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ZUGRUNDE LIEGENDE TECHNIK
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Mikrofluideinheiten,
die auch als „Labor
auf einem Chip" (lab-on-a-chip)
oder einfach als Chips bezeichnet werden, haben als Alternativen
zu den herkömmlichen
Analysewerkzeugen in den Forschungs- und Entwicklungslabors sowohl
an den Hochschulinstituten als auch in der Industrie breite Anwendung
gefunden. Zum Beispiel können
Mikrofluideinheiten in der Biologie zur Durchführung von Zelluntersuchungen
und in der analytischen Chemie zur Durchführung von Trennverfahren eingesetzt werden.
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Einige
der Vorteile der Mikrofluideinheiten bestehen in ihren kleineren
Reagensmengen und der höheren
Analysegeschwindigkeit. Mit Mikrofluidkammern und -kanälen können Volumina
zuverlässiger als
manuell gemessen werden, sodass die Fehleranfälligkeit somit verringert werden
kann.
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Eines
der mit Mikrofluideinheiten verbunden Probleme, insbesondere in
der Biologie und der analytischen Chemie, besteht in der Vermischung
von Flüssigkeitsvolumina
in der Größenordnung
von Nanolitern. Dieses Problem wird genauer beschrieben in dem Artikel „Honey,
I shrunk the lab",
in Nature, Bd. 118, August 2002, S. 447 bis 457, wo zwei Ansätze zur
Beschleunigung des Mischprozesses beschrieben werden. Der erste
Ansatz beinhaltet das Dehnen und Falten von Fluidschichten während ihrer
Bewegung entlang dem Kanal unter Verwendung von Rippen, die in Form
eines Fischgrätenmusters
auf dem Kanalboden angeordnet sind. Der zweite Ansatz beinhaltet
die Anwendung eines Wechselstroms entlang dem Kanal, um die Flüssigkeit
im Kanal zu Schwingungen anzuregen.
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Weitere
Ansätze
zum Abmildern des Mischungsproblems in Mikrofluideinheiten werden
von Yi-Kuen Lee et al. in „Chaotic
Mixing in Electrokinetically and Pressure Driven Micro Flows", IEEE, 2001, S.
483 bis 486, beschrieben. Das Hauptaugenmerk liegt hier darin, durch
das Falten und Dehnen von Stoffströmen eine chaotische Vermischung
zu erreichen.
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Z.
B. in
DE 10 213 003
A wird beschrieben, wie Flüssigkeiten durch Änderung
der Strömungsrichtung
gemischt werden, während
in
US 2003/0 031
090 A und
US
2002/0 125 134 A die Verwendung von chaotischen Mischkammern
beschrieben wird.
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BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Eine
Aufgabe der Erfindung besteht darin, das Mischen von mindestens
zwei Flüssigkeiten
zu verbessern. Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Hauptansprüche gelöst. In den
Unteransprüchen werden
bevorzugte Ausführungsarten
beschrieben.
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Ausführungsarten
gemäß der Erfindung
können
für das
Mischen von mindestens zwei Flüssigkeiten
in einer Mikrofluideinheit von besonderem Vorteil sein. Zum Beispiel
kann die Mischgeschwindigkeit der Flüssigkeiten erhöht und/oder
das verbesserte Mischverfahren relativ einfach auf neue oder bereits vorhandene
Mikrofluideinheiten und/oder -systeme angewendet werden.
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Gemäß den Ausführungsarten
der vorliegenden Erfindung werden mindestens zwei Flüssigkeiten gemeinsam
in eine erste Leitung eingegeben, die eine Verzweigung mit einer
zweiten Leitung beinhaltet. Die Flüssigkeiten werden zur Verzweigung
befördert
und einer wechselnden Kraft ausgesetzt, während sie im Wesentlichen in
der ersten Leitung verbleiben. Die wechselnde Kraft bewirkt eine
wechselnde Änderung
der Strömungsrichtung
der Flüssigkeiten.
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Ausführungsarten
der Erfindung können
zum Mischen von Flüssigkeiten
verwendet werden, die mindestens eine Komponente aus einer der folgenden
Gruppen enthalten: Peptide, Polypeptide, Nukleinsäuren, Kohlenhydrate,
Farbstoffe, Fettsäuren.
