DE646594C - Verfahren zur Reinigung von Kohlendestillationsgasen - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Kohlendestillationsgasen

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DE646594C
DE646594C DER92027D DER0092027D DE646594C DE 646594 C DE646594 C DE 646594C DE R92027 D DER92027 D DE R92027D DE R0092027 D DER0092027 D DE R0092027D DE 646594 C DE646594 C DE 646594C
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DE
Germany
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gases
ethylene
hydrocarbons
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DER92027D
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Inventor
Dr Walter Grimme
Dr Heinrich Tramm
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Ruhrchemie AG
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Ruhrchemie AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/32Purifying combustible gases containing carbon monoxide with selectively adsorptive solids, e.g. active carbon

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur Reinigung von Kohlendestillationsgasen Die Verwertung der in der Technik anfallenden Kohledestillationsgase gewinnt eine immer größere Bedeutung. Während das Koksgas früher als bloßes Unterfeuerungsmittel für die Koksöfen angesehen wurde, wird es heute in wachsenden Mengen zur Ferngasversorgung oder als Ausgangsstoff für chemische Verfahren verwendet. Die Reinigung des Gases hat sich bisher im wesentlichen auf die Beseitigung bzw. Gewinnung des im Gas vorhandenen Ammoniaks, Schwefelwasserstoffs, Benzols und Teers erstreckt. je mehr aber die technischen und chemischen Anforderungen an das Gas wuchsen, um so mehr ergab sich die Notwendigkeit, die sonst noch im Gas vorhandenen Verunreinigungen zu entfernen. Als die störendsten dieser Verunreinigungen haben sich im Laufe der Entwicklung die Harzbildner und die organischen Schwefelverbindungen des Gases herausgestellt. Schon die Ferngasversorgung hat in vielen Fällen mit den durch die Harzbildner verursachten Schwierigkeiten, die noch durch im Gas vorhandenes Stickoxyd erhöht werden, zu kämpfen. So haben sich beispielsweise Regler, Gasmesser, Brennerdüsen, aber auch Gasschieber und selbst Krümmer bei den in der Ferngasversorgung verwendeten höheren Drucken mit Harzen, die zurn Teil explosible Eigenschaften haben und deren Entfernung in jedem Falle Betriebsunterbrechungen verursachen, zugesetzt. Bei den Versuchen zur Gewinnun- von Alkohol aus dem Koksofengasäthylen haben sich die verharzenden Bestandteile, wie Cyklopentadien, Butadien, überhaupt Diolefine und sonstige zur Verharzung neigende Körper gleichfalls als äußerst störend erwiesen. Bei der Verwendung des Koksofengases für andere Zwecke, beispielsweise für katalytische Umwandlungen - sei es unter Benutzung des Koksofengases selbst, sei es nach Umwandlung des Koksofengases beispielsweise in ein Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch - haben wieder schwefelhaltige Verbindungen große Schwierigkeiten bereitet. Auch bei der Gastrocknung durch Silikagel oder bei Versuchen, das für chemische Zwecke wertvolle Äthylen mit hochaktiver Kohle aus dem Gas zu entfernen, werden die verharzenden Stoffe zu einer äußerst schwierig zu lösenden technischen Aufgabe. Ferner werden bei der Zerlegung der Koksofengase durch Tiefkühlung in den empfindlichen Vorrichtungen, die für diese Zerlegung Verwendung finden, häufig Verstopfungen beobachtet, die mitunter, da diese Harze, wie oben schon erwähnt, explosible Eigenschaften haben, zu schweren Explosionsstörungen der Vorrichtungen geführt haben. ,£ber auch für die Zwecke der ill)-lichen Heizung, beispielsweise für die Unt---r-I feuerung Ünter Kesseln, haben sich durch die verliorzenden Stoffe schon Schwierigkeiten P?zei 'gt Lind hauptsächlich weraen bei höher#ii Gehalten an organischem Schwefel auch An'-,' fressungen an den Vorwärinezonen der Kessel beobachtet. Bei der Verwendung für