DE60202132T2 - Fungizide Zusammensetzungen suf der Basis von Pyridylmethylbenzamid-Derivaten und mindestens einer den Komplex III hemmenden Verbindung - Google Patents

Fungizide Zusammensetzungen suf der Basis von Pyridylmethylbenzamid-Derivaten und mindestens einer den Komplex III hemmenden Verbindung Download PDF

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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N43/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing heterocyclic compounds
    • A01N43/34Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing heterocyclic compounds having rings with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • A01N43/40Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing heterocyclic compounds having rings with one nitrogen atom as the only ring hetero atom six-membered rings

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Description

  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist eine neue fungizide Zusammensetzung, die mindestens ein Pyridylmethylbenzamidderivat und mindestens eine Verbindung enthält, die den Elektronentransport der Atmungskette der Mitochondrien-Ubichinol:Ferricytochrom-c-Oxidoreduktase (ebenfalls bekannt als Komplex III) in phytopathogenen pilzlichen Organismen hemmt; ihre Verwendung beim Schutz von Kulturen; sowie ein Verfahren zum Schutz von Kulturen gegen Pilzerkrankungen.
  • Verbindungen des Pyridylmethylbenzamid-Typs mit Fungizidwirkung, die das Wachstum und die Entwicklung von phytopathogenen Pilzen verhindern können, welche Kulturen befallen oder befallen können, sind aus der europäischen Patentanmeldung EP-A-1 056 723 bekannt.
  • Darüber hinaus sind fungizide Verbindungen bekannt, die den Elektronentransport der Atmungskette der Mitochondrien-Ubichinol:Ferricytochrom-c-Oxidoreduktase in phytopathogenen pilzlichen Organismen hemmen, insbesondere Imidazolin- und Oxazolidin-Derivate, die bereits auf dem Gebiet der Behandlung von phytopathogenen Erkrankungen von Kulturen bekannt sind. Diese Derivate sind beispielsweise Fenamidon, Famoxadon, sowie ihre Isomere und landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze.
  • Die französische Patentanmeldung FR-2 722 652 offenbart bestimmte Gemische von Fenamidon mit fungiziden Verbindungen, aber diese Veröffentlichung beschreibt keine Gemische mit Pyridylmethylbenzamidderivaten.
  • Man möchte jedoch noch die Produkte verbessern, die von Landwirten zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen bei Kulturen, und insbesondere von Mehltau-Erkrankungen, verwendet werden können.
  • Man möchte zudem noch die Dosen der chemischen Produkte reduzieren, die in der Umwelt zur Bekämpfung von Pilzbefall bei Kulturen verbreitet werden, insbesondere indem die Dosen der Produkte zum Aufbringen reduziert werden.
  • Man möchte schließlich noch die Anzahl der dem Landwirt zugänglichen Antipilzprodukte steigern, damit dieser unter ihnen das für den jeweiligen Zweck am besten geeignete Produkt auswählen kann.
  • Ein Ziel der Erfindung ist daher die Bereitstellung einer neuen fungiziden Zusammensetzung, die sich zur Bewältigung der vorstehend genannten Probleme eignet.
  • Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer neuen fungiziden Zusammensetzung, die sich zur vorbeugenden und heilenden Behandlung von Pilzerkrankungen eignet, beispielsweise von Nachtschattengewächsen, Getreide und Reben.
  • Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer neuen fungiziden Zusammensetzung, die eine verbesserte Effizienz gegen Mehltau-, Oidium-, Rost- und Botrytis-Erkrankungen von Getreide, Nachtschattengewächsen und Rebe aufweist.
  • Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer neuen fungiziden Zusammensetzung mit verbesserter Effizienz gegen Mehltau und/oder Oidium- und/oder Botrytis-Erkrankung der Rebe.
  • Man hat nun entdeckt, daß diese Ziele vollständig oder teilweise mit Hilfe der erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzungen erzielt werden können.
  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung betrifft daher fungizide Zusammensetzungen, umfassend:
    • a) mindestens eine Verbindung (I), bei der es sich um ein Pyridylmethylbenzamidderivat der Formel (I) handelt:
      Figure 00020001
      in der:
    • • R1 aus der Reihe Wasserstoffatom, unsubstituierter oder substituierter Alkylrest und unsubstituierter oder substituierter Acyl- oder Alkoxycarbonylrest stammt;
    • • R2 aus der Reihe Wasserstoffatom und unsubstituierter oder substituierter Alkylrest stammt;
    • • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Hydroxyrest, Cyanorest, Nitrorest, -SF5-Rest, Trialkylsilylrest, unsubstituierter oder substituierter Aminorest, Acylrest, Alkoxycarbonylrest und Gruppe E, OE oder SE stammen, in der E aus der Reihe Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Cycloalkyl-, Cycloalkenyl-, Aryl- und Heterocyclylrest, der jeweils unsubstituiert oder substituiert ist, stammt;
    • • c 0, 1, 2, 3, 4, oder 5 bedeutet;
    • • q 0, 1, 2, 3 oder 4 bedeutet oder eines ihrer landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze; und
    • b) mindestens eine Verbindung (II), die fähig ist, den Elektronentransport der Atmungskette der mitochondrial Ubichinol:Ferricytochrom-c-Oxidoreduktase (Komplex III) in phytopathogenen pilzlichen Organismen zu hemmen, sowie einen landwirtschaftlich unbedenklichen Träger und/oder ein landwirtschaftlich unbedenkliches Tensid.
  • In dieser Anmeldung einschließlich der beiliegenden Ansprüche haben die verschiedenen Reste und chemischen Begriffe, wenn nicht anders angegeben, die folgenden Bedeutungen:
    • • "Alkyl" oder "Alkyl-" bedeutet einen linearen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen;
    • • "Alkenyl" bedeutet einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und einer ungesättigten Bindung in Form einer Doppelbindung;
    • • "Alkinyl" bedeutet einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und einer ungesättigten Bindung in Form einer Dreifachbindung;
    • • "Alkoxy" bedeutet einen Alkyloxyrest;
    • • "Acyl" bedeutet den Formylrest oder einen Alkylcarbonylrest;
    • • "Cycloalkyl" bedeutet einen gesättigten cyclischen Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen;
    • • "Aryl" bedeutet einen Phenyl- oder Naphthylrest;
    • • "Heterocyclyl" bedeutet einen ungesättigten oder vollständig oder teilweise gesättigten cyclischen Rest mit 3 bis 8 Atomen, ausgewählt aus Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel und Sauerstoff, vorzugsweise mit 1, 2 oder 3 Heteroatomen, beispielsweise Pyridyl, Chinolyl, Furyl, Thienyl, Pyrrolyl, Oxazolinyl;
    • • der Begriff "substituiert" bedeutet, daß die so beschriebenen Reste durch einen oder mehrere Reste aus der Reihe Chlor, Brom, Fluor, Iod, Alkyl, Alkoxy, Hydroxy, Nitro, Amino; Cyano und Acyl substituiert sind.
  • Es versteht sich, daß die Verbindungen der Formel (I) oder (II) als optische Isomere, geometrische Isomere oder Tautomere zugegen sein können. All diese Formen sind in der vorliegenden Erfindung umfasst.
  • Wenn die Verbindungen (I) oder (II) als optische Isomere existieren, können sie in der Form einzelner Enantiomere oder Enantiomerengemische in einem beliebigen Verhältnis, einschließlich racemischen Gemischen, verwendet werden.
