DE602004010592T2 - Wärmeempfindlicher Vorläufer für eine Flachdruckplatte - Google Patents

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Description

  • TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine wärmeempfindliche lithografische Druckplattenvorstufe, die eine Infrarotlicht absorbierende Verbindung und in einer separaten, auf die Bildaufzeichnungsschicht angebrachten Schicht ferner ein Farbmittel enthält.
  • ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
  • Bei lithografischem Druck verwendet man einen sogenannten Druckmaster wie eine auf eine Trommel der Druckpresse aufgespannte Druckplatte. Die Masteroberfläche trägt ein lithografisches Bild und ein Abzug wird erhalten, indem zunächst Druckfarbe auf das Bild aufgetragen und anschließend die Farbe vom Master auf ein Empfangsmaterial, in der Regel Papier, übertragen wird. Bei herkömmlichem lithografischem Nassdruck werden sowohl Druckfarbe als auch Feuchtwasser auf Wasserbasis auf das lithografische Bild, das aus oleophilen (oder hydrophoben, d. h. farbanziehenden, wasserabstoßenden) Bereichen und hydrophilen (oder oleophoben, d. h. wasseranziehenden, farbabstoßenden) Bereichen aufgebaut ist, angebracht. Bei sogenanntem driografischem Druck besteht das lithografische Bild aus farbanziehenden und farbabweisenden (d. h. farbabstoßenden) Bereichen und wird während des driografischen Drucks nur Druckfarbe auf den Master angebracht.
  • Druckmaster werden in der Regel nach dem sogenannten Computer-to-Film-Verfahren (CtF-Verfahren, datengesteuerte Filmherstellung) erhalten, wo verschiedene Druckvorstufen wie die Wahl der Schrifttype, Abtasten, Herstellung von Farbauszügen, Aufrastern, Überfüllen, Layout und Ausschießen digital erfolgen und jeder Farbauszug über einen Filmbelichter auf einen grafischen Film aufbelichtet wird. Nach Entwicklung kann der Film als Maske für die Belichtung eines bilderzeugenden Materials, als Druckplattenvorstufe bezeichnet, benutzt werden und nach der Entwicklung der Platte wird eine Druckplatte erhalten, die als Master einsetzbar ist. Seit etwa 1995 hat das sogenannte Computer-to-Plate-Verfahren (CtP-Verfahren, direkte digitale Druckplattenbebilderung) in merklichem Maße an Bedeutung gewonnen. Bei diesem Verfahren, ebenfalls als Direct-to-Plate-Verfahren bezeichnet, wird auf die Herstellung eines Films verzichtet und zwar weil das digitale Dokument über einen sogenannten Piattenbelichter direkt auf eine Druckplattenvorstufe übertragen wird.
  • Aufgrund ihrer Tageslichtbeständigkeit finden insbesondere Thermoplatten, die empfindlich gegenüber Wärme oder Infrarotlicht sind, weit verbreitete Anwendung in Computer-to-Plate-Verfahren. Solche Thermomaterialien können zwar direkt mit Wärme beaufschlagt werden, zum Beispiel mittels eines Thermokopfes, enthalten aber vorzugsweise eine Verbindung, die absorbiertes Licht in wärme umwandelt, wodurch sie für Belichtung mit einem Laser, insbesondere Infrarotlaserdioden, geeignet sind. Die bei der bildmäßigen Belichtung erzeugte Wärme löst einen (physikalisch)-chemischen Prozess wie Ablation, Polymerisation, Insolubilisierung durch Vernetzung eines Polymers, Zersetzung oder Koagulation von Teilchen eines thermoplastischen polymeren Latex aus und nach eventueller Entwicklung wird ein lithografisches Bild erhalten.
  • In EP-A 1 106 347 wird eine entwicklungsfreie, wärmeempfindliche lithografische Druckplattenvorstufe, die auf einem Träger eine Bilderzeugungsschicht und eine Deckschicht enthält, offenbart. Die Bilderzeugungsschicht enthält hydrophobe, thermoplastische, in einem hydrophilen polymeren Bindemittel dispergierte Polymerteilchen. Die Deckschicht ist wasserlöslich und enthält einen wasserlöslichen Cyaninfarbstoff, der in der Lage ist, Infrarotlicht zu absorbieren und in Wärme umzuwandeln.
  • In EP-A 816 070 wird ein wärmeempfindliches Element offenbart, das auf einem hydrophilen Schichtträger eine bilderzeugende Schicht enthält. Diese Schicht enthält hydrophobe thermoplastische Teilchen und eine Verbindung, die in der Lage ist, Licht in Wärme umzuwandeln, wobei die Verbindung entweder in der Bilderzeugungsschicht oder in einer daran angrenzenden Schicht enthalten ist. Die bilderzeugende Schicht ist ferner mit einer Deckschicht mit einer Stärke zwischen 0,1 und 3 μm versehen.
  • In US 6 245 477 wird eine negativarbeitende wärmeempfindliche Zusammensetzung offenbart, die ein wasserlösliches Bindemittel und darin gelöste Teilchen enthält. Jedes Teilchen ist aus zwei Komponenten zusammengesetzt, d. h. aus einem Pigment und einem thermoplastischen Harz. Die wärmeempfindliche Zusammensetzung kann als trockene Schicht auf ein Substrat angebracht werden, wobei die Löslichkeit der trockenen Beschichtung in wässrigem Entwickler bei Erwärmung gesenkt wird.
  • In EP 770 494 wird ein Verfahren offenbart, in dem ein Bilderzeugungsmaterial bildmäßig belichtet wird. Das Bilderzeugungsmaterial enthält eine Bildaufzeichnungsschicht, die ein hydrophiles Bindemittel, eine Verbindung, die Licht in Wärme umzuwandeln vermag, und Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers enthält. Bei der Belichtung koaleszieren die Polymerteilchen (Zusammenfließen) und werden die belichteten Bereiche in eine hydrophobe Phase, die die druckenden Bereiche des Druckmasters bildet, umgewandelt. Der Druckzyklus kann sofort nach beendeter Belichtung ohne irgendwelche zusätzliche Behandlung gestartet werden und zwar weil die Schicht durch die Wechselwirkung zwischen dem Feuchtwasser und der Drucktinte, die während des Druckzyklus auf den Druckzylinder angebracht werden, entwickelt wird. Während der ersten Umdrehungen der Druckpresse werden die nicht-belichteten Bereiche vom Träger entfernt und bilden die nicht-druckenden Bereiche der Platte.
  • Problematisch bei aus dem Stand der Technik bekannten Thermoplattenmaterialien, die auf der thermisch induzierten Koagulation von Teilchen eines thermoplastischen Polymers basieren, ist aber, dass die nach Entwicklung auf solchen Platten erhaltenen Bilder einen mangelhaften Kontrast aufweisen. Aus diesem Grund ist es für den Endbenutzer schwierig, die Platten zu identifizieren (z. B. zu unterscheiden, welche Platte zu welchem Satz von Platten gehört). Ziemlich problematisch ist ferner die Auswertung der Qualität des auf der Platte erstellten Bildes, wodurch es schwierig ist, zu entscheiden, welche Platte zu korrigieren ist und welche Platten sogar wieder zu bebildern sind. Deshalb benötigt man für solche Platten einen Prüfdruckschritt, in dem ausgewertet werden kann, welche Platten druckfertig sind.
  • In EP 1 342 568 wird ein Verfahren zur Herstellung einer lithografischen Druckplatte offenbart, in dem ein Bilderzeugungsmaterial mit einer Bildaufzeichnungsschicht, die ein hydrophiles Bindemittel, eine Verbindung, die Licht in Wärme umzuwandeln vermag, und Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers enthält, bildmäßig belichtet wird, wobei die Polymerteilchen zusammenfließen (koaleszieren). Danach wird das bildmäßig belichtete Material entwickelt, indem auf die Bildaufzeichnungsschicht eine Gummierlösung angebracht wird, die die nicht-belichteten Bereiche der Beschichtung vom Träger entfernt. Die in der Bildaufzeichnungsschicht enthaltenen Farbmittel sorgen dafür, dass nach Entwicklung ein sichtbares Bild erhalten wird.
  • KURZE DARSTELLUNG DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
  • Die Erfinder des aus dem Stand der Technik bekannten Dokuments EP-A 1 342 568 haben festgestellt, dass die Zugabe dieser Farbmittel in der Bildaufzeichnungsschicht die Koaleszenz der Polymerteilchen in den belichteten Bereichen beeinträchtigt und eine Senkung der Empfindlichkeit bewirkt. Ein weiteres Problem bei diesen Farbmitteln ist Fleckenbildung, d. h. Farbannahme in den Nicht-Bildbereichen während des Druckprozesses. Diesem Problem liegt die Adsorption von nach Entwicklung auf der hydrophilen Oberfläche der nicht-belichteten Bereiche des Substrats zurückbleibenden Farbmitteln zugrunde, wodurch die Hydrophilie abnimmt und/oder die Hydrophobie zunimmt.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist das Bereitstellen eines wärmeempfindlichen Bilderzeugungselements mit verbessertem Bildkontrast und verringerter Fleckenbildung nach der Entwicklung. Gelöst wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 definierte Vorstufe mit dem spezifischen Kennzeichen, dass die Vorstufe in einer Bildaufzeichnungsschicht und/oder einer Kontrastschicht eine Infrarotlicht absorbierende Verbindung enthält und die Kontrastschicht, d. h. eine separate Schicht auf der Bildaufzeichnungsschicht, ferner ein Farbmittel enthält.
