DE654611C - Aufbereitung von eisenhaltigem Bauxit - Google Patents

Aufbereitung von eisenhaltigem Bauxit

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DE654611C
DE654611C DEB169661D DEB0169661D DE654611C DE 654611 C DE654611 C DE 654611C DE B169661 D DEB169661 D DE B169661D DE B0169661 D DEB0169661 D DE B0169661D DE 654611 C DE654611 C DE 654611C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00—Compounds of aluminium
    • C01F7/02—Aluminium oxide; Aluminium hydroxide; Aluminates
    • C01F7/38—Preparation of aluminium oxide by thermal reduction of aluminous minerals

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Description

  • Aufbereitung von. eisenhaltigem Bauxit Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Aufbereitung von eisenhaltigem Bauxit, zu dem Zweck, den Bauxit als. Rohstoff für die Gewinnung von Tonerde, Tonerdeverbindungen, Aluminium u. dgl. zu verwenden, und zwar unter Reduktion der in dem Bauxit enthaltenen Eisenoxyde.
  • Bekanntlich ist Bauxit in seinem mineralogischen Aufbaü ein Gemenge von Tonerdelivdraten,wasserhaltigen Eisenoxyden, Kieselsäure und Titansäure. Infolge des hohen Eisengehaltes sind viele Bauxite, vor allem die deutschen Bauxite, als Rohstoff für die Tonerde- bzw. Aluminiumindustrie wirtschaftlich nicht zu verwenden.
  • Durch das Verfahren nach der Erfindung gelingt es, den genannten Industrien einen hochwertigen, eisenarmen Bauxit zuzuführen, der zudem in außerordentlich wirtschaftlicher Weise gewonnen wird.
  • Gemäß der Erfindung besteht das neue Verfahren darin, daß der eisenhaltige Bauxit zunächst auf mechanischem Wege von den Unreinigkeiten, vor allem vom Sand, befreit wird. Hierauf wird der Bauxit in entsprechenden Korngrößen mit Brennstoffen, vorzugsweise Abfallbrennstoffen, innig vermischt und in einen beheizten Drehtrommelofen gebracht. Hierin findet nach dem Austreiben der Nässe und des Hvdratwassers eine Reduktion der Eisenoxyde zu Eisenschwamm statt. Im weiteren Verlauf wird ein Teil des Eisenschwammes durch Aufblasen von Luft oder oxydierenden Gasen wieder zu Eisenoxydul umgewandelt, damit dieses sich mit der vorhandenen Kieselsäure und den sonstigen Gangarten verschlackt. Die hierdurch gebildete Schlacke hat Gelegenheit, aus dem Eisenschwammherauszufließen. DieBildungswärme der Schlacke liefert hierzu eine genügende Temperaturerhöhung, wobei gleichzeitig der Eisenschwamm zu Luppen verschweißt. Der noch vorhandene Brennstoff genügt, um weiterhin das gebildete Eisenoxvdul wieder zu reduzieren. Bei dieser Wechselwirkung des Verfahrens bleibt jedoch überraschenderweise die vorhandene Tonerde als indifferenter Stoff an den Reaktionen unbeteiligt. Nur ein geringer Teil derselben, und zwar die Tonerde, die an sich schon als Silikat vorhanden ist und bei der Entstehung des Eisenschwamms an bzw. in diesem haftet, geht die Schlackenbildung mit Fe0 ein; bei der Wechselwirkung der Reaktionen wird diese aber auch bei der gleich nachfolgenden Reduktion aus dieser Bindung wieder herausgelöst. Die Ausbeute an verwendungsfähiger Tonerde wird hierdurch wenig beeinträchtigt. Am Austragsende des Ofens erhält man also eine eisenreiche Luppe, die ohne weiteres auf Eisen oder Stahl weiterzuverarbeiten ist, und einen Rohstoff, der in der Hauptsache aus Tonerde besteht, neben kleinen Mengen von mehr oder weniger eisenhaltigen Silikaten. Dieses Gemenge ist auf mechanischem Wege leicht zu trennen.
  • Es ist ein Verfahren zur Entfernung der Eisenverbindungen eisenhaltiger Bauxite bekannt, welches darin besteht, daß die rohen eisenhaltigen Bauxite in feststehenden Ofen, z. B. in Schachtöfen, unter Zugabe von Brennstoffen oder mit Hilfe von gasförmigen R-@
    duktionsmitteln behandelt werden und das .,#s
    gewonnene Eisen nach der Erkaltung mag ne_ .@
    fisch von der Tonerde getrennt wird. Das