  • Die Verbindungen der Formel (I) sind beispielsweise in der veröffentlichten Patentanmeldung EP-A-1 056 723 beschrieben. Bevorzugte Verbindungen (I) besitzen mindestens eine der folgenden Eigenschaften, und zwar einzeln oder in Kombination:
    • • R1 und R2, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Wasserstoffatom und gegebenenfalls substituierter Alkylrest;
    • • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Hydroxyrest, Nitrorest, unsubstituierter oder substituierter Aminorest, Acylrest, und Gruppe E, OE oder SE, wobei E aus der Reihe Alkyl-, Cycloalkyl-, Phenyl- und Heterocyclylrest, die jeweils unsubstituiert oder substituiert sein können, stammt;
    • • c bedeutet 0, 1, 2 oder 3;
    • • q bedeutet 0, 1, 2 oder 3.
  • Besonders bevorzugt besitzen die Verbindungen die folgenden Eigenschaften, und zwar einzeln oder in Kombination:
    • • R1 und R2, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Wasserstoffatom und Methyl- oder Ethylrest;
    • • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Nitrorest, unsubstituierter oder substituierter Aminorest, und Alkyl-, Cycloalkyl-, Phenyl- oder Heterocyclylrest, die jeweils unsubstituiert oder substituiert sein können;
    • • c bedeutet 1 oder 2;
    • • q bedeutet 1 oder 2.
  • Insbesondere haben die Verbindungen (I) die folgenden Eigenschaften:
    • • R1 und R2 bedeuten jeweils ein Wasserstoffatom;
    • • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Nitrorest, Alkylrest, und Trifluormethylrest;
    • • c und q bedeuten unabhängig voneinander 2.
  • Die folgenden Verbindungen der Formel (I) sind beispielsweise am stärksten bevorzugt:
    • • Verbindung (Ia): 2,6-Dichlor-N-{[3-chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}benzamid;
    • • Verbindung (Ib): N-{[3-Chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}-2-fluor-6-nitrobenzamid;
    • • Verbindung (Ic): N-{[3-Chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}-2-methyl-6-nitrobenzamid; sowie ihre landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze.
  • Gewöhnlich können die erfindungsgemäßen Verbindungen (II) in mindestens zwei Gruppen unterteilt werden, und zwar:
    • – einerseits die Verbindungen (IIa), die die Reduktion von Ubichinon an einer Domäne von Komplex III, die als Qin oder Qi bezeichnet wird, hemmen können;
    • – andererseits die Verbindungen (IIb), die die Reduktion von Ubichinol an einer Domäne von Komplex III, die als Qout oder Qo bezeichnet wird, hemmen können.
  • Der Ursprung der Nomenklatur des Zielenzyms der erfindungsgemäßen Verbindungen (II) ist über die Veröffentlichung Enzyme nomenclature 1992, die insbesondere über das Internet an der Adresse www.chem.qmw.ac.uk/iubmb/enzyme zugänglich ist oder über die Veröffentlichung Enzyme Nomenclature 1992 [Academic Press, San Diego, California, ISBN 0-12-227164-5 (gebundene Ausgabe), 0-12-227165-3 (Taschenbuchausgabe)] und Ergänzung 1 (1993), Ergänzung 2 (1994), Ergänzung 3 (1995), Ergänzung 4, (1997) und Ergänzung 5 (in Eur. J. Biochem. 1994, 223, 1–5; Eur. J. Biochem. 1995, 232, 1–6; Eur. J. Biochem. 1996, 237, 1–5; Eur. J. Biochem. 1997, 250; 1–6 und Eur. J. Biochem. 1999, 264, 610–650) [Copyright IUBMB] verfügbar.
  • Die erfindungsgemäßen Verbindungen (IIa) umfassen Cyazofamid und Antimycin.
  • Die erfindungsgemäßen Verbindungen (IIb) umfassen die synthetischen oder natürlichen Derivate von Strobilurin, insbesondere Azoxystrobin, Dicostrobin, Kresoxim-Methyl, Metominostrobin, Pyraclostrobin, Pycoxystrobin oder Trifloxystrobin.
  • Andere erfindungsgemäßen Verbindungen (IIb) umfassen insbesondere Fenamidon, mit der chemischen Bezeichnung (S)-1-Anilino-4-methyl-2-methylthio-4-phenylimidazolin-5-on, das beispielsweise in "The Pesticide Manual", 12. Aufl. CDS Tomlin, British Crop Protection Council, S. 378, Nr. 318 beschrieben ist, sowie seine landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze oder Famoxadon, mit der chemischen Bezeichnung 3-Anilino-5-methyl-5-(4-phenoxyphenyl)-1,3-oxazolidin-2,4-dion, das beispielsweise in "The Pesticide Manual", 11. Aufl. CDS Tomlin, British Crop Protection Council, S. 500–501, Nr. 296 beschrieben ist, sowie seine Isomere und landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze.
  • Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen umfassen vorteilhafterweise Verbindung (Ia) oder Verbindung (Ib) oder Verbindung (Ic) mit Fenamidon oder Famoxadon. Die bevorzugten erfindungsgemäßen Zusammensetzungen umfassen Verbindung (Ia) mit Fenamidon oder Famoxadon.
  • Somit betrifft die vorliegende Erfindung fungizide Zusammensetzungen, die mindestens ein Pyridylmethylbenzamidderivat der Formel (I) umfassen, wie vorstehend definiert, und mindestens eine Verbindung (II) wie vorstehend definiert, wobei das Verhältnis von Verbindung (I) zu Verbindung (II) gewöhnlich von 1/10 bis 10/1, vorzugsweise von 1/5 bis 5/1, noch stärker bevorzugt von 1/5 bis 2/1 reicht, und am stärksten bevorzugt 1/2 ist.
  • Das Verhältnis von Verbindung (I) zu Verbindung (II) ist definiert als das Gewichtsverhältnis dieser beiden Verbindungen. Gleiches gilt für jedes Verhältnis von zwei chemischen Verbindungen, die nachstehend in dem vorliegenden Text aufgeführt sind, insofern keine andere Definition für dieses Verhältnis ausdrücklich angegeben ist.
  • Es versteht sich, daß die erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzungen eine einzelne Verbindung (I) oder mehr als eine solche Verbindung und eine einzelne Verbindung (II) oder mehr als eine solche Verbindung sowie eine oder mehrere andere Verbindungen, beispielsweise fungizide Verbindungen, herbizide Verbindungen, insektizide Verbindungen und/oder Pflanzenwachstums-Regulatoren, entsprechend der Verwendung, für die sie vorgesehen sind, enthalten können.
  • Die erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzungen können somit ebenfalls einen oder mehrere andere fungizide Wirkstoffe enthalten, die ausgewählt sind aus:
    Acibenzolar-S-methyl, Benalaxyl, Benomyl, Blasticidin-S, Bromuconazol, Captafol, Captan, Carbendazim, Carboxin, Carpropamid, Chlorthalonil, fungizide Zusammensetzungen auf Kupferbasis, Kupferderivate wie Kupferhydroxide und Kupferoxychlorid, Cymoxanil, Cyproconazol, Cyprodinyl, Dichloran, Diclocymet, Diethofencarb, Difenoconazol, Diflumetorim, Dimethomorph, Diniconazol, Dodemorph, Dodin, Edifenphos, Epoxyconazol, Ethaboxam, Ethirimol, Fenarimol, Fenbuconazol, Fenhexamid, Fenpiclonil, Fenpropidin, Fenpropimorph, Ferimzon, Fluazinam, Fludioxonil, Flumetover, Fluquinconazol, Flusilazol, Flusulfamid, Flutolanil, Flutriafol, Folpel, Furalaxyl, Furametpyr, Guazatin, Hexaconazol, Hymexazol, Imazalil, Iprobenphos, Iprodion, Isoprothiolan, Kasugamycin, Mancozeb, Maneb, Mefenoxam, Mepanipyrim, Metalaxyl und seine enantiomeren Formen wie Metalaxyl-M, Metconazol, Metiram-Zink, Oxadixyl, Pefurazoat, Penconazol, Pencycuron, Phosphorsäure und ihre Derivate wie Fosetyl-Al, Phthalid, Probenazol, Prochloraz, Procymidon, Propamocarb, Propiconazol, Pyrimethanil, Pyroquilon, Quinoxyfen, Silthiofam, Simeconazol, Spiroxamin, Tebuconazol, Tetraconazol, Thiabendazol, Thifluzamid, Thiophanat, beispielsweise Thiophanat-Methyl, Thiram, Triadimefon, Triadimenol, Tricyclazol, Tridemorph, Triticonazol, Derivate von Valinamid wie beispielsweise Iprovalicarb, Vinclozolin, Zineb und Zoxamid.
