DE618125C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hartmetallegierungen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hartmetallegierungen

Info

Publication number
DE618125C
DE618125C DEA62378D DEA0062378D DE618125C DE 618125 C DE618125 C DE 618125C DE A62378 D DEA62378 D DE A62378D DE A0062378 D DEA0062378 D DE A0062378D DE 618125 C DE618125 C DE 618125C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
capacitor
current
powder
sintering
electrical heating
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEA62378D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
AEG AG
Original Assignee
AEG AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by AEG AG filed Critical AEG AG
Application granted granted Critical
Publication of DE618125C publication Critical patent/DE618125C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22FWORKING METALLIC POWDER; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM METALLIC POWDER; MAKING METALLIC POWDER; APPARATUS OR DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR METALLIC POWDER
    • B22F3/00Manufacture of workpieces or articles from metallic powder characterised by the manner of compacting or sintering; Apparatus specially adapted therefor ; Presses and furnaces
    • B22F3/12Both compacting and sintering
    • B22F3/14Both compacting and sintering simultaneously

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Powder Metallurgy (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hartmetallegierungen Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zum gleichzeitigen Pressen und Sintern gepulverter Stoffe, insbesondere von gesinterten Hartmetallen, die aus etwa 97 bis 8o °/o Wolframcarbid und etwa 3 bis 20 °/o Hilfsmetall, wie Kobalt, bestehen. Das Verfahren gemäß der Erfindung wird vorzugsweise im Vakuum oder in einer Wasserstoffatmosphäre durchgeführt, wodurch jeglicheOxydation desPulvergemisches verhindert wird. Weiterhin wird das Pulvergemisch in einer kalten, aus einem elektrisch nichtleitenden Stoff hergestellten Form und nicht in einer erhitzten Kohlenstofform gepreßt. Eine kalte Form ist bedeutend fester als eine solche, die auf die zum Sintern notwendige Temperatur erhitzt wird, und ist daher auch fähig, größere Drücke auszuhalten als eine erhitzte Form. Es ist so durch die Verwendung einer kalten Form möglich, einen gesinterten Werkstoff von hervorragend dichter Struktur zu schaffen.
  • Erfindungsgemäß wird zur Verringerung des elektrischen Widerstandes der pulverförmigen Ausgangsstoffe vor dem Einschalten des elektrischen Heizstromes von niedriger Spannung ein vorzugsweise mit hoher Gleichspannung geladener Kondensator durch die Pulversäule hindurch entladen. Das neue Verfahren ermöglicht es, das Erhitzen und Pressen der gepulverten Stoffe in einer wesentlich kürzeren Zeit als bisher auszuführen, und man erhält an Stelle eines grobkörnigen Werkstoffes einen solchen von großer Festigkeit und feinkörniger Struktur. Auch bleiben infolge der kurzen Behandlungs- bzw. Einwirkungsdauer die Bestandteile der Preßform völlig getrennt von dem zu pressenden Werkstoff. Z. B. kann bei anderen Verfahren eine Kohlenstofform Kobalt aus dem Preßling oder ungesättigtes Wolframcarbid Kohlenstoff aus der Preßform aufnehmen, was bei dem Verfahren gemäß der Erfindung ausgeschlossen ist, da die Preßform die für .diese chemischen Umsetzungen erforderliche kritische Temperatur während des Prozesses nicht erreicht. Außerdem wird während der kurzen Preßdauer das Bindemetall, beispielsweise Kobalt, nicht ausgepreßt oder auf der Oberfläche des gepreßten Stoffes angesammelt; ebensowenig wird das Bindemetall in die Zwischenräume; die sich um den etwas lose sitzenden Pflock bilden, hineingepreßt, da die Wände derartiger Zwischenräume kalt sind und ein schmelzflüssiger oder plastischer Stoff schon in dem Augenblick des Eindringens in einen solchen Zwischenraum erstarren würde. Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens gegenüber dem Bekannten liegt darin, daß die Sintertemperatur der gepulverten Mischungen selbsttätig überwacht wird, so daß diese niemals überschritten werden kann, ganz unabhängig von den jeweiligen Anteilen der zum Pressen kommenden Ausgangsstoffe.
