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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein immunogenes Peptid, das
von der anaplastischen Lymphomkinase (ALK) abstammt und das bei
der Immuntherapie von Tumoren verwendet werden kann. Insbesondere
bezieht sich die Erfindung auf ein cytotoxisches T-Lymphozyten(CTL)-Epitop
von dem ALK-Protein, auf in vivo und in vitro Verfahren unter Verwendung
des ALK-Peptids
nach der Erfindung fĂŒr
die Aktivierung von ALK spezifischen CTLs und fĂŒr die Stimulierung einer Immunantwort
gegen ALK positive Tumore sowie auf pharmazeutische Zusammensetzungen,
die fĂŒr
die Verwendung bei solchen Verfahren geeignet sind.
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Die
Entdeckung der Tumor assoziierten Antigene (TAAs) zeigte, dass Tumorzellen
durch das Immunsystem spezifisch erkannt werden können, was
zu der Hypothese fĂŒhrte,
dass die meisten, wenn nicht alle, Tumore Antigene exprimieren,
die cytotoxische T-Lymphozyten potentiell angreifen können (Renkvist
N et al., (2001) Cancer Immunol Immunother., 50: 3â15). Die
Identifizierung der immunogenen Epitope fĂŒhrte zu ihrer Verwendung als
Ziele, um die spezifische Clearance von neoplastischen Zellen durch
auf TAA zielende Strategien zu vermitteln, einschlieĂlich der
Impfung, wie zum Beispiel eine allelspezifische Impfung auf Peptidbasis (Bremers
AJ et al., (2000) Eur J Surg Oncol., 26: 418â424; Kugler A. et al., (2000)
Nat Med., 6: 332â336,
Nestle FO et al., (1989) Nat Med., 4: 328â332).
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Ein
Schwerpunkt bei der Entwicklung von effizienten Impfprotokollen
besteht in der Identifizierung von geeigneten und wirksamen TAAs,
die eine Immunantwort induzieren können, welche das Tumorwachstum
beeinflusst. Das ideale Ziel fĂŒr
die Immunzerstörung
ist ein tumor-spezifisches Protein, das in normalen Zellen nicht
exprimiert ist und das fĂŒr
den bösartigen
PhÀnotyp
essentiell ist (Gilboa E., (1999) Immunity, 11: 263â270).
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ALK
ist eine Rezeptor-Tyrosinkinase, die zum ersten Mal von Morris et
al. identifiziert wurde (Morris SW et al., (1994) Science, 263:
1281â1284)
als Teil des Fusionsproteins NPM/ALK (onkogenes, anaplastisches
Lymphomkinase-Fusionprotein)
in Zelllinien, die von ALCL abstammen. Mehr als die HĂ€lfte der
ALCL(anaplastische groĂzellige
Lymphome)-FĂ€lle
besitzen eine t(2;5) chromosomale Translokation, die zur Expression
des NPM/ALK Fusionsproteins fĂŒhrt.
Dieses Fusionsprotein besteht aus dem N-terminalen Abschnitt des
nuklearen Phosphorproteins Nucleophosmin (NPM), der mit dem gesamten
intrazellulÀren
Abschnitt von ALK verbunden ist, die ihre katalytische KinasedomÀne enthÀlt (Morris
SW et al., (1994) Science, 263: 1281â1284; Fallini B et al., (1999)
Blood, 93: 2697â2706).
Es wurde deutlich gezeigt, dass konstitutiv aktivierte NPM/ALK ein
potentes Onkogen ist, das transformierende und Tumor erzeugende
Eigenschaften hat (Fujimoto J et al., (1996) Proc. Natl. Acad. Sci.
USA., 93: 4181â4186;
Bischof D. et al., (1997) Mol. Cell. Biol., 17: 2312â2325; Kuefer
MU et al., Blood (1997) 90: 2901â2910; Wellmann A. et al.,
(1997) FASEB J., 11: 965â972).
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WĂ€hrend NPM
ein konstitutives Gen ist, das allgegenwÀrtig in normalen Zellen exprimiert
wird, ist die ALK-Expression auf das zentrale Nervensystem (CNS)
in embryogenen und adulten MĂ€usen
beschrÀnkt
(Iwahara T et al., (1997) Onkogene, 14: 439â449; Morris S. et al., (1997)
Onkogene, 14: 2175â2188).
Beim Menschen wurde ALK in geringen Mengen in einigen Perizyten
und zerstreuten Gliazellen in spezifischen Bereichen des CNS nachgewiesen.
ALK wird normalerweise in lymphoblutbildenden Geweben nicht exprimiert
(Pulford K et al., (1997) Blood, 89: 1394â1404). Als Ergebnis der t(2;5)
chromosomalen Translokation wird ALK jedoch ektopisch mit hohen
Mengen in Lymphoidzellen exprimiert und die konstitutive TyrosinkinaseaktivitĂ€t fĂŒhrt zu einem
dereguliertem Lymphozytenwachstum (Bischof D. et al., (1998) Mol.
Cell. Biol., 18: 6951â6961).
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Das
hohe Niveau an Expression von NPM/ALK und seinen Varianten in Lymphomzellen
und ihre direkte Rolle bei der Lymphogenese, kombiniert mit der
Tatsache, dass normales ALK in geringen Mengen in immunprivilegiertem
CNS exprimiert wird, lÀsst
vermuten, dass ALK ein ideales Ziel fĂŒr die Immuntherapie sein könnte. TatsĂ€chlich wurden
zirkulierende Antikörper,
die NPM/ALK erkennen, kĂŒrzlich
in Seren von ALCL-Patienten entdeckt (Pulford K, et al., (2000)
Blood, 96: 1605â1607).
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Die
Isolierung der ALK-Peptide mit HLA-A0201 Bindemotiv und die FĂ€higkeit
zur Induktion einer in vitro Immunantwort wurde vor kurzem berichtet
von Passoni et al., (2000) (Blood Bd. 96 â Abstract Nr. 1459). Es wurde
insbesondere berichtet, dass das Dekapeptid SLAMLDLLHV die CTL-ZytotoxizitÀt gegen
NPM/ALK-positive Lymphomzelllinien stimulieren kann.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Peptid bereit, dass von der anaplastischen
Lymphomkinase (ALK) abstammt und das die MHC Klasse I beschrÀnkten, cytotoxischen
Lymphozytenreaktionen gegen Tumorzellen, welche das NPM/ALK-Fusionsprotein
exprimieren, als ein Ergebnis einer t(2;5) Translokation induzieren kann.
Das offenbarte Peptid ist in der KinasedomÀne des Fusionsproteins lokalisiert
und stellt ein ALK-Epitop dar, das ferner charakterisiert ist durch
spontane Reifung und PrÀsentation
an der OberflÀche
von Tumorzellen. WĂ€hrend
Onkogene mit Punktmutationen durch ein eingeschrÀnktes Expressionsmuster gekennzeichnet sind,
welches auf eine kleine Zahl von Patienten beschrÀnkt ist,
ist transloziertes ALK ein breit exprimiertes, tumorassoziiertes
Antigenmerkmal von ALK-positiven Lymphomen (z.B. Alkoma), Neuroblastomen
und ALK exprimierende Neoplasien. Dieses Merkmal macht ALK zu einem
attraktiven Ziel fĂŒr
Impfprotokolle.
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Nach
einer AusfĂŒhrungsform
stellt die Erfindung ein HLA-A*0201-bindendes ALK-Peptid (SEQ ID
Nr. 2) bereit. Das offenbarte Peptid ist charakterisiert durch die
in vivo ImmunogenitÀt
in HLA-A*0201 transgenischen MĂ€usen
und die FĂ€higkeit
zur Stimulierung von MHC Klasse I beschrÀnkte, ALK-spezifische CTLs
in vitro unter Verwendung von menschlichen periphÀren Blutlymphozyten,
die aus gesunden Spendern erzielt werden. Die Erfindung stellt auch
eine pharmazeutische Zusammensetzung bereit, die das ALK-Peptid
nach der Erfindung in Kombination mit wenigstens einem pharmazeutisch
akzeptablen TrÀgerstoff
bereitstellt. GemÀà einer
besonderen AusfĂŒhrungsform
stellt die Erfindung eine Impfstoffzusammensetzung bereit.