  • Weitere spezifische Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
  • AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demgemäß das Bereitstellen einer wärmeempfindlichen lithografischen Druckplattenvorstufe, die der Reihe nach folgende Elemente umfasst: (i) einen lithografischen Schichtträger mit einer hydrophilen Oberfläche, (ii) eine Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers enthaltende Bildaufzeichnungsschicht und (iii) eine Kontrastschicht, wobei die Vorstufe in der Bildaufzeichnungsschicht und/oder der Kontrastschicht eine Infrarotlicht absorbierende Verbindung enthält, die Kontrastschicht ferner ein Farbmittel, das in der Lage ist, nach Belichtung und Entwicklung der Vorstufe ein sichtbares Bild zu ergeben, enthält und die Bildaufzeichnungsschicht wesentlich kein Farbmittel enthält. Unter "wesentlich kein" versteht sich, dass bei der Herstellung der Bildaufzeichnungsschicht kein Farbmittel in der Beschichtungslösung oder -dispersion zugegeben wird, ohne, dass dabei allerdings auszuschließen ist, dass die Bildaufzeichnungsschicht Spuren von Farbmittel enthält, z. B. infolge eines partiellen Vermischens zwischen der Bildaufzeichnungsschicht und der Kontrastschicht oder wegen einer partiellen Überdiffundierung des Farbmittels von der Kontrastschicht in die Bildaufzeichnungsschicht. Aus diesem Grund können zwischen die Kontrastschicht und die Bildaufzeichnungsschicht eine oder mehrere Zwischenschichten eingefügt werden. Ebenfalls möglich ist allerdings, die Kontrastschicht als Nachbarschicht in direktem Kontakt mit der Bildaufzeichnungsschicht aufzutragen.
  • Das Farbmittel kann ein Farbstoff oder ein Pigment sein. Der Farbstoff oder das Pigment kann als Farbmittel verwendet werden, wenn die den Farbstoff oder das Pigment enthaltende Schicht dem menschlichen Auge farbig erscheinen soll.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Farbmittel ein Pigment. Es kommen verschiedene Typen von Pigmenten in Betracht, wie organische Pigmente, anorganische Pigmente, Russ, Metallpulverpigmente und fluoreszierende Pigmente. Bevorzugt werden allerdings organische Pigmente.
  • Als spezifische Beispiele für organische Pigmente sind Chinacridonpigmente, Chinacridonchinonpigmente, Dioxazinpigmente, Phthalocyaninpigmente, Anthrapyrimidinpigmente, Anthanthronpigmente, Indanthronpigmente, Flavanthronpigmente, Perylenpigmente, Diketopyrrolopyrrolpigmente, Perinonpigmente, Chinophthalonpigmente, Anthrachinonpigmente, Thioindigopigmente, Benzimidazolonpigmente, Isoindolinonpigmente, Azomethinpigmente und Azopigmente zu nennen.
  • Spezifische Beispiele für als Farbmittel nutzbare Pigmente sind in folgender Liste zusammengesetzt (C. I. ist die Abkürzung für Color Index/unter blaufarbiges Pigment versteht sich ein Pigment, das dem menschlichen Auge blau erscheint; die anderen farbigen Pigmente sind in analoger Weise zu betrachten):
    • – blaufarbige Pigmente, wie C. I. Pigment Blue 1, C. I. Pigment Blue 2, C. I. Pigment Blue 3, C. I. Pigment Blue 15:3, C. I. Pigment Blue 15:4, C. I. Pigment Blue 15:34, C. I. Pigment Blue 16, C. I. Pigment Blue 22, C. I. Pigment Blue 60 und dergleichen, sowie C. I. Vat Blue 4, C. I. Vat Blue 60 und dergleichen,
    • – rotfarbige Pigmente, wie C. I. Pigment Red 5, C. I. Pigment Red 7, C. I. Pigment Red 12, C. I. Pigment Red 48 (Ca), C. I. Pigment Red 48 (Mn), C. I. Pigment Red 57 (Ca), C. I. Pigment Red 57:1, C. I. Pigment Red 112, C. I. Pigment Red 122, C. I. Pigment Red 123, C. I. Pigment Red 168, C. I. Pigment Red 184, C. I. Pigment Red 202 und C. I. Pigment Red 209,
    • – gelbfarbige Pigmente, wie C. I. Pigment Yellow 1, C. I. Pigment Yellow 2, C. I. Pigment Yellow 3, C. I. Pigment Yellow 12, C. I. Pigment Yellow 13, C. I. Pigment Yellow 14C, C. I. Pigment Yellow 16, C. I. Pigment Yellow 17, C. I. Pigment Yellow 73, C. I. Pigment Yellow 74, C. I. Pigment Yellow 75, C. I. Pigment Yellow 83, C. I. Pigment Yellow 93, C. I. Pigment Yellow 95, C. I. Pigment Yellow 97, C. I. Pigment Yellow 98, C. I. Pigment Yellow 109, C. I. Pigment Yellow 110, C. I. Pigment Yellow 114, C. I. Pigment Yellow 128, C. I. Pigment Yellow 129, C. I. Pigment Yellow 138, C. I. Pigment Yellow 150, C. I. Pigment Yellow 151, C. I. Pigment Yellow 154, C. I. Pigment Yellow 155, C. I. Pigment Yellow 180 und C. I. Pigment Yellow 185,
    • – orangefarbige Pigmente, wie C. I. Pigment Orange 36, C. I. Pigment Orange 43 sowie ein Gemisch aus diesen Pigmenten,
    • – grünfarbige Pigmente, wie C. I. Pigment Green 7, C. I. Pigment Green 36 sowie ein Gemisch aus diesen Pigmenten,
    • – schwarzfarbige Pigmente, wie die von der Mitsubishi Chemical Corporation hergestellten Schwarzpigmente, zum Beispiel Nr. 2300, Nr. 900, MCF 88, Nr. 33, Nr. 40, Nr. 45, Nr. 52, MA 7, MA 8, MA 100 und Nr. 2200 B, die von der Columbian Carbon Co., Ltd., hergestellten Schwarzpigmente, zum Beispiel Raven 5750, Raven 5250, Raven 5000, Raven 3500, Raven 1255 und Raven 700, die von der Cabot Corporation hergestellten Schwarzpigmente, zum Beispiel Regal 400 R, Regal 330 R, Regal 660 R, Mogul L, Monarch 700, Monarch 800, Monarch 880, Monarch 900, Monarch 1000, Monarch 1100, Monarch 1300 und Monarch 1400, und die von Degussa hergestellten Schwarzpigmente, zum Beispiel Color Black FW 1, Color Black FW 2, Color Black FW 2 V, Color Black FW 18, Color Black FW 200, Color Black S 150, Color Black S 160, Color Black S 170, Printex 35, Printex U, Printex V, Printex 140 U, Special Black 6, Special Black 5, Special Black 4A und Special Black 4.
  • Sonstige Pigmenttypen, wie Braunpigmente, Violettpigmente, fluoreszierende Pigmente und Metallpulverpigmente, kommen ebenfalls als Farbmittel in Frage. Als Farbmittel in der Kontrastschicht kann ein einzelnes Pigment oder aber ein Gemisch aus zwei oder mehr Pigmenten verwendet werden.
  • Bevorzugt zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung werden blaufarbige Pigmente, wie Cyanpigmente, ganz besonders bevorzugt blaufarbige Phthalocyaninpigmente oder phthalocyaninhaltige Pigmente.
  • Die Pigmente können mit oder ohne Oberflächenbehandlung der Pigmentteilchen verwendet werden. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die Pigmente einer Oberflächenbehandlung unterzogen.
  • Mögliche Verfahren für die Oberflächenbehandlung sind Verfahren, in denen eine Oberflächenbeschichtung aus Harz angebracht wird, Verfahren, bei denen ein Tensid angebracht wird, und Verfahren, in denen ein reaktives Material (zum Beispiel ein Silankuppler, eine Epoxyverbindung, Polyisocyanat oder ähnliche Stoffe) haftend auf die Pigmentoberfläche angebracht wird. Geeignete Beispiele für oberflächenbehandelte Pigmente sind die in WO 02/04210 beschriebenen modifizierten Pigmente. Als Farbmittel zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung werden im Besonderen die in WO 02/04210 beschriebenen modifizierten Blaupigmente bevorzugt.
  • Die erfindungsgemäßen Pigmente haben eine Teilchengröße, die vorzugsweise unter 10 μm, besonders bevorzugt unter 5 μm und ganz besonders bevorzugt unter 3 μm liegt. Als Verfahren zum Dispergieren der Pigmente kommt ein beliebiges der bekannten Dispersionsverfahren in Frage, die für die Herstellung von Tinte, Toner oder ähnlichem eingesetzt werden. Als Dispersionsgeräte sind ein Ultraschall-Dispergierer, eine Sandmühle, eine Rührwerkskugelmühle, eine Perlmühle, eine Super-Mühle, eine Kugelmühle, ein Kreiselmischer, ein Spendegerät, eine schnelllaufende Dispergiermaschine, eine Kolloidmühle, eine Dynatron-Vorrichtung, ein Dreiwalzenstuhl und eine Druckknetvorrichtung zu nennen. Genaueres über diese Mühlen findet sich in „Latest Pigment Applied Technology" (CMC Publications, veröffentlicht im Jahre 1986).
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird bei der Herstellung der für den Auftrag der Kontrastschicht benutzten Beschichtungslösung eine Pigmentdispersion verwendet. Die Pigmentdispersion enthält vorzugsweise ein oder mehrere Dispersionsmittel. Das Dispersionsmittel stabilisiert die dispergierten Pigmentteilchen und verhindert Zusammenfließen der Teilchen. Für diesen Zweck geeignete Dispersionsmittel sind bevorzugt Tenside und/oder Polymere, die in der Dispersionsflüssigkeit löslich sind.
