DE614228C - Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Eisen und Stahl aus Erzen - Google Patents

Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Eisen und Stahl aus Erzen

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DE614228C
DE614228C DEB139759D DEB0139759D DE614228C DE 614228 C DE614228 C DE 614228C DE B139759 D DEB139759 D DE B139759D DE B0139759 D DEB0139759 D DE B0139759D DE 614228 C DE614228 C DE 614228C
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HANS KLUESER DIPL ING
MARIA FRANZISKA AUGUSTE BRACKE
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HANS KLUESER DIPL ING
MARIA FRANZISKA AUGUSTE BRACKE
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    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21BMANUFACTURE OF IRON OR STEEL
    • C21B11/00Making pig-iron other than in blast furnaces
    • C21B11/06Making pig-iron other than in blast furnaces in rotary kilns

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Description

  • Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Eisen und Stahl aus Erzen Es sind bereits eine ganze Reihe von Verfahren bekannt, die sich auf die unmittelbare Herstellung von Eisen und Stahl aus Erzen beziehen. Fast alle Verfahren dieser Art beschränken sich darauf, Eisenschwamm bei Temperaturen von goo bis tooo° herzustellen. Das eine oder andere Verfahren geht dann weiter und schmilzt den Eisenschwamm durch erhöhte Wärmezufuhr (vgl. hierzu die arrnerikanischen Patente 779 189, 707 638 und 802 493).
  • Alle diese Verfahren setzen voraus, daß die Erze granuliert und bei Temperaturen von unter rooo° reduziert werden. Bei derart niedrigen Temperaturen geht die Reduktion nur außerordentlich langsam vor sich, da erstens das Eisenoxyd bei solch niedrigen Temperaturen verhältnismäßig beständig ist und zweitens die Verwandtschaft von Kohlenstoff zu Sauerstoff bedeutend geringer ist als bei höheren Temperaturen. Es findet hier in der Hauptsache die indirekte Reduktion statt, d. h. die Reduktion geht über die Gasphase. Infolgedessen muß bei diesen Verfahren das Eisenerz in möglichst reiner Form vorhanden sein (vgl. hierzu D i c h m ann, »Der basische Herdofenprozeß«, S. i28). Andernfalls wird der Reduktionsvorgang außenordentlich @erschwert und das Verfahren undurchführbar oder mindestens unwirtschaftlich, insbesondere auch deshalb, weil bei der im Anschluß an die Reduktion vorgenommenen Schmelzung das an die Gangart chemisch gebundene Eisenoxyd in die Schlacke geht, d. h. also verloren ist. Soweit jene vorbekannten Verfahren mit Kohlenstaub als Brennstoff arbeiten, kommt noch hinzu, da.ß die entstehende Asche sich im Ofen auf dem Bade niederschlägt. Hierdurch wird nicht nur eine vergrößerte Schlackenmenge und Erschwerung der Schlackenführung hervorgerufen, sondern auch eine :unnötige "Schwefelaufnahme des Bades sowie eine große Isolierschicht, die einen erhöhten Wärmeaufwand bedingt. Aus all diesen Gründen haben sich jene vorbekannten Verfahren in der Praxis nicht einführen können: Es ist auch schon von Siemens vorgeschlagen, das Erz zunächst in einem Gasregenerativofen zu schmelzen und dann das geschmolzene Erz durch feste Kohle unter Zugabe von Luft zu reduzieren. Auch dieses Verfahren hat sich aber nicht durchsetzen können, weil es bestenfalls nur mit reinen Erzen möglich ist und auch leicht eine Rückoxydation eintritt schon durch die Luftzuführung.
