-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Dichtungsmaterial und insbesondere
ein elastomeres Dichtungsmaterial, das in einer Spenderapparatur
zur Abgabe eines unter Druck stehenden Fluids in Form eines Aerosols
verwendet werden kann. Eine solche Apparatur kann zur Abgabe von
Medizin oder Produkten in Lösung oder
Suspension auf einer Alkoholbasis verwendet werden.
-
Es
ist aus GB-1201918 bekannt, eine Spenderapparatur bereitzustellen,
in der komprimiertes Fluid aus einem unter Druck stehenden Spenderbehälter mittels
eines Ventils auf im Wesentlichen kontrollierte Art und Weise freigesetzt
wird, wobei das Ventil elastomere Dichtungen enthält, die
ringförmig
sind, und die mit einem Gleitventilschaft zusammenwirken, um Fluidöffnungen
zu öffnen
und zu schließen.
-
Bekannte
Kautschukverbindungen zur Abdichtung pharmazeutischer Aerosoldosierungs-Inhalatorvorrichtungen
beruhen auf der traditionellen Technologie der Vulkanisierung eines
synthetischen oder natürlichen Kautschuk-Polymers.
-
Die
erforderlichen Materialeigenschaften, die für eine gute Dichtungsleistung
für pharmazeutische
Anwendungen notwendig sind, beinhalten: Chemische Kompatibilität (Quellung),
Zugfestigkeit, bleibende Kompressionsverformung, Spannungsrelaxation,
Elastizitätsmodul,
regulierende Nachgiebigkeit, wenige akzessorische Bestandteile (d.h.
sauberere Materialien) und stabile Eigenschaften nach Entnahme.
-
Die
abzugebenden Produkte werden üblicherweise
in Lösung
oder Suspension auf einer alkoholischen Grundlage bereitgestellt,
wobei dies besonders bei der Abgabe medizinischer Verbindungen für die Inhalationstherapie üblich ist.
-
Eine
typische Apparatur beinhaltet ein flüchtiges CFK-Treibmittel, das
eine flüssige
Phase besitzt, in der das Produkt zusammen mit dem alkoholischen
Träger
in dem Behälter leicht
löslich
ist. Ein typisches Material für
die Ventildichtung ist ein synthetischer Kautschuk wie beispielsweise
Nitrilkautschuk.
-
Die
neuesten Entwicklungen bei der Herstellung von Aerosolspendern gehen
aufgrund der Umweltgefährdung
weg von CFK-Treibmitteln, und heutzutage werden HFK-Treibmittel eingeführt. Ein
Problem solcher Treibmittel besteht darin, dass Alkohol in der flüssigen Phase
solcher Treibmittel weniger löslich
ist und dazu neigt, sich in dem Behälter abzutrennen, wodurch die
Ventildichtungen einer viel höheren
Konzentration an Alkohol ausgesetzt werden als dies früher der
Fall war. Dichtungsmaterialien wie beispielsweise Nitrilkautschuk ermöglichen,
dass Alkoholdampf über
einen längeren
Lagerungszeitraum durch Permeation entweicht, so dass die verbleibende
Menge an Alkohol signifikant abnimmt.
-
Beschleuniger
sind Verbindungen, welche die für
die Härtung/Quervernetzung
von natürlichen
und synthetischen Kautschuken benötigte Zeit verringern. Beschleuniger
können
auch zur Verbesserung der Alterungsmerkmale und anderer physikalischer
Eigenschaften des Kautschuks dienen. Bekannte Beschleuniger beinhalten
Sulphenamide, Guanidine, Thioharnstoffe, Thiazole, Dithiocarbamate
(z.B. Tellurdiethyldithiocarbamat), Thiuramsulfide (z.B. Dipentamethylenthiuramhexasulfid
und Tetramethylthiuramdisulfid), Zinkoxid und tertiäre Amine.
-
Die
wichtigsten kommerziellen Härtungsbeschleuniger
sind die Mercaptobenzthiazolderivate, beispielsweise MBTS (Dibenzthiazyldisulfid).
Als primäre
Beschleuniger mit verzögerter
Wirkung ermöglichen diese
Derivate einen guten Anvulkanisationsschutz, d.h. Beständigkeit
gegenüber
vorzeitiger Quervernetzung, insbesondere bei Polychloropren-Kautschuken.
-
Brombutyl-
und Butylkautschuke können
unter Verwendung eines Schwefel-Härtungsmittels
zusammen mit MBTS und ggf. Thiuram (TMTD, Tetramethylthiuramdisulfid)
gehärtet
werden. Die Kombination von MBTS und TMTD kann jedoch zur Bildung
von Nitrosaminen führen,
die bei Dichtungen für
pharmazeutische Anwendungen nicht wünschenswert sind. Die Verwendung
von MBTS selbst kann zu einem MBT-artigen (2-Mercaptobenzthiazol)
Rückstand
als Nebenprodukt der Quervernetzungsreaktion führen. Ein solcher Rückstand
ist nicht wünschenswert,
da er aus dem Dichtungsmaterial ausgewaschen werden kann und in
das Arzneistoffmedium gelangen kann. MBT besitzt außerdem einen
bitteren Geschmack.
-
Polychloropren-Elastomere
benötigen
Beschleuniger für
eine brauchbare Härtungsreaktion.
Ein bekannter Beschleuniger ist 2-Mercaptoimidazolin (NA-22). Es
gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der Toxizität dieses Beschleunigers. Außerdem ist
ein Nachteil dieses Beschleunigers Anvulkanisation, d.h. vorzeitiges Quervernetzen.
Obwohl MBTS und/oder TMTD in Kombination mit NA-22 verwendet werden
können,
um solche Probleme abzumildern, besteht noch immer das Problem der
Bildung von unerwünschten
Nebenprodukten.
-
Peroxide
wie beispielsweise Dicumylperoxid können ebenfalls verwendet werden,
um Polychloropren zu härten.
Die Härtungsreaktion
kann jedoch variabel sein und dadurch können die Materialeigenschaften
beeinflusst werden; in Extremfällen
kann das Material brüchig
werden. Außerdem
müssen
die Produkte der Reaktion entfernt werden, da sie die Elastomereigenschaften,
beispielsweise die Alterung, beeinträchtigen können. Ein weiteres Problem
ist, dass Peroxide durch Antioxidanzien deaktiviert werden. Antioxidanzien
werden häufig
benötigt,
um die Alterungseigenschaften des Elastomers zu verbessern.
-
Bei
den meisten pharmazeutischen Anwendungen ist es außerdem notwendig,
das gehärtete
Elastomer zu extrahieren oder zu waschen, um oberflächliche
Rückstände und
Nebenprodukte, die aus der Härtungsreaktion
und dem Formgebungsprozess resultieren, zu entfernen. Die zuvor
genannten herkömmlichen Härtungs-/Beschleunigungssysteme
erfordern relativ lange Extraktionszeiten (typischerweise 50-70
Stunden). Es wurde gefunden, dass verlängerte Extraktionszeiten zu
einer Beeinträchtigung
der Materialeigenschaften führen.
