang eines elektrischen Signals von der Stromversorgung 124 aktiviert werden. Ferner kann die Aktivierung des Schallwellengenerators 10 von der Steuereinrichtung 116 gesteuert werden. In einer Ausführungsform kann der Schallwellengenerator 10 wiederholt aktiviert werden, um die Schallwellen zu erzeugen, bis die Schraubverbindung 150 gelöst ist. Ein Rückdrehmoment und die gesetzte neutrale Gewichtsposition an Schraubverbindung 150 können ausgeübt werden, nachdem oder während der Schallwellengenerator 10 aktiviert wurde/wird.
  • In einer Ausführungsform werden die Schallwellen wiederholt oder kontinuierlich erzeugt, während das Abschraubwerkzeug 100 nach oben oder nach unten bewegt wird (Schritt 345). Zum Beispiel können die Schallwellen erzeugt werden: (i) während das Abschraubwerkzeug 100 in die gewünschte Position abgesenkt wird, das heißt, noch bevor das Abschraubwerkzeug 100 die gewünschte Position erreicht, (ii) während das Abschraubwerkzeug 100 nach oben gezogen wird, (iii) während das Abschraubwerkzeug 100 über die Schraubverbindung 150 hinaus abgesenkt und nach oben gezogen wird, wie bei einer Kehrbewegung. Auf diese Weise erlauben verschiedene Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dem Schallwellengenerator 10, die Schallwellen während des Auf- und Abbewegens des Abschraubwerkzeugs 100 zu erzeugen, bis die Schallwellen die Schraubverbindung 150 erreichen, während sich das rohrförmige Element 110 in der neutralen Gewichtsposition befindet, wodurch die Schraubverbindung gelöst wird 150.
  • In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die Schallwellen wiederholt oder kontinuierlich erzeugt, während das rohrförmige Element 110 hin- und herbewegt wird. Während das rohrförmige Element hin- und herbewegt wird, bewegt sich die neutrale Gewichtsposition entlang des rohrförmigen Elements 110. Während sich die neutrale Gewichtsposition entlang des rohrförmigen Elements 110 nach oben und unten bewegt, werden die Schallwellen in Richtung des rohrförmigen Elements 110 erzeugt. Auf diese Weise lösen die auf die Schraubverbindung 150 ausgeübten Schallwellen die Schraubverbindung 150, während sich die neutrale Gewichtsposition durch die Schraubverbindung 150 bewegt.
  • In noch einer weiteren Ausführungsform ist der Schallwellengenerator 10 konfiguriert zum Erzeugen von Schallwellen bei einer oder mehreren vorbestimmten Frequenzen. Die Frequenz der Schallwellen kann über die Steuereinrichtung 116 variiert werden. Zusätzlich können die Frequenz und/oder die Resonanz der Schallwellen entsprechend der Nähe der Schraubverbindung 150 an dem Klebezustand 135 variiert werden. Zum Beispiel ist im allgemeinen die zum Lösen der Schraubverbindung 150 erforderliche Frequenz und/oder Resonanz um so höher, je näher sich die Schraubverbindung 150 an dem Klebezustand befindet. Ferner kann auch die Amplitude der Schallwellen von der Steuereinheit 116 variiert werden.
  • Nachdem die Schraubverbindung 150 von den von dem Schallwellengenerator 10 erzeugten Schallwellen gelöst oder erschüttert wurde, kann der obere Abschnitt des rohrförmigen Elements 110 aus dem Bohrloch 120 geholt werden (Schritt 350). Auf diese Weise ist die Kombination der Schallwellenerzeugung und der Anwendung des Rückdrehmoments konfiguriert, um die Schraubverbindung 150 zu lösen, so daß der obere Abschnitt des rohrförmigen Elements 110 aus dem Bohrloch geholt werden kann, wobei der untere Abschnitt des rohrförmigen Elements 110 für anschließende Fangarbeiten und dergleichen in dem Bohrloch 120 verbleibt. Bei 360 wird das Abschraubwerkzeug durch Nachobenziehen mit dem Drahtseil 140 aus dem rohrförmigen Element entfernt.
  • Verschiedene Ausführungsformen der Erfindung weisen viele Vorteile auf, darunter, daß der Schallwellengenerator 10 beliebig oft aktiviert werden kann, ohne das Abschraubwerkzeug 100 herausholen zu müssen, im Gegensatz zu derzeitigen herkömmlichen Abschraubwerkzeugen, die ein Herausholen des Abschraubwerkzeugs 100 und Ersetzen der Sprengladung für jedes Erschütterungsereignis, zum Beispiel eine Sprengung unter Verwendung von Zündschnur, erfordern. Ferner beseitigen verschiedene Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung im wesentlichen die Verwendung von Gefahrstoffen als Erschütterungsmechanismus. Zusätzlich zum Lösen von Schraubverbindungen können verschiedene Ausführungsformen der Erfindung verwendet werden, um steckengebliebene Packer, Fangwerkzeuge und dergleichen freizugeben, Korrosion von Rohren zu entfernen, Perforationen zu eröffnen, Bohrlöcher zu schlagen, Gestängerohre in Keilsitzen durch Stoßen zu lösen, Strahldüsen in Bohrern zu entfernen, um die Zirkulationsrate zu erhöhen, und dergleichen.
