DE602004010449T2 - Verfahren zur Herstellung eines abgeglichenen digitalen Farbbildes mit minimalen Farbfehlern - Google Patents

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft den Bereich der digitalen Bildverarbeitung und insbesondere den Bereich der Anwendung von Farbgleichgewichtskorrekturen auf Digitalbilder, die unter unterschiedlichen Aufnahmelichtquellen aufgenommen wurden. Digitale Bebilderungssysteme werden im Bereich der Stehbildfotografie sowie im Bereich der Bewegtbildbebilderung zunehmend populärer, wie anhand der Verbreitung von Digitalkameras und Videorekordern sowie der Dienste zur Digitalisierung fotografischer Filme zu belegen ist.
  • Vorrichtungen zur farbigen digitalen Bebilderung verwenden im Allgemeinen einen Array aus Farbsensoren zur Erfassung der Bildinformationen. Die Sensoren haben üblicherweise Spektralempfindlichkeiten, die ungefähr den roten, grünen und blauen Anteilen des sichtbaren Spektrums entsprechen. Alternativ wurden auch Sensoren mit anderen Spektraleigenschaften, wie Cyan, Magenta und Gelb, oder Cyan, Magenta, Gelb und Grün, verwendet. Üblicherweise werden die durch die Farbsensoren erfassten Belichtungswerte ganzzahlig gemacht, um quantisierte Werte (Codewerte) zu bilden, und zur späteren Verarbeitung im Speicher abgelegt. Die späteren Verarbeitungsschritte umfassen üblicherweise Farbkorrekturen sowie eine Vielzahl räumlicher Verarbeitungsschritte, beispielsweise die Bildschärfeverbesserung und/oder Rauschentfernung.
  • Die zur Bilderaufnahme verwendeten Sensoren, was sowohl fotografischen Film als auch Halbleitersensoren umfasst, unterscheiden sich vom menschlichen Auge insofern, als dass es ihnen an der Fähigkeit mangelt, sich an die Umgebungsbelichtung anzupassen. Während sich das menschliche Auge an Helligkeit und Farbinhalte der Szenenlichtquelle anpasst, bedürfen Bildaufnahmesysteme einer Reihe von Kompensationsmechanismen, um diese Anpassung nachzuahmen. Die Kompensationsmechanismen lassen sich in zwei Klassen unterteilen, nämlich Mechanismen vor der Belichtung und Mechanismen nach der Belichtung. Korrek turmechanismen vor der Belichtung sind solche, die das „Licht verändern", indem sie das von dem Bildsensor erfasste Licht modifizieren, während Korrekturmechanismen nach der Belichtung solche sind, die das „Signal verändern", indem sie das vom Bildsensor erfasste Signal modifizieren. Ein gewisses Maß der Vorbelichtungskompensation auf den mittleren Beleuchtungspegel wird über die Belichtungssteuerung erzielt, nämlich über Blende und Verschlusszeit, die bei den meisten Kameras vorhanden ist. Diese Steuerungen ermöglichen eine Grundeinstellung der Belichtung für den oder die Sensoren, sind aber nur selten ausreichend zuverlässig, um in jedem Fall perfekt abgeglichene Bilder zu erhalten. Die Kamerabelichtungssteuerung stellt keine Mechanismen zur Kompensation von Schwankungen der Farbwerte der Umgebungsbeleuchtung bereit. Der einzige Vorbelichtungsmechanismus, der eine Korrektur der Farbwerte der Lichtquelle vorsieht, ist die Verwendung von Farbkorrekturfiltern. Derartige Korrekturen arbeiten allerdings nur näherungsweise, da Farbkorrekturfilter für bestimmte diskrete spektrale Leistungsverteilungen der Lichtquelle ausgelegt sind.
  • Vorbelichtungs-Kompensationsmechanismen stützen sich seit jeher auf die Fertigkeiten und Kenntnisse des Fotografen, während moderne automatische Belichtungsmesssysteme auch in den Händen eines Anfängers recht gute Ergebnisse zu erzielen vermögen. Da Vorbelichtungs-Kompensationsmechanismen nur eine Teillösung des Problems der Lichtquellenschwankungen darstellen, bedürfen die meisten Bilder einer weiteren Kompensation der Szenenlichtquellenschwankung mithilfe von Mechanismen, die der Aufnahme nachgeordnet sind. Um eine derartige Kompensation durchzuführen, stehen zahlreiche Techniken zur Vefügung. Im Bereich der herkömmlichen Fotografie mit Silberhalogenidnegativen wurden Nachbelichtungs-Lichtquellenkompensationen durch Einstellen der Filterung im Lampengehäuse des Vergrößerers oder Printers und Steuerung der Printbelichtung durchgeführt. Das Maß dieser Einstellungen lässt sich entweder durch Versuch und Irrtum ermitteln oder durch algorithmische Korrekturen anhand statistischer Messungen der Negativdurchlässigkeit. In einigen Fällen kann die „Nachbelichtungskorrektur" vor Durchführung der Belichtung festgelegt werden, beispielsweise durch Angabe einer Weißabgleichskorrektur, indem man eine Weißabgleichseinstellung an einer Digitalkamera wählt. Derartige Korrekturen sollten jedoch nicht mit „Vorbelichtungskorrekturen" verwechselt werden, da die Korrekturen erst dann angewandt werden, nachdem das Bild aufgenommen worden ist.
  • Die digitale Bebilderung eröffnet viele zusätzliche Möglichkeiten für die Nachbelichtungs-Lichtquellenkompensation. Eine derartige Kompensation wird im Allgemeinen mithilfe mathematischer Transformationen durchgeführt, die auf die digitalen Bilddaten angewandt werden. Beispielsweise können Weißabgleichseinstellungen in einer Digitalkamera angewandt werden, oder die Einstellung der gescannten Dichten eines Farbnegativs kann in einem digitalen Photofinishing-System angewandt werden. Diese Transformationen werden im Allgemeinen auf eine numerische Codierung der Szenenfarben angewandt. Viele solcher Codierungen – sowohl geräteabhängige wie geräteunabhängige – stehen zur Darstellung von Farben zur Verfügung.
  • Abgleichstransformationen in digitalen Bebilderungsanwendungen verfolgen normalerweise die Absicht, das Bild in einer Weise zu modifizieren, die den Anpassungsmechanismen im menschlichen Auge entspricht. Typischerweise werden einfache Transformationen verwendet, die entweder aus einem multiplikativem Skalierungsfaktor (Verstärkungseinstellung) in einer linearen Farbcodierung oder einer additiven Verschiebung in einer logarithmischen Farbcodierung bestehen, um eine bestimmte visuell neutrale Referenz in der Szene auf einen Satz von Sollkoordinaten in der Farbcodierung abzustimmen. Die gleiche Transformation, die dazu dient, die neutrale Referenz abzustimmen, wird auch auf alle anderen Farben in dem Bild angewandt.