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Eine
alternative AusfĂŒhrungsform
der Erfindung stellt Antikörper
bereit, die das Epitop selektiv erkennen, welches durch das offenbarte
ALK-Peptid dargestellt wird. Die ALK-spezifischen Antikörper, die
von der Erfindung umfasst sind, umfassen monoklonale und polyklonale
Antikörper
und aktive Fragmente davon.
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Die
Erfindung stellt ferner ein Verfahren bereit zur Induktion einer
cytotoxischen Reaktion gegen Tumorzellen, welche ein ALK-Antigen
exprimieren, wobei das Verfahren das Inkontaktbringen von T-Lymphozyten
mit einem ALK-Peptid unter Bedingungen umfasst, die fĂŒr die CTL-Aktivierung
geeignet sind. In einer besonderen AusfĂŒhrungsform beschreibt die Erfindung
ein Verfahren, wobei die Lymphozyten mit Antigen prÀsentierenden
Zellen kontaktiert werden, welche das Peptid nach der Erfindung,
das an ein HLA-A*0201
MolekĂŒl
gebunden ist, umfasst (trÀgt
oder prÀsentiert).
Nach einer alternativen AusfĂŒhrungsform
beschreibt die Erfindung ein Verfahren, welches das Inkontaktbringen
von Lymphozyten direkt mit dem ALK-Peptid nach der Erfindung umfasst.
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Nach
besonderen AusfĂŒhrungsformen
bezieht sich die Erfindung auf isolierte Antigen prÀsentierende Zellen
wie, aber nicht beschrÀnkt
auf, HLA-A2. 1 positive dendritische Zellen oder autologe, periphere,
mononukleÀre
Blutzellen, die das ALK-Peptid nach der Erfindung tragen, sowie
auf isolierte T-Lymphozyten,
die selektiv einen Komplex binden können, der ein HLA Klasse I
MolekĂŒl
und das ALK-Peptid umfasst.
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GemÀà einer
weiteren AusfĂŒhrungsform
stellt die Erfindung die Verwendung des ALK-Peptids nach der Erfindung
fĂŒr die
Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung
von Tumoren bereit, welche durch die Expression eines ALK-Antigens
gekennzeichnet sind, wie ein Alkom, ein Neuroblastom oder eine ALK
exprimierende Neoplasie. Eine alternative AusfĂŒhrungsform besteht in der Verwendung
von Antigen prÀsentierenden
Zellen, die das ALK-Peptid tragen, oder autologen T-Lymphozyten, die
spezifisch (z.B. fÀhig
zur Bindung von oder zur Interaktion mit) fĂŒr Komplexe eines HLA-A*0201
MolekĂŒls
sind, das mit den ALK-Peptiden assoziiert ist, fĂŒr die Herstellung einer pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Behandlung von Tumoren, die ein ALK-Antigen
exprimieren.
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GemÀà weiteren
AusfĂŒhrungsformen
stellt die Erfindung isolierte NukleinsĂ€uremolekĂŒle bereit, die fĂŒr das ALK-Peptid
nach der Erfindung codieren, chimÀre Gene, die ein isoliertes
NukleinsĂ€uremolekĂŒl nach der Erfindung
unter der Kontrolle eines heterologen Promoters umfassen, sowie
Expressionsvektoren, die ein chimÀres Gen nach der Erfindung
umfassen. Diese AusfĂŒhrungsformen
nach der Erfindung finden Anwendung bei der Herstellung eines Wirtsvektorsystems
fĂŒr die
Herstellung des ALK-Peptids nach der Erfindung und fĂŒr die Isolierung
von Wirtszellen und Zelllinien, die ein chimÀres Gen nach der Erfindung
umfassen.
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1A und 1B. Induktion von Anti-ALK spezifischen
Effektoren in peripheren Blutlymphozyten von gesunden Spendern (PBLs).
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PBLs,
die von fĂŒnf
Spendern (DG, ZB, SA, PG und BF) erzielt wurden, wurden mit autologen
Peptid-gepulsten DCs aktiviert und wöchentlich mit Peptid-beladenen, autologen
Monozyten restimuliert. Die erzielten T-Zell-Massenkulturen wurden getestet fĂŒr die AntigenspezifitĂ€t, wobei
mit der dritten Stimulierungsrunde begonnen wurde. Die cytotoxische
AktivitÀt
wurde bestimmt in einem Standard-
51Cr-Freisetzungstest
mit einem E:T VerhÀltnis
von 50:1 (
)
und 25:1 (o), wobei als Targets verwendet wurden entweder T2-Zellen,
die mit 5 ÎŒM
Erkennungspeptid oder irrelevantes, Matrix abstammendes Influenzapeptid (FLU)
gepulst waren (
1A) oder NPM/ALK positive
Lymphomzelllinien SU-DHL1 und SUP-M2 (
1B). Die
Ergebnisse von einem reprÀsentativen
Experiment, wobei zwei Experimente durchgefĂŒhrt wurden, sind dargestellt.
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2A und 2B. IFN-Îł Freisetzung
von in vitro induzierten Anti-ALK CTL Linien.
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Autologe
EBV-transformierte B-Zellen (LCL) (2A)
und T2-Zellen (2B) wurden gepulst
mit 5 ÎŒM
p280â89
und p376â85
Peptiden sowie dem Influenzamatrixpeptid (FLU: irrelevantes Peptid)
und wurden dann verwendet als Stimulator in einem IFN-Îł Freisetzungstest.
Die Vorinkubation mit 5 ÎŒg/ml
Anti-HLA-A2 mAb
CR11.351 hemmt die IFN-Îł Sekretion.
Die Ergebnisse von einem reprÀsentativem
Experiment, wobei wenigstens drei Experimente durchgefĂŒhrt wurden,
sind dargestellt.
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3A und 3B. Peptidempfindlichkeit von in vitro
induzierten ALK-spezifischen
CTLs.
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T2-Zellen
wurden inkubiert mit titrierten Mengen von p280â89 (3A)
und p376â85
(3B) Peptiden sowie mit dem Influenzamatrixpeptid
(FLU) und wurden dann als Stimulator verwendet in einem IFN-Îł Freisetzungstest
unter Verwendung der CTL-Linien, die von den Spendern ZB und DG
und SA hergestellt wurden. Die Ergebnisse von einem reprÀsentativen
Experiment, wobei zwei Experimente durchgefĂŒhrt wurden, sind dargestellt.
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4Aâ4C. Spezifische Lyse von ALCL Zelllinien,
die endogen NPM/ALK exprimieren.
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P280â89 spezifische
CTL-Linien, erzeugt von den Spendern DG (
4A)
und ZB (
4B), und p376â85 spezifische
CTL-Linien, erzeugt von dem Spender SA (
4C),
erkennen effizient und lysieren HLA-angepasste ALCL Lymphomzelllinien
(SU-DHL1 und SUP-M2), die endogen NPM/ALK exprimieren. Die Lyse
wurde gehemmt in Gegenwart von Anti-HLA-A2 mAb CR11.351 und es wurde
keine AktivitÀt
nachgewiesen gegen HLA-A2.1 + Zelllinien FM3 (Melanom), HCT-116
(Darmkarzinom) und MCF-7 (Brustkarzinom). Die cytotoxische AktivitÀt wurde
bestimmt in einem Standard-
51Cr-Freisetzungstest
mit einem E:T VerhÀltnis
von 50:1 (
),
25:1 (â), 12:1 (
).
Die Ergebnisse von einem reprÀsentativen
Experiment, wobei drei Experimente durchgefĂŒhrt wurden, sind gezeigt.
