DE643567C - Verfahren zur Herstellung von Zwei- oder Mehrstoffkoerpern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zwei- oder Mehrstoffkoerpern

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DE643567C DEN33137D DEN0033137D DE643567C DE 643567 C DE643567 C DE 643567C DE N33137 D DEN33137 D DE N33137D DE N0033137 D DEN0033137 D DE N0033137D DE 643567 C DE643567 C DE 643567C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Zwei- oder Mehrstoffkörpern Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Zwei- oder Mehrstoffkörpern, die insbesondere für elektrische Zwecke geeignet sind, ohne auf diese Anwendung beschränkt zu sein.
  • Solche zusammengesetzten Metallkörper sind schon in verschiedenster Art vorgeschlagen worden, so z. B. als Legierungen verschiedener Metalle, insbesondere von Schwer-und Leichtmetallen, mit dem Ziele, besondere Festigkeit bei verhältnismäßig geringem Gewicht aufzuweisen oder leichte. Formbarkeit (Gieß,barkeit) oder große elektrische Leitfähigkeit bei ausreichender mechanischer Festigkeit, aber geringem Gewicht. Ebenso wurden solche zusammengesetzten Körper aus harten oder höher schmelzenden und weichen oder niedriger schmelzenden Metallen hergestellt, um eine größere mechanische und/oder thermische Festigkeit bei leichterer Verarbeitbarkeit und Formbarkeit zu erreichen, wobei auch ihre elektrische Leitfähigkeit ausgenutzt und sogar verbessert werden konnte. Die Zusammensetzung solcher Metallkörper wird .aber auch oft besonders gegen den Angriff der Atmosphärilien, insbesondere Feuchtigkeit und Sauerstoff abgestellt.
  • Elektrische Leitungen aus Kupfer oder Silber würden wegen ihrer guten Leitfähigkeit und leichten Bearbeitbarkeit von besonderem Vorteil sein, wenn nicht Kupfer für manche Zwecke zu schwer sowie nicht ausreichend fest und Silber außerdem zu teuer wäre. Dieselben Stoffe würden auch zur Herstellung .elektrischer Kontakte besonders geeignet sein, wenn sie nicht wegen ihrer großen Weichheit, besonders bei Entwicklung größerer Kontaktflächen, zu leicht deformierbar und darum wenig widerstandsfähig wären, besonders aber Anlaß zum Kleben gäben. In allen Fällen würden solche Werkstoffe, besonders aber edler Art, den Vorteil bieten, auch in der freien Luft weitgehende Beständigkeit aufzuweisen und, sollten sie oberflächlich oxydiert oder durch elektrische Funken verbrannt sein, leicht mit Feile oder Schmirgelpapier usw. wieder gereinigt werden zu können.
  • Wegen der geschilderten Nachteile hat man nun versucht, harte Metalle, wie z. B. Wolfram, Molybdän, mit weicheren Metallen, wie z. B. Kupfer, Silber usw., zu vereinigen. Man verfährt hierbei so, daß man aus den harten Metallen ein Pulver herstellt, dieses preßt und vorsintert, also bei Temperaturen behandelt, .bei .denen die Pulver an den aneinanderliegenden Kanten zu verschweißen beginnen, ohne daß aber die Sinterung bis zur Bildung eines möglichst dichten Körpers getrieben würde. Den so gebildeten zusammenhängenden schwammartigen Körper ließ man dann flüssige weiche Metalle ,durch Einseigern aufnehmen. Je nach der Porosität des vorgesinterten Körpers und den Eigenschaffen des 'Materials im besonderen ir bezug auf das einzuseibernde -Metall wirc dann dieses letztere mehr oder minder tief ir den Körper eindringen und ein mehr oder minder dichter Körper entstehen.
