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Maschine zum Umschnüren von Bündeln aus Briketten o. dgl. Die Erfindung
betrifft eine finit schrittweisem Vorschub zu aufeinanderfolgenden Arbeitsstellen
arbeitende Maschine zum Umschnüren von Bündeln aus Briketten oder ähnlichen Gegenständen.
Gegenüber bekannten Maschinen zum Umschnüren von Bündeln aus Briefen, Papierbeuteln,.
Paketen u. dgl., bei denen eine Schnur oder ein Draht nur einmal oder kreuzweise
um das Bündel herumgelegt und an der Verbindungsstelle verknotet, plombiert oder
verdrillt wird, bezieht sich die Erfindung insbesondere auf solche Maschinen, durch
die das Bündel an jedem Kopfende mit einer Umschnürung aus ein- oder mehrmals herumgelegtem
Draht versehen wird, dessen Enden nach dem Herumlegen zusammengedrillt werden. Während
die bekannten, zum Umschnüren von Briefbündeln o. dgl. dienenden Maschinen dieser
Art so arbeiten, daß auf einer Arbeitsstelle das Umschnürungsmittel gleichzeitig
an beiden Kopfenden herumgeführt und nach der Verbindung abgeschnitten wird, besteht
das Neue der- Erfindung darin, daß um das hierbei in der eingangs erwähnten bekannten
Weise aufeinanderfolgenden Arbeitsstellen zugeführte Bündel, zunächst auf der einen
Kopfseite der Brikette in der Vorschubvorrichtung stehend, der Umschnürungsdraht
nur um das obere Kopfende herumgelegt und nach dem an einer Längskante einer Stirnfläche
des Bündels erfolgenden Verdrillen der Drahtenden der verdrillte Teil parallel zur
Kopfseite gegen diese Stirnfläche angelegt wird, und daß dann um das durch Wendung
um i8o° auf die andere Kopfseite gestellte Brikettbündel der Umschnürungsdraht um
das nunmehrige obere Kopfende herumgelegt und nach dem an der entgegengesetzten
Längskante derselben Stirnfläche erfolgenden Verdrillen der Drahtenden der verdrillte
Teil parallel zur Kopfseite gegen diese Stirnfläche angelegt wird, worauf die verdrillten
Teile der beiden Umschnürungen kreuzweise übereinandergeführt und an ihren äußeren
Enden zu einer Schlaufe miteinander verdrillt werden. Hierbei ergibt sich der wesentliche
Vorteil, daß nicht nur eine sorgfältige und sichere Umschnürung von so schweren
und umfangreichen, zum Auseinanderfallen neigenden Bündeln, wie solche aus einer
Anzahl von ein- oder mehrreihig aufeinandergestapelten Briketten erzielt und gewährleistet
wird, sondern daß auch gleichzeitig durch die an den Kopfenden angebrachten Umschnürungen
eine diese Umschnürungen verbindende Tragschlaufe geschaffen wird, die das Tragen
und Handhaben des Brikettbündels ermöglicht und erleichtert.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf den Zeichnungen in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht.
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Abb. ia und ib stellen die gesamte Maschine schematisch in einem Aufriß
und Abb. z a und z b in einem Grundriß dar; Abb. ic veranschaulicht im Grundriß
eine Einzelheit der Abb. ia und i b, nämlich die Umwickelvorrichtung; Abb.3 ist
die Seitenansicht des oberen Umfanges des zweiten Förderrades gemäß Abb. ib mit
den zugehörigen Arbeitsvoxrichtungen;
Abb: 4. ist eine Stirnansicht
des Rades, von rechts in Abb. 3 gesehen; Abb. 5 veranschaulicht in Seitenansicht
die Arbeitsvorrichtung der Arbeitsstellen III und VIII der beiden I@ örderräder;
von links -il, Abb. ia und ib gesehen; Abb.6 veranschaulicht in teilweise ge-, schnittener
Seitenansicht die Arbeitsvorrichtung der Arbeitsstellen IV und IX der beiden Förderräder,
von links in Abb. ia und ib gesehen; Abb.7 ist eine Aufsicht auf die Arbeitsvorrichtungen
der Arbeitsstellen II bis IV bzw. VII bis IX der beiden Förderräder; Abb. 7a ist
eine Seitenansicht auf die Drillzange der Abb. 7; Abb. 8 und 9 veranschaulichen
in Seiten-und Stirnansichten die Arbeitsvorrichtung der Arbeitsstelle X des zweiten
Förderrades.
