DE635529C - Biegsamer Bremsbelag in Rollenform fuer Kraftfahrzeuge - Google Patents
Biegsamer Bremsbelag in Rollenform fuer KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Anforderungen, die an moderne Bremsbeläge für Kraftfahrzeuge zu stellen
sind, nämlich hohe Festigkeit, dichtes nichtblätteriges Gefüge, lange Lebensdauer und
dauernd gleichbleibender Reibungskoeffizient, werden weitaus am besten von den formgepreßten
Belägen erfüllt, die aus einem plastischen Gemisch von unverwebten Asbestfasern und einem härtbaren Bindemittel durch Pressen
und Härten in einer Form erhalten werden. Ihr einziger, aber empfindlicher Nachteil
besteht darin, daß sie praktisch völlig unbiegsam sind und deshalb von vornherein
den Durchmesser des Bremsgliedes aufweisen müssen, für das sie bestimmt sind. Da
nun die Bremstrommeln der Kraftfahrzeuge die verschiedensten Durchmesser von etwa
250 bis etwa 450 mm aufweisen, ist in Autoreparaturwerkstätten u. dgl. eine bedeutende
Lagerhaltung erforderlich, die nicht nur beträchtliches Kapital festlegt, sondern auch
die Gefahr von Verlusten durch Altern und Veralten der Beläge mit sich bringt.
Aus diesen Gründen stehen heute noch die sog. Bremsbänder in erheblichem Maße in
Verwendung, die in der Regel ein Gewebe aus Asbestfasern mit oder ohne Metalldrahtseele
darstellen und mehr oder minder vollkommen faltbar sind, so daß sie um Bremsglieder
von verschiedenstem Diirchmesser herumgelegt
werden können. Die erforderliche Lagerhaltung beschränkt sich dadurch auf eine einzige Bremsbandrolle, von der Stücke
der gewünschten Länge bei Bedarf abgeschnitten werden, allein die mechanischen und bremstechnischen Eigenschaften sind bei
weitem nicht so günstig wie die der obengenannten formgepreßten Beläge.
Man hat deshalb auch schon versucht, einen Mittelweg einzuschlagen, indem man
aus Asbestfasern mit Drahtseele gewebte Bremsbänder mit Kunstharzen imprägnierte
und die so gewonnenen Bahnen in mittlerem Maße härtete. Das Band bleibt dann immer
noch so biegsam, daß es in fertigem Zustand ohne weiteres zusammengerollt, in dieser
Form versandt und später durch Biegen jedem gewünschten Bremsglieddurchmesser
angepaßt werden kann. Es hat sieh aber gezeigt, daß die günstigen Eigenschaften form- so
gepreßter Beläge auf diesem Wege auch nicht erreicht werden können.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, einen Bremsbelag zu schaffen, der sich hinsichtlich
der Festigkeit, der Harte, Dichte und Gleichförmigkeit seines Gefüges und hinsichtlich
seiner Lebensdauer sowie der Konstanz seines Reibungskoeffizienten von formgepreßten Belägen
kaum mehr unterscheidet.
Wollte man ein mit härtbaren Stoffen imprägniertes Bremsband oder auch eine gefügelose,
aus losen Asbestfasern und einem härtbaren Bindemittel zusammengesetzte Bahn
so weit härten, als im Hinblick auf die geforderte Anpaßbarkeit auch an kleinere
Bremsglieddurchmesser eben noch möglich ist, so gelangte man zu einer noch unzureichenden
Grenzhärte, die zunächst nicht
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überschritten werden kann. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird deshalb die Härtung
des Belages nicht in gestreckter Bahn, sondern schon in Form einer annähernd kreisrunden
Rolle mit mehreren Windungen vom ungefähren Durchmesser normaler Bremsscheiben vorgenommen. Dadurch ist man in
die Lage versetzt, den Belag bis zu einer Steifheit zu härten oder zu vulkanisieren, die
ίο für in ebenen Bahnen gehärtete Bremsbänder
aus den genannten Gründen nicht mehr zulässig wäre, insbesondere bis zu einer solchen
Steifheit, daß der Belag bricht, wenn er um einen Halbmesser vom Zehnfachen seiner
Dicke gebogen wird. Da mit fortschreitender Härtung bzw. Vulkanisation nicht nur die
Festigkeit und Härte des Materials ansteigen, sondern auch der Elastizitätsmodul, vermindert
sich dabei die Biegsamkeit des Belages in fortschreitendem Maße, und aus
diesem Grunde ist die Härtung zu unterbrechen, bevor die Anpaßbarkeit unter die zulässige,
durch die erfindungsgemäß angewandte Rollenform allerdings stark herabgesetzte Grenze gesunken ist.
