DE602435C - Verfahren zur Herstellung weiss getruebter Emails und Glasuren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung weiss getruebter Emails und Glasuren

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    • C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03C—CHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C4/00—Compositions for glass with special properties
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    • C03C—CHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C2204/00—Glasses, glazes or enamels with special properties
    • C03C2204/04—Opaque glass, glaze or enamel
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Description

  • Verfahren zur Herstellung weiß getrübter Emails und Glasuren Die bekannten festen Weißtrübungsmittei für Emaillen wie für Eisenemäillen, wie z. B. das Zinnoxyd, Zirkonoxyd o. dgl., wirken im wesentlichen durch feine mechanische Verteilung im Glasfluß, ohne sich darin aufzulösen (vgl. J. G r ü n w a 1 d, »Theorie und Praxis der Blech- und Gußemailindustrie« rgo8, z. B. S. ä6). Diese bekannten festen Weißtrübungsmittel werden zumeist der Email- bzw. Glasfritte beim Mahlen auf der Mühle zugesetzt, und zwar schwankt der Zu--satz des Trübungsmittels im allgemeinen z. B. beim Zinnoxyd und Zirkonoxyd zwischen 5 bis ro °4 vom Gewicht des geschmolzenen Emails. Die bekannten Verfahren zur Herstellung solcher fester Weißtrübungsmittel waren alle darauf gerichtet, das Trübungsmittel in möglichst feiner Form und Verteilung, selbst wenn sie geglüht werden, zu erhalten.
  • So ist ein Verfahren zur Weißtrübung von Emaillen bekannt, bei welchem als Trübungsmittel hochbasische Verbindungen bzw. salzhaltige Komplexe der als Trübungsmittel geeigneten Verbindungen mit nicht glühbeständigen Säuren bzw. deren Salzen angewendet Nverden. Bei diesem Verfahren soll das die Trübung bewirkende feste Weißtrübungsmittel in einen kolloidalen Zustand gebracht werden, wozu die Anwesenheit geringer Menge Säure bzw. Salze erforderlich ist. Aus diesem Grunde wird bei der Herstellung des Trübungsmittels aus Verbindungen der für Trübungszwecke geeigneten Metalle, wie Sulfaten, Nitraten usf., die Säure bis auf den zur Erlangung der Kolloidalität erforderlichen Rest entfernt. Es ist ganz gleichgültig, bei welchen Temperaturen der hierfür erforderliche Glühprozeß bewirkt wird, und auch gleichgültig, von was für einer Verbindung ausgegangen wird, sofern. es nur eine Verbindung ist, aus welcher bei der Herstellung des Trübungsmittels bei irgendeiner Temperatur die Abspaltung erfolgen kann. Bei diesem Verfahren spielt es daher auch keine Rolle, ob der im Trübungsmittel verbleibende Säurerest b@zw. Salzrest bei der Einbrenntemperatur flüchtig ist oder nicht. Wesentlich ist nur, daß der im Trübungsmittel verbleibende Säurerest bzw. Salzrest nicht so groß ist, daß die trübende Wirkung des festen Weißtrübungsmittels beeinträchtigt wird.
  • Es sind auch Verfahren zur Herstellung weiß getrübter Emails mittels Erdalkalicarbonaten bekannt, bei welchen die Trübungswirkung der Erdalkalicarbonate auf der Unlöslichkeit in der Emaille beruht.
  • Allen bekannten Verfahren gegenüber beruht die Erfindung auf der Feststellung, daß Weißtrübungen von Emails und Glasuren durch in dem Email während des Schmelzprozesses bzw. Brennens des Emails entwickelte Gase und Dämpfe und der dadurch verursachten Bildung von in dem Email fein verteilter Gas- oder Dampfbläschen hervorgerufen werden können, und zwar infolge ihres gegenüber Glas verschiedenen Brechungsindexes.