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Die Vorschub.vorrichtung der Maschine besteht bei der dargestellten
Ausführungsform gemäß den Abb. in, ib und 2a, 2b aus zwei hintereinander
angeordneten Förderrädern A- und B, die von im Seitengestell i waagerecht gelagerten
Achsen 2 und 3 im gleichen Takt schrittweise in bekannter Art weitergeschaltet werden.
Beide Förderräder sind an ihrer Umfangsfläche mit einer Mehrzahl von Förderbehältern.
bekannter -Art versehen, in welche die zu umschnürenden Brikettbündels, die im vorliegenden
Fall zehn Briketten in zwei Lagen übereinander enthalten, nacheinander eingeführt
werden: Die einzelnen Arbeitsstellen sind in ihrer Reihenfolge mit I bis X bezeichnet.
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Auf der Arbeitsstelle I werden die vorher von einer oder mehreren
Zuführungsbahnen kommenden übereinandergeschichteten Brikette zu je zehn Stück durch
einen Zwillingsschieber 6 in den bereitstehenden Förderbehälter q. des Förderrades
A eingescholten, so däß das Bündel im Förderbehälter d. auf einer Kopfseite der
Brikette steht. Nach Weiterschaltung dieses Rades auf die Arbeitsstelle II kommt
das Brikettbündel 5 unter eine Umschnürungsvorrichtung, welche uny die aus denn
Förderbehälte.- vorstehende obere Kopfseite io des Brikettbündels eine Drahtschnur
in einer oder mehreren Lagen hintereinander wickelt. Zu diesem Zweck, ist in einem
feststehenden Lager i i eine sich im Uhmeigersinne gemäß Abb: ic drehende Umwickelvorrichtung
12 mit einer Anzahl an ihr angeordneter drehbarer Leitrollen 13, 1:4, 15, i 6 angeordnet,
um welche eine übler eine Anzahl weiterer Leitrollen von einem Wickel 2o kommende
endlose Drälitschnur 21 geführt wird. Derartige Vorrichtungen sind in verschiedenen
Ausführungen bekannt.
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Uni der bei der Umschnürung zunächst endlos bleibenden Schnur 2i eine
sichere Führung zu geben, sind z@wisclien den einzelnen Förderbehältern 4 auf den
Förderrädern A und B Ständer 25 befestigt, die an ihrem oberen Ende Führungs- und
Haltevor-~: xlchtungen für die Schnur tragen. Diese bestehen aus zwei Preßbacken
26, 27 (Abb. 7), -die.- sich auf den in den Lagern der Ständer j vorgesehenen Bolzen
28 frei drehen können. Jeder Bolzen 28 ist mit einer Schraubenfeder z9 versehen,
die die Backe 27 federnd gegen die Backe 26 andrückt.
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Bei Arbeitsbeginn der Maschine wird vor der Umwicklung des Brikettbündels
auf der Arbeitsstelle 1I der Anfang der Schnur 21 erstmalig von Hand zwischen die
Preßbacken 26, 27 eingeführt und von diesen festgeklemmt, so daß sie nicht rückwärts
gleiten kann. Die Umwickelvorrichtung 12 dreht sich nun im Ubrzeigersinne im vorliegenden
Falle zweimal um den vorstehenden oberen Kopf io des Brikettbündels 5 und legt damit
zwei Schlaufen in die an dieser Stelle befindliche Rille des Brikettbündels. Nach
Beendigung der zweimaligen Uniwicklung steht. die Wickelvorrichtung 12 um i8o° verdreht
gegenüber der dargestellten Lage in Abb. ia, so daß die über die Leitrollen geführte
Schnur nach reicht, also so, wie es in Abb. 3 für die der Arbeitsstelle 1I entsprechende
Arbeitsstelle VII des Förderrades B dargestellt ist. Bei der Weiterschaltung nach
Arbeitsstelle III wird nun die Schnur 21 selbsttätig in die in der Vor schubrichtung
hinter diesem Förderbehälter befindliche Führungs- und Haltevorrichtung 26, 27 eingeklemmt.
