DE61134C - Verfahren zum Signalisiren mittelst musikalischer Töne - Google Patents

Verfahren zum Signalisiren mittelst musikalischer Töne

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DE61134C
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pipe
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W. B. CHALMERS in London
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    • GPHYSICS
    • G08SIGNALLING
    • G08BSIGNALLING SYSTEMS, e.g. PERSONAL CALLING SYSTEMS; ORDER TELEGRAPHS; ALARM SYSTEMS
    • G08B3/00Audible signalling systems, e.g. audible personal calling systems
    • G08B3/06Audible signalling systems, e.g. audible personal calling systems using hydraulic transmission; using pneumatic transmission

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Description

KAISERLICHES
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Signalisiren auf See und auf dem Lande mit Hülfe musikalischer Töne. . ; ' · ■
Für die Vorrichtung kommt die Thatsache, in Betracht, dafs in allen civilisirten Ländern der Welt die Eintheilung der musikalischen Töne in CDEFGAH und c bekannt ist, ebenso wie ihre Bezeichnung durch die Arifangs-■ buchstaben.
Auf beiliegender Zeichnung ist die Vorrichtung dargestellt. Fig. 1 und ia zeigen dieselbe in lothrechtem Schnitt, Fig. 2 stellt eine Abänderung der Vorrichtung dar und Fig. 3 eine Ansicht des Schallgebers. Die übrigen Figuren zeigen Einzelheiten der Ausführung.
Der Schallgeber bezw. die Schallrohre sind auf einem passenden Gestell A aufgestellt. Die Anzahl der Schallrohre B richtet sich nach der Anzahl der Töne, welche man erzeugen will. Ihre Anordnung auf dem Gestell ist aus Fig. 3 ersichtlich. Die unteren Theile B1 dieser Rohre bestehen aus Gufsmetall, z. B. aus Kanonenmetall oder Bronze; sie sind an ihrem unteren Ende verjüngt und in Oeffnungen eingesetzt, die im oberen Theil der Windlade A J, die auf dem Gestell A ruht, angeordnet sind. Sie werden durch Schraubenbolzen oder auf andere Weise auf der Windlade A1 festgehalten. Dieser untere Theil B1 ist in Fig. 4 in gföfserem Mafsstab und der obere Deckel B2 dieses Theiles B1 in Fig. 5 umgekehrt in Draufsicht dargestellt.
Der Deckel B2 ist in das obere Ende des Rohres B1 eingeschraubt und trägt ein Rohr Bs mit einer Zunge B4, welche letztere beiden zusammen eine Zungenstimme bilden. Das Rohr B3 ist mit Rücksicht auf eine leichte und genaue Einstellung bei der Herstellung in den Deckel B"1 eingeschraubt. Nach erfolgter Einstellung wird die Zunge B4 durch einen Keil B5 in ihrer Lage befestigt. Der Ton wird durch die Schwingungen der Zunge B4 erzeugt und diese Schwingungen können wieder durch ein Drucksfück B6 geregelt werden, welches die Zunge gegen das Rohr B3 drückt und an einer Schraube B7 befestigt ist, die durch den Deckel B2 hindurchragt und mit Hülfe einer Klemmschraube B8 in ihrer Stellung festgestellt wird. Nach Lösen der Schraube B8 kann die Schraube B7 und mit ihr das Druckstück B6 mit Hülfe eines Schraubenziehers höher oder niedriger gestellt werden. Die eigentlichen Schallrohre sind auf eine Warze B9 des Deckels B2 aufgeschraubt und ihr Mundstück ist trichterartig erweitert, wie dies Fig. 3 zeigt. Die Länge und Gröfse der Schallrohre richtet sich nach dem zu erzeugenden Ton. Um sie gegen das Wetter zu schützen, sind die Schallrohre von einer Haube C, Fig. 3, umgeben, die nach einer Seite hin offen ist.
Der Zutritt von Wind aus der Windlade zu den Rohren B B1 wird durch Ventile D abgeschlossen, welche durch Schraubenfedern auf., ihre Sitze geprefst werden. Die unteren Enden der Ventilspindeln sind auf besonderen Diaphragmen E befestigt, von denen eines in Fig. ι a im Querschnitt dargestellt ist. Unterhalb E befindet sich ein -Kanal F, der durch eine obere Oeffnung mit der Windlade A1 und durch eine untere Oeffnung mit der Atmosphäre
in Verbindung steht. Die beiden letzterwähnten Oeffhungen können durch ein Ventil G abwechselnd geöffnet und geschlossen werden. Die Spindel des Ventils G ist unten mit einem Knopf versehen, auf welchen ein Diaphragma H wirkt. Letzteres schliefst eine Kammer J ab, welche durch ein Rohr K von der Betätigungsvorrichtung aus mit Druckluft gespeist wird. Für jedes Schallrohr B sind die Theile DEFGHI und K besonders vorhanden.