Das Härteverfahren nach der Erfindung setzt die Reparaturwerkstatt, welche sich mit
der Neubelegung von Bremsgliedern beschäftigt, in den Stand, bei einem kleinen Durchmesser
der Bremstrommel, z. B. von 250 mm, ein Belagstück von dem inneren Ende oder
aus der Mitte der gehärteten Rolle abzuschneiden und durch ganz geringe Nachbiegearbeit
dem Durchmesser der Bremstrommel genau anzupassen oder bei einem großen Durchmesser, z.B. von 400mm, ein Stück
vom äußeren Ende der Rolle abzuschneiden. Die stetige Änderung des Durchmessers der
Rolle gestattet auf diese Weise, mit einer einzigen Rolle für eine Anzahl verschiedener
Durchmesser der Bremstrommel auszukommen. Das bedeutet, daß mit diesen günstigen
Eigenschaften eine geringe Lagerhaltung verbunden ist.
Der fertig gehärtete Belag stellt eine steife,
nur noch schwach federnde, annähernd kreisrunde Rolle dar, die in dieser ihrer Normalform die geringsten Spannungen aufweist und
in sie, wenn sie gebogen und dann wieder sich selbst überlassen wird, stets wieder zurückkehrt.
Dadurch unterscheidet sich der neue Belag auch wesentlich von Bremsbändern, die in ebenen Bahnen, in geringerem
Maße gehärtet und später zusammengerollt wurden und demnach die ebene Bahn zur Normalform haben, in der sie sich befinden
oder in die sie zurückkehren, wenn äußere Kräfte auf sie nicht einwirken. Abgeschnittene
Stücke des neuen Belages itnterscheiden sich hinsichtlich der wichtigsten mechanischen
xmd technischen Eigenschaften kaum mehr von formgepreßten Belägen, sind aber doch
noch schwach biegsam und können deshalb durch Biegen auf einen etwas größeren oder
■ etwas kleineren Krümmungsradius gebracht werden.
In der Zeichnung ist als Beispiel in Abb. 1 ein fertiger Belag gemäß der Erfindung dargestellt,
während Abb. 2 einen Querschnitt durch einen solchen Belag mit einer einseitigen
Drahteinlage zeigt, die jedoch nicht unbedingt erforderlich ist.
Zur Herstellung des Belages kann man von einem teigigen Gemisch von Kautschuk und
Asbestfasern oder einem anderen Mineralstoff und geeigneten Zusätzen, wie z. B. Schwefel, ausgehen. Eine geeignete Masse
besteht beispielsweise aus 10 Gewichtsteilen Kautschuk, 46 Teilen Asbestfasern, 4 Teilen
kohlensaurer Magnesia, 10 Teilen Bleiglätte, 25 Teilen Bariterde, ζ Teilen Schwefel und
passenden Mengen eines Kautschuklösungsmittels. Man verformt die Masse zu einer Bahn, die in die Form einer annähernd kreisrunden
Rolle von dem angegebenen Durchmesser gebracht und danach vulkanisiert wird, bis der oben näher gekennzeichnete Härtungszustand
erreicht ist.
Günstiger ist es, die Vulkanisation in zwei Stufen vorzunehmen. Nach der ersten VuI-kanisation
ist die Festigkeit des Streifens ausreichend, um ihn auf genaue Abmessungen zu bringen und seine Oberfläche schleifen zu
können. Er wird dann in die Form einer annähernd kreisrunden Rolle gebracht und in
einer zweiten Vulkanisationsstufe fertig gehärtet, beispielsweise so weit, daß er eine
Brinellhärte von 10 bis 25 aufweist bei einer
Belastung von 3000 kg mit einem flachen Stempel von 11 mm Durchmesser, 30 Sekunden
nach der Belastung abzulesen.
Zur Herstellung des Streifens kann man auch von einem teigigen Gemisch von Kautschuk
und Asbestfasern ausgehen und dieses durch Auspressen mit Hilfe einer Strangpresse
in die gewünschte Streifenform bringen.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Biegsamer Bremsbelag in Rollenform für Kraftfahrzeuge mit durch Erhitzen gehärtetem, insbesondere vulkanisiertem Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag schon in Form einer annähernd kreisrunden Rolle (1) mit mehreren Windungen vom ungefähren Durchmesser der gebräuchlichen Brems- - scheiben gehärtet ist, und zwar bis zu einer Steifheit, die für in ebenen Bahnen gehärtete Bremsbänder nicht mehr zulässig wäre., insbesondere bis zu einersolchen Steifheit, daß der Belag bricht, wenn er um einen Halbmesser vom Zehnfachen seiner Dicke gebogen wird. '
- 2. Verfahren zur Herstellung eines Bremsbelages nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der aus einer gefügelosen vulkanisierbarien plastischen Masse geformte Belagstreifen zunächst vorvulkanisiert, danach in seine endgültige Form gebracht und gegebenenfalls beschnitten und geschliffen und erst dann fertig vulkanisiert wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE635529C true DE635529C (de) | 1936-09-19 |
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEM111662D Expired DE635529C (de) | 1929-08-31 | 1929-08-31 | Biegsamer Bremsbelag in Rollenform fuer Kraftfahrzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE635529C (de) |
-
1929
- 1929-08-31 DE DEM111662D patent/DE635529C/de not_active Expired
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