DE648765C - Fahrstrassenkraftstellwerk - Google Patents
FahrstrassenkraftstellwerkInfo
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Classifications
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- B61L19/06—Interlocking devices having electrical operation
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Train Traffic Observation, Control, And Security (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
10. AUGUST 1937
10. AUGUST 1937
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M 648765 KLASSE 2Oi GRUPPE 1102
Fahrstraßenkraftstellwerk
Patentiert im Deutschen Reiche vom 31. Juli 1935 ab
Im allgemeinen sind heute die Stellwerke, einerlei, ob es sich um mechanische oder um
Kraftstellwerke handelt, so eingerichtet, daß al le. zu einer Fahrt benötigten Vorrichtungen,
wie Weichenhebel, Fahrstraßenhebel, Bahnhofsblockung, Signalhebel usw., einzeln nacheinander
bedient werden. Dieser Grundsatz der Einzelbedienung wurde in Deutschland bisher nur insoweit durchbrochen, als gewisse
unmittelbar zusammengehörige oder voneinander abhängige Einzelhandlungen zu einer gemeinsamen Handlung vereinigt wurden,
beispielsweise beim Kraftstellwerk die Fahrstraßenfestlegung und die Signalbedienung.
Im Ausland sind Einrichtungen bekanntgeworden, die beispielsweise einen Teil
oder alle zu einer Fahrstraße gehörigen Weichen gleichzeitig umstellen.
Die Folge der zahlreichen Einzelhandlungen bedeutet für den Eisenbahnbetrieb
einen großen Zeitaufwand, der auf großen Bahnhöfen täglich insgesamt mehrere Stunden
betragen kann. Außerdem wird die Bauart der Stellwerke unübersichtlich, schweres
fällig und kostspielig. Die mechanischen und elektrischen Abhängigkeiten und Ausschlüsse,
die eine Falschbedienung verhindern, die Bedienung an sich aber erzwingen sollen,
sind häufig nur unter erheblichen Zugeständnissen an den Betrieb technisch durchführbar.
Endlich macht die räumliche Unterbringung häufig große Schwierigkeiten, da der Platzbedarf solcher Stellwerkseinrichtungen
bedeutenden Umfang annehmen kann. Auch die Neukonstruktionen, wie beispielsweise
das Vierreihenstellwerk, stellen keine befriedigende Lösung der Platzfrage dar, da
gegen die Ausdehnung in die Länge und Breite lediglich die Ausdehnung in die Höhe
eingetauscht wurde. Bei räumlicher Trennung der Einzeleiiirichtungen auf verschiedene
Stellwerke werden die Abhängigkeiten weiter vermehrt und damit verwickelter.
Der Zweck vorliegender Erfindung ist, die mechanischen und elektrischen Ausschlüsse
möglichst ohne Verschlußregister unter Erhöhung der Sicherheit herbeizuführen und
die Schwierigkeiten der räumlichen Unterbringung endgültig für den Stellwerksbau zu
beseitigen. Endlich soll betrieblich unter Beibehaltung der gleichen Freizügigkeit hinsichtlich
der Betriebsweise der Zeitaufwand zur Bedienung des Stellwerkes so kurz wie technisch möglich gestaltet werden, um den
Betrieb auf den Bahnhöfen flüssiger durchführen zu können.
Diese Aufgabe wird grundsätzlich dadurch gelöst, daß durch Drücken einer Fahrstraßentaste
alle die für eine Fahrt, Zugoder Verschiebefahrt, notwendigen Beeinflussungen
von Weichen, Signalen, Blockfeldern usw. mittels eines' Schaltwerkes aus-
geführt werden. Somit wird auf die Anordnung von Einzelhebeln (Weichen-, Fahrstraßen-,
Signalhebeln usw.) verzichtet.
