DE603295C - Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak als Ammoniakwasser und von Benzol - Google Patents

Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak als Ammoniakwasser und von Benzol

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DE603295C DE1930603295D DE603295DD DE603295C DE 603295 C DE603295 C DE 603295C DE 1930603295 D DE1930603295 D DE 1930603295D DE 603295D D DE603295D D DE 603295DD DE 603295 C DE603295 C DE 603295C
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/12Separation of ammonia from gases and vapours

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  • Organic Chemistry (AREA)
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  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak als Ammoniakwasser und von Benzol Das Verfahren der Erfindung hat eine wesentliche Vereinfachung der gewöhnlichen Gewinnung von Ammoniak und Benzol aus Destillationsgasen, die stets in zwei aufeinanderfolgenden getrennten Vorgängen stattfindet, zum Ziel und gründet sich auf die neue Erkenntnis, daß das Waschen gekühlter Kohlendestillationsgase mittels Waschöl, das sonst gebräuchlicherweise zur Gewinnung allein ihres Benzolgehaltes dient, dazu ausgenutzt werden kann, um gleichzeitig die Hauptmenge desAmmoniaks und des Benzols der Gase zu entfernen.
  • Das Verfahren stimmt mit dem, was aus der gewöhnlichen zweistufigen Gewinnungsweise bekannt ist, darin überein, daß durch die übliche Behandlung von Kohlendestillationsgasen mit Benzolwaschöl, nachfolgendes Abtreiben des Waschöls mit Wasserdampf und Kondensation der Dämpfe gleichzeitig Ammoniak als Ammoniakwasser und Benzol in dem Destillatgemisch gewonnen werden. Wenn plan nämlich nach der üblichen Gewinnungsweise des Ammoniaks und Benzols zunächst aus dem Destillationsgas das Ammoniak etwa durch Wasser oder durch Säuren entfernt und danach die .übliche Ölwaschung des Gases zum Zwecke der Benzolgewinnung anwendet, so besitzt einerseits das ankommende Gas noch Restspuren von freiem Ammoniak, andererseits das Waschöl eine gewisse geringe Beimengung von Wasser. Dieses Wasser genügt, um die sehr geringe Menge des im Gase verbliebenen restlichen Ammoniaks zu absorbieren, während gleichzeitig das Waschöl aus dem Gase Benzol aufnimmt, und wenn dann dieses Lösungsgemisch nachfolgend der Abtreibung unter Anwendung von direktem Brausedampf unterworfen wird, so wird neben dem aufgenommenen Benzol auch das Ammoniak mit verflüchtigt und erscheint in dem kondensierten Destillatgemisch als eine äußerst schwach konzentrierte Ammoniaklösung in dem: neben dem Benzolerzeugnis anfallenden wässerigen Kondensat.
  • Nach der Erfindung wird ein gegenüber der vorgenannten Arbeitsweise völlig anderer Verfahrensverlauf bei der Behandlung von Kohlendestillationsgasen mit Benzolwaschöl dadurch herbeigeführt, daß von einem. unmittelbar auf die für die Benzolwäsche ohne Tiefkühlung übliche Temperatur lediglich indirekt abgekühlten und dadurch von Teer, Wasser, dem überwiegenden Teil des fixen und einem Teil des freien Ammoniaks befreiten Kohlendestillationsgas ausgegangen wird. Das wesentlich Unterscheidende und Neue des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht also darin, daß, soweit der Ammoniakgehalt des Rohgases in Betracht kommt, vor der Ölwäsche des Gases lediglich derjenige Teil des Gesamtammoniaks entfernt wird, der bei der üblichen indirekten Kühlung des Gases auf gewöhnliche Temperatur in Form von ammoniakhaltigem Kondenswasser, d. h. einer wässerigen Lösung, fällt, die neben einigem freien Ammoniak fast das gesamte fixe Ammoniak des Rohgases enthält, daß aber die danach noch verbleibende Hauptmenge des Ammoniaks, die auf mindestens etwa. 6o % des ursprünglichen Gesamtammoniaks der Rohgase zu schätzen ist, im gekühlten Gase belassen wird. Wenn man nun erfindungsgemäß dieses Gas, welches die Hauptmenge des Ammoniaks und sämtliches Benzol mit sich führt, mit Waschöl, wie es sonst für die Benzolwäsche gebraucht wird, in geeigneten Vorrichtungen, wie Waschtürmen, Kolonnen,- rotierenden Wäschern usw., wäscht, so gibt es hierbei nach den die Erfindung tragenden Feststellungen gleichzeitig sowohl das Ammoniak als auch das Benzol praktisch vollständig an das Waschöl ab.