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Sobald das Förderrad A auf die Arbeitsstelle HI weitergeschaltet ist,
tritt zwischen dem rückwärtigen Ständer 25 und dem vorangehenden Förderbehälter
d. eine Schere 30 in Tätigkeit, welche die Schnur an dieser Stelle durchschneidet.
Diese Schere kann beliebiger Art sein und besitzt im vorliegenden Fälle gemäß Abb.
q. und 7 zwei Scherenblätter 3o, die um den Zapfen 31 drehbar sind. An die rückwärtigen
Enden der Scherenblätter 3o greift ein Kniegelenk 32 an, das mit einer Stange 33
verbunden ist. Diese hat an ihrem hinteren Ende einen Anschlagbund 34 und steht
unter der Wirkung einer Druckfeder 35, die zwischen einem auf der Stange 33 befestigten
Bund 36 und einem Führungsauge 37 einigespannt ist, das ebenso wie das Führungsauge
38 zur Führung der Stange 33 dient und fest mit der Gleitführung 39 am oberen Ende
des Bockes 4.3 verbunden ist. In dieser ist eine Gleitschiene 40 hin und her bewegbar,
die mit dem finit ihr verbundenen Zäpfen 31 die Schere 30 führt. An die j
Gleitschiene .4o greift ein Lenker 4.i an, der mit einem gewinkelten Antriebshebel
.I2 ver-
Bunden ist, der auf dem im Lagerbock 4.3 angeordneten Bolzen
dd. drehbar ist. Mit der Gleitschiene 4o ist noch mittels eines Lagerb5ckchens 45
eine Büchse 46 (Abb. 7) verbunden, durch welche eine unter Wirkung einer Feder :a.7'
stehende Stange 47 geführt ist, die an ihrem vorderen Ende einen Stenxpel 48 trägt.
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Die Wirkungsweise der Schere 30 ist derart, daß bei entsprechender
Bewegung des Antriebshebels .a.2 mittels der Gleitschiene .1.o die Schere in geöffnetem
Zustand der Schnur 21 genähert wird. Der bei dieser Bewegung gleichzeitig mitgenommene
Stempel 48 trifft hierbei gegen die Preßbacke 27 und drückt diese fest gegen die
Gegenbacke 26 an, so daß die Schnur 21 für das Durchschneiden an dieser Stelle kräftig
gehalten wird. Die Weiterbewegung der Schiene 40 kann noch durchgeführt werden,
weil die Stange 4.7 in der Hülse 4.6 frei beweglich ist. Kurz vor Beendigung der
Einwärtsbewegung wird die Mutter 34 der Stange 35 von dem Anschlag-. stück 37 aufgehalten,
so daß dadurch das Kniegelenk 32 die Schere, die nunmehr in den Bereich der Schnur
21 gekommen ist, sofort schließt, wodurch die Schnur durchschnitten wird.
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Bereits vor dieser Schneidebewegung ist das vorangehende Ende der
Schnur durch eine Zange 5o, 5 z erfaßt worden, so daß die Schnur während des Durchschneidens
also beiderseits, nämlich zwischen dieser Zange und den Preßbacken 26, 27 festgehalten
wird. Die Zange besteht gemäß Abb. 5 aus zwei Backen 50, 51,
von denen
die letztere in einem Führungsstück 52 in der Höhe verstellbar befestigt ist. Die
untere Zangenbacke 5o ist mittels des Bolzens 53 drehbar mit der oberen Backe 5
i verbunden und ragt mit einem unteren An-54 in den Bereich eines Anschlagstückes
55, das drehbar an einem vorn winklig abgebogenen Schienenstück 56 angebracht ist.