Soll beispielsweise der Fahrweg für eine Verschiebefahrt eingestellt werden, so benötigt
man zur Herstellung der Fahrstraße ein Schrittschaltwerk bekannter Art, das so viele Kontakte besitzt, wie Beeinflussungen
gefordert werden. Liegen in der einzustellenden Fahrstraße beispielsweise sechs Weichen,
so wird durch den ersten Kontakt des Sclirittschaltwerkes die erste Weiche der einzustellenden
Fahrstraße in die richtige Lage gebracht, durch den z\veiten Kontakt die
zweite Weiche usw. Damit der Fahrweg jedoch möglichst schnell hergestellt wird, schaltet das Schaltwerk bereits auf den folgenden
Kontakt, wenn der Auftrag zur Umstellung an das zugehörige Weichensteuerorgan abgegeben ist, und wartet nicht, bis
die Weiche die gewünschte Endlage erreicht hat. Das Steuerorgan kann ein Magnetschalter
bekannter Art oder aber ein gittergesteuertes Glülikathodenrohr mit Gas- oder
Dampffüllung sein. Das Schaltwerk selbst bleibt auf dem dem letzten Weichenkontakt
folgenden Kontakt so lange stehen, bis eine Rückmeldung von allen Weichen der eingestellten
Fahrstraße eintrifft. Die Rückmeldung kann in bekannter Weise durchgeführt werden, jedoch muß sie die Rückführung
des Schaltwerkes in die Grundstellung veranlassen. Die Schaltgeschwindigkeit des
Schrittschaltwerkes, die an sich bis zu 40 Schritte in der Sekunde betragen kann, ist
zweckmäßig so zu bemessen, daß die beim Anlaufen der Weichenmotoren auftretenden
Stromspitzen nicht zusammenfallen. Ist eine Weiche nicht bis in ihre Endlage durchgelaufen,
so würde der Wärter zwar erkennen können, daß die Fahrstraße nicht vollständig hergestellt ist (die Rückmeldung ist ausgeblieben,
das Schaltwerk kehrt nicht in die Grundstellung zurück, was ihm durch Glühlampen,
verbunden mit Wecker, angezeigt wird), er weiß aber nicht, welche Weiche gestört ist. Zwecks Rückführung des Schaltwerkes
in die Grundstellung ist daher jeder Fahrstraßentaste zusätzlich eine Löschtaste
zugeordnet, die mit Überwachungszählwerk ausgerüstet sein kann. Zur Kenntlichmachung
der einzelnen Weichenstellungen und damit auch der Störstellungen bei Weichen wird im
Stellwerk selbst das gesamte Gleisbild durch Glührohre derart dargestellt, daß eine eingestellte
Fahrstraße aufleuchtet. Das Abbild der Fahrstraßen ist in Weichenabschnitte unterteilt, so daß das einer nicht gefolgten
Weiche zugeordnete Leuchtstück dunkel bleibt. Es kann auch die auf Ablaufstellwerken
übliche Glühlampenüberwachung Verwendung finden. * Vom Niederdrücken der Fahrstraßentaste bis zur vollendeten Herstellung
der Fahrstraße leuchtet eine über der Taste selbst befindliche Überwachungslampe
auf, oder die Taste wird in ihrer Tieflage elektromechanisch solange festgehalten.
Bei der beschriebenen Anordnung wäre es - notwendig, so viele Schaltwerke vorzusehen,
wie Fahrwege möglich sind. Da sich aber zahlreiche Fahrwege gegenseitig ausschließen
(wenn sie nämlich eine oder mehrere Weichen gemeinsam haben), so können alle diese Fahrstraßen an ein gemeinsames Schaltwerk
angeschlossen werden, wie es bereits für Ablaufstellwerke bekanntgeworden ist. Das
Schaltwerk kann dann wie dort ein aus der Fernsprechtechnik bekannter Hebdrehwähler
sein. An einen Hebdrehwähler können bis 30 Fahrstraßen angeschlossen werden. Da aber auch mehrere Fahrwege voneinander unabhängig
befahren werden können, so sind diese Fahrstraßen an einem zweiten, gegebenenfalls
an einem dritten und vierten zu wiederholen.
