DE647057C - Verfahren zur UEberfuehrung zerfliesslicher Salze der Alkalien und Erdalkalien in nicht hygroskopische Anlagerungsprodukte - Google Patents

Verfahren zur UEberfuehrung zerfliesslicher Salze der Alkalien und Erdalkalien in nicht hygroskopische Anlagerungsprodukte

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DE647057C
DE647057C DEK130361D DEK0130361D DE647057C DE 647057 C DE647057 C DE 647057C DE K130361 D DEK130361 D DE K130361D DE K0130361 D DEK0130361 D DE K0130361D DE 647057 C DE647057 C DE 647057C
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salts
hygroscopic
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betair
alkalis
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DEK130361D
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Inventor
Dr Heinrich Jungmann
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Kali Chemie AG
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Kali Chemie AG
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur überführung zerfiießlicher Salze`der Alkalien und Erdalkalien in nicht hygroskopische Anlagerungsproduk-te Die Zerfließlichkeit vieler Allkali- und. Erdalkalisalze bildet häufig ein Hemmnis für ihre technische oder therapeutische Verwendung.
  • Es wurde festgestellt, daß solche zerfließlichen Salze dadurch in eine haltbare Form gebracht werden. können, daß man sie mit Betair vereinigt. Die Vereinigung mit Betair kann in wäßrigen oder :organischen Lösungsmitteln vorgenommen werden. Man erhält die Produkte aus der Lösung durch einfaches Kristallisieren oder Eindampfen oder durch Fällen mit organischen Flüssigkeiten, die die Löslichkeit herabsetzen. Mau gelangt auf diese Weise zu Verbindungen oder Anlagerungsprodukten der Salze mit Betair, die vollkommen haltbar und nicht hygroskopisch sind. Dies ist um so überraschender, weü nicht nur die Ausgangssalze, sondern auch das Betair hygroskopische Eigenschaften zeigen. An Stellte von Betair können auch mit gleichem Erfolg betainähnliche quarternäre Basen verwendet werden, z. B. Pyridin- oder Chinolmbetam, die leicht zugängliche chemische Verbindungen darstellen und nicht gif-tig sind.
  • Löst man die an Betäin oder an die betain;-ähnlichen quartemären Basen -angelagerten Salze wieder im wäßrigen Medium auf, so tritt eine Spaltung des Anlagerungsproduktes in Base und Salz ein, und man erhält Lösungen, welche die Eigenschaften. wie eine entsprechende Lösung des betreffenden Salzes für sich besitzen. Handelt es sich beispielaweise 'um ein Alkali- oder Erdalkalirhodanid, so zeigen die Lösungen der Verbindung die bekannten reinigenden bzw. schleim-und eiterlösenden Wirkungen des Rhodans, handelt es sich um. eine Calciumchlöridverbindung, so zeigen auch die Lösungen die bekannten therapeutischen Eigenschaften des gelösten Calciumchlorids usw., wobei das gelöste Betair, lediglich als indifferenter, ungiftiger Stoff neben den Salzen in diesen Lösungen vorhanden ist.
  • In jedem Fall hat das Verfahren den Vorteil, daß das betreffende zerfließliche Salz in einer Form aufbewahrt wenden kam!, in der es sich wie ein nichtzerfließliches Salz der Alkalüen oder Erdalkalien verhält und sich beispielsweise ohne Veränderung seines physikalisichen Zustandes an .der Luft dosieren läßt.
  • Es ist zwar bekannt, daß sich Zinkchlorid und Kupferchlorid mit Betair zu vereinigen vermag. Zinkchlorid und Kupferchlorid sind aber Metallsalze von saurem Charakter, aus ,deren Verhalten gegenüber der Base Betair kein S:chluß auf die Anlagerungsfähigkeit neutral reagierender Salze bzw. Salze starker Basen an die Base Betair und die Eigenschaften dieser Anlagerungsverbin.dungen gezogen werden kann.
  • Zur Durchführung des Verfahrens kann man auch statt der hygroskopischen Salze solche Ausgangsstoffe verwenden, die bei ihrer Umsetzung mit den Salzen der Basen erst die trockenen und haltbaren Verbindungen der Basen mit den hygroskopischen Salzen ergeben.
  • Ein anderer Weg zur Herstellung der trokkenen haltbaren Verbindungen des Betairs bzw. .der betainähnlichen Basen mit hygroskopischen Alkali- bzw. Erdalkalisalzen besteht darin, die Salze des Betairs bzw. der betainähnÄchen Basen mit Oxyden, Hydroxyden oder Carbonaten in einer zur Bildung der hygroskopischen Salze ausreichenden Menge umzusetzen. Die Gewinnung kann auch hier durch Auskristallisieren oder Verdampfen, z. B. im Vakuum, oder durch Ausfällen mit solchen Lösungsmitteln geschehen, in denen die Anlagerungsprodukte nicht oder nur wenig löslich sind. Ausführungsbeispiele 1. 8,1 g Natriumrhodanid werden in 3o, ccm Alkohol von 96% heiß gelöst und mit einer heißen Lösung von 11,7 g Betair in 3o.ccm Alkohol vereinigt. Beim Abkühlen kristallisiert die Doppelverbindung C5 H11 O. N -{- Na S C N in farblosen, derben Kristallen aus, die abgetrennt werden. Die Kristalle zerfließen nicht an der Luft und sind leicht löslich in Wasser und wenig löslich in kaltem, leicht löslich in heißem Alkohol und unlöslich in Äther.
