DE604393C - - Google Patents
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Description
v . -J
AUSGEGEBEN AM
27. OKTOBER 1934
27. OKTOBER 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVi 604393
ICLASSE 57 d GRUPPElO
ICLASSE 57 d GRUPPElO
Dr. Franz Wrede in Berlin-Charlottenburg
Patentiert im Deutschen Reiche vom 14. Juli 1928 ab
Bei den bekannten Bildtelegraphen werden die zu übertragenden Bilder Punkt für Punkt
abgeleuchtet und auf diese Weise in einzelne Bildelemente zerlegt. Das im Empfänger erscheinende
Bild zeigt jedoch zusammenhängende Flächen, die sich allerdings durch entsprechende
Wahl des Abstandes der Punktzeilen in einzelne Linien von wechselnder Stärke auflösen
lassen. Diese Linien sind einer Bildkante parallel. Die Wiedergabe der Bilder im Druck
erfordert ebenfalls ein Zerlegen in Bildelemente, was für diesen Zweck durch Herstellung einer
. Rasterphotographie geschieht. Bei telegraphisch übertragenen Bildern, die gedruckt, z. B. in
einer Zeitung wiedergegeben werden sollen, ist dann eine zweimalige Zerlegung nötig, wodurch
die Bildschärfe erheblich leidet und wegen der notwendigen Herstellung einer Rasterphotographie
ein Zeitverlust entsteht.
Die Erfindung bezweckt die unmittelbare Herstellung eines Rasterbildes zur unmittelbaren
Herstellung von Druckformen durch den telegraphischen Empfänger, um sowohl den Zeitverlust als auch die Verminderung der BiIdschärfe
zu vermeiden. Es ist bereits vorgeschlagen worden, mittels einer oszillierenden Saite den Durchlaß für einen durch ein Linsensystem
geleiteten Lichtstrahl konstanter Intensität je nach Intensität der vom Sender kommenden
und der Tönung der Bildpunkte entsprechenden Stromimpulse mehr oder weniger weit zu öffnen, so daß ein der Intensität nach
gleichmäßiger, aber der Breite nach variabler Weg des Lichtstrahls sich auf dem lichtempfindlichen
Bildträger des Empfängers abzeichnet (Linienraster). Es ist ferner bereits vorgeschlagen
worden, dies Linienraster dadurch in ein Punktraster zu verwandeln, daß mit der rotierenden Empfängertrommel eine rotierende
Scheibe mit radial gestellten Schlitzen gekuppelt wird und daß diese Scheibe in den Weg des
vorgenannten, in seiner Breite variierten Lichtstrahls gestellt ist, so daß die einzelnen Schlitze
nacheinander einzelne Stücke des Lichtstrahls auf den Bildträger gelangen lassen und das
Linienraster in eine Art Punktraster aufteilen. Die verschiedenartigen Formen und die Intensitätsverhältnisse
innerhalb der einzelnen Punktbilder sollen dadurch ausgeglichen werden, daß in den Weg des Lichtstrahls weiterhin eine
Blende gesetzt ist, die, am Rande völlig lichtundurchlässig, sich konzentrisch nach der Mitte
hin allmählich völlig aufhellt. Das entstehende Raster setzt sich dann zusammen bei intensiver
Beleuchtung aus nach dem Rande hin schwächer getönten Quadraten, bei geringerer Lichtstärke
aus an den Enden schwächer getönten Strichen. Die Folge hiervon ist, daß die Intervalle zwischen
den einzelnen Punkten kleiner werden als die zwischen den einzelnen Zeilen, so daß
an diesen Stellen wieder anstatt eines Punktrasters eine Art Linienraster sichtbar wird.
Auch die vorliegende Erfindung bedient sich einer beweglichen Blende, die in regelmäßigen
Intervallen den das Empfängerbild erzeugenden Lichtstrahl abblendet und dadurch jede
Bildzeile in einzelne Punkte zerlegt, die aber symmetrische Form haben. Um diesen Punkten
den gleichmäßigen Abstand zu geben, der für die spätere Herstellung der Druckform durch 7<
Ätzen erforderlich ist, wird die Bewegung der Blende abhängig gemacht von der des Bildträgers.