Den weiteren Ausführungen ist die Benützung von Hebdrehwählern oder diesen
ähnlichen Schaltwerken zugrunde gelegt.
Die Fahrstraßen \vären an einen Hebdrehwähler genau wie bei den bekannten Ablauf-Stellwerken
so anzuordnen, daß jeder horizontalen Kontaktreihe eine Fahrstraße entspricht, während die den einzelnen Kontakten
jeder Reihe zugeordneten Schaltglieder der Reihenfolge der Bedienungsvorgänge bei Einzelbedienung
entsprechen. Somit hängt die Anzahl der anzuschließenden Kontakte jeder Kontaktreihe von der Anzahl der für die betreffende
Fahrstraße sonst notwendigen Einzelhandlungen ab.
Handelt es sich um Stellwerke, die Fahrstraßen für Zugfahrten herzustellen haben,
so sind die vorbesprochenen Fahrstfaßenkontaktreihcn,
die die Umstellung der Weichen vermitteln, durch weitere Kontakte zu ergänzen. Die Einstellung der Fahrstraßen
erfolgt zunächst in gleicher Weise wie für Verschiebefahrten. Für Zugfahjrten muß
darüber hinaus die richtige Stellung der Weichen, geprüft werden, wie dies heute im
allgemeinen durch Ziehen eines Fahrstraßenhebels geschieht. Erfindungsgemäß wird die
Prüfung durch ein zweites Schaltwerk herbeigeführt, an welches die Rückmeldeleitungen
der einzelnen Weichen in entsprechender Reihenfolge und entsprechend der verlangten
Weichenlage (Plus- oder Minusstellung) einzeln angeschlossen sind. Hat der Fahrstraßenwähler
die Weichen umgestellt, so bleibt der Schaltarm wiederum auf dem dem
letzten Weichenkontakt folgenden Kontakt stehen und schaltet das Prüfschaltwerk der
Ö48765
entsprechenden Fahrstraße ein, indem er dem Drehmagneten dieses Schaltwerkes einen
Stromstoß zum Vorrücken auf den ersten Prüf kontakt gibt. Liegt die zugehörige Weiche
richtig, so wird dem Drehmagneten über die Uberwachungsleitung, den Prüfkontakt und
den Schaltarm erneut Strom zugeführt, so daß er auf den nächsten Prüfkontakt vorrücken
kann usw. Liegen alle Weichen richtig (gegebenenfalls auch die Verriegelungen der spitz befahrenen Weichen), so rückt das
Pfüfschaltwerk auf einen Kontakt vor, der dem Fahrstraßenschaltwerk einen neuen
Stromstoß zuführt und dieses auf einen nächsten Kontakt vorrücken läßt. Dieser
Kontakt kann je nachdem, ob es sich um ein abhängiges oder ein Befehlsstellwerk handelt, ein Signalfreigabe- oder Zustimmungsempfangskontakt
sein. Ist das Signal freigegeben beziehungsweise die Zustimmung gegeben, so kann das Fahrstraßenschaltwerk
weiterschreiten und entweder weitere Zustimmungen abtasten oder gegebenenfalls die Betätigung
des Signals auslösen. In entsprechender Weise wird die Signalrücknahme
durch Haltfallen des Signalflügcls (oder bei einer Einfahrt durch Befahren des Schienenkontaktes
der bei den heutigen Anlagen durch Auslösung der elektrischen Tastensperre) sowie
die Zustimmungsrückgabe und gegebenenfalls die Fahrstraßenauflösung bei Einfahrten
(Zugschlußmelder) ausgelöst. Ebenso kann die Betätigung des Streckenblocks von dem Fahrstraßenschaltwerk durchgeführt
werden.