-
EP-A-0
597 362 betrifft elastomere Zusammensetzungen, die Gemische aus
elastomeren Polymeren vom Typ Butyl und Blockcopolymere aus Polyisobutylen
und polymerisierten aromatischen Monomeren umfassen, und ein Verfahren
zur Herstellung von Vulkanisationsprodukten davon, zur Verwendung
in Vorrichtungen, die eine geringe oder verringerte Durchlässigkeit
gegenüber
Gasen und eine verbesserte Reißfestigkeit erfordern,
wie beispielsweise Reifenschläuche,
Reifenhärtungsblasen
und verschiedene Luftblasen.
-
EP-A-0
866 096 betrifft eine thermoplastische Polymerzusammensetzung, die
ein Blockcopolymer, das aus einem aromatischen Vinylverbindungs-Polymerblock
und einem Isobutylen-Polymerblock gebildet ist und einen quervernetzten
Kautschuk in einem bestimmten Verhältnis umfasst, sowie gegossene
oder geformte Produkte, hermetisch abdichtende Materialien und Dichtungsringe
für Spritzen,
die daraus hergestellt sind.
-
Es
ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Dichtungsmaterial
für eine
Spenderapparatur bereitzustellen, das zumindest einige der im Stand
der Technik auftretenden Probleme bewältigt.
-
Dementsprechend
stellt die vorliegende Erfindung in einem ersten Aspekt eine Dichtung
für ein
Ventil zur Verwendung in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung
bereit, wobei die Dichtung aus einer elastomeren Zusammensetzung
gebildet ist, die umfasst:
- a) ein Isobutylen-Polymer
oder Copolymer davon;
- b) ein Quervernetzungsmittel für das Isobutylen-Polymer oder
Copolymer davon, wobei das Quervernetzungsmittel Schwefel oder eine
Schwefel-abgebende Verbindung ist, und wobei das Quervernetzungsmittel frei
von peroxidischen Härtungsmitteln
ist; und
- c) einen Beschleuniger für
das Quervernetzungsmittel, wobei der Beschleuniger eine Polysulfidverbindung ist,
die von einer substituierten Dithiocarbonsäure oder einem Derivat davon
abgeleitet ist.
-
Die
elastomere Zusammensetzung umfasst bevorzugt ein oder mehrere von
Polyisobutylen, Polybuten, Butylkautschuk, halogeniertem Butylkautschuk,
einschließlich
deren Derivate. Weiter bevorzugt umfasst die elastomere Zusammensetzung
Butylkautschuk oder Brombutylkautschuk. Butylkautschuk ist ein Copolymer
aus Isobutylen und einer geringen Menge eines Diolefins wie beispielsweise
Isopren (2-Methylbuta-1,3-dien).
-
Typischerweise
umfasst Butylkautschuk ungefähr
97 % Isobutylen und ungefähr
3 % Isopren und kann unter Verwendung eines Aluminiumchlorid-Katalysators
polymerisiert werden. Halogenierte Butylkautschuke wie beispielsweise
Brombutylkautschuk und Chlorbutylkautschuk können hergestellt werden, indem
Isopren-Isobutylen-Kautschuk mit Brom/Chlor behandelt wird.
-
Es
ist vorgesehen, dass die elastomere Zusammensetzung ein Gemisch
aus einem Isobutylenpolymer oder Copolymer davon mit einem anderen
Polymer wie beispielsweise einem chlorsubstituierten Dienpolymer umfassen
kann. Beispielsweise kann ein Gemisch aus Butyl und Polychloropren
verwendet werden. Das Mischen von Polychloropren mit dem unpolaren
Butyl ist vorteilhaft, da es die Ableitung von statischer Ladung ermöglicht.
Statische Aufladung tritt während
des automatisierten Ventilzusammenbauverfahrens auf und kann dazu
führen,
dass Ventilsitz-Dichtungen aneinander haften und bei dem Ventilzusammenbau
zu Problemen führen.
-
In
einem zweiten Aspekt stellt die folgende Erfindung eine Dichtung
für ein
Ventil zur Verwendung in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung
bereit, wobei die Dichtung aus einer elastomeren Zusammensetzung
gebildet ist, die umfasst:
- a) ein Chlor-substituiertes
Dien-Polymer oder Copolymer davon;
- b) ein Quervernetzungsmittel für das Chlor-substituierte Dien-Polymer
oder Copolymer davon, wobei das Quervernetzungsmittel Schwefel oder
eine Schwefelabgebende Verbindung ist, und wobei das Quervernetzungsmittel
frei von peroxidischen Härtungsmitteln
ist; und
- c) einen Beschleuniger für
das Quervernetzungsmittel, wobei der Beschleuniger eine Polysulfidverbindung ist,
die von einer substituierten Dithiocarbonsäure oder einem Derivat davon
abgeleitet ist.
-
In
dem zweiten Aspekt umfasst die elastomere Zusammensetzung bevorzugt
ein chlorsubstituiertes Butadienpolymer, weiter bevorzugt 2-Chlorbuta-1,3-dien
(d.h. Polychloropren, auch als Neopren bekannt). Es ist wiederum
denkbar, dass die elastomere Zusammensetzung ein Gemisch aus einem
chlorsubstituierten Dienpolymer oder Copolymer davon mit einem anderen
Polymer umfasst. Beispielsweise kann ein Gemisch aus Butyl und Polychloropren
verwendet werden.
-
Sowohl
in dem ersten als auch in dem zweiten Aspekt kann die Dichtung in
einem Ventil zur Verwendung in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung
verwendet werden, wie beispielsweise in einer Vorrichtung für die nasale,
pulmonale oder transdermale Verabreichung. Eine bevorzugte Verwendung
der Dichtung ist in einer pharmazeutischen Aerosoldosierungs-Inhalatorvorrichtung.
Wie hierin verwendet soll die Bezeichnung Arzneimittel beliebige
Arzneimittel, Verbindungen, Zusammensetzungen, Medikamente, Mittel
oder Produkte einschließen,
die einem Menschen oder einem Tier verabreicht werden können, beispielsweise
Arzneimittel, Arzneistoffe, biologische und medizinische Produkte.
