DE60312C - Verfahren zum Weben von Waaren von der doppelten Breite des Webstuhls, beziehentlich von nahtlosen Säcken - Google Patents
Verfahren zum Weben von Waaren von der doppelten Breite des Webstuhls, beziehentlich von nahtlosen SäckenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
nahtlosen Säcken.
Die Erfindung ist gekennzeichnet durch die Verwendung zweier Ketten über einander (bezw.
hinter einander bei einem Vertikalstuhl), welche entweder durch den Eintrag beide an derselben
Seite des Stuhles je ein Sahlband erhalten, während sie an der anderen Stuhlseite mittelst
eigenthümlicher Bindungen der Randfäden an einer Kante vereinigt oder mittelst derselben
Bindung an beiden Seiten des Stuhls vereinigt werden.
Bei dem neuen Verfahren werden zwei Schützen verwendet, welche gleichzeitig mit
gleicher Bewegungsrichtung jeder durch je eine der beiden Ketten gehen, und zwar abwechselnd
durch die eine und die andere, so dafs sie sich an der Verbindungskante oder den Verbindungskanten
kreuzen.
Bei dem Weben doppeltbreiter Waare ist es nicht nöthig, dafs beide Ketten die volle Webstuhlbreite
einnehmen; die Sahlbänder brauchen nicht über einander zu liegen.
Handelt es sich nicht um die Herstellung eines beim Auffalten glatten Stückes j so kann
die Vereinigung zweier Stückkanten durch Ineinanderweben der Randkettenfä'den beider
Ketten erzielt werden. Ebenso kann eine ähnliche Vereinigung dutch Weben einiger Schüsse
durch die vereinigten Fäden, beider Ketten stattfinden.
Bei dem Herstellen von Säcken werden die Schufsfäden entweder bei jedem Schützenschlag
oder aus einer Fläche des hohlen Gewebes in die andere geführt (in diesem Falle bilden sie
zwei auf den beiden Längskanten zusammenhängende Gewebeflächen), oder es geschieht
dasselbe nur nach jedem zweiten Schützenschlag, d. h. immer nur auf der einen Webstuhlseite;
in letzterem Falle hängen die entstehenden Gewebeflächen vermittelst der sich
kreuzenden Schufsfäden nur auf der einen Längskante zusammen, während sie auf der
anderen Seite beide mit Leisten versehen sind.
Entsprechende, im endlosen Gewebestrang durch Verweben beider Ketten eingearbeitete,
nicht hohle .Gewebestreifen bilden entweder Boden- oder Seitenkanten der Säcke, je nachdem
die Kettenbreite die Sackbreite oder Tiefe bestimmt.
Zunächst werde das Verfahren zum Weben doppeltbreiter Waare beschrieben:
Die Fig. i1 bis 121 zeigen die Fachbildung
und Fadenbindung für vier auf einander folgende Schüsse. Aus denselben ist die Folge
von Operationen zu ersehen, deren Verbindung den Grundgedanken aller möglichen, später beschriebenen
Variationen enthält, obgleich nur eine bestimmte Art der Ketten und Schützenbewegung
beschrieben ist.
In Fig. ι l bis 41 ist die Bewegung von je
ein Paar Randkettenfäden gezeigt, es wird von den Fäden 14, 15 und 16, 17 je ein Fach gebildet,
so dafs die Fäden 14 und 17 gleichzeitig auf die Vorderseite und auf die Rückseite
des Gewebes treten.
Bei dem ersten Schufs werden die beiden Schufsfäden, von welchen zur leichteren Unterscheidung
der eine schwarz angelegt ist, gleichzeitig (Fig. i1, 51 und 91) von den festen
Schützenkästen auf der rechten Stuhlseite aus zu den umwechselbaren Schützenkasten 3 und 4
Ό Uo
hin eingetragen, und zwar der schwarze Schufs in die obere, der weifse in die untere Kette,
dann vertauschen die Schützenkasten 3* und 4 ihre Plätze, z. B. durch Drehung um eine
gemeinschaftliche Achse in der Pfeilrichtung Fig. ι 1. Dabei kreuzen sich die Schufsfäden
aufserhalb der Kette in dem Beispiel derart, dafs der schwarze Faden von oben nach unten
geht und sich aufsen hinlegt, der weifse aber sich von unten nach oben unter dem schwarzen
innen durchzieht; dann schlägt die Lade an und der erste Eintrag, von welchem jeder
Schützen die Hälfte bewirkt hat (Fig. 31 \ oben
ι bis 2), ist fertig.