  • Im folgenden wird der Gegenstand der Erfindung an Hand der Zeichnung näher erläutert: Abb. i zeigt im Schnitt eine für die Ausführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung; Abb.2 zeigt einen Teil eines elektrisch nichtleitenden Rohres, in dem die gepulverten Ausgangsstoffe zu einem festen Körper geformt werden, während in ' Abb.3 ein elektrisches System dargestellt ist, durch das der Ström beim Pressen in geeignetem Zeitpunkt selbsttätig abgeschaltet wird.
  • In Abb. i ist mit i ein Behälter bezeichnet, der einen hohlen Glaszylinder2 einschließt und der .auf .einer flachen kreisförmigen Metallplatte 3 ruht. Der äußere untere und obere Teil des Zylinders 2 ist mit Metallringen 4 bzw. 6 versehen, die um den Zylinder 2 herumgelegt sind. Gleichzeitig ist der obere Ring 6 als Sitz für den Verschluß 7 ausgebildet, der aus zwei parallel angeordneten Metallplatten 8 und g besteht, die durch einen zylinderförmigen, biegsamen, gerippten Metallkörper io miteinander verbunden sind. Die obere Platte g hat eine kleinere Oberfläche als die Platte 8, so daß der Atmosphärendruck die Platte 8 auf den Ring 6 niederdrückt. Die Platte g ist beweglich und mit :einem abwärts gerichteten stabförmigen Teil i i versehen, der durch eine auf der Platte 8 angebrachte Führung 12 in den Behälter 2 hineinragt. Eine Reihe von verhältnismäßig kleinen kreisförmig angeordneten Öffnungen 13 sind in der Platte 8 vorgesehen, die um den Sockel der Führung 12 herumliegen und durch welche sich der Druck innerhalb ,des oberen rippenförmigen Raumes io und des Behälters 2 ausgleichen kann.
  • Die Bodenplatte 3 ist mit einer konzentrisch angebrachten Aussparung 14 versehen, die in der Verlängerung des stabförmigen Teiles ii liegt. In diese Aussparung 14 ist ein Pflock 15 eingelassen, in dem ein mit einem Gewinde versehener Teil 16 eingeschraubt ist. Am oberen Ende des Pflockes 15 sitzt ein abnehmbares Verlängerungsstück 17, und durch beide Teile erstreckt sich eine konzentrisch angeordnete Bohrung 18, die durch eine Kreuzbohrung i9 mit dem Inneren"des Behälters i verbunden ist. Durch ein Rohr 2o ist der Pflock 15 mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten evakuierenden Pumpe verbunden. Das Rohr 2o steht weiterhin durch eine Zweigleitung 21 mit dein Wasserstoffgasbehälter in Verbindung: Gemäß dem Verfahren wird das Rohr 22, das aus gewöhnlichem oder aus einem hochschmelzbaren Glas bestehen kann, teilweise mit den gepulverten Ausgangsstoffen; beispielsweise finit Wolframcarbid und Kobalt gefüllt. Das gepulverte Material wird zusammengepreßt durch -die beiden Kolben 23 und 24 aus Molybdän oder Stahl, die beiderseitig in das Rohr 22 hineinragen. Der stabförmige Teil ii und ,die Verlängerung 17, die genau in einer Richtung liegen, sind mit Ausnehmungen 25 und 26 versehen, in welche die Kolben 23 und 24 eingesetzt sind. Die Möglichkeit der Verwendung von Kolben aus Stahl oder einem ähnlichen Baustoff ergibt weitere Vorteile. Bisher war es nicht möglich, mit Stahlkolben iri einer Kohlenstofform gleichzeitig zu pressen und zu sintern, da Stahlkolben leicht unter solchen Arbeitsbedingungen schmelzen. Das gleichzeitige Erhitzen und Pressen ist hier jedoch von einer derart kurzen Dauer, daß die Stahlkolben gar nicht zum Schmelzen kommen können.