  • Die für die Pigmentdispersion verwendete erfindungsgemäße Dispersionsflüssigkeit ist vorzugsweise eine wässrige Flüssigkeit. Solche wässrigen Flüssigkeiten sind zum Beispiel Wasser und Gemische aus Wasser und wassermischbaren organischen Lösungsmitteln, wie Alkoholen, z. B. Methanol, Ethanol, 2-Propanol, Butanol, Isoamylalkohol, Octanol, Cetylalkohol usw., Glycolen, z. B. Ethylenglycol, Glycerin, N-Methylpyrrolidon und Methoxypropanol, und Ketonen, z. B. 2-Propanon und 2-Butanon usw.
  • Geeignete Tenside zur Verwendung als Dispersionsmittel in wässrigen Flüssigkeiten sind bevorzugt anionische oder nicht-ionische Tenside oder eine Kombination aus anionischen und nicht-ionischen Tensiden. Das anionische Tensid enthält bevorzugt eine Sulfonat-, Carboxylat- oder Phosphationengruppe. Das nicht-ionische Tensid enthält bevorzugt Ethylenoxidgruppen und/oder Propylenoxidgruppen.
  • Beispiele für als Dispersionsmittel geeignete nicht-ionische und anionische Tenside sind:
    • GAFACTM RM710, ein Alkylphenoxypolyethoxydihydrogenphosphat von GENERAL ANILINS,
    • ANTAROXTM B290, ein Kondensationsprodukt von Rizinusöl mit einer etwa 40 Einheiten langen Polyethylenoxidkette von GENERAL ANILINS,
    • ANTAROXTM C0880, Nonylphenoxypolyethoxyethanol mit etwa 30 Polyethoxyeinheiten von GENERAL ANILINS,
    • ULTRAVONTM W, ein Natriumsalz eines Alkarylsulfonats von CIBA-GEIGY,
    • MERSOLATTM H, ein Natriumsalz eines Alkylsulfonats von BAYER,
    • MARLONTM A-396, ein Natriumsalz eines Dodecylbenzolsulfonats von HÜLS,
    • AEROSOLTM OT, ein Natriumsalz des Bis-(2'-ethylhexyl)-esters von Sulfobernsteinsäure von AMERICAN CYANAMID,
    • HOSTAPONTM T, ein Natrium-β-(methyloleylamin)-ethylsulfonat von HOECHST,
    • HOSTAPALTM BV, ein Natrium-2,4,6-tributylphenoxypolyethoxysulfonat von HOECHST,
    • NEFALTM BX, ein Natriumsalz von 4,7-Dibutyl-2-sulfonaphthalin von BASF,
    • AKYPOTM OP-80, ein Natriumsalz von Octylphenoxypolyethoxyessigsäure von CHEMY,
    • TERGITOLTM 4, ein Natriumsalz von 1-Isobutyl-4-ethyloctylsulfat von UNION CARBIDE,
    • ERKANTOLTM BX, ein Natriumsalz von 4,7-Bis-(isobutyl)-2-Naphthalinsulfonsäure von BAYER und
    • ALKANOLTM XC, ein Natriumsalz von Tris-(isopropyl)-naphthalinsulfonsäure von DU PONT.
  • Typische Beispiele für als Dispersionsmittel in wässrigen Flüssigkeiten geeignete Polymere sind Polymere mit ionischen oder ionisierbaren Gruppen oder polyethylenoxidhaltige Polymere. Beispiele für ionische oder ionisierbare Gruppen sind Säuregruppen oder deren Salze, wie Carbonsäure, Sulfonsäure, Phosphorsäure oder Phosphonsäure. Die Säuregruppen im Polymer können mit einem organischen Amin (z. B. Ammoniak, Triethylamin, Tributylamin, Dimethylethanolamin, Diisopropanolamin, Morpholin, Diethanolamin oder Triethanolamin) oder einem Alkalimetall (z. B. Lithium, Natrium oder Kalium) neutralisiert werden. Das Polymer kann aus einem eine anionische Gruppe enthaltenden Monomer oder aber aus zwei oder mehr unterschiedlichen Typen von anionische und/oder nicht-ionische Gruppen enthaltenden Monomeren zusammengesetzt sein. Typische Beispiele für anionische Gruppen enthaltende Monomere sind (Meth)acrylsäure, Crotonsäure, Propyl(meth)acrylsäure, Isopropyl(meth)acrylsäure, Itakonsäure, Fumarsäure, Sulfoethyl(meth)acrylat, Butyl(meth)acrylamidsulfonsäure und Phosphoethyl(meth)acrylat, Polystyrolsulfonsäure und deren Salze, wie Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze. Im Allgemeinen liegt das Gewichtsmittel des Molekulargewichts des Polymers bevorzugt zwischen etwa 1.000 und 3.000.000.
  • Bei der Herstellung von Dispersionen von sogenannten selbstdispergierenden Pigmenten kann auf den Einsatz eines Dispersionsmittels verzichtet werden. Typische Beispiele für selbstdispergierende Pigmente sind Pigmente, deren Oberfläche durch eine Oberflächenbehandlung kompatibel mit der Dispersionsflüssigkeit gemacht worden ist. Typische Beispiele für in einem wässrigen Medium selbstdispergierende Pigmente sind Pigmente, die an die Teilchenoberfläche gebundene ionische oder ionisierbare Gruppen oder Polyethylenoxidketten enthalten. Beispiele für ionische oder ionisierbare Gruppen sind Säuregruppen oder deren Salze, wie Carbonsäure, Sulfonsäure, Phosphorsäure oder Phosphonsäure sowie Alkalimetallsalze dieser Säuren. Geeignete und zum Einsatz in der vorliegenden Erfindung bevorzugte Beispiele für selbstdispergierende Pigmente sind beschrieben in WO 02/04210 . Besonders bevorzugt in der vorliegenden Erfindung werden die in WO 02/04210 beschriebenen blaugefärbten selbstdispergierenden Pigmente, ganz besonders bevorzugt die in WO 02/04210 beschriebenen phthalocyaninhaltigen blaugefärbten selbstdispergierenden Pigmente.
  • Um Adsorption des Farbmittels auf der hydrophilen Oberfläche der Platte in den nicht-belichteten Bereichen zu verhindern, sind die Pigmentteilchen bevorzugt nicht positiv geladen, d. h. ist die Anzahl der positiven Gruppen auf der Oberfläche der Teilchen kleiner als die Anzahl der negativen Gruppen. Bevorzugt wird die Anzahl der positiven Gruppen möglichst klein gehalten. Für diesen Zweck werden bei der Herstellung der Pigmentdispersion oder der Herstellung der Beschichtungslösung der Kontrastschicht bevorzugt keine kationischen Tenside oder Polymere mit kationischen Gruppen verwendet.
  • In der Regel kann die Menge Pigment in der Kontrastschicht zwischen etwa 0,005 g/m2 und 2 g/m2, bevorzugt zwischen etwa 0,007 g/m2 und 0,5 g/m2, besonders bevorzugt zwischen etwa 0,01 g/m2 und 0,2 g/m2, ganz besonders bevorzugt zwischen etwa 0,01 g/m2 und 0,1 g/m2 liegen.
  • In der vorliegenden Erfindung kann als Farbmittel in der erfindungsgemäßen Kontrastschicht ebenfalls ein Farbstoff verwendet werden. Als Farbmittel zur Verwendung in der Kontrastschicht kommen alle bekannten Farbstoffe in Frage, wie handelsübliche Farbstoffe und die in zum Beispiel "Dye Handbook" (herausgegeben von der „Organic Synthetic Chemistry Association", veröffentlicht im Jahre 1970) beschriebenen Farbstoffe, die dem menschlichen Auge farbig erscheinen. Typische Beispiele dafür sind Azofarbstoffe, Metallkomplexsalz-Azofarbstoffe, Pyrazolonazofarbstoffe, Anthrachinonfarbstoffe, Phthalocyaninfarbstoffe, Carbioniumfarbstoffe, Chinoniminfarbstoffe, Methinfarbstoffe und dergleichen. Bevorzugt werden Phthalocyaninfarbstoffe. Geeignete Farbstoffe sind salzbildende organische Farbstoffe, die aus öllöslichen Farbstoffen und basischen Farbstoffen gewählt werden können. Typische Beispiele dafür sind (C. I. ist die Abkürzung für Color Index): Oil Yellow 101, Oil Yellow 103, Oil Pink 312, Oil Green BG, Oil Blue GOS, Oil Blue 603, Oil Black BY, Oil Black BS, Oil Black T-505, Viktoriareinblau, Kristallviolett (CI42555), Methylviolett (CI42535), Ethylviolett, Rhodamine B (CI415170B), Malachitgrün (CI42000) und Methylenblau (CI52015). Ferner kommen ebenfalls die in GB 2 192 729 beschriebenen Farbstoffe als Farbmittel in Betracht.
  • Um Adsorption des Farbmittels auf der hydrophilen Oberfläche der Platte in den nicht-belichteten Bereichen zu verhindern, hat der Farbstoff bevorzugt keine positive Nettoladung. Als Farbmittel werden Farbstoffe mit einer anionischen Gruppe (oder Säuregruppe) bevorzugt.
  • In der Regel kann die Menge Farbstoff in der Kontrastschicht zwischen etwa 0,005 g/m2 und 2 g/m2, bevorzugt zwischen etwa 0,007 g/m2 und 0,5 g/m2, besonders bevorzugt zwischen etwa 0,01 g/m2 und 0,2 g/m2, ganz besonders bevorzugt zwischen etwa 0,01 g/m2 und 0,1 g/m2 liegen.
