DE641011C - Verfahren zur kontinuierlichen Gewinnung von Schwefel und/oder von Schwefelwasserstoff oder von Gemischen aus Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxyd und Schwefel aus schwefelhaltigen Materialien - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Gewinnung von Schwefel und/oder von Schwefelwasserstoff oder von Gemischen aus Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxyd und Schwefel aus schwefelhaltigen Materialien

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DE641011C
DE641011C DEM121989D DEM0121989D DE641011C DE 641011 C DE641011 C DE 641011C DE M121989 D DEM121989 D DE M121989D DE M0121989 D DEM0121989 D DE M0121989D DE 641011 C DE641011 C DE 641011C
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    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B67—OPENING, CLOSING OR CLEANING BOTTLES, JARS OR SIMILAR CONTAINERS; LIQUID HANDLING
    • B67B—APPLYING CLOSURE MEMBERS TO BOTTLES JARS, OR SIMILAR CONTAINERS; OPENING CLOSED CONTAINERS
    • B67B7/00—Hand- or power-operated devices for opening closed containers
    • B67B7/30—Hand-operated cutting devices
    • B67B7/32—Hand-operated cutting devices propelled by rotary gears or wheels around periphery of container
    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00—Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/02—Preparation of sulfur; Purification
    • C01B17/06—Preparation of sulfur; Purification from non-gaseous sulfides or materials containing such sulfides, e.g. ores

