DE619295C - Verfahren zur Regelung der Temperatur bei Reaktionen in stroemenden Gemischen - Google Patents

Verfahren zur Regelung der Temperatur bei Reaktionen in stroemenden Gemischen

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DE619295C
DE619295C DEH119922D DEH0119922D DE619295C DE 619295 C DE619295 C DE 619295C DE H119922 D DEH119922 D DE H119922D DE H0119922 D DEH0119922 D DE H0119922D DE 619295 C DE619295 C DE 619295C
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    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J19/00Chemical, physical or physico-chemical processes in general; Their relevant apparatus
    • B01J19/24Stationary reactors without moving elements inside
    • B01J19/2415Tubular reactors
    • B01J19/2425Tubular reactors in parallel
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
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    • B01J2208/00008Controlling the process
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Description

  • Verfahren zur Regelung der Temperatur bei Reaktionen in strömenden Gemischen Es ist bekannt, bei der Ausführung von Reaktionen in strömenden Medien, insbesondere bei Reaktionen mit starker Wärmetönung, einen Temperaturausgleich mit Hilfe der zuzuführenden Stoffe auszuführen, z. B. nach dem Gegenstromprinzip oder durch Verlegen der Zuführungsrohre in den Reaktionsraum selbst. Diesen Verfahren haften verschiedene Nachteile an. Der Wärmeaustausch erfolgt vorzugsweise nahe der Eintrittsstelle des kalten Reaktionsgemisches in die innerhalb des eigentlichen Reaktionsraumes liegende Wärmeaustauschvorrichtung, weil dort das Temperaturgefälle am größten ist, während am Austritt des Reaktionsgemisches aus dem Wärmeaustauscher, also an der Eintrittsstelle in den Reaktionsraum infolge des dort vorhandenen sehr geringen Temperaturgefälles nur ein entsprechend geringerer Wärmeaustausch stattfindet. Infolgedessen kann die Temperierung des Reaktionsraumes keine gleichmäßige sein. Ein weiterer Nachteil dieser Verfahren ist die für jeden Apparat zwangsläufige Verknüpfung der Geschwindigkeit der zugeführten Stoffe im Reaktionsraum und im Wärtneaustauscher, die dadurch gegeben ist, daß die gesamte durch den Wärmeaustauscher geleitete Stoffnenge das Reaktionsgefäß durchströmt.
  • Nach der vorliegenden Erfindung werden diese Nachteile beseitigt, und zwar dadurch, daß das Reaktionsgefäß selber als Wärmeaustauscher ausgebildet wird, dessen einer Teil als Reaktionsraum dient, während durch den anderen Teil (Kreislaufraum) das Reaktionsgemisch in fortwährendem Kreislauf und Wärmeaustausch mit dem Gemisch im Reaktionsraum hindurchgeleitet wird, wobei ein Teil des Stoffgemisches dem Kreislauf entzogen und dem Reaktionsraum zugeführt wird, während eine entsprechende Menge von frischem Gemisch in den Kreislauf eingeführt wird. Da die im Kreislauf befindliche Stoffmenge von ihrem dem Reaktionsraum zuzuführenden Anteil unabhängig ist, ist es möglich, durch entsprechende Bemessung der Kreislaufgeschwindigkeit an allen Punkten des Wärmeaustauschers ein praktisch gleiches Temperaturgefälle zum Reaktionsraum und damit eine sehr vollkommene Temperaturregelung innerhalb desselben zu erzielen. Ein weiterer Vorteil ist dabei, daß infolge der vergrößerten Strömungsgeschwindigkeit der Stoffe im Wärmeaustauscher der Wärmeübergang bedeutend verbessert wird.
  • Die im Kreislauf geführten Stoffe werden in bekannter Weise außerhalb des Reaktionsgefäßes, je nachdem, ob die vorzunehmende Reaktion exotherm oder endotherm verläuft, durch eine Kühl- oder Heizvorrichtung geleitet.
  • Das Wesen der Erfindung wird durch folgende Beispiele und an Hand beiliegender Zeichnung erläutert: Beispiel I In einer Apparatur nach der Zeichnung wird Aceton aus Acetylen und Wasserdampf nach der Gleichung 2C2H2+3H2O = CH3COCH3 + CO2 + 2H2 + 80 Cal hergestellt. Durch das Rohr 10 werden stündlich 100 cbm Acetylen und I000 cbm Wasserdampf in die Apparatur eingeleitet. Im Umleitungsrohr 3 trifft das eintretende Gas mit dem umgewälzten zusammen und wird durch die Pumpe 6 und durch die Leitung 5 bzw. 4 dem eigentlichen Reaktionsgefäß zugeführt, wo es durch die Rohre 2 strömt. Bei 7 werden 1100 cbm Gasgemisch stündlich abge zweigt, die durch die Katalysatorräume 1 strömen, während die zehnfache Menge, d. h.