Durch das zwangsläufige Fortschalten des Schaltwerks erübrigen sich alle heute dem
Bedienungszwang dienenden Einrichtungen des Blocks, wie mechanische Tastensperre,
Wiederholungssperre, Untenvegssperre, Signalverschluß, Signalrückgabesperre. Die
Fahrstraßenfes tlegesperre erübrigt sich dadurch, daß das Schaltwerk von Anfang der
Fahrstraßeneinstellung (Drücken der Fahrstraßentaste) bis zur Beendigung der Zugfahrt
belegt bleibt und daher ein vorzeitiges Eingreifen in die Fahrstraße unmöglich ist.
Außerdem aber sind dadurch, daß alle Fahrstraßen an dem einen Schaltwerk liegen und
jeweils nur eine von ihnen eingestellt werden kann, die Ausschlüsse rein mechanisch gegeben,
und es entfallen daher das Verschlußregister unter den Weichenhebeln und die Fahrstraßenhebelsperren; d. h. es erübrigt
sich der gesamte Blockuntersatz.
Da aber meistens nicht alle Fahrstraßen sich gegenseitig ausschließen, so sind, wie
bereits bei den Verschiebefahrten beschrieben, die gleichzeitig zugelassenen Fahrstraßen
an weiteren Wählern zu wiederholen. Zur Erzielung eindeutiger Ausschlüsse bei Verwendung mehrerer Wähler können verschiedene
Wege beschatten werden.
Für den einfachsten Fall genügt es, dafür zu sorgen, daß, wenn zwei Wähler belegt,
also zwei Fahrstraßen eingestellt sind, der erste Wähler, der alle Fahrstraßen trägt, erst
dann in die Grundstellung zurückgehen kann, wenn auch die Zugfahrt des zweiten Wählers
beendigt und dieser in die Grundstellung zurückgekehrt ist. Eine solche Anordnung
kann jedoch bei dichter Zugfolge zu einer Behinderung des Betriebes führen. Man kann
diesem Übelstand dadurch abhelfen, daß man den ersten Wähler nach Beendigung seiner
Zugfahrt die Fortschaltung der Fahrstraße, die gerade am zweiten Wähler liegt, übernehmen
läßt und damit den zweiten Wähler zur erneuten Fahrstraßencinstellüng freigibt. Die
Anordnung kann so getroffen werden, daß entweder der Wärter von Hand den in Wähler
2 stehenden Auftrag auf Wähler 1 überträgt (durch erneutes Drücken der betreffenden
Fahrstraßentaste) und damit den Wähler 2 wieder freigibt, oder daß bei Freiwerden
des ersten Wählers dieser Vorgang selbsttätig oder gegebenenfalls beim Drücken
der nächsten Fahrstraße erfolgt. Auf diese Weise bleibt der rein mechanische Ausschluß
feindlicher Fahrstraßen gewährleistet.
Wo, wie es meistens der Fall ist, Verschiebe- und Zugfahrten in demselben Stellbezirk
nebeneinander möglich sein sollen, können die vorbeschriebenen Anordnungen in einfacher Weise vereinigt werden: Man sieht
zur Fahrstraßengebung je zwei Fahrstraßentasten für jede Fahrstraße vor, deren eine
nur die Umstellung der Weichen und deren andere die Herstellung der Fahrstraßen für
Zugfahrten bewirkt. Die Verschiebefahrtentaste steuert Hebdrehwähler, "die nur die Umstellung
der Weichen für Verschiebefahrten in vorbeschriebener Weise vornehmen. Wenn dagegen die Zugfahrttaste gedrückt wird, so
bewirken die Verschicbefahrstraßenwähler zunächst die Umstellung der Weichen. Jedoch
wird die einfache Weichenprüfung durch das Drücken dieser Taste verhindert und statt dessen die Fahrstraßenprüfschaltwerke
angeschaltet, die nunmehr auch die für no Zugfahrten weiterhin notwendigen. Beein:
flussungen von Signal und Block (wie für Zugfahrten beschrieben) vornehmen. Auf
diese Weise werden auch für diese Vereinigung unnötige Schaltwerke vermieden, unter
Beibehaltung der rein mechanischen Ausschlüsse, denen nunmehr auch die Verschiebefahrten
unterliegen.