Das Anschlagstück 55 wird mittels einer Zugfeder 57 mit seiner vorderen Fläche gegen
die winkelförmige Abbiegung der Schiene 56 gehalten. Das Führungsstück 52 ist in
einen schwenkbaren Hebel 58 eingelassen, der auf einem Zapfen 59 befestigt
ist. Dieser ist in einem Lagerbock 6o drehbar gelagert. Er trägt an seinem oberen
Ende ein Kegelrad 61, welches mit einem weiteren Kegelrad 62 kämmt, das auf einer
Achse 63 befestigt ist. Diese trägt noch ein Stirnrad 6.:1. Mittels einer am Stirnrad
64 angreifenden Antriebsvorrichtung wird der Hebel 58 mit der Zange 5o, 5 i um etwa
9o° zwischen der in Abb. 2 a links dargestellten. Außenstellung und der in Abb.7
dargestellten Innenstellung hin und her geschwungen.
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Beim Einschwenken der Zange gegen die t Schnur trifft der untere Anschlag
54. der unteren Zangenbacke 50 gegen die auflaufende Fläche des Anschlagstückes
55, so daß die untere Zangenbacke dadurch geöffnet wird. Bei Überschreiten des Anschlagstückes
wird die Zange sofort geschlossen und klemmt damit das vorangehende Ende der Schnur
zwischen sich ein. Nach dem Durchschneiden der Schnur wird der Hebel 58 sofort wieder
um go° zurück in die aus Abb. 2 a links dargestellte Stellung geschwungen, so. daß
das vorangehende Schnurende mitgenomen und in eine Stellung gebracht wird, die in
gerader Linie mit der vorderen Stirnfläche des Brikettbündels -5 verläuft, wie dies
aus Abb. 2 a links ersichtlich ist. Gleichzeitig werden auch die Schere
30 und der Stempel .18 in ihre rückwärtige unwirksame Stellung zurückbewegt.
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Das bei dem dieseln Schneidvorgang früher vorausgegangenen Schneidvorgang
äbgeschnittene, also in Abb. ra, 3 und 7 auf Arbeitsstellung III nach rechts in-
der Vorschubrichtung nach vorn weisende Schnurende- wird durch die beiden betreffenden
Preßbacken 26, 27 gehalten. Ist nun der Hebel 58 zurückgeschwungen worden, dann
bilden die beiden Schnurenden um die vordere Kante des Brikettbündels 5 einen Winkel
von etwa 9o°, wie dies aus Abb.2a links für die Arbeitsstelle III ersichtlich ist.
In diesen Winkel tritt nun eine Drillzange ein, die gemäß Abb. 7 und 7a aus den
beiden Zangenmäulern 65, 66 besteht, von denen das untere Maul einen dreieckigen
Vorsprung 67 besitzt, während das obere Zangenmaul an seinen beiden vorderen Enden
dreieckige Vorsprünge 68, 69 aufweist. Die Zange ist an ihrem hinteren Ende
mit einem Flansch 70 gelenkig verbunden, der fester Bestandteil eines Rohres
71 ist. Durch dieses Rohr ist eine Stange 72 geführt, die an ihrem vorderen Ende
ein Kniegelenk 73 (Abb. 7a) trägt, welches mit den beiden Zangenmäulern verbunden
ist. Außerdem steht die Zange unter Wirkung von Zugfedern 7d.. An das hintere Ende
des Rohres 71 greift ein Antriebshebel 7 5 an. Ferner ist zur Drehbewegung der Zange
ein Stirnrad 76 angeordnet, das mit einem Zahnrad 77 in Verbindung steht, welches
auf einer Welle 78 angebracht ist. Diese trägt das Kegelrad 79, das mit einem
weiteren Kegelrad 8o zusammenwirkt, welches von einer Welle 81 angetrieben wird.