  • Das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung arbeitet nun ähnlich wie beim Siemens-Verfahren in der Weise, _daß das Erz zunächst mit hoher Temperatur geschmolzen und dann runter Beifügung von Kohle reduziert wird. Im Gegensatz zu Siemens wird der Schmelz- und Reduziervorgang aber nicht in einem Gasregenerativofen vorgenommen, sondern in einem basisch ioder neutral ausgemauerten Trommelofen mit Kohlenstaubfeuerung, und zwar unter möglichst hoher Temperatur (im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Reduktionstrommelöfen). Sobald dann das Erz geschmolzen ist, wird die Kohlenstaubflamme mit einem überschuß an Kohlenstaub eingestellt und unter Zufügung von Stückkohle die Reduktion des geschmolzenen Erzes vorgenommen. Diese Redulz'tion, welche durch die hohe Temperatur wesentlich begünstigt wird, kann nur vorteilhaft so weit getrieben werden bzw. das sich bildende Eisen kann so weit mit Kohlenstoff angereichert werden, bis es etwa a 0;o Kohlenstoff enthält. Das hat zur Folge, daß der Eisengehalt der Schlacke sich entsprechend stark vermindert und somit die Wirtschaftlichkeit des ganzen Verfahrens wesentlich gesteigert wird, während bei den vorbekannten Verfahren ein großer Teil des Eisens mit der Schlacke verlorengeht.
  • In diesem Zusammenhang ist auch die Schlackenführung selbst von besonderer Wichtigkeit, und zwar wird zur Erzielung einer besseren Schlackenführung einerseits eine basische oder neutrale Ausmauerung des Ofens verwendet, weil bei sauerem Futter das niedergeschmolzene basische Eisenoxyd sich mit dem Futter verbinden und dadurch die gewünschte Reduktion vereiteln würde. Auch wird dafür Sorge getragen, daß ein Niederschlag von Verbrennungsrückständen der Feuerung auf dem Bade nach Möglichkeit vermieden wird. Zu diesem Zweck kann von teilhaft die Verbrennungsluft in an sich bekannter Weise mit so hohem Druck bzw. mit solcher Geschwindigkeit zugeführt werden, daß die entstehende Asche -im wesentlichen mit durch den Ofen hindurchgeblasen wird und sich nicht in diesem niederschlagen kann. Gleichzeitig wird durch Fernhaltung der Verbrennungsrückstände vom Bade erheblich an Schmelzwärme gespart sowie eine Beeinträchtigung des Schmelzgutes durch Schwefel o. dgl. vermieden.
  • Wie die Versuche efgeben haben, läßt sich nach diesem Verfahren auf wirtschaftliche und vorteilhafte Weise Eisen und Stahl von hervorragender Güte unmittelbar aus dem Erz herstellen, ebenso ist auf diese Weise auch eine vorteilhafte Herstellung von Ferrolegierungen, z. B. Ferromangan, möglich.
  • In der Literatur ist zwar bereits die Verwendung eines kohlenstaubgefeuerten Trommelofens in Verbindung mit einem Durchblasen der Asche empfohlen. Diese Empfehlung geschah jedoch ausschließlich zum Niederschmelzen von Gußeisen in einem Trommelofen mit saurer Ausmauerung. Soweit in jener älteren Literaturstelle von einer Reduktion gesprochen wird, handelt es sich lediglich um die in nur winziger Menge (o,oi o/Q) im flüssigen Eisen gelöst vorhandenen Eisenoxyde (Fe0) und deren Reduktion durch den ebenfalls im flüssigen Eisen gelösten Kohlenstoff. Es handelt sich also hierbei um einen Reduktionsvorgang anderer Art, wie er auch z. B. in einer gewöhnlichen Gießpfanne, in der das Eisen längere Zeit absteht, stattfindet und nicht zu vergleichen ist mit der vorliegenden Erfindung, bei. der fester bzw. gasförmiger Kohlenstoff auf freie Oxyde einwirkt.
  • Auf der Zeichnung ist ein zur Ausführung des Verfahrens bestimmter Ofen in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. i einen Längsschnitt durch den Ofen, Fig. z einen Querschnitt.