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Eine
bevorzugte Ausführungsart
umfasst eine Vorrichtung zum Mischen von mindestens zwei Flüssigkeiten,
in der eine erste Leitung zum Aufnehmen der mindestens zwei Flüssigkeiten
vorgesehen ist. Die erste Leitung bildet eine Verzweigung mit einer
zweiten Leitung. Eine erste Energiequelle dient zum Befördern der
Flüssigkeiten
in der ersten Leitung, und eine zweite Energiequelle dient dazu,
die Flüssigkeiten
in der ersten Leitung an der Verzweigung einer wechselnden Kraft
auszusetzen, welche die Strömungsrichtung
der Flüssigkeiten
im Wechsel ändert.
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Weitere
bevorzugte Ausführungsarten
beinhalten eine Mikrofluideinheit zum Mischen von mindestens zwei
Flüssigkeiten.
Die Mikrofluideinheit umfasst ein Substrat mit mindestens einem
in einer Oberfläche
des Substrats gebildeten offenen Mikrokanal, eine auf der Substratoberfläche angeordnete Deckplatte
zum Abdecken der offenen Seite des Mikrokanals, eine erste und eine
zweite Leitung, die beide durch die Deckplatte in Verbindung mit
dem offenen Mikrokanal definiert sind, eine erste Energiequelle
zum Befördern
der Flüssigkeiten
in der ersten Leitung und eine zweite Energiequelle, um die Flüssigkeiten
in der ersten Leitung an der Verzweigung einer wechselnden Kraft
auszusetzen, welche die Strömungsrichtung
der Flüssigkeit
entsprechend im Wechsel ändert.
Die zweite Leitung bildet eine Verzweigung mit der ersten Leitung.
Die erste und die zweite Leitung sollen zum Mischen der mindestens zwei
Flüssigkeiten
dienen, die in die erste Leitung eingegeben werden. Die zweite Energiequelle
besteht vorzugsweise aus zwei in der zweiten Leitung angeordneten
Elektroden. Auf jeder Seite der Verzweigung ist in der zweiten Leitung
mindestens eine der beiden Elektroden angeordnet.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Weitere
Aufgaben und viele der mit den Ausführungsarten der vorliegenden
Erfindung verbundenen Vorteile werden aus der folgenden detaillierten Beschreibung
bevorzugter Ausführungsarten
in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen klarer und verständlicher.
Merkmale, die im Wesentlichen oder funktionell gleich oder ähnlich sind,
werden mit denselben Bezugsnummern bezeichnet.
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1 veranschaulicht
schematisch eine erste und eine zweite Leitung einer Mikrofluideinheit
und den Flüssigkeitsstrom
durch die erste Leitung; und
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2a und 2b veranschaulichen
schematisch eine Draufsicht auf einen LabChip für einen 2100 Bioanalyzer, im
den Ausführungsarten
gemäß der Erfindung
angewendet werden.
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1 zeigt
als Beispiel eine Skizze einer ersten Leitung im Verhältnis zu
einer zweiten Leitung gemäß einer
Ausführungsart
der Erfindung. In dem Beispiel werden zwei Flüssigkeiten durch Pipettieren in
eine Elektrodenmulde 11a in das System eingegeben. Das
Pipettieren der Probe kann manuell erfolgen. Im vorliegenden Beispiel
bietet sich eine erste Energiequelle durch ein elektrisches Feld
dar, das durch eine Potenzialdifferenz zwischen den Elektroden 8a, 8b erzeugt
wird, und eine zweite Energiequelle bietet sich durch ein elektrisches
Feld dar, das durch eine Potentialdifferenz zwischen den Elektroden 6, 7 erzeugt
wird. Desgleichen kommen auch andere Energiequellen in Betracht,
zum Beispiel das Anwenden eines Druckgradienten als erste und/oder zweite
Energiequelle.
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Die
Leitungen in der Mikrofluideinheit werden vorzugsweise durch offene
Kanäle
im Chip gebildet, die durch eine (in 1 nicht
dargestellte) Deckplatte abgedeckt und/oder abgedichtet sind. Daher stellen
die Leitungen im Wesentlichen geschlossene Gefäße für die Beförderung von Flüssigkeiten
dar. Üblicherweise
stecken Elektroden 6, 7, 8a, 8b in
den Elektrodenmulden 11, 11a, 11b, die
sich in den Kanälen
des Chips befinden.