  • Während vorstehendes Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung betrifft, können andere und weitere Ausführungsformen der Erfindung erdacht werden, ohne von dem grundlegenden Schutzbereich derselben abzuweichen, und der Schutzbereich derselben ist durch die folgenden Ansprüche bestimmt.

Claims (13)

  1. Vorrichtung zum Lösen einer Schraubverbindung, die einen oberen Abschnitt und einen unteren Abschnitt eines rohrförmigen Elements (110) verbindet, umfassend: – ein Abschraubwerkzeug (100) mit mindestens einen Schallwellengenerator (10); – ein Drahtseil (140), das mit dem Abschraubwerkzeug (100) verbunden ist, wobei das Drahtseil (140) zum Absenken des Abschraubwerkzeugs (100) durch das rohrförmige Element (110) konfiguriert ist; und – eine Stromversorgung (124) zum Liefern eines Signals an den mindestens einen Schallwellengenerator (10), wobei der mindestens eine Schallwellengenerator (10) zum Erzeugen einer Vielzahl von Schallwellen bei Empfang des Signals zum Lösen der Schraubverbindung (150) konfiguriert ist, dadurch gekennzeichnet, daß – der Wellengenerator aus einem piezoelektrischen Kristall, einer piezoelektrischen Keramik, einem Stapel aus piezoelektrischen Platten oder magnetostriktivem Materialien hergestellt ist; – der mindestens eine Schallwellengenerator (10) zwei oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) umfaßt, die an zwei oder mehr Stellen an dem Abschraubwerkzeug (100) positioniert sind, wobei die zwei oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) so positioniert sind, daß eine Kombination der Vielzahl von Schallwellen von den beiden oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) wesentlich größer als die Vielzahl von Schallwellen von jedem der beiden oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Schallwellengenerator (10) mindestens eine piezoelektrische Keramik oder einen Stapel von piezoelektrischen Platten umfaßt.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der beiden oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) konfiguriert ist, um simultan oder zu vordefinierten Zeiten aktiviert zu werden.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, ferner umfassend ein Mittel zum Ausüben eines Rückdrehmoments auf den oberen Abschnitt des rohrförmigen Elements (110).
  5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 4, ferner umfassend ein Mittel zum Setzen des rohrförmigen Elements (110) in eine neutrale Gewichtsposition an der Schraubverbindung (150) über einem Klebezustand (135).
  6. Verfahren zum Abschrauben eines oberen Abschnitts eines rohrförmigen Elements (110), der mit einem unteren Abschnitt des rohrförmigen Elements (110) durch eine Schraubverbindung (150) in einem Bohrloch (120) verbunden ist, gekennzeichnet durch: – Ausüben eines Rückdrehmoments auf den oberen Abschnitt des rohrförmigen Elements (110); – Absenken eines Abschraubwerkzeugs (100) durch das rohrförmige Element (110) zu einer Position, die sich im wesentlichen in der Nähe der Schraubverbindung (150) befindet; und – Erzeugen einer Vielzahl von Schallwellen durch das Abschraubwerkzeug (100) zum Lösen der Schraubverbindung (150) unter Verwendung eines Schallwellengenerators, der aus meinem piezoelektrischen Kristall, einer piezoelektrischen Keramik, einem Stapel von piezoelektrischen Platten oder magnetostriktiven Materialien hergestellt ist; – Versehen des mindestens einen Schallwellengenerators (10) mit zwei oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220), die an zwei oder mehr Stellen an dem Abschraubwerkzeug (100) positioniert sind, wobei die beiden oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) so positioniert sind, daß eine Kombination der Vielzahl von Schallwellen von den beiden oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) wesentlich größer als die Vielzahl von Schallwellen von jedem der beiden oder mehr Schallwellengeneratoren (210, 220) ist.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, ferner umfassend Aktivieren des Abschraubwerkzeugs (100) zum Erzeugen der Schallwellen.
  8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, ferner umfassend Setzen des rohrförmigen Elements (110) in eine neutrale Gewichtsposition an der Schraubverbindung (150) über einem Klebezustand (135).
  9. Verfahren nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß Erzeugen der Vielzahl von Schallwellen Erzeugen der Vielzahl von Schallwellen während des Bewegens einer neutralen Gewichtsposition entlang des rohrförmigen Elements (110) umfaßt.
  10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß Erzeugen der Vielzahl von Schallwellen Erzeugen der Vielzahl von Schallwellen während des Auf- und Abbewegens des Abschraubwerkzeugs (100) in dem rohrförmigen Element (110) umfaßt.
  11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 6 bis 10, ferner umfassend Variieren von mindestens einer Frequenz der Schallwellen.
  12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 6 bis 11, ferner umfassend Holen des oberen Abschnitts aus dem Bohrloch (120).
  13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 6 bis 12, ferner umfassend Wiedergewinnen des Abschraubwerkzeugs (100) und Erzeugen der Vielzahl von Schallwellen.
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