  • Um das Pulvergemisch auf die gewünschte Sinterungstemperatur zu erhitzen, wird ein elektrischer Strom über die Leiter 27 und 28, die am Pflock 15 bzw. am Teil 29 angebracht sind, der mit der Platte g verbunden ist, durch die Masse geschickt.
  • Für das Pressen des Pulvers reicht der beim Auspumpen wirksame Atmosphärendruck im allgemeinen aus. Der Druck kann nötigenfalls zusätzlich mittels eines zur Aufnahme von Gewichten ausgebildeten Hebels 30 erhöht werden, der an einem Ständer 31 angebracht und mit einem Teil 32 verbunden ist, dessen Fortsetzung 29 auf die Platte g drückt.
  • Bevor die gepulverten Stoffe 33 in das Rolir 22 eingebracht werden, werden sie in einer Kugelmühle gründlich gemahlen und verxnischt, dann im Rohr 22 durch die Kolben 23 und 24 leicht zusammengepreßt und hierauf wind das Ganze auf das Verlängerungsstück 17 gesetzt. Schließlich wird die Platte 8 mit dem stabförmigen Teil ii und dem Kolben 23, auf dem Ring 6 des Behälters angebracht, wie dies in-Abb. i gezeigt ist. Nach dem Einbringen des beschickten Rohres 22 wird der Behälter i zweckmäßig mit Wasserstoffgas durchgespült und hierauf mittels einer Pumpe, die an das Absäugrohr 2o angeschlossen ist, evakuiert.
  • Sobald der erwünschte Restdruck im Behälter erreicht ist, der durch ein Manometer 34 angezeigt wird, schließt man ein Ventil 35 am Absaugrohr 2o und schickt einen elektrischen Strom durch das Pulver 33. Die gepulverten Stoffe werden sehr rasch, fast augenblicklich, auf ihre Sinterungstemperatur erhitzt, gleichzeitig drückt der Stab ii durch den Üli.-rdruck der Atmosphäre auf das Pulver, und es entsteht so ein dichter und harter Werkstoff. Die Bewegung des Stempels i i nach abwärts ist nur ganz kurz; an ihrem Ende wird. der elektrische Strom beispielsweise durch ein mechanisches oder elektrisches Schaltwerk unterbrochen.
  • Bei der Herstellung eines solchen Werkstoffes ist die Temperatur genau zu regeln, damit die Ausgangsstoffe gerade auf ihre Sinterungstemperatur, nicht darunter oder darüber erhitzt werden.
  • Durch die Vorrichtung gemäß der Erfindung wird die Sinterungstemperatur ganz unabhängig von den jeweiligen Anteilen der in der Mischung vorhandenen Stoffe selbsttätig geregelt und eine Erwärmung der Mischung über diese Temperatur hinaus einwandfrei verhindert.
  • Bis zum Erreichen der Sinterungstemperatur wird. der Kolben 23 nach abwärts gedrückt und so das Pulver zu einem dichten Werkstoff mit verhältnismäßig geringem elektrischem Widerstand zusammengepreßt; denn es ist klar, daß das ursprünglich nur lose zusammenhängende Pulvergemisch einen sehr hohen elektrischen Widerstand, in seinem Endzustand aber, wo es zu einem festen und dichten Werkstoff zusammengepreßt ist, einen verhältnismäßig geringen elektrischen Widerstand hat. Das Ausspülen des Behälters i mit Wasserstoff, das darauffolgende Evakuieren und das Erhitzen des Pulvers auf die gewünschte Temperatur erfordert nur i bis 2 Minuten oder noch weniger und ist abhängig von der Größe des Behälters i. ,Nachdem der elektrische Strom unterbrochen ist, wird Wasserstoff durch den Behälter i geleitet und hierauf nach Abnahme der Platte 8 das Glasrohr 22 zusammen mit den Kolben 23 und 24 aus dem Behälter herausgenommen und das gepreßte Gemisch aus dem Rohr entfernt.