  • Wie schon eingangs erwähnt, kann Fleckenbildung auf ein Minimum reduziert werden, indem als Dispersionsmittel bei der Herstellung der Pigmentdispersion oder als Bindemittel bei der Herstellung der Beschichtungslösung der Kontrastschicht anionische oder nicht-ionische Tenside und/oder anionische Gruppen (oder Säuregruppen) oder nicht-ionische hydrophile Gruppen tragende hydrophile Polymere verwendet werden. Damit ein partielles gegenseitiges Vermischen der Kontrastschicht mit der Bildaufzeichnungsschicht auf ein Minimum reduziert wird, ist es von Vorteil, den pH der Beschichtungslösung der Kontrastschicht zu verringern. Bevorzugt liegt der pH-Wert der Beschichtungslösung der Kontrastschicht unter 4, besonders bevorzugt unter 3, ganz besonders bevorzugt unter 2,5.
  • Der Kontrast des nach Entwicklung erhaltenen Bildes hängt von der Menge und vom Extinktionskoeffizienten des in den belichteten Bereichen der Platte verbleibenden Farbmittels ab. Der Kontrast des nach Entwicklung erhaltenen Bildes ist definiert als der Unterschied zwischen der optischen Dichte im belichteten Bereich und der optischen Dichte im nicht-belichteten Bereich. Die nachfolgend erwähnten optischen Dichten sind in der Aufsicht mit Hilfe eines mit verschiedenen Filtern (z. B. einem Cyanfilter, einem Magentafilter, einem Gelbfilter) ausgestatteten optischen Densitometers gemessen. Die Messung der optischen Dichten erfolgt mit einem Filter, dessen Farbe der Farbe des Farbmittels entspricht. So wird z. B. zur Messung der optischen Dichte einer blaugefärbten Bildschicht ein Cyanfilter verwendet.
  • Zum Erhalten eines zum Zwecke der vorliegenden Erfindung zureichenden Kontrasts beträgt dieser Unterschied in optischer Dichte vorzugsweise zumindest 0,3, besonders bevorzugt zumindest 0,4 und ganz besonders bevorzugt zumindest 0,5. Der Kontrastwert unterliegt keiner spezifischen oberen Grenze, kommt in der Regel allerdings nicht über 3,0 oder sogar nicht über 2,0 hinaus.
  • Zum Erhalten eines für das menschliche Auge guten visuellen Kontrasts kann ferner auch der Farbtyp des Farbmittels wichtig sein. Bevorzugte Farben für das Farbmittel sind Cyan- oder Blaufarben, d. h. unter Blaufarbe versteht sich eine Farbe, die dem menschlichen Auge blau erscheint.
  • Eine beschränkte Fleckenbildung ist gekennzeichnet durch einen kleinen Unterschied zwischen der optischen Dichte in den nicht-belichteten Bereichen und der optischen Dichte der hydrophilen Oberfläche des lithografischen Schichtträgers. Dieser Unterschied liegt bevorzugt unter 0,25, besonders bevorzugt unter 0,20, ganz besonders bevorzugt unter 0,15. Zum Simulieren der Lagerbeständigkeit des Materials wird die Druckplattenvorstufe 7 Tage bei 35°C und 80% relativer Feuchtigkeit gealtert. Die Messung der optischen Dichte in den Nicht-Bildbereichen nach dieser Alterung ist ein kritischerer Test für die Auswertung der Fleckenbildung, als wenn man das Material nur 7 Tage bei Zimmertemperatur altern würde.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ferner, dass die Kontrastschicht vorzugsweise ferner ein hydrophiles polymeres Bindemittel oder ein Tensid enthält.
  • Typische Beispiele für zur Verwendung in der Kontrastschicht geeignete hydrophile Polymere sind Gummiarabicum, Alginsäure, Pullulan, Cellulose-Derivate, wie Carboxymethylcellulose, Carboxyethylcellulose oder Methylcellulose, (Cyclo)dextrin, Poly(vinylalkohol), Polystyrolsulfonsäure und deren Salze, wie Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalz, Poly(vinylpyrrolidon), Polysaccharid, Homo- und Copolymere von Acrylsäure, Methacrylsäure oder Acrylamid, ein Copolymer von Vinylmethylether und Maleinsäureanhydrid, ein Copolymer von Vinylacetat und Maleinsäureanhydrid oder ein Copolymer von Styrol und Maleinsäureanhydrid. Ganz besonders bevorzugte Polymere sind Homo- oder Copolymere von Monomeren mit Carbonsäuregruppen, Sulfonsäuregruppen oder Phosphonsäuregruppen oder deren Salzen, z. B. (Meth)acrylsäure, Vinylacetat, Styrolsulfonsäure, Vinylsulfonsäure, Vinylphosphonsäure oder Acrylamidpropansulfonsäure.
  • In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die Kontrastschicht ein ionisches Tensid oder nicht-ionisches Tensid, besonders bevorzugt ein anionisches Tensid. Typische Beispiele für zur Verwendung in der Kontrastschicht geeignete anionische Tenside sind u. a. Alifate, Abietate, Hydroxyalkansulfonate, Alkansulfonate, Dialkylsulfosuccinate, geradkettige Alkylbenzolsulfonate, verzweigtkettige Alkylbenzolsulfonate, Alkylnaphthalinsulfonate, Alkylphenoxypolyoxyethylenpropylsulfonate, Salze von Polyoxyethylenalkylsulfophenylethern, Natrium-N-methyl-N-oleyltaurate, Monoamiddinatrium-N-alkylsulfosuccinate, Petrolsulfonate, sulfatiertes Ricinusöl, sulfatiertes Talgöl, Salze von Schwefelsäureestern von alifatischen Alkylestern, Salze von Alkylschwefelsäureestern, Schwefelsäureester von Polyoxyethylenalkylethern, Salze von Schwefelsäureestern von alifatischen Monoglyceriden, Salze von Schwefelsäureestern von Polyoxyethylenalkylphenylethern, Salze von Schwefelsäureestern von Polyoxyethylenstyrylphenylethern, Salze von Alkylphosphorsäureestern, Salze von Phosphorsäureestern von Polyoxyethylenalkylethern, Salze von Phosphorsäureestern von Polyoxyethylenalkylphenylethern, teilweise verseifte Verbindungen von Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren, teilweise verseifte Verbindungen von Olefin-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren und Naphthalinsulfonatformalin-Kondensate. Von diesen anionischen Tensiden werden Dialkylsulfosuccinate, Salze von Alkylschwefelsäureestern und Alkylnaphthalinsulfonate besonders bevorzugt. Weitere Beispiele für geeignete anionische Tenside sind u. a. Natriumdodecylphenoxybenzoldisulfonat, das Natriumsalz von alkyliertem Naphthalinsulfonat, Dinatriummethylendinaphtalindisulfonat, Natriumdodecylbenzolsulfonat, sulfoniertes Alkyldiphenyloxid, Ammonium- oder Kaliumperfluoralkylsulfonat und Natriumdioctylsulfosuccinat. Geeignete Beispiele für die nicht-ionischen Tenside sind u. a. Polyoxyethylenalkylether, Polyoxyethylenalkylphenylether, Polyoxyethylenpolystyrylphenylether, Polyoxyethylenpolyoxypropylenalkylether, Polyoxyethylenpolyoxypropylen-Blockpolymere, Teilester von alifatischen Glycerinsäuren, Teilester von alifatischer Sorbitansäure, Teilester von alifatischer Pentaerythritsäure, alifatische Propylenglycolmonoester, Teilester von alifatischen Saccharosesäuren, Teilester von alifatischer Polyoxyethylensorbitansäure, Teilester von alifatischen Polyoxyethylensorbitsäuren, alifatische Polyethylenglycolester, Teilester von alifatischen Polyglycerinsäuren, polyoxyethylenierte Ricinusöle, Teilester von alifatischen Polyoxyethylenglycerinsäuren, alifatische Diethanolamide, N,N-bis-2-hydroxyalkylamine, Polyoxyethylenalkylamine, alifatische Triethanolaminester und Trialkylaminoxide. Von diesen nicht-ionischen Tensiden werden Polyoxyethylenalkylphenylether und Poloxyethylenpolyoxypropylen-Blockpolymere besonders bevorzugt. Ferner sind auch anionische und nicht-ionische Fluor- und Silikontenside geeignet.
  • Es können zwei oder mehr der obigen Tenside kombiniert werden. So kann zum Beispiel eine Kombination von zwei oder mehr unterschiedlichen anionischen Tensiden oder eine Kombination eines anionischen Tensids und eines nicht-ionischen Tensids bevorzugt werden. Es können ebenfalls Gemische aus Tensiden und hydrophilen Polymeren verwendet werden.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält die Kontrastschicht ferner eine Mineralsäure, eine organische Säure oder ein anorganisches Salz. Beispiele für die Mineralsäuren sind u. a. Salpetersäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure und Metaphosphorsäure. Als Beispiele für die organischen Säuren sind Carbonsäuren, Sulfonsäuren, Phosphonsäuren oder deren Salze, z. B. Succinate, Phosphate, Phosphonate, Sulfate und Sulfonate, zu nennen. Als typische Beispiele für die organische Säure sind Zitronensäure, Essigsäure, Oxalsäure, Malonsäure, p-Toluolsulfonsäure, Weinsäure, Apfelsäure, Milchsäure, Levulinsäure, Phytinsäure und organische Phosphonsäure zu nennen. Als Beispiele für das anorganische Salz sind Magnesiumnitrat, einbasisches Natriumphosphat, zweibasisches Natriumphosphat, Nickelsulfat, Natriumhexametaphosphat und Natriumtripolyphosphat zu nennen. Andere anorganische Salze können als Korrosionshemmer benutzt werden, z. B. Magnesiumsulfat oder Zinknitrat. Die Mineralsäure, die organische Säure und das anorganische Salz können gesondert oder kombiniert verwendet werden.
  • Außer den obigen Komponenten kann die Kontrastschicht ferner ein Netzmittel wie Ethylenglycol, Propylenglycol, Triethylenglycol, Butylenglycol, Hexylenglycol, Diethylenglycol, Dipropylenglycol, Glycerin, Trimethylolpropan und Diglycerin enthalten. Das Netzmittel kann einzeln oder kombiniert verwendet werden. Im Allgemeinen verwendet man das obige Netzmittel vorzugsweise in einer Menge zwischen 1 und 25 Gew.-%, bezogen auf die Beschichtungslösung für die Kontrastschicht.