Beispiele beinhalten Antiallergika, Analgetika, Bronchodilatoren,
Antihistamine, therapeutische Proteine und Peptide, Hustenmittel,
anginöse
Präparate,
Antibiotika, antiinflammatorische Präparate, Hormone, oder Sulfonamide,
wie beispielsweise ein gefäßverengendes
Amin, ein Enzym, ein Alkaloid oder ein Steroid, einschließlich Kombinationen
von zwei oder mehreren davon. Insbesondere beinhalten Beispiele
Isoproterenol [Alpha-(isopropylaminomethyl)protocatechuylalkohol], Phenylephrin,
Phenylpropanolamin, Glucagon, Adrenochrom, Trypsin, Epinephrin,
Ephedrin, Narcotin, Codein, Atropin, Heparin, Morphin, Dihydromorphinon,
Ergotamin, Scopolamin, Methapyrilen, Cyanocobalamin, Terbutalin,
Rimiterol, Salbutamol, Flunisolid, Colchicin, Pirbuterol, Beclometason,
Orciprenalin, Fentanyl und Diamorphine, Streptomycin, Penicillin,
Procainpenicillin, Tetracyclin, Chlortetracyclin und Hydroxytetracyclin, adrenocortikotropes
Hormon und adrenocortikale Hormone, wie beispielsweise Cortison,
Hydrocortison, Hydrocortisonacetat und Prednisolon, Insulin, Cromolyn
Natrium und Mometason, einschließlich Kombinationen von zwei
oder mehreren davon.
-
Das
Arzneimittel kann entweder als freie Base oder als ein oder mehrere
im Fachbereich übliche
Salze verwendet werden, wie beispielsweise Acetat, Benzolsulphonat,
Benzoat, Bicarbonat, Bitartrat, Bromid, Calciumedetat, Camsylat,
Carbonat, Chlorid, Citrat, Dihydrochlorid, Edetat, Edisylat, Estolat,
Esylat, Fumarat, Gluceptat, Gluconat, Glutamat, Glycolylarsanilat,
Hexylresorcinat, Hydrobromid, Hydrochlorid, Hydroxynaphthoat, Iodid,
Isethionat, Lactat, Lactobionat, Malat, Maleat, Mandelat, Mesylat,
Methylbromid, Methylnitrat, Methylsulfat, Mucat, Napsylat, Nitrat,
Pamoat, (Embonat), Pantothenat, Phosphat, Diphosphat, Polygalacturonat,
Salicylat, Stearat, Subacetat, Succinat, Sulfat, Tannat, Tartrat
und Triethiodid, einschließlich
Kombinationen von zwei oder mehreren davon. Kationische Salze können ebenfalls
verwendet werden, beispielsweise die Alkalimetalle, zum Beispiel
Na und K, und Ammoniumsalze und Salze von Aminen, von denen im Fachbereich
bekannt ist, dass sie pharmazeutisch annehmbar sind, beispielsweise
Glycin, Ethylendiamin, Cholin, Diethanolamin, Triethanolamin, Octadecylamin,
Diethylamin, Triethylamin, 1-Amino-2-propanol-amino-2-(hydroxymethyl)
propan-1,3-diol, und 1-(3,4-Dihydroxyphenyl)-2-isopropylaminoethanol.
-
Das
Arzneimittel wird typischerweise für die Inhalation geeignet sein
und es kann in einer beliebigen für diesen Zweck geeigneten Form
bereitgestellt werden, beispielsweise als Pulver oder als Lösung oder
Suspension in einem Lösungsmittel
oder einer Trägerflüssigkeit,
zum Beispiel Ethanol.
-
Das
Arzneimittel kann zum Beispiel für
die Behandlung von Asthma geeignet sein. Beispiele beinhalten Salbutamol,
Beclomethason, Salmeterol, Fluticason, Formoterol, Terbutalin, Natriumchromglycat,
Budesonid und Flunisolid, und physiologisch annehmbare Salze (zum
Beispiel Salbutamolsulfat, Salmeterolxinafoat, Fluticasonpropionat,
Beclomethasondipropionat und Terbutalinsulfat), Solvate und Ester,
einschließlich
Kombinationen von zwei oder mehreren davon. Einzelne Isomere, wie
beispielsweise R-Salbutamol können
ebenfalls verwendet werden. Es ist vorgesehen, dass das Arzneimittel
ein oder mehrere aktive Bestandteile umfassen kann, beispielsweise
Flutiform, und ggf. zusammen mit einem geeigneten Träger, beispielsweise
einem flüssigen
Träger,
bereitgestellt werden kann. Wenn gewünscht, können ein oder mehrere oberflächenaktive Mittel
enthalten sein.
-
Sowohl
in dem ersten als auch in dem zweiten Aspekt ermöglicht das Quervernetzungsmittel
(auch als Härtungsmittel
bezeichnet) die Bildung eines Netzwerks oder erleichtert diese,
um eine dreidimensionale polymere Netzwerkstruktur zu erhalten.
Das Quervernetzungsmittel kann durch Reaktion mit den funktionellen Gruppen
an der Polymerkette wirken. Das Quervernetzungsmittel umfasst Schwefel
oder eine Schwefelabgebende Verbindung. Das Quervernetzungsmittel
ist im Wesentlichen frei von jeglichen peroxidischen Härtungsmitteln
wie beispielsweise Dicumylperoxid.
-
In
dem ersten und dem zweiten Aspekt ist die Polysulfidverbindung von
einer substituierten Xanthansäure
oder einem Derivat davon abgeleitet, bevorzugt vom Typ ROC(S)SH,
worin R typischerweise ein Alkylrest ist. Die Substituentengruppe
in der Polysulfidverbindung umfasst typischerweise eine Isopropylgruppe.
-
Die
Polysulfidverbindung umfasst bevorzugt drei oder mehr verbrückende Schwefelatome,
weiter bevorzugt 3, 4 oder 5 verbrückende Schwefelatome.
-
Die
Polysulfidverbindung ist vorzugsweise im Wesentlichen frei von Stickstoff,
Phosphor und metallischen Elementen.
-
Vorteilhafterweise
umfasst die Polysulfidverbindung Diisopropyl-xanthogen-polysulfid
oder besteht daraus.
-
In
dem ersten und in dem zweiten Aspekt umfasst die elastomere Zusammensetzung
typischerweise bis zu 3 Gew.-% des Beschleunigers, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Beschleunigers und des Polymers in der Zusammensetzung,
noch typischer bis zu 1,5 Gew.-% des Beschleunigers bezogen auf
das Gesamtgewicht von Beschleuniger und Polymer in der Zusammensetzung,
noch typischer bis zu 1 Gew.-% des Beschleunigers bezogen auf das
Gesamtgewicht des Beschleunigers und des Polymers.
-
In
dem ersten und in dem zweiten Aspekt liegt das Gewichtsverhältnis des
Beschleunigers zu dem Quervernetzungsmittel in der elastomeren Zusammensetzung
bevorzugt im Bereich von 1:1 bis 3:1, weiter bevorzugt von 1:1 bis
2:1.
-
In
dem ersten und in dem zweiten Aspekt enthält die Dichtung vorteilhafterweise
weiterhin einen Füllstoff,
bevorzugt einen mineralischen Füllstoff.