Hausbrandzwecke bewirkt der irn Gas vorhandene organische Schwefel durch die bei seiner Verbrennung entwickelten kleiven Mengen Schwefeldioxyd den bekannten unangenelimen, von den Verbrennungs ' gasen lierrühren-(len Geruch. Für die Beseitigung dieser Verunreinigungen sind eine Reihe von Verfahren entwickelt worden. So sind Feinreinigungsverfahren für den in organischer Bindung vorhandenen Schwefel beschrieben worden, beispielsweise durch Erhitzung des Gases und Vorbeiführung an Katalvsatoren. Ebenso sollen die Diolefine durch 1,atalvtisclie Umsetzung, Hydrierung odcr Oxydation bei höheren Temperaturen entfernt werden. Technisch wird vielfach die Druckwasserwäsche ausgeübt, bei der zusammen mit der Kohlensäure wenigstens die verliarzeilden Verbindung #en zum el -rollen Teil entfernt werden, was allerdings die Anwendung eines hohen Z3 Zn Druckes, einer weitläufigün Vorrichtung und einer eine -rolle Energienienge erfordernden -rolle i#len're Druckwassurs bedin-t, Für die c katalytische Umsetzung init Schwefelsäure sindVorr,-#iiii-uii-eii mit verdünnter Schwefelsaure vor'geschla-eii worden. Für die Ferngasversorgung wird durch sorgfältige Überwachung des Or'eilc,aiiies dafür gesor-t, daß zum ninidesten die Stickoxvdnien-en niedri-,-elialten werden, um die gröbstun Schwierig-I L.' keiten zu beseiti-en. Ein wirklich allgemein brauchbares `Verfahren ist aber bislang nicht gefunden worden. Dabei wäre es für die ganze Entwicklung der Gasversorgung von geradezu unübersehbarer Wichtigkeit, ein solclies allgemeines #-vrfalire,i zu finelen, d. li. die Leitun -en, die nian heute ganz selbstverständlich mit vom Ainnioniak, Benzol, Teer und Schwefelwasserstoff befreitei- Gasen speist, statt dessen auch init von Harzbil(Inern und organischen Schwefelverbindungen befreiten -lasen zu " speisen. Hierdurch würde sich das Anwendungsgebiet der Gase erheblich erweitern, die Ausnutzung der Leitungen verbessert werden und damit eine Aufgabe von erheblicher Bedeutung seiner Lösun- näher-ebracht werden.
  • Es wurde nun gvftindtii, daß man diese gewünschte Verbesserung der Gase erzielen I kaiin, wenn man auf sie nicht ein besondervs, dazu noch technisch meist schwieriges Reini-L' gungsverfahren anwendet, sondern wenn niun die Gase in ganz bestimmter mit Aktivkohle behandelt. Es ist für das Verfahren wesentlich, in welcher Weise diese Behandlung mit Aktivkohle vorgenommen wird. Es hat sieh nämlich herausgestellt, daß bei der üblichen Behandlung der Gase mit Aktiv-#kähle, beispielsweise zur Entfernung des Ben-Zols oder Naphthalins die gewünschte technische Wirkung, nämlich die Entfernung der Harzbildner und Schwefelverbindungen, keineswegs in genügender Weise erreicht wird. Die mit Aktivkohle nur vom Benzol oder nur vom Naphthalin befreiten Gase entlialten noch wesentliche Mengen von Schwefelverbindungen und auch voll Harzbildnern, so daß die Verwendung dieser Gase praktisch auf dieselben Schwierigkeiten stößt, wie die Verwendung üblicher, mittels Waschölverfahren vom Benzol befreiter Gase. Es hat s,ch aber überraschenderweise herausgestellt. daß es technisch im Dauerbetrieb gelingt, die Gase von den verharzenden und schwefelhaltigen Verunreinigungen züi befreien, wenn inan die Aktivkohle nur so lange mit Gas belädt, daß die Aktivkohle praktisch die gesamten, mindestens aber einen wesentlichen Teil der in den Gasen vorhandenen leichter als Ätlivlen und Äthan verflüssigbaren Kohlenwasserstoffe aufnimmt. Es hat sich m ät -nlich überraschenderweise herausgestellt, daß bei einer solchen Beladungshöhe praktisch die -esainten schwefelhaltigen und harzbildenden Verunreinigungen von der Aktivkohle aufgenommen werden und daß sie aus ihr auch wieder so weitgehend abgetrieben werden können, daß eine Schädigung der Aktivkohle nur 51-lir langsam eintritt. Die aus dem Gas aiii-,#nommenen leicht verflüssi-baren Kohlenwasserstoffe, wie Propylen, Propan, Butylen und Butan und höhere Kohlenwasserstoffe, ergeben