  • Unter Benutzung eines solchen Ofens kann das Verfahren im einzelnen beispielsweise wie folgt durchgeführt werden: Das Erz wird zusammen mit den erforderlichen Flußmitteln, wie Kalk, Flußspat usw., durch die öffnung a in den Ofen eingebracht. Letzterer besteht, wie an sich bekannt ist, im wesentlichen aus einer Blechtrommel b, die innen mit einem Futter aus feuerbeständiger Masse ausgekleidet- ist und auf Rollen c um ihre Längsachse drehbar gelagert ist. Die Drehbewegung kann durch eine Antriebswelle d unter Vermittlung einer der Rollen c bewirkt werden. In das eine Ende des Ofens mündet der Kohlenstaubbrenner, welcher aus einem inneren Rohr f unci einem äußeren Rohr g besteht, welche mit ihrem vorderen Ende die Brennerdüse bilden. In das innere Rohr/ wird durch die Leitung h Luft und durch die Leitung i der Kohlenstaub zugeführt. Das weitere Rohr g dient @ebenfalls zur Zuführung der Verbrennungsluft.
  • Die Abgase entweichen durch die öffnüng a, welche gleichzeitig zur Beschickung dient. Um die Beschickung des Ofens zu erleichtern, kann das Mundstück m zur Seite geklappt und dadurch die Beschickungsöffnung vergrößert werden.
  • Schließlich ist seitlich an der Trommelwandung noch eine Öffnung h für den Abstich und eine ebenfalls verschließbare öffnung o für den Abzug der Schlacke vorgesehen. Die ganze Länge des Ofens kann etwa 5 m betragen.
  • In dem beschtiebenen Trommelofen wird nun der aus Erz und Flußmittel bestehende Einsatz durch die im Ofen befindliche Kohlenstaubfl,amme niedergeschmolzen. Die Flamme braucht dabei nicht reduzierend zu wirken, sondern sie kann auch neutral sein oder mit Luftüberschuß arbeiten. Wichtig ist vielmehr, daß die Flamme eine recht große Hitze erzeugt, so daß das Erz möglichst schnell heruntergeschmolzen wird. Zur Erzielung einer möglichst hohen Temperatur kann zweckmäßig vorgewärmte Verbrennungsluft benutzt werden. Das verwandte Erz kann feinkörnig oder stüclfig sein, in jeder beliebigen Form im Gegensatz zu den bekannten Verfahren. Hierdurch werden die Separationskosten des Erzes gespart. Auch braucht das Erz nicht frei von Gangart zu sein. Es kann so gebraucht werden, wie es beim Erzbergbau entfällt. Auch der Hochofen kann Feinerze nicht in beliebiger Menge verarbeiten, sondern nur zu einem geringen Prozentsatz. Sollen Feinerze trotzdem im Hochofen Verwendung finden, so müssen sie agglomeriert oder brikettiert werden.
  • Sobald das Erz geschmolzen ist, wird die Flamme mit einem Kohlenstaubüberschußeingestellt und gleichzeitig Reduktionskohle in Form von Stückkohle dem Einsatz zugegeben. Zweckmäßig wird dabei eine Kohle genommen, die arm an Schwefel und Rückständen ist. Weiter ist es wichtig, durch @entsprechende Regelung des Winddruckes die Geschwindigkeit der Verbrennungsgase so einzustellen, daß die entstehende Asche im wesentlichen durch den Ofen durchgeblasen wird und sich nicht auf dem Schmelzbad niederschlagen kann. Die Schlackenmenge wird dadurch möglichst gering gehalten. Diese Schlacke sollte zweckmäßig nur aus der unvermeidlichen Gangart des Erzes bestehen, da eine Vergrößerung der Schlackenmenge auch eine Eisenverdünnung in der Schlacke mit sich bringt und somit die Reduktionswirkung erschwert.