Mineralische Füllstoffe
sind gegenüber
Ruß bevorzugt,
um die Bildung von polynuklearen aromatischen Kohlenwasserstoff-Verbindungen
zu minimieren. Geeignete Beispiele beinhalten beliebige von Magnesiumsilikat,
Aluminiumsilikat, Silika, Titanoxid, Zinkoxid, Calciumcarbonat, Magnesiumoxid,
Magnesiumcarbonat, Magnesiumaluminiumsilikat, Aluminiumhydroxid,
Talk, Kaolin und Ton, einschließlich
Kombinationen von zwei oder mehreren davon. Bevorzugt ist oder umfasst
der Füllstoff
ein oder mehrere von Magnesiumsilikat, Talk, calziniertem Ton, Kaolin
und/oder Aminosilian-beschichtetem Ton.
-
In
dem ersten und in dem zweiten Aspekt beinhaltet die Dichtung weiterhin
bevorzugt ein Verarbeitungshilfsmittel, bevorzugt ein Polyethylen
mit niedrigem Molekulargewicht.
-
In
dem ersten und in dem zweiten Aspekt kann die Dichtung weiterhin
ein oder mehrere Mittel umfassen, ausgewählt aus einem Verstärkungsmittel,
einem Weichmacher, einem Bindemittel, einem Stabilisierungsmittel,
einem Verzögerungsmittel,
einem Haftvermittler, einem Antioxidans, einem Gleitmittel, einem
Pigment, einem Wachs, einem Harz, einem Antiozonans, einem zweiten
Beschleuniger oder einem Aktivierungsmittel, einschließlich Kombinationen
von zwei oder mehreren davon. Beispiele für Antioxidanzien sind 2:2'-Methylen-bis(6-(1-methyl-cyclohexyl)-para-cresol)
und octyliertes Diphenylamin. Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Dichtung
besteht darin, dass sie, wenn gewünscht, im Wesentlichen frei
von Antioxidanzien sein kann.
-
Es
ist anzunehmen, dass bestimmte Bestandteile mehr als eine Wirkung
besitzen können.
Beispielsweise kann Zinkoxid als Beschleuniger und als Füllstoff
fungieren. Ähnlich
kann Magnesiumoxid als Säureabsorber
und als Füllstoff
dienen.
-
Die
Bezeichnung „Dichtung" soll wie hierin
verwendet beliebige Dichtungselemente oder Teile davon, die in einer
pharmazeutischen Spendervorrichtung enthalten sind, einschließen, einschließlich aber
nicht begrenzt auf statische oder dynamische Dichtungsringe oder
Ventilsitz-Dichtungen.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt auch ein Ventil für deine Verwendung in einer
pharmazeutischen Spendervorrichtung bereit, die eine hierin mit
Bezug auf den ersten oder den zweiten Aspekt der Erfindung beschriebene
Dichtung aufweist.
-
Es
versteht sich, dass die Dichtung als separater Bestandteil bereitgestellt
werden kann oder verbunden mit dem Ventil ausgebildet sein kann.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt auch eine pharmazeutische Spendervorrichtung
bereit, die ein wie hierin beschriebenes Ventil aufweist. Die pharmazeutische
Spendervorrichtung kann beispielsweise eine Vorrichtung für die nasale,
pulmonale oder transdermale Verabreichung sein. Eine bevorzugte
Vorrichtung ist eine pharmazeutische Dosierungsaerosol-Inhalatorvorrichtung.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt auch eine Spenderapparatur zum Abgeben
eines komprimierten Fluids bereit, umfassend ein Ventilgehäuse, das
eine Kammer umgrenzt, ein Ventilelement, das sich beweglich durch
die Kammer und durch wenigstens eine ringförmige Dichtung erstreckt, die
mit dem Ventilelement und dem Gehäuse zusammenwirkt, um die Ausgabe
von Fluid zu regulieren, wobei die Dichtung oder wenigstens eine
der Dichtungen wie hierin im Zusammenhang mit dem ersten oder dem
zweiten Aspekt der Erfindung beschrieben definiert ist.
-
Eine
solche Vorrichtung kann zur Abgabe von Medizin, Arzneimitteln, biologischen
Mitteln, Arzneistoffen und/oder Produkten in Lösung oder Suspension, wie hierin beschrieben,
verwendet werden.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Spenderapparatur einen unter Druck stehenden Spenderbehälter, der
ein Ventilgehäuse
aufweist, das mit zwei ringförmigen
Ventildichtungen ausgestattet ist, durch die ein Ventilelement axial
verschiebbar ist, wobei die Dichtungen an Einlass- und Auslassöffnungen
einer Ventilkammer angeordnet sind, so dass das Ventil als Dosierventil
fungiert.
-
Die
hierin beschriebene Spenderapparatur kann einen unter Druck stehenden
Spenderbehälter
umfassen, der mit dem Ventilgehäuse
funktionsfähig
verbunden ist, und der das abzugebende Fluid und ein Fluorkohlenwasserstoff-Treibmittel
enthält,
umfassend Treibmitteltyp 134a oder 227. Die Bezeichnung der Treibmitteltypen,
die in der vorliegenden Anmeldung verwendet wird, bezieht sich auf
British Standard BS4580:1970 „Specification
for number designations of organic refrigerants". Dementsprechend ist Treibmittel 134a 1,1,1,2-Tetrafluorethan-CH2F-CF3 und Treibmittel
227 ist 1,1,1,2,3,3,3-Heptafluorpropan-CF3-CHF-CF3.
-
Das
abzugebende Fluid umfasst typischerweise ein flüssiges oder teilchenförmiges Produkt
als Lösung
oder Suspension in einer Trägerflüssigkeit.
Die Trägerflüssigkeit
umfasst bevorzugt einen Alkohol, wie beispielsweise Ethanol. Es
können
ein oder mehrere oberflächenaktive
Mittel vorhanden sein.
-
Die
vorliegende Erfindung ermöglicht
besonders günstige
Ergebnisse, wenn sie in Verbindung mit einem Fluorkohlenwasserstofftreibmittel
in der Aerosolvorrichtung verwendet wird. Die vorliegende Erfindung stellt
außerdem
eine Dichtung für
ein Ventil zur Verwendung in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung bereit,
wobei die Dichtung ein Vulkanisationsprodukt aus einem Isobutylenpolymer
oder Copolymer davon, einem Quervernetzungsmittel für das Isobutylenpolymer
oder Copolymer davon, und einem Beschleuniger für das Quervernetzungsmittel
umfasst, wobei das Quervernetzungsmittel Schwefel oder eine schwefelabgebende
Verbindung ist und frei von peroxidischen Härtungsmitteln ist, und wobei
der Beschleuniger eine Polysulfidverbindung ist, die von einer substituierten
Dithiocarbonsäure
oder einem Derivat davon abgeleitet ist.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt außerdem
eine Dichtung für
ein Ventil zur Verwendung in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung
bereit, wobei die Dichtung ein Vulkanisationsprodukt aus einem chlorsubstituierten
Dienpolymer oder Copolymer davon, einem Quervemetzungsmittel für das chlorsubstituierte
Dienpolymer oder Copolymer davon und einem Beschleuniger für das Quervernetzungsmittel
umfasst, wobei das Quervernetzungsmittel Schwefel oder eine schwefelabgebende
Verbindung ist und frei von peroxidischen Härtungsmitteln ist, und wobei
der Beschleuniger eine Polysulfidverbindung ist, die von einer substituierten
Dithiocarbonsäure
oder einem Derivat davon abgeleitet ist.