Ferner wird die Phase der Blendenbewegung gegenüber der des Bildträgers von
Bildzeile zu Bildzeile so geändert, daß die Punkte einer Zeile unter die Lücken der vorhergehenden
kommen, so daß das Aussehen eines Kreuzrasters entsteht, dessen Linien unter halbem rechtem Winkel zu den waagerechten
to und senkrechten Bildkanten stehen. Erfahrungsgemäß wirkt ein Raster dieser Art am
wenigsten störend, und besonders beim telegraphisch übertragenen Bilde können dabei
die andernfalls leicht erkennbaren Zeilen, in iS die das Bild zerlegt wird, verdeckt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt.
Die Antriebswelle ι trägt eine Schnecke 3, die in ein Schneckenrad 4 eingreift. Dieses ist auf
der Welle 5 der Bildtrommel 6 befestigt. Die Welle ι trägt ferner ein eisernes Zahnrad 7 mit
sinusförmigen Zähnen, das den Rotor eines Wechselstromerzeugers bildet. Diesen gegenüber
stehen Magnetpolschuhe 8, auf denen sich Spulen 9 befinden. Die Polschuhe werden
durch Magnet 10 magnetisiert. Der aus den Polschuhen 8, Spulen 9 und Magnet 10 bestehende
Stator des Wechselstromerzeugers ist auf einer Scheibe 11 befestigt, die mit einem
Zahnkranz 12 in ein Zahnrad 13 eingreift. Letzteres ist auf einer Welle 14 befestigt, die
außerdem ein Schneckenrad 15 trägt, das in eine Schnecke 16 auf der Welle 15 der Bildtrommel
6 eingreift. Die Übersetzungen des Schneckengetriebes 3, 4, der Zahnräder 12, 13
und des Schneckengetriebes 15,16 sind so gewählt, daß sich der Stator des Wechselstromerzeugers
um einen halben Abstand der Zähne des Rades 7 dreht, wenn die Bildtrommel eine volle Umdrehung macht.
Das auf die Bildtrommel 6 fallende Lichtbündel muß durch die Öffnungen 20,21 zweier
Blenden 22 und 23 hindurchgehen. Diese Blenden sind an Stäbchen 24, 25 und diese in der
Mitte je einer Saite 26 und 27 befestigt. Die Saiten schwingen in dem Kraftfeld zweier
Magnete 28 und 29. Die Stäbchen 24 und 25 sind über die Saiten hinaus verlängert und
gleiten in den Bohrungen von Führungsplättchen 30 und 31. Im Ruhezustande sind die
Öffnungen 20 und 21 so gegeneinander versetzt, daß sie dem Lichtbündel den Durchgang sperren.
Wird der Apparat in Betrieb gesetzt, so erzeugt der beschriebene Wechselstromerzeuger einen
Wechselstrom, der über einen geeigneten Transformator und nötigenfalls eine Verstärkereinrichtung
den Saiten 26 und 27 zugeführt wird. Diese werden durch das Zusammenwirken von
Wechselstrom und Magnetfeldern in Schwingungen versetzt, und zwar in entgegengesetzter
Richtung. Dabei verschieben sich die Öffnungen 20 und 21 so, daß sie während einer Hälfte
einer Schwingungsperiode dem Lichtbündel den Durchgang freigeben, während der anderen
Hälfte jedoch den Durchgang sperren und das Lichtbündel abblenden. Die Schwingungszahl
der Blenden 22 und 23 entspricht der Periodenzahl des Wechselstroms. Das Übersetzungsverhältnis
des Schneckengetriebes 3, 4 und die Polzahl des Rades 7 ergeben für jede Umdrehung
der Bildtrommel eine ganze Zahl von Perioden. Durch das Schneckengetriebe 16, 15
und die Zahnräder 13,12 wird nun eine Drehung des Magnetsystems des Wechselstromerzeugers
herbeigeführt, die während einer Umdrehung der Bildtrommel dem halben Winkelabstand
zweier Pole der Zähne 7 entspricht. Das hat zur Folge, daß je nach der Drehrichtung des