  • Die Erfindung stellt ein Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener Pilze einer Kultur an einer Stelle bereit, umfassend das Aufbringen einer Verbindung (I) und einer Verbindung (II) darauf.
  • Die Erfindung stellt somit ein Verfahren zur heilenden oder vorbeugenden Bekämpfung phytopathogener Pilze von Kulturen bereit, dadurch gekennzeichnet, daß eine wirksame (landwirtschaftlich wirksame) und nichtphytotoxische Menge einer erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzung auf den Boden, auf dem die Pflanzen wachsen oder wachsen können, auf die Blätter und/oder Früchte der Pflanzen oder das Saatgut der Pflanzen aufgebracht wird.
  • Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen sind zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen zahlreicher Kulturen, beispielsweise von Getreide, Gemüse, Nachtschattengewächsen, Gärtnereikulturen, Reben, Früchte im allgemeinen, und insbesondere Mehltau, Septoria-Erkrankungen, Pythium sp. dieser Kulturen vorteilhaft.
  • Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verbessern die jeweiligen und isolierten Wirkungen der Verbindung (I) und der Verbindung (II) bei einer Reihe von Pilzen, die bei Kulturen, insbesondere Reben, besonders schädlich sind, besonders gegen den Falschen Mehltau der Rebe, wohingegen eine Phytotoxizität gegenüber diesen Kulturen nicht vorhanden ist. Das Aktivitätsspektrum kann verbessert werden, und die jeweilige Dosis jedes Wirkstoffs kann reduziert werden, wobei die letztere Qualität aus leicht verständlichen ökologischen Gründen besonders wichtig ist.
  • Es versteht sich, daß der Begriff "synergistischer Effekt", wie er in dieser Anmeldung und in den beigefügten Ansprüchen verwendet wird, insbesondere die Definition von Colby S. R. in einem Artikel mit dem Titel "Calculation of the synergistic and antagonistic responses of herbicide combinations" Weeds (1967), 15, S. 20–22 bedeutet.
  • Letzterer Artikel verwendet die Formel:
    Figure 00100001
    worin E die erwartete prozentuale Hemmung der Erkrankung für eine Kombination der beiden Fungizide bei definierten Dosen angibt (beispielsweise gleich x bzw. y), X die prozentuale Hemmung angibt, die für die Erkrankung durch die Verbindung (I) bei einer definierten Dosis (gleich x) beobachtet wird, Y die prozentuale Hemmung angibt, die für die Erkrankung durch die Verbindung (II) bei einer definierten Dosis (gleich y) beobachtet wird. Wenn die prozentuale Hemmung, die für die Kombination beobachtet wird, größer als E ist, liegt ein synergistischer Effekt vor.
  • Der Begriff "synergistischer Effekt" bedeutet auch den Effekt, der von der Anwendung des Tammes-Verfahren aufgezeigt wird, "Isoboles, a graphic representation of synergism in pesticides", Netherlands Journal of Plant Pathology, 70 (1964), S. 73–80.
  • Die Existenz von Synergismus zwischen Verbindung (I) und Verbindung (II) kann durch den Fachmann durch Routineuntersuchung auf der Basis der vorliegenden Offenbarung nachgewiesen werden.
  • Das Verhältnis von Verbindung (I) zu Verbindung (II) in der Erfindung reicht vorteilhafterweise von 1/10 bis 10/1, vorzugsweise von 1/5 bis 5/1.
  • Gewöhnlich zeigten die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen gute Ergebnisse, wenn das Verhältnis von Verbindung (I) zu Verbindung (II) gleich oder fast 1/2 ist.
  • Die Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen einer Kultur an einer Stelle, welches das Aufbringen von Verbindung (I) und Verbindung (II) darauf umfasst.
  • Man kann auch eine Zusammensetzung, die die beiden Inhaltsstoffe umfasst, oder zwei Zusammensetzungen, die jeweils einen der beiden Wirkstoffe enthalten, jeweils gleichzeitig, gesondert oder nacheinander aufbringen, so daß ein konjugierter Effekt erhalten wird.
  • Diese Zusammensetzungen decken nicht nur Zusammensetzungen ab, die sich leicht auf die zu behandelnde Kultur mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung aufbringen lassen, wie einer Sprühvorrichtung, sondern auch kommerzielle konzentrierte Zusammensetzungen, die verdünnt werden müssen, bevor sie auf die Kultur aufgebracht werden.
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Bekämpfung einer großen Vielzahl phytopathogener Erkrankungen von Kulturen bereit, insbesondere zur Bekämpfung der Septoria-Blattfleckenkrankheit und Mehltau. Diese Erkrankungen können beispielsweise durch direktes Aufbringen auf die Blätter bekämpft werden.
  • Die vorliegende Erfindung stellt somit ein Verfahren zum heilenden oder vorbeugenden Bekämpfen phytopathogener Erkrankungen von Kulturen bereit, umfassend die Behandlung der Kultur (beispielsweise durch Aufbringen oder Verabreichen) mit einer wirksamen und nicht-phytotoxischen Menge einer Kombination wie vorstehend erwähnt. Der Ausdruck "Behandlung der Kultur" bedeutet das Aufbringen oder das Verabreichen einer fungiziden Zusammensetzung wie vorstehend beschrieben beispielsweise auf die oberirdischen Teile der Kulturen oder auf den Boden, in dem sie wachsen, und die von einer phytopathogenen Erkrankung, wie Mehltau oder Septoria-Blattfleckenkrankheit, befallen sind oder vermutlich befallen werden. Der Ausdruck "Behandlung der Kultur", bedeutet auch die Behandlung von Reproduktionsprodukten der Kultur, wie beispielsweise Samen oder Knollen.
  • Die nachstehend beschriebenen Zusammensetzungen werden im Allgemeinen zum Aufbringen auf die wachsende Vegetation oder auf Bereiche, in denen die Kulturen gezüchtet werden, oder zur Beschichtung oder Filmbeschichtung von Samen verwendet.
  • Unter diesen Mitteln, die sich zum Aufbringen der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eignen, können erwähnt werden: Pulver, Blattsprays, Granula, Nebel oder Schäume oder alternativ Mittel in der Form von Suspensionen oder feinteiligen oder eingekapselten Zusammensetzungen; zur Behandlung von Böden oder Wurzeln mit flüssigen Tränklösungen, Pulvern, Granula, Räuchermitteln oder Schäumen; zum Aufbringen auf Pflanzensaatgut, die Verwendung als Mittel zur Filmbeschichtung oder Beschichtung von Saatgut, Pulver oder flüssige Brühen.
  • Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen werden geeignet auf die Vegetation aufgebracht und insbesondere auf die Blätter, die mit phytopathogenen Pilzen befallen sind. Ein weiteres Verfahren zum Aufbringen der erfindungsgemäßen Verbindungen oder Zusammensetzungen ist das Zugeben einer Formulierung, die die Wirkstoffe enthält, in das Berieselungswasser. Diese Berieselung kann mittels Sprenkelanlagen erfolgen.