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5A und 5B. Lyse von Neuroblastomzellen, die natives
ALK exprimieren.
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Anti-p280â89 (
5A) und p375â86 (
5B)
CTL-Linien erkennen und töten
Neuroblastomzellen, die natives ALK in einer HLA-beschrÀnkten Weise
exprimieren. IMR 32 (HLA-A2.1 +/ALK+), SK-N-SH (HLA-A2.1 â/ALK+)
und NB-5 (HLA-A2.1 +/ALKâ)
Zelllinien wurden als Ziele verwendet in Standard-
51Cr-Freisetzungstests
unter Verwendung von ALK-Peptid spezifischen ALK-Zelllinien, die
von den Spendern DG und ZB (p280â89 spezifische CTL-Linie)
(
5A) und vom Spender SA (p375â86 spezifische
CTL-Linie) (
5B) hergestellt wurden.
E:T VerhÀltnis
50:1 (
),
25:1 (â), 12:1 (
).
Die Ergebnisse von einem Experiment, wobei drei Experimente durchgefĂŒhrt wurden,
sind gezeigt.
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Die
Erfindung basiert auf der Identifizierung von neuen CTL-Epitopen
innerhalb des NPM/ALK-Fusionsproteins. Insbesondere wurde ein Tumor
assoziiertes CTL-Epitop in der ALK-TyrosinkinasedomÀne identifiziert,
das die folgenden Eigenschaften hat: (a) Bindung an HLA-A2.1 MolekĂŒle, (b)
ImmunogenitÀt
in vivo in HLA-A*0201 transgenischen MĂ€usen, (c) in vitro Stimulation
von spezifischen CTL Reaktionen unter Verwendung von PBLs von gesunden
Spendern, (d) spontane Reifung und PrÀsentation an der OberflÀche von
Tumorzellen.
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Da
das ALK-Protein von normalen Zellen nicht exprimiert wird, mit der
Ausnahme von einigen CNS-Zellen in niedrigen Mengen, haben die Erfinder
untersucht, ob die ALK-Kinase ein Ziel fĂŒr eine Antigen spezifische
zellvermittelte Immuntherapie sein könnte. Eine Reihe von Peptiden,
die von ALK abstammen, wurden somit hinsichtlich ihrer BindungsaffinitĂ€t zu HLA-A*0201 MolekĂŒlen getestet
und die Bindungspeptide wurden dann hinsichtlich ihrer FĂ€higkeit
eingestuft, eine spezifische Immunantwort auszulösen, die durch cytotoxische
T-Lymphozyten (CTLs) sowohl in vivo in HLA-A*0201 transgenischen
MĂ€usen
als auch in vitro in den peripheren Blutlymphozyten (PBLs) von gesunden
Spendern vermittelt wird.
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Sieben
Peptide, die an das HLA-A*0201 MolekĂŒl binden können und eine in vivo ImmunogenitĂ€t zeigen,
wurden so identifiziert. Von diesen Peptiden waren die Peptide p280â89 (SLAMLDLLHV,
SEQ ID Nr. 1), p376â85
(GVLLWEIFSL, SEQ ID Nr. 2), p281â89 (LAMLDLLHV, SEQ ID Nr.
3), p282â90
(AMLDLLHVA, SEQ ID Nr. 4) und p377â85 (VLLWEIFSL, SEQ ID Nr.
5) innerhalb der KinasedomÀne,
p456â65
(ALPIEYGPLV, SEQ ID Nr. 6) war stromabwĂ€rts von der KinasedomĂ€ne und p621â629 (SLTANMKEV,
SEQ ID Nr. 7) lag innerhalb des C-terminalen Abschnitts des Proteins.
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Zwei
HLA-A*0201 beschrÀnkte
CTL-Epitope, p280â89
(SLAMLDLLHV, SEQ ID Nr. 1) und p375â86 (GVLLWEIFSL, SEQ ID Nr.
2), induzierten Peptid spezifische CTL Linien, die fÀhig waren,
spezifisch IFN-Îł freizusetzen
nach Stimulierung mit ALK peptidgepulsten, autologen EBV-transformierten
B-Zellen (LCLs) oder T2-Zellen.
Anti-ALK CTLs lysierten HLA-abgestimmte ALCL und Neuroblastomzelllinien,
die endogen ALK-Proteine exprimierten. Die CTL-AktivitÀt wurde gehemmt durch Anti-HLA-A2
mAb CR11.351, was mit einem Klasse I-beschrÀnkten Mechanismus der CytotoxizitÀt konsistent
ist.
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Die
Ergebnisse der Experimente, bei denen die ALK-Peptide auf ihre ImmunogenitÀt getestet
wurden, bestÀtigen
die Existenz einer effizienten Anti-ALK VorlÀuferpopulation, die innerhalb
der T-Zellpopulation von gesunden Spendern vorhanden ist. Unter
BerĂŒcksichtigung
der relativ niedrigen Ausgangszahl von PBLs (36 Ă 106),
die zum Start von jedem einzelnen SensitivitÀtsexperiment verwendet wurde,
liegen solche VorlÀufer wahrscheinlich
in einer hohen Frequenz vor. Unter Beachtung der bekannten Schwierigkeit
zur Erzeugung von Immunreaktionen in vitro ist es bemerkenswert,
dass die Testung von nur drei gesunden Spendern fĂŒr jedes Peptid
eine spezifische Immunantwort in wenigstens einem Spender induzierte,
was die StÀrke
von ALK hinsichtlich der ImmunogenitÀt vermuten lÀsst.
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Die
Anti-ALK spezifische CTL Population reagiert wahrscheinlich nicht
gegen normale CNS-Zellen, da CNS eine immunologisch privilegierte
Stelle ist, wo unter physiologischen Bedingungen Antigene nicht
dem Immunsystem ausgesetzt sind. Das geringe Expressionsniveau in
dem normalen CNS ist höchstwahrscheinlich
zu niedrig, um eine CTL-Erkennung sicher zu stellen, wie dies gezeigt
wurde mit menschlichen MAGE-spezifischen und mit p53-spezifischen MĂ€usen CTLs.
Im Gegensatz dazu fĂŒhrt
das hohe Expressionsniveau von NPM/ALK, angetrieben durch den starken
NPM-Promoter, zu einer substantiellen Menge an NPM/ALK-Reifung durch
das Proteosom, was zu einer signifikanten Expression der von ALK
abstammenden Epitope an der ZelloberflĂ€che fĂŒhrt. Dies ermöglicht die
Immunantwort gegen ALK, das fĂŒr
bösartige
Zellen selektiv ist.
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Die
Herunterregulierung der Tumorantigenexpression stellt ein Problem
fĂŒr die
Entwicklung von Immuntherapien dar aufgrund der möglichen
Immunselektion von nicht-exprimierenden Tumorklonen. Da ALK fĂŒr die neoplastische
Transformation von lymphoiden Zellen notwendig ist, ist es unwahrscheinlich,
dass ein TumorfluchtphÀnomen
durch ALK-Antigen-Verlustvarianten
auftritt.
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Verlagertes
ALK wird in etwa 83% der ALCL-Kinder beziehungsweise in 31% der
ALCL-Erwachsenen exprimiert (Drexler HG. et al., Leukemia. 2000;
14: 1533â1559),
was anzeigt, dass ALK ein stabiles Lymphom-spezifisches Kennzeichen
ist. KĂŒrzlich
wurde das ALK-positive Lymphom oder âAlkoma" als eine getrennte Tumoreinheit erkannt
(Benharroch D et al., Blood 1998; 91: 2076â2084). Eine breite ALK-Expression ist
nicht auf einen oder wenige Patienten beschrÀnkt, wie dies der Fall ist
bei Krebsgenen mit Punktmutationen. Dieses Merkmal macht ihre Verwendung
in Impfprotokollen einfacher und breiter anwendbar.