  • Eine solche Trübung wird nun gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die Gastrübungsmittel in Verbindung mit den bekannten festen Trübungsmitteln derart verwendet werden, daß der Anteil an festen Trübungsmitteln so gering ist, daß er für sich keine brauchbaren Trübungen hervorrufen kann. Die Hervorrufung der Weißtrübung von Emails durch Gasbläschen weist der Emailindustrie neue Wege. Denn für eine solche Trübung kommt es nicht wie bei den bekannten Verfahren zur Weißtrübung von Emails auf eine solche Menge des Trübungsmittels an, daß durch dessen Unlöslichkeit und feine Verteilung im Glas- bzw. Emailfluß die Trübung hervorgerufen wird, sondern es kommt nur auf die durch die entwickelte Gasmenge hervorgerufene Lichtbrechung an.
  • Man hat früher einmal versucht, die sogenannte Vortrübung des Emails bei Verwendung von Kryolith, der der Rohmischung des Emails vor dem Zusammenschmelzen als Flußmittel zugesetzt wird, auch auf die Bildung von Gasen zurückzuführen. Diese Erklärung über die Vortrübung ist aber sehr stark bestritten worden (s. Chem. Zeitung Cöthen, 1909, S. 13o5). Nebst den röntgenographischen Befunden beweist das Anlaufen abgeschreckter, mit Kryolith vorgetrübter Emails das Vorhandensein einer Körpertriibung. Selbst wenn man aber annehmen würde, daß gegebenenfalls vorhandene Gasbläschen bei der Trübung mitwirken, so würde dieser Anteil der Trübung, da jedes vorgetrübte Email einer sehr feinen Mahlung unterzogen wird, vernichtet werden.
  • Im übrigen wurde das Vorhandensein von Gasblasen in weißgetrübten Emails immer als Fehler hingestellt, der durch Verunreinigungen hervorgerufen wurde (s. z. B. G r ü n -w a 1 d, »Theorie und Praxis der Blech- und Gußemailindustrie«, 1908, S. 94), und in der Literatur sind auch Verfahren zur Verhinderung dieses Übelstandes angegeben worden.
  • Nur in den sogenannten Mattglasuren, die bereits durch Körpertrübung weiß erscheinen, hat man vorhandene Gasblasen auch zur Erklärung der Mattigkeit herangezogen. Aber auch hier war das Mattwerden durch Gasblasen nicht beabsichtigt. Die Mattigkeit war durch die willkürliche Zusammensetzung des Emailsatzes und die dadurch an der Oberfläche eintretende Entglasung hervorgerufen. Aber selbst die Erklärung über die Mattigkeit durch entwickelte Gasblasen zeigt, daß das Auftreten von Gasblasen für die üblichen weiß getrübten Emails ein Übelstand ist, und man hat auch bisher Emaillierungsfehler gewöhnlich mit der Bildung von Gasblasen aus Verunreinigungen erklärt.
  • Selbst wenn daher bei den üblichen Verfahren zur Herstellung weiß getrübter Emails mittels der als Trübungsmittel üblichen festen weißen Oxyde des Zinns, Zirkons usf. in dem Email Gasbläschen auftraten, so konnte daraus auf die trübende Wirkung solcher Gasbläschen leine Folgerung gezogen werden. Denn das feste Trübungsmittel wird immer in solchen Mengen zugesetzt, daß brauchbare Weißtrübungen erzielt werden, und es konnte daher auch nicht in solchen mit festen Triibungsmitteln getrübten Emails die Wirkung von Gasbläschen, selbst wenn sie aufgetreten sind, festgestellt werden.
  • Dagegen besteht die Erfindung darin, daß solche Gasbläschen das übliche feste Trübungsmittel zumindest teilweise ersetzen können, wenn man sie zielbewußt in solcher Menge im Emailsatze entwickeln läßt, daß die durch diese Gasbläschen hervorgerufene Lichtbrechung Weißtrübung hervorruft. Das Verfahren gemäß der Erfindung beruht daher auf einer zielibewußten Entwicklung der Gastrübung bei Verwendung der gewöhnlichen Trübungsmittel.