  • Die Formulierungen, die sich zum Aufbringen der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eignen, umfassen Formulierungen, die sich zur Verwendung in der Form von beispielsweise Sprays, Pulvern, Granula, Nebel, Schäumen oder Emulsionen eignen.
  • In der Praxis umfasst beispielsweise ein Verfahren zum Bekämpfen der phytopathogenen Erkrankungen von Kulturen das Aufbringen einer wirksamen Menge einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung auf die Pflanzen oder auf das Medium, in dem sie wachsen. Für ein solches Verfahren werden die Wirkstoffe gewöhnlich auf die gleiche Fläche, in der der Befall bekämpft werden muss, bei einer wirksamen Dosis von etwa 0,05 g bis etwa 500 g Wirkstoff pro Hektar behandelter Fläche aufgebracht. Unter idealen Bedingungen kann je nach der Beschaffenheit des zu behandelnden phytopathogenen Pilzes eine niedrigere Dosis einen angemessenen Schutz bieten. Dagegen können schlechte Klimabedingungen, Resistenz oder andere Faktoren höhere Wirkstoffdosen erfordern.
  • Die effizienten Arbeitsdosen der erfindungsgemäß verwendeten Kombinationen variieren innerhalb breiter Verhältnisse, insbesondere je nach der Beschaffenheit der phytopathogenen Pilze, die eliminiert werden sollen, oder dem Grad des Befalls, beispielsweise der Pflanze, mit diesen Pilzen.
  • Die optimale Dosis hängt beispielsweise von mehreren Faktoren ab, beispielsweise vom Typ des zu behandelnden phytopathogenen Pilzes, von der Art oder dem Ausmaß der Entwicklung der befallenen Pflanze, von der Dichte der Vegetation oder alternativ vom Verfahren der Aufbringung. Eine effiziente Dosis der Wirkstoffe (I) und (II) reicht gewöhnlich von etwa 0,1 g/ha bis etwa 200 g/ha.
  • Für ihre Verwendung in der Praxis können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen alleine verwendet werden und auch vorteilhaft in Formulierungen verwendet werden, die einen oder andere Wirkstoffe oder alternativ beide zusammen in Kombination oder Assoziation mit einer oder mehreren kompatiblen Komponenten enthalten, die beispielsweise feste oder flüssige Füllstoffe oder Verdünnungsmittel, Hilfsstoffe, Tenside, oder Äquivalente sind, die sich zur gewünschten Verwendung eignen und die zur Verwendung in der Landwirtschaft unbedenklich sind. Die Formulierungen können ein beliebiger Typ sein, der im Fachgebiet bekannt ist und der sich zum Aufbringen auf sämtliche Typen von Pflanzungen oder Kulturen eignet. Diese Formulierungen, die sich auf eine beliebige Art auf diesem Gebiet herstellen lassen, bilden ebenfalls einen Teil der Erfindung.
  • Diese Formulierungen können auch Inhaltsstoffe anderen Typs enthalten, wie Schutzkolloide, Klebstoffe, Verdickungsmittel, thixotrope Mittel, Durchdringungsmittel, Öle zum Sprühen, Stabilisatoren, Konservierungsmittel (insbesondere Anti-Schimmelmittel), Sequestrierungsmittel oder dergleichen, sowie andere bekannte Wirkstoffe, die Pestizid-Eigenschaften haben (insbesondere fungizide, insektizide, akarizide, oder nematozide Eigenschaften) oder die die Eigenschaften der Regulation des Pflanzenwachstums haben. Gewöhnlich können die erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen mit beliebigen festen oder flüssigen Additiven entsprechend den üblichen Formulierungstechniken kombiniert werden.
  • Gewöhnlich enthalten die erfindungsgemäßen Formulierungen etwa 0,05% bis etwa 98,9% (bezogen auf das Gewicht) von einer oder mehreren erfindungsgemäßen Kombinationen, etwa 1% bis etwa 95% von einem oder mehreren festen oder flüssigen Füllstoffen und gegebenenfalls von etwa 0,1% bis etwa 50% von einem oder mehreren kompatiblen Verbindungen, wie Tensiden.
  • In der vorliegenden Anmeldung bedeutet der Begriff "Füllstoff" eine organische oder anorganische natürliche oder synthetische Komponente, mit der die aktiven Komponenten vereinigt werden, damit ihre Aufbringung erleichtert wird, beispielsweise auf Pflanzen, Saatgut oder Boden. Dieser Füllstoff ist folglich gewöhnlich inert und muss unbedenklich sein (beispielsweise unbedenklich für landwirtschaftliche Verwendungen, insbesondere zur Behandlung von Pflanzen).
  • Der Füllstoff kann fest sein, beispielsweise Tone, natürliche oder synthetische Silikate, Siliciumdioxid, Harze, Wachse, feste Düngemittel (beispielsweise Ammoniumsalze), natürliche Bodenmineralien, wie Kaoline, Tone, Talk, Kalk, Quarz, Attapulgit, Montmorillonit, Bentonit oder Diatomeenerden oder synthetische Mineralien, wie Siliciumdioxid, Aluminiumoxid oder Silikate, insbesondere Aluminium- oder Magnesiumsilikate. Die festen Füllstoffe, die sich für Granula eignen, umfassen natürliches, gemahlenes oder gebrochenes Gestein, wie Calcit, Marmor, Bimsstein, Sepiolit und Dolomit; synthetische Granula von anorganischen oder organischen Mehlen; Granula von organischem Material, wie Sägemehl, Kokosnussschale, Maiskolben oder -hülle oder Tabakstengel; Kieselgur, Tricalciumphosphat, pulverisierter Kork oder adsorbierender Ruß; wasserlösliche Polymere, Harze, Wachse; oder feste Düngemittel. Diese Zusammensetzungen können, wenn so gewünscht, ein oder mehrere kompatible Mittel enthalten, wie Benetzungsmittel, Dispersionsmittel, Emulgatoren oder Farbstoffe, die, wenn sie als Feststoff verwendet werden, ebenfalls als Verdünnungsmittel dienen.
  • Die Füllstoffe können ebenfalls flüssig sein, beispielsweise: Wasser, Alkohole, insbesondere Butanol oder Glycol, sowie deren Ether oder Ester, insbesondere Methylglycolacetat; Ketone, insbesondere Aceton, Cyclohexanon, Methylethylketon, Methylisobutylketon, oder Isophoron; Petroleumfraktionen, wie paraffinische oder aromatische Kohlenwasserstoffe, insbesondere Xylole oder Alkylnaphthaline; Mineral- oder Pflanzenöle; aliphatische Chlorkohlenwasserstoffe, insbesondere Trichlorethan oder Methylenchlorid; aromatische Chlorkohlenwasserstoffe, insbesondere Chlorbenzole; wasserlösliche oder stark polare Lösungsmittel, wie Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid, N,N-Dimethylacetamid oder N-Methylpyrrolidon; N-Octylpyrrolidon, Flüssiggase; unabhängig davon, ob sie gesondert oder als Gemisch verwendet werden.
  • Das Tensid kann ein Emulgator, ein Dispersionsmittel oder ein Benetzungsmittel des ionischen oder nichtionischen Typs oder ein Gemisch dieser Tenside sein. Von diesen Tensiden werden beispielsweise Polyacrylsäuresalze, Lignosulfonsäuresalze, Phenolsulfon- oder Naphthalinsulfonsäuresalze, Polykondensate von Ethylenoxid mit Fettalkoholen oder Fettsäuren oder Fettsäureestern oder Fettaminen, substituierte Phenole (insbesondere Alkylphenole oder Arylphenole), Estersalze von Sulfobernsteinsäure, Taurinderivate (insbesondere Alkyltaurate), Phosphorsäureester von Alkoholen oder von Polykondensaten von Ethylenoxid mit Phenolen, Fettsäureester mit Polyolen oder funktionellen Sulfat-, Sulfonat-, oder Phosphat-Derivaten der vorstehend beschriebenen Verbindungen verwendet. Das Vorhandensein von mindestens einem Tensid ist gewöhnlich nötig, wenn die Wirkstoffe und/oder der inerte Füllstoff in Wasser unlöslich oder nur schwer löslich sind und wenn der Füllstoff für die aufzubringende Zusammensetzung Wasser ist.