Nun werden die Schützen gleichzeitig durch das zweite Fach geschossen (Fig. 21, 61 und 101J,
der schwarze Faden unten, der weifse oben, gerade wie vorher, nur haben sie die Ketten
gewechselt.
Diese Bindung der Randflächen beider Ketten, bei welcher der schwarze Schufsfaden beim
Ueberspringen von der einen zur anderen Kette sich nach aufsen legt, verursacht eine Kreuzung,
der Schufsfaden an der Berührungskante der Ketten und der schwarze Faden tritt unter dem
Randfaden 17 in die untere Kette, während der weifse über ihm heraustritt und nach der oberen
Kette geht.
Hierbei, wie bei allen Abänderungen des Verfahrens, liegt der aufsen überspringende
Faden auf der Vorderseite des Gewebes.
Bei dem dritten Schufs (Fig. 31, 71 und 111)
kehren die Schützen wieder aus den festen Kästen nach der Verbindungskante zurück, der
schwarze Faden unten, der weifse oben. Dabei legt sich der schwarze Faden um den Randfaden
17 der Kette herum und bildet das Sahlband,
dasselbe thut der weifse Schufsfaden mit dem Kettenfaden 14. Hiermit ist der dritte
Eintrag beendet.
Die Schufsfäden tauschen nun wieder die Ketten durch eine Bewegung der Schützenkasten
nach Fig. 31, wodurch wieder eine solche Fadenkreuzung veranlafst wird, dafs der
schwarze Faden oben liegt, nur dafs hier der Faden 17 von den zwei auf einander folgenden
schwarzen und weifsen Schüssen eingebunden wird, statt des Fadens 14, wie oben.
Nach Beendigung dieses vierten Schusses beginnt dasselbe Spiel von neuem.
Bei den Kreuzungen ist immer derselbe Schufsfaden auf derselben Gewebeseite, und
die Fäden 14 und 17 werden abwechselnd eingebunden und zwischen den sich kreuzenden
Schufsfäden freigelassen.
Die so hergestellte Waare (Fig. 31J) ist ein
glattes Gewebe von doppelter Stuhlbreite, dessen Vorderseite auf dem Stuhl die Oberseite des
oberen Stückes und die Unterseite des unteren bildet. Jeder Eintrag wird durch zwei Schützenwürfe
gebildet, und immer nach je zwei Einträgen springt der Schufsfaden von einer Gewebehälfle
nach der anderen über.
Das Gewebe ist leinwandbindig mit Ausnahme der Randfäden 14 und 17, welche hinter
einander beide oben, der eine oben, der andere oben und beide unten zu liegen kommen. Das
Gewebe ist also bei Anwendung gleichen Schufsgarnes in beiden Schützen gleichseitig.
In Fig. 181 bis 23J ist eine Bindungsweise
der Kanten gezeigt, bei welcher abwechselnd der schwarze und weifse Faden bei den Kreuzungen
auf dieselbe Zeugseite kommt.'
Die Fäden 14 und 17 sind dann abwechselnd
oben und unten, und zwar beide gleichzeitig; das Gewebe ist in jedem Falle gleichseitig, wie
Fig. 331 und 341 zeigen.
Eine weitere Abänderung der Kreuzungen bezw. Kantenverbindung ist in Fig. 35J bis 521
gezeigt. Bei den beiden beschriebenen Randverbindungen, war von den Randfäden 14
und 17 der der unteren Kette im Oberfach, der der oberen im Unterfach, und umgekehrt.