  • Ferner kann die Kontrastbeschichtungslösung ebenfalls eine Chelatverbindung enthalten. Calciumionen und andere Verunreinigungen im Verdünnungswasser können den Druck beeinträchtigen und dabei die Drucksache verschmutzen. Dieses Problem kann durch Zugabe einer Chelatverbindung im Verdünnungswasser bewältigt werden. Bevorzugte Beispiele für eine solche Chelatverbindung sind u. a. organische Phosphonsäuren oder Phosphonalkantricarbonsäuren. Typische Beispiele sind Kalium- oder Natriumsalze von Ethylendiamintetraessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure, Triethylentetraminhexaessigsäure, Hydroxyethylethylendiamintriessigsäure, Nitriltriessigsäure, 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure und Amintri(methylenphosphonsäure). Außer diesen Natrium- oder Kaliumsalzen dieser Chelatbildner sind auch organische Aminsalze nutzbar. Der Chelatbildner wird vorzugsweise in einer Menge zwischen 0,001 und 1,0 Gew.-%, bezogen auf die Beschichtungslösung für die Kontrastschicht, zugesetzt.
  • Ferner kann die Beschichtungslösung für die Kontrastschicht ein Antiseptikum und ein Entschäumungsmittel enthalten. Als Beispiele für ein solches Antiseptikum sind Phenol, Phenol-Derivate, Formalin, Imidazol-Derivate, Natriumdehydroacetat, 4-Isothiazolin-3-on-Derivate, Benzoisothiazolin-3-on, Benztriazol-Derivate, Amidinguanidin-Derivate, quaternäre Ammoniumsalze, Pyridin-Derivate, Chinolin-Derivate, Guanidin-Derivate, Diazin, Triazol-Derivate, Oxazol- und Oxazin-Derivate zu nennen. Das Antiseptikum wird vorzugsweise in einer solchen Menge zugesetzt, dass es eine stabile Einwirkung auf Bakterien, Schimmel, Hefe oder dergleichen aufweist. Obgleich sich die Menge nach der Art der Bakterien, Schimmel und Hefe richtet, liegt sie vorzugsweise zwischen 0,01 und 4 Gew.-%, bezogen auf die Beschichtungslösung für die Kontrastschicht. Ferner können vorzugsweise zwei oder mehr Antiseptika kombiniert werden, damit ein effizienter aseptischer Effekt auf eine Verschiedenheit von Schimmel und Bakterien erzielt wird. Als Entschäumungsmittel werden Silikon-Entschäumungsmittel bevorzugt. Von diesen Entschäumungsmitteln kann entweder ein Entschäumungsmittel des Emulsion/Dispersionstyps oder des solubilisierten (löslich gemachten) Typs verwendet werden. Eine geeignete Menge eines solchen Entschäumungsmittels liegt zwischen 0,001 und 1,0 Gew.-%, bezogen auf die Beschichtungslösung für die Kontrastschicht.
  • Außer den obigen Bestandteilen kann wahlweise ferner ein Farbanziehungsmittel in der Beschichtungslösung für die Kontrastschicht eingearbeitet werden. Beispiele für ein solches Farbanziehungsmittel sind u. a. Terpentinöl, Xylol, Toluol, Heptan, Solvent Naphtha (auch Lösungsbenzol oder Schwerbenzol genannt), Leuchtöl, Lackbenzin, Kohlenwasserstoffe, wie Erdölfraktion mit einem Siedepunkt zwischen etwa 120°C und etwa 250°C, Diesterphthalate (z. B. Dibutylphthalat, Diheptylphthalat, Di-n-octylphthalat, Di-(2-ethylhexyl)-phthalat, Dinonylphthalat, Didecylphthalat, Dilaurylphthalat und Butylbenzylphthalat), alifatische dibasische Ester (z. B. Dioctyladipat, Butylglycoladipat, Dioctylazelat, Dibutylsebacat und Di-(2-ethylhexyl)-sebacatdioctylsebacat), epoxidierte Triglyceride (z. B. epoxidiertes Sojabohnenöl), Esterphosphate (z. B. Tricresylphosphat, Trioctylphosphat und Trischlorethylphosphat) und Weichmacher mit einem Erstarrungspunkt von höchstens 15°C und einem Siedepunkt von mindestens 300°C bei 1 Atmosphärendruck, wie Ester von Benzoaten (z. B. Benzylbenzoat). Beispiele für andere Lösungsmittel, die mit diesen Lösungsmitteln kombiniert werden können, sind u. a. Ketone (z. B. Cyclohexanon), halogenierte Kohlenwasserstoffe (z. B. Ethylendichlorid), Ethylenglycolether (z. B. Ethylenglycolmonomethylether, Ethylenglycolmonophenylether und Ethylenglycolmonobutylether), alifatische Säuren (z. B. Capronsäure, Önanthsäure, Caprylsäure, Pelargonsäure, Caprinsäure, Undecylsäure, Laurinsäure, Tridecylsäure, Myristinsäure, Pentadecylsäure, Palmitinsäure, Heptadecylsäure, Stearinsäure, Nonadecansäure, Arachinsäure, Behensäure, Lignocerinsäure, Cerotinsäure, Heptacosansäure, Montansäure, Melissinsäure, Dotriacontansäure und Isovaleriansäure) und ungesättigte alifatische Säuren (z. B. Acrylsäure, Crotonsäure, Isocrotonsäure, Undecylsäure, Oleinsäure, Elaidinsäure, Cetoleinsäure, Erucasäure, Butecidinsäure, Sorbinsäure, Linolsäure, Linolensäure, Arachidonsäure, Propiolsäure, Stearolsäure, Clupanodonsäure, Tarirsäure und Licansäure). Vorzugsweise ist das Lösungsmittel eine alifatische Säure, die bei einer Temperatur von 50°C flüssig ist und vorzugsweise zwischen 5 und 25 Kohlenstoffatomen, ganz besonders bevorzugt zwischen 8 und 21 Kohlenstoffatomen hat. Das Farbanziehungsmittel kann einzeln oder kombiniert eingesetzt werden. Die Menge Farbanziehungsmittel liegt vorzugsweise zwischen 0,01 und 10 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,05 und 5 Gew.-% Das obengenannte Farbanziehungsmittel kann als Öl-in-Wasser-Emulsion verwendet oder mittels eines Solubilisierungsmittels löslich gemacht werden.
  • Die Viskosität der Beschichtungslösung für die Kontrastschicht kann durch Zugabe einer viskositätssteigernden Verbindung, wie Poly(ethylenoxid), das z. B. ein Molekulargewicht zwischen 105 und 107 aufweist, auf einen Wert zwischen z. B. 1,7 und 5 cP eingestellt werden. Solche Verbindungen können in einem Verhältnis zwischen 0,01 und 10 g/l verwendet werden.
  • Die im erfindungsgemäßen Verfahren verwendete lithografische Druckplattenvorstufe ist negativarbeitend und ergibt bei Entwicklung ein aus hydrophoben belichteten Bereichen und hydrophilen nicht-belichteten Bereichen aufgebautes lithografisches Bild. Die hydrophilen Bereiche werden ausgebildet durch den Träger, der eine hydrophile Oberfläche aufweist oder mit einer hydrophilen Schicht versehen ist. Der Schichtträger kann ein blattartiges Material, wie eine Platte, sein oder aber ein zylindrisches Element, wie eine hülsenförmige Platte, die um eine Drucktrommel einer Druckpresse geschoben werden kann. Bevorzugt wird ein Metallträger, wie ein Träger aus Aluminium oder rostfreiem Stahl.
  • Ein besonders bevorzugter lithografischer Träger ist ein elektrochemisch angerauter und anodisierter Aluminiumträger. Der anodisierte Aluminiumträger kann einer Verarbeitung zur Verbesserung der hydrophilen Eigenschaften der Trägeroberfläche unterzogen werden. So kann der Aluminiumträger zum Beispiel durch Verarbeitung der Trägeroberfläche mit einer Natriumsilikatlösung bei erhöhter Temperatur, z. B. 95°C, silikatiert werden. Als Alternative kann eine Phosphatverarbeitung vorgenommen werden, wobei die Aluminiumoxidoberfläche mit einer wahlweise ferner ein anorganisches Fluorid enthaltenden Phosphatlösung verarbeitet wird. Ferner kann die Aluminiumoxidoberfläche mit einer Zitronensäure- oder Citratlösung gespült werden. Diese Behandlung kann bei Zimmertemperatur oder bei leicht erhöhter Temperatur zwischen etwa 30°C und 50°C erfolgen. Eine andere interessante Methode besteht in einer Spülung der Aluminiumoxidoberfläche mit einer Bicarbonatlösung. Ferner kann die Aluminiumoxidoberfläche mit Polyvinylphosphonsäure, Polyvinylmethylphosphonsäure, Phosphorsäureestern von Polyvinylalkohol, Polyvinylsulfonsäure, Polyvinylbenzolsulfonsäure, Schwefelsäureestern von Polyvinylalkohol und Acetalen von Polyvinylalkoholen, die durch Reaktion mit einem sulfonierten alifatischen Aldehyd gebildet sind, verarbeitet werden. Ferner liegt es nahe, dass eine oder mehrere dieser Nachbehandlungen separat oder kombiniert vorgenommen werden können. Genauere Beschreibungen dieser Behandlungen finden sich in GB-A 1 084 070 , DE-A 4 423 140 , DE-A 4 417 907 , EP-A 659 909 , EP-A 537 633 , DE-A 4 001 466 , EP-A 292 801 , EP-A 291 760 und US-P 4 458 005 .