  • Die erfindungsgemäßen Formulierungen können ebenfalls andere Additive, wie Klebstoffe oder Farbstoffe, enthalten. Klebstoffe, wie Carboxymethylcellulose oder natürliche oder synthetische Polymere in der Form von Pulvern, Granula oder Matrizen, wie Gummiarabicum, Latex, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol oder Polyvinylacetat, natürliche Phospholipide, wie Cephaline oder Lecithine, oder synthetische Phospholipide, können in den Formulierungen verwendet werden. Man kann Farbstoffe, wie anorganische Pigmente, beispielsweise Eisenoxide, Titanoxide, Preußisch-Blau, organische Farbstoffe, wie diejenigen vom Alizarin-, Azo- oder Metallphthalocyanin-Typ oder Spurenelemente, wie Eisen-, Mangan-, Bor-, Kupfer-, Kobalt-, Molybdän- oder Zinksalze, verwenden.
  • Die Formulierungen, die die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthalten, welche zur Bekämpfung der phytopathogenen Pilze von Kulturen verwendet werden, können auch Stabilisatoren, andere fungizide Mittel, Insektizide, Akarizide, Nematizide, Anthelminthika, oder Bakterizide, Abschreckmittel oder Pheromone für Arthropoden oder Vertebraten, Desodorierungsmittel, Geschmacksstoffe oder Farbstoffe enthalten.
  • Diese können zum Zweck der Verbesserung der Festigkeit, Persistenz, der Sicherheit und des Wirkspektrums auf die phytopathogenen Pilze von Kulturen gewählt werden, oder mit ihrer Hilfe kann die Zusammensetzung andere geeignete Funktionen für die behandelten Bereiche ausüben.
  • Erfindungsgemäße feste oder flüssige Formulierungen beinhalten folgendes:
  • Als feste Formulierungen können stäubbare Pulver (mit einem Wirkstoffgehalt von bis zu 100%) und Granula, insbesondere solche, die durch Extrusion, Sprühtrocknen, Verdichtung, Imprägnierung eines granulierten Trägers, Granulation aus einem Pulver erhalten werden (wobei der Wirkstoffgehalt in diesen Granula von 0,5% bis 80% für die letzteren Fälle reicht), erwähnt werden.
  • Stäubbare Pulver umfassen Formulierungen, die 50 g Wirkstoffe und 950 g Talk umfassen; Formulierungen, die 20 g Wirkstoffe, 10 g feinteiliges Siliciumdioxid und 970 g Talk umfassen; diese Bestandteile werden gemischt und gemahlen, und das Gemisch wird durch Aufstäuben aufgebracht.
  • Als flüssige Formulierungen oder Formulierungen, die dafür vorgesehen sind, daß sie beim Aufbringen flüssige Zusammensetzungen ausmachen, können Lösungen erwähnt werden, insbesondere wasserlösliche Konzentrate, emulgierbare Konzentrate, Emulsionen, Suspensionskonzentrate, netzbare Pulver (oder Sprühpulver).
  • Die Suspensionskonzentrate, die sich durch Sprühen aufbringen lassen, werden so hergestellt, daß ein stabiles flüssiges Produkt hergestellt wird, das nicht sedimentiert und das zu einer guten biologischen Verfügbarkeit der Wirkstoffe führt. Diese Suspensionen enthalten gewöhnlich 5% bis 75%, vorzugsweise 10% bis 25%, Wirkstoffe, 0,5% bis 75%, vorzugsweise 5% bis 50%, Tenside, 0% bis 10% geeignete Additive, wie Verdickungsmittel organischen oder anorganischen Ursprungs, Antischäummittel, Korrosionsinhibitoren, Klebstoffe, Konservierungsmittel, wie Proxel GXL®, Frostschutzmittel und als Träger Wasser oder eine organische Flüssigkeit, in der die Wirkstoffe kaum löslich sind oder unlöslich sind: bestimmte organische feste Substanzen oder anorganische Salze können in dem Träger gelöst werden, damit die Sedimentation verhindert wird, oder als Frostschutzmittel für Wasser. In einigen Fällen und insbesondere für Formulierungen, die zur Behandlung von Saatgut vorgesehen sind, können ein oder mehrere Farbstoffe zugegeben werden.
  • Zum Aufbringen auf die Blätter ist die Auswahl der Tenside wichtig, damit eine gute biologische Verfügbarkeit der Wirkstoffe bereitgestellt wird; somit wird vorzugsweise eine Kombination von einem Tensid mit einer hydrophilen Eigenschaft (HLB > 10) und von einem Tensid mit einer lipophilen Eigenschaft (HLB < 5) verwendet. Diese Kombinationen von Tensiden sind beispielsweise in der französischen Patentanmeldung Nr. 00 04015 beschrieben.
  • Die folgenden drei Beispiele veranschaulichen die möglichen Suspensionskonzentrate, die sich für verschiedene Kulturen eignen:
  • Beispiel SC 1 (in g/kg)
  • Dieses Beispiel eignet sich eher für einkeimblättrige Kulturen (Getreide, Reis und dergleichen).
    – Wirkstoffe 150
    – Tensid mit hydrophiler Eigenschaft (z. B. Rhodasurf 860P) 300
    – Tensid mit lipophiler Eigenschaft (z. B. Plurafac LF 700) 150
    – ethoxyliertes Tristyrylphenolphosphat 50
    – Antischäummittel 5
    – Propylenglycol 30
    – Aerosil 200 20
    – Attagel 50 40
    – Wasser (qs 1 kg) 255
  • Beispiel SC 2 (in g/kg)
  • Dieses Beispiel eignet sich eher für zweikeimblättrige Kulturen (Rebstöcke, Obstbäume und dergleichen).
    – Wirkstoffe 150
    – Tensid mit hydrophiler Eigenschaft (z. B. Rhodasurf 860P) 150
    – ethoxyliertes Tristyrylphenolphosphat 50
    – Antischäummittel 5
    – Propylenglycol 30
    – Aerosil 200 20
    – Attagel 50 40
    – Wasser (qs 1 kg) 555
  • Beispiel SC 3 (in g/kg)
  • Dieses Beispiel eignet sich insbesondere zur Behandlung von Saatgut.
    – Wirkstoffe 50
    – Tensid mit hydrophiler Eigenschaft (z. B. Rhodasurf 860P) 5
    – ethoxyliertes Tristyrylphenolphosphat 15
    – Antischäummittel 1
    – Propylenglycol 30
    – Farbstoff 20
    – Rhodopol G 1,5
    – Proxel GXL 1,5
    – Wasser (qs 1 kg) 876
  • Zur Herstellung dieser Formulierungen wird vorzugsweise das folgende Verfahren verwendet: die ausgewählten Tenside (Tensid mit hydrophiler Eigenschaft + Tensid mit lipophiler Eigenschaft + ethoxyliertes Tristyrylphenolphosphat) werden mit der erforderlichen Menge Wasser gemischt, wobei ein Turbinenmischer verwendet wird; nach der Homogenisierung werden dann die anderen Bestandteile der Formel, außer den Wirkstoffen, eingemischt.
  • Die Wirkstoffe und gegebenenfalls das Verdickungsmittel anorganischen Ursprungs (Aerosil 200 und Attagel 50) werden dann zugefügt, so daß man ein Medium mit viskoser Konsistenz erhält. Das erhaltene Gemisch wird dann gemahlen, wobei eine Hochgeschwindigkeits- Mahlturbine und dann eine Kugelmühle verwendet werden, bis eine D50 in der Größenordnung von 1 bis 3 μm und eine D90 zwischen 3 und 8 μm erhalten werden.