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Jede
der beiden Flüssigkeiten
wird durch das Anlegen eines elektrischen Potenzials zwischen den Transportelektroden 8a, 8b vorzugsweise
elektrokinetisch von der entsprechenden Elektrodenmulde 11a in
die erste Leitung 1 befördert.
In jeder der Elektrodenmulden 11a ist mindestens eine Transportelektrode 8a einer
Polarität
angeordnet. In einer Elektrodenmulde 11b ist mindestens
eine Elektrode 8b der entgegengesetzten Polarität angeordnet.
Zwischen den Transportelektroden 8a und 8b wird
ein elektrisches Feld angelegt, das im Fall eines 2100 Bioanalyzer
von Agilent Technologies standardmäßig vorzugsweise einen Strom
zwischen 2 μA
und 5 μA
erzeugt. Der Transportstrom ist nicht auf diese Werte beschränkt, die
vielmehr von der Geometrie der Leitungen und den physikalischen
Eigenschaften der Flüssigkeiten
wie beispielsweise der Viskosität
und der Temperatur abhängen.
Die Beförderung
der beiden Flüssigkeiten
ist nicht auf elektrokinetische Effekte beschränkt, sondern kann auf beliebige
in der Technik bekannte Weise erfolgen.
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In
diesem Beispiel strömen
die beiden Flüssigkeiten
separat in den Probenleitungen 12, 13 (die auch
als Teile der ersten Leitung 1 angesehen werden können), die
sich dann in der ersten Leitung 1 vereinigen. Die Flüssigkeiten
können
auch direkt in die Elektrodenmulden 11a in die erste Leitung 1 eingegeben
werden, ohne dass die Probenleitungen 12, 13 erforderlich
sind.
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Aufgrund
der Mikrometerdimensionen, um nicht zu sagen Nanometerdimensionen,
der Leitungen ist die Strömung
der beiden Flüssigkeiten
in den Probenleitungen 12, 13 und in der ersten
Leitung 1 im Wesentlichen laminar. Das Mischen der Flüssigkeiten
erfolgt durch die gegenseitige Diffusion der Flüssigkeiten durch die Grenzfläche zwischen
den Flüssigkeiten.
Im großen
Maßstab
kann dieser Prozess durch Rühren
beschleunigt werden, da durch die erzeugten Turbulenzen die Grenzfläche zwischen
den Flüssigkeiten
vergrößert wird.
Der turbulenten Strömung
steht jedoch die Viskosität
der beiden Flüssigkeiten
entgegen, welche die Bewegung der Flüssigkeiten stabilisiert. Demzufolge
erzeugt eine hinreichend kleine Probe (zum Beispiel im Mikromaßstab) nicht
genügend
Kraft, um die Viskosität
zu überwinden.
Aus diesem Grund laufen zwei Flüssigkeiten
im Mikromaßstab
in einem schmalen Kanal nebeneinander her (d. h. in einer laminaren
Strömung)
und vermischen sich erst nach vielen Zentimetern). Die laminare
Strömung
in der ersten Leitung 1 ist schematisch durch die gestrichelte
Linie 10a dargestellt, die im Wesentlichen parallel zur
Strömungsrichtung verläuft. Die
gestrichelte Linie 10a, 10b stellt schematisch
die Grenzfläche
zwischen den beiden Flüssigkeiten
dar.
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Die
erste Leitung 1 bildet mit einer zweiten Leitung 2 eine
Verzweigung 3. Die Verzweigung gemäß den Ausführungsarten wird in der Technik
oft auch als Mischungs-T-Stück
oder als Mischungskreuz bezeichnet. Die zweite Leitung steht vorzugsweise
im Wesentlichen senkrecht zur ersten Leitung 1. Die Ausführungsarten
umfassen jedoch auch eine erste Leitung 1, die eine Verzweigung 3 mit
einer zweiten Leitung 2 unter beliebigen anderen Winkeln bildet.
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Die
zweite Leitung 2 enthält
vorzugsweise eine Lösung
mit geladenen oder aufzuladenden Partikeln oder eine geladene aufzuladende
Flüssigkeit. Diese
Flüssigkeit
in der zweiten Leitung 2 wirkt im Wesentlichen als leitendes
Medium für
das elektrische Feld zwischen den Mischelektroden 6, 7.