-
In
Bezug auf den ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung auch
ein Verfahren zur Herstellung einer Dichtung für ein Ventil zur Verwendung
in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung bereit, wobei das Verfahren
umfasst:
- (i) Bilden einer Zusammensetzung,
die ein Gemisch eines Isobutylen-Polymers oder Copolymers davon, ein
Quervernetzungsmittel für
das Isobutylen-Polymer oder Copolymer davon, und einen Beschleuniger
für das
Quervernetzungsmittel umfasst, wobei das Quervernetzungsmittel Schwefel
oder eine Schwefelabgebende Verbindung ist, und frei von peroxidischen
Härtungsmitteln
ist, und wobei der Beschleuniger eine Polysulfidverbindung ist,
die von einer substituierten Dithiocarbonsäure oder einem Derivat davon
abgeleitet ist;
- (ii) Auslösen
einer Quervernetzungsreaktion in dem Gemisch, um eine quervernetzte
elastomere Zusammensetzung zu bilden; und
- (iii) Formen der Zusammensetzung zu einer Dichtung, entweder
vor oder nach (ii).
-
In
Bezug auf den zweiten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung auch
ein Verfahren zur Herstellung einer Dichtung für ein Ventil zur Verwendung
in einer pharmazeutischen Spendervorrichtung bereit, wobei das Verfahren
umfasst:
- (i) Bilden einer Zusammensetzung,
die ein Gemisch eines Chlor-substituierten Dien-Polymers oder Copolymers, ein Quervernetzungsmittel
für das
Chlor-substituierte Dien-Polymer oder Copolymer davon, und einen
Beschleuniger für
das Quervernetzungsmittel umfasst, wobei das Quervernetzungsmittel
Schwefel oder eine Schwefel-abgebende Verbindung ist, und frei von
peroxidischen Härtungsmitteln
ist, und wobei der Beschleuniger eine Polysulfidverbindung ist,
die von einer substituierten Dithiocarbonsäure oder einem Derivat davon
abgeleitet ist;
- (ii) Auslösen
einer Quervernetzungsreaktion in dem Gemisch, um eine quervernetzte elastomere
Zusammensetzung zu bilden; und
- (iii) Formen der Zusammensetzung zu einer Dichtung, entweder
vor oder nach (ii).
-
In
beiden der oben beschriebenen Verfahren kann der Schritt der Bildung
der Zusammensetzung zu einer Dichtung ein oder mehrere Formgebungstechniken
wie beispielsweise Formpressen, Spritzgießen und/oder Extrusion einschließen.
-
Die
Auslösung
der Quervernetzungsreaktion kann durch eine beliebige der bekannten
herkömmlichen Techniken
erreicht werden, beispielsweise durch Erwärmen der Formulierung auf wenigstens
die Härtungsreaktionstemperatur,
die typischerweise im Bereich von 130 bis 200°C liegt. Ein bevorzugtes Verfahren
beinhaltet die Formung von Streifen einer Kautschukverbindung (typischerweise
mit einer Dicke von etwa 1 mm) durch Formpressen. Die Formungstemperatur
liegt typischerweise im Bereich von 160-180°C.
Die Härtungsdauer liegt
typischerweise im Bereich von 1-10 Minuten. Die geformten Streifen
werden bevorzugt in einem Luftofen für typischerweise eine Stunde
bei 150°C
nachgehärtet.
-
Aus
den Streifen können
anschließend
Dichtungsringe (Ventilsitz-Dichtungen) hergestellt werden, unter
Verwendung einer Stanzvorrichtung.
-
Die
so geformten Kautschukkomponenten können gewaschen werden, beispielsweise
unter Verwendung einer Detergenzienlösung. Es wurde jedoch herausgefunden,
dass dies zahlreiche Nachteile aufweist, insbesondere eine Selbsthaftung
der Komponenten nach dem Waschzyklus, durch die der Ventilzusammenbauvorgang
schwierig und in Extremfällen
unmöglich
gemacht wird. Um dieses Problem zu bewältigen, können die Kautschukkomponenten
alternativ (oder in Kombination mit einem Waschschritt mit Detergens)
in eine wässrige
chlorierte Lösung
eingetaucht werden, wie zum Beispiel in eine Lösung, die Wasser und Bleichmittel umfasst.
Beispiele für
Bleichmittel beinhalten Natriumhypochlorit (NaOCl) und Calciumhypochlorit
(Ca(OCl)2). Lösungen von hypochloriger Säure (HOCl)
und/oder Hypochlorit-Lösungen
(d.h. eine wässrige
Lösung
eines Metallsalzes von hypochloriger Säure) können ebenfalls verwendet werden.
Es ist bevorzugt, dass die wässrige
chlorierte Lösung
Wasser und hypochlorige Säure
umfasst. Weiter bevorzugt wurde gefunden, dass eine verdünnte Lösung eines
in Krankenhäusern
und im Klinikbereich weithin verwendeten Desinfektionsmittels, Natriumdichlorisocyanurat
(NaDCC) im Wesentlichen adhäsionsfreie
Komponenten ergibt und außerdem
Vorteile bei der Aufrechterhaltung der Stabilität einer Arzneistofflösung aufweist.
Das Verfahren kann unter Verwendung einer kommerziellen Waschmaschine
durchgeführt
werden. Die gewaschenen Komponenten werden anschließend vorzugsweise
mit Wasser gespült
und anschließend
getrocknet. Die getrockneten Komponenten sind vorteilhafterweise
frei von Kautschukresten.
-
Dieses
Verfahren weist einen überraschenden
Vorteil gegenüber
der Verwendung eines Detergens in dem Waschzyklus auf. Insbesondere
wurde gefunden, dass das Waschen der Komponenten in einer Lösung von
NaDCC zu im Wesentlichen adhäsionsfreien
Komponenten führt.