  • Da die meisten Szenen kein neutrales Referenzfeld enthalten, das zum Abgleichen herangezogen werden kann, wird normalerweise eine neutrale Referenz durch Analyse des Szeneninhalts bestimmt. Algorithmen, die diese Szenenanalyse durchführen, um eine Bestimmung der notwendigen Korrektur zu ermitteln, werden bisweilen auch als „Szenengleichgewichtsalgorithmen" bezeichnet. (Siehe beispielsweise „Automatic Color Printing Techniques", Image Technology, April/Mai 1969, Seite 39–43; US-A-4,101,217 , erteilt an AGFA-Gevaert A. G.; US-A-4,707,119 und US-A-4,984,013 , erteilt an Fuji Photo Film Co., Ltd.; US-A-4,945,406 , erteilt an Eastman Kodak Company; und US-A-5,016,043 , erteilt an Gretag Systems.) Szenengleichgewichtsalgorithmen können sich in ihrer Komplexität sowie in der Genauigkeit ihrer Ergebnisse erheblich voneinander unterscheiden. Sie umfassen üblicherweise die Analyse der Verteilung der Gesamtbelichtungspegel und der relativen Farbsignalpegel in einem Bild, um die geeignete Kompensation von Belichtungspegel und Farbgleichgewicht vorzunehmen. Diese Algorithmen arbeiten häufig so, dass sie zunächst eine niedrig aufgelöste Version des Bildes berechnen und dann das Bild analysieren.
  • Auch wenn die Ausgleichstransformation ein perfekt abgeglichenes Ergebnis für die neutrale Referenz erzeugt, sind die für andere Bildfarben erzielten Ergebnisse möglicherweise nicht mit der Anpassung des menschlichen Auges konsistent und würden daher als Fehler wahrgenommen. Das Ausmaß dieser Fehler ist eine Funktion der Größe der Ausgleichskorrektur (als Funktion der Szenenbeleuchtung) und der Farbcodierung, auf die die Abgleichstransformation angewandt wird.
  • Beispielsweise sei angenommen, dass ein Bild von einem digitalen Bebilderungssystem unter einer Tageslichtquelle von 18.000 K aufgenommen wird, was einer Schattenszene entspricht, die unter blauem Himmel und ohne direkte Sonneneinstrahlung belichtet wird. Wenn das Bebilderungssystem auf die Herstellung gut abgeglichener Bilder mit einer Tageslichtquelle mit 5000 K optimiert wäre, hätte das nicht abgeglichene Bild einen deutlichen Blaustich. Es sei der Fall angenommen, in dem eine Farbgleichgewichtskorrektur durch Transformation des Bildes auf einen linearen RGB-Farbraum angewandt wird, der aus den Primärfarben des bekannten sRGB-Farbraums besteht, und dass die resultierenden RGB-Werte mit multiplikativen Skalenfaktoren skaliert werden, so dass ein neutrales Szenenobjekt perfekt korrigiert würde. Wenn es das Ziel der Farbgleichgewichtskorrektur ist, ein Bild zu erzeugen, das mit einem identisch ist, bei dem die Szene mittels der Tageslichtquelle von nominal 5000 K aufgenommen würde, lassen sich die Farbfehler durch Berechnen der Farbdifferenz zwischen den Sollfarben und den abgeglichenen Bildfarben ermitteln. Der für einen Satz von ca. 400 Testfeldern berechnete mittlere quadratische Farbfehler ΔE*ab, der dem repräsentativen Szenenreflexionsspektrum entspricht, lag bei 12,07. 1 zeigt eine Kurve CIELAB a* – b* mit Darstellung dieser Farbfehler für jedes der Testfelder.
  • In dem vorausgehenden Beispiel wurden die sRGB Primärfarben durch die Primärfarben ersetzt, die dem RIMM RGB Farbraum zugeordnet waren, beschrieben in ANSI/I3A IT 10.7466 "Electronic Still Picture Imaging – Reference input medium metric RGB color encoding (RIMM-RGB)"; der für dieselben Testfelder berechnete mittlere quadratische Farbfehler ΔE*ab, betrug 9,40. 2 zeigt eine Kurve CIELAB a*–b* mit Darstellung dieser Farbfehler für jedes der Testfelder. Dies ist zwar eine Verbesserung des mittleren quadratischen Farbfehlers gegenüber den Farbfehlern, die den Primärfarben des sRGB Farbraums zugeordnet sind, ist aber noch weit von einem perfekten Ergebnis entfernt.
  • Spaulding et al. beschreiben ein Verfahren zur Anwendung der Szenengleichgewichtskorrekturen in einem digitalen Bebilderungssystem durch Transformation auf einen Standardfarbraum zur Durchführung der Analyse des Digitalbildes (siehe Parallelanmeldung US-A-6,243,133). Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass ein einzelner Szenengleichgewichtsalgorithmus für viele unterschiedliche digitale Bebilderungsvorrichtungen verwendbar ist, ohne den Algorithmus für jede Vorrichtung neu abstimmen zu müssen. Mit dem Verfahren von Spaulding et al. wird allerdings der tatsächliche Korrekturschritt auf das Digitalbild im Eingabefarbraum angewandt. Die resultierenden Farbfehler weisen daher die gleichen inhärenten Eigenschaften auf wie diejenigen, die aus der Anwendung des Algorithmus zur Szenengleichgewichtskorrektur direkt auf den Eingabefarbraum resultieren.
  • Feng Xiao et al. stellt dar, dass der Weißabgleich, der Grautöne beibehält, in vielen verschiedenen Farbräumen durchführbar ist, wenn die Lichtquelle bekannt ist; die Auswahl des Farbraums beeinflusst die übrigen Farben. In einer Verhaltensstudie mithilfe psychophysischer Verfahren gaben Benutzer an, dass sie bestimmte Farbräume gegenüber anderen Farbräumen zur Durchführung des Weißabgleichs bevorzugten (Feng Xiao et al., "Preferred Color Spaces for White Balancing", Conference an Sensors and Camera Systems for Scientific, Industrial and Digital Photography Applications IV und SPIE Band 5017, Seite 342–350, 21. Jan. 2003). Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung abgeglichener digitaler Farbbilder mit reduzierten Farbfehlern bereitzustellen.
  • Diese Aufgaben werden gelöst mit einem Verfahren zum Korrigieren des Farbgleichgewichts eines in einem Eingangsfarbraum gebildeten digitalen Farbeingangsbildes, das mit einer Aufnahmelichtquelle aufgenommen wurde, um ein abgeglichenes digitales Farbbild zu erzeugen, mit den Schritten:
    • a) Übertragen des digitalen Farbeingangsbildes in einen abgleichenden Farbraum, worin der abgleichende Farbraum drei Farbkanäle umfasst, die den drei Primärfarben des Farbraums entsprechen, wobei die Primärfarben des Farbraums derart ausgewählt werden, dass minimale Farbfehler entstehen können, wenn das Farbgleichgewicht für einen Satz aus einer oder mehreren Aufnahmelichtquellen bezüglich der Zielfarben korrigiert wird, die erzeugt werden würden, falls das digitale Farbbild unter Vergleichsbedingungen aufgenommen worden wäre; und
    • b) Korrigieren des Farbgleichgewichts des digitalen Farbeingangsbildes im abgleichenden Farbraum, um ein abgeglichenes digitales Farbbild zu erzeugen, das minimale Farbfehler bezüglich der Zielfarben aufweist, die erzeugt werden würden, falls das digitale Farbbild unter Vergleichsbedingungen aufgenommen worden wäre.
  • Die vorliegende Erfindung hat gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil, dass Farbfehler, die aus der Anwendung von Farbgleichgewichtskorrekturoperationen minimierbar sind, indem die Farbgleichgewichtsoperation in einem Farbraum durchgeführt wird, der zu diesem Zweck optimiert wurde. Mit gar keiner oder nur geringfügiger Steigerung der Komplexität des Farbgleichgewichtsalgorithmus ist es mithilfe dieses Ansatzes möglich, Bilder zu erhalten, die gefälliger und realistischer sind.