Während auch für den Verschiebebetrieb das Fahrstraßenprinzip als betriebsfördernd
anzusehen ist, da auch für jede mögliche Verschiebefahrt eine Fahrstraße vorgesehen
ist, so erscheint die Einzelbedienung der Weichen aus Gründen der laufenden Unterhaltung
(Schmieren) wünschenswert. Diese Einzelbedienung ist dadurch sichergestellt, S daß immer bestimmte Fahrstraßen stehen
oder bestanden haben, so daß dem Weichenwärter die Möglichkeit gegeben ist, eine
solche Fahrstraße zu wählen, die sich von der bestehenden Fahrstraße nur durch die
ίο Stellung der einzeln zu bedienenden Weiche unterscheidet. Eine Ausnahme hierfür bildet
lediglich die sogenannte einfache Gleisverbindung, bei der die beiden zusammengehörigen
Weichen gleichzeitig umlaufen. Eine Betriebsgefährdung ist hierin nicht zu erblicken,
da das Befahren nur einer Weiche einer solchen einfachen Gleisverbindung
naturgemäß unmöglich ist.
Bei dichter Zugfolge kann das Stellwerk noch durch einen Vorspeicher mit Unterbrechung
ergänzt werden, der es gestattet, eine bestimmte Anzahl von Fahrten im voraus
einzuspeichern. Auf diese Weise wird ein Zeitverlust zwischen Fahrstraßenauflösung
und Einstellen einer neuen Fahrstraße vermieden. Um den Wärter zu entlasten, muß
der Vorspeicher es gestatten, daß eine bestimmte Anzahl von Auftragen eingespeichert
wird, die er in der gleichen Reihenfolge an die Fahrstraßenschaltwerke abgibt. Darüber
hinaus muß er" auch, wenn nur ein Teil der eingespeicherten Aufträge ausgeführt sind,
weitere Aufträge aufnehmen können, ohne die gegebene Reihenfolge zu durchbrechen. Erfindungsgemäß
besteht dieser Vorspeicher aus einer Anzahl von Speichergliedern in Form von Schrittschaltwerken (Vorwählern), deren
Zahl derjenigen der gleichzeitig gewünschten Vorspeicherungen entspricht. Jedes dieser
Speicherglieder. kann die Einstellung jeder Fahrstraße vermitteln, indem jedem Kontakt
eine bestimmte Fahrstraße zugeordnet wird. Die Einspeicherung der Aufträge erfolgt über
ein übergeordnetes Schrittschaltwerk (Vorwähler), welches jeden nächsten Auftrag dem
jeweils nächsten Speicherglied zuleitet. Die Kennzeichnung des Auftrages, die in einer
bestimmten Anzahl von Stromstößen besteht, kann durch eine Nummernscheibe oder in be- ,
kannter Weise durch einen Relaisunterbrecher in Zusammenarbeit mit einem Mitläufer
erfolgen. Handelt es sich beispielsweise um ein Speicherglied, das die Herstellung
von 10 Fahrstraßen vermitteln soll, so werden ihm bei der Einspeicherung so
viele Stromstöße vorgegeben, daß es bei der Auftragsentnahme, um in seine Grundstellung
zurückzukehren, noch so viele Schritte machen muß, wie das Hubwerk des
Fahrstraßenschaltwerkes, das ihm parallel geschaltet wird, steigen soll. Die Auftragsentnahme selbst geschieht entsprechend dem
Verteiler bei der Einspeicherung über einen Sammler (Vorwähler), der den jeweils nächsten
Auftrag dem jeweils nächsten Speicherglied entnimmt, sobald ein Fahrstraßenschaltwerk
frei wird, das diesen Auftrag ausführen kann.