An jeder Seite der Verzweigung 3 ist in der zweiten Leitung 2 mindestens
eine Elektrode 6, 7 angeordnet, und an jeder Seite
der Verzweigung 3 wird ein elektrisches Potenzial (d. h.
eine Spannungsdifferenz) zwischen diesen Mischelektroden 6, 7 angelegt,
um das elektrische Feld zum „Mischen" zu erzeugen. In
diesem Beispiel ist an jedem der beiden Enden der zweiten Leitung 2 eine
Elektrode 6, 7 angeordnet. Die Elektroden 6, 7 können jedoch
an einer beliebigen anderen Stelle in der zweiten Leitung angeordnet
werden, solange sich mindestens eine Elektrode an jeder Seite der
Verzweigung 3 befindet. Jede der Elektroden 6, 7 sind
in einer Elektrodenmulde 11 angebracht.
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Gemäß diesem
Beispiel wird über
die Elektroden 6, 7 ein elektrisches Wechselfeld,
insbesondere ein pulsierendes elektrisches Wechselfeld, durch die
Verzweigung 3 angelegt. Das bedeutet, dass eine elektrische
Kraft auf die in der ersten Leitung 1 strömenden Flüssigkeiten
in einer Richtung einwirkt, die (aufgrund der bevorzugten Anordnung
der ersten und zweiten Leitung 1, 2 zueinander)
im Wesentlichen rechtwinklig zur Strömungsrichtung der Flüssigkeiten
in der ersten Leitung 1 verläuft. Wenn das elektrische Feld
nach einem bestimmten Zeitintervall die entgegengesetzte Polarität annimmt,
wirkt auf die Flüssigkeiten
in der ersten Leitung 1 eine Kraft in der entgegengesetzten
Richtung ein, die ebenfalls im Wesentlichen rechtwinklig zur Strömungsrichtung der
Flüssigkeiten
in der ersten Leitung 1 verläuft. Das elektrische Feld zwischen
den Elektroden 6 und 7 wechselt vorzugsweise mit
einer Frequenz, bei der sich mindestens ein wesentlicher Teil der
Flüssigkeit in
der ersten Leitung durch das elektrische Feld von einer Leitungswand
zur gegenüber
liegenden Leitungswand bewegen kann. Diese Frequenz f entspricht
dem bevorzugten Zeitintervall (1/2f).
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Das
bevorzugte Zeitintervall zwischen wechselnden Polaritäten des
elektrischen Feldes hängt von
einer Anzahl von Parametern ab, zum Beispiel von den Abmessungen
der ersten Leitung 1, der Temperatur der Flüssigkeiten,
der Größe der geladenen/polarisierbaren
Partikel in der Flüssigkeit
oder der Lösung
und von der Viskosität
der Flüssigkeit. Das
elektrische Feld zwischen den Mischelektroden 6, 7 hängt stark
von der Geometrie der Kanäle,
den Dichten der geladenen Partikel/Moleküle, der Flüssigkeitsviskosität und der
Temperatur ab. Beim 2100 Bioanalyzer (Agilent Technologies, Inc.)
erzeugt das elektrische Feld vorzugsweise einen Strom von mindestens ±2 μA. Das elektrische
Feld kann auch durch Änderung
der zwischen den entsprechenden Elektroden 8a, 8b, 6, 7 angelegten
Spannung geregelt werden.
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Durch
die elektrische Kraft, die im Wesentlichen ungefähr rechtwinklig zur Strömung durch
die erste Leitung 1 wechselt, wird die Grenzfläche zwischen
den Flüssigkeiten
in der ersten Leistung 1 vergrößert (d. h. „auseinandergezogen"). Durch die vergrößerte Grenzfläche wird
die Mischgeschwindigkeit zwischen den Flüssigkeiten erhöht. Das
bedeutet, dass eine gemischte Flüssigkeit
nach dem Durchlaufen einer kürzeren
Leitungslänge
als bisher erhalten wird. Die „auseinandergezogene" Grenzfläche ist
in 1 durch die wellenförmige gestrichelte Linie 10b dargestellt.
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Die
gemischte Flüssigkeit
kann aus der Elektrodenmulde 11b in der ersten Leitung 1 aufgenommen
werden.
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Ein
Vorteil der Ausführungsarten
besteht darin, dass sie auf vorhandene Chip-/Mikrofluideinheiten übertragen
und ohne kostenträchtige
Aufwendungen in vorhandenen Mikrofluidsystemen angewendet werden
können.