Außerdem
besteht bei Verwendung herkömmlicher
Verfahren immer die Möglichkeit,
dass Rückstände von
nicht abgespültem
Detergens nach dem Waschzyklus auf der Oberfläche der Ventilsitz-Dichtung
verbleiben. Solche Rückstände können in
die Arzneistoffspendervorrichtung übertragen werden. Arzneistoffformulierungen
enthalten oberflächenaktive
Mittel, um die Lösung
zu stabilisieren, was für
die Konsistenz der abgegebenen Dosis wichtig ist und Detergenzienrückstände können die
Stabilisierungsmechanismen beeinträchtigen. Eine instabile Arzneistoffformulierung
kann außerdem
die Funktion der Vorrichtung durch Blockierung des Ventils behindern.
Das Waschen der Komponenten in NaDCC hat zu Vorteilen bei einem
automatisierten Ventilzusammenbauverfahren geführt und die Kontamination von
Arzneistoffgemischen durch Detergenzienrückstände wurde verhindert.
-
Die
Kautschukkomponenten können
optional mit Ethanol extrahiert werden, um die Menge an auswaschbaren
Spezies, die in die Arzneistoffgemische gelangen könnten, zu
verringern. In diesem Verfahren werden die Komponenten in eine Glassäule gegeben
und mit Ethanol unter Rückfluss
gewaschen.
-
Die
Verwendung des hierin beschriebenen Beschleunigers in der erfindungsgemäßen elastomeren Zusammensetzung
ermöglicht,
dass in dem Quervernetzungsverfahren kein freier Schwefel vorhanden
sein muss. Der hierin beschriebene Beschleuniger wird vorzugsweise
als Flüssigkeit
bereitgestellt und ist bevorzugt mit dem Polymer mischbar, um eine
homogene Dispersion zu erhalten. Es wurde gefunden, dass die Verwendung
eines solchen Beschleunigers die Dispergierung von Füllstoff
erleichtert und die Verwendung eines separaten Weichmachers überflüssig machen
kann. Das Vorhandensein von Weichmachern ist nicht wünschenswert,
da sie die Tendenz aufweisen, aus dem Material ausgewaschen zu werden.
Im Gegensatz dazu bildet der hierin beschriebene Beschleuniger das
quervernetzte Netzwerk oder ist Teil davon und wird daher nicht
in das Arzneistoffmedium ausgewaschen.
-
In
den erfindungsgemäßen Dichtungszusammensetzungen
wird der Beschleuniger typischerweise während der Quervernetzungsreaktion
nahezu vollständig
verbraucht. Dies führt
zu einem saubereren Kautschuk und die extrahierbaren Bestandteile
werden vermindert. Typischerweise werden während der Quervernetzungsreaktion
im Wesentlichen keine Nitrosamine erzeugt. Außerdem zeigen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
verbesserte Alterungseigenschaften im Vergleich zu herkömmlichen
Neopren- und Butylkautschuk-Formulierungen. Die meisten oder im
Wesentlichen alle der aus der Quervernetzungsreaktion resultierenden
Nebenprodukte können
flüchtige
Substanzen sein.
-
Die
vorliegende Erfindung wird nun mit Bezug auf die folgenden nicht
einschränkenden
Beispiele und Zeichnungen, die als Beispiel beigefügt sind,
genauer beschrieben, in denen:
-
1 ein
Diagramm der Alterung bei 110°C
ist, für
das Beispiel EF147 (eine erfindungsgemäße Polychloropren-Formulierung)
im Vergleich zu einem herkömmlichen
Polychloropren (EF134);
-
2 ist
ein Diagramm der Alterung bei 150°C
für das
Beispiel EF147 (eine erfindungsgemäße Polychloropren-Formulierung)
im Vergleich zu einem herkömmlichen
Polychloropren (EF134);
-
3 ist
ein Diagramm der Alterung bei 130°C
für das
Beispiel EF147 (eine erfindungsgemäße Polychloropren-Formulierung)
im Vergleich zu einem herkömmlichen
Polychloropren;
-
4 ist
ein Diagramm der Alterung (% Dehnung gegen Zeit) bei 150°C für das Beispiel
EF150 (eine erfindungsgemäße Brombutyl-Formulierung);
-
5 ist
ein Diagramm der Alterung (% EB gegen Zeit) bei 110°C für Beispiel
EF150 (EB = Bruchdehnung);
-
6 ist
ein Diagramm der Alterung (% EB gegen Zeit) bei 130°C für Beispiel
EF150;
-
7 zeigt
ein Alterungsprofil der Dauer, bis 50 % der ursprünglichen
% EB erreicht sind gegen die Temperatur, für das Beispiel EF150; und
-
8 ist
ein Diagramm des Pulvergewichts gegen die Anzahl der Pakete für das Beispiel
EF166 (eine erfindungsgemäße Brombutyl-Formulierung)
und für
EFMBTS (ein Vergleichsbeispiel).
-
-
-
-
Legende
-
- EF147: Neopren mit Schwefel-/Diisopropylxanthogenpolysulfid-Härtungssystem (Erfindung)
- EF125: – EF135
Neopren mit Peroxid- Härtungssystem
(Vergleich)
- EF150: (14B) Brombutylkautschuk mit Schwefel-/Diisopropylxanthogenpolysulfid
Härtungssystem
(Erfindung)
- EF151: (14A) Brombutylkautschuk mit Schwefel-/Diisopropylxanthogenpolysulfid
Härtungssystem
(Erfindung)
- EF149: Brombutylkautschuk mit Schwefel-/Diisopropylxanthogenpolysulfid-Härtungssystem (Erfindung)
- EF152: Brombutylkautschuk mit Schwefel-/Diisopropylxanthogenpolysulfid-Härtungssystem (Erfindung)
- EFMBTS: Brombutylkautschuk mit Schwefel/MBTS- Härtungssystem
(Vergleich)
- EF166: Brombutylkautschuk mit Aminosilan-behandeltem Ton als
Füllstoff,
Schwefel/D sopropylxanthogenpolysulfid- Härtungssystem (Erfindung)
- EF168: Brombutylkautschuk mit Peroxid-Härtungssystem (Vergleich)
- EF172: Brombutyl- und Polychloroprenkautschuk-Gemisch mit Schwefel-/Diisopropylxanthogenpolysulfid- Härtungssystem
(Erfindung)
- Brombutyl: Exxon 2246
- Polychloropren: Neopren W
- Ton: Polestar 200R
- Talk: Magsil 2628
- Platey-Talk: Mistron Vapour RP6D
- Robac AS100: Ein Diisopropylxanthogenpolysulfid, erhältlich von
Robinson Brothers Ltd.
