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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung einer textilen
Struktur. Genauer gesagt betrifft sie eine solche Vorrichtung, die
dazu bestimmt ist, eine flache Textilfläche herzustellen.
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Sie
betrifft insbesondere eine Schusseintragvorrichtung für flache
Fäden,
um eine ebene textile Struktur zu erhalten, gerade deren Schussfäden, die typischerweise
von Bändchen
oder flachen Lunten gebildet sind, verdrehungsfrei an den beiden
Seiten der Struktur vorliegen.
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Diese
Art von ebener textiler Struktur kann – alle Gebiete eingeschlossen – zahlreiche
Anwendungen aufweisen. Wenn es bei einigen von ihnen kaum von Bedeutung
ist, dass die Schussfäden
keine perfekte Ebenheit aufweisen, so erweist es sich hingegen bei
einigen anderen Anwendungen als zwingend erforderlich, dass die
Schussfäden
vollkommen flach, frei von jedweder Verdrehung sind. Die herkömmlichen
Schusseintragvorrichtungen (siehe
US 3 906 748 A ) ermöglichen nicht, die Verdrehungen
zu vermeiden.
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Diese
Verdrehungen resultieren herkömmlicherweise
aus dem Verfahren zur Herstellung dieser Strukturen.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht darin, sich von diesen Verdrehungen
zu befreien, indem eine besondere Vorrichtung vorgeschlagen wird,
die ermöglicht,
dieses Ergebnis zu erzielen.
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Diese
Vorrichtung ermöglicht
vor allem den Eintrag vollkommen ebener Schussfäden innerhalb der textilen
Tragstruktur.
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Diese
Vorrichtung zur Herstellung einer textilen Struktur mit Bändchen oder
flachen Lunten als Schussfäden
wird innerhalb einer Kettenwirkmaschine mit frontalem Schusseintrag
verwendet, bei der die Schussfäden
mittels eines Schlittens eingetragen werden, der Hin- und Herbewegungen in
einer zu den Kettfäden
senkrechten Richtung ausführt,
wobei der Schlitten eine Vielzahl von Fadenführern trägt, welche die Schussfäden führen. Sie
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführer an dem Schlitten nicht
fest angebracht, sondern in der Lage sind, eine Drehung in Bezug
auf die Achse zum Befestigen an dem Schlitten auszuführen.
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Somit
findet ein Begleiten der flachen Schussfäden in der Bewegung unter vollständiger Vermeidung
der dem Einsatz der Vorrichtungen des Standes der Technik anhaftenden
Verdrehungs-Wirkung statt.
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Erfindungsgemäß beträgt die Drehung
der Fadenführer
180°.
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Vorteilhafterweise
umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung
im Bereich der zwei Enden der Verschiebung des Schlittens Mittel,
um die Fadenführer
diese Drehung ausführen
zu lassen.
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Gemäß der Erfindung
sind die Fadenführer mechanisch
untereinander verbunden, insbesondere mittels einer Ritzet-Zahnstangen-Einheit
oder eines Parallelogrammsystems, so dass die Drehung der Fadenführer gleichzeitig
erfolgt. Diese Mittel können auch
von Zylindern oder einem Schrittschaltmotor mit elektronischer Betätigung gebildet
sein.
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Die
Mittel zur Sicherstellung der Drehung der Fadenführer sind typischerweise von
einem Nocken oder ähnlichem
gebildet, der auf die Zahnstange einwirkt.
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Dieser
Nocken ist an den zwei Enden des Weges des Schlittens angeordnet.
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Die
Art und Weise, auf die die Erfindung realisiert werden kann, sowie
die sich hieraus ergebenden Vorteile werden aus dem nachfolgenden,
zur Unterrichtung gegebenen und als nicht einschränkend zu
verstehenden Ausführungsbeispiel
anhand der beiliegenden Figuren besser hervorgehen.
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1 ist
eine schematische Perspektivansicht des vorderen Teils einer Wirkmaschine
des Typs, den die vorliegende Erfindung aufweist.
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2 ist
eine genauere schematische Ansicht des die Fadenführer der
Schussfäden
tragenden Schlittens gemäß der Erfindung,
mit seinem Hebel, der im Bereich der Fadenführer wirkt.