  • Für den Erfolg des Verfahrens gemäß der Erfindung ist aber wesentlich, daß bei Eintritt der Schmelztemperatur des Emails nur solche Mengen Gas bzw. Dampf vorhanden sind oder sich entwickeln, daß ein Austritt der Gasblasen durch die Emailoberfläche nicht erfolgen kann, aber die vorhandene oder entwickelte Gasmenge hinreichend groß ist, um durch Bildung von in der Glasur bzw. in dem Email fein verteilter Gasbläschen Trübungen hervorzurufen. Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung muß daher verhindert werden, daß während des Brennens des Emails bzw. der Glasur eine so heftige Gasbildung erfolgt, daß bei Beendigung des Brennprozesses, wahrscheinlich infolge Bildung zu großer Gasblasen, unbrauchbareTrübungen eintreten, oder die Oberfläche der Glas- bzw. Emailschicht durchbrochen ist und blasig und glanzlos wird, woraus sich ergibt, daß für das Verfahren gemäß der Erfindung Stoffe, die Gase in großer Menge bzw. heftig entwickeln, nur in ganz geringer Menge der Emailfritte zugesetzt werden dürfen.
  • Dadurch wird ein wirtschaftlicher Erfolg erzielt, indem an dem üblichen Weißtrübungsmittel, das bisher in Mengen von 5 bis -1o °@o zugesetzt werden mußte, um brauchbare Trübungen zu erzielen, erheblich gespart wird, trotzdem aber vollwertige Trübungen erreicht werden. Während bisher, selbst wenn Gasbläschen in dem Email unbewußt gebildet worden waren, die Gasbläschentrübung überflüssig war, wird gemäß der Erfindung die Gastrübung so weit entwickelt, daß die feste Trfibung verringert oder gar nicht mehr gebraucht wird.
  • Eine Trübung gemäß der Erfindung kann dadurch erreicht werden, daß die als Trübungsmittel bekannten Verbindungen, z. B. des Zirkoniums, Zinns, Titans, Aluminiums, Antimons u. dgl., in eine Verbindung bzw. in einem Adsorptionskomplex, zweckmäßig kolloidaler Natur, übergeführt werden, die bzw. der einen flüchtigen Anteil besitzt, in welchen der gasförmige Anteil, *und zwar der im Schmelzflusse des Emails durch Zersetzung in Gasform übergehende Anteil, so groß ist, daß schon bei einem geringen Anteil an festen Trübungsmitteln die für die Trübung erforderliche Gasmenge entwickelt wird und der feste Anteil nach dem Brennen des Emails nur in so geringen Mengen in dem Email vorhanden ist, daß er für eine feste Trübung nicht in Betracht kommen kann.
  • Solche einen flüchtigen Anteil besitzende Verbindungen bzw. Komplexe, insbesondere Kolloide, trüben daher schon in Mengen, die weit unterhalb des bisher üblichen Zusatzes liegen, und zwar in Bruchteilen der üblichen Mengen. Denn die Trübung beruht hier darauf, daß das Trübungsmittel in keiner größeren Menge zugesetzt wird, als im Schmelzflusse zur Bildung der zum ausreichenden Trüben erforderlichen Gasmenge notwendig ist, daß aber nicht infolge der zugesetzten Menge des Trübungsmittels eine so heftige Gasentwicklung erfolgen kann, daß durch die Gasblasen eine Zerstörung der Emailoberfläche eintritt.
  • Solche Gas abspaltende Verbindungen bzw. Komplexe können nach an sich bekannten Verfahren gewonnen werden. So z. B. die Zirkon-, Zinn-, Antimonverbindungen organischer Säuren und Basen, ferner solche Salze der anorganischen flüchtigen Säuren, wie die Nitrate.