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Ferner
wurde gezeigt, dass ALK spezifische CTLs effizient ALK+ Neuroblastom-Tumorlinien
abtöten. Das
Abtöten
von Neuroblastomzellen durch eine CTL-Reaktion, die spezifisch fĂŒr ALK-Epitope
ist, zeigt das Potential von ALK als ein gemeinsames Tumorantigen
fĂŒr mehrfache
MalignitÀten.
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Nach
einem ersten Aspekt stellt die Erfindung das HLA-A*0201 beschrÀnkte Peptid
SEQ ID Nr. 2 bereit, welches eine cytotoxische Reaktion stark aktiviert.
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Aufgrund
der relativ kurzen LĂ€nge
kann das Peptid gemÀà der Erfindung
auf vielfÀltige
Weise hergestellt werden. Es kann zum Beispiel in Lösung oder
auf einem FesttrÀger
gemÀà bekannten
Techniken synthetisiert werden. Verschiedene automatische SynthesegerÀte sind
kommerziell verfĂŒgbar
und können
gemÀà bekannten
Protokollen benutzt werden. Siehe zum Beispiel Stewart and Young,
(1984) Solid Phase Peptide Synthesis, 2. Aufl., Pierce Chemical
Co.; Tam et al., J. Am. Chem. Soc., (1983) 105: 6442; Merrifield,
The Peptides, Gross and Meinenhofer, Hrsg. Academic Press, (1979)
New York, Seiten. 1â284.
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Die
AminosÀuresequenz
des Peptides nach der Erfindung kann durch Deletion, Substitution
oder Addition von einem oder mehreren Resten modifiziert werden,
sofern die so erzielten Derivate zumindest die gleiche, vorzugsweise
jedoch eine höhere
immunogene AktivitÀt
als die nicht-modifizierten
Peptide bilden. Die Peptide können
auch konjugiert werden mit Lipiden, Glycosylresten und anderen Peptiden,
um Eigenschaften zu verbessern, wie eine höhere AffinitÀt zu dem
HLA-MolekĂŒl,
eine höhere
ImmunogenitÀt
oder eine bessere BioverfĂŒgbarkeit
nach Verabreichung. Die Peptide können auch mit verschiedenen
Epitopen konjugiert werden, die eine zellulÀre T-Helferreaktion durch die
gleiche oder eine verschiedene Klasse der MHC-MolekĂŒle induzieren
können.
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Die
Erfindung umfasst auch isolierte NukleinsĂ€uremolekĂŒle, die fĂŒr HLA-A*0201-bindendes ALK-Peptid der SEQ
ID Nr. 2 codiert. Die Wahl einer spezifischen Nukleotidsequenz,
die fĂŒr
das ALK-Peptid codiert, wird von dem gewÀhlten Expressionssystem abhÀngen und
kann aufgrund der Degeneration des genetischen Codes verÀndert werden.
Die Erfindung umfasst auch einen Expressionsvektor, in dem die passende
NukleinsÀuresequenz
operabel mit einem heterologen Promoter verbunden ist, sowie ein
Wirtsvektorsystem fĂŒr
die Herstellung eines Peptides, welches diesen Expressionsvektor
in einer geeigneten Wirtszelle umfasst, und eine Zelllinie, die
das NukleinsĂ€uremolekĂŒl, das fĂŒr ein ALK-Peptid
codiert, umfasst.
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Das
ALK-Peptid nach der Erfindung kann in vitro oder in vivo durch die
Verwendung einer rekombinanten DNA-Technologie hergestellt werden,
um eine Nukleotidsequenz zu produzieren, die fĂŒr ein ALK-Peptid von Interesse
codiert. Eine geeignete codierende Sequenz kann zum Beispiel in
einen Expressionsvektor eingesetzt werden und der Expressionsvektor
wird in eine geeignete Wirtszelle durch Transformation oder Transfektion
eingebracht. Die erzielte Wirtszelle wird unter Bedingungen kultiviert,
die fĂŒr
die Expression der codierenden Sequenz und die Herstellung des codierten
Peptides geeignet sind. Diese Verfahren sind im allgemeinen Stand
der Technik bekannt, wie dies beschrieben ist von Sambrook et al.
Molecular Cloning, A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Press,
Cold Spring Harbor, N.Y. (1982), und Ausuble et al., (Hrsg.) Current
Protocols in Molecular Biology, John Wiley and Sons, Inc., New York
(1987). Es liegt somit innerhalb der FĂ€higkeiten eines Fachmanns,
eine NukleinsÀuresequenz
vorzubereiten und herzustellen, weiche fĂŒr ein ALK-Peptid nach der Erfindung
codiert. Geeignete Nukleotidsequenzen können zurĂŒcktranslatiert werden unter
Verwendung von Codons, die fĂŒr
AminosÀuren
von einem der hier offenbarten ALK-Peptide codieren und bei denen
es gezeigt wurde, dass sie fĂŒr
menschliche Lymphozyten immunogen sind.
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Alternativ
kann die codierende Sequenz fĂŒr
die Peptide der hier vorgeschlagenen LĂ€nge durch chemische Techniken
synthetisiert werden, zum Beispiel mit dem Phosphotriesterverfahren
von Matteucci et al., (1981) J. Am. Chem. Soc., 103: 3185. Die chemische
Synthese stellt die Möglichkeit
bereit, die codierende Sequenz zu modifizieren, um geeignete Linker
aufzunehmen, welche die Ligation in allgemein verfĂŒgbare und gut
bekannte Expressionsvektoren erleichtern. Zahlreiche Vektoren und
geeignete Wirtssysteme sind im Stand der Technik breit verfĂŒgbar. FĂŒr die Expression
des Peptides wird im Allgemeinen die codierende Sequenz mit einem
operabel verbundenen Stopp- und Startcodon, Promoter- und Terminatorregionen
und normalerweise einem Replikationssystem bereitgestellt, um einen Expressionsvektor
fĂŒr einen
bestimmten zellulÀren
Wirt zu schaffen. Bakterielle Zellen, Hefezellen oder SĂ€ugetierzellen
können
in Kombination mit geeigneten Vektoren und Kontrollsequenzen verwendet
werden.
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GemÀà einem
weiteren Aspekt ist die Erfindung auf pharmazeutische Zusammensetzungen
gerichtet, die eine wirksame Menge des hier beschriebenen Peptides
enthalten. Die pharmazeutischen Zusammensetzungen fĂŒr eine therapeutische
Behandlung können
fĂŒr eine
parenterale, orale oder lokale Verabreichung verwendet werden. Vorzugsweise
werden die pharmazeutischen Zusammensetzungen parenteral verabreicht, zum
Beispiel intravenös,
intramuskulÀr.
Aktuelle Verfahren fĂŒr
die Herstellung und die parenterale Verabreichung von pharmazeutischen
Zusammensetzungen nach der Erfindung sind bekannt oder nahe liegend
fĂŒr einen
Fachmann und sind zum Beispiel im Detail beschrieben in Remington's Pharmaceutical
Science, 17. Aufl., Mack Publishing Company, Easton, PA (1985).
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GemÀà einer
bevorzugten AusfĂŒhrungsform
liegen die Zusammensetzungen in Form von Impfstoffen vor, die insbesondere
geeignet sind fĂŒr
eine prÀventive
Impfung von Personen mit Krebsempfindlichkeit oder fĂŒr eine therapeutische
Impfung von neoplastischen Patienten. ZusÀtzlich zu den Wirkstoffen werden
die Impfstoffzusammensetzungen einen oder mehrere pharmazeutisch
akzeptable TrÀgerstoffe
enthalten.
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âWirksame
Menge" bedeutet
eine Menge, die eine wirksame CTL-Reaktion gegen eine Tumorzelle auslösen kann.
Solch eine Menge wird abhÀngig
sein von dem Weg und dem Typ der Verabreichung, von der StÀrke des
zu behandelnden pathologischen Befundes und von dem allgemeinen
Zustand des Patienten. Geeignete Mengen werden im Allgemeinen variieren
von 1 bis 1000 ÎŒg,
vorzugsweise von 100 bis 300 ÎŒg,
aufgeteilt in drei oder mehr Verabreichungen in 1 Monatsintervallen
oder hÀufiger.