  • Nach einer weiteren Ausführungsform kann der Träger ebenfalls ein biegsamer Träger sein, der gegebenenfalls mit einer hydrophilen Schicht, im Folgenden als „Grundierschicht" bezeichnet, überzogen ist. Der biegsame Träger ist z. B. Papier, eine Kunststofffolie oder ein Aluminiumträger. Bevorzugte Beispiele für Kunststofffolien sind eine Folie aus Polyethylenterephthalat, Polyethylennaphthalat, Celluloseacetat, Polystyrol, Polycarbonat usw. Der Kunststofffolienträger kann lichtundurchlässig oder lichtdurchlässig sein.
  • Die Grundierschicht ist vorzugsweise eine vernetzte hydrophile Schicht, die aus einem hydrophilen, mit einem Härter wie Formaldehyd, Glyoxal, Polyisocyanat oder einem hydrolysierten Tetraalkylorthosilikat vernetzten Bindemittel erhalten ist. Letzteres Vernetzungsmittel wird besonders bevorzugt. Die Stärke der hydrophilen Grundierschicht kann zwischen 0,2 und 25 μm variieren und liegt vorzugsweise zwischen 1 und 10 μm. Genaueres über bevorzugte Ausführungsformen der Grundierschicht findet sich zum Beispiel in EP-A 1 025 992 .
  • Die Bildaufzeichnungsschicht enthält Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers. Spezifische Beispiele für geeignete hydrophobe Polymere sind z. B. Polyethylen, Poly(vinylchlorid), Poly(methyl(meth)acrylat), Poly(ethyl(meth)acrylat), Poly(vinylidenchlorid), Poly(meth)acrylnitril, Poly(vinylcarbazol), Polystyrol oder Copolymere derselben. Polystyrol und Poly(meth)acrylnitril oder deren Derivate sind ganz besonders bevorzugte Ausführungsformen. Nach solchen bevorzugten Ausführungsformen enthält das thermoplastische Polymer zumindest 50 Gew.-% Polystyrol, besonders bevorzugt zumindest 60 Gew.-% Polystyrol. Zum Erzielen einer zulänglichen Beständigkeit gegen organische Chemikalien, wie die in Plattenreinigern verwendeten Kohlenwasserstoffe, enthält das thermoplastische Polymer vorzugsweise zumindest 5 Gew.-%, besonders bevorzugt zumindest 30 Gew.-% Einheiten eines stickstoffhaltigen Monomers oder Einheiten, die als Monomere mit einem Löslichkeitsparameter von mehr als 20 gekennzeichnet sind, wie (Meth)acrylnitril. Geeignete Beispiele für solche Einheiten eines stickstoffhaltigen Monomers sind beschrieben in EP-A 1 219 416 .
  • Nach einer ganz bevorzugten Ausführungsform ist das thermoplastische Polymer ein Copolymer aus Styrol- und Acrylnitrileinheiten in einem Gewichtsverhältnis zwischen 1:1 und 5:1 (Styrol:Acrylnitril), z. B. in einem Verhältnis von 2:1.
  • Das Gewichtsmittel des Molekulargewichts der Teilchen eines thermoplastischen Polymers kann zwischen 5.000 und 1.000.000 g/Mol variieren. Das Zahlenmittel des Teilchendurchmessers der hydrophoben Teilchen liegt vorzugsweise unter 200 nm, besonders bevorzugt zwischen 10 und 100 nm. Die Menge Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers in der Bildaufzeichnungsschicht liegt vorzugsweise zwischen 20 Gew.-% und 65 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 25 Gew.-% und 55 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt zwischen 30 Gew.-% und 45 Gew.-%.
  • Die Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers sind als eine Dispersion in einer wässrigen Beschichtungsflüssigkeit der Bildaufzeichnungsschicht enthalten und können nach den in US 3 476 937 beschriebenen Verfahren angefertigt werden. In einem weiteren, für die Anfertigung einer wässrigen Dispersion der Teilchen eines thermoplastischen Polymers besonders geeigneten Verfahren:
    • – wird das hydrophobe thermoplastische Polymer in einem organischen was serunmischbaren Lösungsmittel gelöst,
    • – wird die so erhaltene Lösung in Wasser oder einem wässrigen Medium dispergiert und
    • – wird das organische Lösungsmittel abgedampft.
  • Die Bildaufzeichnungsschicht enthält vorzugsweise ein hydrophiles Bindemittel, z. B. Homopolymere und Copolymere von Vinylalkohol, Acrylamid, Methylolacrylamid, Methylolmethacrylamid, Acrylsäure, Methacrylsäure, Hydroxyethylacrylat, Hydroxyethylmethacrylat oder Maleinsäureanhydrid-Vinylmethylether-Copolymere. Die Hydrophilie des benutzten (Co)polymers oder (Co)polymergemisches ist vorzugsweise höher oder gleich der Hydrophilie von zu wenigstens 60 Gew.-%, vorzugsweise zu 80 Gew.-% hydrolysiertem Polyvinylacetat.
  • Die wärmeempfindliche lithografische Druckplattenvorstufe enthält ferner eine Infrarotlicht absorbierende Verbindung. Diese Verbindung ist bevorzugt ein Farbstoff oder ein Pigment mit einem Absorptionsmaximum im Infrarotwellenlängenbereich und ist in der Lage, Infrarotlicht in Wärme umzusetzen. Besonders bevorzugt werden Infrarotlicht absorbierende Farbstoffe. Besonders nutzbare und besonders bevorzugte Infrarotlicht absorbierende Farbstoffe sind Infrarot-Cyaninfarbstoffe, Infrarot-Merocyaninfarbstoffe, Infrarot-Methinfarbstoffe, Infrarot-Naphthochinonfarbstoffe oder Infrarot-Squaryliumfarbstoffe. Ganz besonders bevorzugte Infrarot-Cyaninfarbstoffe sind die anionischen Infrarot-Cyaninfarbstoffe, insbesondere solche mit zwei Sulfonsäuregruppen. Ganz besonders bevorzugt werden Infrarot-Cyaninfarbstoffe mit zwei Indolenin- und zumindest zwei Sulfonsäuregruppen.
  • Die Infrarotlicht absorbierende Verbindung ist in der Bildaufzeichnungsschicht und/oder der Kontrastschicht enthalten. Das Verhältnis der Infrarotlicht absorbierenden Verbindung in der wärmeempfindlichen Beschichtung liegt vorzugsweise zwischen 0,25 und 20 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,5 und 10 Gew.-%, bezogen auf die ganze Beschichtung.
  • Nach der meist bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält die Vorstufe eine Kombination aus einer Bildaufzeichnungsschicht, die einen Infrarotlicht absorbierenden Farbstoff als Infrarotlicht absorbierende Verbindung enthält, und einer Kontrastschicht, in der ein Pigment als Farbmittel enthalten ist. Besonders bevorzugt in der vorliegenden Erfindung wird eine Kombination aus einer einen anionischen Infrarot-Cyaninfarbstoff enthaltenden Bildaufzeichnungsschicht und einer Kontrastschicht, die ein selbstdispergierendes oder oberflächenbehandeltes Pigment enthält.
  • Die Bildaufzeichnungsschicht kann noch andere Inhaltsstoffe enthalten, wie zusätzliche Bindemittel, Entwicklungshemmer oder Entwicklungsbeschleuniger.
  • Die erfindungsgemäß verwendeten Druckplattenvorstufen werden mit Infrarotlicht belichtet, zum Beispiel mittels eines Infrarotlasers. Bevorzugt wird ein nahes Infrarotlicht mit einer Wellenlänge zwischen etwa 700 und etwa 1.500 nm emittierender Laser, z. B. eine Halbleiterlaserdiode, ein Nd:YAG-Laser oder ein Nd:YLF-Laser. Die benötigte Laserleistung ist abhängig von der Empfindlichkeit der Bildaufzeichnungsschicht, der Pixelverweilzeit des Laserstrahls, die durch die Strahlbreite bestimmt wird (ein typischer Wert bei 1/e2 der Höchstintensität liegt bei modernen Plattenbelichtern zwischen 10 und 25 μm), der Abtastgeschwindigkeit und der Auflösung des Gelichters (d. h. der Anzahl adressierbarer Pixel pro Längeneinheit, oft ausgedrückt in Punkten pro Zoll oder dpi/typische Werte liegen zwischen 1.000 und 4.000 dpi). Es gibt zwei Typen üblicher Laserbelichter, d. h. ein Innentrommelplattenbelichter (ITD-Plattenbelichter) und ein Außentrommelplattenbelichter (XTD-Plattenbelichter). ITD-Plattenbelichter für Thermoplatten kennzeichnen sich in der Regel durch sehr hohe Abtastgeschwindigkeiten bis 500 m/s und können eine Laserleistung von mehreren Watt benötigen. XTD-Plattenbelichter für Thermoplatten arbeiten bei einer niedrigeren Abtastgeschwindigkeit, z. B. zwischen 0,1 m/s und 10 m/s, und einer typischen Laserleistung zwischen etwa 200 mW und etwa 1 W.
  • Unter Einwirkung der während des Belichtungsschritts erzeugten Wärme schmelzen oder koagulieren die Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers und bilden dadurch eine hydrophobe Phase, die die druckenden Bereiche der Druckplatte bilden wird. Koagulation kann infolge Zusammenfließen (Koaleszieren), Erweichen oder Schmelzen der Teilchen eines thermoplastischen Polymers unter Einwirkung von Wärme eintreten. Die Koagulationstemperatur der Polymerteilchen unterliegt zwar keiner spezifischen oberen Grenze, soll jedoch genügend unter der Zersetzungstemperatur der Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers liegen. Die Koagulationstemperatur liegt vorzugsweise zumindest 10°C unter der Temperatur, bei der Zersetzung der Polymerteilchen eintritt. Die Koagulationstemperatur beträgt vorzugsweise mehr als 50°C, besonders bevorzugt mehr als 100°C.