  • Die Erfindung wird im folgenden anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
  • Es zeigen:
  • 1 eine Kurve CIELAB a*–b* mit Darstellung der Farbfehler, die bei Anwenden einer Farbgleichgewichtskorrektur auf einen Farbraum mit den sRGB Farbraumprimärfarben nach dem Stand der Technik entstehen;
  • 2 eine Kurve CIELAB a*–b* mit Darstellung der Farbfehler, die bei Anwenden einer Farbgleichgewichtskorrektur auf einen Farbraum mit den RIMM RGB Farbraumprimärfarben nach dem Stand der Technik entstehen;
  • 3 ein Ablaufdiagramm zur Darstellung eines bevorzugten Verfahrens zur Anwendung von Farbgleichgewichtskorrekturen gemäß der vorliegenden Erfindung;
  • 4 ein Ablaufdiagramm zur Darstellung eines bevorzugten Verfahrens zur Bestimmung von abgleichenden Farbraumprimärfarben nach dem erfindungsgemäßen Verfahren; und
  • 5 eine Kurve CIELAB a*–b* mit Darstellung der Farbfehler, die bei Anwenden einer Farbgleichgewichtskorrektur auf einen Farbraum mit optimierten abgleichenden Farbraumprimärfarben nach dem erfindungsgemäßen Verfahren entstehen.
  • Die Erfindung stellt ein Verfahren zum Farbabgleichen von Bildern in einer Weise bereit, die die Farbfehler minimiert, die mit Farbgleichgewichtsabstimmungsverfahren nach dem Stand der Technik verbunden sind. 3 zeigt anhand eines Ablaufdiagramms ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Bei diesem Verfahren wurde ein eingegebenes digitales Farbbild in einem Eingabefarbraum 100 unter einer Aufnahmelichtquelle aufgenommen. Ein Schritt 105 zum Übertragen in den abgleichenden Farbraum wird verwendet, um eine Farbraumtransformation auf das digitale Farbeingabebild in einem Eingabefarbraum 100 anzuwenden, um ein entsprechendes digitales Farbeingabebild in dem abgleichenden Farbraum 110 zu bestimmen, wobei der abgleichende Farbraum drei Farbkanäle aufweist, die den drei Farbraumprimärfarben entsprechen, wobei die Farbraumprimärfarben derart gewählt sind, dass sie minimale Farbfehler erzeugen, wenn das Farbgleichgewicht für einen Satz aus einer oder mehreren Aufnahmelichtquellen bezüglich der Zielfarben korrigiert wird, die erzeugt werden würden, falls das digitale Farbbild unter Vergleichsbedingungen aufgenommen worden wäre. Als nächstes wird ein Schritt 115 zum Korrigieren des Farbgleichgewichts des Digitalbildes verwendet, um ein abgeglichenes digitales Farbbild in dem abgleichenden Farbraum zu erzeugen 120. Abschließend erfolgt eine optionale Übertragung 125 in den Ausgabefarbraum, um eine Farbraumtransformation anzuwenden, um ein entsprechendes abgeglichenes digitales Farbbild in einem Farbausgaberaum zu bestimmen 130.
  • Die verschiedenen Elemente der vorliegenden Erfindung werden nachstehend detaillierter erörtert. Das digitale Farbeingabebild in einem Eingabefarbraum 100 kann mithilfe verschiedener Mittel aufgenommen werden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird das digitale Farbeingabebild in einem Eingabefarbraum 100 mit einer digitalen Bildaufnahmevorrichtung aufgenommen, wie beispielsweise einer Digitalkamera. In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird das digitale Farbeingabebild in einem Eingabefarbraum 100 mit fotografischem Film aufgenommen und anschließend mit einem Filmscanner abgetastet. Weitere Arten von Bildaufnahmevorrichtungen umfassen Videokameras oder Auflichtscanner, die zum Abtasten von Auflichtprints verwendet werden. Die Methode kann zudem auf computererstellte Bilder angewandt werden, die Simulationen tatsächlicher Szenenaufnahmen sind.
  • Das digitale Farbeingabebild in einem Eingabefarbraum 100 kann sich in einer Reihe von Eingabefarbräumen befinden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung würde der Eingabefarbraum der Aufnahmefarbraum der Bildaufnahmevorrichtung sein. Beispielsweise kann dies der RGB-Farbraum des zugrundeliegenden Sensors für eine Digitalkamera sein, in der jeder Farbkanal der Spektralempfindlichkeit der einzelnen Sensorfarbkanäle zugeordnet wäre. In ähnlicher Weise könne der Eingabefarbraum auch der Aufnahmefarbraum sein, der dem RGB-Farbraum des zugrundeliegenden Sensors für einen Filmscanner zugeordnet ist, oder der Aufnahmefarbraum, der den Spektralempfindlichkeiten eines herkömmlichen fotografischen Filmmaterials zugeordnet ist.
  • Alternativ hierzu kann der Eingabefarbraum ein Zwischenfarbraum sein, in den das aufgenommene Bild übertragen worden ist. Beispielsweise kann der Eingabefarbraum ein standardgeräteabhängiger Farbraum sein, wie der bekannte sRGB-Farbraum, oder er kann ein geräteunabhängiger Farbraum sein, wie die bekannten Farbräume CIE XYZ oder CIELAB. In diesen Fällen wird eine Farbtransformation üblicherweise verwendet, um das aufgenommene Digitalbild in den Zwischenfarbraum zu übertragen. In einigen Fällen kann diese Transformation gut definiert und exakt sein, wogegen in anderen Fällen die Farbtransformation nur eine Approximation sein kann. Es sei beispielsweise der Fall einer Digitalkamera angenommen. Wenn die Sensoren der Digitalkamera spektrale Empfindlichkeiten haben, die lineare Kombinationen der CIE-Farbabstimmungsfunktionen sind, gibt es eine einfache und genaue Beziehung zwischen den aufgenommenen RGB-Sensorfarbwerten und den entsprechenden CIE XYZ Farbwerten für die Szene. Wenn die Sensoren in der Digitalkamera andererseits Spektralempfindlichkeiten aufweisen, die durch lineare Kombinationen der CIE Farbabstimmungsfunktionen nicht darstellbar sind, dann würden jegliche Transformationen nach CIE XYZ eine Approximation des tatsächlichen Szenenfarbwerts aufgrund von Beschränkungen der Sensormetamerie erzeugen. Verfahren zur Bestimmung derartiger approximierter Farbtransformatio nen sind in der Technik bekannt und umfassen typischerweise gewisse Fehlerminimierungsprozesse, wie beispielsweise die Fehlerquadratmethode.
  • Für die folgende Erörterung sei angenommen, dass das digitale Farbeingabebild mit einer Digitalkamera mit Spektralempfindlichkeiten aufgenommen wurde, die lineare Kombinationen der CIE Farbabstimmungsfunktionen sind, und dass das digitale Farbeingabebild in den CIE XYZ Farbraum übertragen wurde durch Anwenden der entsprechenden Matrixtransformation auf die linearen RGB Sensorfarbwerte. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass dieses Verfahren nicht von dieser Bedingung abhängig ist, und dass es gleichermaßen gut mit jeder anderen Art von Eingabefarbraum und Bildaufnahmevorrichtung anwendbar ist.