Allgemeine Verfahren fĂŒr
die Herstellung und die Verwendung von Impfstoffen sind den Fachleuten
bekannt (siehe zum Beispiel Paul, Fundamental Immunology, Raven
Press, New York (1989) oder Cryz, S. J., Immunotherapy and Vaccines,
VCH Verlangsgesellschaft, 1991). Impfstoffe werden im Allgemeinen
in Form von injizierbaren Suspensionen oder Lösungen hergestellt, wobei sie
aber auch in Feststoffform oder als Liposomzubereitungen verwendet
werden können.
Die immunogenen Inhaltsstoffe werden vorzugsweise mit einem oder
mehreren pharmazeutisch akzeptablen TrÀgerstoffen gemischt, wie Emulgatoren,
Puffermittel oder Hilfsstoffen, welche die Wirksamkeit des Impfstoffes verstÀrken. Der
Impfstoff kann mit einer einzelnen oder mehreren Dosen verabreicht
werden. Im Falle von mehreren Dosierungen werden 1 bis 10 getrennte
Dosierungen bereitgestellt, wobei jede eine Antigenmenge im Bereich
von 1 bis 1000 ÎŒg
enthÀlt.
Es folgt eine Auffrischungsdosis zu bestimmten Zeitintervallen,
die notwendig ist, um die Immunreaktion aufrecht zu erhalten oder
zu verstÀrken.
Falls notwendig, kann eine Dosis nach mehreren Monaten verabreicht
werden. In jedem Fall wird das Behandlungsschema von der Reaktion
des Patienten und von dem Tumorfortschritt abhÀngig sein.
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Die
Zusammensetzungen und die Verfahren nach der Erfindung können auch
fĂŒr eine
ex vivo Therapie benutzt werden. Mit ex vivo Therapie ist gemeint,
dass therapeutische oder immunogene Manipulationen auĂerhalb
des Körpers
durchgefĂŒhrt
werden. Lymphozyten oder Antigen prÀsentierende Zellen können dem
Patienten zum Beispiel entnommen werden und mit hohen Dosen der
fraglichen Peptide behandelt werden, wobei eine stimulierende Konzentration
des Peptids in der Zellkultur bereitgestellt werden kann, die weit
oberhalb der Menge liegt, die von einem Patienten gebildet oder
toleriert werden könnte,
wenn das Peptid in vivo verabreicht wĂŒrde. Nach der Behandlung kann
die Zellpopulation (zum Beispiel cytotoxische T-Lymphozyten, Bulk-Lymphozytenpopulationen
oder Antigen prÀsentierende
Zellen) in den Wirt zurĂŒckgebracht
werden. Alternativ können
Patientenzellen mit Vektoren behandelt werden, die eine NukleinsÀuresequenz
tragen, welche fĂŒr
das ALK-Peptid nach
der Erfindung codiert. Nach Transfektion können die Zellen entweder in
vitro vermehrt werden, bis eine gewĂŒnschte Zelldichte erzielt ist,
oder die Zellen werden direkt dem Patienten wieder zugefĂŒhrt fĂŒr eine in
vivo Expansion.
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Die
Erfindung stellt insbesondere ein Verfahren fĂŒr die Induktion einer cytotoxischen
Reaktion gegen Tumorzellen bereit, die ein oder mehrere ALK-Epitope exprimieren,
wobei das Verfahren das Inkontaktbringen von T-Lymphozyten mit dem Peptid nach der
Erfindung unter Bedingungen umfasst, die fĂŒr die Aktivierung der cytotoxischen
T-Zellen geeignet sind. Geeignete Bedingungen zur Erzielung der
gewĂŒnschten
cytotoxischen Effekte umfassen die direkte Exposition der T-Lymphozyten
mit dem Peptid in Kultur oder mit den Antigen prÀsentierenden Zellen (APC),
welche die HLA Klasse I MolekĂŒle
exprimieren, die zuvor mit dem Peptid beladen (zum Beispiel âtragen") wurden. Geeignete
APCs sind periphere, autologe, mononukleÀre Blutzellen (PBMC), dendritische
Zellen, Makrophagen oder aktivierte B-Zellen. Das Peptid wird einer
APC-Kultur fĂŒr
einen Zeitraum zugesetzt, der fĂŒr
die Bindung ausreichend ist, und anschlieĂend wird eine Zellpopulation
zugefĂŒgt,
die T-Lymphozyten enthÀlt,
welche aktiviert werden, um zu proliferieren und um die ZytotoxizitÀt zu vermitteln.
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Die
Lymphozyten können
dem behandelten Patienten entnommen werden und nach Aktivierung
wieder in den gleichen Patienten eingespritzt werden. Die Peptid/APC-Bindung
kann durch vorhergehendes âAbziehen" der HistokompatibilitĂ€tsmolekĂŒle, die
auf den APCs vorhanden sind, verstÀrkt werden. Optional können die
APCs von dem Patienten genetisch modifiziert werden, um das HLA-A*0201
Allel zu exprimieren. Das HLA-A2.1 Allel ist zum Beispiel verfĂŒgbar unter
GenBank Nr. M84379, Proteinsequenz Nr. PID g403144.
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Das
Kulturmedium kann ferner ein oder mehrere Zytokine enthalten, um
die Aktivierung der CD8+ VorlÀufer
zu erhöhen.
Vor der WiedereinfĂŒhrung
in den Patienten können
die Lymphozyten zum Beispiel ĂŒber
eine AffinitÀtssÀule, die
mit einem spezifischen Liganden derivarisiert ist, gereinigt werden.
T-Lymphozyten können zum
Beispiel selektiv angereichert werden durch Verwendung einer AffinitÀtssÀule, die
mit einem Reagenz derivarisiert ist, wie ein Antikörper oder
ein aktives Fragment davon, das an CD3, CD8 oder CD4 bindet.
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Ein
weiterer Gegenstand nach der Erfindung sind Antigen prÀsentierende
Zellen (APCs), vorzugsweise dendritische Zellen, welche das Peptid
nach der Erfindung tragen (prÀsentieren).
Der Ausdruck âtragen", wie er hier verwendet
wird, bezieht sich auf einen molekularen Komplex, der von einer
Bindungswechselwirkung zwischen einem ALK-Peptid nach der Erfindung
und einem HLA Klasse I MolekĂŒl
abstammt. Die APCs können
genetisch modifiziert werden, zum Beispiel durch Transfektion mit
geeigneten viralen oder retroviralen Vektoren, um den erforderlichen
intrazellulÀren
Prozess und die molekularen Spezies zu ĂŒbertragen, die fĂŒr die Expression
des relevanten ALK-Peptides
in einer MHC Klasse I beschrÀnkten
Weise auf der ZelloberflÀche zu
exprimieren. Alternativ können
die APCs mit dem Peptid in Kultur beladen werden.
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Die
Erfindung stellt ferner einen cytotoxischen, T-Zellen spezifisch
erkennenden Komplex bereit, der aus einem HLA Klasse I MolekĂŒl, vorzugsweise
HLA-A*0201, und aus dem Peptid SEQ ID Nr. 2 gebildet ist. Die cytotoxische
T-Lymphozytenlinie
kann durch Selektion, ausgehend von einem Lymphozytenpool, von Zellen
erzielt werden, die nach Exposition mit Tumorzellen, welche antigene
ALK-Determinanten enthalten, aktiviert werden können.
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In
einer weiteren AusfĂŒhrungsform
stellt die Erfindung ein Verfahren zur Behandlung einer Person bereit,
die eine Erkrankung aufweist, welche durch die Expression von ALK-Antigenen
gekennzeichnet ist, wobei das Verfahren die Verabreichung einer
wirksamen Menge des ALK-Peptides SEQ ID Nr. 2, oder einer Menge von
APCs, die solch ein ALK-Peptid tragen, oder von autologen T-Lymphozyten, die
spezifisch fĂŒr
Komplexe eines HLA-A*0201 MolekĂŒls
und eines ALK-Peptides nach der Erfindung sind, an die Person umfasst.