  • Im Entwicklungsschritt werden die nicht-belichteten Bereiche der Bildaufzeichnungsschicht durch Anbringen einer Entwicklerlösung entfernt, ohne dass dabei im Wesentlichen eine Entfernung der belichteten Bereiche ausgelöst wird, d. h. ohne dass die Behandlung solchermaßen auf die belichteten Bereiche einwirkt, dass das Farbanziehungsvermögen der belichteten Bereiche inakzeptabel wird. Die Entwicklerlösung kann Wasser, eine wässrige Lösung oder eine wässrig-alkalische Lösung sein. Die Entwicklung durch Auftrag einer Entwicklerlösung kann mit mechanischem Wischen, z. B. mit Hilfe einer Bürstenwalze, kombiniert werden. Die Entwicklerlösung kann entweder manuell oder in einem Entwicklungsautomaten durch z. B. Wischen mit einem durchtränkten Tupfer, Eintauchen, Beschichten, Aufschleudern, Aufsprühen oder Aufgießen angebracht werden.
  • In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die Entwicklung der bildmäßig belichteten Druckplattenvorstufe ebenfalls dadurch erfolgen, dass zunächst die Vorstufe auf einen Druckzylinder einer Druckpresse aufgespannt und anschließend die Plattenoberfläche bei sich drehendem Druckzylinder mit Feuchtwasser benetzt und/oder mit Druckfarbe eingefärbt wird. Der Endbenutzer verfügt vorzugsweise über genügend Spielraum bei der Plattenhandhabung (Plattenbeschickung, Aufspannen der Platte auf die Presse usw.). Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass es ihm nicht gelingt, zu vermeiden, dass die Plattenoberfläche mit Druckfarbe (oder mit eingefärbten Bereichen der Platte) in Kontakt kommt, ehe die Platte durch das Feuchtwasser benetzt wird. Die während der On Press-Entwicklungsstufe durch Druckfarbe verschmutzten Bereiche sind schwierig zu entwickeln (nachfolgend als Reinigung oder "Cleanout" bezeichnet). Gelöst wird diese Aufgabe durch Zugabe eines hydrophilen Polymers oder Tensids in der Kontrastschicht. Während der On Press-Entwicklung, wie sie aus Dokumenten aus dem Stand der Technik bekannt ist, lässt sich die Platte schwieriger reinigen, wenn zunächst die Druckfarbe auf die Plattenoberfläche angebracht wird. Zum Verringern der Anzahl der Abzüge, die man zu drucken braucht, ehe man eine gereinigte Plattenoberfläche erhält, empfiehlt es sich für den Endbenutzer, die Platte zunächst mit Feuchtwasser zu benetzen und erst dann mit Druckfarbe einzufärben. Dank der Anwesenheit der Kontrastschicht, die ferner ein hydrophiles Polymer oder Tensid enthält, braucht der Endbenutzer unerwartet nicht mehr zunächst das Feuchtwasser auf die Plattenoberfläche anzubringen, um die Anzahl der Abzüge, die man zu drucken braucht, ehe man eine gereinigte Plattenoberfläche erhält, zu verringern.
  • In noch einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die Druckplattenvorstufe auf einen Druckzylinder einer Druckpresse aufgespannt und anschließend bildmäßig belichtet werden, wonach sie gegebenenfalls auf der Druckpresse entwickelt wird, indem bei sich drehendem Druckzylinder Feuchtwasser und/oder Druckfarbe auf die Plattenoberfläche angebracht wird (werden).
  • BEISPIELE
  • VERGLEICHENDES BEISPIEL 1
  • Herstellung des lithografischen Trägers
  • Eine 0,30 mm starke Aluminiumfolie wird durch 8sekündiges Eintauchen der Folie in eine wässrige, 40 g/l Natriumhydroxid enthaltende Lösung bei 60°C entfettet und 2 s mit entmineralisiertem Wasser gespült. Die Folie wird anschließend bei einer Temperatur von 33°C und einer Stromdichte von 90 A/dm2 15 s lang in einer wässrigen Lösung, die 12 g/l Chlorwasserstoffsäure und 38 g/l Aluminiumsulfat (18-Hydrat) enthält, mit Wechselstrom elektrochemisch angeraut. Nach 2sekündiger Spülung mit entmineralisiertem Wasser wird der Belag der Aluminiumfolie durch 4sekündiges Ätzen bei 70°C mit einer wässrigen, 155 g/l Schwefelsäure enthaltenden Lösung entfernt und wird die Folie anschließend 2 s bei 25°C mit entmineralisiertem Wasser gespült. Anschließend wird die Folie bei einer Temperatur von 45°C und einer Stromdichte von 30 A/dm2 13 s lang in einer wässrigen, 155 g/l Schwefelsäure enthaltenden Lösung anodisiert, dann 2 s lang mit entmineralisiertem Wasser gewaschen, anschließend 10 s lang bei 40°C mit einer 4 g/l Polyvinylphosphonsäure enthaltenden Lösung nachverarbeitet, 2 s bei 20°C mit entmineralisiertem Wasser gespült und schließlich getrocknet.
  • Der so erhaltene Träger weist eine Oberflächentopografie mit einem arithmetischen Mittenrauwert Ra von 0,22 μm und ein anodisches Gewicht von 4,0 g/m2 Al2O3 auf.
  • Herstellung der Druckplattenvorstufe
  • Der wie oben beschrieben hergestellte lithografische Aluminiumträger wird in einer Nassschichtstärke von 30 g/m2 mit einer wässrigen Beschichtungslösung beschichtet. Diese wässrige Beschichtungslösung wird mit Ammoniak auf einen pH von 3,6 eingestellt und enthält die nachstehenden Inhaltsstoffe, deren Trockenstärken in der Bildaufzeichnungsschichtzusammensetzung in nachstehender Übersicht angegeben sind:
    • – 630 mg/m2 Teilchen eines mit einem anionischen Netzmittel stabilisierten Copolymers aus Styrol und Acrylnitril (Gewichtsverhältnis 60/40) mit einer mittleren Teilchengröße von 65 nm,
    • – 84 mg/m2 des Infrarot-Farbstoffes Farbstoff-1,
    • – 84 mg/m2 der hochmolekularen Polyacrylsäure GLASCOL E15, die von ALLIED COLLOIDS vertrieben wird, und
    • – 25 mg/m2 des Kupferphthalocyaninpigments CABOJET 250, das von der CABOT CORPORATION vertrieben wird.
  • Der Infrarot-Farbstoff Farbstoff-1 entspricht folgender Formel:
    Figure 00250001
    Alterung, Belichtung, Entwicklung und Messungen der optischen Dichte
  • Die so erhaltenen Druckplattenvorstufen werden unter zwei unterschiedlichen Bedingungen gealtert:
    • – Bedingung 1: 7 Tage bei 35°C und 80% relativer Feuchtigkeit,
    • – Bedingung 2: 7 Tage bei Zimmertemperatur und relativer Umgebungsfeuchtigkeit (Messwert: 50%).
  • Nach der Alterung werden die Platten mit Hilfe eines durch CREO, Burnaby, Kanada, erhältlichen CREO TRENDSETTER 3244 TH957-Plattenbelichters mit den folgenden Kennzeichen belichtet: Leistung 40 Watt, Wellenlänge 830 nm, Trommeldurchmesser 286 mm, Strahlenanzahl 192, Strahlbreite 10,6 × 2,5 μm (langsame Abtastung × schnelle Abtastung), Betrieb bei einer Leistung von 275 mJ/cm2 auf der Platte, einer Trommelgeschwindigkeit von 150 TpM und einer Auflösung von 2.400 dpi.
  • Anschließend an die Belichtung entwickelt man die Platten in einem von der AGFA-GEVAERT NV vertriebenen HWP45-Entwicklungsgerät, das mit RC520, einer Einbrenngummierlösung der AGFA-GEVAERT NV, gefüllt ist.
  • Nach Entwicklung wird die optische Dichte der belichteten Bereiche und nicht-belichteten Bereiche mit einem GRETAG D19C-Densitometer hinter einem Cyanfilter gemessen. Diese optischen Dichten werden in der Aufsicht hinter einem Cyanfilter gemessen, wobei als Bezugswert die optische Dichte eines unbeschichteten hydrophilen Aluminiumträgers genommen wird.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 1
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 1 erfolgt analog zu Vergleichendem Beispiel 1, jedoch mit dem Unterschied, dass die 25 mg/m2 des Kupferphthalocyaninpigments CABOJET 250 in der Bildaufzeichnungsschicht weggelassen werden und die obenbeschriebene Bildaufzeichnungsschicht mit einer separaten Kontrastschicht beschichtet wird. Der Auftrag der Kontrastschicht erfolgt in einer Nassschichtstärke von 20 g/m2 aus einer wässrigen Beschichtungslösung, die einen mit HCl auf 2,5 eingestellten pH aufweist und als einziger Bestandteil CABOJET 250, das eine Trockenstärke von 21 mg/m2 ergibt, enthält. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 2
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 2 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 1, jedoch mit dem Unterschied, dass anstelle der 21 mg/m2 des Kupferphthalocyaninpigments CABOJET 250 21 mg/m2 des Kupferphthalocyaninpigments HELIOGEN BLAU D7565 von BASF (Heliogen Blau D7565 ist ein kupfer- und chlorfreies Blaupigment) verwendet werden. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 3
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 3 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 1, jedoch mit dem Unterschied, dass die Kontrastschichtlösung mit HCl auf einen pH von 3,6 gebracht und die Menge des Kupferphthalocyaninpigments CABOJET 250 von 21 mg/m2 auf 42 mg/m2 erhöht wird. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 4
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 4 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 3, jedoch mit dem Unterschied, dass die Kontrastschichtlösung mit HCl auf einen pH von 2,5 gebracht wird. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 5
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 5 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 3, jedoch mit dem Unterschied, dass die Kontrastschichtlösung mit HCl auf einen pH von 2 gebracht wird. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 6
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 6 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 3, jedoch mit dem Unterschied, dass die Kontrastschichtlösung mit HCl auf einen pH von 1 gebracht wird. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 7
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 7 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 5, jedoch mit dem Unterschied, dass der Kontrastschichtlösung ein durch ALDRICH erhältliches Copolymer aus Acrylsäure und Maleinsäure (Aldrich 41,605-3) zugesetzt wird, das nach Trocknung eine Trockenschichtstärke von 63 mg/m2 aufweist. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 8
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 8 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 7, jedoch mit dem Unterschied, dass der Kontrastschichtlösung ein durch ALDRICH erhältliches Copolymer aus Acrylsäure und Maleinsäure (Aldrich 41,605-3) zugesetzt wird, das nach Trocknung eine Trockenschichtstärke von 84 mg/m2 aufweist. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • ERFINDUNGSGEMÄßES BEISPIEL 9
  • Die Herstellung der Druckplattenvorstufe des Erfindungsgemäßen Beispiels 9 erfolgt analog zu Erfindungsgemäßem Beispiel 5, jedoch mit dem Unterschied, dass die 84 mg/m2 des Infrarot-Farbstoffes Farbstoff-1 nicht in der Bildaufzeichnungsschicht, sondern in der gleichen Menge in der Kontrastschicht verwendet werden. Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet.
