Vorrichtung zur stufenweise erfolgenden Abstimmung von Geräten der
hochfrequenten Nächrichtenübermittlung Es sind bereits Geräte bekannt, deren Abstimmittel
stufenweise, und zwar nacheinander in zwei oder mehr Wählvorgängen mittels Grob-
und Feinstufen abgestimmt werden. Grundlegend können hierfür zwei Wege eingeschlagen
werden: Entweder die stufenweise Drehung von Drehkondensatoren mittels geeigneter
mechanischer Bewegungseinrichtungen oder andererseits die wahlweise Anschaltung
verschiedener Schwingkreise oder Schwingkreiselemente durch entsprechende Schalteinrichtungen.
Hierbei entstehen jedoch erhebliche Schwierigkeiten bezüglich der Abstimmelemente
in den einzelnen Stufen, wie dies folgende Überlegung zeigt: Gesetzt den Fall, die
V eräVderung der Grobstufen und Feinstufen erfolgt durch wahlweise zu einer festen
Induktivität zuschaltbare Kondensatoren verschiedener Kapazität, und der Abstand
der einzelnen Feinstufen voneinander soll io kHz betragen und in einer bestimmten
Grobstufe diese Frequenzänderung durch Zuschalten eines entsprechenden Feinstufenkondensators-
vorgenommen werden, so wird das Zuschalten dieses Kondensators in einer anderen
Grobstufe eine andere Frequenzänderung als io kHz ergeben, da sich die Gesamtkapazität
des Kreises prozentual um einen anderen Betrag ändert. Die Sachlage ist die gleiche,
wenn die Grobstufenabstimmung durch Einschaltung verschiedener Induktivitäten erfolgt.
Auch hier ergibt sich, daß bei kleiner Induktivität für eine bestimmte Frequenzänderung
eine andere Kapazitätsänderung erforderlich ist als bei größeren Induktivitäten.
Mit den bisher angegebenen Mitteln ist also die gestellte Aufgabe nicht zu lösen.
Bereits bekannte Methoden gehen so vor, daß man zur Verringerung der Anzahl anzuschaltender
Einzelkapazitäten durch Benutzung immer wieder der gleichen Feinstufenkondensatoren
zusätzlich zu den einzelnen Grobstufen dadurch zum Ziele gelangt, daß durch geeignete
Wahl der C- und L-Faktoren in allen Grobstufen durch Zuschaltung gleicher Feinstufenkapazität
die gleiche Frequenzänderung bewirkt- wird.
Nach der vorliegenden Erfindung wird diese Lösung auf anderem Wege
erreicht: Zweck dieser neuen Lösung ist die Vermeidung der vielen Einzelinduktivitäten,
deren Zahl in der erwähnten Anordnung der Zahl der Grobstufen entspricht. Nach der
vorliegenden Erfindung werden nur wenige umschaltbare Spulen benutzt, die den bisher
in der Radiotechnik üblichen Wellenbereich umfassen, und es wird dabei durch geeignete
konstruktive Ausbildung der Einzelkapazitäten und Zusammenfassung derselben zu einem
Kondensatorenaggregat dafür gesorgt, daß die Einschaltung der gewünschten Grobstufe
automatisch bzw. konstruktiv bedingt eine Kapazitätsänderung der Feinstufen im Sinne
der Funktion von Kapazitätsänderung
und Frequenzänderung bewirkt.
Die praktische Lösung dieser Aufgabe als Ausführungsform ist in Abb. i dargestellt.
Gegenüber einem Erdungsbeleg = sind eine Anzahl Belege in Form von Streifen 2 horizontal
angeordnet, welche die Kapazitäten der Grobstufen bilden. Über diesen wiederum befindet
sich eine Anzahl von in vertikalen Streifen angeordneten Belegen 3, welche die Feinstufen
darstellen. Die Grobstufenbelege 2 sind mit dem Wählschalter q. verbunden und können
durch ihn mit dem bei 5 schematisch angedeuteten Röhrenkreis verbunden werden. Die
Feinstufen können mit Hilfe des Wählerschalters 6 an Erde gelegt werden. Sie bilden
in diesem Falle eine zusätzliche Kapazität zu der durch = und 2 erzeugten Kapazität.