  • In dem Fall, wo kein Verdickungsmittel anorganischen Ursprungs verwendet wurde, wird dann das Verdickungsmittel natürlichen Ursprungs (Rhodopol G) zugefügt, und das Gemisch wird gerührt, bis eine geeignete Viskosität erhalten wird.
  • Netzbare Pulver (oder Sprühpulver) werden gewöhnlich derart hergestellt, daß sie 20% bis 95% Wirkstoffe enthalten, und sie enthalten gewöhnlich neben dem festen Träger 0% bis 30% eines Benetzungsmittels, 3% bis 20% eines Dispersionsmittels und nötigenfalls 0,1% bis 10% von einem oder mehreren Stabilisatoren und/oder anderen Additiven, wie Durchdringungsmitteln, Klebstoffen, Rührmitteln, und Farbstoffen.
  • Zur Gewinnung sprühbarer Pulver oder benetzbarer Pulver werden die Wirkstoffe mit den zusätzlichen Substanzen in geeigneten Mischern innig gemischt, und sie werden mit Mühlen oder anderen geeigneten Mahlgeräten gemahlen. Es werden Sprühpulver erhalten, deren Benetzbarkeit und Suspension vorteilhaft sind; sie können mit Wasser in einer beliebigen gewünschten Konzentration suspendiert werden, und diese Suspensionen können sehr vorteilhaft insbesondere zum Aufbringen auf die Blätter von Pflanzen oder auf Saatgut verwendet werden.
  • Die folgenden Beispiele veranschaulichen mögliche benetzbare Pulver (oder Sprühpulver): Beispiel PM 1
    – Wirkstoffe 50%
    – ethoxylierter Fettalkohol (Benetzungsmittel) 2,5%
    – ethoxyliertes Phenylethylphenol (Dispersionsmittel) 5%
    – Kreide (inerter Träger) 42,5%
    Beispiel PM 2
    – Wirkstoffe 10%
    – verzweigter C13-Oxo-Synthesealkohol, ethoxyliert mit 8 bis 10 Ethylenoxid (Benetzungsmittel) 0,75%
    – neutrales Calciumlignosulfonat (Dispersionsmittel) 12%
    – Calciumcarbonat (inerter Füllstoff) qs 100%
  • Beispiel PM 3
  • Dieses benetzbare Pulver enthält die gleichen Inhaltsstoffe wie im vorstehenden Beispiel in den nachstehenden Anteilen:
    – Wirkstoffe 75%
    – Benetzungsmittel 1,50%
    – Dispersionsmittel 8%
    – Calciumcarbonat (inerter Füllstoff) qs 100%
    Beispiel PM 4
    – Wirkstoffe 90%
    – ethoxylierter Fettalkohol (Benetzungsmittel) 4%
    – ethoxyliertes Phenylethylphenol (Dispersionsmittel) 6%
    Beispiel PM 5
    – Wirkstoffe 50%
    – Gemisch aus anionischen und nichtionischen Tensiden (Benetzungsmittel) 2,5%
    Natriumlignosulfat (Dispersionsmittel) 5%
    Kaolinton (inerter Träger) 42,5%
  • Die wäßrigen Dispersionen und Emulsionen, beispielsweise die Zusammensetzungen, die durch Verdünnen eines erfindungsgemäßen benetzbaren Pulvers mit Wasser erhalten werden, fallen in den allgemeinen Schutzbereich der vorliegenden Erfindung. Die Emulsionen können vom Wasser-in-Öl-Typ oder Öl-in-Wasser-Typ sein, und sie können eine dicke Konsistenz, wie die von "Mayonnaise" aufweisen.
  • Die erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzungen können in der Form von in Wasser dispergierbaren Granula formuliert werden, die auch in den Schutzbereich der Erfindung fallen. Diese dispergierbaren Granula mit einer scheinbaren Dichte von gewöhnlich etwa 0,3 bis 0,6, haben eine Teilchengröße gewöhnlich von etwa 150 bis 2000 und vorzugsweise von 300 bis 1500 Mikron.
  • Der Wirkstoffgehalt dieser Granula reicht gewöhnlich von etwa 1% bis 90%, und vorzugsweise von 25% bis 90%. Der Rest der Körner besteht im wesentlichen aus einem festen Füllstoff und gegebenenfalls einem Tensid-Hilfsstoff, die auf die Körner Eigenschaften die Dispergierbarkeit in Wasser übertragen. Diese Granula können im wesentlichen aus zwei bestimmten Typen bestehen, und zwar je nachdem ob der ausgewählte Füllstoff in Wasser löslich ist oder nicht. Ist der Füllstoff wasserlöslich, kann er anorganisch sein oder vorzugsweise organisch. Hervorragende Ergebnisse wurden mit Harnstoff erhalten. Im Falle eines unlöslichen Füllstoffs ist letzterer vorzugsweise anorganisch, wie beispielsweise Kaolin oder Bentonit. Dies wird dann vorteilhafterweise von Tensiden (in einer Menge von 2 bis 20 Gew.-% der Granula) begleitet, wovon mehr als die Hälfte beispielsweise aus mindestens einem im wesentlichen anionischen Dispersionsmittel, wie Alkali- oder Erdalkalimetallpolynaphthalinsulfonat oder einem Alkali- oder Erdalkalimetalllignosulfonat besteht, wobei der Rest aus nichtionischen oder anionischen Benetzungsmitteln, wie einem Alkali- oder Erdalkalimetallalkylnaphthalinsulfonat besteht. Darüber hinaus können andere Hilfsstoffe, wie Schäummittel, zugefügt werden, ist aber nicht wesentlich.
  • Diese Granula können allein, in Lösung oder Dispersion in Wasser verwendet werden, so daß die gewünschte Dosis erhalten wird. Sie können ebenfalls zur Herstellung von Zusammensetzungen mit anderen Wirkstoffen, insbesondere Fungiziden, verwendet werden, wobei letztere in der Form von benetzbaren Pulvern, Granula oder wäßrigen Suspensionen vorliegen.
  • Die Granula können hergestellt werden, indem die nötigen Inhaltsstoffe gemischt werden, gefolgt von Granulation gemäß verschiedener Techniken, die an sich bekannt sind (beispielsweise Pelletierer, Fließbett, Sprühtrockner, Extrusion). Das Verfahren endet gewöhnlich mit Zerkleinern, gefolgt von Sieben auf die innerhalb der vorstehend genannten Grenzen gewählte Teilchengröße. Man kann auch Granula verwenden, die wie vorstehend erwähnt erhalten wurden und dann mit einer Zusammensetzung, die die Wirkstoffe enthält, imprägniert wurden.
  • Sie werden vorzugsweise durch Extrusion erhalten, wobei das Verfahren wie in den nachstehenden Beispielen durchgeführt wird.
  • Beispiel DG1: Dispergierbare Granula
  • 90 Gew.-% Wirkstoffe und 10% Perl-Harnstoff werden in einem Mischer gemischt. Das Gemisch wird dann in einem gezähnten Walzenbrecher gemahlen. Es wird ein Pulver erhalten, das mit etwa 8 Gew.-% Wasser angefeuchtet wird. Das feuchte Pulver wird in einem perforierten Walzenextruder extrudiert. Es wird ein Granulum erhalten, das getrocknet wird, und dann zerkleinert und gesiebt wird, so daß jeweils nur die Granula mit einer Größe von 150 bis 2000 Mikron erhalten werden.