    Verfahren ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionen ausschließlich bei reduzierender Atmosphäre stattfinden. Ferner soll die Reaktionstemperatur 95o° C betragen.
  • Demgegenüber wird das Verfahren gemäß der Erfindung derart durchgeführt, daß neben der Reduktion gewollt in einem Zwischenstadium des Prozesses eine Oxydation eingeschaltet wird. Diese Oxydation ist ein exothermer Vorgang, wodurch Temperaturen erreicht werden, die eine Verschlackung der Gangart und eine Koagulierung des in feiner Foren entstandenen metallischen Eisens ermöglichen.
  • f\Tach dem älteren Verfahren sind entsprechend den dort angewandten Temperaturen und bei der s tets aufrechthaltenden Reduktionsatmosphäre Schlackenbildungen in Bauxiten überhaupt nicht möglich. Schon allein dadurch, daß dieses Verfahren sich mit der Verbrennungswärme begnügt, die aus der Verbindung des Reduktionsmittels mit dein Sauerstoff des Eisens im Material entsteht, ergibt sich, daß die erreichbaren Temperaturen dieses Verfahrens nicht ausreichend sind, um eine Verschlackung der Gangart, wie es bei dem Verfahren gemäß der Erfindung der Fall ist, zu erzielen.
  • Diese Schlackenbildungen und die damit verbundene Temperaturerhöhung ermöglichen erst die Koagulierung des entstandenen Eisens, welches sich dann im Endprodukt leichter und auch restlos von dem Bauxit trennen läßt.
  • Diesen Vorgang sieht das ältere Verfahren überhaupt nicht vor. Es -wird in Frage gestellt, wie in dem Endprodukt dieses Verfahrens, welches bis heute über den Laboratoriumsversuch nicht hinausgekommen ist und dessen Durchführbarkeit im Großbetrieb bezweifelt wird, eine saubere Trennung von Eisen und Bauxit der Gangart möglich ist. Das Verfahren ist eigentlich nur eine reduzierende Röstung, in dem kein Augenmerk darauf gerichtet ist, in welcher mechanischen Beschaffenheit im Endprodukt die Stoffe vor-
    ,den sind.
    :"äs Verfahren nach der Erfindung geht je-
    - AK
    über den Zustand einer Röstung hinaus
    y - ist als pyrotechnisches Aufbereitungs-
    ` ;verfahren zu betrachten, wobei durch Zwischen-
    reaktionen die einzelnen Stoffe in eine solche mechanische Beschaffenheit gebracht werden, daß sie nach Ablauf des Verfahrens ohne Schwierigkeiten ohne weiteres zu trennen sind. Das Verfahren nach der Erfindung kann also aus dem älteren Vorschlag nicht entnommen werden, und es war auch nicht nahegelegt; denn die Erfindung bringt erstmalig die Erkenntnis, daß trotz einer nebenher laufenden Reaktion, Uerschlackung der Gangart, bei der zeitweise oxydierend eingestellten Atmosphäre die Tonerde als indifferenter Stoff an dem Reaktionsablauf des Verfahrens unbeteiligt bleibt.
  • Der Vorteil des neuen Verfahrens besteht in erster Linie darin, daß die Gewinnung des Eisens allein schon die Kosten des Verfahrens deckt und darüber hinaus einen leicht verarbeitbaren,wertvollen eisen- und kieselsäurearmen Rohstoff für die '\Z'eiterverarbeitung liefert.

Claims (1)

  1. PATE NTANSPRÜCI-IE: ' i. Verfahren zur Aufbereitung eisenhaltiger Bauxite unter Reduktion der Eisenverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß die im Bauxit enthaltenen Eisenverbindungen mit Hilfe von Brennstoffen einem Reduktionsprozeß unterworfen werden bei Temperaturen, bei denen die Tonerde keinen Anteil an dem Ablauf der Reduktionen nimmt, das sich bildende Eisen durch die Wechselwirkung einer Teiloxydation zwecks Verschlackung der anhaftenden Gangart und einer erneuten Reduktion desselben zu Luppen verschweißt wird, worauf Tonerde, Schlackenreste und Luppen voneinander getrennt werden. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I, gekennzeichnet durch die Verwendung eines beheizten Drehtrominelofens, der das Aufblasen von Luft oder oxydierenden Gasen in die Schlackenbildungszone gestattet.
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