  • Es wurde nun festgestellt, daß diese aus harten und weichen -Metallen gebildeten Metallkörper nicht das Optimum an Festigkeit oder Bearbeitbarkeit oder elektrischer Leitfähigkeit besitzen. Es ist klar, daß in dein nur vorgesinterten Ausgangskörper das amorphe Pulver nicht zu einem in sich festen Ganzen vereinigt sein kann, sondern daß ein nur geringfügiges Zusannnemvachsen des Pulvers, gleichsam ein loser Zusammenhalt vorliegt und darum geringe mechanische Festigkeit und schlechte Bearbeitbarkeit, ebenso aber auch geringe elektrische Leitfähigkeit je Volumeneinheit des Materials. Mangelnde Festigkeit und Zusammenhalt können aber nicht dadurch beseitigt «erden, daß ein anderes und noch dazu weiches Metall in unbeherrschbarer Weise eingeseigert wird. Das eingeseigerte Metall wird sich beim Abkühlen kaum in gleicher Weise zrisaminenziehen. wie der durch Vorsinterung gebildete schwarmnartige Aufnahmekörper, so daß Spannungen oder Zwischenräume unvermeidlich sind. Darum ist ausreichende Homogenität und gleichmäßige Verteilung der Metalle ineinander so gut wie unerreichbar. Hiermit ist aber auch geringere elektrische Leitfähigkeit ebenso wie beschränkte mechanische 1'erarbeitbarkeit verbunden.
  • Die Erfindung schlägt einen Weg vor, diese Nachteile zri vermeiden und betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Zwei- oder 1Mehrstoffkörpern aus mindestens einem hochgesinterten oder geschmolzenen und darauf zerkleinerten Stoff einer Wolfram, Molybdän, Tantal umfassenden höher schmelzenden Gruppe und mindestens einem Stoff einer Kupfer. Silber, Gold, Aluminium, Platin, Blei, Zinn, Zink umfassenden niedriger schmelzenden Gruppe. Die 'Metalle dieser beiden Gruppen legieren miteinander nicht. Auch bei längerer Behandlung in der Wärine und unter Druck tritt höchstens eine oberflächliche Legierung (Durchdringung) ein.
  • Solchen nach dein Verfahren gemäß der Erfindung hergestellten Zwei- oder Mehrstoff-el können aber auch ein oder mehrere Stoffe einer Eisen, Kobalt, Nickel, Chrom, Vanadium, Zirkon, Titan enthaltenden niedriger schmelzenden Gruppe einverleibt sein. Die Stoffe dieser dritten Gruppe haben aber offenbar die Sonderwirkung. ein Benetzen eines Stoffes der ersten Gruppe durch einen geschmolzenen Stoff der zweiten Gruppe entweder überhaupt erst herbeizuführen oder aber zri unterstützen, wodurch ein sehr dichter Körper erhalten wird. Diese Stoffe legieren aber bekanntlich sowohl mit denjenigen. der vorher genannten höher schmelzenden als auch der niedriger schmelzenden Gruppe. Die so erhaltenen ternären oder Mehrstoffkörper haben gleichwohl die vorteilhaften Eigenschaften ganz .besonders dann, wenn die Metalle dieser zuletzt genannten dritten Gruppe in Mengen von etwa 3 bis etwa nur 20 °/s zugesetzt sind.
  • Die Vereinigung dieser Stoffe zu einem Zwei- oder Mehrfachkörper erfolgt nun erfindungsgemäß derart, daß ohne Änderung des Aggregatzustandes des höher, wohl aber des niedriger schmelzenden Stoffes die pulverförmigen Stoffe der höher schmelzenden Gruppe hochgesintert oder geschmolzen, darauf zerkleinert und mit den Stoffen der niedriger schmelzenden Gruppe durch Vergießen oder Verschmelzen verfertigt werden.
  • Im besonderen wird gemäß der Erfindung zur Herstellung einer grobkristallinischen Struktur, bzw. um die Stoffe der ersten Gruppe duktil zu machen, so verfahren, daß ein oder mehrere höher schmelzende und härtere Metalle, wie z. B. 1-lol5°bdän, Wolfrain, Tantal, aus den 1\letallpulvern, Oxyden oder sonstigen Verbindungen durch Schmelzen oder Hochsintern verfestigt, gegebenenfalls auch noch mechanisch durchgearbeitet werden, wie z. B. durch Hämmern, Walzen, sodann aber vorteilhaft zri möglichst feinem Pulver zerkleinert «-erden. Die Schmelze kann aber auch granuliert werden. .Das so erhaltene, infolge Schmelzen oder Hochsinterung und gegebenenfalls mechanischer Durcharbeitung auf größte Dichte und damit eben= sowohl mechanische Festigkeit als auch elektrische Leitfähigkeit gebrachte, regelmäßig fein kristallinische Pulver wird sodann mit einem oder mehreren weichen Metallen einer niedriger schmelzenden Gruppe vergossen. Hierzu kommen insbesondere Silber, Gold, Aluminium, Kobalt, Chrom, Kupfer, Eisen, Nickel, Platin, Zinn, Zink usw. einzeln oder in Mischung in Betracht. Die Auswahl ebensowohl der harten als auch der weichen Metalle hat unter dem Gesichtspunkt zu erfolgen, welche Eigenschaften der herzustellende Körper haben soll, ob also seine Härte oder seine Weichheit und Formbarkeit überwiegen soll, ob auf geringeres Gewicht, große Leitfähigkeit oder/und großen Widerstand gegen den Angriff der Atmosphärilien Wert gelebt wird.