ein leichtverflüssigbares Kohlen-Wasserstoff-Getnisch, das als wertvolles Nebenerzeugnis des Reinigungsverfahrens anfällt und beisDielsweise für Treil-)stoffz#-,-eck-e hervorragen(1 geeignet ist. Der besondere technische Vorteil besteht also dirin, (Iall die Gewinnung der bisher in den Kok-sgasen verbleibenden leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoffe durch die Behandlung der Koksofengase mit Aktivkohle unter gleichzeitiger wesentlicher Aufbesserung der Koksofen-ase gelingt. Die große Schwierigkeit beim Aktivkohleverfahren besteht darin, daß die Aktivkohle infolge der Harzbildner zu früh ermüdet. Diese Ersclieinung, zeigt sich schon bei der Benzol-,gewinntin- mit Aktivkolile. Man hätte nun erwarten sollen, daß bei der Gewinnung der Gasolbestandteile unter gleichzeitiger Entferiiiiii- der Harzbildner diese Verharzung ein solches Ausmaß erreichen würde, daß eine technische Durchführung des Verfahrens nicht in Frage käme. Überraschenderweise aber hat sich ergeben, daß man je Kilogramm Aktivkohle etwa die gleichen Mengen der leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoffe gewinnen kann, wie Benzol, d. h. etwa. i oo kg/kg, Kohle. Dies ist um so überraschender, als die Beladung vor dem jeweiligen Abtrieb beim Benzol etwa io bis :2o 1/0 des Gewichtes der Aktivkohle beträgt, während sie bei der Beladung nur bis zu Sättigung mit Gasolbestandteilen etwa :2 bis 5 % ausmacht. Da außerdem bei der Benzolbeladung nur ein gewisser Teil der verharzenden und schwefelhaltigen Verbindungen, bei der Beladung mit den Gasolbestandteilen aber praktisch die b-esamten verharzenden und schwefelhaltigen Verbindungen aufgenommen werden, so ist es klar, daß das Verhältnis aufgenommenes Benzol zu aufgenommenen Verunreinigungen um ein Vielfaches größer ist, als das Verhältnis aufgenommener Gasolbestandteile zu aufgenommenen Verunreinigungen und daher auf keinen Fall zu erwarten war, daß man auch nur annähernd die gleichen Ausbeuten an Gasol, gerechnet auf verbrauchte Aktiv-.kohle, erwarten konnte, wie bei den Benzolverfahren. Gerade diese überraschende Tatsache ermöglicht aber nunmehr unter Gewinnung der wertvollen leichtverflüssigbaren Kohlenwasserstoffe in angereicherter Form die Verbesserung der Koksofengase durch Reinigung von allen schwefelhaltigen und verharzenden Verbindungen bei allen in Frage kommenden Fällen in praktisch völlig ausreichender Form. Die Aufnahme erfolgt sehr rasch. Es 'gelingt beispielsweise, mit 1,6 cbm Aktivkohle bei einem Druck von 3 Atm. 1400 bis .2ooo cbm Koksgas in etwa 7 bis i o Minuten von den leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoffbestandteilen sowie von Harzbildnern, Schwefelwasserstoff und organischen Sch-,vefelverbindung*en züi befreien. Der Druck, bei dem die Behandlung vorgenommen wird, kann praktisch beliebig, zweckmäßig, aber zwischen i und io Atm., gewählt werden. Die Beladung ist nur jeweils zu unterbrechen, sobald ein wesentlicher Teil der leichtverflüssigbaren Kohlenwasserstoffe von der Aktivkohle nicht aufgenommen wird. Als wesentlicher Teil sind hier etwa 15 11, und darüber des Anfangsgehaltes an jenen Kohlenwasserstoffen zu verstehen. Belädt man die Aktivkohle, wie dies beim Benzol- oder Niaphthalinverfahren der Fall ist, so lange, bis praktiscli, die gesamten, leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoffe durchschlagen, so wird die Reinigunggswirkung ungenügend-Man hat schon vorgeschlagen, die Kohlendestillationsgase durch Tier- oder Holzkohle hindurchzuleiten. Bei diesen- Verfahren wurde entweder unter solchen Bedingungen gearbeitet, daß alle Kohleriwasserstoffe aus den Ausgangsgasen entfernt wurden oder aber, soweit Weit auf die Belastung der Kohlen--u,vasserstoffe in dem Gase gelegt wurde, hat man vorgeschlagen, die angewandte Menge an Kohle so zu bemessen, daß sowohl das A.thylen als auch alle anderen Kohlenwasserstoffe in dem Gase verbleibeit und nicht aufgenommen werden.
