-
Anzeigevorrichtung für Mischwaagen Die Erfindung bezieht .sich auf
solche Mischvorgänge, bei denen die Gesamtfüllung sich aus einer größeren oder kleinen
Anzahl von Einzelgemischen zusammensetzt, in denen sämtliche Gemischanteile in dem
vorbestimmten Verhältnis enthalten sind. Bei dem Abwiegen der Einzelstoffe kommt
es bekanntlich vielfach zu kleineren Wiegefehlern, insbesondere dann, wenn es sich
bei den. einzelnen Wägungen um verhältnismäßig große Gewichte handelt und .das Abstellen
des Zulaufes bei Erreichen des vorgesehenen Gewichtes nicht sofort wirkt. Werden
mehrere solcher Einzelgemische zusammengeschüttet, dann können sich die genannten
Fehler addieren, und die Folge :davon ist oft ein verhält. nismäßig großes Fehlgewicht.
Es ist ferner bei Mischwaagen leicht möglich, däß, der Wiegefehler bei einem Stoffe
das Gewicht des in der Mischung nächstfolgenden Stoffes beeinträchtigt, indem beispielsweise
bei Mehrgewicht des, ersten Stoff-es bei der Abwägung des nächstfolgenden Stoffes
ein dementsprechendes Mindergewicht entsteht. Ist die Menge des ersten Stoffes verhältnismäßig
groß und des nächstfolgenden. klein, dann kann unter Umständen die Gewichtsabweichung
bei dem zweiten Stoff prozentual sehr groß sein.
-
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile, indem sie
eine Einrichtung schafft, die es gestattet, einen etwaigen Wiegefehler beim Abwiegen
eines Stoffes bei der Bersten Mischung bei der nächstfolgenden Wägung des gleichen
Stoffes 'bei der zweiten Mischung zu ber4cksichtigen. Dadurch kann ungünstigstenfalls
nur der Fehler, :der bei: der letzten Wagung entsteht, übrigbleiben, der ,aber in
bezug auf die Gesamtfüllung je nach der Zahl der Einzelgemische sehr ,gering ist.
Das angestrebte Ziel läßt sich dadurch erreichen, daß mehrere Gruppen von je zwei
einander zugehörigen Hilfszeigern an einer Zeigerwaage @o. dgl. vorgesehen werden,
die einstellbar und mitnehmbar an der verschieb- oder verstellbaren Skala angeordnet
sind. Dabei sind die einen dieser Hilfszeiger von der Skala lösbar ausgebildet und
sitzen nach ihrem Abkuppeln von derselben auf einer Hilfsvorrichtung, beispielsweise
einer aus seinem =Ring gebildeten Führung. Die Verwendung von einstellbaren Merkzeigern
ist im WaagezZbau allgemein bekannt. Ebenso ist es bekannt,
eine
Anzeigenskala einstellbar oder verdrehbar zu lagern. Jedoch erst mit der Einrichtung
gemäß der Erfindung ist es möglich, die eingangs geschilderten Nachteile der bekannten
Mischwaagen zu beseitigen.
-
In der Zeichnung ist der Erfindungsge'-danke beispielsweise dargestellt.
-
Abb. i läßt die Anzeigevorrichtung einer Mischwaage erkennen, die
gemäß der Erfindung ausgebildet ist, und in Abb. z bis 6 sind verschiedene Stellungen
des Waagenzeigers und der Hilfszeiger für das gleiche Wiegegut bei der Herstellung
der verschiedenen Einzelgemische dargestellt.