  • Auf Legierungsbildung ist keinerlei Wert zu legen, es ist also- nicht dafür zu sorgen, daß die weichen Metalle in die harten Metalle zumindest in Oberflächenschichten eindringen und eine feste Lösung, insbesondere Legierung, ergeben, sondern die bloße inechanische Einlagerung des harten Metalls in das weiche bzw. die Verbindung des harten Metalls durch das weiche nach Art eines Bindemittels reicht für :die Zwecke der Erfindung aus.
  • Hiernach hat auch die Wahl der Menge von hartem bzw. höher schmelzendem und weichem bzw. niedriger schmelzendem Metall zu erfolgen. Es kann schon genügen, daß die Menge des weichen Metalls (dessen spezifisches Gewicht je nach seiner Wahl oder Zusammensetzung verschieden sein wird) nur 3 bis 6 % der Gesamtmenge des fertigen Körpers ausmacht und somit nur als Bindemittel wirkt, wozu regelmäßig Mengen dieser Größenordnung und hinauf bis etwa 15 % ausreichen. In anderen Fällen soll das weiche Metall aber nicht nur als Bindemittel wirken, sondern in erster Linie den fertigen Körper darstellen, der nur in seiner Oberflächenbeschaffenheit (Härte) durch den Zusatz der harten Metalle verbessert werden soll; dann kann die Menge der weichen Metalle gesteigert werden und gleich oder größer als die Menge -der harten Metalle sein, deren Anwesenheit sogar --bis auf 20 % und noch weniger beschränkt werden kann.
  • Folgende Beispiele von nach der Erfindung hergestellten Zw cistoffkörpern seien angeführt: i. Molyb-dän - Silber; Molybdän - Kupfer; Molybdän - Zinn; Molybdän - Zink; 800;`o Tantal - 2o0/0 Blei; 50% Molybdän-50 0% Kupfer.
  • 2. Wolfram - Silber; Wolfram - Kupfer; Wolfram - Zinn; Wolfram - Zink; ;0 % Wolfram - 30 % Silber.
  • Folgende Beispiele von nach der Erfindung hergestellten ternären Körpern seien begeben: 3. Molybdän - Silber - Zirkon; Molybdän - Silber - Chrom; Molybdän - Silber - Titan; Molybdän - Chrom - Kupfer; Molybdän -,Chrom - Zinn; Molybdän - Chrom - Zink; Moly.bdän - Kupfer - Titan; 6o 0/ö Molybdän - 35 °% Silber - 5 % Kobalt.
  • q.. Wolfram - Silber - Zirkon; Wolfram - Kupfer - Zirkon; Wolfram - Silber - Titan; Wolfram - Kupfer - Titan; Wolfram - Zinn - Titan; Wolfrain - Zink - Titan; Wolfram - Silber - Chrom; Wolfram - Kupfer - Chrom; Wolfram - Zinn - Chrom; Wolfram -Zink - Chrom; Wolfram - Silber - Vanadium; Wolfram - Kupfer - Vanadium; 65 0/0 Wolfram - 30 0% Kupfer - 5 0/0 Nickel; 35 0% Wolfram - 35 0/0 Chrom -30 % Kupfer; 6o % Tantal - 25 % Zink -15 % Eisen.