  • Es ist auch bekannt, daß bei der Adsorption die schwerer adsorbierbaren Bestandteile von den leichter aufnehmbaren Bestandteilen aus dem Adsorptionsmittel ausg--trieben wer-,den. So werden die leichtflüchtigen, niedrigmolekularen Kohlenwasserstoffe, wieÄthylen, Äthan, Propylen, Propan, von den schwererflüchtigen Kohlenwasserstoffen, wie Benzol und seine Homologen, Naphthalin u. dgl., aus dem Adsorptionsmittel verdrän 'gt, während andererseits das Propan und Propylen sowie deren höhere Homologe das Äthan und Äthylen zu verdrängen vermögen. Hierbei war es bekannt, daß das Äthylen nur bei Anwendung solch großer Kohlemengen aufgenommen werden kann, daß gleichzeitig auch der im Gase enthaltene Schwefelwasserstoff - zusammen mit dem Äthylen aufgenommen wird, während bei anderer Leitung des Adsorptionsvorganges, d. 11. wenn das Äthylen aus dem Gasgenlisch nicht mitaufgenommen werden soll, zusammen mit dem Äthylen auch der im Gase enthaltene Schwefelwasserstoff das Adsorptionsgefäß ohne aufgenommen worden zu sein, verläßt, so daß nach dem vorbekannten Stande der Technik bei Vorhandensein von Schwefelwasserstoff ein schwefelwasserstofffreies Äthylengas lediglich durch eine Behandlung mit Adsorptionsmitteln nicht gewinnbar sein sollte. Im Gegensatz dazu wurde nun gefunden, daß bei der Behandlung der Koksofengase gemäß vorliegender Erfindung zusammen mit den leichter aufnehmbaren Kohlenwasserstoffen als Äthylen sowohl die verharzenden als auch die schwefelhaltigen Bestandteile, d. h. sowohl der Schwefelwasserstoff als auch die organischen Schwefelverbindungen entfernt werden.
  • Das Verfahren sei an Hand des nachfolgenden Beispiels näher erläutert: Durch ein Adsorptionsgefäß, welches mit 1,5 cbm Aktivkohle gefüllt war, wurden bei einem Druck von 2,.q Atm. 2000 cbm Kohlendestillationsgas mit einer Durchsatzgeschwindigkeit von 16o cbm/min. bei gewöhnlicher Temperatur geleitet. Das eintretende Gas wies einen Gesamtschwefelgehalt von 32 g/ ioo cbm auf, während das austretende äthylenhaltige Gas nur noch 0,2 g Gesamtschwefel ioo cbm enthielt.

Claims (1)

  1. PATENTAIXSPRUCH' Verfahren zur Entfernung von Schwe-" felwasserstoff gleichzeitig n#e,_ändeAj#
    verharzenden und schwefelha standteilen ans Kohlendestil. In unter Anwendung von Akut
    durch gekennzeichnet, daß das Überleiten der Kohlendestillationsgase unterbrochen wird, sobald wesentliche Mengen an leichter als Äthan und Äthylen verflüssigbaren Kohlenwasserstoffen durch die A-Kohle durchschlagen.
DER92027D 1934-12-02 1934-12-02 Verfahren zur Reinigung von Kohlendestillationsgasen Expired DE646594C (de)

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