  • 2. Eine wäßrige Lösung von 18,42 g Magnesiumbromid und 23,4 g Betair wird auf dem Wasserbad zur Trockne verdampft. Statt dessen kann man auch im Vakuum verdampfen. Der farblose Rückstand läßt sich aus Alkohol umkristallisieren. Die Verbindung (C5H110..N)2+M.-Br2 ist nicht hygroskopisch.
  • 3. Zu einer heißen Lösung von 13,7 g Pyridinb.etain in ioo.ccm absolutem Alkohol gibt man eine Lösung von 7,6g Ammoniumrhodanid in 3o.ccm Alkohol. Beim Erkalten scheiden sich nur wenige Kristalle aus. Durch Zusatz von Äther fällt die Doppelverbindung C7 H7 02N L N H4 S C N als Öl aus, das in der Kälte zu scholligen Blättern erstarrt, die nicht hygroskopisch sind.
  • In gleicher Weise kann man die Verbindung (C7 H702 N)2+ Ca Br. herstellen, indem man Calciumbromid in eine heiße Lösung von Pyridinbetain in Alkohol einträgt und wie oben verfährt.
  • 4. Man neutralisiert eine Lösung von 15,35 g Betainhydro.chlorid in Wasser mit 5,o g Calciumcarbonat. Beim Eindampfen der farblosen Lösung erhält man einen Brei, der rasch fest wird und sich zu einem nichtzerfließlichen Pulver verreiben läßt, das etwa der Doppelverbindung (C" H11 OZ N) 2 - Ca Ch entspricht. Die Kristalle können in Alkohol und Äther umgelöst werden.
  • Ingleicher Weise kann man auch beispielsweise Pyridinbetainrhodanid mit Magnesia neutralisieren. :Ulan erhält dann eine Anlagerungsverbindung mit Magnesiumrhodanid an Pyridinbetain.
  • 5. Beim Eindampfen von 23.6 g Calciumnitrat (Ca(N03)"-4H20) und 27,0 g Betair in i oo ccm Wasser erhält man einen Sirupösen Rückstand, der nach dem Erstarren leicht zerrieben werden kann. Das sandige, farblose Kristallpulver ist luftbeständig und schmilzt im Gegensatz zu Calciumnitrat nicht bei Wasserbadtemperatur.
  • 6. Eine konzentrierte wäßrige Lösung von 13,44 g Trichloressigsäure wird mit der berechneten Menge Lithiumcarbonat (3,o4 g) neutralisiert. Nach Zugabe von 11,36 g Betair läßt man die Lösung im Exsikator übereinem Trockenmittel stehen. Als Rückstand erhält man in nadelförmigen Verwachsungen das LithiÜmsalz des trichloressigsauren Betairs. Es zerfließt an feuchter Luft selbst nach tagelangem Stehen nicht.
  • 7. 22,5 g wasserhaltiges Calciumrhodanid mit 15,62 g Ca (S CN)2 werden mit 13,5 g Betair (C5 H1102 N -4-- i H2 0) verrieben. Es entsteht zunächst eine schmierige Masse, die nach kurzem Stehen hart wird und sich zu einem Pulver zerreiben läßt. Das Salz verliert im Exsikator über Schwefelsäure sein Kristallwasser vollständig und entspricht dann der Formel C5H1102N+Ca(SCN)2.
  • $. Eine wäßrige Lösung von 73,71 g salzsaurem Betair wird mit 2:1 g Calciumcarbonat neutralisiert. Nach Zugabe von 46,66 g Kaliumrhodanid dampft man auf dem Wasserbad auf ein Volumen von etwa 15o bis 200 CCM ein und filtriert vom ausgeschiedenen Kaliumchlorid -(23 g) ab. Beim Abkühlen auf 5 bis i o' fallen weitere Mengen von Kaliumchlorid aus. Durch Zugabe der drei- bis vierfachen Menge Alkohol wird der Rest des gebildeten Kaliumchlorids (Gesamtmenge 35,o g, berechnet 35,8 g) ausgeschieden und abfiltriert. Durch Abdestillieren des verdünnten Alkohols erhält man als Rückstand die farblose Verbindung (C5H"02N)2+Ca(SCN)2, die leicht löslich in Wasser, schwer löslich in absolutem und 96%igem Alkohol ist und nicht an feuchter Luft zerfließt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Überführung zerfließlicher Salze der Alkalien und Erdalkalien einschließlich des Magnesiums in nichthygroskopische Verbindungen bzw. Anlagerungsprodukte, dadurch gekennzeichnet, daß man die zerfließlichen Salze der Alkalien bzw. Erdalkalien in Gegenwart von Wasser oder organischen Lösungsmitteln mit Betair vereinigt und die Vereinigungsprodukte aus der Lösung durch Kristallisation oder Verdampfen oder durch Fällen mit omanischen Flüssigkeiten, die ,die Löslichkeit der Vereinigungsprodukte herabsetzen, gewinnt. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle von Betair betainähnliche quarternäre Basen verwen-@det werden, 3. Verfahren nach Anspruch i und a, dadurch gekennzeichnet, daB man statt der hygroskopischen Salze solche Ausgangsstoffe verwendet, die bei ihrer Umsetzung mit den Salzen der Basen die trockenen und haltbaren Verbindungen der Basen mit den hygroskopischen Salzen ergeben. q.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Salze des Betgins oder der betainähnlichen Basen mit Oxyden, Hydroxyden,oder Carbonaten in einer zur Bildung der hygroskopischen Salze ausreichenden Menge versetzt und die Umsetzungsprodukte durch Kristallisieren, Verdampfen o. dgl. gewinnt.
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