Magnetsystems die Zahl der Perioden des Wechselstroms für jede Umdrehung der Bildtrommel
um eine halbe Umdrehung vermehrt oder vermindert wird. Infolgedessen fällt auf je zwei Umdrehungen der Bildtrommel eine
ungerade Zahl von Perioden. Das regelmäßige Abblenden des Lichtbündels zerlegt die einzelnen
Zeilen, aus denen sich das telegraphisch übertragene Bild zusammensetzt, in eine Reihe
von Punkten, die einander in gleichmäßigen Abständen folgen. Durch die Phasenverschiebung
um eine halbe Periode während einer Trommelumdrehung erscheinen jedoch die Punkte einer Zeile gegen diejenigen der vorhergehenden
Zeile um einen halben Punktabstand versetzt. Wird nun die Längsverschiebung der Bildtrommel beim Übergang von einer Zeile
zur nächstfolgenden so bemessen, daß sie dem halben Punktabstand entspricht, so entsteht
eine Gesamtanordnung der Bildpunktreihen, die einem durch Kreuzlinienraster zerlegten
Bilde gleicht, bei dem die Rasterlinien mit den waagerechten und senkrechten Bildkanten, wie
üblich, halbe rechte Winkel bilden. Wird das Bild als Negativ aufgenommen, so kann dieses
unmittelbar in bekannter Weise auf eine Metallplatte kopiert und diese durch Ätzen in ein i°5
Klischee verwandelt werden. Dabei ist die Form der Blendenöffnung von Bedeutung für die. Gestalt
der erzeugten Punkte und die Verteilung des Lichtes auf die von dem Punktbild eingenommene
Fläche. Bei der in Fig. 3 dargestellten uu Form wirkt die Mitte des Lichtbündels langer
auf die lichtempfindliche Schicht als die äußeren Teile. Demnach wird die Schwärzung des einzelnen
Punktes im Negativbild in der Mitte stärker sein als am Rande, was für die spätere Atzung 1.15
ein wesentlicher Vorteil ist, da hierdurch bei fortschreitender Atzung eine allmähliche seitliche
Erweiterung der geätzten Stelle eintritt, wodurch der Ätzer in die Lage versetzt wird,
das Bild ebenso zu entwickeln wie ein in gewohnlicher Weise hergestelltes Rasterbild. Bei
Anwendung einer feststehenden und einer be-
weglichen Blende würde der am stärksten belichtete Punkt nicht in die Mitte des belichteten
Flächenelements fallen, so daß diese Anordnung weniger günstig arbeiten würde als die oben
dargestellte.
Die beschriebene Einrichtung kann mit verschiedenen Arten der telegraphischen Bildübertragung
in Verbindung gebracht werden, indem man die schwingenden Blenden an passender
to Stelle in den Weg des Lichtstrahles einschaltet. Es ist gleichgültig, ob dabei der Lichtstrahl vor
oder hinter den Blenden durch die Telegraphierströme beeinflußt wird. Man kann jedoch die
Veränderungen der Lichtintensität, die der Bildtönung entspricht, dadurch herbeiführen,
daß die Schwingungen der Blenden moduliert werden. Hierfür kann eine elektrische Einrichtung
angewendet werden, wie sie z. B. in dem Patent 604392 beschrieben ist. In diesem
Fall wird zweckmäßig das Bild einer Lichtquelle durch ein Linsensystem auf die Blendenöffnung
und die Blendenöffnung durch ein weiteres Linsensystem auf die Bildtrommel projiziert. Die Wirkung des Lichtbündels hängt
dann von der Größe der Blendenöffnung ab und diese wieder von der Größe der Saitenschwingungen,
die ihrerseits y(|em durch die Saite fließenden Wechselstrom proportional ist.
Die Übertragung erfolgt dann vom Sender zweckmäßig mit Hoch- oder Mittelfrequenz.
