-
Wiegevorrichtung für mehrteilige Filterapparate, insbesondere für
Kaffeebrühapparate Für verschiedene Zwecke, insbesondere als Kaffeebrühapparate,
beispielsweise für Großgaststätten, Krankenhäuser, Anstalten usw., finden Filterapparate
Verwendung, welche im wesentlichen aus einem Vorratsbehälter und einem auf diesen
aufsetzbaren Filtertopf bestehen, zwischen denen das Filtersieb angeordnet ist.
Die zu filtrierende Flüssigkeit wird in den Filtertopf geleitet und tropft durch
das Filtersieb in den Sammelbehälter, dessen jeweiliger Inhalt leicht mittels eines
Standglases festgestellt werden kann. Natürlich darf dem Filtertopf nicht mehr Flüssigkeit
zugeführt werden, als der Sammelbehälter aufnehmen kann, da dieser sonst überlaufen
würde. Auch ist es in manohen Fällen wünschenswert, nur ein abgemessenes, geringeres
Flüssigkeitsquantum zu filtrieren, so beispielsweise, wenn m einer Kaffeehrühmaschine
ein kleineres Quantum Kaffee hergestellt werden soll, als ihrem Fassungsvermögen
entspricht. Aus diesem Grunde ist eine Vorrichtung erforderlich, die es ermöglicht,
die dem Filterapparat zugeführte Flüssigkeitsmenge 'abzumessen.
-
Die Abmessung der dem Filter zuzuführenden Flüssigkeitsmenge erfolgte
bisher vor Beginn des eigentlichen Filtrierprozesses. Zu diesem Zweck wurde oberhalb
des Filters ein mit Standglas und Absperrhahn versehenes Meßgefäß angeordnet, dessen
Größe so gewählt werden mußte, daß es die gleiche Flüssigkeitsmenge in sich aufnehmen
konnte wie der Sammelbehälter. Dieses Gefäß wurde bei Inbetriebsetzung des Filterapparates
zuerst mit der .gewünschten Flüssigkeitsmenge gefüllt. Erst dann wurde der Absperrhahn
geöffnet und die in dem Meßgefäß biefindliche Flüssigkeit dem Filter zugeleitet,
so daß der Filtriervorgang beginnen konnte. Das Meßgefäß war entweder besonders
auf den Filtertopf aufgesetzt, oder der Filtertopf selbst wurde entsprechend groß
gehalten und durch Anbringung von Standglas und Absperrhahn als Meßgefäß ausgestaltet.
Infolge der notwendigen Größe des Meßgefäßes bzw. des Filtertopfes war der Raumbedarf
einer solchen Anlage verhältnismäßig groß. Auch wurde der Apparat dadurch verteuert,
daß die Herstellung des Meßgefäßes bzw. des Filtertopfes verhältnismäßig viel Material
erforderte und Absperrhähne zwischen Meßgefäß und Filteranlage bzw. zwischen Filtertopf
und Vorratsbehälter eingebaut werden mußten.
-
Alle diese Übelstände werden erfindungsgemäß durch die Verwendung
einer Vorrichtung vermieden, bei der die während des Filtervorganges in dem mehrteiligen
Filterapparat enthaltene Gesamtflüssigkeitsmenge dadurch gewichtsmäßig ermittelt
wird, daß der den Filteraufsatz tragende Sammelbehälter mit einer gewichtsanzeigenden
Vorrichtung vereinigt ist. Vorrichtungen zur mengenmäßigen Ermittlung eines Gefäßinhalts
durch Wiegevorrichtungen sind bei Einzelbehältern allerdings bereits bekannt. Während
aber bei den bekannten Vorrichtungen, bei denen man
das Gefäß.
auf- eine Wiegavorrichtungeinwirken läßt, um seinen Inhalt zu bestimmen, von der
Anzeigevorrichtung .des Wiegeapparates jeweils der Inhalt des unmittelbar auf die
Wägevorrichtung wirkenden Gefäßes und nur dieser abgelesen werden kann, dient die
Druckmessung bei mehrteiligen Filterapparaten gerade dazu, um festzustellen, welche
Flüssigkeitsmengen sich jeweils in allen Teilen. des Filterapparates zusammen befinden,
um so jederzeit übersehen zu können, inwieweit die gesamte, dem mehrteiligen Apparat
zugeführte Flüssigkeitsmenge nach Beendigung des Filtervorganges ausreichen wird,
um den unteren Filtertopf vollkommen oder bis zu einem gewissen gewünschten Grade
zu füllen.