Auf Änderungen
der Konstruktion vorhandener Mikrofluideinheiten kann zum großen Teil
verzichtet werden.
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Der
hier verwendete Begriff „Fluid" soll alle Materialien
und Substanzen einschließen,
die sich in der Flüssigkeit
oder in der Flüssigphase
befinden oder in Strömung
versetzt werden können;
insbesondere beinhaltet der Begriff Substanzen (zum Beispiel geladene
Partikel und Ionen), die in beliebigen Lösungen und Gels gelöst oder
verteilt werden können. Der
hier verwendete Begriff „Leitung" beinhaltet auch eine
Kapillare oder ein beliebiges geschlossenes oder im Wesentlichen
geschlossenes Gefäß für die Beförderung
von Flüssigkeiten
zwischen mindestens zwei Orten. Eine Leitung kann auch eine beliebige Anzahl
von Kreuzungen, Verzweigungen oder Abzweigungen beinhalten.
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Als
Beispiel zeigt 2a die Anwendung einer bevorzugten
Ausführungsart
der Erfindung auf einen vorhandenen LabChip für den 2100 Bioanalyzer von
Agilent Technologies. 2b zeigt einen vergrößerten Ausschnitt
von 2a.
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In
diesem Beispiel wird eine durch Natriumdodecylsulfat („SDS") denaturierte Proteinlösung 15 mit
Phosphatsalzpufferlösung
(PBS-Lösung) 14 verdünnt. Die
Proteinlösung 15 wird
vorzugsweise elektrokinetisch zwischen den Elektroden 8a und 8b befördert. Auch
die PBS-Lösung 14 wird
vorzugsweise elektrokinetisch zwischen den Elektroden 8a und 8b befördert. Das üblicherweise
zwischen den Elektroden 8a, 8b angelegte elektrische
Feld erzeugt einen Strom (d. h. einen Transportstrom) von ungefähr 2 μA.
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Die
Proteinlösung 15 und
die PBS-Lösung 14 werden über die
Elektrodenmulden 11 für
die Elektroden 8a in eine erste Leitung 1 eingegeben. Wie
bereits in Verbindung mit 1 beschrieben wurde,
wirkt an der Verzweigung 3, wo die zweite Leitung 2 die
erste Leitung 1 kreuzt, auf die Flüssigkeiten 14, 15 ein
elektrisches Wechselfeld ein. Die beiden Leitungen kreuzen sich
vorzugsweise unter einem im Wesentlichen rechten Winkel. Bei diesem Beispiel
enthält
die zweite Leitung 2 eine Pufferlösung, die mit der Proteinlösung 15 oder
der PBS-Lösung 14 vorzugsweise
nicht reagiert. Die Mischelektroden 6, 7 sind
in Mulden 11, zum Beispiel an jedem Ende der zweiten Leitung 2 angeordnet.
Diese sind in einer Reihe angeordnet und werden als „Puffermulden" oder „Überschussmulden” bezeichnet.
Das elektrische Feld zwischen diesen Elektroden wechselt in diesem
Beispiel ungefähr
alle 0,2 s, und das angelegte elektrische Feld erzeugt einen Strom
von ungefähr ±2 μA.
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Während das
elektrische Feld zum Mischen angelegt ist, kann der Transportstrom
für die
Proteinlösung 15 und
die PBS-Lösung 14 von
2 μA auf
5 μA erhöht werden,
damit sie im Fluoreszenzmikroskop besser zu sehen sind. Die laminare
Strömung
der Proteinlösung 15 und
der PBS-Lösung 14,
die durch die gestrichelte Linie 10a dargestellt ist, wird
an der Verzweigung 3 durch das elektrische Feld zwischen den
Mischelektroden 6, 7 gestört. Nach Durchlaufen der Verzweigung 3 bildet
sich an der Grenzfläche zwischen
der Proteinlösung 15 und
der PBS-Lösung 14 ein
wellenförmiges
Muster heraus. Durch diese Wellenform vergrößert sich die Grenzfläche. Dadurch wird
die Diffusion der beiden Lösungen
ineinander erleichtert und beschleunigt.
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Die
Anwendung der Ausführungsarten
gemäß der Erfindung
ist nicht auf den 2100 Bioanalyzer beschränkt, sondern kann auch auf
beliebige andere Mikrofluideinheiten und -systeme ausgedehnt werden.