Die einzelnen Bewegungsvorgänge der Zange, das Öffnen und Schließen sowie die Drehbewegtfrig,
sind an sich bekannt. Die Zange wird durch den Hebel 75 gegen die im Winkel
bereitstehenden beiden Schnurenden in geöffnetem i Zustande geführt und schließt
sich nach Beundigung der Vorbewegung dadurch, ciaß (las
Kniegelenk
73 infolge Zurückbleibens der Stange 72, die an einen nicht dargestellten Anschlag
anstößt, geschlossen wird. Nun beginnt die Drehbewegung der Zange; wobei die beiden
vorstehenden Schnurenden, von denen das eine Ende zwischen den Preßbacken 26; 27
und das andere Ende zwischen der Zange 5o, 51 gehalten wird, zwischen dem dreieckigen
Ansatz 67 und "den Vorsprüngen 68, 69 der beiden Zangenmäuler 65 und 66 geführt
werden, so daß eine ordnungsmäßige Verdrillung erreicht wird. Da die Preßbacken
26, 27 derart ausgebildet sind, daß sie bei einem auf die: Schnur ausgeübten Zug
durch ihre eigene Drehbewegung nachgeben können, so wird also während der Drillbewegung
der Zange 65, 66 die Schnur aus diesen Preßbacken nach und nach herausgezogen. Die
Backen der Zange 5o, 51 sind mit Rollen 5oa, 5,a (Abb.5) versehen, welche zwar die
in dieser Zange gehaltene Schnur zwischen- sich festklemmen, sie jedoch gleichartig
mit den Preßbacken 26, 27 während der Verdrillung nach und nach freigeben. Nach
Beendigung der Drillbewegung sind die beiden Schnurenden zusammen vereinigt.
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Dieses im Winkel seitlich vorstehende gedrillte Schnurende 85' wird
bei der Weiterschaltung des Förderrades A nach rückwärts gegen das Brikettbündel
verschwenkt. Zu diesem Zweck ist eine Rolle 86 angeordnet (Abb: 5), die an einem
Hebel 87 drehbar gelagert ist. Der Hebel 87 ist auf einem Lagerbolzen 88 befestigt,
auf dem weiterhin ein Arm 89 befestigt ist. Dieser ist mit einem Lenker 9o verbunden,
der von einem 'im Lagerbock 6o auf einem Zapfen 91 drehbaren Winkelhebel 92 hin
und her bewegt werden kann. Der Winkelhebel 92 wird in beliebiger Weise angetrieben.
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Sobald die Weiterschaltung des Rades nach der Arbeitsstelle IV beginnt,
wird durch Bewegung des Winkelhebels 92 in der Pfeilrichtung über das Gestänge 9o,
89, 87 die Rolle 86 aus ihrer Hochlage (Abb. 5) um einen Winkel von etwa 9o° abwärts
geschwenkt, so daß sie sich in den Bereich des gedrillten Schnurendes 85' stellt.
Während der Weiterschaltung des Rades wird das Schnurende nunmehr durch die Rolle
86 gezwungen, sich nach rückwärts gegen das Brikettbündel zu legen (vgl. Abb. ia
Arbeitsstelle IV).
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An der Arbeitsstelle IV findet eine weitere Behandlung des Brikettbündels
nicht mehr statt, während auf der Arbeitsstelle V das Bündel aus dem - Förderbehälter
¢ des Rades entfernt und in den .gegenüberliegenden Aufnahmebehälter q. des Förderrades
B in die Arbeitsstelle VI überführt wird, die zur besseren Erläuterung des Vorganges
sowohl in Abb. ia als auch in Abb. ib dargestellt ist: Zum Zweck der Überführung
können bekannte Fördermittel benutzt werden. Im vorliegenden Fall greifen gegen
die beiden Seitenflächen des Bündels Platten 95 (Abb. i a und ib) an, die gemäß
Abb. 9 an ihren Angriffsflächen mit aus nachgiebigem Stoff bestehenden Leisten 96,
97 versehen sind. Die von beiden Seiten angreifenden Platten 95
sind mittels
Lageraugen 98 auf Lagerbolzen 99 angeordnet.' Diese Bolzen werden mittels Klemmaugen
ioo gemäß Abb. 3 unten rechts von Hebeln ioi festgehalten, die mittels Lageraugen
zog über einen Lenker 103 und eine Antriebsstange 10q, auf einer Achse io5
hin und her bewegt sowie nach innen und außen geschwenkt werden können. Zwecks leichter
Be"veglichkeit der Platten 95 in kleinen Grenzen uni ihre Achsen 99 sind zwei Schraubenbolzen
io6 und ro7 vorgesehen, so daß innerhalb des durch diese Bolzen bestimmten Bewegungsbereiches
die Platten einen Ausschlag machen können. Der Hebel 104 ist mittels eines Lenkers
io8 mit einem Hebel log verbunden, der die später beschriebene Bewegung für die
Weiterförderung der endgültig verschnürten Brillettbündel aus der Arbeitsstelle.