  • Ein im Großmaßstab der Praxis ausgeführter Versuch mit Anwendung von gewöhnlichem Benzolwaschöl aus schweren Teerölen, von- dem etwa. 85% zwischen Zoo und 300° C überdestillierten und das einen normalen Wassergehalt von o,9 % besaß, lieferte folgende Auswaschungsergebnisse:
    Frischgas .Endgas
    Ammoniak ....... 8, i g/cbm o,02 g/ebm
    Benzol ........ 1. 28,4 - 2,3 -
    NaPhthalin ...... 0,35 - 0,17 -
    Diese Zahlen beweisen, daß die Auswaschung sowohl des Ammoniaks als auch des Benzols bis auf solche Restbeträge, die man allgemein gewohnt ist, d. h. praktisch vollständig, erfolgt ist.
  • Aus den vorstehend mitgeteilten zahlenmäßigen Ergebnissen ist durch eine einfache Nachrechnung unmittelbar zu ersehen, daß die überraschende Mitauswaschung des Ammoniaks wesentlich auf die Absorptionswirkung des Waschöls und nicht etwa auf die Absorptionswirkung des dem Waschöl beigemengten Wassers zurückzuführen ist. Man rechnet in der Praxis, daß zur Auswaschung des Benzols etwa 1,5 kg Waschöl je Kubikmeter Gas anzuwenden sind; diese Waschölmenge würde nach obigem Zahlenbeispiel einen Wassergehalt von o,009-1, 5 - 0,01 35kg oder Liter Wasser enthalten. Da nun erfahrungsgemäß bei. der Ammoniakauswaschung mit Wasser im allgemeinen eine Konzentration des fertigen rohen Ammoniakwassers von höchstens etwa io g Ammoniak je Liter erreicht wird, so läßt sich abschätzen, daß die vorgerechnete; dem Benzolwaschöl beigemengte Wassermenge von 0,0 13 51 höchstens etwa o,13 5 g Ammoniak absorbieren könnte. Insgesamt werden aber nach dem obigen Zahlenbeispiel je Kubikmeter Gas 8,o8 g Ammoniak ausgewaschen, das ist 8'°8 ^ 6omal soviel als die von dem Was-&, I35 sergehalt des Öles aufnehmbare Ammoniakmenge, oder mit anderen Worten: lediglich durch die Anwesenheit von Wasserbeimengung üblichen Ausmaßes im Benzolwaschöl würde sich die Auswaschung von nur etwa x/6o der insgesamt wirklich, ausgewaschenen Ammoniakmenge erklären lassen. Die weit überwiegende Anteilmenge des gesamten Ammoniaks wird also tatsächlich durch das Waschöl absorbiert. In diesem Punkte zeigt sich deutlich und einwandfrei der Wesensunterschied des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber dem, was eingangs als bekannt _ hingestellt worden war.
  • Das nach dem Verfahren mit -dem aufgenommenen Ammoniak und Benzol beladene Waschöl wird in der gebräuchlichen Weise mit unmittelbar einwirkendem Wasserdampf abgetrieben. Dadurch werden Ammoniak, und zwar genau genommen, wenn auch fixes Ammoniak mitausgewaschen worden war, nur alles flüchtige Ammoniak und Benzol in dampfförmig abgehende Destillate überführt. Bei der nachfolgenden Verdichtung und Kühlung der Destillatdämpfe erhält man nebeneinander das als Benzolvorerzeugnis bekannte Leichtöl und Wasser, die beide Ammoniak in einer Konzentration, die mindestens für den wässerigen Anteil verhältnismäßig hoch ist, gelöst enthalten. Für die Höhe dieser Ammoniakkonzentration kann ' man ebenfalls auf Grund des oben mitgeteilten Zahlenergebnisses eines Großversuches etwa folgende Abschätzung finden- Das bei der Abtreibung erhaltene Benzoldestillat oder Leichtöl ist, da neben dem Benzol auch Waschölanteile mit übergehen, erfahrungsgemäß an Menge ungefähr gleich dem 1,5fachen der ausgewaschenen Benzolmenge, d. h. j e Kubikmeter behandelten Gases gleich 1,5 ' (Z8,4 - 2,3) = 39,7- g anzusetzen. Die beim Abtreiben anzuwendende Menge- direkten Brausedampfes ist erfahrungsgemäß ungefähr ebenso hoch wie die Benzoldestillatmenge, d..h. auch ='39,2 g, zu setzen, und die dem Benzolwaschöl für i cbm Gas beigemengte Wassermenge, die sich beim Abtreiben ebenfalls verflüchtigt, war schon oben zu 13,5'g festgestellt worden; dies gibt zusammen eine Menge wässerigen Kondensates von 39;2 -f- 13,5::---- 52;7- g. Dazu das ölige Benzoldestillat von 39,29 gerechnet, ergibt zusammen g1,9 g. In dieser gesamten Destillatmenge ist die ausgewaschene Ammoniakmenge von 8,o8 g gelöst. Das ergibt eine Durchschnittskonzentration von g-°9 = 0,088 oder Gewichtsprozenten. Hierbei ist; da die Lösungsaffinität von Ammoniak zu Wasser zweifellos um ein Vielfaches größer als diejenige von Ammoniak zu Benzol ist, die auf den wässerigen, an sich schon die größere Hälfte ausmachenden Anteil entfallende Konzentration des Ammoniaks fraglos bedeutend höher als die vorberechnete Durchschnittskonzentration von 8,811j, Hieraus folgt, daß nach dem Verfahren in der Tat die Hauptmenge des ausgewaschenen Ammoniaks als ein hochkonzentriertes Ammoniakwasser gewonnen wird.