  • Beispiel DG2: Dispergierbare Granula
  • Die folgenden Bestandteile werden in einem Mischer gemischt:
    – Wirkstoffe 75%
    – Benetzungsmittel (Natriumalkylnaphthalinsulfonat) 2%
    – Dispersionsmittel (Natriumpolynaphthalinsulfonat) 8%
    – wasserunlöslicher inerter Füllstoff (Kaolin) 15%
  • Dieses Gemisch wird in einem Fließbett in Gegenwart von Wasser granuliert und dann getrocknet, zerkleinert und gesiebt, so daß Granula mit einer Größe von 0,15 bis 0,80 mm erhalten werden.
  • Die erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzungen enthalten gewöhnlich 0,5 bis 95% der Kombination aus Verbindung (I) und Verbindung (II). Dies kann die konzentrierte Zusammensetzung sein, d. h. das kommerzielle Produkt, das Verbindung (I) und Verbindung (II) vereinigt. Dies kann ebenfalls die verdünnte Zusammensetzung sein, die zum Aufbringen auf die zu behandelnden Kulturen gebrauchsfertig ist. Im letzeren Fall kann die Verdünnung mit Wasser entweder mit einer kommerziellen konzentrierten Zusammensetzung durchgeführt werden, die die Verbindung (I) und Verbindung (II) enthält (dieses Gemisch wird als Ready-Mix bezeichnet), oder mit Hilfe des Tank-Mixes von zwei kommerziellen konzentrierten Zusammensetzungen, die jeweils Verbindung (I) und Verbindung (II) enthalten.
  • Die Erfindung stellt beispielsweise auch ein Verfahren zum heilenden oder vorbeugenden Bekämpfen der phytopathogenen Pilze von Kulturen bereit, dadurch gekennzeichnet, daß eine wirksame und nichtphytotoxische Menge einer erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzung auf die zu behandelnden Pflanzen aufgebracht wird.
  • Die phytopathogenen Pilze von Kulturen, die sich mit diesem Prozess bekämpfen lassen, gehören insbesondere zur:
    • – Gruppe der Oomyceten:
    • – Gattung Phytophthora, wie Phytophthora infestans (Mehltau bei Nachtschattengewächsen, insbesondere Braunfäule von Kartoffel oder Tomate),
    • – Familie der Peronosporaceae, insbesondere Plasmopara viticola (Falscher Mehltau der Weinrebe), Plasmopara halstedii (Mehltau der Sonnenblume), Pseudoperonospora sp. (insbesondere Kürbis-Mehltau und Falscher Mehltau von Hopfen), Bremia lactucae (Mehltau von Salat), Peronospora tabacinae (Falscher Mehltau von Tabak) und Peronospora parasitica (Falscher Mehltau von Kohl), Peronospora viciae (Falscher Mehltau von Erbse) und Peronospora destructor (Falscher Mehltau von Zwiebel);
    • – Gruppe der Adelomyceten:
    • – Gattung Alternaria, beispielsweise Alternaria solani (Dürrfleckenkrankheit von Nachtschattengewächsen und insbesondere von Tomate und Kartoffel),
    • – Gattung Guignardia, insbesondere Guignardia bidwelli (Schwarzfäule der Rebe),
    • – Gattung Oidium, beispielsweise Echter Mehltau der Rebe (Uncinula necator), Oidium von Leguminosen, beispielsweise Erysiphe polygoni (Echter Mehltau von Kreuzblütlern), Leveillula taurica, Erysiphe cichoracearum, Sphaerotheca fuligena (Echter Mehltau von Kürbisgewächsen, von Korbblütlern und von Tomate), Erysiphe communis (Echter Mehltau von Rübe und Kohl), Εrysiphe pisi (Echter Mehltau von Erbse und Alfalfa), Erysiphe polyphaga (Echter Mehltau von Bohne und Gurken-Mehltau), Erysiphe umbelliferarum (Echter Mehltau der Doldengewächse, insbesondere Karotte), Sphaerotheca humuli (Hopfen-Mehltau);
    • – Gruppe der Bodenpilze:
    • – Gattung Pythium sp.,
    • – Gattung Aphanomyces sp., insbesondere Aphanomyces euteiches (Weißfäule bei Erbse), Aphanomyces cochlioides (Trockfäule der Rübe).
  • Es versteht sich, daß der Ausdruck "werden auf die zu behandelnde Vegetation aufgebracht" für die Zwecke des vorliegenden Texts bedeuten soll, daß die fungizide Zusammensetzung der Erfindung mit Hilfe verschiedener Behandlungsverfahren aufgebracht werden kann, wie:
    • – Sprühen einer Flüssigkeit, die eine Zusammensetzung umfasst, auf die oberirdischen Teile der Vegetation,
    • – Stäuben, Einbringen von Granula oder Pulvern in den Boden, Bewässern der Vegetation und bei Bäumen, Injizieren oder Bestreichen,
    • – Aufbringen oder Bilden eines Films auf dem Saatgut der Vegetation mit einer Brühe, die eine Zusammensetzung umfasst.
  • Das Sprühen einer Flüssigkeit auf die oberirdischen Teile der zu behandelnden Kulturen ist das bevorzugte Behandlungsverfahren.
  • Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung.
  • Beispiel: Test einer Zusammensetzung gegen den Falschen Mehltau der Rebe (Plasmopara viticola); vorbeugende Wirkung
  • Protokoll
  • Rebstöcke (var. Chardonnay) werden auf sandigem Boden in Kunststofftöpfen gezüchtet, und zwar jeweils eine Pflanze pro Topf. Die Pflanzen, die 2 Monate alt sind (6 bis 7 entwickelte Blätter), werden mit Verbindung (I) und Verbindung (II), entweder allein oder als Gemisch, besprüht.
  • Die fungiziden Wirkstoffe werden entweder allein oder als Gemisch bei einer Dosis, äquivalent zu 500 Liter/ha, aufgebracht.
  • Das untersuchte Verhältnis von Verbindung (I) zu Verbindung (II) ist 1/2.
  • Drei Tage nach der Behandlung wird jede Pflanze durch Sprühen mit einer wäßrigen Sporangiensuspension von Plasmopara viticola inokuliert, die von kontaminierten Blättern erhalten wurden. Die Sporangienkonzentration ist etwa 100 000 Einheiten pro ml.
  • Nach der Kontamination werden die Pflanzen zwei Tage bei 18°C unter einer gesättigten Atmosphäre, und dann für 5 Tage bei etwa 20°C mit einer relativen Feuchtigkeit von 90 bis 100% inkubiert.
  • Sieben Tage nach der Kontamination werden die Symptome bestimmt, ausgedrückt als infizierte Unterseiten der Blätter, im Vergleich mit den unbehandelten aber kontaminierten Pflanzen.
  • Die Effizienz der Behandlung wird mit der folgenden Abbott-Formel berechnet:
  • Figure 00270001
  • Berechnung und Analyse
  • Die Konzentration der Fungizide, allein oder als Gemisch, die in dem geeigneten Test für die Komponenten jeweils 50%, 70% oder 90% Effizienz ergeben, werden auf der Basis des sigmoidalen Dosis-Reaktions-Kurvenmodells und ihrer entsprechenden Vertrauensintervalle bestimmt. Die Analyse der Ergebnisse wird durch das Modell von Tammes oder Colby durchgeführt.
  • Test an Verbindung (Ia) und Verbindung (IIa)
    Figure 00280001
  • Unbehandelte Kontrolle: 90% der sporulierten Oberfläche.
  • Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, die die Verbindung (Ia) und Fenamidon im Verhältnis von 1/2 in den jeweiligen Konzentrationen von 5 und 10 mg/l umfassen, ermöglichen die Reduktion der Wirkstoffdosen, wobei jedoch noch eine sehr gute Effizienz beibehalten wird. Ein synergistischer Effekt kann natürlich bei anderen Dosierungen und Verhältnissen nachgewiesen werden.