X des Förderrades B ausführt. An den Hebel log greift eine Lenkstange i io an, die
mit einem Winkelhebel i i i verbunden ist, der mittels Rollen 11:2, 113 von auf
der Antriebswelle i 15 sitzenden Hubscheiben i 16, 117 bewegt wird und damit den
beiden Hebeln 104, 109 eine hin und her gehende Bewegung erteilt.
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Durch beiderseitigen Angriff der Platten 95 gegen die Seitenflächen
des Brikettbündels wird letzteres während der Schubbewegung der Platten aus der
Arbeitsstelle V über einen Tisch i2o in die gegenüberliegende Zelle auf Arbeitsstelle
VI des zweiten Förderrades B eingeführt.. Hierbei gelangt die im Rad A umschnürte
Kopfseite io in den unteren Teil des Förderbehälters q. von Rad B, wobei die gedrillte
Endschnürung 85' nach oben zeigt und mithin bei der weiteren Förderbewegung des
Rades B in der Förderrichtung nach vorn liegt: Um zu verhindern, daß die Endschnürung
85' aus ihrer Lage entfernt wird; ist seitlich des Förderrades B eine halbkreisförmig
ausgebildete Schutzleiste 121 angeordnet, an deren innerer Seite sich eine rinnenartige
Aussparung 122 (Abb. 2 b und q.) befindet, in welcher diese Endschnürung 85' während
des Umlaufes des Rades B bis zu der späteren Verbindungsstelle mit der an der anderen
Kopfseite im Rade B noch anzubringenden Verschnürung geführt wird.
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Auf der Arbeitsstelle VII wird nunmehr das vorstehende Kopfende io'
mit der Umwickelvorrichtung 12, die der bereits beschriebenen
Vorrichtung
der Arbeitsstelle 1I entspricht, ebenfalls umschnürt. Die gleichen Arbeitsvorgänge,
wie für das Rad A beschrieben, wiederholen sich auf dem Wege nach der ArbeitsstelleVIII
und weiter bis zur Arbeitsstelle IX, d. h. es wird die Schnur durch die Schere 3o
durchschnitten und das abgeschnittene Schnurende durch die Zange 5o, 51 in eine
Stellung gebracht, die in gerader Linie mit der vorderen Stirnfläche des Brikettbündels
verläuft; die beiden nun um die vordere Kante des Brikettbündels einen Winkel von
etwa 9o° miteinander bildenden Schnurenden werden durch eine der Zange 65, 66 entsprechende
Zangenvorrichtung miteinander verdrillt, und es wird dann (las verdrillte Schnurende
85" durch die Rolle 86 bei der Weiterschaltung des Rades B nach rückwärts gegen
das Brikettbündel verschwenkt.
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An der Arbeitsstelle IX ist die seitliche Stützleiste 121 gemäß Abb.
3 unterbrochen, um eine Vereinigung der beiden freien oberen und unteren Schnurenden
85' und 85" herbeizuführen. Zu dieseln Zweck sind zwei pflugscharartige Körper 125,
126 (Abb. 3, 6 und 7) übereinander angeordnet, die in spitzen Keilen 127, 128 endigen,
wobei beide Körper mit ihren Spitzen gegeneinander gerichtet sind und gegeneinander
bewegt werden können. Zu diesem Zweck ist der obere Körper 125 mittels einer Stange
130 in einer Gleitbüchse 131 gelagert und außerdem noch durch eine Geradführung
13a in seiner Lage gesichert. Ebenso ist der untere Körper 126. an einer Stange
133 befestigt, die am unteren Ende in einem Lager 134 und am anderen Ende
in einer Büchse 135 verschiebbar geführt ist. Auch diese Stange besitzt eine Geradführung
136. Beide Stangen sind an ihren zugekehrten Seiten mit einer Verzahnung 137, 138
versehen, in welche ein Stirnrad 139 eingreift, das auf einer Achse 14.o befestigt
ist, die in beliebiger Weise von einem Antrieb in Richtung des Pfeiles zum Gegeneinanderbewegen
der beiden Körper 125, 126 und in entgegengesetztem Sinne zum Auseinanderbewegen
der beiden Körper gedreht werden kann. Bewegt sich das Stirnrad 139 im Sinne des
Pfeiles, dann werden die beiden Körper 125, 126 gegeneinandergeführt. Hierbei streifen
sie gemäß Abb.6 mit ihren glatten Rückflächen 142, 143 parallel an der die verdrillten
Umschnürungsenden 85', 85" besitzenden Seitenfläche des Brikettbündels entlang,
wobei die Umschnürungsenden 85', 85" durch die Keile 127, 128 erfaßt und im weiteren
Verlauf der Bewegung kreuzförmig übereinandergelegt werden.