  • Obgleich vorzugsweise ein Glasrohr 22 zur Aufnahme des Gemisches verwendet wird, ist die Erfindung nicht nur auf derartige Rohre beschränkt. Es können ferner Rohre, wie etwa das. Rohr 36 in Abb. 2, verwendet werden, die aus Porzellan, Magnesium- oder Thoriumoxyd oder aus anderen geeigneten nichtleitenden Baustoffen bestehen. Dabei kann die in dem Rohr 36 für die Aufnahme des Ausgangsstoffes vorgesehene Aussparung von beliebiger Gestalt sein. Ein durchscheinender Baustoff für das Rohr, beispielsweise Glas oder Quarz, bietet den Vorteil, daß der Arbeitsgang beobachtet werden kann. Ein plastischer Baustoff, wie beispielsweise Porzellan, hat andererseits den großen Vorzug, daß sich die Aussparung beliebig, z. B. vier-oder dreieckig gestalten läßt. Es war bisher nicht möglich, erfolgreich ein gepulvertes Gemisch, wie z. B. Wolframcarbidkobalt, unter gleichzeitiger An@vendung von Drnck zu sintern, wenn das Material in einer Länge aufgeschichtet wurde, die wesentlich größer als der Durchmesser ist, da der Druck sich im Pulver nicht so gut wie hydraulischer Druck fortpflanzt.
  • Form und Kolben aus Kohlenstoff, die bisher beim gleichzeitigen Pressen und Sintern verwendet wurden, brechen unter dem zur Herstellung eines solchen Produktes erforderlichen Druck. Mit einer im wesentlichen kalten Form, wie sie erfindungsgemäß verwendet wird, ist es jedoch möglich, in der Längsrichtung zu pressen und gleichzeitig zu sintern, auch wenn diese bedeutend, größer ist als der Durchmesser.
  • Mitunter treten Schwierigkeiten auf, wenn man anfängt, einen Strom von einer Wechselstromquelle verhältnismäßig niederer Spannung durch das Pulver zu schicken, da der Anfangswiderstand des Pulvers verhältnismäßig hoch ist. Man kann diese Schwierigkeiten erfindungsgemäß leicht überwinden, indem man die Klemmen 27 und 28 mit einem geeigneten Kondensator 37 verbindet und zur Einleitung des Sinterungsvorganges den Kondensator sich über die Sintermasse entladen läßt. Dadurch wird der zur Sinterung erforderliche Arbeitsstrom rasch und sicher eingeleitet. Der Kondensator 37 ist angelegt an eine Gleichspannung 38 von beispielsweise 250o Volt über einen Widerstand 39 von beispielsweise 200 Ohm. Wenn man den Strom durch das Pulver schicken will, so wird ein Schalter 40 geschlossen und der Kondensator entlädt sich durch das Pulvergemisch. Hierauf wird der Schalter 40 geöffnet, so daß der Kondensator sich wieder auflädt. Die Entladung des Kondensators reduziert den Widerstand des Pulvers in dem'Rohr 22 so weit, daß beim Schließen des Schalters 41 und der dadurch bewirkten Verbindung der Klemmen 27 und 28 mit der Niederspannungsseite des Transformators, dessen Primärwicklung mit einer gewöhnlichen Wechselstromquelle verbunden ist, der Strom durch das Pulver fließt, und es auf die erwünschte Sinterungstemperatur erhitzt. Die Ausschaltung des elektrischen Stromes von der Hauptstromquellekann automatisch durch ein Uhrwerk oder einen Zeitschalter bewirkt werden. Wenn ein elektrischer Zeitschalter benutzt wird, so wird ein Schalter, der in Abb. i mit 43 bezeichnet ist, zweckmäßig am Ende des Hebels angeordnet.