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3 ist
eine schematische Darstellung der Mittel, welche die gleichzeitige
Drehung der Fadenführer
sicherstellen.
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4 ist
eine schematische Ansicht des Funktionsprinzips des Schlittens des
Standes der Technik.
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5 ist
eine ähnliche
Ansicht wie 4, die das gleiche Prinzip gemäß der Erfindung
zeigt.
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6 ist
eine schematische Darstellung, welche die Bahn eines Fadenführers im
Bereich eines der Enden der Verschiebung des Schlittens veranschaulicht.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
ist dazu bestimmt, in einer Kettenwirkmaschine angeordnet zu werden,
welche symbolisch in 1 unter dem Bezugszeichen (1)
dargestellt ist. Eine solche Wirkmaschine ist beispielsweise bei
der Gesellschaft KARL MAYER oder der Gesellschaft LIGA erhältlich. Sie
ist von einer an sich bekannten Art und kann nach der Rascheltechnik
oder der Kettenwirktechnik arbeiten. Die besondere Wirkmaschine
ist mit frontalem Schusseintrag und, entsprechend einer Bindung
vom Typ Ketten wirkbindung, mit zusätzlichem Schusseintrag.
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In
bekannter Weise umfasst sie eine Schusseintragvorrichtung (2),
die herkömmlicherweise
von einem Schlitten gebildet ist, der Hin- und Herbewegungen in
einer zu den (zur Vereinfachung der Darstellung nicht dargestellten)
Kettfäden
senkrechten Richtung ausführt.
Er ist dazu bestimmt, Schussfäden
(3) einzutragen, die im Rahmen der Erfindung beispielsweise
typischerweise von Bändchen
(Breite zwischen 1 und 3 mm) oder von flachen Lunten gebildet sind,
welche auf einer Spule gelagert sind.
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Die
Anlage ist mit angemessenen Vorrichtungen ausgestattet, die ermöglichen,
die Bändchen oder
Lunten von den sich um ihre Achse drehenden Spulen abzurollen, d.
h. dass die Schussfäden
verdrehungsfrei, in einer zur Rotationsachse ihrer Spule senkrechten
Richtung von ihrer Spule abgezogen werden.
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Die
Anlage umfasst auch Mittel zur Regelung der geeigneten Spannung
(Kompensationsevorrichtung) und Bremsung (10), um im Bereich
des Schlittens (2) eine angepasste Spannung der Bändchen oder
Lunten (3) zu erhalten, ohne jedoch zu riskieren, dass
diese reißen.
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Herkömmlicherweise
umfasst dieser Schlitten im Allgemeinen zwischen 8 und 24 auch als
Einzieher bezeichnete Fadenführer
(4), die den Transport von genauso vielen Schussfäden, in
Abhängigkeit
der gewünschten
Anordnung der Schussfäden
in der herzustellenden textilen Struktur von sogar weniger Schussfäden sicherstellen.
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Der
Schlitten (2) ist in bekannter Weise dazu bestimmt, die
Schussfäden
(3), die in die Struktur eingetragen werden sollen, an
Transportketten zu positionieren, wobei die Transportketten auf
diese Weise die von Bändchen
oder flachen Lunten gebildeten Schussfäden in den Bereich der Nadelfontur
der Wirkmaschine befördern.
Das Wirken erfolgt dann im Bereich der Fontur durch Zusammenwirken
der diese bildenden Nadeln und der die Kettfadenführer umfassenden
Legebarre.
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Nach
einem ersten Merkmal der Erfindung sind die an dem Schlitten (2)
angebrachten Fadenführer
(4) um ihre dem Schlitten zugeordnete Achse drehbar angebracht
und sind in der Lage, sich um einen Winkel von 180° in Bezug
auf diese Achse zu drehen.
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So
führen
die Fadenführer
(4) bei jeder der Hin- und Rückbewegungen des Schlittens
auf seinem Weg eine 180°-Drehung
am Ende des Weges aus, wodurch ermöglicht wird, die Schussfäden (3), und
insbesondere die Bändchen,
dadurch, dass sie in der herzustellenden textilen Struktur vollkommen eben
gehalten werden, im Bereich der Transportketten zu begleiten, die
anschließend
die Schussfäden parallel
zueinander bis zu den Nadeln zum Verwirken mit Textilträger führen.