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Description

  • Verfahren zur kontinuierlichen Gewinnung von Schwefel und/oder von Schwefelwasserstoff oder von Gemischen aus Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxyd und Schwefel .aus schwefelhaltigen Materialien In der Patentschrift 639710 ist ein Verfahren beschrieben zur kontinuierlichen Gewinnung von Schwefel und/oder von Schwefelwasserstoff oder von Gemischen aus. Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxyd und Schwefel aus schwefelhaltigen Materialien in Gegenwart von kohlenstoffhaltigem Material in fester, flüssig-ex oder Gasform durch Behandeln mit Wasserdampf und Luft in, einem innenbeheizten Drehrohrofen unter Führung von Gas und zu behandelndem Gut im Gegenstrom. Nach diesem Verfahren wird in einem Drehrohrofen mit Zuleitungen oder Düsen, die über die ganze Länge und den Umfang des Ofenmantels verteilt sind und durch die Gutschicht hindurchreichen, eine über den mittleren Teil,des. Ofens sich erstreckende Hauptreaktionszone mit reduzierender Atmosphäre für die Schwefelwasserstoffbildung geschaffen durch verteilte Einführung von Brenngas zwecks Schaffung der reduzierenden Atmosphäre und gegebenenfalls der nötigen Wärme, von Luft nur in solchen Mengen, daß genügend Wärme durch Verbrennen des Brennstoffs innerhalb .des Brenners, aber noch eine reduzierende. Atmosphäre, erhalten wird, und von Wasserdampf für die Schwefelwasserstofferzeugung, während am Austragsende dies Ofens in bekannter Weise oxydierende Bedingungen innegehalten werden.
  • Bei der Schwefelwasserstoffbildung tritt offenbar zuerst eine Wassergasreaktion ein, d. h. des Wasserstoff setzt sich mit der glühenden Kohle zu Wassergas um. Erst der Wasserstoff dieses Wassergases reagiert dann mit dem Schwefel des Gutes unter Schwefelwasserstoffbildung. Bei Anwendung nun von festem Kohlenstoff, z. B. Zechenkoks, tritt die Wassergasreaktion erst bei 85o° lein, und erst bei Temperaturen von etwa goo' bildet sich in der mittleren Reaktionszone Schwefelwasserstoff in meßbaren Mengen. Unterhalb 9oo° wird in .der Hauptsache neben dem äb.destillierten Schwefel Schwefeldioxyd erhalten. Aber erst ab 95o' wird s o viel Schwefelwasserstoff entwickelt, daß. am Ofenende ein Gasgemisch erhalten werden wird, in welchem doppelt so viel Schwefelwasserstoff als Schwefeldioxyd vorhanden ist. Höher als bis rooo° darf die Temperatur nicht gesteigert werden, da bei solchen höheren Temperaturen einmal der gebildete Schwefelwasserstoff dissoziiert und infolgedessen im Endgas wieder ein Schwefeldioxydüberschuß, gegenüber dem theoretischen Verhältnis für die .Schwefelbildung erhalten wird, aber außerdem auch bei Temperaturen oberhalb iooo° das Gut in dem Ofen zu schmelzen beginnt. Es ist also bei Anwendung von beispielsweise Zechenkoks zur in einer ganz ge,: ringen Temperaturspanne mit Erfolg zu a ,r@; beiten, und gerade das Einhalten dieses engen Temperaturintervalls bedingt einige Komplikationen bei der Ausübung des Verfahrens.
  • Es wurde gefunden, daß bei Anwendung von Grudekoks oder Halbkoks oder anderen solchen Stoffen, welche bekanntlich schon bei bedeutend tieferer Temperatur mit Wasserdampf unter Wassergasbildung, nämlich von 45o° an, reagieren, die Temperaturspanne, innerhalb der man praktisch arbeiten kann, erweitert wird auf das Gebiet zwischen 500 und iooo°, also eine Spänne von 50o°. Dadurch gelingt @es, im Großbetriebe verhältnismäßig leicht die nötige Menge Wassergas zu gewinnen und damit eine weitgehende Schwefelwasserstoff bildung ohne die Gefahr der Dissoziation und eines Zusammenschmelzens der Beschickung, wie im Falle der Anwendung von Zechenkoks, herbeizuführen; denn bei der praktisch, z. B. bei Pyrit, in Betracht kommenden Arbeitstemperatur von etwa 700° ist bei der Verwendung von Grudekoks eine reichliche Wassergasbildung möglich.
  • Durch die Ausnutzung dieser bereits bekannten Eigenschaften von Grudekoks, Halbkoks, nämlich der leichten Zersetzlichkeit mit Wasserdampf zu Wassergas, für das Verfahren nach dem Hauptpatent wird dieses somit noch weiter verbessert.
  • Außer Grudekoks und Halbkoks können naturgemäß auch andere Brennstoffe, die mit Wasserdampf schon bei den genannten niedrigen Temperaturen unter Wassergasbildung reagieren, verwendet werden; so eignet sich beispielsweise auch Holzkohle sehr gut für das Verfahren, ferner das unter dem Namen Schwelkoks im Handel befindliche Material, welches durch Vergasung bei niedriger Temperatur herhalten worden ist und noch .einen Teil der Kohlenwasserstoffe enthält. Schließlich sind auch manche Steinkohle-, insbesondere Anthrazitarten, vorteilhaft zu verwenden.
  • Für die Reduktion von Schwefeldioxydgas zu elementarem Schwefel ist zwar die Anwendung von Halbkoks, Grudekoks und Holzkohle bereits bekannt, doch sollen hierbei die Brennstoffe nicht mit Wasserdampf zu Wassergas umgesetzt werden, sondern sie sollen dem reduzierenden Gas infolge ihrer größeren Oberfläche eine größere Berührungsmöglichkeit mit der Kohle schaffen und infolgedessen die Reduktion erleichtern. Außerdem spielt bei diesen bekannten Verfahren auch die Vermeidung einer zu hohn Temperatur und der damit verbundenen Schwefehvasserstoffdissoziation keine Rolle; da überhaupt kein Schwefelwasserstoff erz-eugt werden soll. Für diese Verfahren wären @hiei:gegen hohe Temperaturen gerade sehr günstig, da eine Dissoziation des gebildeten Schwefeldioxydgases dort nur erwünscht sein kann.
  • Es wurde weiterhin vorgeschlagen, Schwefeldioxydgas mittels gasförmiger Reduktionsmittel, welche nicht, wie bei dem Verfahren gemäß der Erfindung, erst im Reaktionsofen erzeugt, sondern bereits in gasförmigem Zustand in den Ofen eingeführt werden, zu Schwefel zu reduzieren, wobei Holzkohle als Katalysator angewandt werden soll.
  • All diesen bekannten Verfahren liegt eine ganz andere Problemstellung zugrunde als dem Verfahren der Erfindung; während bei jenen die Aufgabe darin besteht, Schwefeldioxydgas zu reduzieren, zeigt die Erfindung den Weg zur Herstellung von Wassergas bei niedriger Temperatur für die Umsetzung von sulfidischen Erzen zu Schwefelwasserstoff.
  • Beispiel In einem Drehrohrofen von 1,4m Durchmesser und 14m Länge, der mit Wandern und Stauringen ausgerüstet ist und auf den größten Teil seiner Länge mit zehn Brennern sowie mit zehn Einführungsstutzen für Luft versehen ist und außerdem in der mittleren Ofenzone noch zehn Düsen für die Zufuhr von Wasserdampf hat, wurden in 24 Stunden 6 t eines Gemisches aus 8o0/0 Meggener Kies (mit 41 % Schwefel) und 2o % Grudekoks nach dem Verfahren des Hauptpatentes verarbeitet. Das Gut hatte eine Körnung von weniger als 6 mm. In der ersten Zone des Ofens, wo eine durchschnittliche Temperatur von 65o' C herrschte, entwichen i ioo kg Schwefel in gasförmigem elementarem Zustand. Das Gut gelangte hierauf in die zweite Ofenzone, die Hauptreaktionszone, die sich etwa über die Hälfte der Ofenlänge erstreckte. Hier wurde wasserstoffreiches Gas .durch die Brenner eingeleitet und Luft durch die Düse, und zwar in solchen Mengen, daß nur ein Teil der Brenngase verbrennen konnte; der andere Teil des Gases war für die Aufrechterhaltung einer reduzierenden Atmosphäre erforderlich. Außerdem wurde noch Wasserdampf durch die hierzu bestimmten Düsen eingeführt. In der letzten Ofenzone schließlich wurde lediglich Luft eingeleitet, so daß oxydierende Bedingungen herrschten, wodurch sich Schwefeldioxyd bildete. Sobald in der Hauptreaktionszone eine Temperatur von etwa 750°C erreicht war, entwickelte sich so viel Schwefelwasserstoff, daß am Ofenende ein Gasgemisch abgezogen wurde mit etwa 6 % Schwefelwasserstoff und 3 % Schwefeldioxyd. Eine weitere Temperatursteigerung war also nicht erforderlich, und es konnte hierdurch das Zusammenschmelzen. der Masse leicht ver: hindert werden. Außerdem waren nur geringe Mengen Heizgas notwendig, und zwar waren 768 cbm pro Tag gegenüber 96o beim Versuch mit Zechenkoks verbraucht worden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Weitere Ausbildung des Verfahrens gemäß Patent' 63971o, dadurch gekennzeichnet, daß als kohlenstoffhaltiger Zuschlag zu dem sch-,vefelhaltigen Ausgangsmaterial Grudekoks, Halbkoks und andere mit Wasserdampf schon bei verhältnismäßig niedriger Temperatur Wassergas ergebende Brennstoffe verwendet werden.
DEM121989D 1932-10-03 1932-12-01 Verfahren zur kontinuierlichen Gewinnung von Schwefel und/oder von Schwefelwasserstoff oder von Gemischen aus Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxyd und Schwefel aus schwefelhaltigen Materialien Expired DE641011C (de)

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