- MBTS: Bis(2-Benzothiazoyldisulfid) (Kautschukbeschleuniger)
- DPG: Diphenylguanidin (Kautschukbeschleuniger) – Ekaland
DPG Pd (Pulver)
- Silika: Sipernet 2200, erhältlich
von Degussa
- TAC: Alcapudre 70, Triallyl Cyanurat, erhältlich von Akzo Nobel
- Silan-behandelter Ton: Ton mit Aminosilan-Behandlung
- TBBS: N-tert-butyl-2-benzothiazoyl-sulfonamid Robac TBBS (75
% aktives Polymer-Muttercharge)
- DOTG: Di-o-tolyl-guanidin (Kautschukbeschleuniger) – Ekaland
DOTG Pd (Pulver)
- Schwefel: AKM 300# GSS 2,5 (Magnesium-beschichteter Schwefel)
- Peroxid: 40% Di(2-tert-butyl-peroxyisopropyl-2-benzen, bis-Peroxid) – Luperco/Peroximon/Perkadox
- Magnesiumoxid: Maglite Y oder DE
- Nieder-MW PE: PE AC617A oder Luwax
-
Die
Kautschuk-Formulierungen wurden unter Verwendung eines Francis Shaw
1,2 Liter Banbury-Labormischers bei Geschwindigkeitseinstellung
1 (Langrotorgeschwindigkeit 117 rpm), einem Mischungsverhältnis von
1:1,125 vermischt, wobei Kühlwasser
durch den Hauptteil, Mantel und Rotoren zirkulierte. Die Mischungsqualität und Konsistenz
können
durch die Mischungsdauer und die Mischungstemperatur und die verbrauchte
Energie gesteuert werden.
-
Streifen
der Kautschukverbindung von etwa 1 mm Dicke wurden unter Verwendung
einer Presse mit elektrisch beheizten Druckplatten einer Pressformung
unterzogen. Die Formungstemperatur lag im Bereich von 160°C-180°C. Die Vulkanisationsdauer
wurde aus den Rheometerdaten bestimmt und lag im Bereich von 1-10
Minuten. Die geformten Streifen wurden in einem Luftofen für 1 Stunde
bei 150°C
nachgehärtet.
-
Aus
den Streifen wurde unter Verwendung einer Stanzvorrichtung Dichtungsringe
(Ventilsitzdichtungen) hergestellt.
-
Die
Ventilsitzdichtungen wurden zunächst
unter Verwendung einer Detergenzienlösung gewaschen. Es wurde gefunden,
dass dies zahlreiche Nachteile wie z.B. Selbsthaftung der Komponenten
nach dem Waschzyklus aufweist, durch die das Ventilzusammenbau-Verfahren schwierig
und in Extremfällen
unmöglich wird.
Es wurde gefunden, dass eine verdünnte Lösung eines in Krankenhäusern und
klinischen Einrichtungen gebräuchlichen
Desinfektionsmittels, Natriumdichlorisocyanurat (NaDCC), im Wesentlichen
adhäsionsfreie Komponenten
ergab und außerdem
Vorteile bei der Aufrechterhaltung der Lösungsstabilität des Arzneistoffs aufwies.
Das Verfahren wurde unter Verwendung einer kommerziellen Waschmaschine
durchgeführt.
Die Maschine wurde mit etwa 1 kg Ventilsitzdichtungen, die in einem
Textilnetzbeutel enthalten waren, beladen. 9 Tabletten NaDCC (2,5
g Gewicht) wurden in 1 Liter Leitungswasser gelöst. Die Lösung wurde über den Wassereinlass der Maschine
zugegeben und es wurden weitere 30 Liter heißes Wasser mit 30°C zugegeben.
Die Komponenten wurden für
20 Minuten gewaschen, danach wurde das Wasser abgelassen. Die Komponenten wurden
anschließend
unter Verwendung von 30 Litern Leitungswasser bei 30°C für etwa 10
Minuten gespült und
das Wasser wurde abgelassen. Die Komponenten wurden für etwa 30
Minuten in einer Trommel getrocknet.
-
Die
getrockneten Komponenten waren frei von Kautschuk-Rückständen.
-
Dieses
Verfahren weist einen überraschenden
Vorteil gegenüber
der Verwendung eines Detergenzes im Waschzyklus auf. Die Komponenten
haften nicht aneinander und sie werden daher leicht zu Ventilen
angeordnet.
-
Es
besteht immer die Möglichkeit,
dass nicht-abgespülte
Detergenzienrückstände nach
dem Waschzyklus auf der Oberfläche
der Ventilsitzdichtungen verbleiben. Diese können in die Arzneistoffspendervorrichtung übertragen
werden. Arzneistoffformulierungen enthalten oberflächenaktive
Mittel, um die Lösung
zu stabilisieren, was für
die Konsistenz der zugeführten
Dosis wichtig ist, und Detergenzienrückstände können auch Stabilisierungsmechanismen
beeinträchtigen.
Instabile Arzneistoffformulierungen können die Funktion der Vorrichtung
beeinträchtigen,
indem das Ventil blockiert wird.
-
Das
NaDCC-Waschen der Komponenten führte
zu Vorteilen bei einem automatisierten Ventilzusammenbauverfahren
und die Kontamination von Arzneistoffgemischen durch restliches
Detergenz wurde verhindert.
-
Die
Kautschukkomponenten können
optional mit Ethanol extrahiert werden, um die Menge an auswaschbaren
Spezies zu verringern, die in Arzneistoffgemische gelangen könnten. In
diesem Verfahren werden die Komponenten in eine Glassäule gegeben
und mit Ethanol unter Rückfluss
gewaschen.
-
-
-
-
-
-
Diskussion
-
- 1. Im Hinblick auf die Tabellen 3A und 3B sind
die Acetonextrakte bei den erfindungsgemäßen Formulierungen niedriger
als bei Schwarzem Nitril.
- 2. Im Hinblick auf die Formulierungen EF147, EF150 und EF151
ist die Robac AS100-Konzentration
so gering, dass sie mittels HPLC nicht nachgewiesen wird. Der Beschleuniger
wird daher während
der Quervernetzungsreaktion nahezu vollständig verbraucht, sodass sich
ein saubererer Kautschuk ergibt.
- 3. Im Hinblick auf die Formulierungen EF150, EF166 zeigt deren
Acetonextraktanalyse mittels GC-MS, dass sehr geringe Werte an DPG-Beschleunigerrückständen nachgewiesen
wurden. Im Gegensatz dazu lagen in EFMBTS signifikante Mengen des
Beschleunigers MBTS vor. Somit sind Robac AS100-beschleunigte Kautschuke
sauberer.
- 4. Bei den Butylformulierungen, die Robac AS100 enthielten (d.h.
EF150, EF151 und EF166) wurde ungefähr die Hälfte der Acetonextrakte erhalten,
die für
bei nicht mit Robac AS100 gehärteten
Butylmaterialien (d.h. EFMBTS), erhalten wurden. EF147 und EF134
sind Polychloropren-Zusammensetzungen, die sich nur in der Art des
Quervernetzungssystems unterscheiden. EF147 hat das Robac AS100-Vulkanisationssystem
und sein Acetonextrakt beträgt
die Hälfte
desjenigen, der peroxidisch vulkanisierten EF134-Formulierung.