  • Aus Abb. 3 geht hervor, daß der Schalter 43 einen Arm 44 besitzt, der am inneren Ende angelenkt ist und am äußeren Ende einen Anker 45 trägt, der mit Magneten 46 und. 47 (Abb. i) zusammenwirkt, die ihrerseits auf dem Hebelarm 30 angebracht sind. Der Anker 45 trägt zwei Kontakte 48, die mit einem Paar oberer Kontakte q.9 und 5o und einem Paar unterer Kontakte 51 und 52 zusammenwirken. Nötulät«vveise wird der Schaltarm 44 durch eine: scliwäche Magnetkraft in der in Abb.. i gezeigten Stellung gehalten, wobei die Kontakte 48 mit den Kontakten 49 und 5o in Verbindung stehen, wie in Abb. 3 angedeutet.
  • In dieser Stellung ist der Kondensator 53' negativ aufgeladen und eine Verbindung zwischen dem negativen Pol der Batterie 53 und dem Gitter 54 der Entladungsröhre 55 über die Kontakte 50 und 49 hergestellt. Die Entladungsröhre 5.5 wird bei der Anordnung hauptsächlich dazu benutzt, den Stromschluß durch das Pulver 33 eine ganz bestimmte Zeit lang aufrechtzuerhalten. Nachdem der Kondensator 37 entladen ist, wird der Schalter 4o geöffnet und der Schalter 41 geschlossen, wodurch die Sekundärwicklung des Transforma, tors 56 an die Klemmen 27 und 28 angeschlossen wird. Zur Schließung des primären Stromkreises des Transformators 56 wird ein von einem Relais betätigter Schalter 57 verwendet, der den Stromkreis einer Spule 58 schließt, wobei der Strom vom Leiter 59 über die Spule 58, die Schalter 57 und 6o zum Leiter 61: fließt. Durch die Erregung der Spule 58 wird das Relais dieser Spule betätigt und damit werden die Schalter 62 und 63 geschlossen, so daß die Primärwicklung des Transformators 56 über die Leitungen 59 und 64 an der Spannung des Netzes 42 liegt. Gleichzeitig wird ein Stromkreis für die Spule 58 geschlossen, und zwar über die Kontakte 65 und 66, den Schalter 6o und die Leitung 61. Wenn der Strom durch die Sekundärwicklung des Transformators 56 und das Pulver 33 fließt, wird dieses auf die Sinterungstemperatur erhitzt, es erweicht, und der Hebelarm 30 mit der Platte 9 senkt sich unter dem Überdruck der Atmosphäre. Infolge der Abwärtsbewegung des Stempels i i bewegt sich auch der Anker 45 der Schaltanordnung 43 nach abwärts, bis der Anker 45 den Magneten .17 berührt. Die Bewegung des Ankers,45 vom Magneten 45 zum Magneten 47 veranlaßt Loslösung der doppelten Kontakte 48 und der Kontakte49 und 5o, und sie veranlaßt Schluß der Kontakte 48 mit den Kontakten 5= und 52, die an die positive Seite der Batterie 53 angeschlossen sind. Dieser Vorgang hält den Strom durch das zusammengepreßte Pulver eine bestimmte Zeit lang aufrecht, nachdem der Kolben i i das Ende seiner Bahn erreicht hat. Dann wird der Strom durch die Spule 58 unterbrochen, wie nachstehend beschrieben.