  • Das ebenfalls ammoniakhaltige Benzoldestillat oder Leichtöl wird zweckmäßig mit Wasser oder auch schwachem Ammoniakwasser behandelt, wodurch sein Ammoniakgehalt in dieses Behandlungswasser übergeht und bei geeigneter Durchführungsweise ebenfalls ein ziemlich starkes Ammoniakwasser ergibt. Dieses kann zusammen mit dem ersterwähnten, als wässeriger Destillatanteil erhaltenen Ammoniakwasser in die Ammoniakfabrik gegeben werden.
  • Das erfindungsgemäß als Ausgang des Verfahrens dienende gekühlte Gas kann, da in ihm die Hauptmenge des Ammoniaks belassen wird, einen gewissen Anteil davon als fixes Ammoniak enthalten, der zwar an Menge immer sehr klein, aber in manchen Fällen wegen seiner Auswirkungen auf den Waschvorgang doch nicht ohne weiteres zu vernachlässigen ist. Dieses fixe Ammoniak, das in fester Form, d. h. als Schwebestoff, von dem gekühlten Gas mitgetragen wird, gelangt bei der Gaswaschung in das umlaufende Waschöl mit hinein, bleibt aber in dem abgetriebenen Waschöl unverändert zurück, da es durch ausschließliche Einwirkung von Wärme und Wasserdampf nicht verflüchtigt werden kann. Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann man das fixe Ammoniak vorteilhafterweise durch wiederholten Umlauf des Waschöls darin anreichern und von Zeit zu Zeit entfernen, z. B. durch Behandeln des zweckmäßig heißen Öls mit Wasser oder mit wässeriger Alkalilösung. Im letzteren Falle werden die etwa im Waschöl zurückbleibenden Reste des fixen Ammoniaks in flüchtige Form überführt und gehen beim nächstfolgenden Abtreiben in das Destillat über. Als ein geeignetes Mittel zur Beseitigung des fixen Ammoniaks aus dem Waschöl kann auch die be-' kannte unmittelbare Kühlung des Öls mit Wasser dienen.
  • Das Verfahren schafft eine ganz wesentliche Vereinfachung der bisherigen Gewinnungsweise von Ammoniak und Benzol, weil diese beiden Stoffe durch einen einheitlichen Waschvorgang und durch Anwendung nur einer Waschanlage gleichzeitig aus dem Gas gewonnen werden. Außerdem kann hierbei das Ammoniak durch Anwendung einfacher und leichter Vornahmen, die mit der Waschabtreibung einherlaufen, als verhältnismäßig starkes Ammoniakwasser erhalten werden. Diese Vorteile erreicht man zugleich mit wesentlichen Ersparungen an Einrichtungen und Betriebskosten sowie mit einer Verringerung an Abwassermengen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE. r. Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak als Ammoniakwasser und von Benzol durch Behandlung von Kohlendestillationsgasen mit Benzolwaschöl, Abtreiben des Waschöls mit Wasserdampf und Kondensation der Dämpfe, dadurch gekennzeichnet, daß von einem unmittelbar auf die für die Benzolwäsche ohne Tiefkühlung übliche Temperatur indirekt abgekühlten und dadurch von Teer, Wasser, dem überwiegenden Teil des fixen und einem Teil des freien Ammoniaks befreiten Kohlendestillationsgas ausgegangen wird. -,. Verfahren nach Anspruch a, dadurch gekennzeichnet, daß man den im Kohlendestillationsgas verbliebenen restlichen Teil des fixen Ammoniaks durch wiederholten Umlauf des Waschöls in diesem anreichert und erst danach durch geeignetes Behandeln des Waschöls, z. B. in vorteilhaft heißem Zustand desselben mittels Wasser oder -wässeriger Alkalilösung, entfernt.
DE1930603295D 1930-01-28 1930-01-28 Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak als Ammoniakwasser und von Benzol Expired DE603295C (de)

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