Jetzt aber sollen beide Randfäden die gleichen Bewegungen machen. Je nachdem man hierbei
die Umwechselung der Schützen durch Drehungen in derselben Richtung vornimmt oder durch
Hin- und Herdrehen, erhält man die in den Fig. 35 1 bis 431 und 62' bis 70 * oder 441
bis 61 * dargestellten Fadenlagen und die in Fig. 751, 761 und 731, 741 gezeichneten Gewebe.
Bei dem Weben nach Fig. 351 bis 43' ist
der Randfaden 14 bei dem Schufs nach der Mitte immer auf der Vorderseite, während der
Randfaden 16 dabei immer auf der Rückseite ist. Der schwarze Faden geht bei der Kreuzung
abwechselnd über und unter dem weifsen durch (Fig. 43 * und 751), und die Kreuzungen
liegen zwischen den anstofsenden Randfäden 14 und 16. Die Kettenfäden gehen auch an der
Randlinie abwechselnd über und unter den Schufsfäden durch.
Lä'fst man durch stetiges Wechseln der Drehrichtung der Schützenkasten immer denselben
Schufsfaden nach aufsen und denselben nach innen kommen, so erhält man das nach Fig. 441
bis 511 oder 531 bis 6b1 entstehende, in Fig. 521
und 73! gezeichnete Gewebe. Die beiden Gewebe
haben dieselbe Bindung auf entgegengesetzten Seiten.
Dreht man endlich die Umwechselungsrichtung der Schützenkästen nach Fig. 351
bis 41: um, so erhält man die Bindung nach
Fig. 621 bis 701 mit lauter langen Kreuzungen, welche die beiden Randfäden in sich einschliefsen
(Fig. 60' und 761J.
Die vier Schäfte der Fig. 1 * bis 41 können
durch zwei ersetzt werden, deren Litzen je zwei Augen tragen (Fig. 251 bis 301, 71 i und 721),
durch welche die entsprechenden Fäden beider Ketten geführt sind.
In Fig. 251 bis 29' sind solche Schäfte für
das Weben nach Fig. 51 bis 351 gezeigt; bei
diesen können die Randlitzen für die Fäden 14 und 17 je nur ein Auge haben. In Fig. 71'
und 72' sind die Schäfte für das Weben nach Fig. 351 bis 70' dargestellt.
Für das Verfahren zur Herstellung von Säcken ist die allgemeine Anordnung des vorliegenden
Webstuhls in den Fig. 1 bis 4 dargestellt. Letztere zeigen die Bildung zweier Fächer in
den Kettenfäden, welche in Reihen von vieren angeordnet und mit den Zahlen 1, 2, 3, 4 bezeichnet
sind.
Die Fachbildung geht in der Weise vor sich, dafs zwei gesonderte Gewebeflächen entstehen,
welche die Seiten des Sackes bilden und entweder nur auf einer oder auf beiden Längskanten
infolge zweier Schützen zusammenhängen.
Die Schützenkästen 7 und 8 sind entweder
an beiden Webstuhlseiten oder nur an einer versetzbar, so dafs ein Ueberführen der Schufsfäden
aus der einen in die andere Gewebefläche entweder nach jedem oder nur nach
jedem zweiten Schützenschlag bewirkt wird.
Die auf einer oder beiden Webstuhlseiten vorgenommene Ueberführung der Schufsfäden
hat ein Geschlossenwerden einer oder beider Längskanten des Artikels zur Folge, indem
sich die Schufsfäden beim Uebergang. aus der einen in die andere Gewebefläche, und zwar
zwischen den äufsersten Kettenfäden der beiden letzteren kreuzen.
Die Schützen bewegen sich immer beide in derselben Richtung im Webstuhl, nämlich von
derselben Seite zur anderen (jedoch in verschiedenen Gewebeflächen); auch kehren sie
gleichzeitig um, um entweder in derselben Seite des Artikels zurückzulaufen oder, indem
sie sich kreuzen, gleichzeitig je in eine andere der Gewebeflächen überzugehen.