  • Das digitale Bildeingabebild wird unter einer Aufnahmelichtquelle aufgenommen. Üblicherweise sind die meisten Bildaufnahmevorrichtungen auf eine Referenzlichtquelle optimiert, und daher erzeugen sie ein gut abgeglichenes Bild mit genauen Farben, wenn eine reale Szene unter dieser Referenzlichtquelle aufgenommen wird. Wenn jedoch eine Szene unter einer anderen Aufnahmelichtquelle aufgenommen wird, erzeugt das digitale Eingabebild häufig kein wünschenswertes Bild, es sei denn, es wird eine Farbgleichgewichtskorrektur angewandt. Beispielsweise sei der Fall angenommen, dass eine Bildaufnahmevorrichtung zur Erzeugung eines ansprechenden Bildes unter einer Tageslichtquelle mit 5000 K Farbtemperatur optimiert ist (beispielsweise CIE Lichtquelle D50). Wenn diese Vorrichtung zur Aufnahme eines Bildes unter einer Kunstlichtquelle verwendet wird, sieht das resultierende Bild üblicherweise sehr „warm" aus, wenn keine Farbgleichgewichtskorrektur angewandt wird, weil Kunstlichtquellen einen viel größeren Rotgehalt und einen viel kleineren Blaugehalt haben. Andere Arten von Lichtquellen, wie Fluoreszenzlichtquellen, erzeugen ebenfalls unerwünschte Ergebnisse, wenn keine Farbgleichgewichtskorrektur angewandt wird. Sogar Bilder, die unter einer Tageslichtquelle ohne unterschiedliche Farbtemperaturen erfasst werden (beispielsweise zu unterschiedlichen Tageszeiten oder unter unterschiedlichen Himmelsbedingungen usw.) können unerwünschte Ergebnisse liefern.
  • Während sich das menschliche Auge automatisch an Änderungen der Betrachtungsbeleuchtung anpasst, bedürfen fotografische Bebilderungssysteme eines Farbgleichgewichtskorrekturschritts, um in der Lage zu sein, wünschenswerte Bilder unter verschiedenen Aufnahmelichtquellen bereitzustellen. In einem herkömmlichen, filmgestützten fotografischen System wird der Farbgleichgewichtskorrekturschritt üblicherweise angewandt, wenn ein fotografisches Negativ mit einem optischen Vergrößerer kopiert wird, oder durch Ausfilterung zur Kompensation des Farbgleichgewichtsfehlers. Beispielsweise kann die Filtration so abgestimmt werden, dass das Farbgleichgewicht eines unter Kunstlichtquelle aufgenommenen Bildes in Blaurichtung verschoben wird. In digitalen Bebilderungssystemen kann der Farbkorrekturschritt entweder durch Abstimmung der analogen Verstärkung für die Sensorschaltung implementiert werden oder durch Verwendung einer digitalen Bildverarbeitungsoperation nach der Bildaufnahme. Der Einsatz einer Bildverarbeitungsoperation nach der Bildaufnahme umfasst üblicherweise die Anwendung multiplikativer Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren für jeden Farbkanal des Digitalbildes. (Bei Verwendung einer logarithmischen Farbcodierung werden jedem Farbkanal Farbgleichgewichts-Versatzwerte zugegeben.)
  • Das Ziel des Schritts 115 zum Korrigieren des Farbgleichgewichts des Digitalbildes in der vorliegenden Erfindung besteht üblicherweise darin, die Farbwerte so abzugleichen, dass ein neutralgraues Motiv in der Szene auf dieselben Farbwerte abgestimmt wird, die erzeugt worden wären, wenn das digitale Farbbild unter Referenzbedingungen aufgenommen worden wäre. Beispielsweise sind viele Digitalkameras derart ausgelegt, dass ein neutrales Motiv gleiche RGB-Farbwerte liefert, wenn die Szene unter einer Referenzlichtquelle aufgenommen wird. Wenn die Szene allerdings unter einer anderen Lichtquelle aufgenommen wird, sind die RGB-Farbwerte nicht mehr gleich. Die meisten Operationen zur Korrektur des Farbgleichgewichts wenden einfach multiplikative Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren auf die einzelnen RGB-Farbkanäle an, so dass die neutralen Motive erneut gleiche Codewerte aufweisen. (Üblicherweise werden die Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren auf radiometrisch lineare RGB-Werte angewandt, aber sie können ebenfalls auf RGB-Werte angewandt werden, die mithilfe einer nichtlinearen Potenzfunktion codiert worden sind.)
  • Die Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren werden typischerweise mithilfe automatischer Farbgleichgewichts-Bestimmungsalgorithmen bestimmt, um die aufgenommene Szene zu analysieren. Beispielsweise wird bisweilen angenommen, dass typische Szenen im Mittelwert grau sind. In diesem Fall lassen sich die geeigneten Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren durch Berechnen der mittleren RGB-Werte für das Bild ermitteln, worauf die Verstärkungswerte bestimmt werden, die notwendig waren, um diese in Gleichung zu bringen. Allerdings werden derart einfache Algorithmen leicht getäuscht, was zur Entwicklung höher entwickelter Verfahren zur Bestimmung der geeigneten Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren geführt hat. Eine Erörterung der Details dieser Algorithmen würde den Rahmen dieser Diskussion sprengen, aber für das erfindungsgemäße Verfahren ist ein beliebiges dieser Verfahren verwendbar.
  • In einigen Fällen ist eine manuelle Szenengleichgewichtsoperation verwendbar, bei der eine Benutzeroberfläche bereitgestellt wird, die einem Benutzer ermöglicht, eine gewünschte Farbgleichgewichtskorrektur anzugeben. Beispielsweise kann die Benutzeroberfläche eine Reihe von Farbgleichgewichts-Schiebeleisten oder einen Mechanismus beinhalten, der es dem Benutzer ermöglicht, auf ein neutrales Motiv in dem Bild zu klicken.
  • In einigen Fällen stehen möglicherweise Informationen über die Szenenbelichtung zur Verfügung, um die geeignete Farbgleichgewichtskorrektur zu ermitteln. Wenn bei einer Digitalkamera beispielsweise der Blitz ausgelöst wird, ist diese Information verwendbar, um entsprechende Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren zu bestimmen, da die Szenenbeleuchtung eine bekannte spektrale Zusammensetzung aufweisen wird. Alternativ hierzu können Informationen über die Szenenbeleuchtung von Farbtemperatursensoren an der Kamera ermittelt werden, oder der Benutzer kann eine geeignete Szenenbeleuchtungsart durch Auswahl aus einer Liste typischer Szenenlichtquellen bestimmen.
  • Es sei darauf hingewiesen, dass die Operation zur Korrektur des Farbgleichgewichts verwendbar ist, um Farbgleichgewichtsmodifikationen über diejenigen hinaus bereitzustellen, die notwendig sind, um einfach die Variabilität der Aufnahmelichtquelle zu berücksichtigen. Das Bebilderungssystem kann beispielsweise andere Variabilitätsquellen beinhalten, die das gesamte Farbgleichgewicht des Bildes betreffen würden, beispielsweise die Variabilität der Sensor/Filmempfindlichkeit, Filmverarbeitung usw. Die Operation zur Korrektur des Farbgleichgewichts ist zudem verwendbar, um eine benutzerspezifische Farbgleichgewichtsabstimmung anzuwenden, um die Vorlieben einer bestimmten Person oder Personengruppe zu erfüllen. Derartige Vorlieben können bildweise angegeben werden oder als Voreinstellung für das Farbgleichgewicht insgesamt, dass für alle Bilder anzuwenden ist.