-
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht,
und zwar zeigt . Abb. i einen Kaffeebrühapparat mit einer Wiegevorrichtung gemäß
der Erfindung, während Abb. z den unteren Teil eines ähnlichen Kaffeebrühapparates
mit einer anderen, gleichfalls der Erfindung entsprechenden Wiegevorrichtung darstellt.
-
In Abb. i bedeutet a einen doppelwandigen Vorratsbehälter mit Standglas
f. Auf den Vorratsbehälter a ist der Filtertopf oder Brühtopf b aufgesetzt, in welchem
sich unten die Kaffeesiebe c und oben z@veckm3Bigenveise ein Wasserverteilungssiebd
befinden. Der Behälter a ruht auf Füßen g; einer dieser Füße ist auf eine Pfanne
i aufgesetzt, welche federnd aufgehängt ist. Zweckmäßigerweise erfolgt die -Aufhängung
mittels einer Zugfeder h, die den Vorzug :einer reibungsfreien Führung hat. An der
Wand des Behälters a ist ein Anzeigegerät k starr angebracht. Der Zeiger z des Instrumentes
k wird durch ein mit einer Einstellvorrichtung m versehenes Gestänge
L gesteuert, das sich fest auf eine Grundplatte r abstützt. Anschläge .n
begrenzen den Neigungswinkel des Vorratsbehälters a.
-
Die Arbeitsweise des in der Abb. i dargestellten Apparates ist die
folgende: Nachdem auf den leeren Vorratsbehälter a der Brühtopf b mit den Sieben
c und d und dem auf den Siebboden c des Brühtopfes b eingefüllten Kaffeemehl
_ aufgesetzt ist, wird das Wiegegerät mittels der Einstellvorrichtung m so justiert,
daß der Zeiger z seine Nullstellung einnimmt. Wird nun der Heißwasserzulauf geöffnet,
so belastet die ganze zugeführte Wassermenge das Gefäß a und übt durch den Fuß g
auf die Pfanne! einen allmählich steigenden Druckaus, unter dem sich die Pfanne
i entgegen der Zugwirkung der Feder k langsam senkt; infolgedessen neigt sich der
ganze Apparat um einige Grade, so daß sich das mit der Apparatwand fest verbundene
Anzeigeinstrument k gegen das auf die Grundplatte r abgestützte Gestänge
L bewegt und der Zeiger z auf der Skala wandert. D.äs Zifferblatt wird so
geeicht, daß jeder Grad einer bestimmten Wassermenge in beiden Behältern zusammen
entspricht. Selbstverständlich müssen die Federkraft der Feder lt und . die Übersetzung
der Anzeig,evorrichtung k; L .so gewählt werden, daß die Neigung des Vorratsbehälters
a nur ganz gering ist und keinerlei unerwünschte Nebenerscheinungen zur Folge hat.
Ein zu starkes Schwanken des Apparates infolge unsachgemäßer Behandlung wird durch
die Anschläge tt verhindert, an deren Stelle natürlich auch eine beliebig andere
Begrenzungs- oder Dämpfungsvorrichtung 'treten kann.
-
Man kann auch anstatt der an der Feder lt aufgehängten Pfanne i andere
Mittel zur Messung und Übertragung .des Gewichtsdruckes der im Apparat befindlichen
Wassermenge vorsehen. Beispielsweise wirkt gemäß dem in Abb. z gezeigten Ausführungsbeispiel
der eine Fuß g des Brühapparates auf eine kleine hydraulische Meßdose o, welche
in an sich bekannter Weise durch eine Rohrleitung p mit einem Druckanzeiger g in
Verbindung steht. Die Wirkungsweise des Gerätes wird durch diese Abänderung grundsätzlich
nicht verändert.
-
Das Anzeigeinstrument k bzw. g kann beispielsweise auch mit Kontakten
versehen werden, welche ein optisches oder akustisches Signal betätigen, um das
Bedienungspersonal darauf aufmerksam zu machen, daß die Wasserzuführung abzustellen
ist. Auch kann eine automatische Abstellung der Wasserzuführung vorgesehen werden.
-
Wenn nach beendetem Brühvorgang der Brühtopf b abgenommen und der
Vorratsbehälter a mit einem Deckel verschlossen wird, wird zur Anzeige des Inhaltes
des Vorratsbehälters a natürlich nur das Standglas f benutzt.