Auf diese Weise entsteht ein endloser Strang, weicher durch Verweben der Kettenfäden mit
den beiden Schufsfäden, d.h. durch Bildung eines nicht hohlen Gewebes, in einzelne, noch
zusammenhängende Säcke verwandelt wird. Letztere werden dann durch geeignetes'Durchschneiden
des Stranges gewonnen.
Die in den Fig. 21 bis 27 dargestellten Säcke sind so gewebt, dafs die Kettenbreite die Sacktiefe bildet. Die Sacköffnung entsteht also in
diesem Falle auf der einen Seite des Webstuhls, etwa Seite A, Fig. 25, während der geschlossene
Boden auf der zweiten Seite B gebildet wird. Die Sacköffnung ist aus zwei Leisten gebildet
(s. Fig. 23 und 24), während der Boden des Sackes (s. Fig. 27 und den unteren Theil
von 23) durch die oben erwähnte Ueberführung der Schufsfäden aus der einen Gewebefläche
in die andere entstanden ist.
Die Schufsfäden bewegen sich bei der Bildung eines derartigen Sackes für je zwei Schützenschläge
in einer Gewebeseite hin und zurück, nämlich zunächst bis zur Leiste an der Sacköffnung
und wiederum zum Boden zurück, worauf sie in die zweite Gewebeseite übergehen (dabei den Sackboden bildend) und die
letztere wiederum für zwei Schützenschläge hin und zurück durchlaufen; hierauf erfolgt ein
abermaliger Austausch u. s. f.
Um auch die Längsseiten des Sackes zu verbinden, wird in bestimmten Intervallen (von
der Breite des Sackes) ein nicht hohles Gewebe gebildet, indem sämmtliche Kettenfäden um die
beiden Einschüsse herumgewebt sind.
Die Fachbildung zur Herstellung des Sackbodens ist in den Fig. 5 bis 12 dargestellt;
diese Figuren zeigen die Bildung zweier Leisten bei der Sacköffnung, d. h. auf der einen Seite
des Webstuhls, sowie die Herstellung des geschlossenen Bodens auf der anderen Seite.
Die Kettenfäden 1 und 4 bilden die Seite R, während mittelst der Kettenfäden 2 und 3 die
Seite L entsteht.
Die Fachbildung zur Herstellung eines nicht hohlen Gewebes ist in den Fig. 13 bis 20 dargestellt.
Hier sind die sämmtlichen Kettenfäden um die Einschüsse herumgewebt, indem die Kettenfäden in geregelter Ordnung aus dem
einen in das andere Fach geführt werden.
So ist der Kettenfaden 3, welcher in den in den Fig. 9 bis 12 dargestellten Abänderungen
immer auf Seite L bleibt, nunmehr abwechselnd auf den Seiten R und L.
Jeder Kettenfaden macht in geregelter Weise folgende vier Positionen durch:
Erstens befindet er sich auf der einen Aufsenseite, dann zweitens in der Mitte, drittens auf
der zweiten Aufsenseite, dann viertens in der Mitte. Diese Aufeinanderfolge der Operationen
machen sämmtliche Kettenfäden durch.
Nach der geschilderten Weise entstehen die Säcke mittelst zweier immer wiederholter Operationen;
zunächst wird die Fachbildung zur Herstellung des hohlen Gewebes auf eine bestimmte
Strecke vorgenommen, worauf dann in der zuletzt geschilderten Weise ein nicht
hohles Gewebe die eine Seite des zuletzt entstandenen , sowie des daran hängenden Sackes
schliefst. Ist auch der nächste Sack zunächst hohl gewebt, so erfolgt auch das Schliefsen
der zweiten Seite desselben,-u. s. f.