  • Wie bereits im Hintergrund der Erfindung erwähnt, kann auch eine Farbgleichgewichtskorrektur, die die neutralen Szeneelemente perfekt korrigiert, unerwünschte Verzerrungen ande rer Farben in der Szene erzeugen. Der Farbton eines blauen Himmels könnte beispielsweise rötlich wirken, oder ein gelbes Objekt könnte verweißlicht werden und grünlich wirken. Die meisten störenden Fehler betreffen üblicherweise Farbton- und/oder Sättigungsfehler für verschiedene Erinnerungsfarben, was zu unnatürlich aussehenden Bildern führen kann. Probleme können insbesondere auftreten, wenn die Farbgleichgewichtsoperation eine Änderung des Farbnamens bewirkt. Das erfindungsgemäße Verfahren ist darauf ausgelegt, diese Probleme zu minimieren, indem der Schritt 115 zum Korrigieren des Farbgleichgewichts des Digitalbildes in einem abgleichenden Farbraum angewandt wird, der zur Erhaltung der Farbgenauigkeit optimiert worden ist. Insbesondere ist der abgleichende Farbraum mit drei Farbkanälen ausgestattet, die drei Primärfarben des Farbraums entsprechen, wobei die Primärfarben des Farbraums derart ausgewählt sind, dass sie minimale Farbfehler erzeugen, wenn das Farbgleichgewicht für einen Satz aus einem oder mehreren Aufnahmelichtquellen korrigiert wird.
  • Nach dem Schritt 115 zum Korrigieren des Farbgleichgewichts des Digitalbildes zur Bestimmung eines abgeglichenen digitalen Farbbildes in dem abgleichenden Farbraum 120 ist eine optionale Übertragung 125 in den Ausgabefarbraum verwendbar, um eine Farbraumtransformation anzuwenden und ein entsprechendes abgeglichenes digitales Farbbild in einem Farbausgaberaum zu bestimmen 130. In einigen Fällen kann es wünschenswert sein, das abgeglichene digitale Farbbild zurück in den Eingabefarbraum zu übertragen. In diesem Fall ist der Ausgabefarbraum gleich dem Eingabefarbraum. Alternativ kann es wünschenswert sein, das abgeglichene digitale Farbbild in einen anderen Ausgabefarbraum zu übertragen. Beispielsweise kann es wünschenswert sein, das Bild in einen Ausgabefarbraum zu übertragen, der einer Standardausgabevorrichtung zugeordnet ist, wie z. B. einer sRGB-Videoanzeige.
  • Bezugnehmend auf 4 kann ein optimaler Satz aus Primärfarben des abgleichenden Farbraums erfindungsgemäß ermittelt werden, wie nachfolgend detailliert beschrieben wird. In diesem Verfahren werden die Farbfehler für einen Satz von Eingabetestfeldern minimiert, die durch einen Satz von Testfeld-Auflichtspektren 200 gekennzeichnet sind. Die Zielfarbenwerte 215 für den Satz von Testfeldern werden mithilfe eines Schritts 210 zur Berechnung der Zielfarbenwerte ermittelt. Die Zielfarbenwerte 215 werden üblicherweise mithilfe eines Referenzlichtquellenspektrums 205 ermittelt, das der Auslegungslichtquelle für das Bildaufnahmesystem entspricht, zusammen mit den Testfeldauflichtspektren 200. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Zielfarbenwerte 215 durch die Werte des CIE XYZ Farb raums für die Testfelder definiert, wie unter der Referenzlichtquelle betrachtet. Die Werte des CIE XYZ Farbraums können mithilfe einfacher Berechnungen bestimmt werden, wie einschlägigen Fachleuten bekannt ist. Die Zielfarbenwerte 215 können direkt in Werten des CIE XYZ Farbraums ausgedrückt oder alternativ in einen anderen Farbraum umgewandelt werden. Beispielsweise können sie in Werten der Farbräume CIELAB oder CIELUV oder in Werten der Farbdarstellungsmetrik unter Verwendung eines Farbdarstellungsraumes aus einer Reihe von Farbdarstellungsräumen ausgedrückt werden, die einschlägigen Fachleuten bekannt sind (z. B. CIECAM2000).
  • Alternativ hierzu können die Zielfarbenwerte 215 mit einer Reihe anderer Verfahren ermittelt werden. Beispielsweise können die Zielfarbenwerte 215 in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung entsprechend den Farbwerten ermittelt werden, die von einer Referenzbildaufnahmevorrichtung mit einem spezifizierten Satz von Spektralempfindlichkeiten aufgenommen wurden. In einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung können die Zielfarbenwerte 215 aus den Testfeldauflichtspektren und einem bestimmten Aufnahmebeleuchtungsspektrum ermittelt werden, indem die CIE XYZ Werte der Felder unter der Aufnahmelichtquelle ermittelt werden und dann eine chromatische Adaptionstransformation verwendet wird, um entsprechende CIE XYZ Farbwerte zu ermitteln, die erforderlich wären, um dieselbe Feldfarbendarstellung unter der Referenzlichtquelle zu erzeugen. Es sind zahlreiche unterschiedliche Arten von chromatischen Adaptionstransformationen verwendbar, die einschlägigen Fachleuten bekannt sind.
  • In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst der Satz der Testfeldauflichtspektren 200 eine repräsentative Abtastung der Auflichtspektren, die in realen Szenen zu finden wären, die für die jeweilige Anwendung relevant sind. Im Allgemeinen ist es wünschenswert, dass die Testfelder Farben enthalten, die über den gesamten Farbraum verteilt sind, ebenso wie wichtige Erinnerungsfarben, wie die Töne der menschlichen Haut, von Blättern usw. Es ist im Allgemeinen sinnvoll, eine Reihe nicht selektiver neutraler Felder einzubeziehen. (Diese sind zur Ermittlung der entsprechenden Farbgleichgewichtstemperaturen für eine gegebene Aufnahmelichtquelle verwendbar.)
  • Als nächstes wird ein Schritt 225 zur Berechnung nicht abgeglichener Farbwerte verwendet, um einen Satz aus nicht abgeglichenen Farbwerten 230 aus einem Satz eines oder mehrerer Aufnahmelichtquellenspektren 220 und demselben Satz aus Testfeldauflichtspektren 200 zu ermitteln. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die nicht abgeglichenen Farbwerte durch die Werte des CIE XYZ Farbraums für die Testfelder definiert, wie unter jedem der Aufnahmelichtquellenspektren 220 betrachtet. Wie unter Bezug auf die Berechnung der Zielfarbenwerte 215 besprochen, können die nicht abgeglichenen Farbwerte 230 in einem beliebigen Farbraum aus mehreren unterschiedlichen Farbräumen ausgedrückt werden, einschließlich geräteabhängiger Farbräume für eine Referenzbildaufnahmevorrichtung mit einem spezifizierten Satz von Spektralempfindlichkeiten.