-
In Abb. i ist a ein Teil des Ständers einer im übrigen nicht gezeichneten
Waage. In :seinem Innern befindet -sich das Zugorgan, .das den Lastzug der Wiegebrücke
auf die Auswiegevorrichtung überträgt. Entsprechend diesem Lastzug spielt dann der
in bekannter Weise mit der Auswiegevorrichtung verbundene Zeiger b ein. Das Gewicht
wird dabei durch die Skala c angegeben. Diese Skala, ist um die Drehachse des Zeigers
b drehbar gelagert. Mehrere Meßmarken dl, d2, d3 usw. sind längs dieser Skala ein-
und feststellbar. An einem ortsfesten Ring e sind weitere Marken in Form von Gegenzeigern
f1,, j2, f s usw. so, angebracht, daß sie sich leicht verschieben lassen, andererseits
aber auch an dem Ring festgestellt werden können. Diese Gegenzeiger besitzen einen
Arm, der sich in Richtung der Skala c erstreckt und mit dieser gekuppelt werden
kann. Die Betätigung dieser Kupplung geht durch die Kupplungsknöpfe g1, g2 üsw.
vor sich. Normalerweise ist diese Kupplung eingerückt, so daß bei Drehung der Skala
c auch die einzelnen Gegenzeiger f1, f2 usw. auf dem Ring e verschoben werden.
Selbstverständlich bewegen sich bei Drehung der Skala c auch die Meßmarken,di, dz
usw. gemeinsam mit der Skala. Schließlich ist noch eine feste Nullmarke lt vorhanden,
die die Rückstellung der Skala c in die Nullstellung ermöglicht.
-
Die Benutzung der Waage geht in der Weise vor sich, daß zunächst die
Marken dl, d2, d3 usw. .entsprechend dem vorgesehenen Gewicht der, einzelnen Stoffe
,eingestellt werden. Sodann werden die Gegenzeiger f1, t2 usw. so eingestellt, da.ß
sie sich mit den zugehörigen Meßmarken decken (f, mit dl, f 2 mit d2 usw.). Darauf
wird der .erste Wiegestoff aufgebracht, bis der Zeiger b möglichst nahe den Marken
dl und /l einspielt. Deckt sich nun die Anzeige nicht genau mit diesen. Marken,
was fast regelmäßig der Fall ist, dann wird die Skala c durch irgendein Betätigungsglied
so lange gedreht, bis die Marke dl gegeniib;er dem Zeiger b steht. Vor dieser Verstellung
wird der Kupplungsknopf -l betätigt, wodurch der Gegenzeiger f 1 von der Skala c
abgekuppelt ,wird. Er bleibt infolgedessen iri seiner bislt xigen Stellung auf dem
ortsfesten Ringe "tlibn. Dagegen bewegen sich die übrigen 4'@genzeiger f2, f3 usw.
gemeinsam mit der -Skala, da sie mit ihr gekuppelt bleiben. Nach Beendigung der
Skalendrehung kann die Kupplung zwischen fi und der Skala c wiedereingerückt werden.
Bei der nun folgenden Aufgabe des zweiten Stoffes wirkt sich das Fehlgewicht des
ersten deshalb nicht aus, weil der Zeiger b mit der Meßmarke dl in Übereinstimmung
gebracht worden ist und dem zweiten Stoff die volle Entfernung zwischen di und d2
zur Verfügung steht, die früher für ihn bestimmt ivar. Tritt bei der Verwiegung
des zweiten Stoffes ebenfalls ein Fehlgewicht auf, so ist wieder in gleicher Weise
wie bei dem ersten Stoff zu verfahren. Die Kupplung g2 ist auszuschalten und die
Skala so lange zu drehen, bis die Marke 4
mit dem Zeiger b in Übereinstimmung
gebracht ist. Hierbei werden sämtliche Gegenzeiger, außer dem Gegenzeiger f2, um
den gleichen Betrag verstellt.