  • Es hat den Anschein, daß die Eignung eines solchen Gase entwickelnden Stoffes zur Trübung um so geringer ist, je niedriger der Siedepunkt und je geringer die Wärmemenge ist, die zur Zersetzung des Stoffes in dem Email notwendig ist, wodurch nicht alle zersetzlichen Stoffe als Trübungsmittel geeignet sind. Die Eignung von Stoffen, deren Siedepunkt bzw. Zersetzungstemperatur unterhalb der Schmelztemperatur des Emails liegt, ist darauf zurückzuführen, daß sie in dem Email bis zur Einbrenntemperatur offenbar durch chemische und physikalische Kräfte an Bestandteile des Emailschlickers zurückgehalten werden. Die Trübung ist aber auch eine Funktion der Geschwindigkeit des Temperaturanstieges während des Einbrennens des Emails und der absoluten Menge des verwendeten Trübungsmittels.
  • Die Eignung eines Stoffes als Trübungsmittel ist aber auch abhängig von der Durchlässigkeit .des Emails bzw. der Glasur gegenüber Gasblasen, d. h. von der Viskosität bzw. der Oberflächenspannung des Emails. Die Viskosität bzw. die Strengflüssigkeit des Emails kann durch Zusatz der bekannten Flußmittel, wie Flußspat, Borax o. dgl., ver-mindert oder durch Zusatz von Ton, Kaolin, Quarz o. dgl. erhöht werden.
  • Bei .der Herstellung solcher Verbindungen sollen nur sehr niedere Trockentemperaturen angewendet werden, um den die Gastrübung hervorrufenden Anteil nicht zu zerstören.
  • Diese Verbindungen bzw: Komplexe mit flüchtigem Anteil werden gemäß der Erfindung in so geringen Mengen angewendet, daß der im Email unlösliche, nichtflüchtige Anteil eine ausreichende Trübung nicht hervorrufen kann.
  • Wenn man ein solches Trübungsmittel dem Email in der bisher üblichen Menge zusetzen würde, so würde eine so große Schaumbildung eintreten, daß@ das Trübungsmittel zur Hervorrufung von Trübungen unverwendbar ist.
  • Diese Wirkung ist erklärlich, da für die Gastrübung nur das Gasvolumen in Betracht kommt, dessen Gewicht aber verschwindend klein ist.
  • Durch Veränderung der Viskosität des Emails bzw. durch Veränderung der Durchlässigkeit des Emails gegen Gasblasen kann die Trübung entsprechend beeinflußt werden.
  • Die Erfindung beruht weiter auf der Feststellung, daß Verfärbungen, die beim Einbrennen des Emails z. B. durch Abscheidung von Kohlenstoff oder verfärbenden Kohlenstoffverbindungen eintreten können, dadurch vermieden werden können, daß dem Triibungsmittel oder dem Emailsatze Mittel, die die Zersetzung des Trübungsmittels begünstigen, z. B. Oxydationsmittel, wie Salpeter, Chlorate o. dgl., zugesetzt werden.
  • Die Erfindung beruht auch auf der Feststellung, daß die Gasbildung auch mittelbar durch Zusammenwirken des Trübungsmittels mit einem oder mehreren Körpern hervorgerufen oder begünstigt werden kann.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHEi. Verfahren zur Herstellung weiß getrübter Emails und Glasuren, insbesondere Eisenemails, dadurch gekennzeichnet, daß dem in üblicher Weise vorgetrübten Email auf der Mühle Verbindungen oder Komplexe der Metalle der Weißtrübungsmittelgruppe, die auch im Schlicker bei der Einbrenntemperatur Gase abspalten, in so geringer Menge zugesetzt werden, in welcher der feste Rückstand keine Trübung hervorrufen kann, selbst wenn er in demEmail unlöslich ist, dagegen der flüchtige Anteil durch Entwicklung von Gasbläschen ausreicht, eine Weißtrübung durch Gasbläschen hervorzurufen. :
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß es in Anwesenheit eines die Gasbildung begünstigenden Stoffes, z. B. eines Oxydationsmittels, ausgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, da.ß die Trübung durch Veränderung der Durchlässigkeit des Emails für Gasbläschen geregelt wird.
DEK111209D 1927-09-26 1928-09-15 Verfahren zur Herstellung weiss getruebter Emails und Glasuren Expired DE602435C (de)

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