  • Die Reduktion bzw. die Aufgabe von Kohle wird nun so, weit getrieben, daß sich das entstehende Eisen mit Kohlenstoff anreichert, z. B. auf etwa z %. Hierdurch wird mit Sicherheit erreicht, daß die Endschlacke praktisch eisenfrei geworden ist bzw. nur noch einen geringen Prozentsatz Eisen enthält, der jedenfalls unter 8 bis io % liegt und sich sogar auf 2 bis 40/6 herabdrücken läßt. Die praktische Durchführung des Verfahrens kann beispielsweise wie folgt geschehen: Es werden 6ookg Eisenerz mit 6o,5 % Fie = 363 kg Fe zusammen mit ioo kg Kalk eingeschmolzen. Dabei ergibt sich -ein Bad mit 5 i % Fe und i 8 % Si 02. Diesem Bade werden 75 kg Kohle zugegeben, welche mit dem Bad in Reaktion .treten, so daß sich nach etwa q.o Minuten eine eisenarme Schlacke mit Eiseneinschlüssen ergibt. Nach vorgenommenen Versuchen ergab die Analyse der Schlacken 140/0 Fe und 2o % Si02. Dann werden 3o kg Flußspat zugegeben und weitere 25 kg Kohle. Nach etwa einstündiger Blasdauer ergibt sich dann: 3q.okg Eisen mit 2,o2 % Kohlenstoff, Schlacke mit 4,8% Fe. Auf diese Weise erhält man aus dem Ofen ein kohlenstoffreiches Eisen, das gegebenenfalls auch andere Legierungsstoffe, wie z. B. Mangan, enthalten kann. Man kann aber auch .durch entsprechende Legierungszusätze und Frischwirkung jede andere Eisenart herstellen.
  • Wird z. B. ein Grauguß mit etwa 3,5 % Kohle, 2 % Silicium, o,6 % Mangan und o, i % Phosphor verlangt, so wird die Auf -kohlung des Eisenbades so weit getrieben, bis der verlangte Kohlenstoffgehalt von 3,5 % erreicht wird. Den Mangangehalt von o,6 erreicht man dann durch Zugabe von entsprechenden Mengen Manganerz oder Feiromangan. Um den Siliciumgehalt von 20/6 zu erreichen, gibt man die entsprechende Menge von Silicium in Gestalt von Ferrosilicum zu. Auf ähnliche Art erreicht man den Phosphorgehalt von o, i %.
  • Ebenso kann auf die gleiche Weise auch Temperguß hergestellt werden.
  • Wird ein weiches Flußeisen gewünscht, so wird dem kohlenstoffreichen Eisenbad wieder frisches Erz zugegeben, wodurch eine Oxydation der Legierungsbestandteile des Bades, z. B. Kohlenstoff, Mangan usw., herbeigeführt wird. Die Oxydation wird so weit getrieben, bis die verlangte Zusammensetzung des Eisens erreicht ist. Ebenso kann man auf dieselbe Art und Weise jeden legierten Stahl erzeugen.
  • Natürlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt, sondern es sind auch andere Ausführungen möglich. Insbesondere braucht nicht allein Erz zugegeben zu werden, sondern es kann auch ähnlich wie im Hochofen das Erz mit Schrott, Eisenbruch und anderen Beimengungen versehen werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur unmittelbaren Gewinnung von Eisen und seinen Legierungen. durch Reduktion geschmolzener Erze, dadurch gekennzeichnet, daß die Erze in einem 'basisch oder neutral ausgefütterten Trommelofen mit Kohlenstaubfeuerung geschmolzen und hierauf nach üblichem Zuschlag von Reduktionsmitteln, wie z. B. Kohle, unter dem Einfluß der Kohlenstaub$amme und unter möglichster Vermeidung von Verbrennungsrückständen der Feuerung auf dem Bade reduziert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein Eisen mit etwa 2% C erzeugt wird.
DEB139759D 1928-10-05 1928-10-05 Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Eisen und Stahl aus Erzen Expired DE614228C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE742800C (de) * 1939-07-19 1943-12-29 Sachtleben Ag Verfahren zur Gewinnung von fluessigem Eisen oder Eisenlegierungen durch Reduktion im Drehofen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE742800C (de) * 1939-07-19 1943-12-29 Sachtleben Ag Verfahren zur Gewinnung von fluessigem Eisen oder Eisenlegierungen durch Reduktion im Drehofen

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