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Gegen die derart vorstehenden gekreuzten Enden der beiden Schnüre
85', 85" bewegt' sich nunmehr eine Drillzange, welche die Enden erfaßt und mehrere
Male zusammendreht. Bei dieser Arbeit dienen die beiden Körper 125, 126 als
Gegenhalt für den nicht zu drillenden Teil der vorstehenden Schnurenden 85', 85".
Die Drillzange kann beliebiger Art sein. Im vorliegenden Falle besteht sie aus den
beiden Backen 145, 146 (Abb. 6), die an ihrem offenen Ende mit Greifflächen 147,
148 ausgerüstet und am anderen Ende in Augen eines Ringflansches 149 gelagert sind.
Beide Backen sind mittels eines Kniegelenkes 15o verbunden, das im mittleren Drehpunkt
von einer Stange 151 getragen wird. Die Hinundherbewegung der Stange kann durch
einen gegabelten Winkelhebel 152 erfolgen, der auf beliebige Weise angetrieben werden
kann. Die Drehbewegung der Drillzange erfolgt durch ein Stirnrad 153, welches mit
einem Zahnrad 154 zusammenwirkt, das auf einer Welle 155 befestigt ist. Diese trägt
am anderen Ende ein Kegelrad 156, das mit einem auf einer Antriebswelle 157 sitzenden
weiteren Kegelrad 158 in Eingriff steht. Beim Vorbewegen der Zange 45, 146 geht
diese in geöffnetem Zustand gegen die freien gekreuzten Enden der beiden Schnüre
85' und 85" vor. Kurz vor Beendigung dieser Bewegung wird die Stange 151 durch einen
nicht dargestellten Anschlag zurückgehalten, so daß das Kniegelenk 15o beim Weiterbewegen
der Zange nach der anderen Seite durchgeknickt wird, wobei sich die Zange schließt
und die Enden der Schnüre 85', 85" erfaßt. Nunmehr erfolgt mittels des genannten
Räderantriebes die Verdrillung dieser Enden. Danach werden die beiden pflugscharartigen
Körper 125, 126 über das Stirnrad 139 in ihre Ausgangsstellung zurückgeführt, und
es wird auch die Drillzange 145, 146 wieder geöffnet und in ihre in Abb.6 dargestellte
Lage zurückgebracht.
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Alsdann findet der weitere Schaltschritt nach der Arbeitsstelle X
statt. Zwischen den Arbeitsstellen IX und X ist gemäß Abb.3 eine Schiene 121' seitlich
angeordnet, durch welche die von dem Brikettbündel abstehende Schlaufe 85 nach innen
gegen das Brikettbündel während der Weiterschaltung nach Stelle X geführt wird,
so daß diese Schlaufe 85 bei der Ankunft des Bündels auf Stelle X die in Abb. 1b;
3 und 8 gezeigte Stellung ein= nimmt.
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Auf der Arbeitsstelle X sind in gleicher Weise wie auf der Arbeitsstelle
V zwei gegen die Seitenflächen des Bündels sich bewegende V orschubplatten 95 angeordnet.