  • II 000 cbm stündlich durch die Leitung 3 wieder dem Umlauf zugeführt wird. Das umgewälzte Gasgemisch verläßt den Kühler 11 mit einer Temperaturvon 405°, mischt sich mit dem 120° warmen Frischgas und erreicht die Katalysatorrohre mit einer Temperatur von 370°, diebeim Entlangstreichen längs derRohre auf etwa 4250 steigt. Das umgesetzte Reaktionsgemisch werläßt den Katalysatorraum bei 8 durch die Leitung 9 mit einer Temperatur von durchschnittlich 4500. Bei Anw, endung eines Kontaktes, der aus mit Zinkoxyd imprägniertem oxydiertem Eisenschwamm besteht, beträgt die Ausbeute an Aceton 85 % der Theorie, bezogen auf angewandtes, und 90 %, hezogen auf umgesetztes Acetylen.
  • Beispiel 2 In einer Apparatur, die im Beispiel I jedoch mit dem Unterschied, daß 11 eine Heizvorrichtung darstellt, beschrieben - ist, wird Aceton aus Äthylalkohol und Wasserdampf nach der Gleichung 2C2H5OH + H2O = CH2COCH3 + CO2 + 4H2 - 20 Cal hergestellt. Es werden stündlich 350 kg eines Dampfgemisches, das durch Verdampfen yon 30 Obigem Äthylallcohol erhalten wind, blei einer Temperatur von I300 zugeführt. Umgewälzt wird die sechsfache Menge, d. h.
  • 2I00 kg stündlich. Das Dampfgemisch erreicht den Reaktionsraum mit einer Temperatur von 5000. Beim Entlangstreichen längs der Katalysatorrohre sinkt die Temperatur bis auf 480°. Das umgesetzte Reaktionsgemisch verläßt den Kontaktraum mit einer Temperatur von 4500 C. Das umlaufende -Dampfgemisch wird zusammen mit dem frischen Gas durch die Heizvorrichtung geleitet, die es auf 500° erwärmt. Die Ausbeute beträgt bei Anwendung eines Katalysators, der aus mit Calciumoxyd imprägniertem angerostetem Eisenschwamm besteht, 83 Olo der Theorie, bezogen auf angewandten Äthylalkohol. 8 01o des Alkohols werden unverändert wiedergewonnen.
  • Es lassen sich natürlich auch andere Ausführungsformen der Erfindung denken. Die zuzuführenden Stoffe können statt in geraden Rohren z. B. spiralförmig durch den Reaktionsraum geleitet oder konzentrisch um die Reaktionsrohre herumgeführt werden im Gegenstrom oder im Gleichstrom mit den durch den Reaktionsraum strömenden Stoffen.
  • Das Verfahren beschränkt sich nicht auf Gasreaktionen, sondern es lassen sich in ähnlichen Apparaturen auch Reaktionen zwischen flüssigen Stoffen oder zwischen Flüssigkeiten und Gasen ausführen.
  • Mit besonderem Vorteil wird- die vorliegende Erfindung bei stark exothermen oder stark endothermen Reaktionen angewendet oder abler bei sehr temperaturerupfind lichen Reaktionen, bei denen eine sehr genaue Innehaltung der Temperatur erforderlich ist.
  • In der englischen Patentschrift 268 72I wird ein Verfahren zur Durchführung von exothermen Gasreaktionen unter Druck und bei hoher Temperatur beschrieben, bei dem das Ausgangsgemisch im Kreislauf um die Wandungen des Reaktionsgefäßes geführt wird, wobei ein beliebig zu bemessender Anteil des Gemisches dem Kreislauf entzogen und dem Reaktionsraum zugeführt und andererseits Frischgas dem Kreislauf wieder beigemischt wird. In den Kreislauf ist ferner eine Kühlvorrichtung eingeschaltet, um dem Gas diejenige Wärme zu entziehen, die infolge der exothermen Reaktion von dem Reaktionsgefäß beim Entlangstreichen an den Wandungen abgegeben wird. Indessen hat man solche Vorrichtungen bisher nicht in dem Sinne ausgebaut, daß die Reaktionswärme in beliebig weitgehendem Umfange an das um das Reaktionsgefäß geführte Ausgangsgemisch abgegeben werden kann. Man hat im Gegenteil nach der angeführten Patentschrift das Reaktionsgefäß mit einer wärmeisolierenden Wand umgeben, um den Durchgang der Wärme möglichst zu unterbinden und zu verhindern, daß Wärme durch die zirkulierende Gas schicht hindurch an die gegen Erwärmung empfindlichen drucktragenden äußeren Wandungen der Vorrichtung gelangen. Erst reeht nicht hat man erkannt, daß ein solcher Kreislauf, wenn man nur einen hinreiehenden Wärmeaustausch zwischen dem umlaufenden Gas und den Wänden des Reaktionsgefißes ermöglicht, dazu dienen kann, auch endotherme Reaktionen durch Zuführung von Wärme bei gut konstanten T, emperaturen in Gang zu halten. Im Gegensatz zu dem bekannten Vorschlag zeichnet sich die Anordnung gemäß der Erfindung dadurch aus, daß wärmeisolierende Schichten zwischen Reaktionsgefäß und umspülendem Gas ganz vermieden werden und daß im Gegenteil die Oberfläche des Reaktionsgefäßes unter gleichzeitiger Verwendung gut wärmedurchlässiger Materialien, z. B. durch Verteilung des Katalysators auf eine größere Zahl von Rohren, so weitgehend vergrößert wird, daß der Wärmeaustausch mit dem umlaufenden Ausgangsgemisch in beliebigem Umfange durchgeführt werden kann, z. B. also auch der entsprechend große Wärmeüberschuß stark exothermer Reaktionen, zweckmäßig unter Einschaltung einer Kühlvorrichtung in den Gaskreislauf, vollständig abgeführt oder der Wärmebedarf stark endothermer Reaktionen durch Einschaltung einer Heizvorrichtung in den Kreislauf vollständig befriedigt werden kann.