Durch einfaches Durchschneiden der nicht hohlen Gewebestreifen, welche die Enden der
Säcke bilden, werden letztere sodann gewonnen. Der in den Fig. 45 bis 48 dargestellte
Sack ist in der geschilderten Weise entstanden; nur ist der Boden desselben dadurch
widerstandsfähiger gemacht, dafs die beiden Seiten des Gewebes für eine gewisse
Strecke vom Boden mit einander durch geeignete Fachbildung der Kettenfäden an dieser
Stelle verbunden sind; mit anderen Worten, es ist am Boden des Sackes ein Streifen nicht hohlen
Gewebes angeordnet. Dies wird durch Fachbildung vermittelst der mit i1, 21, 31, 41 bezeichneten
Kettenfäden erreicht (s. Fig. 28 bis 31), indem je einer der letzteren die folgenden
vier Positionen der Reihe nach durchmacht. Zunächst liegt er auf der einen Aufsenseite,
dann in der Mitte, darauf auf der zweiten Aufsenseite und schliefslich wiederum in der
Mitte, wie die vier Fachbildungen der Fig. 28 bis 3 ι zeigen.
Hierbei bilden die Kettenfäden 1 und 4 die eine Seite des eigentlichen Sackes, während
die Kettenfäden 2 und 3 die andere desselben herstellen.
Die Patrone des Gewebes ist in Fig. 32 dargestellt; in derselben stellen die gekreuzten
Vierecke die auf der Seite R, die punktirten die auf Seite L herausgeführten Fäden dar, die
leeren Räume bedeuten die Fäden in ihren mittleren Positionen.
Fig. 34 zeigt die Art der Einziehung der Fäden durch die Litzen und Fig. 33 das daraus
entstandene Gewebe.
Durch Einziehen der Fäden, wie es in Fig. 44 dargestellt ist, also durch Stellungsversetzung
der Fäden 3 und 31, sowie 4 und 41 erhält
man ein Gewebe, wie es die Fig. 45 zeigt. Die Patrone hierzu ist in Fig. 43 dargestellt,
während die Fig. 35 bis 42 die Fachbildungen zeigen.
Hierbei nehmen die Fäden 4 und 41 die Lage ein, welche vorher die Fäden 3 und 31
innehatten, und umgekehrt.
Der in den Fig. 58 bis 62 dargestellte Sack ist dadurch entstanden, dafs die Schufsfäden
für jeden Schützenschlag in je die andere der beiden Gewebeflächen des Sackes übergeführt
werden, die hierzu nöthige Fachbildung ist in den Fig. 49 bis 56 dargestellt. Hier wird die
Seite R durch die Kettenfäden 1 und 3 und die Seite L durch die Kettenfäden 2 und 4
gebildet.
Infolge einer derartigen Schützenführung sind die beiden Längsenden des Sackes geschlossen.
Der Boden nun des letzteren wird durch Verwebung der Schufsfäden mit sämmtlichen
Kettenfäden in der bereits beschriebenen Weise gebildet.
Das Weben solcher Säcke geschieht derartig nach einander, dafs Sackkörper von der doppelten
Länge eines einzigen Sackes gewebt werden, zwischen denselben jedoch immer ein Boden
gebildet wird.
Durchschneidet man dann sowohl die Kettenfäden in der Mitte des eigentlichen Sackkörpers,
als auch die nicht hohl gewebten Theile, welche die Böden je zweier zusammenhängender Säcke
bilden, so gewinnt man einzelne Säcke, deren Oeffnung nun nicht mit Leisten versehen sind.
Fig. 57 zeigt die zugehörige Patrone.
Bei dem auf die zuletzt beschriebene Art gewebten Sack verlaufen die Kettenfäden anstatt
in der Querrichtung, wie in den beiden erstbeschriebenen Arten, nunmehr in der Längsrichtung
des Sackes.
Der in den Fig. 73 bis 76 dargestellte Sack gleicht im allgemeinen dem zuletzt behandelten,
unterscheidet sich jedoch dadurch von demselben, dafs die Schufsfäden auf keiner Seite
des Webstuhls aus der einen Gewebehälfte in die andere übergeführt werden, sondern jeder
von Anfang an nur immer auf der einen Seite des Sackes hin- und herläuft.