  • Besonders die Beispiele ternärer Zusaminensetzung zeigen, daß eine zunächst binäre Zusammensetzung durch einen Zusatz in eine ternäre umgewandelt werden kann, wobei sogar eine Lösung mit einem oder mit beiden Bestandteilen der .binären Zusammensetzung stattfinden kann, insbesondere auch eine Legierungsbildung, falls nur die entstehenden Mischkristalle oder Legierungen - der Bedingung nicht widersprechen, daß mindestens zwei der Bestandteile untereinander keine oder nur eine oberflächliche Legierung (feste Lösung) eingehen. Wird beispielsweise Molybdän und Silber zu einem Zweistoffkörper (binäre Zusammensetzung) verarbeitet, so gehen diese Stoffe keine feste Lösung oder Legierung miteinander ein, auch dann nicht, wenn ein dritter Körper, wie Aluminium, zugesetzt und hierdurch ein Dreistoffkörper (ternäre Zusammensetzung) erhalten wird und das Aluminium sowohl das Molybdän als auch das Silber in Lösung nimmt bzw. mit ihm Legierungen eingeht.
  • Das Verfahren ist aber nicht auf die Herstellung solcher binären oder ternären Zusammensetzungen beschränkt, sondern gilt sinngemäß auch für weitere Mehrstoffzusammensetzungen. Darüber hinaus beschränkt sich das Verfahren nach der Erfindung auch nicht auf die Herstellung von Stoffen mit den beispielsweise angegebenen Zusammensetzungen.
  • Die Gehalte an den verschiedenen Stoffen werden, wie erwähnt, zweckentsprechend gewählt. Natürlich ist aber die Körnung des härteren bzw. schwerer schmelzenden Stoffes maßgebend für die Wahl der Menge des weicheren bzw. leichter schmelzenden Stoffes. Regelmäßig wird mit feinerer Körnung des härteren Metalles auch eine Verringerung der Menge des zugesetzten weicheren Metalles verbunden sein.
  • Das Verfahren wird so ausgeführt, daß man entweder die dichten Hartmetallpulver mit dem flüssigen weichen Metall umgießt oder auch Teile des weichen Metalls in fester Form, insbesondere als Pulver, -dem Pulver aus hartem Metall beimengt. Man kann dann das Ganze mit dem schmelzflüssig gemachten Rest von weichem Metall über das fest verbleibende Metall gießen. Vorteilhaft wird hierbei das Ganze auf solcher Temperatur erhalten, daß auch die beigemengten Weichmetallpulver erschmelzen und dem zugegossenen Weichmetall einverleibt werden.
  • Schließlich kann man derart verfahren, daß man ebenso harte wie auch weiche Metalle zerkleinert, mischt und hierauf das Ganze so weit erhitzt, daß zumindest das weiche Metall schmilzt und ,beim Erkalten das harte Metall einschließt, das seinerseits wiederum gleichmäßig im erkalteten weichen Metall verteilt ist. Derart kann man zunächst ganze Blöcke oder Barren beliebiger Form und Größe herstellen, die durchaus homogen sind und die dann durch Behandlung in der Wärme, wie z. B. Umgießen, oder durch mechanische Bearbeitung in der Wärme oder Kälte, wie z. B. Hämmern, Walzen, Ziehen, Schneiden, zu dem gewünschten Gegenstand verarbeitet werden.
  • Es ist aber auch möglich, nach dem Verfahren den gewünschten Gegenstand unmittelbar herzustellen, wenn das Metallpulvergemisch in eine entsprechende Form eingesetzt und in ihr zumindest der Weichinetallteil zum Schmelzen gebracht wird oder so weit erweicht wird, daß er beim Erkalten den Hartmetallteil in sich aufnimmt und einen Körper großer Homogenität und gleichmäßiger Dichte ergibt.
  • Manchmal ist es aber auch erwünscht, daß nur bestimmte Teile eines Gegenstandes aus nach dein Verfahren der Erfindung hergestellten Zwei- oder Mehrstoffkörpern bestehen, wenn es sich z. B. um einen Kontaktstift handelt, bei dem nur die äußere Kontaktfläche ebensowohl hart als auch leicht bearbeitbar und gegen Oxydation widerstandsfähig sein soll, während der übrige Teil des Kontaktstiftes in einer Fassung gehalten und hierdurch geschützt sein mag und jedenfalls nicht gleiche Widerstandsfähigkeit wie die Kontaktfläche aufzuweisen braucht. In solchem Fall ist bei dem neuen Verfahren vorgesehen, beispielsweise in einer nach oben offenen Form, deren tiefster Teil der Kontaktfläche entspricht, das harte Metallpulver in ausreichender Schicht aufzubringen, worauf man darüber das Weichmetall gießt oder erschmilzt, natürlich mit solcher Vorsicht, daß nicht - etwa Luftblasen eingeschlossen werden, also vorteilhaft mit verlorenem Kopf und derart, daß eine langsame Abkühlung, die von unten nach oben fortschreitet, durchgeführt wird. Dann erhält man einen Kontakt, der gerade an der Kontaktfläche die harten Metalle enthält und die gewünschten Gesamteigenschaften aufweist.