Es ergibt sich nun, daß je nach der angeschalteten Hauptkapazität, die durch die
Anzahl der angeschalteten Belege 2 gegeben wird, die von den Feinstufenbelegen überdeckte
Fläche der Grobstufenbelege stets in einem bestimmten Verhältnis zur angeschalteten
Grobstufenkapazität steht. Die so erhaltene Abhängigkeit kann nun noch durch besondere
Formgebung variiert werden, und es ist in Abb. 2 diejenige Form für die Grobstufenbelege
angedeutet, die sich bei der praktischen Durchrechnung für den Rundfunkwellenbereich
ergibt. In Abb. i und 2 sind die Stufen alle gleich breit gewählt, und es wird ein
Schalter benutzt, welcher für die steigende Kapazität entsprechend viele Stufenkondensatoren
parallel schaltet. Ebensogut denkbar wäre die Anordnung mit verschiedenen breiten
Stufenbelegen bei nur einem jeweils eingeschalteten Beleg. Zur Erreichung größerer
Kapazitätswerte können naturgemäß mehrere derartige Beleggruppen nach der Art eines
AZehrplattenkondensators zusammengebaut werden. Zur Erzielung eines ausreichenden
Abstimmbereichumfanges ist es, wie auch bei normalen Rundfunkempfängern, häufig
erforderlich und zur Vermeidung übergroßer Kapazitäten erwünscht, zwei oder mehr
Induktivitätsbereiche umschaltbar anzuordnen. Zur Vermeidung eines weiteren die
Übersichtlichkeit gefährdenden Umschalters wird daher nach der Erfindung so verfahren,
daß, wie aus der Abb.2 hervorgeht, mehrere Spulensätze durch die gleiche Wähleinrichtung,
welche die Anschaltung der Kondensatoren betätigt, angeschaltet werden. Eine besonders
zweckmäßige Anordnung ist in Abb. 2 gezeigt. Der Grobstufenwähler 7 besitzt eine
zweimal so große Anzahl Kontakte, als Grobstufenbelegungen vorhanden sind. Dabei
ist bei den gezeichneten sechs Belegen Kontakt i mit Kontakt 7, 2 mit $, 3 mit g
usw. verbunden. Dabei ist der Schalthebel so eingerichtet, daß er beim Durchlaufen
der Kontakte 7 bis 12 einen zweiten Kontakt 8 schließt, welcher wiederum einen Teil
der angeschalteten Spule kurzschließt, abschaltet o. dgl. Demnach werden beim Durchlaufen
von Köntakt =. bis 6 immer kleiner werdende Kapazitäten an die ganze Spule angeschaltet,
während bei Kontakt 7 ein Teil der Spule kurzgeschlossen und wieder die mit i verbundene
größte Kapazität angeschaltet wird usw. Durch geeignete Wahl der Induktivitäten
kann so ein lückenloser und durch Hinzuschalten weiterer Spulen beliebig großer
Wellenbereich erzielt werden. Im Rahmen der Erfindung sind auch andere Anordnungsformen,
soweit sie sich auf das Grundprinzip, nämlich konstruktiv bedingte Anpassung der
Feinstufenkapazität an die Grobstufenkapazität, beziehen. Bei der Anordnung einer
kontinuierlichen Feinkorrektur entsteht nun dadurch eine Schwierigkeit, daß dieselbe
je nach der angeschalteten, den Stufen eigentümlichen Gesamtkapazität einen verschiedenen
Endwert besitzen muß. Diese Schwierigkeit wird nach der Erfindung dadurch beseitigt,
daß eine zusätzliche Kapazitätsfläche, deren Anordnung im Ausführungsbeispiel entsprechend
eines Erdungsbeleges erfolgt, vorgesehen ist und über einen veränderlichen Kondensator
geeigneter Bemessung mehr oder weniger kapazitiv geerdet wird. Es leuchtet ohne
weiteres ein, daß die aus den beiden Kondensatoren resultierende Kapazität von den
angeschalteten Grob- und Feinstufen abhängig ist. Zur Schaltung der einzelnen Stufen
kann zweckmäßigerweise nach der Erfindung eine oder mehrere Wählscheiben, Druckknopfeinrichtung
oder eine äquivalente Vorrichtung angewendet werden, welche die Wählerschalter betätigt.