  • Die Erfindung stellt auch ein Produkt bereit, umfassend eine Verbindung (I) und eine Verbindung (II) als Kombinationspräparat für ein gleichzeitige, getrennte oder aufeinanderfolgende Verwendung bei der Bekämpfung phytopathogener Pilze einer Kultur.

Claims (22)

  1. Fungizide Zusammensetzung, enthaltend: a) mindestens eine Verbindung (I), bei der es sich um ein Pyridylmethylbenzamidderivat der Formel (I) handelt,
    Figure 00290001
    in der • R1 aus der Reihe Wasserstoffatom, unsubstituierter oder substituierter Alkylrest und unsubstituierter oder substituierter Acyl- oder Alkoxycarbonylrest stammt; • R2 aus der Reihe Wasserstoffatom und unsubstituierter oder substituierter Alkylrest stammt; • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Hydroxyrest, Cyanorest, Nitrorest, -SF5-Rest, Trialkylsilylrest, unsubstituierter oder substituierter Aminorest, Acylrest, Alkoxycarbonylrest und Gruppe E, OE oder SE stammen, in der E aus der Reihe Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Cycloalkyl-, Cycloalkenyl-, Aryl- und Heterocyclylrest, der jeweils unsubstituiert oder substituiert ist, stammt; • c 0, 1, 2, 3, 4 oder 5 bedeutet; • q 0, 1, 2, 3 oder 4 bedeutet; wobei der Begriff „substituiert" bedeutet, daß die so beschriebenen Reste durch einen oder mehrere Reste aus der Reihe Chlor, Brom, Fluor, Iod, Alkyl, Alkoxy, Hydroxy, Nitro, Amino, Cyano und Acyl substituiert sind; oder eines ihrer landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze; und b) mindestens eine Verbindung (II), die fähig ist, den Elektronentransport der Atmungskette der Mitochondrien-Ubichinol:Ferricytochrom-c-Oxidoreduktase (Komplex III) in phytopathogenen pilzlichen Organismen zu hemmen; sowie einen landwirtschaftlich unbedenklichen Träger und/oder ein landwirtschaftlich unbedenkliches Tensid.
  2. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung (I) mindestens eines der folgenden Merkmale, und zwar allein oder in Kombination, aufweist: • R1 und R2, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Wasserstoffatom und unsubstituierter oder substituierter Alkylrest; • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Hydroxyrest, Nitrorest, unsubstituierter oder substituierter Aminorest, Acylrest und eine Gruppe E, OE oder SE, wobei E aus der Reihe Alkyl-, Cycloalkyl-, Phenyl- und Heterocyclylrest, der jeweils unsubstituiert oder substituiert ist, stammt; • c bedeutet 0, 1, 2 oder 3; • q bedeutet 0, 1, 2 oder 3; und wobei der Begriff „substituiert" die gleiche Bedeutung wie in Anspruch 1 aufweist.
  3. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung (I) mindestens eines der folgenden Merkmale, und zwar allein oder in Kombination, aufweist: • R1 und R2, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Wasserstoffatom und Methyl- oder Ethylrest; • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Nitrorest, gegebenenfalls substituierter Aminorest und Alkyl-, Cycloalkyl-, Phenyl- oder Heterocyclylrest, der jeweils unsubstituiert oder substituiert ist; • c bedeutet 1 oder 2; • q bedeutet 1 oder 2; und wobei der Begriff „substituiert" die gleiche Bedeutung wie in Anspruch 1 aufweist.
  4. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung (I) mindestens eine der folgenden Eigenschaften aufweist: • R1 und R2 bedeuten jeweils ein Wasserstoffatom; • R3 und R4, die gleich oder verschieden sind, stammen unabhängig aus der Reihe Halogenatom, Nitrorest, Alkylrest und Trifluormethylrest; • c und q bedeuten unabhängig voneinander 2.
  5. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung der Formel (I) aus der folgenden Reihe stammt: • 2,6-Dichlor-N-{[3-chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}benzamid; • N-{[3-Chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}-2-fluor-6-nitrobenzamid; und • N-{[3-Chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}-2-methyl-6-nitrobenzamid, sowie ihre landwirtschaftlich annehmbaren Säureadditionssalze.
  6. Fungizide Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung (II) aus der Reihe der Verbindungen (IIa), die fähig sind, die Reduktion eines Ubichinons an einer mit Qin oder Qi bezeichneten Domäne des Komplexes III zu hemmen, stammt.
  7. Fungizide Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung (II) aus der Reihe der Verbindungen (IIb), die fähig sind, die Reduktion eines Ubichinols an einer mit Qout oder Qo bezeichneten Domäne des Komplexes III zu hemmen, stammt.
  8. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen (IIa) aus der Reihe Cyazofamid und Antimycin stammen.
  9. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen (IIb) aus der Reihe Azoxystrobin, Dicostrobin, Kresoxim-Methyl, Metominostrobin, Pyraclostrobin, Pycoxystrobin, Trifloxystrobin, Fenamidon und Famoxadon stammen.
  10. Fungizide Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung (I) aus der Reihe 2,6-Dichlor-N-{[3-chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}benzamid; N-{[3-Chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}-2-fluor-6-nitrobenzamid und N-{[3-Chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}-2-methyl-6-nitrobenzamid und die Verbindung (II) aus der Reihe Cyazofamid, Antimycin, Azoxystrobin, Dicostrobin, Kresoxim-Methyl, Metominostrobin, Pyraclostrobin, Pycoxystrobin, Trifloxystrobin, Fenamidon und Famoxadon stammt.
  11. Fungizide Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der Verbindung (I) um 2,6-Dichlor-N-{[3-chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridinyl]methyl}benzamid und bei der Verbindung (II) um Fenamidon handelt.
  12. Fungizide Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis Verbindung (I)/Verbindung (II) 1/10 bis 10/1 beträgt.
  13. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis 1/5 bis 5/1 beträgt.
  14. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis 1/5 bis 2/1 beträgt.
  15. Fungizide Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die 0,5–99 Gew.-%. an Kombination von Verbindung (I) und Verbindung (II) enthält.
  16. Verfahren zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen einer Kultur an einem Ort, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Verbindung (I) und eine Verbindung (II) nach Anspruch 1 darauf aufbringt.
  17. Verfahren nach Anspruch 16 für die kurative oder vorbeugende Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen einer Kultur, dadurch gekennzeichnet, daß man eine wirksame (landwirtschaftlich wirksame) und nichtphytotoxische Menge an einer fungiziden Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 15 auf den Boden, auf dem Pflanzen wachsen oder wachsen können, auf die Blätter und/oder die Früchte von Pflanzen oder auf die Samen von Pflanzen ausbringt.
  18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die fungizide Zusammensetzung dadurch ausgebracht wird, daß man eine Flüssigkeit auf die oberirdischen Teile einer zu behandelnden Kultur spritzt.
  19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge an fungizider Zusammensetzung einer Dosis von Verbindung (I) und Verbindung (II) von 0,1 g/ha bis 200 g/ha entspricht.
  20. Verfahren nach Anspruch 17, 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der behandelten Kultur um die Rebe handelt.
  21. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem behandelten phytopathogenen Pilz um den Falschen Mehltau der Rebe handelt.
  22. Produkt, enthaltend eine Verbindung (I) und eine Verbindung (II) nach Anspruch 1 als Kombinationspräparat für die gleichzeitige, getrennte oder aufeinanderfolgende Verwendung bei der Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen einer Kultur.
DE60202132T 2001-03-08 2002-03-07 Fungizide Zusammensetzungen suf der Basis von Pyridylmethylbenzamid-Derivaten und mindestens einer den Komplex III hemmenden Verbindung Expired - Lifetime DE60202132T2 (de)

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