  • Ähnliches kann auch dadurch erreicht werden, daß man die harten Metalle nach ihrem Gewicht auswählt und dafür sorgt, daß das Metallbad, in welchem die weichen Metalle flüssig und die harten z. B. fest sind, gewisse Zeit heißflüssig absteht, wobei sich die schweren harten 'Metallpulver langsam nach unten bewegen können und zumindest eine Anreicherung des Bades an harten Metallen bzw. Metallpulvern iin unteren Teil entsteht, worauf man das Bad erstarren läßt.
  • Hiernach ist man imstande, ebensowohl geformte als auch formlose Körper gewünschter Eigenschaft herzustellen, die wegen ihrer Änderungsmöglichkeit des Gehalts an harten Metallen beliebige Festigkeit und wegen ihrer Änderungsmöglichkeit des Gehalts an «-eichen Metallen gute Leitfähigkeit besitzen und schwer oxydierbar sein können und mit solchen Eigenschaften weit wirtschaftlicher und somit billiger hergestellt werden können, als dies bisher aus Silber, Goldsilber, Platin usw. möglich war, die außerdem zu weich sind, rasch ausgeschlagen oder jedenfalls in ihrer Form verändert werden und darum häufigen Ersatz erfordern. Ebenso ist auch Kupferdraht trotz seiner guten Leitfähigkeit für elektrischen Strom und Wärme wegen seiner geringen Härte nicht immer geeignet, besonders nicht für Kontakte mit großer Oberfläche. Wolfram weist große Härte sowie mechanische und elektrische Widerstandsfähigkeit auf, besitzt aber andererseits geringere Leitfähigkeit für elektrischen Strom und Wärme und ergibt dementsprechend hohen Spannungsabfall, hohe Kontakttemperaturen und damit Anlaß zu schädlichen Wärmestauungen. Darüber hinaus neigen solche Kontakte zum Oxydieren, so daß sie in erster Linie nur für größere Stromstärken oder aber hohe Spannungen in Betracht kommen.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ermöglicht die Abstimmung aller vorteilhaften Eigenschaften der verschiedenen Metalle gegeneinander und ermöglicht somit die Schaffung eines Metallkörpers, der z. B. überwiegend hohe Leitfähigkeit bei ausreichender Härte oder aber überwiegende Härte bei genügender Leitfähigkeit sowie die jeweils gewünschte mechanische, elektrische und chemische Beständigkeit aufweist.
  • Besonders bemerkenswert ist noch, daß die nach dem neuen Verfahren hergestellten Körper auch dann, wenn harte Metalle überwiegend einverleibt sind, leicht formbar und mechanisch zu bearbeiten sind und daß die Oberflächenschicht nötigenfalls durch ohne weiteres verfügbare Werkzeuge abgenommen werden kann.
  • Nach -dem Verfahren können Kontakte hergestellt werden, die insbesondere große mechanische Festigkeit aufweisen sollen, also für Apparate, die dauernd betriebsbereit sein sollen, aber nur selten in Betrieb kommen, wie z. B. Feuermelderelais, ebenso aber auch Kontakte mit großer Leitfähigkeit, wo eine überaus häufige Kontaktgebung stattfinden soll unter Verhinderung von Wärmestauungen, während etwa in Bildung begriffene Oxydationsschichten durch das häufige Öffnen und Schließen gleichsam mechanisch entfernt werden sollen, wie z. B. .bei Schnellreglern.
  • Bei Apparaten, die hohe Ströme führen, aber einen gedrungenen Aufbau mit kleinen Kontaktoberflächen und trotzdem höherer Leitfähigkeit erfordern, wird das Verfahren so geleitet, daß das harte Metall überwiegt.