  • Der Satz der Aufnahmelichtquellenspektren 220 sollte eine repräsentative Abtastung von Aufnahmelichtquellen umfassen, die für die jeweilige Anwendung relevant sind. Beispiele von Lichtquellen, die üblicherweise in fotografischen Szenen gefunden würden, wären u. a. Tageslichtquellen, Kunstlichtquellen, schwarze Strahler, Fluoreszenzlichtquellen und Elektronenblitzlichtquellen. Jede dieser unterschiedlichen Lichtquellenarten ist mit einer oder mehreren unterschiedlichen Farbtemperaturen darstellbar. In einigen Anwendungen ist möglicherweise nur eine Lichtquelle von besonderem Interesse. Wenn beispielsweise eine fotografische Anwendung eine gut gesteuerte Studiolichtquelle verwendet, würde der Satz der Aufnahmelichtquellenspektren 220 nur diese bestimmte Lichtquelle beinhalten müssen. In anderen Anwendungen können die Lichtquellen recht weit untereinander variieren. In diesen Fällen ist es im Allgemeinen wünschenswert, einen unterschiedlichen Satz von Lichtquellen in den Satz von Aufnahmelichtquellenspektren 220 einzubeziehen. In einigen Anwendungen sind möglicherweise spezielle Beleuchtungsbedingungen vorhanden, die zu berücksichtigen sind. Beispielsweise wird bei der Unterwasserfotografie normalerweise mit Tageslicht gearbeitet, das bei unterschiedlichen Wassertiefen ausgefiltert werden muss. In diesem Fall können effektive Unterwasserlichtquellen definiert werden, die dem Produkt der Lichtquellenspektren und dem spektralen Transmissionsgrad von Wasser entsprechen.
  • Als nächstes wird ein Schritt zur Übertragung in einen abgleichenden Farbraum 240 verwendet, um die unabgeglichenen Farbwerte 230 in entsprechende unabgeglichene Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 250 zu übertragen. Der abgleichende Farbraum ist ein additiver RGB-Farbraum mit drei Farbkanälen, die den drei Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 entsprechen. Solche additiven RGB-Farbräume haben eine einfache lineare Matrixbeziehung zu CIE XYZ Tristimuluswerten. Die drei Primärfarben des Farbraums sind üblicherweise anhand ihrer CIE x-y-Farbwertkoordinaten definiert. Für die Fälle, in denen die unabgegliche nen Farbwerte 230 in einem Farbraum dargestellt werden, der von der CIE-Farbmetrik abgeleitet ist, gibt es eine genaue und einfache Übertragung zwischen den urabgeglichenen Farbwerten 230 und den entsprechenden unabgeglichenen Farbwerten im abgleichenden Farbraum 250. Wenn beispielsweise die unabgeglichenen Farbwerte 230 als CIE XYZ Farbwerte ausgedrückt werden, ist eine einfache lineare 3 × 3 Matrixtransformation verwendbar, um die entsprechenden Farbwerte des abgleichenden Farbraums zu ermitteln. Diese Matrix lässt sich für die Farbwertkoordinaten der Grundfarben des abgleichenden Farbraums 290 und die Farbwertkoordinaten für einen abgleichenden Farbraumweißpunkt mithilfe von Verfahren ermitteln, die einschlägigen Fachleuten bekannt sind. Üblicherweise wird der abgleichende Farbraum als mit dem Referenzlichtquellenspektrum 205 übereinstimmend definiert, obwohl dies keine Voraussetzung ist.
  • Für Fälle, in denen die unabgeglichenen Farbwerte 230 in geräteabhängigen Farbräumen für eine Referenzbildaufnahmevorrichtung mit einem spezifizierten Satz von Spektralempfindlichkeiten dargestellt werden, gibt es aufgrund von Metameriebeschränkungen des Sensors im Allgemeinen keine genaue Beziehung zwischen den unabgeglichenen Farbwerten und den CIE XYZ Werten. In solchen Fällen kann eine näherungsweise Übertragung in CIE XYZ Farbwerte mithilfe bekannter Modellierungstechniken ermittelt werden, wie beispielsweise der kleinsten Fehlerquadratminimierung. Die resultierenden CIE XYZ Werte können dann mit der zuvor erörterten einfachen, linearen 3 × 3 Matrixtransformation in den abgleichenden Farbraum übertragen werden.
  • Abhängig von den Farbwertkoordinaten der Grundfarben des abgleichenden Farbraums 290 können einige der nicht abgeglichenen Farbwerte negative RGB-Werte für einen oder mehrere Farbwerte aufweisen, wenn diese in den abgleichenden Farbraum übertragen werden. Zum Zwecke dieser Berechnungen besteht keine Notwendigkeit, diese negativen Werte abzutrennen, die den Farbfächer der Farben, die darstellbar sind, einschränken würden. Ebenso können einige der nicht abgeglichenen Farbwerte RGB-Werte von größer als 1,0 für einen Farbwert oder für mehrere Farbwerte aufweisen, wenn diese in den abgleichenden Farbraum übertragen werden. Diese können auch beibehalten werden, um keine Beschränkungen des Farbächers aufzuerlegen.
  • In einigen Fällen kann es wünschenswert sein, eine nichtlineare Codierungsfunktion auf die Farbwerte des abgleichenden Farbraums anzuwenden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn es wünschenswert ist, eine ganzzahlige digitale Darstellung zu verwenden. Üblicherweise werden in diesen Fällen „Gammafunktionen" oder logarithmische Nichtlinearitäten verwendet. Diese Funktionsarten haben den Vorteil, dass die Codewerte visuell gleichmäßiger als bei linearen Codierungsfunktionen verteilt sind. (Es ist im Allgemeinen wünschenswert, nichtlineare Codierungsfunktionen zu verwenden, die die Farbwerte im erweiterten Bereich beibehalten, wie zuvor erwähnt.)
  • An diesem Punkt sind die optimalen Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 noch nicht ermittelt. Es ist daher notwendig, bezüglich der Farbwertkoordinaten einige Annahmen vorauszuschicken. Die angenommenen Farbwertanfangskoordinaten sind nicht von großer Bedeutung, sofern ein robuster Optimierungsprozess verwendet wird, um die optimalen Werte zu ermitteln. Ein Beispiel eines Satzes von anfänglichen Primärwerten, die angenommen werden können, ist (0,0;0,0), (0,0;1,0) und (1,0;0,0). Unter Rückbezug auf eine Erörterung von 4 wird als nächstes ein Schritt 255 zur Anwendung der Gleichgewichtskorrektur auf Farbwerte verwendet, um abgeglichene Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 260 zu ermitteln. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass multiplikative Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren auf jeden der Farbkanäle der nicht abgeglichenen Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 250 angewandt werden, um abgeglichene Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 260 auszubilden. Die multiplikativen Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren, die für eine gegebene Aufnahmelichtquelle geeignet sind, können ohne weiteres durch Berechnen der Verhältnisse der unabgeglichenen Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 250 für spektral nicht selektive Neutralfelder mit den entsprechenden Farbwerten für die Referenzlichtquelle ermittelt werden. In Gleichungsform lassen sich die multiplikativen Farbgleichgewichts-Skalierungsfaktoren FR, FG und FB für die drei Farbkanäle des abgleichenden Farbraums ermitteln durch:
    Figure 00160001
    Figure 00170001
    wobei (RK,ref, GK,ref, BK,ref) die Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 250 für das spektral nicht selektive neutrale Feld für die Referenzlichtquelle sind, und (RK ,cap, GK,cap, BK,cap) sind die Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 250 für das spektral nicht selektive neutrale Feld für die Aufnahmelichtquelle. (Wenn der Weißpunkt des abgleichenden Farbraums der Referenzlichtquelle entspricht, sollten RK,ref, GK,ref, und BK,ref alle gleich sein.) Andere Transformationsformen können in Schritt 255 zur Anwendung der Gleichgewichtskorrektur auf Farbwerte ebenfalls verwendet werden, insbesondere für den Fall, dass eine nicht lineare Codierung für den abgleichenden Farbraum verwendet wird.