-
- Sind sämtliche Stoffe in der beschriebenen Weise gewogen worden,
so wird die Skala c wiederum gedreht, bis sich ihre Nullmarka mit der festen Nullmarke
hz deckt. Da hierbei , sämtliche Kupplungen eingerückt sind, bewegen sich die Gegenzeiger
f1, f., usw. wieder um einen gewissen Betrag. Die Gesamtbewegung ,der Gegenzeiger
ist hierbei eine derartige, daß bei der nun folgenden Gattierung die Fehlgewichte,
die bei den vorhergehenden Wägungen ,auftraten, berücksichtigt werden. War beispielsweise
von dem Stoff 1 bei der ersten Wägung ein Mehrgewicht von 300 kg entstanden,
dann steht der Gegenzeiger f1 bei der zweiten Wägung so, daß er um 300 kg
gegenüber der Meßmarke dl verschoben ist. Nun muß versucht werden, daß der Zeiger
b möglichst auf den Gegenzeiger f ieinspielt. Tut ,er das, dann ist der Wiegefehler
bei der vorhergehenden Wägung vollkommen behoben. Tritt aber auch hier wieder eine
Abweichung ein, dann wird .sie in vollem Ausmale bei der nächstfolgenden Wägung
des gleichen Stoffes in derselben Weise wieder berücksichtigt, wie das bei der ersten
Wägung der Fall war. Zu diesem Zwecke muß auch hier wieder die Skala bei ausgekuppeltem
Gegenzeiger f, so lange verschoben werden, bis sich die Meßmarke di mit dem Zeiger
b deckt. Sodann wird der Gegenzeiger f1 wieder eingekuppelt, und der nächste Stoff
kann verwogen werden. Auch bei dieser Wägung wird in der gleichen Weise ein bei
der vorhergehenden Wägung des gleichen Stoffes
aufgetretener Fehler
berücksichtigt und aufgehoben; :das gleiche gilt selbstverständlich für .eine neue
Gewichtsabweichung bei dieser Wägung.
-
Das: Zustandekommen des selbsttätigen Ausgleiches von Wiegefehlern
soll an Hand der Abb. 2 bis 6 näher erläutert werden. Die Bezeichnungen in diesen
Abbildungen entsprechen denen der Abb. i. Es sei angenommen, daß das für den ersten
Stoff vorbestimmte Materialgewicht 12 Teilstrichen an der Skala entsprechen soll.
Demgemäß wird :sowohl die Meßmarke dl als auch der Gegenzeiger f1 auf den 12. Teilstrich
eingestellt, wie Abb.2 zeigt. Darauf wird das Wiegegut eingefizllt und infolge Unvorsichtigkeit
ein .erhebliches Mehrgewicht hervorgerufen, so, daß. .der Zeiger auf dem 15. Teilstrich
stehenbleibt. Nun wird die Skala c so. lange verschoben, bis die Meßmarke dl sich
mit dem Zeiger deckt. Da hierbei der Gegenzeiger f1 abgekuppelt war, behält @er
seine ursprüngliche Einstellung. Diese Verhältnisse sind in Abb. 3 dargestellt.
,Im Anschluß daran werden die übrigen Stoffe aufgebracht und abgewogen, was hier
nicht weiter interessiert. Nach Beendigung dieses Vorganges wird der Nullpunkt der
Skala c wieder mit der festen Nullmarke Ir in üb:ereinstimmung gebracht. Da der
Gegenzeiger f1, .abgesehen von der ersten Verschiebung der Skala, bei allen anderen
Verschiebungen mit der Skala. C ;gekuppelt war, muß er auch nach dieser Einstellung
-der Skala in bezug auf die letztere die gleiche Einstellung haben wie in Abb: 3.
Auch die Meßmarke dl steht noch in der gleichen Stellung zur Skala. Abb. q. zeigt
diese Einstellung der genanntem Teile nach Zurückführen der Skala in ihre Aus-"
gangslage.