Die Druckluft wird der Windlade A1 durch ein Rohr ä2 von einer beliebigen Quelle, Blasebalg, Luftpumpe, Compressor oder dergleichen zugeführt.
Bei der eben beschriebenen Einrichtung ist der Druck der Luft in dem Rohr K und in der Windlade A1 als gleich vorausgesetzt; wenn jedoch der Druck in A1 erheblich gröfser ist als in dem Rohr K bezw. in der dasselbe speisenden Bethä'tigungsvorrichtung, so ist die in . Fig. 2 dargestellte Abänderung erforderlich. Hier sind die Ventile D, welche die Zugänge zu den Stimmrohren B1 abschliefsen, anstatt mit einem Diaphragma E mit einem Kolben E verbunden, dessen Unterseite mit dem Kanal F in Verbindung steht. Die beiden Oeifnungen, welche F mit der Windlade A1 oder mit der Atmosphäre verbinden, werden wie vorhin durch ein Ventil G geöffnet und geschlossen. Die Spindel des Ventils G trägt unten einen Kolben H, der sich in einem Cylinder H1 bewegt. Das untere Ende dieses Cylinders H} steht durch eine Oeffnung mit einer Kammer H"1 in Verbindung, die zwei Oeffnungen hat, eine oben, die andere unten. Die obere Oeffnung mündet in die Windlade A1 und die untere in die Atmosphäre. Beide Oeffnungen werden geöffnet oder geschlossen durch ein Doppelsitzventil G1, dessen Spindel an ihrem unteren Ende einen Knopf trägt, der auf einem Diaphragma ruht, welches gleichbedeutend ist mit dem Diaphragma H, Fig. ia, und durch die Druckluft aus dem Rohr K in Thätigkeit gesetzt wird.
Die Schallrohre und die mit ihnen verbundenen Mechanismen werden von einem Griffbrett aus in Thätigkeit gesetzt, welches der Klarheit wegen für Zwecke dieser Beschreibung als »Probirer« bezeichnet ist, da es sowohl zum Probiren bezw. Aufsuchen der Töne, als auch um die Schallrohre in Thätigkeit zu setzen dient. Dieser Probirer und die Schallrohre können in beliebiger Entfernung von einander aufgestellt sein. Sie sind durch Rohre K von beliebigem Stoff mit einander verbunden, welche die Antriebe von einer Vorrichtung zur anderen übertragen, nämlich vom Probirer zu den Schallrohren.
Der Probirer ist in ein Gehäuse L eingeschlossen und enthält eine Windlade M, in welche Druckluft durch ein Rohr M1 eingeführt wird. Der Druck braucht nicht grofs zu sein. Die Windlade ist mit einem Doppelsitzventil N versehen, dessen Spindel iV1 mit dem einen Schenkel eines zweiarmigen Hebels O verbunden ist. Der andere Arm dieses Hebels ist mit einer Zugstange P verbunden, die in einem Arm P1 geführt wird und mit Oeffnungen P2P3 versehen ist. Die Oeffnung P2 dient zum ' Einlegen der Finger der Hand, während P3 zum Anhängen der Zugstange an einen Nagel bestimmt ist. Eine Feder Q wirkt auf das hintere Ende des Hebels O und hält das Ventil N in der niedrigsten Stellung. Eine solche Einrichtung ist für jeden Ton bezw. für jedes Schallrohr angeordnet.
Vor und hinter der Windlade M sind Schieber S1 und jR angebracht, welche eine Reihe von Kanälen i?1 abschliefsen, die, unter der Windlade M liegend, durch das Ventil N mit der Windlade M und der Atmosphäre in Verbindung stehen. Der Schieber R hat eine Anzahl von Oeffnungen, die den Kanälen R1 entsprechen und die Verbindung mit den Rohren K herstellen oder aufheben können (Fig. 6).
Der Schieber S besitzt eine doppelte Anzahl von Oeffnungen, so dafs, wenn er sich in der in Fig. 6 dargestellten Lage befindet und eines der Ventile N geöffnet ist, Druckluft aus M durch den betreffenden Kanal R1, Schieber S, Kanal R2, zurück durch Schieber 5 und durch Kanal R3 aufwärts in der Vorderwand von M zur Probirpfeife T strömt. In Fig. 7, welche eine Vorderansicht des Probirers darstellt, sind die Kanäle R3 durch punktirte Linien angegeben. Die Probirpfeifen T entsprechen in Anzahl und Tonhöhe genau den Schallrohren B. Die Schieber R und 5 werden durch Handhebel U verschoben. Der Schallgeber wird passend auf einem Drehtisch aufgestellt, um ihn nach jeder Richtung hin einstellen zu können.