  • Der Anker 45 bleibt in Berührung mit dem Magneten 47 und den Kontakten 5i, 52, bis er von Hand in die in Abb. i gezeigte Stellung zurückgebracht wird. Die Zeit, während der Strom auf den gepreßten Werkstoff zur Einwirkung gebracht wird, nachdem der Stempel i i das Ende der Bahn erreicht hat, ist durch Einstellung eines Widerstandes 67, der Kapazität des Kondensators 53' und der Charakteristik derEntladungsvorrichtung 55 bestimmt. Gewöhnlich ist der Kondensator bei 53' negativ geladen und das Gitter 54 mit dem negativen Pol .der Batterie 53 verbunden und sperrt durch sein großes negatives Potential den Arbeitsstrom durch das Entladungsgefäß 55, das die Aufrechterhaltung des Stromkreises der Spule 58 beeinflußt. Sobald der Schalter 48 außer Kontakt mit 49 und 5o und in Berührung mit 51 und 52 gebracht wird, wird das Gitter 54 an die positive Klemme der Batterie 53 über den regelbaren Widerstand 67 angeschlossen und dadurch dem Kondensator 53' eine positive Ladung erteilt. Das Entladungsgefäß 55 wird leitend, wenn die negative Ladung des Gitters auf einen bestimmten Wert gesenkt oder wenn eine positive Ladung dem Gitter aufgedrückt wird. Das Gitterpotential, bei dem noch Strom durchgelassen wird, hängt jeweils von der Konstruktion des Entladungsgefäßes und von dem verwendeten Anodenpotential ab.
  • Bei der Anordnung gemäß der Erfindung ist das Entladungsgefäß so bemessen, daß der Strom erst zu fließen anfängt, wenn die positive Ladung die negative Ladung des Kondensators 53' neutralisiert und ein positives Potential auf dem Gitter geschaffen hat. Dies tritt nach einer bestimmten Zeit ein, z. B. nach i Sekunde oler einem Bruchteil davon. Die Spule 68 ist dann erregt und öffnet den Stromkreis der Spule 58 durch Öffnen des Schalters 66. Wenn der Erregerstromkreis für die Spule 58 geöffnet ist, so ist der Stromkreis der Primärwicklung des Transformators 56 unterbrochen, und da die Schalter 62 und 63 geöffnet sind, hört ider Strom infolgedessen auf, durch das Preßgut zu fließen.
  • Ein so hergestellter Werkstoff besitzt eine Härte von 88 bis 9i nach der Rockwell-Skala C mit einer Belastung von 6o kg und eine Biegefestigkeit von etwa 25o kg/mm2.
  • Die für die Sinterung der gepulverten Ausgangsstoffe erforderliche Zeit beträgt nur etwa i Sekunde oder noch weniger. Infolge dieser sehr kurzen Hitzeeinwirkung und der Tatsache, daß im wesentlichen die ganze verwendete Energie zum Erhitzen des Pulvers gebraucht wird, ist praktisch kein Energieverlust durch Ausstrahlung o. dgl. vorhanden. Die bei dem vorliegenden Verfahren verwendete Energie und Zeit ist nur ein Bruchteil der bisher zum Sintern von gepulverten Stoffen, beispielsweise von Wolframcarbid mit einem Zusatzmetall, erforderlichen.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Hartmetallegierungen durch Sintern unter Druck im Vakuum mittels elektrischen Stromes, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verringerung des elektrischen Widerstandes der pulverförmigen Ausgangsstoffe vor dem Einschalten des elektrischen Heizstromes von niedriger Spannung ein vorzugsweise mit hoher Gleichspannung geladener Kondensator (37) durch die Pulversäule (33) hindurch entladen wird. .
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Heizstrom nach einer bestimmten, von der Einstellung eines Widerstandes (67), der Kapazität eines Kondensators (53') und der Charakteristik einer Entladungsröhre (55) abhängigen Zeit selbsttätig unterbrochen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Heizstrom von einem Schalter (43) unterbrochen wird, der nach Erreichung der Sintertemperatur und nach einem bestimmten Zusammendrückweg der pulverförmigen Ausgangsstoffe (33) betätigt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensatorentladung in das zu sinternde Pulvergemisch (33) mittels gleichzeitig als Preßstempel dienender Stahlkolben (23, 24) eingeleitet wird.
  5. 5. Preßform zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus nichtleitendem Stoff, vorzugsweise aus Glas oder Porzellan- besteht.