  • Ein nach dem Verfahren der Erfindung hergestellter Zwei- oder Mehrstoffkörper bringt den weiteren Vorteil mit sich, @daß er mit anderen Baustoffexi wegen seines Gehalts an weicheren Bindemetallen ohne Zwischenlot verbunden werden kann. Er kann leicht unmittelbar auf eine Eisenunterlage aufgelötet oder durch Punktschweißung aufgeschweißt werden. Neigung zu Schiefern oder Blättern, wie dies beispielsweise bei Wolframkontakten beobachtet wurde, die aus relativ kleinen, durch Sintern hergestellten Ingots herausgearbeitet werden müssen, liegt nicht vor.
  • Die Herstellungsmöglichkeiten gemäß der Erfindung und die Vorteile sind hiermit aber keineswegs erschöpft. Der nach dem Verfahren hergestellte Metallkörper kann insbesondere gehämmert, gewalzt, gezogen Oder/und gedreht werden. Das wird insbesondere durch die größere Homogenität und höhere Duktilität des entstehenden Körpers ermöglicht und ist dadurch bedingt, daß auch der härtere bzw. höher schmelzende Anteil in Bearbeitungsform, duktilem Zustand, nämlich geschmolzen oder gesintert und gegebenenfalls mechanisch durchgearbeitet vor dem darauffolgenden Pulverisieren zugesetzt wird. Bisher wurde aber im Gegensatz hierzu das hochschmelzende Metall, wie z. B. Wolfram, als originäres Metallpulver dem leichter schmelzenden Metall beigemengt. Solches ursprüngliches Metallpulver besitzt aber keinerlei Bearbeitbarkeit; darum wird sie ihm durch Zusammenschmelzen oder Sintern vor dem Pulverisieren künstlich erteilt.
  • Die feinkristallinische Struktur stellt sich regelmäßig von selbst ein, indem das durch Schmelzen oder Hochsintern erhaltene härtere Metall entweder bereits solche Struktur aufweist oder nachträglich durch mechanische Bearbeitung erhält. Nötigenfalls kann aber .eine besonders gewünschte feinkristallinische Struktur durch thermische Behandlungen erhalten werden, wie dies in der Metallbearbeitung bekannt ist, z. B. durch schnelles Abkühlen (Abschrecken) bei der Herstellung selbst oder durch anschließendes Erwärmen des bereits fertigen Körpers und darauffolgendes schnelles Abkühlen.
  • Die gemäß der Erfindung- hergestellten Körper sind auf keinen Anwendungszweck beschränkt. So können auch Metallkörper hergestellt werden, die für Lager, Dichtungen oder Stopfbuchsen besonders in Heißdampfturbinen geeignet sind.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Zwei- oder Mehrstoffkörpern, die aus mindestens einem Stoff einer Wolfram, Molybdän, Tantal umfassenden höher schmelzenden Gruppe und mindestens einem Stoff einer Kupfer, Silber, Gold, Aluminium, Platin, Blei, Zinn, Zink umfassenden niedriger schmelzenden Gruppe bestehen, wobei solchen Zwei- oder Mehrstoffkörpern gegebenenfalls auch- ein oder mehrere Stoffe einer Eisen, Kobalt, Nickel, Chrom, Vanadium, Zirkon, Titan umfassenden Gruppe einverleibt werden können und die in der Wärme und gegebenenfalls unter Druck verfestigt sind, ohne daß der höher, wohl aber der niedriger schmelzende Stoff seinen Aggregatzustand ändert, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die pulverförmigen Stoffe der höher schmelzenden Gruppe hochgesintert oder geschmolzen, darauf zerkleinert und in Mengen von etwa io bis 97%, vorteilhaft aber über 8o%, mit den Stoffen der niedriger schmelzenden Gruppe durch Vergießen oder Verschmelzen verfestigt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß :die höher schmelzenden Stoffe ungleichmäßig in dem niedriger schmelzenden verteilt, insbesondere an gewünschten Stellen angereichert werden, während sie an anderen Stellen in geringerer Menge vorhanden sind oder sogar vollständig fehlen.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, .daß den höher schmelzenden Stoffen vor ihrer Zerkleinerung durch einen Hämmer-, Walz- und anschließenden Ziehvorgang faserige Struktur gegeben wird.
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