  • VERGLEICHENDES BEISPIEL 2
  • Der wie in Vergleichendem Beispiel 1 beschrieben hergestellte lithografische Aluminiumträger wird in einer Nassschichtstärke von 30 g/m2 mit einer wässrigen Beschichtungslösung beschichtet. Diese wässrige Beschichtungslösung wird mit Ammoniak auf einen pH von 3,6 eingestellt und enthält die nachstehenden Inhaltsstoffe, deren Trockenstärken in der Bildaufzeichnungsschichtzusammensetzung in nachstehender Übersicht angegeben sind:
    • – 630 mg/m2 Teilchen eines mit einem anionischen Netzmittel stabilisierten Copolymers aus Styrol und Acrylnitril (Gewichtsverhältnis 60/40) mit einer mittleren Teilchengröße von 65 nm und
    • – 42 mg/m2 des Kupferphthalocyaninpigments CABOJET 250, das von der CABOT CORPORATION vertrieben wird.
  • Nach Trocknung wird diese Bildaufzeichnungsschicht aus einer wässrigen Beschichtungslösung in einer Nassschichtstärke von 20 g/m2 mit einer separaten Schicht überzogen. Diese wässrige Beschichtungslösung ist im voraus mit HCl auf einen pH von 3,3 eingestellt worden und enthält die nachstehenden Inhaltsstoffe, deren Trockenstärken in der Kontrastschichtzusammensetzung in nachstehender Übersicht angegeben sind:
    • – 84 mg/m2 der hochmolekularen Polyacrylsäure GLASCOL E15, die von ALLIED COLLOIDS vertrieben wird, und
    • – 84 mg/m2 des Infrarot-Farbstoffes Farbstoff-1.
  • Nach Trocknung der Beschichtung werden die Alterung, die Belichtung, die Entwicklung und die Messung der optischen Dichte analog zum Vergleichenden Beispiel 1 vorgenommen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet. Tabelle 1:
    Beispiel Nummer pH der Kontrastschicht Bilddichte Dichte in den Nicht-Bildbereichen nach 7tägiger Alterung bei Zimmertemperatur Dichte in den Nicht-Bildbereichen nach 7tägiger Alterung bei 35°C und 80% RF
    vergl. Beispiel 1 - 0,68 0,063 0,610
    erfind. Beispiel 1 2,5 0,62 0,000 0,149
    erfind. Beispiel 2 2,5 0,64 0,000 0,186
    erfind. Beispiel 3 3,6 0,83 0,013 0,242
    erfind. Beispiel 4 2,5 0,88 0,012 0,210
    erfind. Beispiel 5 2 0,74 0,030 0,155
    erfind. Beispiel 6 1 0,52 0,007 0,140
    erfind. Beispiel 7 2 0,81 0,000 0,120
    erfind. Beispiel 8 2 0,76 0,025 0,109
    erfind. Beispiel 9 2 0,52 0,018 0,051
    vergl. Beispiel 2 3,3 0,37 0,627 0,721
  • Die Beispiele in Tabelle 1 zeigen, dass bei Verwendung des Farbmittels in einer Kontrastschicht die optische Dichte in den Nicht-Bildbereichen nach 7tägiger Alterung bei Zimmertemperatur sowie nach 7tägiger Alterung bei 35°C und 80% relativer Feuchtigkeit stark verringert ist. In gewissen Fällen ist die optische Dichte sogar nicht von Null zu unterscheiden, was darauf hindeutet, dass gar keine Fleckenbildung aufgetreten ist.
  • Diese Verringerung der Fleckenbildung kann durch Senkung des pH-Werts der Beschichtungslösung der Kontrastschicht noch verstärkt werden.
  • Diese Verringerung der Fleckenbildung kann noch ferner verstärkt werden, indem der Infrarot-Farbstoff nicht in der Bildaufzeichnungsschicht, sondern in der Kontrastschicht verwendet und der Kontrastschicht ein Carbonsäuregruppen enthaltendes Polymer zugesetzt wird. In beiden Fällen wird eine Verringerung der Adsorption hydrophober Verbindungen auf der hydrophilen Oberfläche des Trägers nach der Entwicklung und dadurch eine Beschränkung der Fleckenbildung erzielt.
  • Die vergleichenden Beispiele zeigen, dass Fleckenbildung bei Verwendung des Farbmittels in der Bildaufzeichnungsschicht auftritt. Auch wenn der Infrarot-Farbstoff und das hydrophile Bindemittel nicht in der Bildaufzeichnungsschicht, sondern in der Kontrastschicht verwendet werden, tritt dann Fleckenbildung auf, wenn das Farbmittel in der Bildaufzeichnungsschicht enthalten ist.

Claims (11)

  1. Eine wärmeempfindliche lithografische Druckplattenvorstufe, die der Reihe nach folgende Elemente umfasst: (i) einen lithografischen Schichtträger mit einer hydrophilen Oberfläche, (ii) eine Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers enthaltende Bildaufzeichnungsschicht und (iii) eine Kontrastschicht, wobei die Vorstufe in der Bildaufzeichnungsschicht und/oder der Kontrastschicht eine Infrarotlicht absorbierende Verbindung enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrastschicht ferner ein Farbmittel, das in der Lage ist, nach Belichtung und Entwicklung der Vorstufe ein sichtbares Bild zu ergeben, enthält und die Bildaufzeichnungsschicht wesentlich kein Farbmittel enthält.
  2. Wärmeempfindliche Vorstufe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Farbmittel ein Pigment ist.
  3. Wärmeempfindliche Vorstufe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Pigment ein selbstdispergierendes Pigment oder oberflächenbehandeltes Pigment ist.
  4. Wärmeempfindliche Vorstufe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Pigment anionische oder Säuregruppen auf der Oberfläche enthält.
  5. Wärmeempfindliche Vorstufe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrastschicht ferner ein hydrophiles Polymer und/oder ein Tensid enthält.
  6. Wärmeempfindliche Vorstufe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das hydrophile Polymer anionische Gruppen oder nicht-ionische Gruppen enthält.
  7. Wärmeempfindliche Vorstufe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensid ein anionisches oder nicht-ionisches Tensid ist.
  8. Wärmeempfindliche Vorstufe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das hydrophile Polymer ein Polymer oder Copolymer aus Polyvinylalkohol, Poly(meth)acrylsäure, Polystyrolsulfonsäure, Poly(meth)acrylamid, Polyhydroxyethyl(meth)acrylat, Polyvinylmethylether, Polyvinylpyrrolidon, Polysaccharid, Gelatine, Gummiarabicum, Alginsäure oder einem Salz derselben ist.
  9. Wärmeempfindliche Vorstufe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers ein Copolymer aus Styrol und zumindest 5 mol-% eines stickstoffhaltigen Monomers enthalten.
  10. Ein durch die nachstehenden Schritte gekennzeichnetes Verfahren zur Herstellung einer lithografischen Druckplattenvorstufe: – Bereitstellen eines lithografischen Schichtträgers mit einer hydrophilen Oberfläche, – Beschichtung der hydrophilen Oberfläche mit einer Teilchen eines hydrophoben thermoplastischen Polymers enthaltenden Bildaufzeichnungsschicht und – Beschichtung der Bildaufzeichnungsschicht mit einer Kontrastschicht, wobei die Vorstufe eine Infrarotlicht absorbierende Verbindung in der Bildaufzeichnungsschicht und/oder der Kontrastschicht enthält, wobei die Kontrastschicht ferner ein Farbmittel enthält, das in der Lage ist, nach Belichtung und Entwicklung der Vorstufe ein sichtbares Bild zu ergeben, und wobei die Bildaufzeichnungsschicht wesentlich kein Farbmittel enthält.
  11. Ein durch die nachstehenden Schritte gekennzeichnetes Verfahren zur Herstellung einer lithografischen Druckplatte: – Bereitstellen einer lithografischen Druckplattenvorstufe nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 9, – Belichtung der Vorstufe mit Infrarotlicht, wobei die Teilchen eines thermoplastischen Polymers in den belichteten Bereichen der Bildaufzeichnungsschicht zusammenfließen, und – Entwicklung der Vorstufe, wobei die Bildaufzeichnungsschicht und die Kontrastschicht in den nicht-belichteten Bereichen vom Träger entfernt werden.
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