DEA62378D 1930-06-19 1931-06-20 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hartmetallegierungen Expired DE618125C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US618125XA 1930-06-19 1930-06-19

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE618125C true DE618125C (de) 1935-09-02

Family

ID=22038297

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEA62378D Expired DE618125C (de) 1930-06-19 1931-06-20 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hartmetallegierungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE618125C (de)

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE973807C (de) * 1942-04-19 1960-06-09 Beteiligungs & Patentverw Gmbh Verfahren zur Herstellung von harten und verschleissfesten Gebrauchsgegenstaenden
DE1179618B (de) * 1959-12-31 1964-10-15 Siemens Ag Verfahren zur Herstellung gesinterter Thermoelementschenkel
DE1292797B (de) * 1958-11-18 1969-04-17 Commissariat Energie Atomique Verfahren und Vorrichtung zum pulvermetallurgischen Herstellen von Metallkoerpern
EP0414419A3 (en) * 1989-08-22 1991-12-27 Isuzu Motors Limited Porous sintered body and method of manufacturing same

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE973807C (de) * 1942-04-19 1960-06-09 Beteiligungs & Patentverw Gmbh Verfahren zur Herstellung von harten und verschleissfesten Gebrauchsgegenstaenden
DE1292797B (de) * 1958-11-18 1969-04-17 Commissariat Energie Atomique Verfahren und Vorrichtung zum pulvermetallurgischen Herstellen von Metallkoerpern
DE1179618B (de) * 1959-12-31 1964-10-15 Siemens Ag Verfahren zur Herstellung gesinterter Thermoelementschenkel
EP0414419A3 (en) * 1989-08-22 1991-12-27 Isuzu Motors Limited Porous sintered body and method of manufacturing same

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE697903C (de) und zum Verschliessen einer Fluessigkeitsschaltkapsel
DE2914186C2 (de)
DE2652506A1 (de) Elektrische hochstromvorrichtungen
DE1464128A1 (de) Langgestreckte Bauelemente und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE19513790B4 (de) Verfahren zur Herstellung einer Vakuumschaltkammer
DE618125C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hartmetallegierungen
DE1963708A1 (de) Elektromagnetisch betaetigbare Vorrichtung,insbesondere Unterbrecher,Relais od.dgl.
DE1564011B2 (de) Elektrischer Schaltkontakt
DE2754547A1 (de) Vakuumschalter
DE2117211A1 (de) Elektrische Schaltung zur Steuerung der Bewegungen einer fahrbaren mechanischen Vorrichtung, beispielsweise eines Elektro-Paletthubwagens
DE1212191B (de) Unterbrechungseinrichtung fuer elektrische Schalter
DE345752C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formkoerpern
DE1690503A1 (de) Stroemungsschalter
DE1640137B1 (de) Elektrischer Schalter
DE2324317C2 (de) Elektrode für einen Vakuum-Leistungsschalter oder eine Vakuum-Funkenstrecke
DE1908785A1 (de) Vorrichtung zum Schuetzen eines gekapselten elektrischen Geraetes,z.B.eines Teiles einer gekapselten Schaltanlage
CH650100A5 (en) Gas-blast circuit breaker
DE1665254A1 (de) Pressgasschalter
DE1483719C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Verdichten stangen- oder rohrförmiger Werkstücke aus hochschmelzendem Metallpulver
AT100113B (de) Entladungsröhre.
DE1062494B (de) Verfahren zur Erzeugung von Schubbewegungen von Antriebskolben und Vorrichtungen zur Durchfuehrung des Verfahrens
DE1255814B (de) Elektromagnetische Schnell-Steuereinrichtung
DE1941800C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zum elektrischen Verbacken von Spulen aus Draht, der durch eine thermoplastische Auflage isoliert ist
DE528748C (de) Hilfskontakt fuer elektrische Schalter, der aus zwei an federnden Zuleitungen sitzenden aeusseren Kontaktkloetzen und aus einem zwischen diese eingefuehrten inneren Kontaktklotz besteht
DE1148301B (de) Vorrichtung zum Schliessen und/oder OEffnen von Stromkreisen, insbesondere bei hohen Stromstaerken