Erkrankungen, die von solch einer Behandlung profitieren können, umfassen,
sind aber nicht beschrÀnkt
auf, ALK-positive Lymphom und Neuroblastom.
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Eine
weitere AusfĂŒhrungsform
nach der Erfindung bezieht sich auf Antikörper, Fragmente oder Derivate
davon, welche das Peptid nach der Erfindung erkennen und binden.
Verfahren zur Herstellung von Antikörpern gegen spezifische Peptide
sind im Stand der Technik gut bekannt (Kohler and Milstein, Nature
256 (1975), 494, oder J. G. R. Hurrel, Monoclonal Hybridoma Antibodies:
Techniques and Applications, CRC Press Inc., Boco Raton, FL, 1982).
Die Antikörper
gemÀà der Erfindung
umfassen monoklonale und polyklonale Antikörper sowie ihre F(ab')2, Fab, Fv oder
scFv Fragmente.
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Beispiel 1: HLA-A*0201
Bindungstests
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Um
die BindungsfÀhigkeit
der vorhergesagten Peptide an die HLA-A*0201 MolekĂŒle zu bestimmen, wurde
ein in vitro zellulÀrer
Bindungstest unter Verwendung der TAP-defizienten Zelllinie T2 durchgefĂŒhrt. Der Ausdruck
TPA, wie er hier verwendet wird, bezieht sich auf âTransporter
assoziiert mit AntigenprÀsentation". T2-Zellen sind
HLA-A*0201 positiv, TAP-negative, menschliche Zellen. T2-Zellen
wurden mit 100 ÎŒM
des Peptids in serumfreien RPMI 1640, ergĂ€nzt mit 5 ÎŒg/ml von menschlichem ÎČ2m
(Fluka, Buchs, Deutschland), fĂŒr 18
Stunden bei 37°C
inkubiert. Die HLA-A*0201 Expression wurde dann gemessen mittels
Durchflusscytometrie unter Verwendung von Anti-HLA-A2.1 mAb BB7.2 und anschlieĂender Inkubation
mit FITC-konjugierten F(ab')2 Ziege-Antimaus Ig (BioSource, Camarillo,
CA). Die FĂ€higkeit
der Peptide, die von ALK abstammen, zur Bindung an die HLA-A*0201
MolekĂŒle
wurde bestimmt durch Messung der BindungsaffinitĂ€t, die ausgedrĂŒckt ist
als Fluoreszenzindex (FI), der als VerhÀltnis (mittlerer Kanal der
Fluoreszenz) zwischen der Probe und einer Kontrolle, die irrelevantes
Peptid (PML/RARα:
VASGAGEAA) enthÀlt,
definiert. Ein Anwachsen ĂŒber
die Kontrolle von wenigstens 65% (FI > 2) wurde willkĂŒrlich als Absperrung gewĂ€hlt.
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Um
die StabilitÀt
des HLA-A*0201/Peptid-Komplexes zu bestimmen, wurden T2-Zellen (106/ml) ĂŒber Nacht
bei 37°C
mit 10 ÎŒM
von jedem Peptid in serumfreiem RPMI 1640 inkubiert, das mit 100
ng/ml von menschlichem ÎČ2m ergĂ€nzt
war. Die Zellen wurden dann viermal gewaschen, um das freie Peptid
zu entfernen, fĂŒr
1 Stunde mit 10 ÎŒg/ml
Brefeldin A (Sigma-Aldrich, Frankreich) inkubiert, um die ZelloberflÀchenexpression der
neu synthetisierten HLA-A*0201 MolekĂŒle zu blockieren, gewaschen
und inkubiert bei 37°C
fĂŒr 0,
2, 4, 6 oder 8 Stunden. AnschlieĂend wurden die Zellen mit
Anti-HLA-A2.1 mAb BB7.2 gefÀrbt.
FĂŒr jeden
Zeitpunkt wurde die Peptid induzierte HLA-A*0201 Expression berechnet
als durchschnittlicher Fluoreszenzwert von Peptid inkubierten T2-Zellen/durchschnittlicher
Fluoreszenzwert von T2-Zellen in Abwesenheit des Peptides. Der Dissoziationskomplex50 (DC50) wurde definiert
als die Zeit, die fĂŒr
einen 50% Verlust der HLA-A*0201/Peptid-Komplexe, die bei t = 0
stabilisiert waren, erforderlich war.
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Das
Peptidbindungsvermögen
und die HLA-A*0201/Peptidkomplex-StabilitÀt sind in
der Tabelle 1 gezeigt.
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Beispiel 2: In vivo ImmunogenitÀt von Peptiden,
die von ALK abstammen, in HHD-MĂ€usen.
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Tiere
-
HHD
(human human Db) transgenische MĂ€use wurden
zuvor beschrieben (Pascolo, et al., (1997) J. Exp. Med., 185: 2043;
Firat, H., et al., (1999) Eur. J. Immunol., 29: 3112). Die HHD-MĂ€use waren
defizient fĂŒr das ÎČ2-Mikroglobulin
(ÎČ2m)-Gen und fĂŒr Maus-MHC Klasse I H-2Db MolekĂŒle
und sind transgenisch fĂŒr
ein chimÀres
HLA-A*0201/Db MolekĂŒl. Sie sind insbesondere ÎČ2mâ/â, Dbâ/â doppelt
knockout und exprimieren ein Transgen, das fĂŒr eine HLA-A*0201 Monokette
codiert, die zusammengesetzt ist aus einer chimÀren schweren Kette (α1 und α2 DomÀnen von
menschlichem HLA-A*0201, α3
und intrazellulÀren
DomÀnen
von Db), und die ĂŒber ihren N-Terminus an den
C-Terminus der menschlichen ÎČ2-Mikroglobulin
(ÎČ2m) leichten Kette ĂŒber ein 15 AminosĂ€urepeptid
verbunden ist. Das chimÀre
MolekĂŒl
ist das einzige Klasse I MolekĂŒl,
das an der OberflÀche der
HHD-Zellen serologisch nachweisbar ist.
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Die
MĂ€use wurden
in einem Temperatur kontrollierten Raum mit zyklischer Beleuchtung
aufbewahrt. Alle in vivo Experimente wurden gemÀà den lokalen ethischen Richtlinien
durchgefĂŒhrt.
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Verfahren
-
Um
das in vivo immunogene Potential der von ALK abstammenden, hochaffinen
Bindungspeptide zu bestimmen, wurden H-2Dbâ/â, ÎČ2mâ/â,
HLA- A*0201 transgenische
Monoketten (HHD)-MĂ€use
immunisiert. In diesen MĂ€usen
ist das periphere CD8+ T-Zellrepertoire sowohl auf der Thymusebene
als auch auf der peripheren Ebene mit transgenischen HLA Klasse
I menschlichen MolekĂŒlen
gebildet. Die HHD-Maus ist somit ein nĂŒtzliches Tiermodell, um die
FĂ€higkeit
von individuellen Peptiden zu testen hinsichtlich der Induktion
von HLA-A*0201-beschrÀnkten
CTL-Reaktionen in vivo (Firat H. et al., (1999) Eur J Immunol. 29:
3112â3121;
Minev B. et al., (2000) Proc Natl Acad Sci USA. 97: 4796â4801).