- 5. Die Verwendung von Robac AS100 in Butyl, Polychloropren und
deren Gemischen ist auch annehmbar, da nicht-toxische Kautschuke
hergestellt werden. Gemäß der US
Pharmacopoeia Commission, Monograph USP<87> In
vitro-Toxologieuntersuchung
weisen EF147, EF150 und EF166 Nennwerte von 0 auf, d.h. die Kautschuke
sind nicht toxisch (siehe Tabellen 3A und 3B). Die ethanolische
Extraktion von Kautschukkomponenten ist nicht immer erforderlich.
Nicht extrahiertes EF154 ergab einen USP<87>-Nennwert
von 1 (nicht/wenig toxisch).
- 6. Im Hinblick auf Tabelle 4 ergab die Formulierung EF152 eine
zufriedenstellende Härtungsgeschwindigkeit,
selbst in Abwesenheit eines sekundären Beschleunigers.
- 7. Im Hinblick auf Tabelle 4 werden die physikalischen Eigenschaften
der erfindungsgemäßen Formulierungen
durch die Verwendung des Robac AS100-Beschleunigers nicht beeinträchtigt.
Im Vergleich zu MBTS ergab die EF152-Formulierung eine kürzere T90-Zeit.
- 8. Im Hinblick auf Tabelle 4 werden die physikalischen Eigenschaften
der erfindungsgemäßen Formulierungen
durch die Verwendung von Robac AS100-Beschleuniger im Vergleich zu gleichwertigen
Formulierungen, die mit Peroxid gehärtet wurden, nicht beeinträchtigt.
EF147 (Robac AS100) weist gleichwertige physikalische Eigenschaften
wie EF143 (peroxidisch gehärtet)
auf und es weist eine vergleichbare T90-Zeit auf. Die Butylformulierungen
EF149, EF150, EF151, EF152 und EF166 weisen außerdem eine höhere Zugfestigkeit
auf, als die gleichwertigen peroxidisch gehärtete Butyl-EF168-Formulierung.
- 9. Im Hinblick auf Tabelle 4 beinhaltet die Butylformulierung
EF166 aminosilanbeschichteten Ton als Füllstoff. Silanbeschichtete
Füllstoffe
bieten Vorteile bei der Erzielung guter Füllstoff-Kautschuk-Wechselwirkungen,
was Vorteile bei Dichtungseigenschaften und mechanischen Eigenschaften
bieten kann. Die Formulierung wird unter Verwendung von Robac AS100
vulkanisiert.
- 10. EF172 ist ein Gemisch aus Butyl und Polychloropren und wird
unter Verwendung von Robac AS100 gehärtet. Das Mischen von Polychloropren
mit dem unpolaren Butyl ist vorteilhaft, da es eine Ableitung von statischer
Ladung ermöglicht.
Statische Aufladung erfolgt während
des automatisierten Ventilzusammenbauverfahrens und kann dazu führen, dass
die Ventilsitzdichtungen selbst haften und Probleme bei dem Ventilzuammenbau
herbeiführen.
Die mit Robac AS100 gehärtete
Mischung besitzt gute physikalische Eigenschaften (d.h. Härte, TS
und % EB), die mit denjenigen der Butylzusammensetzung EF150 vergleichbar sind.
Seine T90-Härtungsdauer
ist ebenfalls ähnlich
zu EF150.
- 11. Im Hinblick auf die Tabellen 3A und 3B wurden bei den erfindungsgemäßen Formulierungen
(d.h. EF147, EF149, EF150 und EF151, EF152, EF166, EF172) keine
Nitrosamine erzeugt.
- 12. Die Dichtung der Kautschukmaterialien wurde untersucht,
indem MDI-Packungen (welche das Dichtungsmaterial aufwiesen) mit
134a Treibmittel/Ethanol gefüllt
wurden. Die Füllgewichte
betrugen 134a/Ethanol = 18,0 g ± 0,2 g/0,95 g ± 0,02
g. Die Packungen wurden in einer umgekehrten Position bei Umgebungsbedingungen
und 40°C/75
% RH (relative Feuchtigkeit) gelagert. Vor und nach der Lagerung wurden
die Packungen mit einer Genauigkeit von 3 Dezimalstellen gewogen,
um den Verlust an Treibmittel und somit die Dichtungskapazität zu berechnen.
Bei den Tabellen 3A und 3B zeigt ein Vergleich von EF150, EF166
und EFMBTS dass die Verwendung von Robac AS100 die gute Dichtungswirkung
von Butyl nicht beeinträchtigt.
In den Tabellen 3A und 3B zeigen außerdem eine länger andauernde
Dichtungswirkung von mit Robac AS100-gehärtetem Kautschuk. In allen
Fällen
sind die Leckageraten sehr gering.
- 13. PMDI-Vorrichtungen müssen
konsistente Pulvergewichte (Dosen) aufweisen und die Standardabweichung
(SD) der Pulver sollte gering sein. Die Pulvergewichte von Packungen
unter Verwendung von EF166 und EFMBTS als Dichtungsmaterialien wurden
bestimmt. Die Packungen wurden für
14 Tage in Position des Ventils nach unten gelagert und die Pulvergewichte
wurden bestimmt. 8 zeigt die Pulvergewichte der
Testpackungen. Jede Packung wurde 10 mal abgefeuert und das mittlere
Pulvergewicht wurde berechnet. EF166 weist ein sehr konsistentes
Pulvergewicht mit einer SD von 1,2 auf. Im Vergleich dazu weist EFMBTS
ein inkonsistentes Pulvergewicht und eine SD von 9,9 auf.
- 14. Butylkautschuk, gehärtet
mit Robac AS100, führte
somit zu einem unerwarteten Vorteil, nämlich zu einem sehr konsistenten
Pulvergewicht. Der Grund, warum Butyl-EFMBTS, gehärtet mit einem traditionellen Dibenzthiazyldisulfid-Bbeschleuniger
geringe, inakzeptable Pulvergewichte ergab, ist nicht erklärt.
- 15. Im Hinblick auf die 1 bis 3 zeigen
die erfindungsgemäßen Formulierungen
verbesserte Alterungseigenschaften im Vergleich zu den Vergleichsformulierungen.
- 16. Im Hinblick auf die 4 bis 7 zeigt
die Butylformulierung EF150 eine gute Alterung bei Verwendung von
Robac AS100. Die Lebensdauer von EF150 bei 30°C bezieht sich auf die Dauer
bis zum Abfall auf 50 % der ursprünglichen Bruchdehnung und wird
auf ungefähr
6,5 Jahre vorhergesagt. Dies sollte als ungefährer Hinweis angesehen werden,
im Hinblick auf die Anzahl der Messpunkte, die verwendet wurden, um
die beschleunigten Alterungsprofile zu bestimmen.