-
Während bei der ersten Wägung des Stoffes I das Gewicht desselben
3 Teilstriche zuviel betragen hatte, sollen es dieses Mal 2 Teilstriche zuwenig
sein. Deshalb mu.ß die Skala C um 5 Teilstriche zurückgedreht wer-.den, damit die
Marke dl mit dem Zeiger Ibn in Übereinstimmung kommt. Hierbei ist der Gegenzeiger
fi wieder .abgekuppelt. Während er also: vor Verstellung der Skala auf den g. Teilstrich
zeigte, zeigt er nunmehr auf ,den 1q.., wie aus Abb.5 hervorgeht. Die Meßmarke d'1
steht auf dem 12. Teilstrich. Wird nun nach beendeter Wägung ider Übrigen Stoffe
die Skala wieder in ihre Ausgangslage gestellt, sio, zeigen auch jetzt Gegenzeiger
fl und Meßmarke dl wieder auf den 1q.. bzw. 12. Teilstrich. Durch die Verschiebung
der Skala. ist jedoch der absolute Wert wieder ein, anderer als vorher. Dies ist
in Abb. 6 näher dargestellt. Wird bei der nun folgenden. Verwiegung des Stoffes
1 durch besondere Sorgfalt darauf geachtet, daß der Zeiger an der Stelle -der Skala
einspielt, die durch den Gegenzeiger f1 gekennzeichnet ist, dann wird der Fehler
-der vorherigen Wägungen vollkommen aufgehoben. Die Nachrechnung bestätigt das.
Bei der .ersten Wägung gemäß Abb. 2 und 3 wurde ein Mehrgewicht von 3 Teilstrichen
festgestellt, bei der zweiten Wägung ein Mindergewicht von 5 Teilstrichen und bei
der dritten Wägung ein Mehrgewicht von 2 Teilstrichen. Addiert man diese Werte,
so erhält man Null, d. h. die 3 Wägungen zusammen ergeben keine Abweichung von .dem
Sollgewicht. Die Abweichungen können auch beliebig andere sein. Wenn nur 'bei der
letzten Wägung dafür gesorgt wird, daß der Zeiger b auf den Gegenzeiger dl einspielt,
dann kann keine Abweichung vom Sollgewicht mehr vorhanden sein. Spielt der Zeiger
auch bei der letzten Wägung nicht genau auf den Gegenzeiger ein, dann ist der Fehler
bei allen Wägungen zusammen nur so groß, wie die Abweichung des Gewichtes von der
Stellung des Gegenzeigers- bei der letzten Wägung ausmacht. Sie ist also, bezogen
auf sämtliche Wägungen, je nach der Anzahl derselben verschwindend gering. Es ergibt
sich also, ohne daß @es irgendeiner besonderen Sorgfalt bedarf, ein einwandfreier
Ausgleich sämtlicher --Wiegefehl,-er. Selbstverständlich gilt auch für die übrigen
Stoffe das gleiche, was hinsichtlich des ersten Stoffes an Hand des B:eispieles.
erläutert wurde.
-
Die Einrichtung zur Ausführung des Erfindungsgedankens kann auch eine
andere sein, als in dem angegebenen Beispiel beschrieben wurde. So ist es beispielsweise
möglich, an Stelle des Ringes .e eine Scheibe o. dgl, zu benutzen. Auch- können
mehrere Ringe vorgesehen werden,- von denen der eine sich gemeinsam mit der Skala
bewegt, während der andere feststeht. Die Gegenmarken können dann bald mit dem einen
und bald mit dem andern Ring gekuppelt werden. Der Erfindungsgedanke läßt sich auch
in Verbindung mit anderen Waagen anwenden, beispielsweise ist er auch in Verbindung
mit Laufgewichtswaagen und anderen Waagengattungen durchführbar. Bei Laufgewichtswaagen
tritt das Laufgewicht an die Stelle des Zeigers. Die Skala ist dann entsprechend
ihrer geradlinigen Ausdehnung nicht dreh-, sondern verschiebbar. Das! gleiche gilt
für die Meßmarken, Gegenzeiger und die.sonstigen zugehörigen Teile.