Die Wirkung der Vorrichtung ist folgende. Vorausgesetzt, dafs der Schallgeber einen beliebigen Ton ausstofsen, und dafs die entsprechende Probirpfeife ebenfalls ansprechen soll, so werden die Schieber R und S geöffnet, wie in Fig. 1, 6 und 7 gezeichnet ist Der betreffende Beamte zieht dann diejenige Zugstange P abwärts, welche dem gewünschten Ton entspricht. Hierdurch wird das betreffende Ventil N gehoben und Druckluft strömt aus M durch die Kanäle R1 i?2 i?3 zur Pfeife T, während gleichzeitig Druckluft durch den Schieber R und Rohr K in die Kammer J strömt und das Diaphragma H und das Ventil G hebt. Letzteres schliefst die Verbindung des Kanals F nach der Windlade A1 hin und öffnet die Verbindung von F nach der Atmosphäre. Das Diaphragma E wird nunmehr durch den in A1 herrschenden Druck abwärts
gedrückt und das Ventil D dadurch geöffnet. Die in A1 befindliche Druckluft strömt nunmehr in die Stimme B1 und bringt dieselben zum Ertönen.
Wenn die Probirpfeifen T nicht ansprechen sollen, so braucht man nur den Schieber S, Fig. 6, mittelst des Hebels U nach rechts zu verschieben.
Wenn der Beamte von einem sich nähernden Schiff einen Ton hört und im Zweifel ist, welcher Ton es war, so schliefst er den Schieber R, läfst den Schieber S offen und kann durch Ansprechenlassen der Probirpfeifen sich denjenigen Ton heraussuchen, welcher dem vom Schiff gehörten entspricht. Die Probirpfeifen ertönen eben nur laut genug, um in der nächsten Nachbarschaft gehört zu werden.
Die Wirkung bei der Anordnung Fig. 2 ist etwas verschieden. Hier hebt zunächst der Druck in K das Ventil G1 und gestattet dadurch, dafs Druckluft aus A1 auf die Unterseite des Kolbens H wirkt. Infolge dessen wird das Ventil G gehoben, die Verbindung von F mit A1 unterbrochen und die Verbindung von F mit der Atmosphäre hergestellt; der in A1 herrschende Druck drückt den Kolben E abwärts und öffnet dadurch das Ventil D.
In Fig. 2 sind die Mechanismen doppelt gezeichnet, so dafs zwei Stimmen bezw. Töne zu gleicher Zeit ertönen. Es ist dies aber nicht immer nöthig und in gewöhnlichen Fällen ist die Anordnung so getroffen, dafs immer nur eine Stimme und eine Reihe von Ventilen in Thätigkeit gesetzt wird.
Man hat vorgeschlagen, eine Pfeife, auf welcher mehrere Töne erzeugt werden können, als Signalgeber zu verwenden, und es ist auch nicht neu, musikalische Töne für Signalzwecke zu verwenden.
Bei vorliegender Vorrichtung ist für jeden Ton eine besondere Pfeife angeordnet, da es für eine Erfindung wesentlich ist, dafs die von den verschiedenen signalisirenden Parteien benutzten Vorrichtungen genau übereinstimmen, d. h. denselben musikalischen Ton, ζ. Β. das C (540 Schwingungen in der Secunde) ertönen lassen. Bei einer Pfeife aber, die mehrere Töne erzeugen kann, sind diese Töne immer abhängig von dem Grundton der Pfeife, welcher bei der Herstellung der letzteren nicht mit Sicherheit angegeben werden kann. Andererseits bietet vorliegende Vorrichtung Vortheile gegenüber solchen, die nur einen einzigen Ton abgeben können. Man kann durch Auswahl des Tones stärkere oder schwächere Signale geben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das Verfahren zum Signalisiren auf See oder auf dem Lande mittelst musikalischer Töne, welche auf denselben Grundton gestimmt sind (diatonische Tonleiter) und durch Stimmen mit Schallrohren ausgestofsen werden, welche Stimmen in Verbindung stehen mit Probirpfeifen, welche dieselben Töne ertönen lassen, so dafs man mit Hülfe dieser Probirpfeifen einerseits den ausgestofsenen Signalton controliren und andererseits sich über einen antwortenden Signalton vergewissern kann.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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