Bei großen Bahnhofsanlagen müssen bei Anwendung von Stellwerken nach heutigen
Systemen zahlreiche Stellbezirke eingerichtet werden, deren jeder von einem vollständigen
Stellwerk mit allen Zusatzeinrichtungen bedient wird. Die Zahl der Stellbezirke richtet
sich erstens nach der Zahl der anzuschließenden Weichen, Signale usw., zweitens nach
der Belastung des Stellwerks durch Zug- oder Rangierfahrten und drittens gegebenenfalls
nach der Übersichtlichkeit der Fahrstraßen, d. h. der Stellwerkswärter muß einwandfrei
die von ihm zu bedienenden Fahrstraßen übersehen können, um Fahrten in ein besetztes
Gleis sicher verhüten zu können. Bei Stellwerkseinrichtungen gemäß der Erfindung
ist für die Zahl der Bedienungsstände lediglich die letzte Bedingung maßgebend. Der Bedienungsstand selbst bedarf keines besonderen
Gebäudes, da er nur die Fahrstraßentasten und das Überwachungslcuchtbild
zu enthalten braucht. Fahrstraßen für eine Zugfahrt können in einfacher Weise durch Glühlampen über der entsprechenden
Fahrstraßentaste angefordert werden. Die zugehörigen Fahrstraßenwähler können in
einem Punkt ober- oder unterirdisch zusammengezogen oder aber zur Vermeidung zu
großer Kabellängen auf einige wenige Punkte des Bahnhofs verteilt werden. Bestehen zwischen
diesen Teilstellwerken Abhängigkeiten, so sind diese über Zustimmungskontakte auf
den abhängigen Stellwerken in anfangs beschriebener Weise herbeizuführen.
Die Anpassungsfähigkeit des Stellwerks gemäß der Erfindung gestattet es, die Vollselbsttätigkeit
des Stellwerks abzubrechen und an bestehende Stellwerksanlagen anzuschließen. Beispielsweise kann die Einstellung
der Weichen selbsttätig nach dem System der Erfindung durchgeführt werden. Das Fahrstraßenschaltwerk belegt die Fahrstraße
so lange, wie der zugehörige Fahrstraßenhebel bekannter Art gezogen und verschlossen
wird usw. Sinngemäß kann auch an zeitlich später liegenden Stellen der Stellwerksbedienung
der Übergang geschaffen werden.
Zusätzlich sei bemerkt, · daß entsprechend den Stellwerksvorschriften jedes auf Fahrt
stehende Signal zunächst ohne Fahrstraßenauflösung im Falle einer Gefahr in die Haltstellung
über eine Nottaste zurückgelegt werden kann. Ebenso ermöglicht es die anfangs
beschriebene Löschtaste, bei fälschlicher Bedienung einer Fahrstraßentaste den gegebenen
Befehl augenblicklich unwirksam zu machen, indem der Schaltarm des Fahrstraßenschaltwerkes
durch den Tastendruck stromlos gemacht und das Schaltwerk selbst in die Grundstellung zurückgeführt wird. Endlich
kann bei Versagen der Signalbedienung das Ersatzsignal in bekannter Weise durch Glühlampen
gegeben werden, jedoch unter der Voraussetzung, daß das Fahrstraßenschaltwerk den Signalkontakt belegt hat. Das Weiterschalten
des Fahrstra'ßenschaltwerks wird durch das selbsttätige Erlöschen des Ersatzsignals
veranlaßt.
Claims (10)
1. Fahrstraßenkraftstellwerk für Zug- und Verschiebefahrten, dadurch gekennzeichnet,
daß alle von Anbeginn der Einstellung einer Fahrstraße bis zu deren Auflösung einschließlich der etwaigen
Blockbedienungen notwendigen Schalthandlungen in der erforderlichen Reihenfolge vollselbsttätig durch ein einziges
Fahrstraßenschaltwerk ausgelöst werden.
2. Stellwerk nach Anspruch i," dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens alle sich gegenseitig ausschließenden Fahrstraßen
in einem einzigen Fahrstraßenschaltwerk so vereinigt werden, daß jeweils nur eine
dieser Fahrstraßen von dem Schaltwerk eingestellt werden kann, so daß alfe zusätzlichen
mechanischen und elektrischen Ausschlüsse entfallen.
3. Stellwerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks
kürzester Zeitdauer der Weichenstellung für eine Fahrstraße das Schaltwerk sofort
nach Aufnahme des Auftrages von einem zugehörigen Weichensteuerorgan fortgeschaltet
wird.
4. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schrittgeschwindigkeit
des Schaltwerkes so bemessen wird, daß die Stromspitzen des Einschaltstoßes beim Anschalten der
Weichenantriebe zeitlich hintereinander fallen und daher die Bemessung der Leitungen
in angemessenen Grenzen gehalten werden kann.
5. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Weichensteüerorgane
gittergesteuerte Glühkathodenrohre mit Gas- oder Dampffüllung
verwendet werden.
6. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Weichenlage
von einem besonderen Schrittschaltwerk geprüft wird, welches die Stellung jeder Weiche abtastet, so daß das Fortschreiten
desselben von der richtigen Stellung der Weiche jeweils abhängig gemacht wird.
7. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß diejenigen
Fahrstraßen, welche gleichzeitig mit irgendeiner von dem ersten Fahrstraßenschaltwerk
einstellbaren Fahrstraße eingestellt werden können, an einem oder mehreren Fahrstraßenschaltwerken wiederholt
werden.
8. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Aufrechterhaltung
der Ausschlüsse bei Freiwerden eines vorgeordneten Fahrstraßenschaltwerkes vor einem nachgeordneten
das vorgeordnete den Fahrstraßenauftrag des nachgeordneten voll- oder halbselbsttätig
übernimmt und dadurch das nachgeordnete für die Einstellung einer neuen
Fahrstraße wieder freigibt.
9. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anlagen
für Verschiebe- und Zugfahrten unter Anordnung von zwei Fahrstraßengebertasten zu jeder Fahrstraße für Zug- und
Verschiebefahrten je besonders diese Tasten entweder das' Verschiebefahrstraßenschaltwerk
allein oder das Verschiebefahrstraßenschaltwerk zur Umstellung der Weichen auch für die Zugfahrt
und anschließend das Fahrstraßenprüfschaltwerk, mit dem die Block- und Signalbedienung usw. zwecks Einsparung
eines besonderen Zugfahrstraßenschaltwerkes vereinigt ist, in Tätigkeit setzen und somit gegebenenfalls der
Ausschluß feindlicher Fahrten sichergestellt ist.
10. Stellwerk nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Entlastung
des Wärters und weiterer Zeitersparnis bei dicht aufeinanderfolgenden Fahrten zwischen die Fahrstraßengebertasten
und die Fahrstraßenschaltwerke Vorspeicher mit Unterbrechung eingeschaltet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL88541D DE648765C (de) | 1935-07-31 | 1935-07-31 | Fahrstrassenkraftstellwerk |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL88541D DE648765C (de) | 1935-07-31 | 1935-07-31 | Fahrstrassenkraftstellwerk |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE648765C true DE648765C (de) | 1937-08-10 |
Family
ID=7286594
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL88541D Expired DE648765C (de) | 1935-07-31 | 1935-07-31 | Fahrstrassenkraftstellwerk |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE648765C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE889756C (de) * | 1949-04-14 | 1953-09-14 | Siemens Ag | Einrichtung bei elektrischen Stellwerken |
| DE966431C (de) * | 1943-10-23 | 1957-08-08 | Pintsch Bamag Ag | Elektrisches Gleisplanstellwerk |
-
1935
- 1935-07-31 DE DEL88541D patent/DE648765C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE966431C (de) * | 1943-10-23 | 1957-08-08 | Pintsch Bamag Ag | Elektrisches Gleisplanstellwerk |
| DE889756C (de) * | 1949-04-14 | 1953-09-14 | Siemens Ag | Einrichtung bei elektrischen Stellwerken |
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