DE612083C - Selbstanchspannendes Riemenscheibengetriebe - Google Patents
Selbstanchspannendes RiemenscheibengetriebeInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
13. APRIL 1935
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
1 KLASSE 47 h GRUPPE
Gustav Seifert in Berlin
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. Oktober 1930 ab
Bei selbstnachspannenden Riemenscheibengetrieben ist vielfach die aus einer oder mehreren
Hilfsscheiben bestehende Nachspannvorrichtung mit der auf einer Triebseite
sitzenden Hauptriemenscheibe fest oder auch federnd verbunden, so daß sich diese Teile
beim Nachspannen mit der Hauptscheibe gemeinsam bewegen, wobei eine Veränderung des Achsenabstandes der beiden Hauptscheiben
entsteht. Dies geschieht zum Beispiel, wenn die von der Hauptscheibe gedrehte oder
sie drehende Maschine selbst durch ihr Gewicht die Nachspannung bewirkt.
Diesen bekannten Einrichtungen ist die Beschränkung gemeinsam, daß sie ihre vorteilhafte
Wirkung nur in einer Drehrichtung zur Geltung bringen. Denn die durch die Nachspannvorrichtung·
erzeugte Riemenspannung ist je nach dem senkrechten Abstand der Riementrums vom gemeinsamen Drehpunkt
verschieden und hat daher nur für eine der beiden Drehrichtungen den erforderlichen
Wert. Erfindungsgemäß werden daher, um solchen Antrieben die gleich günstige Wirkungsweise
für beide Drehrichtungen zu geben, die senkrechten Abstände der beiden Riementrums vom gemeinsamen Drehpunkt
der Scheibengruppe einander gleich oder nahezu gleich gemacht oder mit anderen
Worten, es wird der gemeinsame Drehpunkt auf oder nahe der Linie angeordnet, die den
Winkel zwischen den zur andern Triebseite laufenden Riementrums halbiert.
Ein solches gemäß der Erfindung ausgeführtes Getriebe zeigt Abb. 1 der Zeichnung,
in der α und b die beiden Hauptscheiben sind, und zwar α diejenige, der eine Hilfsscheibeh
so zugeordnet ist, daß die Scheiben α und h gemeinsam um einen Drehpunkt d schwingen
können. Mit c ist hier eine mit der Scheibe a gekuppelte Maschine bezeichnet, die die
Scheibe b antreiben soll, und deren Gewicht die Nachspannung des Riemens bewirkt. Dadurch,
daß bei diesem Getriebe der Drehpunkt d der unteren Gruppe auf die Winkelhalbierende
zwischen den nach der Scheibe b hinüberführenden Riementrums gelegt ist
(vgl. die Winkelpfeile), sind die Lote?« und n, die von d auf diese Trums gefällt zu
denken sind, einander gleich. Das von der Maschine c erzeugte, um den Drehpunkt d
links herumdrehende Moment ergibt also, einerlei ob durch m oder durch η geteilt,
gleiche Zugkräfte in Richtung der beiden Riementrums, so daß gleiche Verhältnisse
vorliegen für beide Drehrichtungen.
Eine besonders vorteilhafte weitere Ausgestaltung des Getriebes ist dadurch gegeben,
daß, wie Abb. 2 zeigt, die durch Gleichheit der Hebelarme für beide Drehrichtungen
gleich wirksam beteiligte Hilfsscheibe h dadurch
zur Kraftübertragung mit herangezo-
gen wird, daß sie durch ein parallel geschaltetes Getriebe mit der Scheibe b gekuppelt
ist. Das Hilfsgetriebe ist in der Abb. 2 durch strichpunktierte Kreise angedeutet und kann
aus Zahn- oder Reibungsrädern bestehen. Die Buchstaben d und c haben hier die gleiche
Bedeutung wie in Abb. 1. Die Hebelarme sind hier ebenfalls gleich, der Hinweis darauf
ist aber in der Abbildung fortgelassen. Eine solche Anordnung eignet sich beispielsweise
für Zugbeleuchtungsmaschinen, da eine nicht unerhebliche Herabsetzung der Riemenvorspannung
auf diese Weise erreicht werden kann.
■ 15 Eine ebenfalls für Zugbeleuchtungsmaschinen
sich eignende weitere Ausführungsforni des Getriebes nach der Erfindung ist die, daß
die beiden Hauptscheiben des Getriebes einander im wesentlichen gleich groß gemacht
sind (Gleichheit der Drehzahl), während die Drehzahlumsetzung in der um den gemeinsamen
Drehpunkt schwingenden Scheibengruppe vor sich geht. Durch eine solche Anordnung
kann nämlich erreicht werden, daß z. B, bereits bei geringer Fahrgeschwindigkeit
des Zuges eine Lichtdynamo betrieben wird, da ausreichende Riemenreibung bei der getriebenen
Hauptscheibe vorhanden ist.
Bei großen Fahrgeschwindigkeiten kann entsprechend aus dem gleichen Grunde die
Lichtmaschine kleiner, also leichter ausgeführt sein. Ein solches Beispiel zeigt Abb. 3
der Zeichnung. Die Buchstaben d, tn und ti
sowie die Winkelpfeilbögen haben die gleiche Bedeutung wie in Abb. 1 im Zusammenhang
mit den Ausführungen zum Hauptanspruch. Im Gegensatz zu den Abb. 1 und 2 aber sitzt
hier die Maschine c, deren Gewichtswirkung durch eine Feder f unterstützt ist, frei drehbar
auf der Achse der Hilfsscheibe h, während die Hauptscheibe b auf einer besonderen
Achse sitzt, von der aus durch ein mit strichpunktierten Linien angedeutetes Zahnradgetriebe
die Drehzahl für die Maschine c heraufgesetzt wird. Hier wird also die Leistung
zuerst von der Scheibe α auf die Scheibe b, dann von b auf die Maschine c übertragen,
wobei die Drehzahlen von h und c verschieden sein können. Führt man im besonderen Fall
diese Anordnung so aus, daß die Scheibe h und da,s Zahnrad auf der Maschine c gleiche
Winkelgeschwindigkeit haben, so können auch beide gekuppelt werden, wobei dann zu der
eben beschriebenen Wirkung noch die zusätzliehe Übertragung tritt, die bei der Ausführung
nach Abb. 2 dargestellt ist.