-
Den
HHD-MĂ€usen
wurde subkutan an der Basis des Schwanzes 100 ÎŒg des Peptides, das in âIncomplete
Freund's Adjuvant" (IFA) emulgiert
war, in Gegenwart von 140 ÎŒg
des IAb beschrÀnkten HBV Kernantigen-abstammenden
T-Helferepitops (p128â40;
TPPAYRPPNAPIL) injiziert. Nach 11 Tagen wurden Milzzellen von MĂ€usen (5 Ă 107 Zellen in 10 ml) in vitro mit 10 ÎŒM des Peptides
wieder stimuliert. Am Tag 6 der Kultur wurden die Zellen fĂŒr die spezifische
CytotoxizitÀt
in einem 4-Stunden 51Cr-Feisetzungstest
unter Verwendung von RMA-S/HHD-Zellen als Ziele, die mit 1 ÎŒM Peptid
gepulst waren, oder alleine getestet.
-
Wie
in der Tabelle 1 angezeigt, induzierte die Immunisierung der HHD-MĂ€use mit Peptiden, die von ALK
abstammen, die Peptid spezifischen CTL-Reaktionen. Tabelle
1 AffinitÀt von ALK-abstammenden
Peptiden zu HLA-A*0201 MolekĂŒlen
und ImmunogenitÀt
in HHD-MĂ€usen
- * Die Position bezieht sich auf die NPM/ALK-Sequenz.
- ** VerhÀltnis
(mittlerer Kanal der Fluoreszenz) zwischen der Probe und einer Kontrolle,
die ein irrelevantes Peptid enthÀlt.
Die Ergebnisse sind ausgedrĂŒckt als
der Durchschnittswert von vier Experimenten ± Standardfehler des arithmetischen
Mittels.
- *** DC50: Halbwertszeit des Zerfalls
der HLA-A*02.01/Peptid-Komplexe.
- **** R/T Responder versus getestete MĂ€use. MĂ€use wurden als Responder betrachtet,
wenn die spezifische Lyse der mit Peptid beladenen RMA-S/HDD Zielzellen
zumindest 15% oberhalb der Lyse von RMA-S/HDD lag.
- ***** Prozentsatz der Lyse von mit Peptid beladenen RMA-S/HDD
Zellen bei einem E:T VerhÀltnis
von 60:1. Die Werte entsprechen der maximalen Lyse, die fĂŒr jede Responder-Maus
beobachtet wurde.
-
Beispiel 3: Stimulierung
von ALK-spezifischen CTLs, die von gesunden Spender PBLs abstammten.
-
Blut
wurde von HLA-A*0201 normalen, freiwilligen Spendern gesammelt.
PBMC wurde aus dem Gesamtblut durch Ficol/Hypaque (Pharmacia, Uppsala,
Schweden)-Dichtegradientenzentrifugation isoliert. Dentritische
Zellen (DCs) wurden gemÀà dem Protokoll
von Sallustro und Lanzavecchia (Sallusto F. et al, (1994) Jexp Med.
179: 1109â1118)
erzeugt. Anhaftende, Monozyten-angereicherte,
periphere, mononukleÀre
Blutzellen (PBMCs) wurden in RPMI 1640 Medium kultiviert, das mit
10% FCS, 20 ng/ml rekombinanten menschlichem Interleukin (IL)-4
(R & D Systems,
Minneapolis, MN) und 800 U/ml rekombinanten, menschlichem Granulozyten-Makrophagen-,
Kolonie-stimulierendem
Faktor (GM-CSF) (Sandoz, Basel, Schweiz) ergÀnzt war. Am Tag 5 der Kultur
wurden dem Medium 10 ng/ml an rekombinantem, menschlichem Tumornekrosefaktor (TNF)-α (Knoll,
Ludwigshafen, Deutschland) zugesetzt. Nach 40 Stunden wurde der
OberflÀchenphenotyp
der von Monozyten abstammenden DCS bestimmt durch die Einfarben-Durchflusszytometrie
unter Verwendung der folgenden mAbs: Fluorescein konjugierte Anti-CD1a
(Valter Occhiena, Torino, Italien, Anti-CD86 (CALTAG, Burlingame,
CA), Anti-CD83 (CALTAG, Burlingame, CA), Anti-CD14 (Becton Dickinson)
und Rhodamin konjugierte Anti-CD80 (Becton Dickinson). DCs wurden
verwendet, um autologe PBL wie folgt zu starten. DCs wurden mit
10 ÎŒM Peptid
fĂŒr 2 Stunden
bei 37°C
gepulst, mit 30 Gy bestrahlt und autologe PBLs in einem VerhÀltnis zugesetzt,
das von 3:1 bis 6:1 variierte (PBL:DC). PBLs (36 Ă 106 insgesamt) wurden mit 1,5 Ă 106 Zellen/2 ml Kulturmedium kultiviert (CM:
50% RPMI 1640/50% X-VIVO (BioWhittaker, Walkkersville, MA)), ergÀnzt mit 10%
hitzeinaktiviertem, autologem Plasma und 10 ng/ml IL-7 (R & D Systems, Minneapolis,
MN), in Gegenwart von autologem, mit Peptid beladenem DCs. Am Tag
10â12
der Kultur wurden die Lymphozyten wieder stimuliert mit bestrahlten
(30 Gy), autologen, mit Peptid beladenen Monozyten in CM, das mit
10% hitzeinaktiviertem, autologem Plasma ergĂ€nzt war. Nach 24â48 Stunden
wurden 10 IU/ml IL-2 (Chiron Co., Emeryville, CA) und 10 ng/ml IL-7
zu dem CM ergÀnzt.
Die Lymphozyten wurden dann wöchentlich
auf gleiche Weise wieder stimuliert. Beginnend mit der vierten Runde
der Stimulierung, wurde die SpezifitÀt der erzielten T-Zelllinien
wöchentlich
in einem cytolytischen Test bestimmt. Wenn eine spezifische AktivitÀt nachgewiesen
wurde, wurden die CD8+ T-Zellen aus der Massenkultur durch CD4+
Zellen negative Depletion unter Verwendung von mAb beschichteten
KĂŒgelchen
(Dynal Dynabeads, Oxoid, Oslo, Norwegen) isoliert und die CTL-Linien
wurden in Kultur gehalten in RPMI 1640, 10% menschliches AB-Serum
enthaltend und ergÀnzt
mit 50 U/ml IL-2, in Gegenwart von bestrahlten (70 Gy) PBMCS als
Wachstumsunterlage.
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FĂŒr den Zytokin-Freisetzungstest
wurden 105 Zielzellen (EBV-transformierte
B-Zellen und TAPâ/â T2-Zellen)
und 105 Lymphozyten ĂŒber Nacht in Mikrotiterplatten
mit Rundboden mit 250 ÎŒl/Vertiefung
Gesamtvolumen von RPMI 1640 inkubiert, ergÀnzt mit 10% FCS. Die Platten
wurden dann zentrifugiert und 200 ÎŒl Aliquots des Ăberstandes
wurden dann von jeder Vertiefung entfernt. Die IFN-Îł Mengen wurden
bestimmt durch ELISA (MABTECH, Nacka, Schweden).
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Ergebnisse
-
Um
ALK-spezifische Lymphozyten zu primen, wurden Peptid-gepulste, autologe,
dentritische Zellen (DCs), die von peripheren, mononukleÀren Blutzellen
(PBMCs) abstammten, verwendet, nachdem ihre in vitro Reifung durch
Durchflusscytrometrie-Analyse von DC-spezifischen ZelloberflÀchenmarkern
bestÀtigt
worden war. Nach einem 3â4
wöchigen
Zyklus der Restimulierung wurde die T-LymphozytenspezifitĂ€t fĂŒr ALK-Peptide durch
Bestimmung der Antigen beschrÀnkten
Lyse der mit Peptid beladenen T2-Zellen (1A) und
der NPM/ALK-positiven Lymphomzelllinien (1B) analysiert.
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Bei
wenigstens einem von drei getesteten Spendern wurde gefunden, dass
sie auf die Stimulierung mit den Peptiden p280â89 (SEQ ID Nr. 1), p376â85 (SEQ
ID Nr. 2), p377â85
(SEQ ID Nr. 5) und p456â65
(SEQ ID Nr. 6) (Spender DG, ZB, SA, PG und BF) (1A und 1B) reagierten. Keine spezifische CD8-ReaktivitÀt wurde
in den Zelllinien nachgewiesen, die von Spender-PBLS abstammten,
welche mit den Peptiden p281â89 (SEQ
ID Nr. 3), p282â90
(SEQ ID Nr. 4) und p621â29
(SEQ ID Nr. 7) (Daten nicht gezeigt) stimuliert waren.