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Nach
einem weiteren Merkmal der Erfindung sind diese Fadenführer (4)
mittels einer Zahnstange (6) über ein Ritzel (7),
das mit dem oberen Ende ihrer Rotationsachse fest verbunden ist,
mechanisch untereinander verbunden, so dass – wenn sich einer der Fadenführer um
seine Achse dreht – sich
auch alle Fadenführer
des Schlittens drehen, und dies mit gleichem Winkelwert.
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Die
Vorrichtung umfasst auch im Bereich jedes Wegendes des Schlittens
einen Nocken oder eine ähnliche
Vorrichtung, der bzw. die dazu bestimmt ist, mit einem Hebel (8)
zusammenzuwirken, der über
eine mit dem Schlitten (2) fest verbundene Achse (12)
angelenkt ist und dessen eines Ende fest mit der Zahnstange (6)
verbunden ist, derart, dass diese gleichzeitige 180°-Drehung
aller Fadenführer (4)
sichergestellt ist (3).
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Jedoch
könnte
ein solches mechanisches System durch ein einen Schrittmotor steuerndes elektronisches
System, das ebenfalls die Drehung der Fadenführer sicherstellt, ersetzt
werden.
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Auf
diese Weise wird es möglich,
eine textile Struktur mit ebener Oberfläche herzustellen, die auf einer
ihrer Seiten die nebeneinander in Richtung der Breite angeordneten
Bändchen
aufweist, die zueinander durch ein Fadennetz gehaltenen.
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Diese
Bändchen
können
jedweder Art und insbesondere metallischer Art (Aluminium), aus Kunststoff
(Polyethylen, Polypropylen etc.) oder anderer Art, wie Metall-Kunststoff-Verbund
bestehen.
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In
Verbindung mit 4 wurde eine nach dem Stand
der Technik arbeitende Schusseintragvorrichtung dargestellt. So
kann festgestellt werden, dass die Fadenführer, die an der Schusseintragvorrichtung
fest angebracht sind, nach Durchlaufen der Haken (9) des
Schusseintragtisches eine Verdrehung des durch sie geführten Schussfadens
bewirken.
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Folglich
wurde in Verbindung mit 5 die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt.
So kann festgestellt werden, dass am Ende des Weges der Schusseintragvorrichtung
die Fadenführer
eine 180°-Drehung
ausführen,
bevor die Schusseintragvorrichtung erneut eine Verschiebung in der
zu den Kettfäden
senkrechten Richtung beginnt. Es findet demnach ein Begleiten der
Schussfäden
statt, das deren vollkommene Ebenheit im Bereich der Haken (9)
und folglich der entstehenden textilen Struktur sicherstellt. Diese
Funktionsweise ist auch in 6 schematisch
dargestellt.
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Um
die Festigkeit in Richtung der Länge
zu verbessern und insbesondere um das Zusammenziehen der Bändchen in
den Griff zu bekommen, ist es möglich,
einen dritten Kettfaden einzubringen, der keine Masche bildet, sondern
der einfach in der die Rückseite
der Struktur bildenden Wirkstruktur eingeschlossen ist. Dieser Faden
ist im Allgemeinen geradlinig angeordnet. Er trägt zur Formbeständigkeit sowie
zur Festigkeit des Produktes in Fertigungsrichtung bei. Dieser Faden
kann selbst von einem Bändchen,
gleicher oder anderer Art als die die Schussfäden bildenden Bändchen gebildet
sein. Es kann nun ein Textilprodukt hergestellt werden, das Lichtreflexionseigenschaften
oder mechanische Leistungen in beiden Richtungen aufweist.
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Das
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erhaltene
Textilprodukt liegt folglich in Form einer kontinuierlichen, ebenen
Struktur vor. Die textile Grundstruktur kann beispielsweise aus
Polyesterfäden
gefertigt sein.
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Auf
diese Weise kann eine asymmetrische textile Struktur erhalten werden,
die sowohl in Richtung der Länge
als auch in Richtung der Breite praktisch unverformbar und vollkommen
eben ist und bei der die Bändchen
selbst über
die gesamte Breite des Schusses vollkommen eben gehalten werden,
was mit den heutzutage bekannten Vorrichtungen nicht realisiert
werden konnte.