Die Längskanten des letzteren werden im vorliegenden Falle durch Verweben einer gewissen
Anzahl Kettenfäden auf beiden Seiten des Webstuhls mit den beiden Schufsfäden in
der beschriebenen Weise gebildet, indem die beiden Gewebehälften an den Längsseiten des
Sackes zu einem einzigen, nicht hohlen Gewebe vereinigt werden.
Es ist also bei dieser Variation dasjenige auf beiden Seiten des Webstuhls vorgenommen,
was beim Weben des in Fig. 45 bis 48 dargestellten Sackes nur auf einer Seite geschah.
Das Einziehen der Kettenfäden zeigt Fig. 71. Die Fig. 63 bis 66 stellen die Fachbildung dar
und zeigen, dafs die Kettenfäden 2 und 4 die eine Seite, die Kettenfäden 1 und 3 die andere
Seite des Sackes bilden. Zur Herstellung des Sackbodens werden die sämmtlichen Fäden
wiederum in der oben beschriebenen Weise verwebt. Die Figuren 6y bis 70 verdeutlichen
diese Bodenbildung; Fig. 72 zeigt die Patrone.
Wiederum wird bei dieser Variation ein endloser Säckestrang gebildet, aus welchem die
einzelnen Säcke, wie oben, herausgeschnitten werden.
Bei den in den Fig. 90 bis 94 dargestellten Seitentaschen ist der Boden und Körper genau
so wie der des in den Fig. 53 bis 62 abgebildeten Sackes gebildet und bedarf im Hinblick
auf die Fig. yj bis 84, welche vier Schützenschläge zur Bildung des geschlossenen
Bodens und weitere vier zur Bildung des eigentlichen Sackkörpers zeigen, keiner Erklärung.
Zur weiteren Verfolgung des Verfahrens sind nunmenr bei dem der letzteren Taschenklappen
vorgesehen, welche dadurch gebildet werden, dafs nach Fertigstellung des eigentlichen Sackkörpers
die Schufsfäden nun nicht mehr zu beiden Seiten des Stuhls aus einer Gewebefläche
in die andere übergeführt werden, sondern je in der einen Hälfte der Kettenfäden immer
nur hin- und herlaufen. Es werden dadurch zwei über einander liegende, an den Längskanten
nicht verbundene Gewebe entstehen, wie es die Fig. 90, 91, 92 und 94 zeigen,
welche für zwei durch diese beiden Stücke verbundenen Taschen nach geeignetem Durchschneiden
(s. die Figuren) als Klappen dienen.
Der Vorgang wird bei der Betrachtung der Fig. 85 bis 88 deutlich. Die Fig. 85 und 86
zeigen nämlich die Entstehung des eigentlichen Sackkörpers (die Schufsfäden gehen aus einer
Fläche in die andere über), während die Fig. 87 und 88 die Bildung der zwei Klappen zeigen.
(Die Schufsfäden bleiben in ihrer Fläche.)
Der endlose Strang zur Bildung dieser mit je einer Klappe versehenen Tasche wird durch
eine derartige . Aneinanderreihung der Operationen gewonnen, dafs, wenn man den Strang
nach der einen Richtung hin betrachtet, immer auf den Sackboden zweier benachbarten Säcke
ein Sackkörper, darauf die Klappen für zwei Taschen und wiederum eine Tasche selbst
folgen, welche von der nächsten durch den nicht hohl gewebten Boden getrennt ist, u. s. f.
Je zwei Taschen sind sich also mit ihren Oeffnungen zugekehrt und letztere durch zwei
Klappenstücke, von denen durch entsprechendes Durchschneiden je eines auf einen Sack
fällt, verbunden.