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Versuche
zur Erzeugung von Anti-ALK CTLs von reagierenden Spendern fĂŒhrte zu
der Etablierung von zwei Zelllinien, die fĂŒr die Peptide p280â89 (Spender
DG und ZB) spezifisch waren und zu einer Linie, die fĂŒr das Peptid
p376â85
(Spender SA) spezifisch war. Die Durchflusscytometrie-Analyse zeigte,
dass mehr als 99% der Zellen CD3+, CD8+, CD4â (Daten nicht gezeigt) waren.
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Die
AntigenspezifitÀt
der Anti-ALK spezifischen CTLs wurde untersucht. Autologe, EBV-transformierte B-Zellen
(LCL) oder T2-Zellen wurden mit dem angezeigten Peptid pre-gepulst
und als Ziele unter verschiedenen Bedingungen verwendet (2).
CTLs von zwei Spendern, die auf das ALK-Peptid p280â89 reagierten, setzten IFN-Îł frei (DG:
750 IU/ml; ZB: 445 IU/ml), wenn sie mit p280â89 beladenen LCL inkubiert
wurden. Die Zytokinsekretion war vollstÀndig geblockt in Gegenwart
von Anti-HLA-A2 mAb CR11.351. Es wurde keine IFN-Îł Produktion
beobachtet, wenn CTLs allein mit autologem LCL oder mit LCL-Zellen
inkubiert wurden, die mit irrelevantem Peptid beladen waren (Influenzamatrix:
FLU; 2A). Ăhnliche Mengen an IFN-Îł (674 IU/ml) wurden
von CTLs freigesetzt, die von dem Spender SA abstammten und mit
p376â85
gepulsten T2-Zellen inkubiert wurden. Kein oder nur beschrÀnkte Mengen
von IFN-Îł wurden
entdeckt nach Inkubation der CTLs in Gegenwart von Anti-HLA-A2 mAb
CR11.351 alleine oder mit FLU-gepulsten T2-Zellen (2B).
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Ein
Titrationstest wurde durchgefĂŒhrt,
um ferner die SensitivitÀt
und Kompetenz von CTLs hinsichtlich der Erkennung des Antigens zu
bestimmen. T2-Zellen
wurden mit p280â89,
p376â85
oder mit FLU-Peptiden in verschiedenen Konzentrationen gepulst und
dann als Stimulatoren in einem Zytokin-Freisetzungstest verwendet. FĂŒr p280â89 spezifische
CTLs wurde die maximale Produktion von IFN-Îł nur mit 10 nM Peptid erreicht,
was die hohe AffinitÀt
der Erkennung und die von der Antigenkonzentration abhÀngige IFN-γ Herstellung (3A) anzeigt. Die CTL-Linie von dem Spender
SA, die fĂŒr
das ALK-Peptid p376â85
spezifisch ist, zeigte eine geringe Menge an IFN-Îł Freisetzung
(maximale Freisetzung bei 100 nM), was die geringere Effizienz der T-Zellstimulation (3B) anzeigt.
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Im
Zusammenhang bedeuten diese Ergebnisse, dass die ALK-Peptide, p280â89 und
p376â85,
die zuvor hinsichtlich ihrer FĂ€higkeit
getestet wurden, dass sie immunogen in HHD-MĂ€usen sind, auch in der Lage sind,
ein spezifisches CTL-Repertoire in PBLs von gesunden Spendern zu
mobilisieren. Ferner zeigen die dosisabhÀngigen Daten, dass eine hohe
und eine moderate AffinitÀt
der Erkennung fĂŒr
p280â89
und p376â85 erzeugten
CTLs vorliegt, was ein weiterer Hinweis ist, dass die ALK-Kinase
immunogen ist und nicht Gegenstand von Toleranzmechanismen ist.
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Beispiel 4: Lyse von Tumorzelllinien
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Die
cytologische AktivitÀt
wurde in einem konventionellen, 4-stĂŒndigen 51Cr-Freisetzungstest
gemessen. Ein 10-facher Ăberschuss
an nicht markierten K562 Zellen wurde hinzugesetzt, um die NK-AktivitÀt auszugleichen.
Die Zielzellen und das E:T-VerhÀltnis
sind in jeder Figur gezeigt. Die spezifische Lyse wurde gemÀà dem folgenden
Schema bestimmt: % spezifische Lyse = cpm(Probe â spontan)/cpm(Gesamt â spontan) Ă 100. Die
HLA-A*0201 Blockade der T-ZellaktivitÀt (Lyse- und/oder Zytokinfreisetzung)
wurde durchgefĂŒhrt durch
Vorinkubation der Zielzellen mit Anti-HLA-A2 mAb CR11.351.
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Um
zu bestimmen, ob die von ALK abstammenden Peptide, von denen gezeigt
wurde, dass sie in vivo und in vitro immunogen sind, auch auf natĂŒrliche Weise
auf menschlichen Tumorzellen verarbeitet werden, wurde die FĂ€higkeit
von p280â89
spezifischen und von p376â85
spezifischen CTLs bestimmt zur Lyse der HLA-A2.1 + ALCL Lymphomzelllinien,
SU-DHL1 und SUP-M2,
welche das chimÀre
Protein NPM/ALK exprimieren. ALK-spezifische CTLs töteten diese
Tumorlinien und ihre lytische AktivitÀt wurde gehemmt durch die Gegenwart
von Anti-HLA-A2 mAb CR11.351. Keine Lyse oberhalb der Hintergrundkonzentration
wurde beobachtet in HLA-A2.1 +/ALKâ FM3 (Melanom), HCT-116 (Darmkarzinom),
MCF-7 (Brustkarzinom), menschlichen Tumorlinien, die irrelevante
Antigene (4) exprimieren. Es kann somit
daraus geschlossen werden, dass die ALK-Peptid induzierten CTLs
effizient Lymphomziele in einer HLA-A2 beschrÀnkten Weise durch eine relevante
Antigen spezifische Erkennung lysieren.
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Eine
native ALK-Tyrosinkinase-Expression wurde auch in Zelllinien und
Tumoren von neuralem Ursprung, wie Neuroblastom (Lamant L. et al.
(2000) Am. J. Pathol, 156: 1711â1721)
gezeigt. Da die p280â89 und
p376â85
Peptide innerhalb der KinasedomÀne
liegen, die sowohl in nativem als auch transloziertem ALK vorhanden
ist, wurden Neuroblastom-Zelllinien als Ziele bei cytotoxischen
Experimenten verwendet, um ferner die natĂŒrliche Reifung von diesen zwei
Epitopen zu untersuchen. Aufgrund der beschrÀnkten Expression der Klasse
I MHC MolekĂŒle,
die Neuroblastome charakterisieren, was mit der Antigenerkennung
durch CTLs interferrieren kann, wurden Tumorzellen mit INF-Îł vor ihrer
Verwendung als Ziele behandelt. p280â89 spezifische und p376â85 spezifische
CTLs lysierten effizient die HLA-A2.1 +/ALK+ Neuroblastomzelllinie
IMR-32. Es wurde weder fĂŒr
die HLA-A2.1 â/ALK+
Neuroblastomzelllinie SK-N-SH noch fĂŒr die HLA-A2.1 +/ALKâ NB-5 Zelllinie
(5) eine Lyse nachgewiesen.
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass die beiden p280â89 und p376â85 Epitope
effizient verarbeitet und fĂŒr die
CTL-Erkennung an der ZelloberflÀche
von Tumorzellen prÀsentiert
werden, so dass sie mögliche
Ziele fĂŒr eine
Antigen spezifische Immuntherapie darstellen.
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