Außerdem ist an dieser Stelle auf einem der Lagerbolzen 99 gemäß Abb. 8 und 9 ein
Hebelarm 16o mit einer verlängerten Büchse 161 zwischen zwei auf dem Bolzen 99 befestigten
Stellringen
162, 163 angeordnet. Eine Törsionsfeder 16,5 liegt mit
ihrem freien Ende 165' gegen den oberen Teil des Hebels 16o an und wird am anderen
Ende in dem Stellring 163 gehalten. Der Hebelarm 16o trägt an seinem oberen freien
Ende einen keilartigen Finger 166, der oberhalb der Bewegungsbahn des Brikettbündels
in diese eingeschwenkt werden kann. Der Hebel 16o trägt noch an einer winkelartigen
Verlängerung eine Rolle 167, die unter eine feste Weichenkurve 168 (vgl. auch Abb.3)
treten kann. Diese feste Kurvenfläche ist über ihren größten mittleren Teil i68°'
geradlinig geführt und besitzt beiderseits dieser Geradführung nach innen gerichtete
ausgewölbte Flächen z68'. Gegen diese Kurvenfläche wird die Rolle 167 durch die
Feder 165 gehalten. Sobald nun das Förderrad B an der ArbeitSStelle@X zum Stillstand
gekommen ist, werden die beiderseitigen Vorschubplatten 95 nach innen bewegt und
können sich hierbei innerhalb ihres engen Bewegungsbereiches durch die gleichen
Bolzen, wie für die Arbeitsstelle V mit io6 und 107 bezeichnet, gleichmäßig gegen
die beiden Seitenflächen des Brikettbündels anlegen und dieses erfassen.
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Bei dieser Einwärtsbewegung der Vorschubplatten 95 wird auch der Hebel
16o nach einwärts geschwungen, wobei der keilartige Finger 166 sich oberhalb des
Brikettbündels in das schlaufenartige Ende 85 der Umschnürung einschiebt, wie aus
Abb. 8 ersichtlich ist. Wenn nunmehr durch die seitliche Bewegung des Hebels log
in der Pfeilrichtung gemäß Abb. *3 das Brikettbündel durch die Platten 95 aus der
Zelle .4 des Förderrades B entfernt wird, so gleitet die Rolle 167 aus der linksseitigen
Einbuchtung der festen Weiche 168 nach unten auf den geraden ebenen Teil 168", wodurch
gleichzeitig eine Verdrehung des Hebels 16o mit dem Finger 166 derart erfolgt, daß
sich letzterer von innen gegen die Schlaufe 85 legt und diese dabei anspannt. Das
vorstellende verdrillte Ende 85u der Schlaufe 85 kommt nunmehr in den Bereich eines
festen Anschlages 170 (Abb.3), der infolge seiner vorderen abgeschrägten Fläche
das gedrillte Ende 8511 während des Vorschubs des Bündels zurückhält, so däß dieses
Ende entgegengesetzt abgebogen und während des weiteren Vorschubs in einer Nutenführung
171 an der unteren Fläche des Anschlagstückes 170 gehalten wird. Nach Verlassen
der Maschine gelangen die einzelnen fertig umschnürten Brikettbündel auf einen endlosen
Fördergurt 175, von wo aus sie in beliebiger Weise sofort in Loren o. dgl. zum Versand
übergeleitet werden können.
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Die Unterteilung der Vorschubv orrichtung in zwei hintereinander geschaltcte
Förderräder A und B ergibt eine besonders kurze Baulänge der Maschine
und die Möglichkeit, das am oberen Kopfende io umschnürte Brikettbündel in einfacher
Weise, nämlich durch Einschieben desselben aus dem Förderrad A in das Förderrad
B; auf den Kopf zu stellen, so daß nunmehr die bisher untere Kopfseite ia' nach
oben stellt und umschnürt werden kann. Dieses Auf-den-Kopf-Stellen des Bündels kann
aber auch in anderer Weise.bewirkt werden, beispielsweise durch eine Wendevorrichtung,
durch welche das oben umschnürte Bündel aus seinem Förderbehälter herausgehoben,
um i8o° gedreht und wieder in den Behälter eingesetzt wird; in welchem Falle eine
einzige geradlinige Vorschubvorrichtung verwendet werden kann.