In den Fig. 112 bis 114 ist eine Tasche dar"
gestellt, deren Oeffnung sich an der einen Längskante befindet, welche also aus drei Theilen
zusammengesetzt angesehen werden kann, nämlich aus dem mittleren. Theil, welcher die an
der Längskante befindliche Oeffnung enthält, und aus den beiden darüber und darunter befindlichen
Theilen, welche an ihren Enden durch nicht hohle Gewebestreifen geschlossen
sind. ■
Die beiden letzteren Taschentheile sind ganz so wie der Boden und Körper der zuletzt beschriebenen
Tasche gebildet, d. h. es sind zur Herstellung des oberen und unteren Verschlusses
der Tasche die Fäden quer durch den Webstuhl unter einander verwebt, wie es in den
Fig. 95 bis 98 dargestellt ist, während die Seitenkanten auf die beschriebene Weise dadurch
geschlossen sind, dafs die Schufsfäden, wie es die Fig. 99 bis 102 verdeutlichen, bei
jedem Schützenschlag und auf beiden Seiten des Webstuhls aus der einen Gewebefläche in
die andere übergehen und somit die Längsseiten der Tasche oberhalb und unterhalb des
Theiles, welcher die Taschen öffnung aufweist, schliefsen.
Was nun den letzteren, d. h. den dritten Theil der Tasche, anbetrifft, so gehen hier die
Schufsfäden nur bei jedem zweiten Schützenschlag, d. h. nur auf einer Längsseite der Tasche,
aus der einen in die andere Gewebefläche derselben über (s. Fig. 103 bis 106) und bilden
so auf der einen Längskante der Tasche, d. h. auf der einen Seite des Webstuhls, zwei Leisten,
welche die Oeffnung der Tasche bilden.
Die Kettenfäden werden eingezogen, wie es in der Fig. 111 dargestellt ist, indem die Fäden
ι und 3 zur Bildung der einen, die Fäden 2 und 4 der anderen Taschenfläche
dienen.
Die Patrone ist in Fig. 107 dargestellt.
Der endlose Taschenstrang ist in der Weise zusammengesetzt, dafs auf einen Bodentheil für
zwei Taschen zunächst der unterhalb der Taschenöffnung befindliche, an den Längskanten
geschlossene, dann der die Sacköffnung enthaltende Theil, hierauf der obere, abermals
an den Längsseiten und oben abgeschlossene Taschentheil gebildet wird.
Der obere Verschlufs bildet zugleich den Boden für die nächste Tasche, hierauf wiederholt
sich das Gesagte; die einzelnen Taschen werden durch Durchschneiden des nicht hohl
gewebten Querstreifens gewonnen.
Vorliegende Erfindung ist in der Anwendung keineswegs auf die im Vorhergehenden beschriebene
bestimmte Zahl von Fachbildungen beschränkt, da die Anzahl der Wiederholungen einer bestimmten Fachbildung lediglich von
der Form des zu bildenden Artikels abhängt.
Claims (3)
1. Das Verfahren zur Herstellung eines aus zwei über einander liegenden Gewebehälften
gebildeten Gewebes auf einem Webstuhl, bei welchem unter Benutzung zweier Ketten
und gleichzeitig eingetragenen Schufsfäden die Verbindung der beiden Gewebehälften
an dem einen oder anderen Rand oder an beiden Rändern dadurch hervorgebracht wird, dafs die beiden Schützen mit den
Schufsfäden an dem betreffenden Rand vertauscht werden.
2. Die nach dem in Anspruch !.gekennzeichneten
Verfahren hergestellten doppeltbreiten Waaren, gekennzeichnet durch die eigenthümliche
Art der' Bindung in der Mitte (Fig. 311, 321, 331, 341, 731, 741, 75'
und 76 l).
3. Die nach dem in Anspruch 1. gekennzeichneten Verfahren hergestellten Säcke, gekennzeichnet
durch Bildung der Seitenwände nach dem Verfahren und Bildung des Bodens durch Zusammenweben der
beiden Ketten oder Bildung der Seitenwände durch Zusammenweben und des Bodens nach dem Verfahren.
Hierzu 6 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE60312C true DE60312C (de) |
Family
ID=334457
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT60312D Expired - Lifetime DE60312C (de) | Verfahren zum Weben von Waaren von der doppelten Breite des Webstuhls, beziehentlich von nahtlosen Säcken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE60312C (de) |
-
0
- DE DENDAT60312D patent/DE60312C/de not_active Expired - Lifetime
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