Claims (1)

  1. P A T E N T A N S P R U C H : Verfahren zur Regelung der Temperatur im Reaktionsraum bei Reaktionen in strömenden Gemischen durch Kreislauf des der Reaktion zuzuführenden Gemisches entlang den Wänden des eigentlichen Reaktionsgefäßes, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsgefäß als Wärmeaustauscher ausgebildet wird, dessen einer Teil als Reaktionsraum dient, während durch den andern Teil das Reaktionsgemisch vor der Reaktion in fortwährendem Kreislauf und in Wärmeaustausch mit dem Gemisch im Reaktionsraum hindurchgeleitet wird, gegebenenfalls unter Einschaltung einer Kühl- oder Heizvorrichtung in den Kreislauf, wobei jeweils ein beliebig zu bemessender Anteil des Gemisches aus dem Kreislauf heraus dem Reaktionsraum zugeführt und eine entsprechende Menge von frischem Gemisch in den Kreislauf wieder eingeführt wird.
    ~ganvungsblatt zur Patentschrift G19 295 Klasse 12 g Gruppe 1/01 Vom Patentsucher ist als der Erfinder angegeben warden: DrOWalter Pohl in FranL-furt a0M
DEH119922D 1929-01-19 1929-01-19 Verfahren zur Regelung der Temperatur bei Reaktionen in stroemenden Gemischen Expired DE619295C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1000791B (de) * 1954-12-28 1957-01-17 Degussa Heizofen mit keramischen Reaktionsrohren zur Durchfuehrung endothermer Gasreaktionen, insbesondere zur Gewinnung von Blausaeure aus Methan und Ammoniak
DE973995C (de) * 1951-08-03 1960-08-11 Metallgesellschaft Ag Verfahren zur Ausnutzung der Reaktionswaerme bei der Synthese von Ammoniak oder bei anderen katalytischen Gasreaktionen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE973995C (de) * 1951-08-03 1960-08-11 Metallgesellschaft Ag Verfahren zur Ausnutzung der Reaktionswaerme bei der Synthese von Ammoniak oder bei anderen katalytischen Gasreaktionen
DE1000791B (de) * 1954-12-28 1957-01-17 Degussa Heizofen mit keramischen Reaktionsrohren zur Durchfuehrung endothermer Gasreaktionen, insbesondere zur Gewinnung von Blausaeure aus Methan und Ammoniak

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