Diese wird über eine als Audion wirkende Elektronenröhre in einen den Bildtönungen entsprechenden
veränderlichen Gleichstrom verwandelt. Mit Hilfe einer weiteren Elektronenröhre wird nach dem in der angeführten
Erfindung beschriebenen Verfahren der von dem Wechselstromerzeuger der hier beschriebenen
Einrichtung kommende Wechselstrom dem veränderlichen Gleichstrom übergelagert
und dadurch die Modulation der Schwingungen der Blenden 22 und 23 bewirkt.
Die Abblendung des Lichtbündels kann auch durch umlaufende Lochscheiben erfolgen. Jedoch
ist dann zur Erzielung der Phasenver-Schiebung eine Zahnradübersetzung nötig, die
sich nicht oder doch nur sehr schwierig so ausführen läßt, daß die Abstände der einzelnen
Bildpunkte die erforderliche Genauigkeit und Regelmäßigkeit erhalten.
Quadratische Blendenöffnungen, wie in Fig. 3 dargestellt, ergeben bei größerer Umfangsgeschwindigkeit
der Bildtrommel längliche Bildelemente. Um die Bildelemente in quadratischer Form zu erhalten, kann die in der Richtung
der tangentialen Bewegung der Trommel liegende Diagonale verkürzt werden, so daß die
Blendenöffnungen rautenförmig werden.
Statt mechanischer Blenden kann zur Unterbrechung der Lichtwirkung eine in den Weg des
Lichtbündelsgebrachte, entsprechend beeinflußte Kerrzelle (Caroluszelle) in Verbindung mit
Nicoischen Prismen verwendet werden. Dabei muß die Verdunklung hinreichend lange dauern,
damit ein Überdecken der belichteten Stellen im allgemeinen vermieden wird. Die Periodenzahl
muß ebenso wie bei der mechanischen Einrichtung in festem Verhältnis zur Bewegung
der Bildtrommel stehen, weil sonst Moirebildung unvermeidlich ist. Zur Steuerung der
Kerrzelle kann der Wechselstrom des beschriebenen, mit der Bildtrommel zwangsläufig gekuppelten
Wechselstromerzeugers dienen.
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Herstellung einer photomechanischen
Druckform (Rasterbild) mittels Bildtelegraphen oder ähnlicher Apparate, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem
Bildträger ein Wechselstromerzeuger verbunden ist, dessen Stromimpulse das bilderzeugende
Mittel (Lichtbündel) periodisch zur Wirkung kommen lassen mit einer Periodenzahl,
die zur Geschwindigkeit des Bildträgers in einem festen Verhältnis steht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Blenden, deren Bewegung
durch den Wechselstrom gesteuert wird und somit von der Bewegung des Lichtträgers abhängt
und die in gleichmäßigen Zwischenzeiten den das Bild erzeugenden Lichtstrahl
abblenden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch ein Übersetzungsverhältnis
für die Antriebsvorrichtung der Blenden gegenüber dem Bildträger derart, daß die Bewegung derselben von einer Zeile
zur andern in der Phase um die Hälfte des Zeitintervalls von einer Abblendung zur
andern verschoben wird.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch eine Kupplung zwischen dem
Bildträger und dem Wechselstromerzeuger, die den Stator derselben gegen den Rotor
bei einer Umdrehung der Bildtrommel um den einer halben Wechselstromperiode entsprechenden
Bruchteil des Rotorumfanges verdreht.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Antriebsvorrichtung
der schwingenden Blenden, die deren Schwingungsweite von den die Bildtönungen bestimmenden elektrischen Strömen (TeJegraphierströmen)
abhängig macht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE604393C true DE604393C (de) |
Family
ID=576043
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT604393D Active DE604393C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE604393C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE960693C (de) * | 1953-12-09 | 1957-03-28 | Lettergieterij Amsterdam Voorh | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Rasterbildes |
-
0
- DE DENDAT604393D patent/DE604393C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE960693C (de) * | 1953-12-09 | 1957-03-28 | Lettergieterij Amsterdam Voorh | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Rasterbildes |
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