  • Nach Durchführen des Schritts 255 zur Anwendung der Gleichgewichtskorrektur auf Farbwerte sollten alle spektral nicht selektiven Felder in dem Satz aus Testfeldern perfekt korrigiert sein. Allerdings, und wie zuvor erörtert, können in die Farbwerte für nicht neutrale Farben erhebliche Verzerrungen eingebracht werden. Um die Größe dieser Farbfehler zu bewerten, wird ein Schritt 265 zur Berechnung der abgeglichenen Farbwerte verwendet, um abgeglichene Farbwerte 270 zu ermitteln, indem die abgeglichenen Farbwerte in dem abgleichenden Farbraum 260 in denselben Farbraum umgewandelt werden, der zur Darstellung der Sollfarbwerte 215 verwendet wurde. Diese Transformation ist dann eine Funktion der Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290.
  • Als nächstes werden die Feldfarbfehler 280 mit einem Schritt 275 zur Berechnung von Feldfarbenfehlern ermittelt. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Ermittlung der Feldfarbfehler 280. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung werden die Feldfarbfehler durch Berechnen der Farbdifferenzen in einem sogenannten einheitlichen Farbraum ermittelt, wie beispielsweise CIELAB oder CIELUV. Dies erfolgt zunächst durch Übertragen der Zielfarbwerte 215 und der abgeglichenen Farbwerte 270 in den einheitlichen Farbraum und durch Ermitteln der Farbdifferenzwerte für jedes der Testfelder und jede der Lichtquellen. Die Farbdifferenzwerte können mithilfe einer Farbdifferenzmetrik ermittelt werden, wie beispielsweise CIE ΔE*ab:
    Figure 00180001
    wobei L*aim, a*aim b*aim CIELAB Koordinaten für die Zielfarbwerte 215 sind, und wobei L*bal, a*bal und b*bal die CIELAB Koordinaten für die abgeglichenen Farbwerte 270 sind. Andere einheitliche Farbdifferenzmetriken sind ebenfalls verwendbar, wie beispielsweise die bekannte Metrik CIE ΔE*94. Zudem können auch Farbdifferenzen zwischen Farbwerten in Bezug auf einen Farbdarstellungsraum, wie CIECAM2000, ermittelt werden.
  • Die Farbfehler für die verschiedenen Testfelder und Aufnahmelichtquellen lassen sich kombinieren, um eine Farbfehlerkostenfunktion zu ermitteln. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird die Kostenfunktion durch Mittelung der Feldfarbfehler 280 über alle Felder und alle Aufnahmelichtquellen hinweg ermittelt.
    Figure 00180002
    wobei ΔE*ij für den Feldfarbfehler für das 1. Testfeld und die j-te Aufnahmelichtquelle, Np für die Zahl der Testfelder und N1 für die Zahl der Aufnahmelichtquellen steht. Variationen dieser Basiskostenfunktionen würden das stärkere Gewichten der Farbfelder auf wichtigere Farben als für andere Farben umfassen, und/oder das Gewichten der Farbfehler auf wichtigere Aufnahmelichtquellen als für andere Aufnahmelichtquellen. Beispielsweise wäre es wünschenswert, Farbfehler für Hauttöne stärker zu gewichten, da diese Farben für menschliche Beobachter wichtiger sind. Desgleichen wäre es wünschenswert, die gängigen Aufnahmelichtquellen stärker als weniger gängige Aufnahmelichtquellen zu gewichten. Einem einschlägigen Fachmann wird es klar sein, dass viele verschiedene Formen der Kostenfunktionen ebenfalls erfindungsgemäß verwendbar sind. Beispielsweise könnte es wünschenswert sein, Farbtonfehler stärker zu gewichten als Helligkeitsfehler, oder es könnte wünschenswert sein, die Feldfarbfehler mithilfe anderer Verfahren neben einfachen arithmetischen Mitteln zu kombinieren.
  • Abschließend wird ein Schritt zur Abstimmung der Primärfarben des abgleichenden Farbraums zur Minimierung von Farbgleichgewichtsfehlern 285 verwendet, um einen optimalen Satz an Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 zu bestimmen. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung erfolgt dies durch Finden des Satzes an Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290, der die Farbfehlerkostenfunktion minimiert. Es gibt viele nichtlineare Optimierungstechniken, die in der Technik zur Minimierung von Kostenfunktionen bekannt sind, wie beispielsweise die hier beschriebenen. Viele dieser Techniken umfassen die iterative Abstimmung der Farbwerte der Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 und das Auswerten der Kostenfunktion, um zu bestimmen, welche Abstimmungen den Wert der Kostenfunktion reduzieren. Der Iterationsprozess wird wiederholt, bis der minimale Kostenfunktionswert identifiziert ist. Ein Beispiel einer solchen nichtlinearen Optimierungstechnik ist der bekannte Levenberg-Marquardt-Algorithmus.
  • Es kann sinnvoll sein, eine Reihe von Bedingungen in den nichtlinearen Optimierungsprozess einzubringen. Beispielsweise kann es wünschenswert sein, die Positionen der Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 so zu bestimmen, dass diese weit genug verteilt sind, um einen Satz an wichtigen Szenenfarben zu umfassen, damit keinerlei wesentliche Farbfächerbeschränkungen für eingegebene digitale Farbbilder auferlegt werden, wenn diese in den abgleichenden Farbraum umgewandelt werden. Es kann zudem wünschenswert sein, die Positionen der Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 so zu bestimmen, dass die Farbwertkoordinaten innerhalb gewisser Bereiche liegen (beispielsweise, 0 < x < 1 und 0 < y < 1).
  • Die hier beschriebene Technik zur Kostenfunktionsminimierung wurde benutzt, um optimale Primärfarben des abgleichenden Farbraums für eine typische fotografische Anwendung zu ermitteln. Für dieses Beispiel wurde ein Satz aus mehreren hundert Motivreflexionsspektren aus der realen Welt für die Testfeldauflichtspektren 200 verwendet. Eine CIE Lichtquelle D50 wurde für das Referenzlichtquellenspektrum 205 verwendet. Eine Reihe unterschiedlicher Sätze von Aufnahmelichtquellenspektren 220 wurde ausgewertet, einschließlich Tageslicht-, schwarze Strahler und Fluoreszenzlichtquellen. Ein nichtlinearer Optimierungsalgorithmus nach Levenberg-Marquardt wurde verwendet, um den optimalen Satz an Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 zu identifizieren, indem eine Farbfehlerkostenfunktion minimiert wurde, die den mittleren Farbfehler für den Satz aus Testfeldern umfasste, ausgedrückt auf Basis von CIE ΔE*ab.
  • Die folgende Tabelle zeigt die resultierenden CIE x-y-Farbwertkoordinaten für die optimalen Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290, entsprechend mehreren unterschiedlichen Sätzen üblicher Aufnahmelichtquellenspektren 220. Dieser Satz aus Lichtquellen erstreckt sich über einen Bereich von Lichtquellen, der in der herkömmlichen Fotografie wahrscheinlich ist.
  • Der Satz aus Primärfarben des abgleichenden Farbraums, der den zusammengetragenen Ergebnissen für alle in der Tabelle dargestellten Lichtquellensätze entspricht, sollte für die meisten allgemeinen fotografischen Anwendungen gut funktionieren. Die in der Tabelle aufgeführten Farbwertkoordinaten würden für diejenigen repräsentativ sein, die für die optimierten Sätze an Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 erwartet würden, und zwar unter Berücksichtigung der für dieses Beispiel verwendeten Aufnahmelichtquellen und Kostenfunktion.