Abb. 4 zeigt die vorbeschriebenen Merkmale an dem besonderen Beispiel einer. Werkzeugmaschine,
bei der ein schneilaufender Motor mit Drehzahlherabsetzung verwendet
wird, während in Abb. 3 eine Heraufsetzung veranschaulicht ist; alle Einzelheiten sind im
übrigen die gleichen wie zuvor. Der mit c bezeichnete Motor kann hier sowohl zuerst
über das Zahnrädergetriebe und danach über den Riementrieb, wie auch parallel über beide
auf die Hauptscheibe b arbeiten.
Die Abb. 5 und 6 sind Aufriß- und Grundrißdarstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels, bei dem die Hilfsscheibe h in fe-
dernder anstatt wie zuvor in fester Verbindung mit der Hauptscheibe b steht. Beide gehören
im übrigen wieder der gemeinsam um die Achse d schwingenden Gruppe an. Das
zusätzliche Hilfsgetriebe ist hier ein Keilgetriebe, wie Abb. 6 deutlich wiedergibt. Zur
Schaffung· des nötigen Anpreßdruckes ist die Achse der Scheibe b in Richtung auf h um ·
den Spielraum e federnd gleitbar angeordnet; mit f ist die nachstellbare Spannfeder bezeichnet;
die übrigen Buchstaben haben die gleiche Bedeutung wie in den früheren. Abbildungen.
Auch die hier dargestellte Ausführungsform . ist für Zugbeleuchtungsantriebe geeignet.
Das Merkmal der gleichen Spannung der beiden Riementrums ist auch dann vorhanden,
wenn der gemeinsame Drehpunkt für die Scheibengruppe nur angenähert auf der Winkelhalbierenden
zwischen den Riementrums liegt. Für besondere Grenzfälle kann die Schwingung der Scheibengruppe zu einer
geradlinigen Bewegung werden, z. B. wenn die Verbindungslinie der Hauptscheibenmittelpunkte
die Bewegungsbahn der symmetrisch dazu liegenden Scheibengruppe und damit zugleich
die Winkelhalbierende wird; für die an dieses Beispiel' zu knüpfenden Erwägungen
liegt dann der Drehpunkt d im Unendlichen.
Claims (3)
- Patentansprüche: 1o°i. Selbstnachspannendes Riemenscheibengetriebe "für beide Laufrichtungen, bei dem mit der auf einer Triebseite sitzenden Riemenscheibe eine oder mehrere Hilfsscheiben fest oder federnd verbunden sind, die sich beim Nachspannen mit ihr gemeinsam bewegen, dadurch gekennzeichnet, daß der gemeinsame Drehpunkt auf oder nahe der Linie liegt, die den Winkel tio zwischen den zur anderen Triebseite, führenden Riementrums halbiert, so daß die vom Drehpunkt auf die Riementrums gefällten Lote gleich oder nahezu gleich lang ■ sind.
- 2. Selbstnachspannendes Riemenscheibengetriebe nach Anspruch i, insbesondere für Zugbeleuchtungsmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß die Adhäsion des Riemens, an den Hilfsscheiben dadurch der Kraftübertragung nutzbar gemacht wird, daß die Hilfsscheiben selbst oderihre Tragzapfen, ζ. Β. durch ein parallel geschaltetes Zahnräder-, Reibungs- oder Keilriemengetriebe mit der zugeordneten Riemenscheibe bzw. ihrer Welle verbunden sind.
- 3. Selbstnachspannendes Riemenscheibengetriebe für beide Laufrichtungen nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptscheiben (a, b) der beiden "Triebseiten im wesentlichen drehzahlgleich laufen, während die Drehzahlumsetzung in der um einen gemeinsamen Drehpunkt schwingenden Scheibengruppe vor sich geht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE612083T | 1930-10-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE612083C true DE612083C (de) | 1935-04-13 |
Family
ID=6576342
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930612083D Expired DE612083C (de) | 1930-10-28 | 1930-10-28 | Selbstanchspannendes Riemenscheibengetriebe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE612083C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0036198A1 (de) * | 1980-03-14 | 1981-09-23 | Deere & Company | Kupplungsmässig steuerbarer Riementrieb |
| PL443202A1 (pl) * | 2022-12-20 | 2024-06-24 | Politechnika Koszalińska | Bezluzowa przekładania zębata |
-
1930
- 1930-10-28 DE DE1930612083D patent/DE612083C/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0036198A1 (de) * | 1980-03-14 | 1981-09-23 | Deere & Company | Kupplungsmässig steuerbarer Riementrieb |
| US4324552A (en) | 1980-03-14 | 1982-04-13 | Deere & Company | Belt drive system with clutch |
| PL443202A1 (pl) * | 2022-12-20 | 2024-06-24 | Politechnika Koszalińska | Bezluzowa przekładania zębata |
| PL248019B1 (pl) * | 2022-12-20 | 2025-10-06 | Politechnika Koszalinska | Bezluzowa przekładnia zębata |
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