  • Die Werte können allerdings variieren, weil diese Bereiche von dem jeweiligen Lichtquellensatz abhängen, der in dem Satz verwendet wurde, sowie von dem Satz der Testfelder und der genauen Form der Kostenfunktion und Optimierungsbedingungen.
    Aufnahmelichtquelle Primärfarbe 1 Primärfarbe 2 Primärfarbe 3
    x y x y x y
    CIE Standard-Tageslicht (4.000 K–9.000 K) 0,667 0,333 0,225 0,727 0,115 0,020
    CIE Standard-Tageslicht (4.000 K–18.000 K) 0,659 0,341 0,229 0,720 0,113 0,019
    Schwarze Strahler (2.000 K–4.500 K) 0,681 0,320 0,248 0,713 0,112 0,045
    Zusammengetragene Ergebnisse für alle Lichtquellensätze 0,67 ± 0,03 0,33 ± 0,03 0,23 ± 0,03 0,72 ± 0,02 0,11 ± 0,01 0,03 ± 0,03
  • Die resultierenden Farbfehler können für die zusammengetragenen, optimierten Primärfarben des abgleichenden Farbraums 290 anhand desselben Verfahrens und des Satzes von Testfeldern berechnet werden, das zuvor mit Bezug auf 1 und 2 besprochen wurde. In diesem Fall beträgt der quadratische Mittelwert ΔE*ab des Farbfehlers 5,37, was im Verhältnis zu den Primärfarben des Farbraums nach dem Stand der Technik eine deutliche Verbesserung ist. 5 zeigt eine Kurve CIELAB a*–b* mit Darstellung der Farbfehler für jedes der Testfelder in dem Satz. Hier ist zu erkennen, dass die Farbfehler viel kleiner als die in 1 und 2 gefundenen ist.
  • In einigen Fällen kann es wünschenswert sein, einen Satz an Aufnahmelichtquellen zu verwenden, die für bestimmte Anwendungen optimiert sind. Beispielsweise zeigt die folgende Tabelle die optimierten Primärfarben, die einem Bereich unterschiedlicher fluoreszierender Aufnahmelichtquellen entsprechen würden.
    Aufnahmelichtquelle Primärfarbe 1 Primärfarbe 2 Primärfarbe 3
    x y x y x y
    Standard-Fluoreszenz-Lichtquelle (F2–F12) 0,663 0,330 0,323 0,677 0,103 0,094
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist auf viele unterschiedliche Anwendungen anwendbar. Beispielsweise kann es in ein Digitalkamerasystem eingebaut werden. In diesem Fall kann das digitale Farbeingabebild, das in dem geräteabhängigen Sensorfarbraum aufgenommen wurde, in den abgleichenden Farbraum übertragen werden, wo die Farbgleichgewichtskorrektur durchgeführt wird. Das abgeglichene digitale Farbbild kann dann in einen Ausgabefarbraum übertragen werden, wie beispielsweise den sRGB Farbraum. Diese Operationen können entweder in der Digitalkamera angewandt werden, so dass die Ausgabe der Digitalkamera ein einwandfrei abgeglichenes Bild ist, oder die Abgleichsoperationen können alternativ in einem Hostcomputer angewandt werden, der nicht abgeglichene Bilder aus der Digitalkamera annimmt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist zudem zur Verwendung in digitalen Photofinishing-Systemen geeignet. Die Bildquelle in diesen Systemen können herkömmliche fotografische Negative sein, die gescannt werden, um digitale Farbeingabebilder zu erzeugen. Alternativ hierzu können Bilder in diese Systeme aus derartigen Quellen, wie Abtastungen fotografischer Prints oder Dias oder aus Digitalkameras, eingegeben werden. Digitale Photofinishing-Systeme erzeugen üblicherweise Prints auf digitalen Kopiervorrichtungen, obwohl diese auch digitale Bilder erzeugen können, die zur Speicherung auf einem computerlesbaren Speichermedium geeignet sind. Das computerlesbare Speichermedium kann beispielsweise folgendes umfassen: magnetische Speichermedien, wie Magnetplatten (z. B. Disketten) oder Magnetband; optische Speichermedien, wie optische Platte, optisches Band oder maschinenlesbarer Code; Halbleiterspeichervorrichtungen, wie RAM (Random Access Memory) oder ROM (Read Only Memory) oder jede andere physische Vorrichtung oder jedes andere Medium, das zur Speicherung von Digitalbildern geeignet ist.
  • In einem Computerprogrammprodukt mit einem computerlesbaren Speichermedium kann ein Computerprogramm zur Durchführung aller Schritte der vorliegenden Erfindung gespeichert sein. Das computerlesbare Speichermedium kann jegliche physische Vorrichtung oder jegliches Medium umfassen, das zur Speicherung eines Computerprogramms verwendet wird, einschließlich der vorstehend genannten Beispiele.

Claims (9)

  1. Verfahren zum Korrigieren des Farbgleichgewichts eines in einem Eingangsfarbraum gebildeten digitalen Farbeingangsbildes, das mit einer Aufnahmelichtquelle aufgenom men wurde, um ein abgeglichenes digitales Farbbild zu erzeugen, mit den Schritten: a) Übertragen des digitalen Farbeingangsbildes in einen abgleichenden Farbraum, worin der abgleichende Farbraum drei Farbkanäle umfasst, die den drei Primärfarben des Farbraums entsprechen, wobei die Primärfarben des Farbraums derart ausgewählt werden, dass minimale Farbfehler entstehen können, wenn das Farbgleichgewicht für einen Satz aus einer oder mehreren Aufnahmelichtquellen bezüglich der Zielfarben korrigiert wird, die erzeugt werden würden, falls das digitale Farbbild unter Vergleichsbedingungen aufgenommen worden wäre; und b) Korrigieren des Farbgleichgewichts des digitalen Farbeingangsbildes im abgleichenden Farbraum, um ein abgeglichenes digitales Farbbild zu erzeugen, das minimale Farbfehler bezüglich der Zielfarben aufweist, die erzeugt werden würden, falls das digitale Farbbild unter Vergleichsbedingungen aufgenommen worden wäre.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen ein Satz von Lichtquellen ist, die im Allgemeinen in fotografischen Szenen vorkommen.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen eine oder mehrere Tageslichtquellen mit verschiedenen Farbtemperaturen umfasst.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen eine oder mehrere Wolfram-Lampen mit verschiedenen Farbtemperaturen umfasst.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen eine oder mehrere Lichtquellen aus schwarzen Strahlern mit verschiedenen Farbtemperaturen umfasst.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen eine oder mehrere fluoreszierende Lichtquellen mit verschiedenen Farbtemperaturen umfasst. 7 Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen eine oder mehrere elektronische Blitzlichtquellen umfasst.
  7. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Satz aus Aufnahmelichtquellen eine oder mehrere Lichtquellen umfasst, die einer Unterwasserbeleuchtung entsprechen, bei der ein Beleuchtungsspektrum durch die spektrale Lichtdurchlässigkeit von Wasser modifiziert worden ist.
  8. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Primärfarben des Farbraums, die minimale Farb fehler erzeugen, durch Minimierung einer Kostenfunktion bestimmt werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 9, worin die Kostenfunktion die durchschnittlichen Farbfehler für einen Satz von Testfarbflecken ergibt, die mit dem Satz von Aufnahmelichtquellen aufgenommen wurden.
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